RISING PHOENIX
am 30.04.2018 aus dem PCWA Theatre (Berlin/Deutschland) 

Die NR.1 PRE-SHOW im Wrestling Business!

Exklusives Material von Vendetta 133!

Nur für ECHTE Fans!


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Einige Wochen vor Vendetta 133


Das Bild ist verwackelt, was deutlich macht, dass hier kein professionelles Kamerateam der PCWA am Werk ist. Zunächst sind Bäume zu sehen, durch deren Geäst sich die Strahlen der Frühlingssonne ihren Weg bahnen. Dann ein ruckartiger Schwung nach unten, im Fokus nun ein Mann, der auf der Lehne einer Bank sitzt. Die schwarzen Locken verdecken noch das Gesicht, das auf den trockenen Waldboden gerichtet ist. Dann atmet er hörbar aus und schaut in die Handykamera. Grizz Lee.

Lee: "Ich will es kurz machen. Ohne großes Trara in einer gefüllten Arena."

Noch einmal blickt er zur Seite, als wolle er sich die Worte ganz genau zurechtlegen. Sollte er auch. Er wird das Video auf einem seiner Social Media Accounts veröffentlichen, von dort aus wird es sich auf weiteren Plattformen verbreiten. Auch Jona Vark und die PCWA Fans werden es eher früher als später sehen. Und vor allem die Geschäftsführerin dürfte nicht wirklich erfreut sein.

Lee: "Ich trete vom Wrestling zurück. Hier und jetzt."

Er lässt die Worte wirken. Auch bei sich selbst.

Lee: "Seht ihr, wir Jungs, und auch die Mädchen natürlich, können das alles im Ring nur für eine gewisse Zeit machen. Die einen länger, die anderen kürzer. Doch irgendwann kommt der Punkt, an dem uns unser Körper sagt, dass es nun langsam genug ist und wir besser damit aufhören sollten. Es gibt dann einige, die nicht darauf hören und trotzdem weiter machen. Und denen blüht irgendwann das Schicksal, dass ihr Körper gänzlich verweigert zu tun, was der Kopf eigentlich will. Und dazu soll es bei mir nicht kommen."

Ein trockenes Schlucken, aber dennoch begleitet von einem leichten Lächeln.

Lee: "Ich hatte eine gute, ich würde sogar sagen großartige Karriere. Zuletzt bin ich aber nur noch dem großen Ziel, endlich mal den höchsten Titel einer Liga zu halten, hinterher gejagt. Und das obwohl mir mein Körper schon das ein oder andere Mal mitgeteilt hat, dass es langsam dem Ende zugeht. Und dazu soll es wie gesagt nicht kommen. Nicht im Ring, nicht an einem Morgen nach einem Match. Ich hatte die letzten Wochen genügend Zeit, um über meine Karriere in ihrer Ganzheit nachzudenken, sie vernünftig zu betrachten und zu rekapitulieren. Und wenn es wirklich so sein soll, dass ich irgendwie als unvollendet bezeichnet werde, als ewiger Zweiter, nun, dann soll es eben so sein. Ich habe damit jetzt meinen Frieden gemacht."

Tiefes Luftholen.

Lee: "Ich nehme Kevin Sharpe als Beispiel, einfach weil es das beste ist, denn wir sind zusammen aufgewachsen und haben zusammen mit dem Wrestling angefangen. Er ist auf dem Höhepunkt seiner Karriere, als Undisputed Gerasy. Und glaubt mir, obwohl er ein Jahr älter ist als ich, hat er noch um einiges mehr im Tank. Denn er hat sich seine Auszeiten genommen, während ich kontinuierlich in den Ring gestiegen bin. Auf vier Kontinenten dieser Welt. Ja, ich weiß, das alte Lied, ihr könnt es nicht mehr hören. Aber ich betrachte seine Karriere, ich betrachte meine. Und ich sehe eindeutig, dass, wann immer wir in derselben Liga gewesen sind, ich höher auf der Card platziert war. Ich habe Matches des Jahres bestritten und den ein oder anderen Titel gehalten, wenn auch nie den höchsten. Aber er hatte nichts davon. Und dann, vor ungefähr einem Jahr, hat sich das geändert. Auch vorher waren wir schon auf einer Ebene, wenn man so will, aber das war, weil wir gegeneinander gekämpft haben. Hart und unerbittlich. Es hat lange gedauert, vielleicht auch zu lange, aber ich akzeptiere nun, dass er mich überholt hat."

Ein Anflug von Trauer hat sich in seine Augen geschlichen.

Lee: "Es ist eine schwere Entscheidung gewesen, aber ich weiß, dass sie richtig ist. Ich brauche mir nichts mehr zu beweisen, und erst recht nicht irgendjemand anderem. Also Kevin Sharpe..."

Ein Mundwinkel zuckt verschmitzt nach oben.

Lee: "Auch weiterhin viel Spaß mit dem Belt, der nicht einmal ein World Title ist. Ich will ihn nicht mehr. Ich brauche ihn nicht mehr. Und begib dich gar nicht erst auf die Suche nach der Antwort auf die Frage, ob ich dich den Titel bei Out of Ashes habe abhängen lassen oder nicht. Denn du wirst sie genauso wenig finden können, wie ich sie finden will. Das war's. End of the Road. Als dann, Leute."

Und damit endet das Video.


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Freitag vor Vendetta:

Ein letztes Mal um die Häuser ziehen vor dem Imperial Impact, ein letztes Mal gepflegt "einen trinken gehen". Zwar ist noch viel Zeit bis zum PPV, doch die Vorbereitung auf den Main Event fängt bereits jetzt an. Auch ein topfitter Superstar wie Marc Poe muss seinen Körper frühzeitig für so ein Großereignis in Form bringen, bisher hat er davor zwar nie auf den Alkohol verzichtet, doch diesmal kämpft er um den höchsten Titel in der PCWA, den Undisputed Gerasy. Vor der letzten Vendetta war der Gerasy für den Marylander noch nicht im Fokus. Vor allem auf Grund seiner Freundschaft zu Kevin Sharpe, dem aktuellen Gerasy. Doch mittlerweile hat er sich mit diesem Fight abgefunden, immerhin gibt es mehrere Teilnehmer, die in seinen Augen eine Abreibung verdient haben. 

Heute Abend soll die PCWA allerdings aus dem dortigen Geschehen komplett ausgeblendet werden. Inzwischen ist Poe in der 5. Bar vorstellig. Irgendwie hat der Marylander schon vorher gewusst, dass sein Abend an diesem Ort ausklingt. Lange war er nicht hier. Lag nicht nur daran, dass er aufgrund der Deutschland-Tour in Dortmund, Frankfurt und München unterwegs war. Immerhin ist der Marylander nun schon einige Zeitlang wieder in Berlin, trotzdem hat es ihn nicht in diese besondere Bar getrieben. 

Die Bar, in der sich Marc Poe gerade aufhält, ist das "cWc" in Berlin. Zuletzt ist Poe nach seiner Niederlage im Empty Arena Match gegen S1margl hier aufgetaucht. Der geflügelte Hund war an dem selben Abend ebenfalls anwesend. Es war das letzte Gespräch zwischen dem Mann aus Baltimore und dem ehemaligen Mad Dog, irgendwie haben die Beiden damals sogar so etwas wie Frieden geschlossen. 

Der ehemalige Hafenarbeiter aus Baltimore ist nun bereits seit einigen Stunden im "cWc". Unterhalten hat er sich dennoch mit niemanden, mehrere Whisky hat er getrunken, Leute beobachtet und die hübschen Dame hinter dem Tresen beäugt. Geht da heute noch etwas? Immer wieder kommen die Gedanken an den fliegenden Hund hoch. Wo treibt sich diese verdammte Töle rum? Es scheint als wenn die Jukebox die Gedanken des Mannes aus Baltimore liest und ihm antwortet, denn es spielt Israel kamakawiwoʻole mit "Somewhere over the Rainbow". Poe lächelt.

Marc Poe: "Als ob. Ich hab wohl echt genug." 

Poe greift in die Tasche seiner Lederjacke um die Geldbörse rauszuholen, da betritt eine ihm bekannte Person das "cWc". Es ist zwar nicht der geflügelte Hund, doch auch hier könnte ein interesantes Gespräch entstehen. Marc setzt sich wieder.

Marc Poe: "James Godd, das wir uns ausgerechnet hier über den Weg laufen."

Er winkt den Mann von der Insel zu sich. Der betrachtet den Anderen zunächst etwas überrascht, ehe er ein Lächeln aufsetzt und sich in dessen Richtung bewegt. Er hatte bisher noch nicht das Vergnügen Poe näher kennenzulernen und er hat nicht vor diese Gelegenheit jetzt einfach so verstreichen zu lassen, zumal Poe ja einer der Männer sein wird auf die er im Elimination Cage treffen wird. Als der Brite schließlich ankommt, nimmt er auf dem Barhocker neben Poe Platz und klopft diesem grinsend auf die Schulter.

James Godd: "Ja, schon witzig wie häufig wir uns in letzter Zeit über den Weg laufen!"

Er grinst breit.

Marc Poe: "Da liegst du richtig, seitdem wir von Jona "belohnt" wurden. Seltsam, findest du nicht? Oder verfolgst du mich, wie dieser Shadow?"

Poe lächelt, er scherzt nur. 
Dann ändert der Marylander seinen Fokus und ruft die blonde Kellnerin zu sich. 

Marc Poe: "Mach uns doch mal zwei Doppelte von dem Guten."

Der ehemalige Hafenarbeiter schaut rüber zum Briten, der zwar nicht weiß, was nun auf ihn zukommt, dennoch stimmt er nickend zu. Es dauert ungefähr drei Minuten, bis die Kellnerin der Dame hinter dem Tresen bescheid gibt und diese dann den Zwei PCWA-Wrestlern jeweils einen doppelten Single-Malt bringt. Seit der Bestellung haben Poe und Godd kein weiteres Wort gewechselt. Während der Amerikaner irgendwas auf seinem Smartphone getippt hat, hat der Engländer hat die anderen Menschen in der Bar begutachtet - und er kann sich nicht wehren, aber das Gesicht der Bardame kommt ihm bekannt vor. James schüttelt den Kopf und wendet sich einem seiner Impact Gegner zu. 

Godd und Poe heben ihre Gläser und prosten sich zu. Der ehemalige Tribune leckt sich nach dem ersten Schluck genüßlich die Lippen.

James Godd: "Good Stuff. Du beweist hier echt Geschmack, mein Freund."

Der Engländer nickt noch einmal mit dem Kopf, um die Worte zu bekräftigen, dann nimmt er einen weiteren genüsslichen Schluck.

Marc Poe: "Du und ich, wir liegen wohl auf der gleichen Wellenlänge. Nicht nur was den Whisky betrifft, stimmt doch oder? Wir haben die gleichen Feinde und die gleichen Freunde in der PCWA. Irgendwie sind wir trotzdem noch nicht richtig ins Gespräch gekommen."

Godd nickt einmal mehr mit dem Kopf. Im Grunde genommen spricht Poe hier nur aus, was er gedacht hat, als er die Bar betreten hat und Poe ihn begrüßt hat.

James Godd: "Yeah, Isle of Wight!"

Der Engländer grinst kurz, wohlwissend, dass sein Gegenüber vermutlich nichts mit dem Cockney Rhiming Slang anfangen kann, den Godd als gebürtiger Londoner hin und wieder nutzt. In diesem Fall stand Isle of Wight für nichts anderes als "Right". 

James Godd: "Wir sind jetzt jedenfalls mittendrin and that's nice!"

Die Wrestler nehmen einen weiteren Schluck und ihre Zungen lösen sich so langsam. Godd lugt dabei wieder zur Frau hinter dem Tresen... 

Marc Poe: "Was hälst du eigentlich von unserer Belohnung? Findest du die Konstellation in Ordnung?" 

Godd schaut zu Poe, legt kurz den Kopf zur Seite und lässt sich die Frage einmal durch den Kopf gehen. Schließlich fährt er sich kurz durch den Goatee und präsentiert seinem Gesprächspartner eine Antwort.

James Godd: "Well, wie ich ja bereits sagte, hatte ich gar keine Belohnung für meinen Sieg gegen Tobaay erwartet, von daher war ich doch positiv überrascht. Man bekommt schließlich nicht jeden Tag ein Match um den Gerasy Title auf dem Silbertablett präsentiert."

Er nickt mit dem Kopf, auch wenn der Titel für ihn persönlich eher Nebensache ist ... Er will den Kuchen in die Finger bekommen!

James Godd: "Und was die Konstellation angeht ... es ist definitiv eine interessante. Viele Leute, auf die ich noch nie getroffen bin. Gegner, die meinen Horizont erweitern können, sind mir immer wilkommen. Aber ich muss ehrlich zugeben ... mich reizt vor allem der Kuchen. Der Kerl hat mich schon immer angewidert, nur hatte ich im Verlauf meiner Karriere leider noch nie die Gelegenheit die Sache persönlich zu regeln."

Er schlägt kurz mit der rechten Faust in seine linke Handfläche, ehe er erneut zum Drink greift und sich einen Schluck gönnt.

James Godd: "But what about You? I heard that You're not so happy about it ..."

Er blickt Poe gespannt und interessiert an.

Vor wenigen Minuten wollte der Mann aus Baltimore noch das cWc verlassen, jetzt hebt er seinen Arm und bestellt die nächste Runde. Das Gespräch wird interessanter.

Marc Poe: "Wenn Sharpe, du und ich unsere Belohnung bekommen hätten, wäre das meiner Meinung nach ausreichend gewesen. Sharpe ist der Champ, du hast dir aufgrund deiner langen Laufbahn diese Chance verdient. Und ich? Ich hab mir den Arsch aufgerissen wie sonst was. Habe meine Karriere gegen Rob und Tony gerettet und wollte eigentlich in Richtung Cryption Crown. Doch dann kam dieses Elimination Chamber."

Der Marylander leert sein Glas und knallt es auf den Tresen.

Marc Poe: "Shadow, RM und Stevie haben den Titleshot nicht verdient. Ich würde gern einmal in Jonas Kopf schauen."

Nicht nur das. Godd nickt einmal mehr.

James Godd: "Ich verstehe deinen Punkt, aber Stevie hat sich das im Grunde genommen aus den gleichen Gründen verdient, wie ich ... seine Karriere ist sogar noch weit länger als die meine, von daher. Und RM ... nunja, verdient hat er diese Chance sicherlich nicht, but I will make him go to Ding Dong Bell!"

Einmal verfällt der Brite in den Cockney Slang, dieses Mal sollte jedoch eher klar sein, dass "Hell" gemeint war.

Marc Poe: "RM gehört dir, mein Freund, und ich werde mich wohl mit meinem Schatten beschäftigen. Aber trotzdem... Dass Stevie uns attackiert hat, enttäuscht mich."

"Er hatte wohl den falschen Lehrmeister!"

Die Blicke der beiden gehen schlagartig nach oben.

"Aber am Ende werdet ihr genau wie Stevie von euch selbst enttäuscht sein!"

Die Bardame stellt die randgefüllten Gläser vor den PCWAlern auf den Tisch und da fällt es James wie Schuppen von den Augen.

James Godd: "Yayaya... Yai, richtig?!"

Es sind mehr als zwei Jahre her, dass er sie das letzte Mal sah. Es war auf der Beerdigung seiner Freundin Sandy... Aber sie ist es zweifelsfrei.
Yai wirft das länger gewordene, dunkle Haar zurück und nickt knapp. Sie ist alt geworden. Ihr Augen wirken müde. Die Lippen spröde.

Yai: "Genießt die Drinks, Jungs... solange eure Messer noch nicht im Rücken des anderen stecken."

Mit einem angeekelt traurigen Blick bedenkt sie die Zwei, während sie auf die beiden Gläser deutet. Ihr ganzes Wesen scheint ein Schleier der Enttäuschung zu verhüllen.

Yai: "Die gehn' aufs Haus! Und danach... Verzieht euch!"

Ohne weitere Reaktion dreht sie sich herum und verschwindet in dem Privatraum hinter der Bar. Die blonde Kellnerin lächelt entschuldigend zu den beiden Wrestlern. Poe aber hat dieses Mal keinen Blick für sie, sondern flüstert zu seinem Impact Gegner.

Marc Poe: "Wer?"

Godd schaut immer noch nachdenklich auf die Tür des Raumes, in dem Yai verschwunden ist. Er greift das Glas.

James Godd: "Yai! Mad Dogs Frau."

Jetzt weiten sich die Augen des Marylanders und auch er schaut auf die geschlossene Türe.

Marc Poe: "Das!? Das ist also S1margls Frau. Wegen ihr ist er immer wieder im cWc erschienen und hat auf sie gewartet. Ich habe ihn hier auch getroffen, es war gar nicht so unangenehm wie zuvor. Wir haben uns unterhalten wie du und ich gerade. So verkehrt kann der fliegende Hund eigentlich nicht sein. Aber sie scheint ihn und seinen Beruf immer noch zu hassen... Du kennst ihn sicherlich etwas besser als ich."

Godd hebt das Glas und prostet Poe zu. Dieser greift nun auch den Schnaps, sodass ihn beide gleichzeitig leeren.
Nachdem sich der Engländer mit dem Handrücken den Mund abwischt, steht er auf und greift nach der Geldbörse in seiner Hosentasche.

James Godd: "Ja, ich kenne ihn besser als du. Und ich dachte mir eigentlich, dass ich mir erst wieder Gedanken über ihn machen muss, wenn er aus der XAW zurück kommen sollte..."

Betroffen wirkend wirft der ehemalige Partner des verrückten Hundes einen Schein auf den Tisch. 

James Godd: "Allerdings ist jetzt weder die Zeit, noch ist hier... der richtige Ort, um über einen 'falschen Lehrmeister' zu sprechen."

Unbefriedigt erhebt sich auch der Marylander. Die Neugier hat ihn mit einem Male nüchtern gemacht.

Marc Poe: "Du meinst...!?" 

Der Engländer kann Marc und seine Enttäuschung auf Stevie nur zu gut verstehen. Er hat erlebt, wie es ist, hintergangen zu werden. Aber er fühlte auch, was aus Enttäuschung erwachsen kann.
James nickt.

James Godd: "Ja. Aber Yai hatte mit noch etwas Recht, Marc. Dich kenne ich nicht - und du kennst mich nicht. Gute Nacht."

Und mit diesen Worten verlässt der Tribun das cWc, während Marc Poe nach seinem Smartphone greift und bei Youtube "XAW Mad Dog" eingibt. 


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01.10.2017 18:45 Uhr
Vor Beginn des Brawlin' Rumble XII:

Tony Graves steht im Wohnzimmer seiner Wohnung in der Berliner Innenstadt. Er läuft langsam auf und ab, mit einem Handy am Ohr. Er schildert der Person am anderen Ende der Leitung, wie er Rob Collins getroffen hat, wie ihn vor ein paar Tagen Marc Poes Vater hat kontaktieren lassen und natürlich auch den Plan, den er sich zurecht gelegt hatte, um Poe zu hintergehen. Die andere Person scheint allerdings alles andere als begeistert.

"Tony, warum machst du sowas?"

Lange und langsam atmet der Gambler aus Phoenix aus, bevor er der weiblichen Stimme antwortet.

Tony Graves: "Du weißt doch, warum. Mums Rente ist nicht hoch und sie ist zu alt, um noch arbeiten zu gehen, und sie kann nicht das Geld kriegen, um Sis zum College zu schicken, und wenn Jeff und ich nicht konnten, dann soll wenigstens sie. Ich will doch nur helfen... Das musst du mir glauben, bitte!"

Tony hört sich verzweifelt an. Als ob er diese oder zumindest eine ähnliche Konversation schon mehrmals geführt hätte und sich trotzdem das, was dabei herauskommt, nicht ändert.

"Ich glaube nur, dass dies die Dinge sind, die einen in die Hölle bringen."

Tony grinst sich selbst an.

Tony Graves: "Und du glaubst, ich habe mich noch nicht in die Hölle gespielt?"

"Hast du Dr. Luciano wieder gesehen?"

So schnell, wie das Grinsen auf sein Gesicht kam, war es jetzt wieder verschwuden. Dr. Luciano ist ein Therapeut, den Tony seit seiner Ankunft in Deutschland aufgrund seine Spielsucht sieht.

Tony Graves: "Tut mir leid."

Die Frau auf der anderen Seite kichert kurz, bevor sie gespielt entsetzt ausatmet.

"Tony, dir ist echt nicht zu helfen!"

Tony Graves: "...Entschuldige..."

"Das habe ich von dir mittlerweile schon so oft gehört, zumindest öfter als von jedem anderen."

Etwas zurückhaltend und leise lacht Tony kurz.

Tony Graves: "Ich weiß, dass ich dich nicht so behandele, wie ich sollte."

"Och Tony, nicht weinen! Ich bin doch da... Wo wir grade von da-sein reden, wann kann ich endlich nachkommen? Ich würde so gerne wieder mein Heimatland sehen."

Tony Graves: "Ich möchte aber nicht, dass du in die ganze Scheiße hier verwickelt wirst. Ich habe zu viele Feinde, um dich oder Sis, geschweige denn Ma, nachkommen zu lassen. Ich will wirklich nur euer Bestes und, euch in die eventuelle Schusslinie von weiß der liebe Gott nicht wem zu bringen, wäre definitiv nicht das Beste."

"Dir ist schon klar, dass ich sowieso früher oder später nachkomme ega... - Oh! Der Chef kommt ich muss auflegen! Love you."

Und schon war der Anruf beendet. Irgedetwas war falsch, einfach nicht so, wie es sein sollte. Der Spieler hat das Gefühl ihm hätte jemand einen Tritt in den Magen versetzt. Hatte sie ihm ein schlechtes Gewissen eingeredet oder hat er tatsächliche Schuldgefühle? Er versucht doch nur das richtige zu tun, nicht wahr? Es ist nicht falsch, seiner Familie helfen zu wollen, richtig?

Tony hält das Handy immer noch an sein Ohr und schafft es ein gequältes Lächeln aufzusetzten.

Tony Graves: "Love you too..."


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04.04.2016
Behandlungszimmer von Dr. Häuser


Eine gefühlte Ewigkeit ist es her, dass Seth Goldstein/NEON LOVE zuletzt in diesem Zimmer gesessen hat. Damals hieß es, seine Karriere wäre vorbei. Er allerdings hat niemals aufgegeben. Eine Operation und endlos viel Arbeit hat es gekostet, bis er sein Knie endlich wieder voll belasten konnte. Zwar wird er den Rest seines Lebens sein Knie schützen müssen, aber er darf wieder in den Ring steigen - zumindest in der Theorie. Das letzte Wort, zumindest im Bezug auf seine PCWA-Karriere, hat Dr. Häuser. Während der PCWA Arzt einige Röntgenaufnahmen und medizinische Unterlagen studiert, sitzt der Junge mit den rosafarbenen Haaren ungeduldig an der anderen Seite des Schreibtisches. Nach einigen Minuten nickt Häuser zufrieden.

Dr. Häuser: "Soweit sieht alles wirklich gut aus, Seth. Ich bin wirklich überrascht von deiner Genesung."

Der ehemalige Publikumsliebling lächelt.

Seth Goldstein: "Es waren die besten Ärzte, die man für Geld bekommen konnte, und jede Menge harter Arbeit. Ich bin einfach froh, dass ich wieder in den Ring steigen kann."

Dr. Häuser: "Medizinisch bist du dazu bereit, jedoch verlangt Miss Vark noch einen Bluttest und eine psychologische Einschätzung."

Seth schaut skeptisch.

Seth Goldstein: "Weswegen genau?"

Dr. Häuser: "Miss Vark sollte jeden Augenblick hier eintreffen, um dir selbst zu erklären, warum genau wir uns auf diese Maßnahmen geeinigt haben."

Just in diesem Moment betritt die Hausherrin der PCWA den Raum. Sie reicht zunächst Dr. Häuser die Hand und will danach Seth/NEON die Hand geben. Der junge US-Amerikaner schaut zunächst auf ihre Hand, danach in ihr Gesicht und schüttelt dann verächtig den Kopf. Miss Vark ist alles andere als begeistert, versteht dieses Zeichen jedoch.

Jona Vark: "Ich vermute, Sie haben Mr. Goldstein bereits von unseren Maßnahmen unterrichtet?"

Der Hausmediziner von Deutschlands geilster Wrestling-Promotion nickt, während Seth/NEON mit den Augen rollt.

Jona Vark: "Bevor Sie irgendetwas sagen, Mister Goldstein, möchte ich Ihnen gerne erklären, warum wir es für nötig halten, Sie einmal anständig zu evaluieren. In den letzten 18 Monaten bekamen wir nicht nur allerhand Updates zu Ihrem körperlichen Zustand, sondern auch immer wieder bedenkliche Einschätzungen Ihrer geistigen Verfassung. Ihr Hausarzt, Dr. Rosenbaum, zeigte sich besorgt. Nicht nur befürchtete er, dass Sie psychisch mit dem drohenden Karriereende nicht zurecht gekommen sind. Sondern stellte er auch fest, dass Sie deutlich mehr Schmerzmittel benötigten als gewöhnlich. Wir haben wirklich nur Ihre Gesundheit im Sinn, wenn wir sichergehen wollen, dass Sie weder psychisch instabil noch drogenabhängig sind."

Seth/NEON lacht.

Seth Goldstein: "Ich hätte es wissen müssen. Warum sonst sollte meine Familie darauf bestehen, dass ich zu diesem Idioten gehe. Sie versuchen noch immer den Familiennamen zu beschützen und mich davon abzuhalten weiter in den Ring zu steigen. Ich bin allerdings überrascht, dass man einfach glaubt, was dieser Typ zu erzählen hat, bevor man mich überhaupt zu diesem Thema befragt. Was mich noch viel mehr überrascht, ist, dass es bei mir ein Problem ist, während die PCWA praktisch nur aus drogensüchtigen Irren besteht. Aber wehe jemand braucht verfickte Vicodin, weil sein verficktes Knie zertrümmert wurde."

Er schüttelt fassungslos den Kopf.

Jona Vark: "Die meisten meiner Angestellten sind allerdings auch nicht, selbstgewählt, die Helden für unsere jüngeren Zuschauer..."

Wieder lacht Seth und fällt Miss Vark dann ins Wort.

Seth Goldstein: "Also geht es überhaupt nicht um mich, sondern es geht um Sie, Ihre Firma und Ihren Ruf. Wissen Sie, ich kürze den ganzen Scheiß hier für Sie ab. Ja, ich fresse Schmerztabletten wie verdammte Bonbons, weil ich mir für Ihre Firma mein Knie zertrümmert habe. Ja, ich war wirklich psychisch nicht unbedingt begeistert von der Vorstellung nie wieder für diese Firma in den Ring steigen zu können. Doch ich habe mir den Arsch aufgerissen und es geschafft. Ich bin wieder bereit in den Ring zu steigen und für Sie verficktes Geld zu verdienen..."

Diesmal fällt die PCWA-Chefin ihm in's Wort, doch trotz des respektlosen Auftretens bleibt sie erstaunlich ruhig.

Jona Vark: "Mister Goldstein, wenn Sie sich selbst sehen könnten, dann würden Sie verstehen, warum wir dieses Gespräch führen wollten. Wir wollen wirklich nur Ihr Bestes. Und leider lassen Sie mir keine andere Wahl, als Ihren Vertrag solange auszusetzen, bis Sie bereit sind einen Entzug zu machen. Es ist das Beste für Sie und die PCWA."

Dr. Häuser nickt zustimmend, doch Seth/NEON steht von seinem Stuhl auf und läuft zur Tür und verlässt wortlos das Zimmer. Zurück bleiben eine eher besorgte Chefin und ein ratloser Arzt. War dies wirklich das Ende von NEON LOVE?


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133

Live aus dem PCWA Theatre / Berlin, Deutschland (Phoenix Center)

 

Nach dem Einspielvideo beginnt Vendetta 133 mit einem gewaltigen Feuerwerk. Raketen schnellen in die Luft, rote und weiße Fontänen schießen empor. Das Publikum ist aus dem Häuschen und jubelt bei der zweiten Vendetta Ausgabe nach Out of Ashes 2018 und der vorletzten Ausgabe vor dem Imperial Impact 12. 

Lange wartet die Regie nicht, um schnell wieder zu den Kommentatoren überzugehen, die uns begrüßen, während die Kamera noch eine Weile bei den jubelnden Fans bleibt.

 

Vincent Craven: "Hallo und herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe von PCWA Vendetta. Wir sind heute mit unserem Zug an der zweiten Station von vieren angekommen."

Mike Garland: "Station 4 ist die Endstation mit dem Namen Imperial Impact 12 - und wir haben bereits einige Weichen in dieser Richtung gestellt."

Vincent Craven: "Dies gilt vor allem für den Main Event, unser Match um den Undisputed Gerasy. Es wird das erste Elimination Chamber Match der PCWA Geschichte geben."

Mike Garland: "Marc Poe, Shadow, James Godd und Kevin Sharpe wurden bei Vendetta 132 für dieses Match erwählt. Außerdem werden entweder RM der Kuchen oder Sean Ashfield daran teilnehmen. Als sechster Teilnehmer stellte sich am Ende der letzten Show Stevie van Crane heraus."

Vincent Craven: "Und dies, indem er allen anderen Teilnehmern einen Chairshot verpasste..."

Mike Garland: "Ob Freund, ob Feind - es schien Stevie egal."

Vincent Craven: "Damit setzte er in jedem Fall eine Statement und wir werden abwarten, in wie weit es ihm seine Gegner am heutigen Abend gleich tun werden."

Mike Garland: "Werfen wir daher - as usual - einen Blick auf die heutige Card."

 

Opener
- Born a Unicorn -
Regular Singles Match
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(Der erste Pinfall entscheidet über den Sieg. Als Pinfall zählen Three Count, Submission, Disqualifikation sowie Count-Out.
-Referee: Yoshi Funaki; Timelimit: 10 Min)

Vincent Craven: "Bei der letzten Show sahen wir einen alten Bekannten, nämlich NEON Love wieder. Er hat heute Abend die Chance einen guten Eindruck zu hinterlassen, wenn er gegen den Barbarian in den Ring steigt."

Mike Garland: "NEON schied damals wegen einer Verletzung aus dem aktuellen Geschehen aus. Wir werden sehen müssen, ob der Junge diese Karrierebedrohende Verletzung hinter sich lassen konnte."

Vincent Craven: "Die Ärzte werden ihm mit Sicherheit die Freigabe erteilt haben. Gespannt bin ich vor allem auf seine Attitude. Ich will wissen, was aus dem Jungen von damals geworden ist."

Mike Garland: "Die Attritude seines Gegners scheint indes klar zu sein. Das Vieh aus den mongolischen Wäldern will nur Fleisch und das am besten in roher Form."

Vincent Craven: "Dass mit ihm nicht zu spaßen ist, mussten allerdings unlängst Phineas Parkhurst und sein Partner Jim-Bob erfahren. Zu zweit schafften sie es allerdings den Barbaran zu bändigen. Neon steht ihm heute alleine gegenüber."

 

2nd Match
- Noahs Taube -
Regular Singles Match
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(Der erste Pinfall entscheidet über den Sieg. Als Pinfall zählen Three Count, Submission, Disqualifikation sowie Count-Out.
-Referee: Sven Nitzschke; Zeitlimit: 15 Minuten)

Mike Garland: "Ob die beiden Gegner unseres zweiten Matches allerdings alleine bleiben, müssen wir abwarten. Der Cotatores Champion Connor Rogue trifft auf Gordon Banes."

Vincent Craven: "Letzte Vendetta scheiterte Rogue noch am Undisputed Gerasy, heute dürfte es einfacher für ihn werden. Oder soll ich besser sagen: Eher auf seinem Niveau?!"

Mike Garland: "Warum sollte Banes auf einmal auf Rogues Niveau sein? Nur weil Noah O'Wellhubly zurück gekehrt ist?"

Vincent Craven: "Der Ire machte bei der letzten Vendetta in der Tat eine überraschende Rückkehr und stellte sich nicht an die Seite seiner ehemaligen Schützlinge, sondern im Gegenteil an die Seite ihrer Gegner."

Mike Garland: "Er managt nun also Happy Hour! Zu allem Überfluss attackierten die Happy Guys auch noch die Cotatores Trophy Holder."

Vincent Craven: "Grund genug, um dieses Singles Match auszurufen und auf die Card zu packen. Zumal da ja auch noch die offene Herausforderung O'Wellhublys im Raume steht. Er will für Happy Hour ein Match um die Cotatores."


Main Event
- Eine Chance -
???
PCWA Cryption Crown
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(Die Matchart wird noch bekannt gegeben.
-Referee: Nelson Frider; Kein Zeitlimit)

Mike Garland: "Um einen anderen Titel, nämlich die PCWA Cryption Crown, geht es in unserem heutigen Main Event. Nach dem Gerasy Match bei der letzten Vendetta, nun also ein Match um den silbernen Gürtel."

Vincent Craven: "Den Fans in Berlin wird in jedem Fall etwas geboten. Die Fans, welche die PCWA auf unserer Tour durch Deutschland besuchten, werden sich dennoch ein wenig ärgern. Schließlich setzte Circumvent seinen Titel während dieser Tour kein einziges Mal aufs Spiel."

Mike Garland: "Noch nicht einmal bei Out of Ashes. Überhaupt ist es etwas ruhiger um den ehemaligen Popstar geworden. Fiel er lange durch Eskapaden auf, so hörte und sah man in den letzten Shows sehr wenig von ihm."

Vincent Craven: "Fast eine Ironie des Schicksals, dass der S1margl als Titelhalter beerbte. Schließlich zog sich dieser ja auch immer mehr in seine Einsamkeit zurück. Verteidigte den Titel gar nur noch in einer leeren Halle."

Mike Garland: "Dies bleibt uns heute hoffentlich erspart. Ich möchte Circumvent gerne wieder im Ring sehen, denn heute bekommt er die Möglichkeit seine Regentschaft endlich zu beginnen und anzunehmen."

Vincent Craven: "In welcher Matchart und gegen wen ist nur die Frage. Jona Vark wird sich bei dieser Ansetzung etwas gedacht haben, sodass sie einen Kontrahenten in der Hinterhand hat. Aber wer dies nun sein wird, ist die Frage."

Mike Garland: "Bevor wir das klären, sehen wir zuerst, was Jona Vark mit jemand anderem vor hat."


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Zwei Tage vor Vendetta 133.


Wie von ihm befürchtet sitzen sie da nun. Jona Vark hinter ihrem schweren Schreibtisch, mit einem Kugelschreiber auf einen Aktenordner tippend. Grizz Lee in einem der bequemen Sessel, die dann und wann - je nach Situation - aber auch einen Hauch von elektrischem Stuhl verbreiten. Doch er ist selbstbewusst, schaut der Bosslady unentwegt in die Augen, wann immer sie diese auf ihn richtet.

Jona Vark: "Und Sie denken ernsthaft, dass Sie damit durchkommen?"

Bis zu diesem Moment dachte er das, ja. Der Anruf, der ihn erreichte, nachdem Miss Vark offensichtlich sein Video gesehen hatte, war ungewohnt impulsiv. Ihrerseits. Sie machte unmissverständlich klar, dass er hier und heute aufzutauchen hat. Immense Geldsummen waren ein erheblicher Teil ihrer Argumentation. In einer Größenordnung, die ihn dazu gezwungen hat, nach Berlin zu fahren.  

Jona Vark: "Sie veröffentlichen dieses Video, so mir nichts, dir nichts. Ohne mir etwas darüber mitzuteilen. Und einfach so, im Prinzip in einem Nebensatz, diskreditieren Sie noch den höchsten, den prestigeträchtigsten Titel meiner Liga."

Der Grizzer weiß nicht wirklich, was er sagen soll. Er hat es getan, er steht dazu. Sie hat mit allem recht. Er zupft kurz an seinem schwarzen Shirt mit dem weißen 'L33' Schriftzug, als wolle er in irgendeiner Art und Weise den 'Vibe' vergangener Tage heraufbeschwören.

Lee: "Okay. Das mit dem Gerasy, das war spontan und vielleicht auch etwas unüberlegt. Aber darum geht es doch gar nicht. Ich stehe zu meinem Rücktritt. Und ich könnte ihnen Befunde von Ärzten aus aller Welt liefern, die bestätigen, dass ich nicht mehr in den Ring steigen sollte."

Die Geschäftsführerin der PCWA schaut ihn durchdringend an.

Jona Vark: "Mich interessieren keine Befunde anderer Ärzte. Mich interessiert, was Dr. Häuser dazu zu sagen hat, und er ist der Meinung, dass es keinen Grund gibt, warum sie nicht wrestlen könnten."

Es wirkt schon wie eine Art Entgegenkommen, als er seine Arme ausbreitet.

Lee: "Es..."

Aber Miss Vark unterbricht ihn vehement.

Jona Vark: "Sie haben hier in der PCWA einen Vertrag, Mister Lee. Und zwar noch über einen ziemlich langen Zeitraum. Sie wissen das. Und wenn Sie gedenken, diesen zu brechen, dann wird das Konsequenzen haben. Dann bezahle ich nicht mehr Sie, dann bezahlen SIE MICH! Wir verstehen uns?"

Lee: "Sie wollen also, dass ich in den Ring steige?"

Jona Vark: "Korrekt."

Lee: "Und was, wenn..."

Wieder kann sie offenbar seine Gedanken lesen und unterbricht ihn abermals.

Jona Vark: "Sie waren wohl der Vernünftigsten bei Nicotine & Bacteria. Und ich wusste das zu schätzen, ob Sie mir das glauben oder nicht. Und auch seit ihrer Rückkehr hatten wir keine Probleme miteinander. Nun, bis jetzt."

Sie legt ihr Business-Lächeln auf.

Jona Vark: "Sie werden sich nicht einfach 'hinlegen', wie es so schön heißt."

Unterstützend formt sie die Anführungszeichen mit ihren Zeigefingern.

Jona Vark: "Dafür sind Sie viel zu stolz."

Dammit. Sie hat ihn. Naserümpfend schaut er kurz an ihr vorbei, auf der Suche nach einem letzten Rettungsseil.

Lee: "Ich könnte doch die BWH Leute trainieren. Ich könnte mich zu Craven und Garland an's Kommentatorenpult setzen. Die bräuchten mal eine Auffrischung. Oder, waurm nicht, ich könnte Ihr Commissioner sein! Van Crane will das nicht. Here I am!"

Beinahe schon mitleidig wird er von Miss Vark beäugt.

Jona Vark: "Ich habe Sie gerade am Rand Ihres finanziellen Abgrunds. Sieht es so aus, als würde ich Hilfe brauchen?"

Sein Zähneknirschen ist beinahe schon zu fühlen. Am liebsten würde er sie mit einer Brutal Truth durch ihren gottverdammten Tisch jagen. Aber die Rage Zeiten sind passé. In einer Geste der Aufgabe fährt er sich mit einer Hand durch den Vollbart.

Lee: "Now what?"

Die First Lady der PCWA erhebt sich, um ihrer Aussage Nachdruck zu verleihen.

Jona Vark: "Sie treten im Main Event von Vendetta 133 an. Gegen Circumvent, um die Cryption Crown!"

Auch Lee steht nun auf. Die Lady weiß, wie sie zu spielen hat. Sie weiß ganz genau, dass es eine Art Zugeständnis ist. Denn sie braucht ihn. Für die PCWA. Und er weiß, dass sie weiß, dass sie ihn braucht. Und er weiß, dass sie weiß, dass er weiß, dass er das nicht ablehnen kann. Denn er wird sich nicht einfach 'hinlegen'. Er hat die Crown niemals wirklich verloren. Und er wird sich dieser Aufgabe annehmen. Denn am Ende des Tages... kann er nicht anders. Er ist Grizz f'n Lee.
Tief durchatmend erhebt er sich.

Jona Vark: "Ich erwarte Sie dann in zwei Tagen."

Lee: "Wir werden sehen."

Jona Vark: "Ganz bestimmt werden wir das."

Und so geht er. Ohne seinen Plan ausgeführt zu haben. Mit einem Titleshot, den er nicht will. Den er aber auch nicht ablehnt. Und den er mit allem Eifer erfolgreich gestalten will.


Mike Garland: "Grizz Lee vs. Circumvent um die PCWA Cryption Crown! YES! WOW."

Vincent Craven: "Jona Vark lässt den abwanderungswilligen Lee nicht einfach gehen. Bei der letzten Vendetta noch untergetaucht, so muss er heute auftreten. Und zwar im Main Event!"

Mike Garland: "Was für eine Neuigkeit. Diese Entscheidung von Jona Vark finde ich echt mal gut."

Vincent Craven: "Lee hat die Krone niemals wirklich verloren, also passt das! Damit ist auch das größte Fragezeichen zur Card geklärt und wir können mit der Show loslege..."


------------------ PCWA ------------------

Es wird dunkel im Theatre und auf der Leinwand prankert jenes von allen Zusehern schmerzlich entdeckte, selbstgemalte Logo, was den Langzeitfans schon zum Halse rauskommt. Und wie immer ist es nur der Vorbote für die Dingem, die da kommen.

Das Bild erlöscht und für einen Moment wird es dunkel und die Magischen Worte hallen durch die Halle.

„Wenn der Kuchen spricht, haben die Krümel Sendepause!“

Dann erklingt Neubaugebiet von Weekend. Der Kuchen kommt zum Ring. Flankiert von den Ring Assassins präsentieren sie sich erneut als Einheit. Alle tragen die gleiche Trainingsjacke und die PCWA Cotatores.

Langsam bewegt sich das Trio in Richtung Ring. Die Blicke sind düster. Die letzte Vendetta lief nicht wie geplant. 

Ihr Einzug wird von Buhrufen begleitet, aber diese stören Sie schon lange nicht mehr. RM hat uns ja schon erklärt, warum die Leute buhen.

Im Ring angekommen heben sie das Gold demonstrativ in die Höhe. RM legt bestätigend und beruhigend die Hand auf die Schulter seiner Schützlinge, während das Titelgold auf die jeweils andere Schulter hinab sinkt.

Als die Musik verklingt, stehen die drei in der Mitte des Ringes. Allein die Buhrufe sind noch zu hören. Schon will der Kuchen ansetzen, um etwas zu sagen, allerdings geben ihm die Schreie der Fans nicht die Möglichkeit dazu.

"HALT DIE FRESSE!”

"HALT DIE FRESSE!”

"HALT DIE FRESSE!”

Wie immer spricht der Kuchen dennoch.

RM: „Danke für diesen warmen Berliner Empfang. Wie immer repräsentieren Sie das Nieveau dieser Stadt“

RM deutet zu einem Pfeifkonzert durch das Publikum und die Assassins stimmen Ihm zu.

RM: „Heute Nacht sollte hier eine Feier stattfinden! Ein Fest zu Ehren des neuen Undisputed Gerasy Champions! Eine Party zu Ehren des Kopfs der Revolution! Eine Feier zu ehren von diesem Mann.“

Der Kuchen deutet auf Connor Rogue und die Fans antworten mit einem Kevin Sharpe Chant.

RM: „Connor Rogue sollte hier als Champion stehen, aber es musste sich ja jemand in unsere Angelegenheit mischen!“

Die Kamera zoomt auf die Gesichter der beiden Assassins und die Wut spricht aus ihren Augen.

RM: „Happy Hour! Ihr habt euch mit den falschen angelegt“

Ashfield und Rogue nicken dem Kuchen zu und das Publikum quittiert das ganze mit einem High Five Chant. Die PCWA Crowd ist heute in Bestform.

RM: „Wenn Ihr nicht gewesen wärt, hätte dieser Mann…“

Der Kuchen zeigt auf Sean Ashfield und sofort schreit das Publikum los...

„YOU TAPPED OUT!“

„YOU TAPPED OUT!“

„YOU TAPPED OUT!“

RM hält Ashfield die Ohren zu, als wollte er verhindern, dass er das Publikum hört. Das sorgt aber nur dafür, dass diese noch lauter werden. Puterrot schreit er nun wütend ins Mikrofon.

RM: „Ruhe! RUHE! RUHE!!!!“

Natürlich bringt das nicht wirklich was und so spricht der Kuchen einfach gegen die Schreie des Publikums an.

RM: „Wie ich sagte, bevor Ihr mich so unfreundlich unterbrochen habt: Sean Ashfield hat nur verloren wegen Happy Hour! Connor Rogue hat nur verloren wegen Happy Hour und die Ring Assassins lassen sich so etwas nicht gefallen. Happy Hour die Glücklichen Stunden sind vorbei, die Jagdsaison ist eröffnet und ihr seid unser neues Ziel!“

Connor Rogue nickt bestätigend und schnappt sich wütend das Mikro.

Connor Rogue: "Das ist echt nicht zu fassen! Da sorgt ihr mit euer grenzenlosen Dummheit dafür, dass Carnageddon mit an dem Cotatores Match bei Ashes teilnehmen kann, sorgt also dafür, dass Jimmy Maxxx in den Titelkampf eingreift... Versaut euch auf gut Deutsch gesagt selbst die Chance auf die Gürtel... und besitzt dann nicht nur die Unverfrorenheit ein Rematch gegen uns zu fordern, sondern auch noch die, uns zu attackieren und uns unsere sicheren Siege zu kosten!!!"

Auch Sean Ashfield kann angesichts dieser Doofheit nur den Kopf schütteln.

Sean Ashfield: "Und all dies nur, weil ihr auf einmal von Noah O'Wellhubly gemanaget werdet!? Ihr glaubt in euer lächerlichen 'Angry Hour' Phase einen klugen Schachzug gemacht zu haben, aber auch diese Aktion wird im Endeffekt als dumm bewertet werden. Denn wir werden uns eure Doofheit nicht länger gefallen lassen - Wir nehmen die Herausforderung an! Und noch mehr."

Connor schlägt mit seiner Faust in die geöffnete, linke Hand.

Sean Ashfield: "Schon heute Abend wird Connor dich, Gordon Banes, vernichten. Ihr habt uns hinterrücks attackiert und das werden wir nicht durchgehen lassen. Ihr bekommt heute und ebenso beim Imperial Impact 12 unsere Wut und unseren Zorn in eure dämlichen Fressen getreten. Noah hin, Noah her."

Connor Rogue: "Wir kommen hiermit einer Entscheidung von Jona Vark zuvor. Denn das Wort von Titelträgern muss wieder mehr Bedeutung haben. Kevin Sharpe hat mit seinen letzten beiden PPV Matches Schindluder betrieben, ja. Aber deswegen muss man uns nicht bestrafen. Wir sind nicht Kevin Sharpe. Wir sind besser. Und unser Wort gilt. Das haben wir schon beim letzten Mal gesagt und bewiesen! Gordon und Brandon - Ihr wisst nicht, mit wem ihr euch hier angelegt habt!"

Ein wütender Connor Rogue blickt hasserfüllt in die Kamera.

RM: „Happy Hour, falls Ihr das nicht verstanden habt, wiederhole ich es nochmal langsam für euch!“

Der Kuchen pack Rogue auf die Schulter.

RM: „Diese Jungs werden euch töten!“

Dann packt er Ashfield auf die Schulter und mit einen beängstigenden Grinsen auf den Lippen nicken Sie dem Kuchen zu.

RM: „Was uns zu unserem nächsten Punkt bringt. Dem Gerasy! Und dem Main Event von Imperial Impact 12.“

Nun sind es Ashfield und Rogue, die Ihre Hände auf die Schulter des Kuchens packen. Da ist sie wieder die verschworene Gemeinschaft.

RM: „Ich übernehme den Spot der Assassins“

Ein breites Grinsen zeichnet sich auf das Gesicht des Kuchens.

RM:  „Und auch wenn es unfair ist, dass wir nur einen Spot haben, obwohl wir uns alle drei einen verdient haben, werden WIR ihn nutzen!“

Der Kuchen Rogue und Ashfield schlagen die linke Hand aufeinander.

RM +RA : „Wir sind Cotatores!“

Dann reißen sie die Arme in die Höhe.

"HALT DIE FRESSE!”

"HALT DIE FRESSE!”

"HALT DIE FRESSE!”

RM: „Und nach dem Impact sind wir nicht nur Cotatores, sondern auch Gerasy! Und da ist es egal, wem Jona Vark noch ein Spot schenkt…“

Der Kuchen winkt nun in die Kamera.

RM: „Ja, ich sprech über dich, van Crane! Wen hat er bei Out of Ashes besiegt, dass er in dem Match ist?“

Sean Ashfield: "Etwa Apfel Andi?"

Die Drei schauen sich fragend an, während das Publikum einerseits buht andererseits klatscht.

Connor Rogue: "Nein! Ich glaube, es war der Clown King of torture!"

RM und Ashfield schauen skeptisch, dann aber schütteln sie den Kopf. Das Publikum bleibt in seinen Reaktionen gespalten. Sie scheinen die Aktionen von Stevie van Crane am Ende der letzten Vendetta noch im Kopf zu haben.

Sean Ashfield: "Moment, Moment. Wir haben vergessen, dass wir in der PCWA sind! Hier bekommt man kein Titelmatch, wenn man es sich verdient hat. Im Gegenteil... Man bekommt einfach so ein Titelmatch."

Wenn es gegen Jona Vark geht, stehen die Fans zusammen. Hier wird lauthals bebuht.

RM: „Du hast recht! Ich vergaß... Das ist ja die Jona Vark Politik. Wir müssen 576123 Teams besiegen, um einen Titelkampf zu bekommen, bei allen anderen reicht es, wenn Sie einmal bitte sagen.“

Die Fans wissen es besser und pfeifen ob dieser Worte. Währenddessen geht Sean Ashfield vor Connor Rogue auf die Knie.

Sean Ashfield: "OH...bitte, Jona. Gib mir die Chance auf den Gerasy. Ich hatte in der sechsten Klasse einen eingerissenen Zehennagel... BITTE! BITTE! Ich liege die Nächte wach und mir schlottern die Knie. Wenn ich an die Ring Assassins denke, muss ich immer wieder an den kleinen, armen Stevie denken. Die blutige Sososocke... und die Nanagel...schescheschere. Ich muss mich beim Impact diesem Trauma stellen. Bebebitte!"

Während Seans Stimme bibbert, streicht Connor das imaginäre Haar zurück.

Connor Rogue: "Och Schnuckel... Das hatte ich doch sowieso vor! Die Wörter von ehrenwerten Champions wie den Assassins gehen mir doch an meinem süßen Apfelhintern vorbei. Und mit dir, großem Namen, kann ich noch ein bisschen mehr Kohle machen... Wir sehen uns dann beim Impact wieder, damit bis dato keiner deine klägliche Figur sieht. So wirst du bei den Buchmachern noch ein bisschen was für mich abwerfen."

Ein kurzes Raunen geht aufgrund der Jona Vark Parodie durch die Reihen, gefolgt von weiteren Schmährufen in Richtung der PCWA Cotatores.

RM: „Jona, du kannst Sie unseretwegen alle in das Match packen, am Ende bleibt das Ergebnis dasselbe…“

Die Drei packen wieder die Hände aufeinander.

RM+RA: "Wir sind Gerasy!"

Der Kuchen wirft das Mikro beiseite und während die Regie wieder zur Mike und Vincent zurück schaltet, verlassen die drei den Ring!


Vincent Craven: "Damit ist unser Main Event für den Imperial Impact 12 amtlich. Sharpe vs. Godd vs. SVC vs. Shadow vs. Poe vs. RM! Die Ring Assassins scheinen sich schnell einig gewesen zu sein..."

Mike Garland: "Happy Hour hat die beiden in der letzten Show attackiert und Noah O'Wellhubly ist ihr ehemaliger Manager. Kein Wunder also, dass Rogue & Ashfield sich darum kümmern wollen."

Vincent Craven: "Dann hoffe ich, dass sich die anderen im Elimination Chamber um den Kuchen kümmern. Noch länger ertrage ich es nämlich nicht, wenn er mit seinen beiden Followern immer wieder die Shows eröffnet und seine postfaktischen Sprüche zum besten gibt."

Mike Garland: "Aber die Parodie von Connor Rogue auf Jona Vark kann ich mir immer wieder ansehen. Die hat hohen Unterhaltungsfaktor."

Vincent Craven: "Hohen Unterhaltsungsfaktor hatte es, wie Kevin Sharpe mit ihm den Ring gesäubert hat. Aber ihre Niederlagen bei der letzten Vendetta hatten natürlich nur mit der Attacke von Happy Hour zu tun und nichts mit dem eigenen Unvermögen."

Mike Garland: "Zweifelsfrei! Ihre Matches laufen selten fair ab - das muss man einmal sagen! Wir erinnern uns an Out of Ashes, wo Jimmy Maxxx in das Cotatores Match eingriff."

Vincent Craven: "Dies lag aber nicht an den Assassins, sondern an Carnageddon, mit denen Maxxx immer noch im Klinch liegt."

Mike Garland: "Genau aus diesem Grund dürfte er nun bei Lisa Sanders stehen."


------------------ PCWA ------------------

In einem der Backstage Gänge steht Lisa Sanders, bewaffnet mit einem Mikrofon und dem scharfen Blick und Look einer Reporterin. Neben ihr steht ein nicht ganz so lockerer und unverletzter Jimmy Maxxx. Der Berliner wirkt angeschlagen, Pflaster und blaue Flecke im Gesicht bestimmen seinen Look, weswegen er auch die schmalzigen Haare ins Gesicht fallen lässt und etwas genervt an der Wand lehnt.

Lisa Sanders: "Ich stehe hier Backstage, um die neuesten News für unsere PCWA Fans zu erfahren. Und dafür habe ich hier einen der momentan kontroversesten Männer der PCWA, Jimmy Maxxx."

Keine Reaktion des Berliners.

Lisa Sanders: "Jimmy, in der letzten Show hatten viele Fans wieder eine deiner Stunts gegen Mitglieder der PCWA erwartet. Am Ende folgte jedoch nichts. Du wurdest nicht mal vor den Kameras entdeckt. Was war los?"

Natürlich hat auch Lisa davon gehört, dass Maxxx während der Show attackiert wurde. Dennoch will sie es von Jimmy selbst erfahren.
Etwas angesäuert kommt der Berliner von der Wand weg und stellt sich neben Lisa Sanders. Sie streckt das Mikrofon zu ihm, erstmal nur Geräusper.

Jimmy Maxxx: "Wie in jeder Show, so hatte ich auch in der letzten große Pläne, um die PCWA "aufzuwecken" und dem PCWA Roster die Wahrheit näher zu bringen. Die Wahrheit, dass sie alle nur, egal ob mit Team Partnern oder nicht, nur mit tiefsten und niedersten Gelüsten für ihr eigenes Ego in diese Arena kommen. Niemand außer mir selbst hat wirklich die Gemeinschaft, die PCWA als Liga, im Sinn. Sondern nur den eigenen Erfolg, das eigene Ego. Sie blicken auf diese goldenen Dinger, die Tag Team Titel oder den Gerasy Title und beten die Dinger praktisch auf allen Vieren an."

Er reibt sich über das Gesicht, jedoch statt vor Schmerzen dasselbe zu verziehen, lächelt er.

Jimmy Maxxx: "Und letzte Show, als ich auf dem Weg zu einem meiner weiteren genialen Pläne war, den Menschen hier ihren Egoismus, ihre Dummheit, ihre Naivität zu offenbaren und ihre falschen Götzen zu zerschlagen, wurde ich von einer falschen Schlange aus diesem Paradies gebissen. Und als alle Kameras abgeschalten und keine Menschenseele uns beobachtete, hat sie ihre falsche Maske zum ersten Mal fallen lassen. Sie kommt hier raus und lächelt in die Kameras und macht einen auf beste Freundin mit ihrem Tag Team Partner. Doch am Ende, da würde sie wahrscheinlich auch ihm das Messer in den Rücken rammen.... oder andersherum, aber das ist völlig irrelevant. Wichtig ist nur, dass sie mit ihrem Empfinden falsch liegt. Egal ob vor Kameras, hinter Kameras oder ohne Kameras, ich werde bestimmt nicht fliehen, weil sie mir die Nase oder sonstwas bricht und mir dann irgendwelche leeren Versprechen an den Kopf wirft."

Mit seinen müden Augen, geschwärzt von den blauen Augen und dem fehlenden Schlaf starrt er direkt in die Kamera.

Jimmy Maxxx: "Lara Lee, du willst meine Karriere beenden? Oder gar mein Leben? Dann tu es! Seit einiger Zeit jetzt schon warte ich doch nur darauf, dass mir endlich jemand das Licht ausknipst, denn es wird die einzige Möglichkeit sein mich loszuwerden! Du weißt genau, wir beide waren in diesem Höllenschlund in Kalifornien. Wir beide wissen, wie es ist an die Grenzen zu gehen. Aber es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen dir und mir, den du anscheinend nicht verstehst. Ich habe diesen Scheiß schon gemacht, als du noch ein einfaches Mädchen weit weg von diesem Sport warst. Bevor du an meine Grenzen stößt, wirst du auf Granit beißen."

Lisa Sanders; "Also stellst du eine weitere Herausforderung an Lara Lee?"

Jimmy Maxxx: "Ich stelle diese an JEDEN in der PCWA! Auch wenn ich die Menschheit für ihr Verhalten, ihre Plumpheit und ihre Machtgier genauso verachte, ich bin kein Rebel called Hate. Ich verschwinde nicht nach jeder Niederlage oder weil ihr mich wieder und wieder attackiert. Dieser Scheiß ist genau das, was ich immer wollte, einen guten Fight egal, wo und wann. Also von mir aus, greift mich an beim Einkaufen, beim Bier trinken oder wo auch immer. Nur um euch dann besser zu fühlen, obwohl ihr am Ende nur tiefer in eure eigene Schwärze eintaucht."

Er dreht sich wieder zur Kamera.

Jimmy Maxxx: "Ich war einst an eurer Stelle, ich war genauso wie ihr, gefangen in diesem Gedanken nach egoistischem Ruhm und dem Scheinwerferlicht. Aber ich habe schmerzhaft erfahren müssen, was passiert, wenn das aufhört. Wenn sie deinen Namen nicht mehr rufen, dich nicht mehr sehen möchten. Dann wird dir klar, worrauf du dich eingelassen hast UND was wirklich wichtig ist. Dass du dich auf einem Pfad abwärts befindest. Und ich habe angefangen, statt es zu bekämpfen, es anzunehmen. Dadurch wurden mir die Augen geöffnet."

Dann dreht er sich wieder zu Lisa.

Jimmy Maxxx: "Also wenn ihr mich finden und meine Lichter ausknipsen wollt, dann kommt schon. Lara hat es bereits einmal versucht, es wird nicht das letzte mal gewesen sein. Und es zaubert mir ein vorfreudiges Lächeln ins Gesicht. Egal ob Lara Lee, Stem, Shadow oder von mir aus auch die größeren Namen der PCWA. Ich bin hier und ich bleibe hier, wie eine Krankheit, für die es kein Gegenmittel gibt. Egal in was für Matches ihr mich steck, Handicap Matches, Hardcore Matches oder sogar Deathmatches! Ich bin hier, kommt und holt mich!"


Mike Garland: "Da ist aber einer stinkig..."

Vincent Craven: "Zuerst einmal logisch, denn das, was wir in der letzten Show gesagt haben, ist scheinbar wahr. Jimmy Maxxx wurde bei Vendetta 132 von Lara Lee attackiert. Kein Wunder, dass er wütend ist; selbst wenn dies nur ein Racheakt von Lara war."

Mike Garland: "Jimmy hat ihr bei Out of Ashes die Nase gebrochen. Allerdings wollte er mit dieser Attacke nur ihre hasserfüllte Reaktion bezwecken! Jimmy Maxxx wartete nur auf diesen Racheakt."

Vincent Craven: "Ein Racheakt, bei dem Lara Lee ein anderes Gesicht gezeigt haben soll. Obwohl wir genau wissen, dass sie zurecht wütend war. Das hat doch nichts mit Egoismus oder ihrem vermeidlichen Wunsch nach Ruhm und Ehre zu tun..." 

Mike Garland: "Maxxx hat sie jedenfalls soweit bekommen, ihre 'wahre' aggressive Fratze zu zeigen. Mr. Lafayette und seiner Botin wird es sicherlich nicht gefallen, das zu hören. Schließlich wollen sie, dass der sportliche Wettkampf und der sportliche Erfolg bei Lara im Vordergrund stehen."

Vincent Craven: "Andererseits konnte sie sich das auch nicht bieten lassen. Sie hat es ja mit ihrem Partner Stem besprochen, dieser zeigte sich letzlich auch einsichtig und dann hat sie die Sache geklärt. Wenn Maxxx nun noch etwas will, dann sollte man ein Singles Match ansetzen."

Mike Garland: "Das will allerdings auch Stem von ihm und... Oh... Wessen Musik ist das noch gleich?"


------------------ PCWA ------------------

Eines der bekanntesten Led Zeppelin Riffs drönt aus den Boxen. Die überraschten Zuschauer im PCWA-Threatre lauschen der atemberaubenden Technik des Jimmy Page beim Saitenziehen und warten auf das Kommende. Denn bisher ist kein Athlet in der PCWA mit dem Themesong "Heartbreaker" unterwegs. 

 

Hey fellas have you heard the News?
You know that Annie's back in Town?

 

Back in Town ist auch der gute alte Bekannte, der in diesem Moment die Bühne der PCWA betritt. Dieses Comeback löst derweil wenig Freude bei den Fans im Theater aus, Rob Collins wird nämlich empfangen wie er bei Ouf of Ashes verabschiedet wurde. Mit einem Pfeifkonzert...

Dabei hat sich Rob Collins für sein Comeback in der PCWA richtig in Schale geworfen. Er ist gekleidet in einen maßgeschneiderten schwarzen Designeranzug, die schwarz schimmernden, kinnlangen Haare mit dem leichten Graustich sind geflegt wie nie zu vor. Ebenso ist der etwas ergraute Vollbart wohl vom besten Barbier der Stadt zurecht gestutzt worden. Die größte Veränderung steht allerdings hinter dem Mann aus dem Golden State, ein über zwei Meter großer Kleiderschrank, ebenfalls im feinsten Zwirn, begleitet Collins auf seinem Weg zum Ring. Seine Augen versteckt der Hüne mit der Ivan Drago-Gedächtnisfrisur hinter einer dunklen Sonnenbrille.

Angekommen im Squared Circle legt Rob Collins den Finger auf seinen Mund, nach dem Motto: Jetzt möchte ich euch was erzählen. Die Fans stimmt dies nur noch zu mehr Buhrufen an. Ihr Unmut kennt keine Grenzen. Der Oaklander rollt genervt mit den Augen. Hat er wirklich mit einer anderen Begrüßung gerechnet? Immerhin hat dieser Mann fast die Karriere des Publikumslieblings Marc Poe beendet und seit diesem Moment ist noch nicht viel Zeit ins Land gezogen. Unverschämt, wie man den Kalifornier kennt, unterbricht er die Pfiffe, indem er einfach mit seinem Anliegen beginnt.

Rob Collins: "Es ist schön wieder hier zu sein...."

Natürlich werden die Pfiffe nur noch lauter, Collins schaut missmutig zu seinem Begleiter. Dieser verzieht keine Miene.

Rob Collins: "Out of Ashes..."

POE-PER-VIEW, POE-PER-VIEW, POE-PER-VIEW

 

Das gefurchte, melancholische Gesicht von Rob Collins kann den Frust über die Rufe der Fans, die nun durch das Theater tönen, nicht verstecken. Irgendwie hatte er schon befürchtet, dass ihn die Anfeuerungsrufe für seinen ehemaligen Schützling noch einige Male begleiten werden. Die Fans wollen ihn aufziehen. Schließlich hat er bei Out of Ashes versagt, doch er ist wieder aufgestanden und hat sich Donald Armitage gestellt. Und er ist zurück gekehrt...

Die Rufe der Fans verklingen langsam und Collins beginnt nun im schnelleren Tempo zu sprechen. 

Rob Collins: "Out of Ashes ist Vergangenheit und seitdem ist viel passiert."

Collins schreitet mit großen selbstbewussten Schritten durch den Ring und setzt sein bestes Vertreterlächeln auf. 

Rob Collins: "Ladies and Gentlemen, ich präsentiere euch den neuen Vize-Präsidenten der Armitage Company: ROOOOOOOOOB COOOOLLIIIINS!"

Die Reaktionen der Zuschauer ist ein erneutes Pfeifkonzert, zwar sind sich die meisten nicht sicher, was ihnen der Mann aus Oakland damit sagen will, doch wahrscheinlich führt er nichts Gutes im Schilde. 

Rob Collins: "Ja, ich habe den Rat von Ezra befolgt und bin nach Out of Ashes nicht davon gerannt. Ich habe mich Donald Armitage gestellt und mein Versagen nicht beschönigt. Im ersten Moment war der alte Mann natürlich nicht begeistert und ich habe ebenso wie Tony Graves einige Schläge und Qualen einstecken müssen."

Beim Begleiter von Rob kann man ein leichtes Grinsen auf den Lippen erkennen. Collins Gesichtsausdruck ist dagegen bitterernst. Die Qualen, die er in den letzten Wochen ertragen musste, möchte er hier nicht im Detail preisgeben. Er nimmt tatsächlich Rücksicht auf die eher zartbesaiteten.

Rob Collins: "Im Endeffekt konnte ich Donald schließlich von meinem Nutzen überzeugen. Ich bin weiterhin eingesetzt um Ezra a.k.a Marc Poe zu beobachten und eventuell kann ich ihn in geraumer Zeit doch dazu bringen nach Baltimore zurückzukehren. Wenn er erstmal erkannt hat, welche Möglichkeiten der Vize-Präsident der Armitage Company hat, dann wird er sicherlich nochmal über alles nachdenken. Vize-Präsident, DER TITEL, der für Ezra reserviert war und noch ist. Ich mache das erstmal kommissarisch, bis auch Ezra endlich feststellt, dass Vize-Präsident der einzige Titel ist, den er in nächster Zeit erreichen kann. Mit dem Undisputed Gerasy wird das sowieso nichts, Ezra."

Der Oaklander geht eine Runde im Ring und saugt die Pfiffe des Berliner Publikums auf.

Rob Collins: "Eure Meinung interessiert mich weniger, als jemals zuvor. Ich habe nun unbegrenztes Budget zu Verfügung. Es gibt kein Limit. Rob Collins ist damit der gefährlichste Mann im ganzen Business. ROB DESERVES IT. ROB DESERVES IT. ROB DESERVES IT."

Die Fans stimmen sofort mit ein... Nicht. 

Rob Collins: "Kommen wir nun zu meinem Schützling Tony Graves. Er hat Sean Ashfied besiegt und uns als Team damit einen Shot auf die Cotatores erkämpft, ich hoffe Mrs. Vark hat diese Abmachung ebenso verstanden. Klasse Leistung, Tony! Und nun mein Junge, komm raus. Du brauchst ein paar Benjamins? Ich hab hier einen Angestelltenvertrag für die Armitage Company mit einem üppigen Gehalt. Du brauchst das Ding nur unterschreiben. DEIN Einsatzort für die Company ist natürlich hier in Berlin, die PCWA."

Es dauert keine ganze Sekunde bis die Musik von Tony Graves ertönt und der Junge aus Phoenix wartet nicht wie sonst auf Nathan Sharps erste Zeilen, sondern stürmt sofort mit Mic in der Hand zum Ring und "Ashes" verklingt genauso schnell, wie es angefangen hat. Jetzt steht er in Jogginghose und einem einfach so übergestriffenen T-Shirt mit modischem Kaffeefleck einem Mann im Anzug gegenüber und hebt ein Mikro an die Lippen.

Tony Graves: "Rob Collins Vice-President of Armitage Corp. A MAN WITH UNLIMITED POWER!"

BULLSHIT! BULLSHIT!  BULLSHIT!

Tony scheinen die Rufe der Fans nicht all zu sehr zu stören, er zögert nämlich selbst und lässt seine Zunge über seine Lippen fahren und stämmt die Arme in die Hüften. Rob Collins hebt sein Mikrofon an die Lippen, aber das wird ihm sogleich von der Schlange weggenommen. Der riesen Bodyguard will gerade auf Tony los, als Rob den Arm hebt und ihn von seinem Vorhaben abhält.

Tony Graves: "Sorry, Robby, I'll be talking a bit now..."

Man hört leisen Jubel von ein paar wenigen Fans, während der Rest noch nicht genau weiß, was sie jetzt von der Schlange halten sollen.

Tony Graves: "Rob wir sind Partner, Freunde, das wissen wir beide. Die Sache ist nur diese Rob, wenn ich deine, wie du sagst, Benjamins haben wollen würde, glaube mir, dann wäre ich heraus gekommen und hätte dich hier im Ring sofort umarmt. Die Sache ist nur die, Rob, dieses Geschäfft, die PCWA, Wrestling und meine Familie bleiben voneinander weg. Sean Ashfield hat mich dazu gebracht, dass mir etwas heraus gekommen ist, das vor einer Kammera nicht hätte gesagt werden sollen. Was den Vertrage mit der Armitage Company angeht..."

Wieder zögert Tony. Das letzte mal, als er ein Geschäfft mit Donald Armitage gemacht hatte, musste er es bereuen. Leicht schüttelt der Junge aus Phoenix den Kopf.

Tony Graves: "Sag mir nur eins, Rob. Why? Why man? Warum würde Armitage Corp. den Typen wieder einstellen wollen, der den Sohn des Besitzters nicht einmal zurück bringen, geschweige denn besiegen konnte, warum?"

Tony streckt seinen Arm mit Robs Mikrofon wieder aus und dreht ihm den Handrücken, von welchem aus ihn zwei giftige gelbe Schlangenaugen anstarren, zu.

Tony Graves: "Jetzt kannst du reden!"

Rob Collins: "Wie gesagt, ich war sehr überzeugend. Ich musste mich zwar mächtig ins Zeug legen, doch Donald gibt uns eine zweite Chance. Unsere Verträge sind vorerst auf ein Jahr befristet, bei Erfolg werden diese jedoch verlängert. Donald hofft, dass Ezra erkennt, welche Vorteile die Company mit sich bringt. Ich hab als VP absolut keine Ahnung vom Tagesgeschäft der Company, ich bin komplett für die Überwachung von Ezra abgestellt. Ich genieße weiterhin Donald Armitages vollstes Vertrauen und ich habe sogar meinen eigenen Assistenten bekommen: HUGO!" 

Collins stellt sich links neben den grimmigen Kleiderschrank und klopft diesem auf die Schulter. Hugo schaut den Kalifornier missmutig an, denn er weiß als einziger, dass er kein Assistent ist. Er ist direkt von Donald Armitage abgestellt worden, die Aktionen Robs zu beobachten. Also von wegen vollstes Vertrauen. 

Rob Collins: "Komm Tony, nutze die Chance und werde auch ein glücklicher Angestellter der Company. So wie unser Hugo hier und ich."

Collins lächelt und hebt den Daumen. Hugo rührt sich nicht. Tony atmet durch, was sollte er auch machen? Vor ihm steht ein Freund, der ihn bittet ein Geschäft mit dem Teufel einzugehen und weiter für Donald Armitage zu arbeiten. Collins streckt Tony verführerisch die Hand entgegen.

Rob Collins: "Dein Ziel ist der Quest for the Best? Ich hab unser neues Trainingscenter bereits eingerichtet, mit der modernsten Technik und dem ganzen Krimskrams! Wir können uns nun auf jedes Match perfekt vorbereiten. Ganz anders wie unser Training in Dortmund! Hugo, du und ich, wir wären ein großartiges Team."

Tony Graves: "Ich hab' doch sowieso schon meine Seele an den Teufel verspielt!"

Mit diesen Worten macht Tony einen Ruck vorwärts und greift die Hand von Rob. Tony Graves arbeitet wieder im Auftrag von Donald Armitage! Und Rob und Tony sind grade jetzt vielleicht gefährlicher, als je zuvor.

Rob Collins: "Sind wir glücklich, Hugo?"

Keine Reaktion. 

Rob Collins: "Er kann seine Freude nicht so zeigen. Doch auch er weiß, dass dies die Geburtsstunde der gefährlichsten Kombo in der Geschichte der PCWA ist."

So verlassen die drei den Ring. Unter Buhrufen und Pfiffen, wie es zumindest Tony Graves und Rob Collins gewöhnt sind. Für Hugo ist es neu, doch dieser Mann hat den Emotionen so gut wie entsagt.


Vincent Craven: "Das ging schnell... Rob Collins ist zurück!"

Mike Garland: "Er scheint einen Deal mit Donald Armitage ausgehandelt zu haben. Und Tony Graves hängt nun auch mit im Schlepptau." 

Vincent Craven: "Die beiden sollen weiterhin Marc Poe 'beobachten'... was auch immer das heißen soll. Hört sich so an, als hätte Armitage sich immer noch nicht davon verabschiedet, seinen Sohn irgendwann wieder zu sehen."

Mike Garland: "Die Niederlage von Graves und Collins hat ihm sicher weh getan, nun versucht er es auf einem anderen Weg. Wer will es ihm verdenken?! Es ist doch das Recht eines Vaters seinen Sohn zu sehen..."

Vincent Craven: "Ähm. Nein."

Mike Garland: "Graves und Collins haben aber ja auch noch andere Ziele. Die Cotatores zum Beispiel."

Vincent Craven: "Graves hat Sean Ashfield bei der letzten Vendetta besiegt und die beiden Teams hatten diesbezüglich eine mündliche Vereinbarung getroffen. Allerdings war Collins danach verschwunden und Team Happy Hour hat sich die Chance beim Imperial Impact gesichert. Daher bleibt dies vielleicht ein unerfüllter Wunsch."

Mike Garland: "Die Herausforderung haben die Ring Assassins zu Beginn der Show schließlich angenommen. Lass uns deswegen schauen, wie Happy Hour darauf reagieren."


------------------ PCWA ------------------

Es herrscht reger Trubel im Backstage Bereich, denn aus einer der Kabinen dringen immer wieder laute Stimmen nach außen. Wer die PCWA nun bereits länger verfolgt, dem dürfte auch nicht lange verborgen bleiben, zu welchen Happy Gestalten die zwei Stimmen gehören.

Gordon Banes: "Los schon, jetzt schlag zu!"

Brandon Cornwallace: "Aber ... Dude!"

Gordon Banes: "Nein, kein Aber, Bruder ... keine Gnade, es muss sein!"

Brandon Cornwallace: "Also ehrlich, Dude ... das kann nicht gesund sein!"

Die Kameras folgen dem Klang der Stimmen bis ins Innere der Kabine, wo schließlich beide Happy Guys in den Fokus der Kameralinse rücken. Banes steht mit nacktem Oberkörper vor Cornwallace, dessen Miene mehr als nur zögerlich wirkt. Banes allerdings ist die Entschlossenheit selbst.

Gordon Banes: "Ich sag dir, was nicht gesund ist ... erinner dich nur Mal an die Worte des Trainers: Wenn du es nicht aushälst, bist du zu schwach und bist du zu schwach, verlierst du!"

Doch bei der Erwähnung des Wortes "Trainer" hat der Verstand von Cornwallace in den Standby Modus geschaltet. Der junge Waliser erinnert sich nicht nur an die Worte des Trainers. Er erinnert sich auch an die zahlreichen Schläge und Tritte ... an die Blutergüsse und Platzwunden. Gordon hatte das alles damals weit besser verarbeitet als er selbst und Cornwallace wachte noch so manches Mal schweißgebadet auf, nachdem er davon geträumt hatte, wie der Trainer, Azrael Rage, wieder zurückgekehrt war.
Gordon Banes holt seinen Partner schließlich in die Realität zurück, indem er vor dessen Gesicht hin und her winkt.

Gordon Banes: "Hey Dude? Alles klar? Hast du überhaupt mitbekommen, was ich gesagt habe, Bruder?"

Fragend blickt er den Waliser an, der zuckt kurz überrascht zusammen.

Brandon Cornwallace: "Nein ... ähm ... ich meine doch. Klar hab ich dir zugehört, Dude! Wer zu schwach ist, verliert!"

Zufrieden nickt Banes mit dem Kopf.

Gordon Banes: "Na also, dann mach schon ... schlag zu!"

Cornwallace zuckt kurz mit den Schultern.

Brandon Cornwallace: "Na also gut ... wenn du meinst!"

Cornwallace dreht sich nun nach links und greift zu einem riesigen Vorschlaghammer! Banes stellt sich gerade und spannt seine Bauchmuskeln an, bereit den Schlag zu empfangen, als plötzlich die Kabinentür aufgeht und Noah O'Wellhubly diese betritt. Die Augen der Happy Guys richten sich auf den Eindringling und Cornwallace wirkt fast schon glücklich darüber hier unterbrochen worden zu sein. Er atmet schwer aus und stellt den Vorschlaghammer wieder neben sich. Noah hingegen blickt die beiden einfach nur stumm an und blickt abwechselnd fragend zu Banes und dann zu Cornwallace und schließlich zum Vorschlaghammer. Kurz schüttelt er den Kopf und geht dann einen Schritt auf die beiden zu.

Noah O'Wellhubly: "Ich weiß zwar nicht genau, was ihr hier gerade vorhattet, Jungs ... aber es sieht mir nicht nach einer guten Idee aus. Du hast gleich ein Match Gordon und musst dich vorbereiten!"

Banes nickt entschlossen mit dem Kopf.

Gordon Banes: "Ja Noah Chef, genau darum geht es doch hier gerade. Ich muss die Schmerzen aushalten, um zu bestehen!"

Noah blickt ihn ungläubig an. Für einige Sekunde herrscht peinliche Stille, dann ergreift das Mastermind das Wort.

Noah O'Wellhubly: "Was zum ... wer hat euch denn sowas erzählt?"

Er sieht die beiden fragend an, dann spricht er jedoch weiter, ehe sie auf seine Frage antworten können.

Noah O'Wellhubly: "Spielt letztlich auch keine Rolle, Jungs. Viel wichtiger als Schmerzen auszuhalten, ist nämlich die richtige taktische Finesse. Ihr könnt letztlich so viel aushalten, wie ihr wollt, Jungs ... ohne die richtige Strategie kommt man jedoch nicht weit!"

Banes setzt sich im Schneidersitz auf den Boden vor Noah und blickt diesen mit großen Augen an. Cornwallace macht es ihm kurz darauf nach.

Gordon Banes: "Alles klar, wir hören zu, Chef Noah!"

Brandon Cornwallace: "Ja Mann, wir sind total aufnahmebereit. Was ist denn jetzt diese taktische Fresse?"

Cornwallace kratzt sich nachdenklich am Kinn. Noah öffnet kurz den Mund, entschließt sich dann aber dazu die Frage von Cornwallace lieber unbeantwortet zu lassen. Stattdessen geht er zunächst einige Schritte vor den beiden am Boden hockenden Jungs hin und her, ehe er schließlich wieder vor ihnen anhält.

Noah O'Wellhubly: "Also, ihr beide wisst ja, dass ich die Assassins erst groß gemacht habe. Ich kenne daher jeden ihrer Tricks und genau das werden wir zu unserem Vorteil nutzen. Und heute wirst du den Anfang machen Gordon und Rogue zeigen, wie sehr die beiden Assassins euch unterschätzt haben. Du wirst ihm zeigen, dass in euch mehr steckt als zwei Quatschköpfe. Ihr beiden seid die Zukunft der Tag Team Division in der PCWA. In der XAW habt ihr damals bereits vorgemacht, wie es gehen kann, doch jetzt sind höhere Ziele gefragt. Das Niveau ist ein anderes und deshalb habt ihr beiden mich verpflichtet. Ich bringe euch Zwei auf die nächste Stufe und diese hört auf den Namen Cotatores Gold!"

Beide Happy Guys nicken begeistert mit dem Kopf.

Gordon Banes: "Ja, ich bin gut vorbereitet. Ich habe mir die ganzen letzten Matches von Connor Rogue angesehen, Noah, ganz wie du es gesagt hast. Ich habe dabei genau auf die Schwachpunkte geachtet, die du mir genannt hast und ich werde diese ausnutzen. Ich werde diesen Assassin sezieren wie einen Frosch in der Naturkundeklasse! Und danach muss uns jeder ernst nehmen ... endgültig!"

Banes ballt voller Entschlossenheit die Faust. Noah nickt zufrieden mit dem Kopf. Genau diese Einstellung wollte er bei den beiden hervorrufen und zumindest bei Banes ist ihm das bereits ganz gut gelungen. Nur Cornwallace macht ihm etwas sorgen. Der Junge ist noch zu freundlich, doch daran kann man sicherlich arbeiten. 

Noah O'Wellhubly: "Sehr gut! Sehr gut! Jedoch darfst du Rogue auch nicht unterschätzen und musst stets hochkonzentriert bleiben. Keine Ablenkungen von außen und auch keine High-Fives mit Brandon. Deine Aufmerksamkeit darf nur Rogue gelten. Sonst niemandem! Ich habe dich trainieren sehen und weiß, was du kannst ... du wirst Connor überraschen, denn ich garantiere dir ... er weiß es nicht!"

Banes wirkt total motiviert. Er kneift kurz die Augen zusammen und erhebt sich.

Gordon Banes: "Ich werde dich nicht enttäuschen, Noah Chef. Du wirst uns zum großen Triumph führen!"

Nun erhebt sich auch Cornwallace und nickt bestätigend mit dem Kopf.

Brandon Cornwallace: "Genau ... und dann kommt auch Miss Cindy zu mir zurück!"

Ein Glänzen in Cornwallace's Augen ist deutlich zu erkennen. Banes klopft ihm jedoch energisch auf die Schulter und sorgt so dafür, dass Cornwallace gar nicht erst weiter diesen Gedankengängen folgt.

Gordon Banes: "Keine Ablenkungen Bray-Bray Dude! Das gilt auch für dich, Bruder. Wir müssen beide bei 100% sein, wenn wir die Assassins fertig machen wollen!"

Brandon Cornwallace: "Aber es geht doch um Mi..."

Doch der mahnende Blick von seinem Partner bringt ihn dazu den Satz abzubrechen.

Brandon Cornwallace: "Ja Mann ... hast ja Recht Dude!"

Cornwallace hebt die Handfläche in die Höhe und es gibt einen High-Five der beiden Happy Guys. Noah sieht sich das Ganze etwas skeptisch an, lässt die beiden jedoch gewähren. Cornwallace allerdings sieht sich in seinen Gedanken dennoch mit den Cotatores Trophys und einer Miss Cinderella, die ihn für diesen Triumph von Oben bis Unten abknutscht. Ein seliges Lächeln legt sich auf sein Gesicht. Noah jedenfalls ergreift nun selbst wieder das Wort.

Noah O'Welhubly: "Also Gordon, denk an alles, was ich dir gesagt habe, dann kann gleich kaum was schief gehen. Hol dir den Sieg!"

Noah klopft seinem Schützling auf die Schulter und der wirkt mega motiviert. Mit ernsten Blick sieht er zur Kabinentür, aus welcher er schon bald schreiten wird, um zu seinem Singles Match gegen Connor Rogue anzutreten ... und diesen zu besiegen!


Vincent Craven: "Team Happy Hour und ihre neuer Mentor Noah O'Wellhubly sind bereits voll und ganz auf das zweite Match des Abends fokussiert. Gordon Banes könnte hier die Titelambitionen der Happy Guys untermauern."

Mike Garland: "Und Jona Vark ein weiteres Argument liefern. Absprache hin, Absprache her. Am Ende ist sie es, die die Matches festlegt - gerade wenn es um die Ring Assassins geht."

Vincent Craven: "Das weiß auch Noah O'Wellhubly und deswegen hat er die beiden glücklicherweise davon abgehalten, mit dem Hammer aufeinander los zu gehen."

Mike Garland: "Eigentlich wäre es doch nur ausgleichende Gerechtigkeit für die letzte Show gewesen, wo die Assassins angeschlagen in ihre Matches mussten, nachdem die Happy Guys sie attackierten..."

Vincent Craven: "Für ausgleichende Gerechtigkeit wird schon RM der Kuchen sorgen. Zumindest befürchte ich so etwas."

Mike Garland: "RM dürfte sich eher mit den anderen Gegnern aus dem Elimination Chamber beschäftigen und hierfür einen seiner klugen Pläne schmieden. Wenn er auch eine Videoanalyse macht, hat er alle Hände voll zu tun."

Vincent Craven: "Seine Gegner gehen die Sache anders an. Uns wurde ein Video zugespielt, dass zwei seiner Gegner bei einem zufälligen Treffen in Berlin zeigt."


------------------ PCWA ------------------

…. irgendwo in Berlin …


Wäre er nicht er gewesen, hätte er darauf schwören können, dass sich wie ein Urinstinkt sein Kamm gleich dem eines bekannten Raubtieres aufgestellt hätte. Gerade jetzt musste er wachsam sein – wo die Linie zwischen Jäger und Gejagtem genau so dünn war wie die Polarisierung, wem aktuell welche Rolle zukam. Zum Glück beherrschte er diesen Drahtseilakt inzwischen recht souverän – und konnte sich das Risiko fremden Terrains leisten. Nur das ihm dieses nicht zwangsläufig so fremd war wie angenommen.

Er blickte sich um: die nüchternen roten Backsteinwände konnten nicht über den eigentlichen Ursprung der alten Fabrikhalle hinwegtäuschen. Und trotzdem war das Interieur allgegenwärtig, der feuchte Traum eines augenscheinlichen Steampunk-Innenarchitekten: mattgrün lackierte Metallsäulen erstreckten sich rundherum und bis an die Decke. Sie trugen einen Innenbalkon in gleicher Farbe und gleichem Material, welcher mit kunstvollen Gittern verziert und wie das Untergeschoss von bevölkerten Tischen und Stühlen gesäumt war. Durch die gotisch anmutenden Spitzbogen-Fenster schimmerte noch die Leuchtreklame herein, welche einen im „Colombian Paradise“ willkommen hieß. Ein Schelm, wer Böses dabei dachte … doch Neugierige wurden schon beim Betreten durch die Düfte gerösteter Bohnen daran erinnert, dass man hier mit den anderen Exportartikeln des südamerikanischen Landes vertraut war.

„Bitte, hier entlang!“

Sharpe folgte der zierlichen Bedienung die stählerne Wendeltreppe hinauf … und wischte sich angesichts der aktuellen „Aussicht“ auf diese Weise die Gedanken an seinen letzten Besuch in einem Coffee-Shop weg. Sie hätte ihm auch „Fridolin“ oder „Bernd“ auf den Becher malen dürfen – allein die wenigen Augenblicke eleganter Beckenbewegung entschädigten schon für den Weg hierher.

Die Kellnerin mit dem neckischen Zopf führte ihn lächelnd zu einer weniger frequentierten Ecke des Lokals, die nur von den Ausläufern eines der hohen Fenster erleuchtet wurde. Kevin nahm auf dem angebotenen Stuhl Platz und nickte dem Mädchen dankend zu, welche sich wieder entfernte.

Sharpe sah sich um: ein gut gefülltes Etablissement, von Studenten, Managerklientel und vereinzelten Touristen frequentiert. Ein Ort, wie es sie zu tausenden in der Stadt gibt. Und doch hatte ihn die Nachricht auf dem Zettel genau hierhin beordert. „Lass uns dort treffen, ist wichtig!“ - eine ebenso präzise wie diffuse Aufforderung. Es roch geradezu nach Hinterhalt - nur gut, dass er auf derartige Eventualitäten bestens vorbereit war. Auch hier …

???: „Da, wohl bekomm’s!“

Wenn überhaupt zuckte Kevin nur leicht, denn die wenn auch kurze Bewegung aus den Augenwinkeln war ihm sehr wohl nicht entgangen. Und der Grund, warum gerade aus der Richtung, wurde ihm auch klar, als er an der Hand, welche seine Schulter angestubst hatte, aufwärts sah: die dunklen Klamotten bildeten mit dem schwarzen Haupthaar Shadows, welches ihm wie immer vor dem Gesicht hing, fast eine Einheit. Er lauerte ebenso auf eine mögliche Antwort wie darauf, dass Sharpe ihm den Becher dampfenden Kaffees aus der Hand nahm.

Sharpe: "Danke. Ich hätte es mir ja beinahe denken können, wer mich hierher beordert hat. Ich kenne sonst nur eine Person, die mit Zetteln und ähnlichem um sich wirft. Aber der ist schon lange nicht mehr hier. Napalm over Woodstock, you know?"

Der Schatten versteht kein Wort, geht aber auch nicht darauf ein. Der Becher wechselt den Besitzer und Sharpe schnuppert an dem dampfenden Inhalt. Dann nippt er kurz daran und lächelt.

Sharpe: "Schwarz - auch das hätte ich mir denken können."

Die ausladende Geste des Champions in Richtung des freien Stuhls folgend und mit einem knappen Nicken annehmend lässt sich der Schatten nieder. Kevin nimmt einen erneuten Schluck Kaffee, dann lehnt er sich zurück, schlägt das rechte Bein über das Linke und faltet die Hände vor dem Bauch.

Sharpe: "Also... was willst du, Shadow?"

Die Tasse mit der heißen wie wohlschmeckenden schwarzen Flüssigkeit wird von der gleichfarbigen Erscheinung des PCWA-Schattens eingefasst: die behandschuhten Hände verschränkten sich und schließen den Pott dabei fast mit ein. Die Haare hängen derart tief, dass man befürchten muss, dass sie in die Aufbrühung tauchen.

Shadow: „Was ich will …. um das von vornherein mal klar zu machen: zum einen möchte ich Deine ungeteilte Aufmerksamkeit. Und zweitens - was noch viel wichtiger ist - dass du mir ehrlich, geradlinig und unbeeinflusst antwortest - egal, wen es betrifft.“

Knappes Nicken.

Sharpe: "Ich höre meinen Gesprächspartnern immer zu. Was die Ehrlichkeit angeht... well... fair enough. Ich kenne dich zwar nur halb so gut, wie ich es gerne täte, aber... du hast dir den Spot in der Chamber verdient. Ehrlichkeit ist das Mindeste, was du von mir zu erwarten kannst. Ein Stück Vertrauen gehört dazu, findest du nicht? Also wirst du mir vertrauen müssen."

Shadow: „Tja, wie ich es bereits unlängst jemandem gegenüber erwähnt habe: ich besitze gewisse Erfahrung mit dem Gleiten auf dem Glatteis, das man Leben nennt  … daher werde ich dieses Risiko wohl eingehen müssen. Nur tue ich das gefühlt jeden Tag - das tun wir alle. Das ist die Quintessenz linearen Lebens: sich über Risiken und Eventualitäten im Klaren sein, die kommen könnten. Da hilft nur bestmögliche Rückversicherung - durch Erfahrungswerte, Fähigkeiten und Fertigkeiten … und manchmal bloße Kenntnisse über einen Ort - oder die Ingredienzien beispielsweise eines Kaffees….“

Was den Undisputed Gerasy Champion dazu animiert, einen weiteren Schluck aus dem Becher zu nehmen.

Sharpe: "… welcher in der Tat sehr köstlich ist. Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass wir hier über mehr reden werden als Kaffee, Risiken oder Erfahrungen. Daher frage ich dich noch einmal... was willst du von mir, Shadow?"

Auch die Tasse der unergründlichen Dunkel nähert sich dem Kopf … allerdings derart geschickt, dass sich dieser nur unweigerlich für einen vermutlich Schluck bewegt.

Shadow: „Das Schöne an Risiken ist, dass man sie wie Rezepte handhaben kann: es wird mit offenen Karten gespielt - und man weiß dennoch, dass die wirklich wichtigen Bestandteile nie direkt ans Licht kommen…“

Er hebt kurz die Tasse.

Shadow: „… das Geheimnis des Erfolgs, wenn man beispielsweise ein Barista ist. Für den Außenstehenden bleiben da nur drei Rollentypen übrig: der Genießer, der Spekulierer und der Resignierende.  Der überwältigende Teil spekuliert sein Leben lang, bevor er in eine der anderen Rollen fällt… ich hätte allerdings gerne die Wahl, zu welcher Seite. Die Crux daran ist dummerweise, dass einige ihr Geheimnis entweder verloren, es nie besessen, es zu gut versteckt haben oder am Ende gar missbrauchen, um dem Rest um sie herum eine Nase zu drehen. Dein Freund Poe ist beispielsweise so ein Kandidat für Letzteres … Tja, und genau da haben wir den Stein des Anstoßes.“

Ein kurzes Blinzeln. Doch er fängt sich sofort wieder. Shadow ist kein Gesprächspartner, dem man die Tatsache offensichtlich vor Augen führen will, dass er DAS nicht hat kommen sehen.

Sharpe: "Und was genau, Shadow, hat Marc Poe nun mit dieser Konversation zu tun?"

Shadow hebt den Kopf: zwischen den Haarsträhnen kann man die Konturen seines Gesichtes ausmachen - sowie ein leichtes Blitzen seiner Augen.

Shadow: „Verkauf mich nicht für blöd: ich erinnere mich an all die Worte, welche letzte Show bei der Bekanntgabe der Elimination Chamber zwischen uns Beteiligten gefallen sind. Und ich erinnere mich an Ärger, Zuversicht und wilden Theorie-Schund, den dein bester Kumpel Marc Poe mir im Trainingsraum an den Kopf geworfen hat. Alles, was ich wissen will: Ist dieser Schwachsinn Dein oder Euer gemeinschaftliches Werk?“

Kurz herrscht Schweigen zwischen den baldigen Gegnern. Doch dann lächelt der Champion... beinahe schon mitleidig.

Sharpe: "Es amüsiert mich beinahe, das muss ich schon sagen. Denn weißt du... "

Er wechselt die Position, sitzt nun breitbeinig auf dem Stuhl und verschränkt die Arme vor der Brust.

Sharpe: "... es ist überaus faszinierend, was die Menschen für Verschwörungstheorien auf den Tisch bringen, sobald ein Titel im Spiel ist. Shades of Robert Breads... wie passend für jemanden, der sich Schatten nennt."

Shadow: „Schwafeln und heißer Brei sind mein Metier in dieser Liga, Champ … und das dürfte für alle momentan auch gut so sein! Also … bekomme ich noch eine ehrliche Antwort wie versprochen?“

Das Lächeln bleibt auf Sharpe's Gesicht.

Sharpe: "Shadow, Shadow ... spüre ich hier Unsicherheit? Angst, dass Marc und ich alles und jeden im Ring niederreißen? Und wenn der Rauch sich verzogen hat, ich mich mit dem Rücken auf die Matte werfe, Marc Poe sich auf mich wirft, der Ringrichter one, two, three zählt und der Gerasy den Besitzer wechselt? Wir euch von vornherein ALLE ausgetrickst haben? Ist es DAS, was du vermutest?"

Die Finger seiner Hand spielen mit dem Pott und drehen ihn um die eigene Achse.

Shadow: „Eigentlich wollte ich mich nicht ins Märchenland der Vertrauensängste begeben … aber wenn du es unbedingt darauf anlegst….“

Shadow wirft die Haare zurück: das blendend weißgetünchte Antlitz wirkt wie ein Leuchtfeuer in der Dämmerung. Die Hand mit der Kaffeetasse nähert sich dem Mund, welcher in dieser Situation stets schweigt … und tut es auch jetzt, als der Schatten den noch dampfenden Tasseninhalt emotionslos trinkt. Er stellt den Pott auf den Tisch und stiert Sharpe kurz mit seinen Augen an … bevor die Haare sie wieder bedecken.

Shadow: „Ich hatte Poe bereits vor der Gefahr von Allianzen gewarnt - deren Hemmschwellen mitunter schneller schmelzen als Eis in der Sonne. Ich frage mich, wann zwischen Euch diese magischen Grenze mal überschritten sein dürfte – wann glaubst du wird das sein? Vor oder nachdem wieder das Feuer nach Gold entfacht wurde? Möglicherweise gar nicht ... oder anders. Vielleicht erst dann, wenn Godd mit dem Kuchen die Renaissance von Deception feiert und uns damit offenbart, wie trügerisch das zarte Pflänzchen genannt Vertrauen ist? Etwas, womit der gute Stevie sich ebenfalls hervorragend auskennt – genau wie mit dem Zu- und Heraushören, während man im Hintergrund auf den großen Moment lauert …“

Shadow schiebt die Tasse beiseite und form die Hände zu einer Art Gebetsgeste mit gestreckten Fingern.

Shadow: „… wie du siehst kann man dieses Spiel auch zu zweit führen. Der Unterschied zwischen Spekulationen und Phrasen ist manchmal nicht allzu groß – zumindest für den, der sie ausspricht. Also versuch es nicht zwangsläufig bei mir … aber wenn es dich glücklich macht: JA, in etwa der von dir skizzierten Art und Weise könnte es ablaufen.“

Kevin nickt und erhebt sich.

Sharpe: "Danke für den Kaffee."

Dann wendet er sich ab und geht in Richtung des Ausgangs.

Shadow: „Hast du nicht etwas vergessen?!“

Sharpe bleibt kurz stehen ohne sich umzudrehen.

Shadow: „Ich meine, was die Ehrlichkeit angeht … du beherrschst das taktische Einlullen gut – und ich kann auch verstehen, dass du dich schützend vor deinen Kumpel Marc stellst. Aber im Endeffekt bist du wie er: fokussiert auf ein Ziel, ohne die Scheuklappen abzulegen. Wenn ihr euch beide mal von dem Tunnelblick lösen könntet, würdet ihr feststellen, dass es da manchmal noch mehr gibt … oder auch weniger … und manchmal nur eine einfache Frage, deren allgemeinen Charakter ihr in ein unpassendes Korsett aus fiktiver Strategie presst. Für den Moment aber ... ist es ein Mehr. Mehr … als einen Titelgürtel und die Elimination Chamber. Ist dieses Mehr es wert - also?!“

Der Angesprochene atmet deutlich hörbar - und spricht die letzten Worte nur über die Schulter.

Sharpe: "Ich hatte dich eigentlich als jemanden eingeschätzt, der seine Hausaufgaben macht. Sich ordentlich auf Match und Gegner vorbereitet. Also enttäusche mich nicht. Bereite dich vor. Sieh dir nochmal die Szenen vor dem Triple Threat um den Gerasy zwischen Grizz, Breads und mir an. Gerade die Aussagen von Robert sollten dich an dich selbst erinnern. Und der Rest... ich denke, du wirst von selbst darauf kommen. Sollte dennoch etwas unklar sein... dann können wir das Thema gerne nochmal diskutieren. Aber ich glaube nicht, dass danach noch etwas unklar sein wird. Auf Wiedersehen, Shadow."

Die mögliche Antwort ... bleibt aus. Stattdessen langt der Schattenmann wieder nach seiner Tasse. Der Champion dagegen steuert die metallene Wendeltreppe an...

Shadow: "Sharpe...."

Kevin stutzt einen Moment: der Schatten hält seinen Pott vor dem Gesicht, bereit davon zu nippen.

Shadow: ".... sei Dir sicher, dass ich vorbereitet sein werde ... Nun, da mir einiges klarer geworden ist. Wenn auch indirekt. Dir kann ich nur noch den Ratschlag geben, unsere Szenen von Dortmund noch einmal anzusehen - ich denke, auch du kannst dann eins und eins zusammenrechnen. Auf bald...."

Kevin bleibt seinerseits eine Antwort schuldig. Er dreht den Kopf leicht schräg ... bevor sich bei ihm wieder das lässige Grinsen einstellt und er mit schüttelndem Kopf und treppensteigend der Szenerie den Rücken zuwendet. Nein, er hat ihr erstes Zusammentrefen nicht vergessen. Und auch dort war ein Schlagwort das omnipräsente Thema...
Risiken.


Vincent Craven: "Da lockt Shadow Kevin Sharpe in irgendein abgelegenes Lokal, um ihn auf seine Freundschaft mit Marc Poe zu befragen!? Shadow scheint sich da in etwas zu verrennen."

Mike Garland: "Wieso? Die Parralle zu Grizz Lee ist doch nichts weiter als eine Flucht des Champions. Der Grizzer war zu dem Zeitpunkt gar nicht mehr mit Kevin Sharpe befreundet - im Gegensatz zur momentanen Situation mit Marc Poe."

Vincent Craven: "Dennoch erinnern Shadows Fantasien an diejenigen von Robert Breads, die letzlich entkräftet wurden."

Mike Garland: "Realy? Grizz hat im entscheidenden Moment sich selbst und Breads aus dem Match genommen, sodass unser Gerasy leichtes Spiel hatte."

Vincent Craven: "Jetzt ist es auf einmal wieder dasselbe!? Wenn du so etwas als Komplott wertest, bitte. In Multimen Matches sind Allianzen legitim. Allerdings werden in diesem Fall weitere Gegner da sein und auch Partner, die ihre eigenen Interessen haben. Und die sind im Normalfall der Undisputed Gerasy."

Mike Garland: "Ja, Vince, DAS ist ja gerade das, worum es hier ging. Sharpe und Poe, Godd und RM..."

Vincent Craven: "Bitte! Letzteres ist nun wirklich hahnebüchener Unsinn... RM bildete mit einem Erzfeind von Godd, nämlich mit Kevin Smash ein Team."

Mike Garland: "Jedenfalls hat uns Jona Vark ein spannendes Match beschert und die Beteiligten zerbrechen sich schon jetzt die Köpfe, wie dieses Match ablaufen wird."

Vincent Craven: "Da hast du ausnahmsweise mal Recht, Mike. Aber apropos Jona Vark... in ihrem Büro soll etwas los sein."


------------------ PCWA ------------------

"Ich will ganz ehrlich und offen zu Ihnen sein, Miss Lee."

Diese völlig ruhige, wohlüberlegte Stimme trägt sich über Jona Varks Schreibtisch zu Lara hinüber, die es sich auf einem der Besuchersessel bequem gemacht hat. Sie hat den linken Fußknöchel lässig über das rechte Knie positioniert und die Arme vor der Brust, auf der ein riesiger Punisher-Totenkopf prangt, verschränkt. Mit schwarzem Tanktop und abgetragene Jeans macht sie einen recht gelassenen Eindruck.

PCWAs Präsidentin dagegen kleidet sich, wie es sich einer Präsidentin eines großen Unternehmens gehört, und ihre Körpersprache ist klar und deutlich. Mit damenhaft überschlagenen Beinen und zusammengefalteten Händen strahlt sie Autorität aus.

Jona Vark: "So allmählich komme ich zu dem Schluss, dass die PCWA nicht wirklich die richtige Arbeitsstelle für Sie sein könnte."

Gleich ohne Umschweife zur Sache. Da muss die große Kanadierin widerwillig zugeben, dass Vark gar nicht so übel ist. Dennoch zuckt sie nur die Achseln und hebt eine Augenbraue.

Lara Lee: "Wie kommst Du denn darauf?"

Jona Vark: "Ersparen Sie mir diesen Trotzig-sein-Unsinn; wir wissen beide, was ich meine."

Daraufhin dreht sie den bereits aufgeklappten Laptop herum, sodass der Bildschirm gut sichtbar für die Kamera zu erkennen ist.

Es ist eine wackelige Szene zu sehen, offensichtlich von einer Handykamera aufgenommen. Sie zeigt aus einigem Abstand um eine Ecke herum, wie Lara Lee - gut erkennbar an ihrem Punisher-Tanktop und dem langen Pferdeschwanz - jemand anderen heftig zusammenschlägt. Sie schmettert ihn krachend in die Kisten, die an die Wand gestellt sind, liest einen Klappstuhl auf und mit diesem schlägt sie noch einmal heftig zu. Die angegriffene Person sackt in sich zusammen, zeigt dann aber doppelte Mittelfinger. Die Szene wird herangezoomt und nun ist das grinsende Gesicht von Jimmy Maxxx deutlich erkennbar. Dieses Gesicht wird dann aber heftig von einer Eisenstange, die ihm zuvor gehört hat, malträtiert. Er kippt daraufhin um, während Lara die offensichtliche Wut ausatmet. Dann geht sie auf die Knie und brüllt ihn an.

Lara Lee: "Herr Arschloch Jimmy Maxxx!"

Doch dann wird ihre Stimme leiser und aus der Entfernung ist nicht zu verstehen, was sie sagt. Aus der Miene und der Gestik kann man mehr oder weniger entnehmen, was Laras Botschaft war. Nach kurzer Zeit steht sie wieder auf, blickt ihn kurz verächtlich an und tritt zuletzt einmal heftig gegen seinen Kopf! Danach verschwindet sie in die andere Richtung und lässt Jimmy immer noch liegend zurück. Die Szene geht zu Ende.

Die PCWA-Chefin dreht den Laptop wieder zu sich.

Jona Vark: "Nun, ich denke, das ist ziemlich eindeutig. Aber ich erzähle Ihnen gerne noch einmal, was mich stört. Aufmüpfiges Verhalten, respektloser Umgang mit der Vorgesetzten, Nichteinhaltung von Regeln und schließlich Körperverletzung der PCWA-Mitarbeiter außerhalb des Rings."

Lara Lee: "Also etwa so ungefähr, wie jeder PCWAler regelmäßig eines dieser genannten Sachen tut?"

Jona Vark: "Nein, nicht jeder."

Die klare Erwiderung lässt Lara erst einmal schlucken, sie hat mit einem Argument versucht ihre Arbeitgeberin zu verunsichern.

Jona Vark: "Und wenn, dann gibt es Konsequenzen für diese Zuwiderhandlungen."

Lara Lee: "Ernsthaft, Du solltest Dich mal mit Lafayette zusammenschließen, der redet genauso daher wie Du. Sie beide würden sich prächtig verstehen."

Jona Vark: "Zu Mister Lafayette komme ich noch. Aber Sie haben sich nicht an Regeln, die übrigens in Ihrem Arbeitsvertrag stehen, gehalten und das hat Folgen. Allerdings muss ich einige Umstände beachten. Miss Lee, Ihnen ist mit Sicherheit aufgefallen, dass die PCWA nicht mit Ihrer vorherigen Promotion zu vergleichen ist. Hier gibt es Richtlinien, an die man sich nicht nur nach Lust und Laune zu halten hat. Zum Beispiel sollten Sie keinen PCWA-Mitarbeiter außerhalb des Rings angreifen."

Lara Lee: "Ach ja, und was soll ich dann machen? Ihn lieb auf die Schulter streicheln und dann einen kleinen Klaps auf den Hintern geben? Meine Fresse, Jimmy Maxxx ist ein verdammter Hurensohn und hat mir die verdammte Nase gebrochen, da kann ich mich nicht in die Ecke stellen und rumheulen! Übrigens, was zur Hölle hatte Jimmy Maxxx in unserem Match bei Out of Ashes zu suchen? Was machst Du jetzt mit ihm, hmmm?!"

Jona Vark: "Miss Lee, die PCWA ist kein Kolosseum des Alten Roms, wo jeder jeden abschlachtet. Wir führen sportliche Wettbewerbe durch und Sie verhalten sich recht unsportlich."

Lara Lee: "Aber es ist verdammt nochmal Krieg! Wir sind Krieger, Kämpfer und Soldaten! Wir werden bezahlt, jemandem eins auf die Fresse zu geben!"

Jona Vark: "Nein, es ist kein Krieg. Sie werden bezahlt, um zu wrestlen, nicht mehr oder weniger. Und Sie sollten bitte auf Ihren Ton achten."

Da schießt die Muscle Chick hoch und breitet die muskulösen Arme aus.

Lara Lee: "Was soll der Quatsch, Jona! Ich bin nicht hierhergekommen, um mit Männern zu kuscheln und ein bisschen Catfight zu liefern! Ich trage Schlachten aus und wenn es sein muss, prügle ich den blöden Arschfickern die Gerechtigkeit ein! Und ich geb' einen Scheiß auf den Ton!"

Jona Vark: "Setzen Sie sich bitte wieder! Wir sind hier nicht in einer schmuddeligen TV-Show ab 18. Die PCWA ist ein professionelles, sportliches Unternehmen mit einem sehr guten Ruf. Außerdem verlange ich von Ihnen, mir mit mehr Respekt zu begegnen. Es kann nicht sein, dass Sie mich unverhohlen als eine, ich zitiere, 'Super Sugar Daddy Prinzessin, die für Geld und Quoten rumhurt, sogar mit Lafayette' vor laufender Kamera bezeichnen."

Lara Lee: "Doch, kann ich. Habe ich auch getan."

Die Geschäftsführerin seufzt einmal mehr. Es ist nicht das erste Mal, dass sie eine aufmüpfige Angestellte vor sich hat. Während die Sportlerin (?) sich wieder hinsetzt, streicht sich Jona eine Haarsträhne aus dem Gesicht.

Jona Vark: "Sicherlich könnten wir lang und breit diskutieren, was Sie wollen und was ich will, aber dafür habe ich keine Zeit und auch kein Interesse. Für mich ist die Sache eindeutig…"

Lara Lee: "Für mich auch…"

Jona Vark: "… und daher werde ich Sie in den nächsten Wochen genauer beobachten und Mister Lafayette berichten. Ich glaube, Sie müssen erneut ein Gespräch mit ihm ersuchen."

Lara Lee: "Einen Scheiß werde ich suchen. Ich habe Lafayette nichts zu sagen."

Jona Vark: "Das macht nichts, ich werde das in diesem Fall dann übernehmen. Ich bin für Sie verantwortlich."

Daraufhin lacht Lara los, aber das Lachen vergeht auch schnell wieder, stattdessen bildet sich ein Grinsen auf ihrem Gesicht ab.

Lara Lee: "Ich mag nicht besonders schlau sein, aber dumm bin ich ganz sicher nicht. Du bist für mich nicht im Geringsten verantwortlich. Ja, ich habe einen Vertrag mit Dir abgeschlossen, aber die letzte Instanz ist Lafayette, nicht Du. Du verscheißerst mich mit der Verantwortung nur deshalb, weil Du an sein Geld und seinen Ruhm ran willst. Lafayette ist der zukünftige Elon Musk und Du willst auf diesen Zug springen. Deshalb dieses geheime „geschäftliche“ Gespräch bei Out of Ashes, als Du mich wieder rausgeworfen hast, ohne dass ich irgendein Wort gesagt habe."

Erneutes Seufzen geht durch Varks Körper, dann richtet sie den Rücken ganz gerade.

Jona Vark: "Miss Lee, Sie verstehen die Lage völlig falsch. Wie Mister Lafayette Ihnen auch gesagt hat, unterstehen Sie vertraglich nur mir, sonst niemandem, auch nicht ihm. Er unterstützt lediglich in finanziellen Dingen. Bisher habe ich für Sie genug Geduld aufgebraucht, aber nun ist Schluss. Ich muss mich vor Ihnen nicht rechtfertigen oder erklären. Halten Sie sich zurück, wenn Sie nicht im Ring sind, oder der Vertrag wird aufgelöst."

Genau in diesem Moment klingelt das Telefon. Mit einem Stirnrunzeln überprüft sie die Telefonnummer, bevor sie das Telefon abnimmt. Sie will zu einer Begrüßung ansetzen, aber sie hält inne und scheint sehr aufmerksam zuzuhören. Nach nur wenigen Augenblicken ist das Telefonat wieder beendet. Jona Vark wirkt nicht gerade glücklich.

Jona Vark: "Das war Mister Lafayette. Offenbar teilt er meine Meinung hinsichtlich der eventuellen Vertragsauflösung nicht. Das spielt aber keine Rolle, die Entscheidungsgewalt liegt letztenendes bei mir."

Völlig überrascht beugt sich Lara vor und starrt Vark an.

Lara Lee: "Moment… was?! Wir werden abgehört?"

Die angesprochene Frau rollt nur mit den Augen und deutet mit dem Kopf auf die Kamera an der Zimmerdecke.

Jona Vark: "Wir sind live, Miss Lee. Sie sehen, ich habe absolut nichts zu verheimlichen."

Schließlich erhebt sie sich aus dem Sessel, was ein Zeichen für das Ende des Gesprächs bedeutet. Lara dagegen bewegt keinen Muskel.

Jona Vark: "Es lässt sich nicht leugnen, dass Sie eine Kämpferin sind. Sie fühlen sich auf einem Schlachtfeld wohl. Aber die PCWA ist nunmal kein Schlachtfeld. Halten Sie sich zurück, lassen Sie Ihrer Wut im Ring freien Lauf, arbeiten Sie mit Barry Wilson zusammen als Carnageddon und zeigen Sie uns allen – mir, Mister Lafayette, Mister Wilson, Ihren Gegnern und dem Publikum, was in Ihnen steckt. Das wäre alles, Miss Lee."

Man sieht der Angesprochenen sofort an, dass sie eine kecke Erwiderung auf der Zunge liegen hat. Letztendlich lässt sie es bleiben, zuckt die Achseln und steht vom Besuchersessel auf. Bevor sie durch die Tür geht, dreht sie sich noch einmal um.

Lara Lee: "Gib mir Kämpfe gegen irgendeinen Wichser. Egal, wer. Ich bin hier der verdammte Frank Castle, M’lady."

Die eigentlich sehr höfliche Anrede klingt in diesem Tonfall ganz und gar nicht höflich, aber Jona Vark überhört dies souverän. Also verschwindet die größere Frau durch die Tür und knallt diese hinter sich zu…


Vincent Craven: "Das erinnert mich an eine aufmüpfige Teenager Tochter im Gespräch mit ihrer Mutter..."

Mike Garland: "Willst du uns an deiner Lebenserfahrungen teilhaben lassen, Vince?"

Vincent Craven: "Wenn ich von Virchowa spreche, bekomme ich Rüffel."

Mike Garland: "Hihi... Aber ich verstehe dich schon! Man kann bei Lara Lee und Jona Vark zwar nicht davon sprechen, dass ihre Beziehung auf gegenseitiger Liebe fußt. Aber bei Lee dreht sich vieles um die eigene Freiheit, während Jona eher an die PCWA Regeln denkt."

Vincent Craven: "Tatsächlich hat Lara im Gegensatz zu meiner Vermutung über die Stränge geschlagen. Das konnten wir ausschnittsweise sehen. Es war nicht nur eine 'einfache' Attacke, sondern ein unverhältnismäßiges Vorgehen."

Mike Garland: "Du stimmst also nun den Worten des Jimmy Maxxx' zu?"

Vincent Craven: "Unsinn! Ich verstehe immer noch den Hintergrund: Das verlorene Titelmatch, die gebrochene Nase, die Anfeindungen seitens Jimmy Maxxx... Dennoch darf sie sich hier nicht beschweren. Jona Vark hat seit ihrem Amtsantritt solcherlei Verhalten konsequent bestraft und Backstageattacken sind sukzessive zurück gegangen. Zeitgleich ist damit eine neue Wrestlergeneration erwacht. Lara Lee sollte sich eher diesem Weg anschließen, statt auf verlassenen Pfaden zu wandeln."

Mike Garland: "Lara Lee kennt diese Pfade eben noch aus Amerika. Und ich finde diese Gangart auch nicht so schlecht..."

Vincent Craven: "Auch unserer Rückkehrer NEON kennt diese Seite der Medaille. Allerdings hat er im Gegensatz zu Lara trotz der rauen PCWA Zeit, in der er hier war, den sanfteren Weg eingeschlagen."

Mike Garland: "Na dann lass uns schauen, was davon noch übrig ist. Hoffentlich nicht viel."


------------------ PCWA ------------------

Alleine sitzt er in der Cafeteria, vor ihm auf dem Tisch steht ein einsamer, roter Plastikbecher. Sein Blick schweift ziellos durch den Raum. Egal wohin er auch schaut, er wird nicht den Menschen finden, welchen er vor etwas mehr als fünf Jahren hier getroffen hatte. Was waren die beiden doch für ein seltsames Paar, zwei Jungs die verschiedener nicht hätten sein können und doch wurden sie fast auf Anhieb ziemlich gute Freunde. Seth nimmt einen Schluck aus seinem Becher und seufzt. Leider muss er sich eingestehen, dass er seinen Freund damals im Stich gelassen hat. Es ist seine eigene Schuld, dass er keine Ahnung hat, was aus seinem Freund geworden ist. Alles, was er weiß, ist, dieser Ort fühlt sich seltsam an ohne ihn. Seth nimmt einen weiteren Schluck aus seinem Becher. Eigentlich erkennt er diesen Ort kaum wieder. Bis auf Stevie von Crane und Grizz Lee hat er kaum einen der Leute hier im Ring getroffen oder gesprochen. Doch genau wie die PCWA, so hat auch er sich verändert. Nicht nur optisch durch seine Tattoos, nein, auch als Mensch ist er nicht mehr der Junge von damals. Der naive Junge ist ein Mann geworden. Er nimmt einen weiteren Schluck aus seinem Becher, dann reißt ihn plötzlich eine Stimme aus seinen Gedanken.

Lisa Sanders: "NEON, hast du Zeit für ein kurzes Interview?"

Seth nimmt einen letzten Schluck aus seinem Becher und wirft diesen dann quer durch die Cafeteria zielsicher neben den Mülleimer. Er steht auf und schaut Lisa ziemlich ernst an.

Seth Goldstein: "Nenn mich besser Seth, immerhin ist das mein Name."

Mit einem bezaubernden Lächeln versucht Lisa es erneut.

Lisa Sanders: "Seth, hast du Zeit für ein kurzes Interview?"

Der Junge, der garkein Junge mehr ist, zwinkert ihr zu und deutet dann mit einer Handgeste an, dass sie ihm dazu folgen müsse. Gemeinsam verlassen sie die Cafeteria. Während Seth sich anscheinend für sein Match bereit macht (und sein Shirt auszieht und einem Mitarbeiter in die Hand drückt), versucht Lisa irgendwie ein Interview zu führen.

Lisa Sanders: "Okay, zunächst einmal wäre es nett, wenn du dich unseren Zuschauern nocheinmal vorstellen könntest. Immerhin bist du, mit einer kleinen Ausnahme, seit vier Jahren nicht mehr in der PCWA aufgetreten und nicht jeder Fan weiß, wer du bist beziehungsweise warst."

Erst gibt es einen ernsten Blick für die Interviewerin, danach noch einen direkt in die Kamera.

Seth Goldstein: "Okay, mein Name ist Seth Goldstein, besser bekannt als NEON LOVE, für einige Zeit war ich ein beliebter aber erfolgloser Wrestler in der PCWA. Nach einer Knieverletzung und einigen Problemen, welche bedingt mit dieser Verletzung zu tun hatten, war ich für vier Jahre zurück in den USA. Dort habe ich meine Eltern entäuscht, meinen Onkel ziemlich stolz gemacht, meinen Körper verschönert und trainiert, trainiert, trainiert. Danach habe ich einige Auflagen von Miss Vark erfüllt und darf mich jetzt wieder einen PCWA-Angestellten nennen."

Seth zieht eine Zigarettenschachtel aus seinen schneeweißen Wrestling Tights.

Lisa Sanders: "Okay, das waren schon allerhand Informationen für unsere Zuschauer. Doch was genau hat dich zurück in die PCWA gebracht?"

Für diese unglaublich clevere Frage gibt es diesmal einen ungläubigen Blick.

Seth Goldstein: "Zunächst ein Taxi zum LAX, danach ein Flugzeug und dann wieder ein Taxi."

Lisa lacht und bringt dann ganz schlimmer Erinnerungen zurück. Schlechte Erinnerungen für die alten Zuschauer, nicht für Seth.

Lisa Sanders: "Also diesmal bist du nicht mit einem Raumschiff aufgetaucht?"

Der junge Mann mit den bunten Haaren lacht kurz und legt dann den Zeigefinger auf seine Lippen. Fast schon flüsternd antwortet er dann.

Seth Goldstein: "Psst, Lisa, erinnere die Leute doch nicht an all den kranken Mist, der früher hier so passiert ist. Am Ende tauchen wieder Dinosaurier und Zauberer auf und alle sind total unzufrieden, weil sie nicht wissen, wo man solche Dinge herbekommt. Deswegen lass uns lieber über etwas Aktuelles reden, zum Beispiel mein Match oder das Wetter, von mir aus auch über meine Katzen oder meine Villa in den Hollywood Hills."

Seth bleibt stehen, schaut sich einmal auf dem Gang um, öffnet dann seine Zigarettenschachtel und holt eine "selbstgedrehte Zigarette" heraus.

Lisa Sanders: "Okay, bevor wir über dein Match schreiben, hätte ich noch einige Fragen zu deinen zahlreichen Tätowierungen."

Der geile Typ mit den bunten Haaren nimmt die "Zigarette" in den Mund, zündet diese jedoch noch nicht an.

Seth Goldstein: "Schieß los."

Jetzt zündet er die Zigarette an und nimmt einen ziemlich tiefen Zug.

Lisa Sanders: "Also, ich bin mir sicher diese Tätowierungen haben alle eine tiefere Bedeutung, jedoch interessiert mich am ehesten dieses 11~1 unter deiner Brust."

Seth zieht nochmal an seiner "Zigarette" und schau dann an sich selbst hinunter.

Seth Goldstein: "Entweder hat der 1. November eine Bedeutung für mich... oder ich bin ein bisschen schlechter als Eleven... oder ich war mega High und weiß überhaupt nicht, was es bedeutet."

Lisa ist deutlich verwirrter als zuvor.

Lisa Sanders: "Oh-kay?! Kommen wir dann zu deinem heutigen Match. Es ist über vier Jahre her, dass du für die PCWA in den Ring gestiegen bist. Wie siehst du deine Chancen und was genau ist deine Taktik gegen einen Gegner, der dir körperlich deutlich überlegen ist?"

Seth zieht abermals an seiner Zigarette und pustet den Qualm in Richtung der Kamera.

Seth Goldstein: "Meine Chance auf einen Sieg dürften etwa bei 33% liegen, die Chancen auf eine Niederlage dürften ebenfalls bei 33% liegen und meine Chancen auf einen No Contest dürften auch bei etwa 33% liegen - allerdings war ich auch nie gut in Mathe. Und meine Taktik ist simpel, nicht wieder von diesem verfickten Riesen begraben werden, eine Niederlage gegen diesen Wilden reicht für meinen Lebenslauf. Ansonsten dürfte der alte Mongole ungefähr 1.000 Jahre alt sein und ich muss nur lange genug seiner Offensive ausweichen bis er müde wird. Vielleicht kann ich ihn auch mit etwas Fleisch ablenken und unbemerkt pinnen. Ja, ich denke meine große Chance liegt in der Verteidigung. Abwarten, ausweichen und die Chancen nutzen, die sich mir bieten."

Er zwinkert Lisa zu, einfach nur so, ohne irgendwelche Gründe.

Lisa Sanders: "Vielen Dank für deine Zeit, Seth. Viel Glück in deinem Match und hoffentlich haben wir bald Zeit für ein etwas längeres Interview."

Der ehemalige Justin Bieber der PCWA nickt und starrt dann rauchend in die Kamera.


Vincent Craven: "NEON LOVE aka Seth Goldstein tritt gleich gegen den Barbarian an - und er wirkt... bereit! Vielleicht nicht besonders optimitisch, aber zumindest realistisch. Oder was meinst du, Mike?"

Mike Garland: "Mit dem Brawlin' Rumble Rekordteilnehmer ist sicherlich nicht zu spaßen; das hat auch XAW Skull Champion Phineas Marshall Parkhurst bei Desert Phoenix erleben müssen. Daher sieht Neon... oder Seth das richtig. Bei ihm dürfte aber interessanter sein, wie er heute 'rein' kommt."

Vincent Craven: "Er wirkt ja deutlich erwachsener und reifer, als bei seinen letzten Auftritten - vielleicht überträgt sich das auch auf seine In-Ring Performance?!"

Mike Garland: "Mit Sicherheit - auch wenn er scheinbar ein paar Gehirnzellen in den letzten Jahren und während seiner Trips gelassen hat."

Vincent Craven: "Du meinst wegen der ganzen Tattoos?"

Mike Garland: "Eher weil er nicht mehr weiß, welche Bedeutung diese haben. Und weil er immer noch auf Verteidigung und Ausweichen setzt - immer noch will er niemandem weh tun... Da bleibt nur die Hoffnung, dass er uns an der Nase herumführt und etwas verschleiert."

Vincent Craven: "Wenn es so ist, werden wir das hoffentlich noch erfahren. Irgendwann kommt ja alles raus. Das hat kürzlich auch Tony Graves erleben müssen. Wir schalten noch einmal zu ihm in den Backstage und dann werden wir das In Ring Comeback von Neon Love gegen den Barbarian sehen!"


------------------ PCWA ------------------

Tony Graves läuft wie ein Wilder durch seinen Locker Room. Er hat es geschafft! Tony hat ausgeplaudert, dass er mit Geld für seine Familie sorgt. Und schon ist der aller erste im Ring gewesen, der diese Familie in die PCWA verwickelt, und das Sahnehäubchen ist, dass es auch noch einer seiner guten Freunde war.

Tony Graves: "Ich hab' meine Seele schon verspielt... hah!"

Mittlerweile hat Tony seine Sachen gepackt, seine Sporttasche geschultert und ist auf dem Weg zum Ausgang der Arena, er musste jetzt einfach seine Ruhe haben. Sicher, er hat sich bereitwillig wieder dem Teufel angeschlossen und er bereut es auch nicht, aber das muss er jetzt wieder seiner Familie erklären. Diese hatten die alte Leier von wegen "Ich mache das nur für euch" schon so oft gehört, dass sie ihm vermutlich nicht mal mehr die Wahrheit glaubten. Er will ganz offensichtlich einfach weg und in Ruhe gelassen werden, aber das ist nur, was er will. Kinder mit nem Willen bekommen ja bekanntlicherweise was auf die Billen. Manchmal haben alte Sprichwörter eben Recht.
Ein ähnliches Gefühl geht vermutlich durch Tony, als dieser den Riesen Barry Wilson sieht. Dieser sieht auch Tony und kommt auf ihn zu.

Tony Graves: "Uh... Hi Barry!"

Tony hat das Gefühl, jemand hat das Licht ausgemacht, als Stem vor ihm stehen bleibt. Der Rothaarige mustert den Player von oben bis unten.

Stem: "Du willst schon gehen?"

Tony Graves: "Ja. Es geht grade einfach nicht so gut."

Wilson fährt sich durch den Bart. Er hatte natürlich die Entwicklung von und mit Tony Graves durchaus beobachtet. Schließlich war dies sein erster Gegner im Ring gewesen. Und dieser hatte ihn besiegt. Dennoch... wie Marc Poe hat wohl auch Tony Graves ein Herz für die Familie. Well... bei Marc geht es eher in die negative Richtung. Aber Tony hier... dessen Beweggründe sind den Seinen gar nicht so unähnlich.

Stem: "Well... wir wissen es doch beide. Es gibt solche und solche Tage."

Irgendwie ist dieses Aufeinandertreffen unangenehm. Vor allem für Tony Graves. Er kann Wilson so überhaupt nicht einschätzen. Und das passt ihm nicht. Überhaupt nicht. Er packt die Tasche fester und strafft sich.

Tony Graves: "Ich, ähm... nehme mal an, dass du nicht ohne einen Grund zu mir kommst. Also, was ist los?"

Er bereut sofort den scharfen Ton in seiner Stimme, da er bemerkt, wie sich die Muskeln des Hünen straffen. Barry macht einen Schritt auf Graves zu.

Stem: "Ich schulde dir noch etwas."

Okay, das wars. Der Riesenkerl wird ihm sicherlich die Scheiße aus dem Leib prügeln. Niemand steht darauf, in seinem ersten Match zu verlieren. Doch Barry greift in seine Hosentasche und holt zwei grüne Scheine heraus.

Stem: "Zweihundert. Hier."

Mit offenem Mund starrt Tony auf die zwei Hunderteuroscheine, die in den Pranken von Wilson in seine Richtung gestreckt werden.

Tony Graves: "Aber... "

Doch dann erinnert er sich und lacht. Leicht hysterisch, aber ein ehrliches und erleichtertes Lachen.

Tony Graves: "Ich hatte es beinahe schon vergessen."

Mit einem Nicken grabscht er das Geld und verstaut es in seiner Hosentasche.

Tony Graves: "Thanks, Man."

Wilson nickt ebenfalls.

Stem: "Spielschulden sind Ehrenschulden. Gerade du solltest das wissen... 'Player'."

Tony Graves: "Ja, stimmt! Darüber kann ich dir ein Liedchen singen."

Tony setzt ein sarkastisches Grinsen auf, dass er aber fast sofot wieder absetzt. Tony fährt sich durch die Haare, als ob er grade über etwas nachdenken würde, bevor er sich kurz umsieht.

Tony Graves: "Hey Stem, solltest du jemals irgendwann Schwierigkeiten haben, ...und ja, ich weiß, dass du auch noch Lara Lee bei dir hast und sie sowieso in vielen Bereichen mehr schafft als ich, ...dann kannst du mir gerne Bescheid sagen, ja?"

Tony war vermutlich entgangen, dass er sich in dieser Situation so anhört, als würde er Stem wegen der 200 Euro helfen wollen. Stem legt den Kopf schief und sieht die Schlange fragend an.

Stem: "Danke für das Angebot. Ich komme sicher darauf zurück. Aber... warum?"

Tony Graves: "Naja, wir sind ja gar nicht so verschieden, weiß nicht, ich denke, du bist mir einfach symphatisch. Und dazu kommt noch, I still owe you one for that dusty roll-up."

Tony streckt dem Riesen seine Hand entgegen wohl wissend, dass die Kraft von Stem sie vermutlich zu Staub verarbeiten würde, wenn er ihm die Faust geben würde.

Stem: "Well... "

Und er ergreift die Hand des Players und schüttelt diese.

Stem: "... played."

Rob Collins: "Sehr schön, Tony. Du rekrutierst also weitere Mitarbeiter für unsere Company. Bei Out of Ashes hat der gute Barry mein Angebot noch abgelehnt. Er trägt damit eine Teilschuld, dass wir unser Match verloren haben."

In Begleitung von Hugo gesellt sich der neue Vice-President der Armitage Company zu Stem und Tony Graves. Hugo kann Barry tatsächlich, ohne nach oben zu schauen, direkt in die Augen sehen. Ob er dies tut, ist nicht klar, denn die Sonnebrille verdeckt seine Augen.

Tony Graves: "Rob, um ehrlich zu sein hat Stem mit mir nur eine, wortwörtliche Rechnung beglichen. Ich glaube, ich müsste ein Irrer sein zu versuchen, den Willen von jemandem in Stem's Größe zu ändern. Ich habe ja schon eine flüchtige Bekannschaft mit den Konsequenzen gemacht."

Tony tippt sich beim letzten Teil auf die schnittähnlichen Narben neben seinem Auge. Wilson derweil verschränkt die Arme und mustert Rob Collins abschätzig.

Stem: "Wenn du mir wirklich die Schuld für dein klägliches Versagen geben willst, dann können wir das gerne im Ring austragen. Besides... es ist wie Tony sagt. Ich habe eine alte Schuld beglichen. Ich will weder mit dir noch irgendeiner ominösen Company zu tun haben. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen. Tony... wir sehen uns."

Er baut sich vor Hugo auf.

Stem: "Geh' mir sofort aus der Sonne, sonst garantiere ich für nichts."

Der Angesprochene verzieht keine Miene, sondern dreht nur leicht den Kopf in Richtung Rob Collins. Der nickt nur.

Rob Collins: "Lass' ihn durch, Hugo. Wir brauchen keine semi-professionellen Söldner."

Und so geht Hugo widerwillig zur Seite, was Stem nur mit einem Knurren quittiert.
Zurück bleiben Rob Collins, Tony Graves und Hugo.

Tony Graves: "Irgendwann breche ich bei den ganzen Kanten hier zusammen! Die ganzen Riesen machen einem als Brit-Style Wrestler irgendwann echt Angst!"

Tony Graves sieht Hugo mit einer hochgezogenen Augenbraue an. Dann fasst er sich an den Kopf und murmelt irgendetwas von Kopfschmerzen.

Rob Collins: "Was ist los mit dir, Tony? Du siehst echt richtig fertig aus. Dabei hast du vorhin den Kontrakt deines Lebens unterzeichnet. Wir könnten ein paar Pläne schmieden, oder hast du was anderes vor?"

Tony schaut rüber und lässt fast sofort Schultern und Kopf hängen.

Tony Graves: "It's obvious is it not? Ich wollte mich grade auf den Weg nach Hause machen. Brauche gerade einfach ruhe, didn't sleep all that much... just exhausted."

Rob Collins: "Wir fahren dich!"

Tony nickt schwach.

Tony Graves: "Ja, bitte."

Rob Collins: "Hugo, hol schonmal den Wagen."

Collins wirft den Autoschlüssel in Richtung des großen Mannes. Der Schüssel prallt an Hugos Brust ab, er hat nicht mal versucht den Schlüssel zu fangen.

Rob Collins: "Alles klar, dann fahre ausnahmsweise mal ich. Ich sag dir, Tony, bald hast du genug Kohle in der Company verdient, um endlich deinen Führerschein zu machen. Und ich werde mir einen richtigen Chauffeur zu legen."


Mike Garland: "Rob Collins will Tony Graves wohl wieder in die richtige Spur bringen, was?"

Vincent Craven: "Dem Guten sieht man seine kreisenden Gedanken echt an. Ob es die richtige Entscheidung war, das Bündnis mit Collins und Armitage erneut einzugehen, wird er sich fragen."

Mike Garland: "Er hätte es sicher auch alleine probieren können. Allerdings bietet ihm eine solche Partnerschaft mehr Sicherheit."

Vincent Craven: "Das ist die Frage. Ob Rob Collins in der Klärung dessen aber der passende Gesprächspartner ist, wage ich zu bezweifeln. Die Unterredung mit Stem schien mehr Früchte zu tragen..."

Mike Garland: "Tony Graves wird nach seiner Zusage sowieso nicht mehr aus der Sache rauskommen. Und ein Team mit Stem, dem er bereitwillig Rückendeckung angeboten hat?! Solche Taten und Gedanken beweisen nur, dass Tony eine starke Hand braucht, die ihn führt. Da ist Rob Collins der richtige."

Vincent Craven: "Ich denke, in so einem Fall ist Abstand die bessere Wahl. Lieber eine Pause einlegen und reifer zurück kommen, so wie es Seth Goldstein gemacht hat. Ob Goldstein auch im Ring dazu gelernt hat, können wir nun im Opener sehen."


------------------ PCWA ------------------

Im Gang hinter dem Entrance kommt Seth Goldstein aus Richtung seiner Kabine angelaufen. Anscheinen hat er die kurze Zeit seit seinem Interview mit Lisa Sanders dazu genutzt, um sich in seiner Kabine nocheinmal neue Kleidung zu besorgen. Sein tätowierter Oberkörper ist bedeckt mit einem Fan-Shirt von PCWA-Legende Blake Milton, beziehungsweise ein simples weißes Shirt mit dem Gesicht von jenem Ex-Fighter darauf. Darüber trägt er seine altbekannte Kapuzenjacke mit den Pandabärohren. Der junge US-Amerikaner wirkt nervös und zieht sich die Kapuze tief in sein Gesicht, ehe er nervös auf der Stelle tänzelt. Vier lange Jahre hat er für diesen Moment gearbeitet und jetzt, wo es endlich soweit ist, möchte er am liebsten Kotzen. Doch leider gibt es dafür keine Zeit mehr...

Jane Nelson: "Der erste Mann im Ring, mit einem Gewicht von 79 Kilogramm bei einer größe von 1,81 Metern... ich präsentiere Ihnen... NEON LOVE!"

Aus den Boxen dröhnt The Spectre von Alan Walker und die Halle wird in Dunkelheit getaucht. Einzig ein rosafarbener Scheinwerfer strahlt auf den Vorhang.

Hello, hello
Can you hear me, as I scream your name
Hello, hello
Do you need me, before I fade away

Endlich tritt Seth Goldstein durch den Vorhang, direkt in das rosafarbene Licht. Seine schneeweißen Wrestling Tights, sein Shirt und die Pandaohren strahlen. Er habt die Arme in die Höhe und hält seinen Kopf gesenkt, während er langsamen Schrittes in Richtung des Ringes läuft und das Spotlight ihm dabei folgt.

Is this a place that I call home
To find what I've become
Walk along the path unknown
We live, we love, we lie

Nach etwa einem Drittel des Weges zum Ring macht er eine kurze Pause, hebt langsam seinen Kopf und reißt sich die Kapuze vom Kopf. Langsam schweift sein Blick durch die Arena. Dann geht er weiter.

Deep in the dark I don't need the light
There's a ghost inside me
It all belongs to the other side
We live, we love, we lie

Hello, hello
Nice to meet you, voice inside my head
Hello, hello
I believe you, how can I forget
 

Endlich ist er am Ring angekommen und steigt über die Ringtreppe auf den Mattenrand. Er dreht sich ein letztes Mal zurück zum Entrance und nickt. Schwungvoll dreht er sich um und springt über die Seile in den Ring. In der Mitte des Rings geht er auf die Knie und vergräbt sein Gesicht erneut in seinen Händen.

Is this a place that I call home
To find what I've become
Walk along the path unknown
We live, we love, we lie
Deep in the dark I don't need the light
There's a ghost inside me
It all belongs to the other side
We live, we love, we lie

Ruckartig springt Seth auf und im selben Moment geht das Licht endlich wieder an. Die letzte Zeile des Songs brüllt er inbrünstig mit.

We live, we love, we lie

Der junge Mann mit dem bunten Haarschopf entledigt sich seiner Jacke und seines Shirts und wartet dann auf seinen Gegner.

What is your target
What is your reason
Do you have emotions, is your heart freezing
Seizing this opportunity to speak
Ya didn't say nothin but turn your fucking cheek
Dead cell
Sick in the head, living but dead, hear what I said

Jane Nelson: "Auf dem Weg zum Ring... aus den mongolischen Wäldern, mit einer Körpergröße von 2,15 Metern und einem Kampfgewicht von 160kg… der BARBARIAAAAAAN!“

Noch immer mitgenommen und ziemlich wütend über die Ereignisse bei der letzten XAW Show stampft der Riese aus den mongolischen Wäldern zum Ring. Vor dem Ring bleibt er stehen, um einmal wütend durch die Arena zu schauen. Jedoch ist er dadurch abgelenkt und sieht nicht wie NEON LOVE Anlauf nimmt.

Mike Garland: „NEON sprintet auf die Seile zu, macht einen Schritt auf das mittlere Ringseil und fliegt mit einer Art Senton Bomb auf den Barbarian…“

Vincent Craven: „…Inside Springboard Tope Con Giro oder auch Brillo Dorada…“

NEON trifft den vollkommen unvorbereiteten Barbarian und reißt ihn zu Boden, währenddessen läutet Yoshi Funaki das Match einfach an.

Opener
- Born a Unicorn -
Regular Singles Match
Bild
Bild
Bild
(Der erste Pinfall entscheidet über den Sieg. Als Pinfall zählen Three Count, Submission, Disqualifikation sowie Count-Out.
-Referee: Yoshi Funaki; Timelimit: 10 Min)

Der Junge mit den krass bunten Haaren rollt über seinen Gegner und ist sofort wieder auf den Beinen. LOVE rennt ein Stück den Entrance herauf und klatscht dabei mit einigen Fans ab. Lange feiert er sich jedoch nicht, denn auch der riesige Mongole zieht sich mit Hilfe des untersten Ringseils wieder auf die Beine.

Mike Garland: „Wieder sprintet NEON los und hämmert den Kopf der Babarian mit einem Front Dropkick gegen das Apron.“

Vincent Craven: „NEON scheint wirklich entschlossen diesen Kampf zu gewinnen.“

Mike Garland: „Dabei hatte er kurz vor diesem Match doch noch seine größte Chance in der Verteidigung gesehen.“

Vincent Craven: „Angriff ist bekanntlich die beste Verteidigung.“

Der junge US-Amerikaner lauert neben seinem Gegner und wartet, dass dieser abermals aufsteht. Als der Barbarian sich mühevoll aufrappelt nutzt NEON die Gelegenheit, um ihn in den Ring zu rollen, was überhaupt nicht einfach ist, weil der Wilde aus der Mongolei verdammt viel schwerer als der ehemalige Hello-Kitty-Werbeträger ist. Nach einem langen Kampf mit der Schwerkraft hat NEON es endlich geschafft.

Mike Garland: „Der Barbarian liegt jetzt im Ring und NEON steht auf dem Apron…“

Vincent Craven: „…viel mehr fliegt NEON mit einem Springboard Elbow Drop auf seinen Gegner und setzt sofort ein Cover an.“

ONE…

...doch der Barbarian wirft das tätowierte Leichtgewicht im hohen Bogen von sich runter. Love fliegt durch die Seile und steht wieder auf dem Apron, doch auch der Barbarian kämpft sich wieder auf die Beine. Langsam aber sicher schafft er es endlich und steht leicht schwankend in der Ringmitte.

Mike Garland: „NEON kommt direkt wieder mit einer Springboard Huracanrana angeflogen…“

Vincent Craven: „…doch diesmal hat der Barbarian aufgepasst und fängt NEON ab…“

Mike Garland: „…Powerbomb gegen NEON und sofort ein Cover.“

ONE…

TWO…

KICKOUT!

Irgendwie schafft NEON es eine Schulter vom Boden zu bekommen. Doch jetzt setzt der PCWA-Veteran mit harten Kicks nach. Immer und immer wieder trifft der Barbarian den am Boden liegenden NEON, welcher verzweifelt versucht vom Boden aufzustehen. Nach ungefähr zehn harten Tritten liegt NEON regungslos am Boden und der Barbarian rennt in die Seile.

Mike Garland: „Running Headbutt gegen den Schädel von NEON. Hätte er ein Gehirn, dann wäre es jetzt ordentlich durchgeschüttelt worden.“

Der Barbarian steht auf und stellt seinen massiven Fuß auf die Brust des ehemaligen Flauschmeisters.

ONE…

TWO…

TH-KICKOUT!

Mike Garland: „In letzter Sekunde schafft es NEON erneut sich der Niederlage zu entziehen.“

Vincent Craven: „Jedoch wird der Barbarian jetzt so richtig wütend und reißt NEON auf die Beine.“

Der mongolische Rohfleischfresser wirft seinen Gegner rücksichtslos in die Seile und will eine Lariat zeigen, doch NEON taucht unter dieser hindurch. Verwirrt dreht der Barbarian sich um und wird im nächsten Moment mit Hilfe eines Springboard Knee Strikes unsanft auf die Matte geschickt.

Mike Garland: „NEON springt auf das Turnbuckle und wartet bis der Barbarian wieder auf die Beine kommt.“

Vincent Craven: „Direkt als der Brawlin' Rumble Rekordteilnehmer wieder steht, kommt NEON mit einem Crossbody angeflogen…“

Mike Garland: „…doch mit Leichtigkeit wird er aufgefangen und mit einem Ruck direkt auf die Schultern des Barbarian geworfen…“

Vincent Craven: „…jetzt ist es gleich aus für NEON, er ist im Ansatz zur Cannibaltica.“

Doch NEON gibt nicht auf. Nein er kämpft und kämpft gegen das sichere Ende an. Immer und immer wieder trifft er seinen Gegner mit Knie und Ellbogen im Gesicht. Der Mongole muss einige extrem harte Treffer genau an den Schädel einstecken. Einige andere Männer wären hier schon längst bewusstlos geworden, doch der Barbarian hält sich noch immer auf den Beinen. Doch nach immer mehr Treffern ist es auch für ihn zuviel. Langsam aber sicher geht der Barbarian in die Knie und NEON befreit sich aus seiner misslichen Lage.

Mike Garland: „Unglaublich, NEON hat den Barbarian in der Ringmitte in die Knie gezwungen.“

Vincent Craven: „Endlich sind die beiden jetzt auf Augenhöhe.“

NEON schaut seinem Gegner tief in die Augen und erkennt: Jetzt ist der Moment gekommen. Er klopft sich mit der Hand auf die Brust und rennt dann in die Seile, kommt zurückt, springt auf seinen Gegner zu und hämmert dessen Schädel mit einem Leaping Reverse STO brutal auf den Ringboden. Mit letzter Kraft rollt er den Mongolen auf den Rücken und setzt zum Cover an.

ONE…

TWO…

THREE.

Jane Nelson: "Winner via Pinfall... NEON LOVE!"

Für eine Sekunde springt NEON auf die Beine zurück, nur um direkt auf die Knie zu gehen. Der junge Mann mit dem bunten Haarschopf ist überwältigt von Gefühlen. Vier lange Jahre hat er für diesen Moment gearbeitet und endlich hat er es geschafft. Er hat es nicht nur wieder zurück in einen Wrestlingring geschafft, nein, er hat auch seinen Kampf gewonnen. Sein zweiter Sieg in einem Singles Match überhaupt. NEON braucht einige Augenblicke, um vollkommen zu realisieren, was hier passiert ist. Während der junge US-Amerikaner noch immer völlig fassungslos im Ring kniet, rollt sein Gegner sich langsam aus dem Ring und verschwindet sichtlich angefressen aus der Arena.

Mike Garland: „NEON hat es geschafft. Er hat tatsächlich den Barbarian besiegt.“

Vincent Craven: „Was viel wichtiger ist, NEON hat es geschafft, im Ring wie ein Mann zu wirken.“

Endlich kommt NEON auch auf die Beine und lässt sich vom Zeitnehmer ein Mikrofon reichen. Mit zittriger Stimme beginnt er zu sprechen.

NEON LOVE: "Es fühlt sich so großartig an, wieder in diesem verfickten Ring zu stehen und für euch mein Bestes zu geben. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr ich dieses Gefühl vermisst habe. Wie sehr ich euch vermisst habe. Vier lange Jahre habe ich gearbeitet, geschwitzt, gehofft und sogar gebetet, nur um wieder hier, für jeden von EUCH, in den Ring steigen zu können. Es ist einfach unglaublich. Ich war damals ein dummer Junge und jetzt, jetzt stehe ich vor euch als dummer Mann. Doch dieser dumme Mann ist der glücklichste Motherfucker in dieser Arena. Ich fühle mich als könnte Nichts und Niemand mich aufhalten. Das Universum hat mir eine zweite Chance gegeben, um zu zeigen, wer SETH "NEON LOVE" GOLDSTEIN ist."

Er atmet einmal tief durch und ist noch immer von Gefühlen überwältigt. Nach einigen tiefen Atemzügen spricht er mit deutlich entschlossenerer Stimme weiter.

NEON LOVE: "Damals... damals wollte ich von allen Menschen geliebt werden und habe, auch wenn ich es nicht verstanden habe, Wrestling überhaupt nicht ernst genommen. Ich war ein Clown, ein verfickter Werbe-Gag. Ja, ich hatte meinen Spaß und bereue keine Sekunde meiner Vergangenheit. Doch meine lange Auszeit hat mir vor Augen geführt, wie wertvoll diese Möglichkeit, welche ich bekommen habe, ist. Und ich hätte sie beinahe einfach verschwendet, einfach nur um geliebt zu werden. Diesmal will ich einfach zeigen, dass es mir ernst ist. Ich will es nicht nur für mich machen, sondern auch für meinen Onkel Sam... für Sushi, meine erste Trainingspartnerin... für Robert Breads, dem einzigen Mann, der immer ehrlich zu mir war und versucht hat mir zu erklären, was Wrestling eigentlich ist... und ich möchte es für Blake schaffen... er war mein Freund, der erste Freund, den ich in meinem Leben je hatte, und ich habe ihn im Stich gelassen... heute ist er nicht viel mehr als eine verblassende Erinnerung, ein Geist, der mich durch meine Träume jagt, und das langsam verhallende Echo einer Stimme in meinem Kopf."

War er zuvor noch der glücklichste Mensch des Universums, so ist er jetzt ganz schnell wieder down to earth. Etwas missmutig schaut er in die Kamera.

NEON LOVE: "Niemals werde ich die ersten Worte vergessen, die Blake je zu mir gesagt hat..."

Er wendet seinen Blick von der Kamera ab und schaut zur Hallendecke oder in die Scheinwerfer.

NEON LOVE: "Ich finde, du solltest dir von niemandem einreden lassen, du würdest nicht hierher gehören... Du hast heute zwar verloren, aber keiner sollte dir vorschreiben, welche Träume du haben solltest und welche nicht...!"

Er schaut wieder zurück in die Kamera. Kurz schließt er die Augen, atmet tief durch, setzt wieder ein Grinsen auf sein Gesicht und öffnet wieder seine rehbraunen Augen.

NEON LOVE: "Mein Traum ist es in diesem Spiel mindestens so gut zu werden wie Robert und Blake. Diese beiden Männer sind meine Messlatte und meine Motivation. Beide, jeder auf seine eigene Art, haben mir beigebracht, wie man für seine Träume kämpft. Ich werde meine Karten diesmal nicht einfach aus der Hand geben, sondern sie ausspielen, um das Maximum zu gewinnen. Was auch immer es kosten wird, ich werde nicht mehr für Zuneigung und Werbeverträge spielen, ich will gewinnen... ALLES GEWINNEN! This time I'm all-in all the way!"

Sein Blick und seine Stimme wirken deutlich entschlossener.

NEON LOVE: "I WAS BORN A UNICORN AND THIS IS MY FUCKING FAIRY TALE!"

Mic-Drop und Abgang.


Mike Garland: "Wohow... Das haut sogar mich um!"

Vincent Craven: "Was für eine Entschlossenheit, was für eine Ansage. Seth Goldstein will nicht mehr spielen, sondern gewinnen. Und er hat sich gleich zwei große Namen aus der Geschichte zum Vorbild genommen."

Mike Garland: "Robert Breads und Blake Milton. Ersteren dürfte es doch arg stören, mit Milton in einem Satz genannt zu werden... Aber immerhin zwei Brawlin' Rumble Sieger! Ein Undisputed Gerasy Champion, Quest for the Best sowie der vielleicht beste Cryption Crown der PCWA Geschichte und auf der anderen Seite der Gewinner der ersten Cotatores Trophy Challenge."

Vincent Craven: "Seth Goldstein will da heran reichen! Er hat also viele Ziele in der PCWA! Heute hat er dafür seinen Grundstein gelegt, mit einem Sieg über das PCWA Urgestein, den Barbarian."


------------------ PCWA ------------------

Das Büro der Chefin.

Jona Vark sitzt entspannt in ihrem bequemen Bürostuhl, das linke Bein über das Rechte geschlagen. In der Hand hält sie einen Bleistift, den sie rythmisch gegen die bezaubernden Lippen tippt.

Ihr gegenüber... Barry Wilson. Dort, wo eben noch seine Partnerin saß, sitzt nun Stem. Gekleidet in Jeans, Wanderstiefel und das obligatorische Karohemd, an dem die Ärmel abgeschnitten sind. Er beobachtet die Bewegungen des Stifts gespannt mit den Augen. Was ihr nicht verborgen bleibt.

Jona Vark: "Sind Sie nervös?"

Wilson schiebt die Basecap zurück und wischt sich ein wenig Schweiß von der Stirn. Verdammt nochmal, wieso war es ihm immer unangenehm, hier zu sitzen.

Stem: "Nun... eigentlich nicht. Ich kann mir schon denken, um was es geht."

Interessiert, und gleichzeitig ein wenig amüsiert, zieht Vark eine Augenbraue hoch.

Jona Vark: "Gut, Mister Wilson, dann erleuchten Sie mich doch bitte."

Er räuspert sich.

Stem: "Well... ich habe bei der letzten Show eine Herausforderung an Jimmy Maxxx ausgesprochen. Und nun sitze ich hier. Verstehen Sie mich nicht falsch... ich komme zwar aus einer eher ländlichen Gegend, aber ganz stupid bin ich dann nun auch nicht."

Sie lächelt. Ehrlich und warmherzig.

Jona Vark: "Das würde ich Ihnen niemals unterstellen. Und ja, Sie haben in der Tat recht."

Er lächelt nun ebenfalls, allerdings eher leicht gezwungen. Why the Hell holt sie nicht einfach den Vertrag heraus, er unterzeichnet und Ende. Doch dann dämmert es ihm. Zu einer Vertragsunterzeichnung gehören immer zwei Personen. In diesem speziellen Fall sogar drei. Unruhig rutscht er auf seinem Stuhl hin und her. Was seiner Chefin nicht verborgen bleibt.

Jona Vark: "Sie haben doch irgendetwas."

Natürlich weiß sie es. Aber sie will es von ihm hören. So sind die Regeln. Und nur so hat sie sich all die Jahre Respekt in einem von Männern dominierten Business verdient. Der Hüne aus Roanoke presst die Lippen aufeinander.

Stem: "Er kommt auch, nicht wahr?"

Jona Vark: "Aber natürlich. Schließlich ist er auch in die ganze Sache involviert. Und ich dulde nicht, dass Entscheidungen, die meine Angestellten betreffen, über deren Köpfe hinweg entschieden werden. Und eben so wenig werde ich dulden, dass Sie beide sich hier an die Kehle springen. Also werden Sie sich bitte benehmen. Das sollte auch in Ihrem Interesse sein."

Der Angesprochene nickt, und wie aufs Stichwort fliegt die Tür auf.

Jimmy Maxxx: "Wenn die Persönlichkeiten in eurer Promotion etwas von Benehmen wüssten, bräuchte ich nicht so viel Chaos zu verbreiten, Vark."

Er steht hinter dem Stuhl, blickt auf Stem und auf Jona Vark. Er fühlt sich merklich unwohl in der Nähe von Stem, gerade nach den Handlungen von dessen Partnerin Lara Lee brodelt und kocht es in Maxxx.

Jimmy Maxxx: "Sollen wir jetzt unsere Streitigkeiten wie der Haufen wilder Tiere, die Sie ihre Wrestler nennen, in ihrem Büro austragen? Haben Sie etwa einen kleinen Renovierungswunsch?"

Dann dreht er sich zu Stem.

Jimmy Maxxx: "Ich brauche keine Einladung von dir, Stem, lächerlich genug, dass du mich herausforderst, nachdem du meine Herausforderung ignoriert hast. Aber das passt ja zu dir, dein Gedächtnis ist schließlich genauso schlecht wie dein Geschmack für Gesellschaft."

Seine Finger krallen sich in die Lehne des Sessels. Doch ein ernster Blick der Chefin hält ihn davon ab, aus der Sitzgelegenheit aufzuspringen und der Made die Fresse zu polieren. Also spuckt er dir Worte förmlich aus, den Kopf auf den Boden gerichtet.

Stem: "Enough with the Bullshit. Let the bygones be bygones. Wir regeln das jetzt hier... und danach beim Impact."

Verächtliches Lachen beim Berliner.

Jimmy Maxxx: "Du meinst... "

Doch die Chefin grätscht elegant dazwischen.

Jona Vark: "Schön, dass Sie es einrichten konnten, Mister Maxxx. Und nur der Vollständigkeit halber, ICH habe Sie eingeladen. Also nehmen Sie doch bitte Platz."

Jimmy Maxxx: "Der Vollständigkeit halber.... ich brauche keine Einladung von niemanden! Ich gehe dorthin, wo ich es für richtig halte meine Präsenz spüren zu lassen, dann wenn ich es für den richtigen Zeitpunkt halte. So wie ich es für richtig gehalten habe, Ihnen meine Dienste anzubieten für die PCWA."

Der Berliner setzt sich genervt neben Stem an den Tisch. Die Chefin setzt ein zufriedenes Lächeln auf.

Jona Vark: "Da wir nun hier so wunderbar zusammen sitzen, sollten wir die Regularien ihres Matches beim Imperial Impact klären."

Jimmy Maxxx: "Moment.... noch habe ich keinem Match zugestimmt. Auch wenn ich einem Fight niemals aus dem Weg gehe und es mir egal ist, wie brutal und heftig es wird, oder ob ich am Ende als "Sieger" dastehe. Aber warum sollte ich diesem Individuum noch eine Bühne für sein eh viel zu aufgeblähtes Ego geben?"

Gönnerhaftes Lächeln der Chefin.

Jona Vark: "Mister Maxxx, Sie sind Angestellter MEINER Firma. Und Sie werden das tun, was eben diese Firma in meiner Person von Ihnen verlangt. Auch das Publikum und die zahlenden Kunden der PCWA verlangen es. Jimmy Maxxx gegen Stem beim Imperial Impact 12! Sie können sich natürlich auch weigern."

Sie beugt sich nach vorne und jede Freundlichkeit ist aus ihren Augen gewichen.

Jona Vark: "Aber dann, verzeihen Sie die Ausdrucksweise, können Sie wieder zurück in das Loch, aus dem sie hervorgekrochen und hier auf der Bildfläche erschienen sind. Haben wir uns in diesem Punkt genau verstanden, Mister Maxxx?"

Der Berliner lacht und zeigt etwas argwöhnisch mit dem nackten Finger auf Jona Vark.

Jimmy Maxxx: "Aus dem Loch aus dem ICH gekrochen bin? Ha, dass ich nicht lache... vor kurzem war diese Firma noch vor dem Bankrott. Und ist nur aus diesem Loch gekommen wegen Wrestlern wie mir, die ihren guten Namen für diese Promotion verkauft haben. Aber ich, ich werde mich nicht mehr verkaufen. Und ich werde bestimmt nicht tun, was jemand verlangt. Sondern ich werde das tun, was ich für richtig halte. Und das ist genau diese Falschheit zu zerschlagen. Ich werde weder vor diesem Abschaum hier neben mir knien, noch vor Ihnen und Sie anbeten. Sie sind keine Gottheit sondern auch nur ein Mensch aus Fleisch und Blut. Das einzige, was ich vergöttere, ist der Fortschritt des Lebens."

Dann blickt er wieder zu Stem.

Jimmy Maxxx: "Also, was genau habt ihr jetzt wieder ausgeheckt, um mich loszuwerden? Huh? Habt ihr es immer noch nicht verstanden? Ich bin euer schlimmster Albtraum, ich bin die Realität und die Wahrheit. Ich bin diese kleine Warze, die einfach nicht euren Körper verlassen will und sich langsam wie ein Ekzem ausbreitet!"

Wilson schaut einmal zu Jona Vark, die knapp nickt. Dann dreht er sich zu Jimmy um, der ein verächtliches Lachen durch den Raum hallen lässt.

Jimmy Maxxx: "Wie ein dressiertes Hündchen. Hat Frauchen dir erlaubt zu sprechen?"

Der Riese ignoriert die Spitze. Es kocht sowieso schon genug in ihm. Und er will das Büro von Jona Vark nicht vernichten.

Stem: "Wir werden das zwischen uns ein für allemal regeln. Endgültig. Der Impact ist ein interaktiver PPV, das habe ich bereits gelernt. Also wähle eine Kampfart."

Wieder lacht Jimmy, sein breites Grinsen strahlt durch die Haare, die ihm fettig im Gesicht hängen.

Jimmy Maxxx: "Ich soll also eine Kampfart wählen für unseren Fight bei Imperial Impact? Du weißt ganz genau, bei mir gibt es keine Standards. Kein Normal. Ich bin gerne außergewöhnlich, denn das macht dieses Leben so tiefgründig und lebenswert, etwas, das du und deine Lara nie verstehen werdet. Ihr folgt lieber den Standards, die euch vorgelegt werden... aber gut! Ich wähle ein 2 out of 3 Falls Match.... aber nicht durch Schultern oder Aufgabe, nein nein nein. 2 Out of 3 Falls Tables Match! Wer seinen Gegner als erstes zweimal durch einen Tisch befördern kann, gewinnt. Und ich betone für dich, Glühbirne Stem, nochmals, zweimal, ok? Nicht dass du denkst, du stapelst einfach ein paar Tische und bähm.... ne, da komme ich dir zuvor, mein Freund!"

Jona Vark: "Und was wählen Sie, Mister Wilson?"

Das könnte schwer werden. Sicherlich ist Maxxx ihm körperlich unterlegen, aber dennoch ein erfahrener Kämpfer im Ring. Also wählt Barry das, von dem er überzeugt ist, im Ring wirklich gut zu können.

Stem: "Ich wähle einen Aufgabekampf."

Kurz sind sowohl Jimmy Maxxx als auch Jona Vark leicht verwirrt. Doch dann...

Jona Vark: "Nun gut. Die zweite Wahlmöglichkeit ist also ein Submission Match. Wenn Sie nun beide hier unterzeichnen würden?"

Barry setzt seine Unterschrift unter das Papier. Doch der Berliner zögert.

Jimmy Maxxx: "Moment mal. Sollten es nicht DREI Matcharten sein?"

Die Chefin setzt ein übertrieben gönnerhaftes Lächeln auf.

Jona Vark: "Aber, aber, Mister Maxxx. Wer wird denn gleich so forsch sein? Die dritte Möglichkeit lassen wir noch offen. Schließlich soll ja auch etwas Spannung erhalten bleiben."

Und die Ticketverkäufe ankurbeln. Aber das sagt sie natürlich nicht laut. Denn Jimmy Maxxx hatte mit dem vorangegangenen nicht wirklich Unrecht. Er kam zu einer Zeit, als es der PCWA wirklich schlecht ging.

Jimmy Maxxx: "Spannung? Sie meinen also Stem vs. Jimmy Maxxx.... das biete keine Spannung?"

Er lacht ins Gesicht der Chefin.

Jimmy Maxxx: "Sehen Sie, ich hatte Recht. Sie sind hier die Ahnungslose, nicht ich. Die gesamte PCWA ist ahnungslos, was wirklich wichtig ist. Im Leben, im Geschäft und im Wrestling. Es geht nur um Geld und Ruhm, die Liebe zum Wrestling blieb schon vor langer Zeit zurück. Ich finde, eine Klärung dieses Konfliktes und dem damit verbundenen Verbessern der Fähigkeiten und der Umgebung, das ist mehr Entlohnung als jeder Dollarschein. Aber ruhig zu, rennen Sie weiter der Falschheit nach. Sie werden damit nur wieder am selben Punkt ankommen, wie Sie es einmal bereits taten."

Abrupt erhebt sich Barry Wilson aus seinem Sessel.

Stem: "Ich denke, wir sind hier fertig. Vielen Dank, Miss Vark."

Dann dreht er sich zu dem Berliner um, der ebenfalls aufgestanden ist.

Stem: "Egal, welche Kampfart es wird... Ich werde dich zerquetschen wie eine Laus."

Jimmy dreht sich um und lacht dabei, mitten ins Gesicht von Stem.

Jimmy Maxxx: "Bitte zwei Euro ins Sprücheglas. Woher hast du den? Aus welchem alten Sprüchebuch haste das jetzt geklaut?"

Langsam geht er rückwärts in Richtung der Tür.

Jimmy Maxxx: "Beim Imperial Impact wirst du herausfinden, dass dich deine Traditionen und deine Sprüche nicht weit bringen werden, Stem. Damit, mit dieser Einstellung, wirst du mich weder besiegen noch irgendwie verletzen. Sondern untergehen! Und dann wirst du ins Licht sehen und verstehen, woher ich komme und warum ich wirklich hier bin!"

Dann verlässt er den Raum.


Vincent Craven: "Ganz schön überheblich, Jimmy Maxxx. Stem auf die leichte Schulter nehmen, würde ich an seiner Stelle nicht."

Mike Garland: "Aber Maxxx hat doch Recht. Stem duckt ganz schön vor Jona Vark. Dann lieber Ruhmlos Glücklich, als sich hoch zu bücken."

Vincent Craven: "Ruhmlos?! Ich glaube Jimmy Maxxx kennen mehr Leute im Wrestling Business, als Stem Leute kennen. Aus dieser Position ist es folglich einfach, solche Reden zu schwingen."

Mike Garland: "Stem muss ja nicht zwingend die selben Fehler machen, die Maxxx gemacht hat. Er ist noch jung und sollte auf die Meinung eines erfahrenen Wrestlers hören... Andererseits ist der Junge auch wieder mutig. Submission Match! Nicht schlecht."

Vincent Craven: "Und daneben steht ein 2 out of 3 Falls Tables Match! So viel Innovation hätte ich hingegen dem starrköpfigen Jimmy Maxxx nicht zugetraut."

Mike Garland: "Wie auch immer sich die Fans entscheiden, es wird ein knallhartes Match geben. So viel ist sicher. Hoffen wir nur, dass Lara Lee darin keine Rolle spielen wird."

Vincent Craven: "So etwas wäre wohl gleichbedeutend mit dem PCWA Karriereende von Lara Lee. Besser wäre da ein Singles Match von Maxxx gegen Lee, um auch diesen Zwist aus der Welt zu schaffen."

Mike Garland: "Wir wissen aber nicht, ob sie beim Impact noch Teil der PCWA ist. Sie steht unter Beobachtung. Ansonsten hätte Jona Vark ein mögliches Match zuvor sicher zum Thema gemacht."

Vincent Craven: "Schalten wir doch einfach zu Lara Lee und gucken, wie sie mit den neuen Entwicklungen umgeht."


------------------ PCWA ------------------

Einst hat sie gleich am Anfang gesagt, wo sie zu finden ist.

‚Ob das eine gute Idee gewesen war, eine verbale „Hier bin ich!“-Schild über meinem Kopf aufzustellen…?‘

Doch dann lacht sie innerlich auf. Sie ist noch nie eine große Leuchte gewesen, die vorausschauend und vorsichtig plant. Diese Strategie hat sie mal probiert, aber es hat zu keine Ergebnisse geführt. Also macht sie einfach, was sie für richtig hält. Dass sie dafür anderen auch mal kräftig auf die Zehen tritt… nun, daran wird sie nichts ändern. Auch nicht mal durch die PCWA-Geschäftsführerin Jona Vark.

Lara Lee seufzt und nimmt erneut einen Schluck von der Bierflasche, die auf einer Theke steht. Um diese Zeit ist es leer, da die PCWA im Moment auf der Sendung ist. Mit der anderen Hand klopft sie mit dem Zigarettenschachtel gedankenverloren auf das Holz.

‚Jona Vark. Mächtigste Frau von PCWA…‘

Ja, in letzter Zeit läuft es nicht wirklich rund. Sie wurde vor kurzem von dieser Frau im Businesskostüm aufs Abstellgleis gestellt, sodass sie vorläufig keine Kämpfe bestreiten kann. Das ist es, was Lara nicht ausstehen kann: Untätig herumsitzen, während das Geschehen in der PCWA um sie herum vorbei passiert. Und das kotzt sie einfach an. Ihre Gedanken kreisen nur darum:

Na gut… Jimmy backstage einfach zu plätten, ist nicht gerade Material für die Mitarbeiterin des Monats…. aber hey, scheiß auf Regeln, scheiß auf Jona. Ich habe einen verficktes Vertrag, also erfülle ich den. Soll Jona mir doch den Arsch lecken, ich bin mit Jimmy fertig. Er hat eine Abreibung von mir bekommen, da ist mir doch egal, was Jona dazu sagt. Warum kann sie das nicht verstehen? Warum hat sie Jimmy das bei Out of Ashes durchgehen lassen? Warum ist das verfickte Arschloch nicht gefeuert?

Weder auf dem neutralen Gesicht des Barkeepers noch im Bier in der Flasche findet sie eine Antwort auf diese Fragen.

Da ihr nichts Besseres einfällt, fischt sie eine Zigarette heraus und steckt sie in den Mund, ohne diese anzuzünden. Ein vollendetes Arschloch ist die Amazone aus Kanada nicht – noch.

Auf einmal verflüchtigen sich ihre Gedanken über Jona, PCWA, Lafayette und sonst so ziemlich alles, als sie Unruhe hinter ihr vernimmt. Sie dreht langsam den Kopf um…

… und stellt überrascht fest, dass Dante Rodriguez auf sie mit weit ausholenden Schritten zu kommt. Hinter ihm hat sich eine Meute von Kameraleuten angehängt.

Laras Augenbrauen schießen hoch, als sie eine ziemlich angepisste Gesichtsausdruck des Mexikaners bemerkt. Noch mehrere Schritten entfernt, brüllt Rodriguez sie unvermittelt an!

Dante: „Fueal diablo contigo, Cabrona?“

Laras Miene wird noch länger – schließlich hat sie nicht die geringste Ahnung, warum ein wildfremder Mensch ihr einfach grundlose eine beleidigende Frage stellt - die Lara auch nicht mal verstanden hat.

Lara: „Schönen Abend auch…“

Doch der Mexikaner lässt sie gar nicht ausreden, stattdessen wedelt er mit einem Stück Papier in der Hand herum – Lara stellt beim näheren Hinsehen fest, dass es sich bei diesem Papier um einen Briefumschlag handelt.

Dante: „Was fällt dir ein, willst du mir ans Bein pissen? Wenn ja dann bist du genau richtig bei mir."

Das Gesicht der angesprochenen Frau erstarrt zu Stein. Sie blickt Dante nur einen Moment lang an, dann wendet sie ihm den Rücken zu.

Lara: „Verpiss‘ dich.“

Dante: „Uno momento perra, was heißt hier 'Verpiss dich'. Ich will das klären - eher gehe ich nicht fort."

Nun dreht sich das Muscle Chick wieder zu Dante, der immer noch mit dem Umschlag in der Hand vor ihr steht. Jetzt ist Lara auch eindeutig angepisst – sie ballt die rechte Hand zu einer Faust zusammen, lässt diese aber noch vorläufig auf der Theke liegen.

Lara: „Jetzt komm‘ mal runter, Loco. Was hast du denn überhaupt für ein verpisstes Problem mit mir?“

Dante nimmt sein Desperados zur Hand.

Dante: „Ich habe keine Probleme mit dir, aber scheinbar hast du welche mit mir und ich weiß noch nicht einmal, warum, ich kenn dich ja nicht. Aber sowas geht gar nicht!"

Der aufgebrachte Mexikaner knallt den Umschlag auf der Theke, gleich neben die Zigarettenschachtel. Lee starrt auf den Kuvert hinab.

Dante. "Das hier IST das Problem!“

Lara: „Ein fucking Briefumschlag?“

Dante. „Puta, bist du wirklich so blöd oder tust du nur so, du dumme Kuh? Lies den Brief."

Lara: „Na schön.“

Sie öffnet den Umschlag und zieht ein beschriebenes Blatt Papier heraus. Leider ist es nicht zu erkennen, da Dante halb die Sicht der Kamera auf den Brief versperrt, und er macht dazu auch keine Anstalten, zur Seite zu gehen. Allerdings kann das Gesicht von Lara gut eingefangen werden: zunächst regungslos, dann ein Hochziehen einer Augenbraue. Und schließlich werden die Stirnfurchen immer tiefer. Endlich blickt sie Dante wieder an.

Lara: „Verscheißerst du mich jetzt gerade? Das ist nicht witzig!“

Daraufhin bricht der Mexikaner in sarkastisches Gelächter aus.

Dante: „Ach ja? Ich finde es nämlich auch nicht witzig. Ich weiß nicht, warum du mit mir ein Problem haben willst, aber jetzt hast du eins, chicka. Lass den Scheiß sein oder dir blüht was sehr Unangenehmes. Einen Mexikaner zu ärgern, ist nun wirklich keine gute Idee…“

Lara: „Jetzt halt mal die Luft an, Dante. Diesen Wisch habe ich hier nicht geschrieben, ist das klar?“

Sie presst den Zeigefinger auf das Papier, aber Dante winkt nur ab.

Dante: „Ja, natürlich. Du hast natürlich den Brief nicht geschrieben. Das warst du nicht. Du bist unschuldig. Sag mal, für wie blöd hältst du mich eigentlich? Das sagt derjenige immer als Erstes, der den Scheiß gemacht hat.“

Lara: „Aber das ist wirklich nicht von mir. Und jetzt lass mich in Ruhe, ich habe keine Lust auf eine Prügelei hier!“

Dante: „Ach nein? Lass mich raten, diese Unterschrift kommt dir auch absolut gar nicht bekannt vor, hmmm?“

Lara: „Na schön, die sieht aus wie meine. Irgendein Arschloch hat das aber gefälscht, wenn ich den kriege…“

Dante: „Lass mal diesen blöden Quatsch. Du willst mich nur ablenken. DU warst es und daran habe ich keine Zweifel, erst recht nicht mehr, seit du direkt vor mir stehst. Das, was im Brief steht, würde zu dir bestens passen.“

Jetzt schlägt sie mit der Faust auf die Theke.

Lara: „Meine Fresse, seid ihr denn alle so? Sobald ihr nur eine bescheuerte Ausrede gefunden habt, geht ihr alle auf mich los?“

Dante: „Was soll das denn heißen?“

Lara: „Vergiss es. Der Brief ist nicht von mir. Ende, Punkt, aus!“

Und damit nimmt sie den Brief, knüllt ihn zusammen und haut diesen auf Dantes breite Brust.

Lara: „Wenn du mir eins in die Fresse verpassen willst, geh zu Jona Vark und lass dir nen beschissenen Kampf auf der Card geben! Ich bin bereit, dich und dieses Arschloch mit dem Brief zusammenzuschlagen! Aber bis dahin verpiss dich und komm wieder, wenn du eindeutige Beweise hast, dass ich den fucking Brief geschrieben habe!“

Damit schnappt sie sich die Flasche und die Schachtel und ist dabei im Begriff, die Hotelbar zu verlassen.

Dante: „Ja, hau einfach nur ab! Nur Betrügerinnen können der Wahrheit nicht ins Gesicht sehen! Merke dir das! Ich werde es verdammt nochmal beweisen!"

Mit diesen letzten Worten zischt Dante sein Bier auf ex runter und verlässt wutentbrannt die Bar. Normal ist Dante zu Frauen nicht so, aber was hier abgeht - das versteht er selber nicht, aber nun gut - dann wird er zum Boss gehen und einen Kampf fordern, um Lee mal zu zeigen, was hier Sache ist, bevor er sich um sein eigentliches Problem mit dem Namen Sharpe kümmert.


Vincent Craven: "Was ist denn mit Dante Rodriguez los? Erst will er von seinem Schwager Kevin Sharpe nichts mehr wissen und jetzt pflaumt er Lara Lee wegen eines ominösen Briefes an."

Mike Garland: "Ich würde ja zu gerne wissen, was da drin steht. Macht mich ganz kribbelich... Was hat den Mexikaner so auf die Palme gebracht?"

Vincent Craven: "Das wüsste ich zwar auch gerne... Auf der anderen Seite konnte man Lara Lee doch ansehen, dass sie nichts damit zu tun hat. Gerade in ihrer momentanen Situation wird sie doch nicht beginnen, irgendwen zu reizen."

Mike Garland: "In diesem Fall gäbe es noch einen unbekannten Dritten, der womöglich die geringe Reizschwelle El Hermanos kennt. Dass Dante dieser nicht abstellen kann, ist mir ein Rätsel. Er soll seine Energie lieber im Ring aufbringen."

Vincent Craven: "Vielleicht geht er ja zu Jona Vark und holt sich das Match. Würde ja auch Lara entgegen kommen. Sie wünschte sich einen Gegner - und wenn es nicht Jimmy Maxxx sein kann, dann eben Dante Rordiguez."

Mike Garland: "Wobei ich dachte, dass dieser sich Kevin Sharpe vorknöpfen wollte. Nachdem er ihn letzte Vendetta so im Stich ließ, als ihn die Ring Assassins attackierten. Zumindest Sharpe düfte darüber nicht nur ein Wörtchen mit seinem Schwager wechseln wollen."

Vincent Craven: "Sharpe bekam allerdings noch anderweitig Hilfe, sodass Dante sowie die Ring Assassins dumm aus der Wäsche schauten. Vielleicht hat sich der Mexikaner deswegen auch anders orientiert - ebenso Ashfield & Rogue, die nach den letzten Niederlagen ihr Augenmerk zu Beginn der Show zurück auf die PCWA Cotatores richteten."


------------------ PCWA ------------------

Sean Ashfield und Connor Rogue, ihres Zeichens amtierende PCWA Cotatores Champions, streifen durch die Gänge des Berliner Backstage Bereiches. Sie sind auf der Suche nach einer bestimmten Umkleide, denn sie möchten Noah O'Wellhubly aufsuchen; jenen Iren, der sie einst als Team zusammen stellte und bei den Berlin Wrestling Heroes zu großem Erfolg führte. Als er dann plötzlich verschwand, setzten Ashfield und Rogue das Gelernte fort, bekamen ein Try Out in der PCWA und krönte ihre bisherige Karriere schließlich beim zwölften Brawlin' Rumble mit dem Gewinn der PCWA Cotatores.
Dass aber ausgerechnet Noah bei der letzten Vendetta zurückkam, liegt ihnen weiterhin schwer im Magen. Nicht allein die Rückkehr, sondern viel mehr noch die Verbrüderung Noahs mit ihren Feinden von Happy Hour. Noah, der in der PCWA bereits eine illustre Karriere am Ringrand hinter sich hat, fühlte sich offensichtlich berufen, jetzt zurück zu kehren und gegen seine ehemaligen Schützlinge zu agieren. Die Gründe sind dabei ebenso offen, wie geheimnisvoll. Sie führen nämlich zu dem Moment zurück, als O'Wellhubly die Ring Assassins damals verließ...

Daher ist es für Sean und Connor nun Zeit sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Fündig geworden treten sie ohne Klopfen in die Kabine ein und treten dem geschäftstüchtigen Iren selbstbewusst entgegen.

Noah O'Wellhubly: "OH... da seid ihr ja. Ich habe euch schon erwartet, Jungs."

Herzlich zeigt Noah auf die zwei Sessel vor ihm und bittet die Assassins Platz zu nehmen. Connor und Sean bleiben jedoch skeptisch ob der irischen Freundlichkeit stehen und zeigen so, dass sie ihrem ehemaligen Manager nicht mehr bereitwillig folgen.

Noah lässt die Hände sinken und erhebt sich seinerseits.

Noah O'Wellhubly: "Dann eben nicht... Ich wollte euch nur dazu gratulieren, dass ihr uns die Titelchance eingeräumt habt. So liegt der Ball nun bei Jona Vark und sie muss ihn nur noch versenken... Ich wusste doch, dass immer noch ein Kämpferherz in euer Brust schlägt."

Connor Rogue: "Spar dir die Komplimente, Noah!"

Fährt ihn der besonnene Rogue an. Abfällig schaut er auf die Untensilien, die sich Noah in seine Kabine hat bringen lassen.

Connor Rogue: "Hast es endlich zurück geschafft, was?! Das war doch dein großer Traum, nachdem du die PCWA verlassen musstest und zu den Berlin Wrestling Heroes kamst. Irgendwann wieder hier zu sein... Dass du dich allerdings so billig verkaufst, hätten wir nicht von dir gedacht."

Der Mann von der Insel legt ein Lächeln auf, dreht sich zur Seite und greift nach einer Flasche irischem Whiskey. Wohlwissen, dass Ashfield und Rogue Alkohol hassen.
Wie auf Knopfdruck verfinstert sich daher die Miene der Cotatores.

Noah O'Wellhubly: "Was heißt hier billig verkaufen?! Gordon und Brandon sind zwei starke Wrestler und wenn ihr sie nicht ernst nehmt, dann könnt ihr die Cotatores gleich hier lassen."

Langsam gießt er die braune Flüssigkeit in ein breites Glas, stellt die Flasche weg und greift sich das Trinkgefäß, um es zu schwenken.

Noah O'Wellhubly: "Bei Lichte betrachtet, sind sie eure stärksten Konkurrenten in der PCWA. Und ihr wolltet doch immer die größtmögliche Herausforderung, oder? Ihr sprecht immer davon, dass ihr die Cotatores zum höchsten Titel der PCWA machen wollt. Wenn das so ist, dann müsst ihr euch Happy Hour stellen! Ganz einfach."

Sean Ashfield: "Das werden wir, Noah! Schon heute Abend. Keine Sorge!"

Ashfield ballt die Faust und droht O'Wellhubly damit. Rogue legt derweil den Kopf schief.

Connor Rogue: "Wir haben die Herausforderung angenommen und wir werden beim Imperial Impact 12 gegen die beiden in den Ring steigen, obwohl wir es eigentlich schon bei Out of Ashes hätten erledigen können, wenn diese zwei Hampelmänner das Match nicht geändert hätten..."

Noah kichert einen Moment, nippt dann genüsslich am Whiskey.

Noah O'Wellhubly: "Dafür, dass so etwas nicht wieder geschieht, bin ich ja jetzt da."

Sean Ashfield: "Sollen wir dir etwa noch danken, Noah? Du weißt genau, dass DU derjenige warst, der uns damals verlassen hat - wir wissen also nicht, weswegen du sauer auf uns bist und warum du uns nun schaden willst. Vermutlich bist du eifersüchtig, denn wir haben längst bewiesen, dass wir es ohne dich weiter schaffen, als mit dir."

Connor Rogue tritt näher an den Whiskey Trinker heran. Ekelerregt rümpft er die Nase.

Connor Rogue: "Und tue ja nicht so, als wolltest du uns immer noch fördern. So als sei deine Aktion bei Vendetta 132 nur eine Taktik gewesen, um uns zu helfen, besser zu werden. Wir sind bereits besser als Happy Hour! Und wir sind auch besser, als du es bist, Noah. Gönn dir also diese paar Shows, in denen du noch einmal PCWA Luft schnuppern wirst, denn wenn wir beim Impact mit Happy Hour fertig sind, werden sie zurück zu Kevin Smash kriechen und du kannst gleich mit ihnen gehen!"

Noah: "Ihr sollt jetzt besser sein?! Und ich bin eifersüchtig?"

Noah leert trotz der Drohung in Ruhe das Glas und lässt die rhethorischen Gegenfragen im Raum stehen. Zu allem Überfluss stellt er sein Glas ab, um nachzuschenken, bevor er fortfährt.

Noah O'Wellhubly: "Ihr habt mit Glück die Cotatores errungen, weil ein junger, aufstrebender Wrestler, der dich in der letzten Show abklopfen ließ, Sean, einen Fehltritt gemacht hat. Ihr habt eure Gürtel mit Glück zwei Mal verteidigt, da ihr zuerst drei verfeindeten Wrestlern gegenüber standet und dann von Jimmy Maxxx Eingriff profitiert habt. Das Potential für den Hauptkader der PCWA hattet ihr damals schon, als ich euch gemanagt habe. Das war nicht eure Leistung, sondern meine! Ich habe euch zusammen gebracht, euch analysiert... Aber alles, was ihr danach ohne mich in der PCWA gemacht habt, ist eine riesige Enttäuschung. Ihr schmeißt euer Potential einfach weg, indem ihr euch mit RM abgebt und eure glücklichen Siege feiert, als wäret ihr die Könige der Welt. Dann besitzt ihr auch noch die Dreistigkeit den Undisputed Gerasy heraus zu fordern und du, Connor, gehst zum Beweis deines vorlauten Mundwerks gnadenlos unter."

Nun ist es Noah, der näher an Connor und Sean heran tritt.

Noah O'Wellhubly: "Mit den Ring Assassins, die ich kannte, habt ihr nichts mehr zu tun! Und genau das wird mein Team Happy Hour bis zum Ende des Imperial Impact 12 bewiesen haben."

Sean Ashfield schnellt nach vorne und greift Noah an dessen Krawatte. Wütend drückt er ihn gegen die Wand. Presst die Worte hervor.

Sean Ashfield: "Wir haben verloren, weil uns deine Jungs attackiert haben, du windiges Arschloch!"

Connor Rogue zieht Ashfield jedoch behutsam von Noah O'Wellhubly weg und bedenkt den Iren mit einem aggressiven Blick, während er zu seinem Partner spricht.

Connor Rogue: "Ich habe gleich einen seiner Spinner im Ring, Sean. Da werde ich ihm zeigen, wie wenig von seinen Worten wirklich wahr ist. Wir lassen die In Ring Action für uns sprechen."

Als Ashfield sich langsam beruhigt, drehen sich die beiden ab und verlassen den Raum. Ihr ehemaliger Manager schaut ihnen einen kurzen Moment nach, dann ruft er ihnen noch etwas hinterher.

Noah O'Wellhubly: "Ach Sean!? Was ich noch wissen wollte. Hast du überhaupt Anspruch auf den Gerasy angemeldet oder RM den Posten freiwillig überlassen?"

Doch eine Antwort auf die Frage erfolgt nicht mehr. Nur ein hämisches Grinsen des Iren ist noch zu sehen.


Mike Garland: "Ich werde das Gefühl, das Ashfield und Rogue haben, bei diesem elenden Iren auch nicht los. Er führt doch noch irgendetwas anderes im Schilde."

Vincent Craven: "Das ist sein gutes Recht. Bis dahin hat er aber auch mit seiner Analyse Recht - die Ring Assassins sind glückliche Cotatores Titelhalter."

Mike Garland: "Gewäsch, Vincent! Wir werden nie erfahren, wie die Matches der Ring Assassins ohne Tony Graves oder Jimmy Maxxx ausgegangen wären. Wieso werden Fehler von anderen aber immer den Ring Assassins zugeschrieben?"

Vincent Craven: "Weil sie mit ihren Siegen prahlen, Mike. Deswegen rekurrierte Noah darauf."

Mike Garland: "Weil Noah O'Wellhubly ein verbales Unschuldslamm ist, natürlich. Ich glaube derweil genausowenig, wie die Assassins, dass der Geschäftsmann es mit Happy Hour wirklich ernst meint. Wie kann man denn überhaupt etwas in Zusammenhang mit Happy Hour ernst meinen???"

Vincent Craven: "Das wirst du wohl in unserem zweiten Match des Abends erfahren, Mike, wenn Gordon Banes Connor Rogue besiegt hat."

Mike Garland: "Wer's glaubt... Ab in die Werbung!"


------------------ PCWA ------------------

Während Vendetta läuft:

Die Bar ist die gleiche wie auch schon am Freitag. Nur, dass es diesmal Vendetta Abend ist und er hier in der "cWc" Bar sitzt, anstatt vor Ort zu sein. Doch was sollte er auch dort? Kein Match für ihn. Kein Match für einen seiner Gegner. Es war eine typische Übergangsshow und Godd hatte sich dazu entschieden diese zu verpassen. Vor ihm steht ein Glas des Whiskeys, welchen er bereits am Freitag dank Marc Poe kennenlernen durfte ... eine wahnsinns Note. Er blickt kurz auf zum Fernseher, welcher am laufen ist und auf welchem - nach kurzer Anfrage bei der blonden Kellnerin - PCWA Vendetta 133 übertragen wird. Die Besitzerin des cWc, Yai, ist nicht hier. Ihren Worten nach hätte sie vielleicht etwas dagegen gehabt, aber so weiß der Brite zumindest bescheid, was in der PCWA gelaufen ist, auch ohne dort gewesen zu sein. Die Werbung, welche gerade läuft, ist für ihn irrelevant und so geht sein Blick wieder zum Glas, aus welchem er einen Schluck nimmt.

Seine Gedanken wandern zu seinen Gegnern in der Elimination Chamber. Da wäre Shadow ... bislang völlig undurchsichtig, aber keinesfalls untalentiert im Ring, wie er beim Impact bewiesen hat. Und auch wenn Marc Poe ihn nicht für würdig hält an diesem Match teilzunehmen, ... unterschätzen sollte er den Burschen nicht. Dann gäbe es da noch Stevie Van Crane ... eine echte Legende und ein ehemaliger Gerasy Champion. Jemand, der es bereits gewohnt ist, den Druck zu spüren, der auf einem lastet, wenn man in solch ein schwieriges Match geht. Doch Stevie war länger nicht mehr da. Auch er muss erstmal zeigen, dass er immer noch der Alte ist, und Godd ist mehr als gewillt, ihn auf die Probe zu stellen. Der Dritte im Bunde ist eben jener Marc Poe, mit dem er am Freitag ein interessantes Gespräch an eben diesem Ort geführt hat. Marc Poe, der beim Impact seine Karriere aufs Spiel gesetzt und triumphiert hat. Auch er ist sicher nicht zu unterschätzen, zumal er über einen ähnlichen Willen zum Sieg verfügt wie Godd selbst.

Und natürlich ist da auch noch Kevin Sharpe. Der Champion höchstpersönlich. Ein Mann, der nicht ohne Grund den Gürtel trägt, um den es geht. Ein Mann, von dem der Engländer voll und ganz überzeugt ist. Ein Mann, den er ohne zu zögern einen Freund nennt! Er respektiert Sharpe enorm, jedoch gibt es in einer solchen Schlacht keine Freunde! Es geht im Ring immer in erster Linie um den Wettbewerb. Und in diesem Wettbewerb spielt es keine Rolle, ob Freund oder Feind.

Und last but not least wäre da noch RM der Kuchen. Godd verzieht beim Gedanken an das Gebäckstück angewidert die Gesichtszüge und nimmt einen weiteren Schluck aus dem Glas, welches nach wie vor halb gefüllt ist. Er hasst diesen Kerl. Er verkörpert all das, wogegen Godd kämpft. Er tritt all jene Werte mit Füßen, welche der Brite so vehement verteidigt. Ja, RM ist der Gegner, um den es ihm hier wirklich geht. Dieser Kuchen verdient schon seit langer Zeit eine Lektion und die Zeit, die er an der Seite von Smash verbracht hat, hat ihn auch nicht sympathischer werden lassen! Der Engländer merkt nicht einmal, wie seine Handfläche sich zu einer Faust ballt. Und was er ebenfalls nicht bemerkt, ist die Gestalt, welche aus den Schatten hervortritt und zu seinem Tisch schreitet. Eine kühle und sehr emotionslose Stimme reißt Godd schließlich aus seinen Gedanken heraus.

???: "Ein interessanter Abend, nicht wahr Mister Godd?"

Der Engländer weitet die Augen. Er kennt diese Stimme. Es ist zwar schon länger her, dass er sie zum letzten Mal vernommen hat, aber er ist sich ganz sicher. Langsam hebt er den Kopf und blickt in glühend rote Augen, umgeben von blauer Haut. Er ist es tatsächlich!

James Godd: "Großadmiral Thrawn!"

Er lässt den Namen kurz sacken, ehe er ein Lächeln aufsetzt. Er hatte mit vielen Dingen gerechnet, aber damit definitiv nicht. 

James Godd: "Ich bin überrascht. Was treibt Sie an diesen Ort?"

Interessiert mustert er den Bläuling, doch dessen Gesichtszüge bleiben hart wie Stein und verstecken jegliche Emotion. Auch eine Antwort bleibt der Admiral ihm zunächst schuldig. Stattdessen greift er sich den freien Stuhl an Godd's Tisch und nimmt erst einmal Platz. Er mustert den Engländer noch einen Augenblick, als würde er ihn röntgen, dann setzt er mit kühler und kontrollierter Stimmlage zu einer Antwort an.

Großadmiral Thrawn: "Das Übliche, Mister Godd. Die ewig währende Suche nach den richtigen Informationen. Ein niemals endender Kreislauf, befürchte ich."

Er streift sich kurz mit der Hand über seine weiße Uniform, ehe er fortfährt.

Großadmiral Thrawn: "Viel überraschender als meine Anwesenheit an diesem verwegenen Ort ist jedoch die Ihre, möchte ich meinen. Sollten Sie nicht viel eher im Theatre sein, um sich auf Ihre kommenden Aufgaben vorzubereiten?"

Für einen kurzen Moment wirkt es ganz so, als würden die roten Augen des Admirals aufblitzen, doch dann ist es auch schon wieder vorbei. Der Engländer lässt sich die Frage des merkwürdigen Bläulings durch den Kopf gehen, ehe er dem Admiral eine Antwort schenkt.

James Godd: "Manchmal ist ein ruhiger Ort die beste Möglichkeit sich vorzubereiten. Alleine mit seinen Gedanken ist man manchmal weniger abgelenkt und entdeckt Details, die einem sonst nicht aufgefallen wären."

Der Admiral nickt mit dem Kopf und fast sieht es so aus, als würde er dem Engländer ein Lächeln schenken, bei genauerer Betrachtung bleibt die Miene von Thrawn jedoch emotionslos wie eh und je.

Großadmiral Thrawn: "Sie haben dazugelernt, Mister Godd, ich gratuliere Ihnen zu dieser Einsicht. Jedoch ist dies nur die halbe Wahrheit, Mister Godd, denn auch im Theatre finden sich Orte der Ruhe ... Des Weiteren möchte ich meinen, dass das Attribut ruhig, nicht unbedingt auf dieses Lokal zutrifft, Mister Godd."

Godd wirkt einen Moment lang überrumpelt. Er weiß nicht, was er darauf erwidern soll, doch ganz unrecht hat sein Gegenüber mit seiner Feststellung definitiv nicht. Noch ehe Godd jedoch etwas darauf erwidern kann, ist es abermals die kalte und monotone Stimme des Großadmirals, welche das Wort ergreift.

Großadmiral Thrawn: "Ist es nicht viel eher so, dass sie Konflikten aus dem Weg gehen, deren Wiederholung Sie fürchten?"

Godd weitet kurz die Augen. Er versteht nicht ganz, was der Admiral meint. Fragend blickt er den Bläuling an.

James Godd: "Ich befürchte, ich verstehe Sie nicht ganz Großadmiral."

Thrawn's Blick durchbohrt den Engländer fast, während er ihn schweigsam betrachtet. Godd hingegen wartet immer noch auf weitere Erklärungen, doch der Bläuling schweigt auch weiterhin. Godd ist sich unsicher, ob er seine Anmerkung nochmal wiederholen soll. Thrawn ist einfach extrem seltsam und Godd wird sich auch in Zukunft nur schwer daran gewöhnen können, doch so ergeht es vermutlich jedem, der auf den Admiral trifft. Während der Engländer diesen Gedanken nachgeht, spricht Thrawn schließlich doch noch.

Großadmiral Thrawn: "Erinnern Sie sich an Ihre Freundschaft mit Mister Mad Dog. Erinnern Sie sich daran, wie der Kampf um den Tribune Title Ihre Freundschaft entzweite. Aus besten Freunden wurden verbitterte Rivalen, welche für den jeweils anderen nur noch Verachtung übrig hatten. Ich bin sicher, dass ich Ihnen die Parallelen zu Ihrer gegenwärtigen Situation nicht näher erläutern muss, Mister Godd!"

Der Engländer will den Mund öffnen, um zu sagen, dass die Situation zwischen ihm und Kevin Sharpe eine völlig andere ist, als jene zwischen ihm und Mad Dog damals, doch ehe er dazukommt, fährt Thrawn auch schon fort und erstickt den Protest im Keim.

Großadmiral Thrawn: "Sind Sie sich da wirklich sicher Mister Godd? Ist die Situation wirklich eine Andere? Damals ging es "nur" um den zweithöchsten Titel der Liga, Mister Godd ... in diesem Fall um den höchsten. Denken Sie nicht auch, dass die Emotionen hier noch mehr gefördert werden? Zumal in dieser Umgebung ..."

Der Blick des Bläulings ruht weiterhin monoton auf den Gesichtszügen des Engländers, der sich hier völlig ertappt fühlt, es aber andererseits auch nicht wahrhaben will. Es ist das Gefühl, welches ihn schon am Freitag das cWc verlassen und das Gespräch mit Poe abbrechen ließ. Energisch schüttelt James den Kopf.

James Godd: "NEIN! Kevin ist nicht Mad Dog. Kevin Sharpe ist ein Mann von Ehre. Was damals zwischen mir und dem Hund geschah, war vor allem das Werk von Robert Barker als Schlächter. Er war es, der uns so konsequent gegeneinander ausgespielt hat! Das wird sich zwischen mir und Kevin nicht wiederholen, ganz gleich wie der Kampf am Ende ausgeht!"

Er nickt entschlossen mit dem Kopf. Der Admiral reagiert darauf jedoch nur mit einer abweisenden Handgeste, ehe er abermals mit ruhiger Stimme das Wort ergreift.

Großadmiral Thrawn: "Ganz wie Sie meinen, Mister Godd."

Er nickt kurz mit dem Kopf und erhebt sich schließlich wieder vom Stuhl. Kurz betrachtet er noch einmal den Engländer, ehe er ihm die Hand entgegenstreckt.

Großadmiral Thrawn: "Und nun müssen Sie mich entschuldigen, Mister Godd ... wie ich Ihnen bereits mitteilte, das Geschäft mit den Informationen ..."

Godd ergreift die ausgestreckte Hand. Für wenige Sekunden zeichnet sich ein kühles Lächeln auf dem blauen Gesicht ab, ehe es auch schon wieder abebbt.

Großadmiral Thrawn: "Ich danke Ihnen jedoch für dieses äußerst erhellende Gespräch, Mister Godd, und wünsche Ihnen noch einen angenehmen Abend. Ich bin mir sicher, dass sich unsere Wege auch in der Zukunft noch einmal kreuzen werden."

Der Admiral verbeugt sich kurz und dreht sich dann wortlos um, um einmal mehr in den Schatten zu verschwinden. Godd blickt ihm nach und murmelt zwischen seinen Zähnen.

James Godd: "Das befürchte ich auch ..."

Denn nun wo der Admiral den Punkt mit Mad Dog aufgebracht hat, geht er ihm nicht mehr aus dem Kopf. Was wenn dieser Kampf in der Elimination Chamber wirklich zu viel für die Freundschaft zwischen ihm und Kevin Sharpe ist? Das meinte wohl auch Yai, als sie von Messern im Rücken sprach. Er schüttelt den Kopf. Das kann einfach nicht sein. Er hebt sein Glas und leert den restlichen Whiskey in einem Zug. Dann erhebt er sich, um zu zahlen. Er will diesen Ort nun schnellstmöglich verlassen ... fest entschlossen bei der nächsten Gelegenheit mit Kevin zu sprechen, um die Sache bereits im Vorhinein aus der Welt zu schaffen.


------------------ PCWA ------------------

Änderungen bei Menschen zeigen sich zumeist auch äußerlich.

Wir werden Teenager und schneiden unsere Jeans auf. Färben unsere Haare und kleiden uns schwarz. Wir reißen die alten Poster von der Wand und ersetzen sie durch unsere neuen Idole. Und wenn das Monster der midlife crisis um die Ecke kommt, schneien wir mit der hippen Ray Ban-Sonnenbrille ins nächstgelegene Autohaus und reißen uns den roten Sportschlitten unter den Nagel.

Bei Stevie Van Crane kam die Veränderung anders.

Kein neuer Ferrari. Kein schwarzes Longsleeve, keine tief ins Gesicht gezogene Kapuze. Keine midlife crisis. Er sieht aus wie immer, als er durch die Gänge der PCWA schlendert. Gut gepflegter Bart, wache Augen, die keinerlei schlechtes Gewissen zeigen. Er hat die Hände in die Taschen der grauen Jeans gesteckt, der für sein Alter perfekt durchtrainierte Oberkörper zeichnet sich unter dem frühlingshaft weißen T-Shirt ab. So sieht ein Mann aus, der mit sich im Reinen ist. Der genau so funktioniert, wie er funktionieren will und sollte.

Stevie Van Crane hat alles erlebt. Gefühlte Jahrhunderte Wrestling, in allen Varianten und Variationen. Er kennt den Geschmack des Verrats. Er kennt die anklagenden Blicke.

Aber er kennt auch dieses angenehm warme Gefühl vollkommener Überzeugung, genau das Richtige zu tun. Auch wenn es niemand außer ihm verstehen sollte.

Er schaut mit einem knappen Lächeln auf die Poster der PCWA-Vergangenheit. Die starren Blicke und Konterfeits alter Legenden. Sie haben sich verabschiedet.
Heute geht es nur darum, einen möglichst emotionalen, bleibenden Abschied hinzubekommen. Alle wollen in Würde gehen und für immer in Erinnerung bleiben.
Stevie Van Crane ist all das egal.

Erinnerungen sind nicht so wichtig wie die Tat der Gegenwart..

Urplötzlich spürt der Enemy Number One zwei kräftige Hände, die ihn packen und gegen die Wand schleudern. Der Aufprall presst sämtliche Luft aus Stevie's Lungen und Sterne tanzen vor seinen Augen. Durch den Schleier aus Blitzlichtern erkennt er eine Gestalt, die ihm vage bekannt vorkommt.

"WAS ZUM TEUFEL IST EIGENTLICH LOS MIT DIR???"

Gut. Der Klang der ihm sehr wohl bekannten Stimme lässt keine Zweifel mehr zu, wer ihn hier überrascht hat. Er schüttelt kurz den Kopf und fixiert seinen Gegenüber. In dessen Gesicht hat sich die bereits bekannte Zornesröte manifestiert.

SVC: "Hallo Kevin."

Stevie's Stimme ist ruhig. Fast verständnisvoll.

Der Undisputed Gerasy Champion blinzelt kurz.

Sharpe: "Ist das dein fucking Ernst? Das Erste, was dir nach deiner Aktion bei der letzten Vendetta einfällt ist 'Hallo Kevin'? Ich frage dich erneut... was zum Teufel ist los mit dir, Stevie? Erst verlässt du die PCWA für den wohlverdienten Ruhestand, was ich dir absolut gönne. Dann kommst du zurück, als Full Time Wrestler. Auch das kann ich verstehen. Das Business lässt einen einfach nicht los, ich kenne das selbst nur zu gut. ABER... "

Er atmet einmal tief durch und stemmt die Arme in die Hüften.

Sharpe: "Du bist anders, Stevie. Du kleidest dich in kryptische Aussagen und Worte... und ziehst so eine Aktion ab, die absolut gegen ALLE Regeln verstößt. Das bist nicht du, Mann. Aber es erinnert mich an einen gemeinsamen 'Freund' von uns. Du weißt, wen ich meine."

Stevie Van Crane lächelt.

Wenn es wenigstens ein wahnsinniges Lächeln wäre, das vieles für Kevin Sharpe erklären und einfacher machen würde.
Wenn irgendein Ausdruck von Delirium oder Hass in den Augen des Enemy Number One liegen würde, etwas, dass seine Handlungen bei der letzten Show erklären könnte. Aber Stevie sieht aus wie immer. So als hätte er gerade Autogramme für Fans geschrieben und ein normales Interview hinter sich gebracht.

SVC: "Wir hängen irgendwie fest, Kevin.. findest Du nicht auch? Wann immer in diesen Hallen die Regeln dahinschmelzen, malen wir den Teufel an die Wand und werfen die Tinte nach ihm, mit der wir unsere eigenen Sünden geschrieben haben. Eleven ist zu unserem Freitag dem 13. geworden. Wann immer wir von der Leiter fallen und andere unter uns begraben, müssen wir nur auf diesen Tag zeigen. Und wenn etwas passiert wie bei der letzten Vendetta, dann ist die einzige Erklärung, dass man den Verstand verloren hätte. Ist das nicht zu einfach? Wie lange sind wir schon in diesem Business, Kevin? Sind wir nicht zu erwachsen für diese Sandkasten-Beschuldigungen? Ich würde niemals deine Intelligenz beleidigen, indem ich mich hinstelle und sage: 'Wow, das, was Du eben gemacht hast - das wolltest Du doch nicht wirklich. Das bist doch nicht Du!'"

Er reibt sich durch den Bart. Das klingt in der Tat nach niemand anderem als Stevie van Crane.

Sharpe: "Du magst Recht haben und vielleicht habe ich ein wenig überreagiert. Sorry dafür. Dennoch... ich will es nur verstehen, wieso du vor der Kamera plötzlich ab und zu wie ausgewechselt wirkst. Ist das der Zwang, noch einmal die Hand an das große Gold zu legen und es vielleicht sogar fest zu halten? Ist es eine Art von Midlife Crisis, der du hier versuchst entgegen zu wirken?"

Er legt den Kopf leicht schief.

Sharpe: "Mit Gewalt zurück in den Main Event? Ist es das, was du willst?"

Stevie Van Crane hat die Arme vor der Brust verkreuzt, will schon antworten, doch dann fällt sein Blick auf ein altes PPV-Poster.
Mit einem Lächeln schaut er auf das Konterfeit von Grizz Lee.
Lee und Sharpe. Wie Brüder..

Wie Van Crane und Thera.

Mal verfeindet, mal verbrüdert, mal im Blut des anderen badend. Aber immer verbunden, immer eins. Für die Ewigkeit aneinander gekettet. Durch gute, schlechte und katastrophale Zeiten.

SVC: "Wenn Grizz in seiner langen, narbenbedeckten Karriere einen Plan schmiedete und zum Stuhl griff, dann hatte er Gründe. Und die waren NIE darin begründet, dass er sich selbst verloren und sich in sich selbst verirrt hat. Wir kennen ihn. Er war immer derselbe. Er hat sich nie verraten. Die Opfer lagen zu seinen Füßen, die Fans haben es gefeiert oder ihn ausgebuht, aber niemand hat jemals gedacht, dass er im Affekt gehandelt hätte. Und ich könnte jetzt enttäuscht sein und im Weltschmerz baden, wenn Du meine Identität und meinen Geisteszustand anzweifelst. Aber ich bin über den Punkt der verletzten Eitelkeit seit Ewigkeiten hinweg. Meine Gründe sind genau das.. MEINE Gründe. Ich muss niemandem mehr etwas erklären. Ich muss niemanden von mir überzeugen. Vielleicht wird man es erst viel später, vielleicht sehr viel später erst verstehen."

Er weiß nicht, ob es eine gute Idee ist, dennoch legt er dem Enemy Number One die Hand auf die Schulter.

Sharpe: "Du sagst, dass du seit Ewigkeiten über die verletzte Eitelkeit hinweg bist. Greifst aber zeitgleich zu der antiquiertesten Methode, die es im Business gibt, um dir Gehör zu verschaffen, beziehungsweise deinen Standpunkt zu untermauern."

Plötzlich muss er lachen.

Sharpe: "Eigentlich trieft es nur vor Ironie, wenn ICH dir vorwerfe, deine Standpunkte mit Gewalt durchzusetzen. Ich erkenne mich ja selbst darin. Aber... eben jene Aktionen... auch meine... haben, wenn es zu derartigem kam nur Unverständnis geerntet. Und genau das ist es, was gerade bei dir passiert. Man möchte beinahe pathetisch die Fäuste gen Himmel schütteln und 'Why, Stevie, why' brüllen."

Er nimmt die Hand von Stevie's Schulter und sucht seinen Blick.

Sharpe: "Warum, Stevie? Mehr will ich doch gar nicht wissen."

Stevie Van Crane blickt in Kevins doch etwas ratlose Augen.
Er versucht mit seinem typischen Lächeln etwas Ruhe auszustrahlen.

SVC: "Seraya und ich waren mal in einer Gemäldegalerie. Viele Werke berühmter Künstler hingen dort. Landschaftsbilder, Stillleben - Obstschalen und Teekannen. Und dann - aus dem Nichts hinter der nächsten Ecke - ein verqueres, abstraktes Bild. Undurchdringlich, verschrobene Formen und Konturen. Und fast jeder Besucher blieb dort ratlos stehen, kopfschüttelnd. Und während fast alle nach dem 'Warum' fragten, sah Seraya einfach auf das Bild, schaute mich an und fragte NICHT nach dem 'Warum'. Sie sagte einfach nur: "Es ist anders, und dennoch schön." Ja, Kevin. Veränderungen sind vielleicht nicht immer schön, nicht immer auf rationalen Gründen basierend, aber sie kommen aus der Tiefe des Herzens. Sie sollten nicht zufällig sein."

'Das weißt du besser, als jeder andere'... sagen die Augen des Enemy Number One. Aber er spricht es nicht laut aus. Aus Respekt. Und den hat er nach wie vor für Kevin Sharpe. Und er weiß, dass es umgekehrt genauso ist. Andernfalls würden sie beide jetzt nicht diese Konversation führen. Und auch der Champion hat verstanden.

Sharpe: "Sofern du mit der Veränderung für dich selbst gut leben kannst, dann freut mich das. Ich habe dahin gehend eher schlechte Erfahrungen gemacht. Allerdings sollte man meinen Fall vielleicht nicht unbedingt zum Präzedenzfall deklarieren. Aber... "

Sein Blick wird fest, die Stirn ist gerunzelt.

Sharpe: "Kenne deine Grenzen. Und versuche nach Möglichkeit, diese nicht zu überschreiten. Denn dann, mein Freund... könnte es Ärger geben."

Stevie Van Crane legt die Hand auf Kevins Schulter. Der Griff ist fest, aber freundschaftlich.
Ein entschlossenes Nicken dazu.

SVC: "Was immer auch passieren wird, Kev. Es geschieht nicht aus Hass, nicht aus Verzweiflung, nicht um Aufmerksamkeit zu erregen. Alles geschieht aus Liebe. Aus GUTEN Gründen. Alles... für die PCWA."

Damit dreht sich Van Crane einfach um und geht.

Zurück bleibt Kevin Sharpe, der die letzten Worte von Stevie van Crane flüsternd wiederholt.

Sharpe: "Ja, Stevie... alles für die PCWA."


Mike Garland: "Ha Ha... Alles für die PCWA. Das ich nicht lache. Es sollte besser 'Alles für den Gerasy' heißen."

Vincent Craven: "Die Attacke von Stevie van Crane bei der letzten Show ist für uns alle schwer zu verstehen. Die Wut von Kevin Sharpe kann ich absolut nachvollziehen... Aber SVC wäre nicht SVC, wenn er nicht emotional hinter seiner Tat stehen würde."

Mike Garland: "Ob die Stuhlschläge aus der Tiefe seines Herzens kommen oder nicht... Es bleiben Stuhlschläge! Aber schön, wie er dich und Kevin hier verbal einlullen kann."

Vincent Craven: "Hättest du als Stevie van Crane die Chance etwa ausgeschlagen, wenn Jona Vark sie dir geboten hätte? Ich glaube 'Alles für die PCWA' könnte auch ein Zitat von Jona Vark sein, meinst du nicht auch?"

Mike Garland: "Du meinst, dies war ihr Argument, was ihn schließlich überzeugte? Nein! Ich glaube nicht, dass Jona viel Überzeugungsarbeit leisten musste... Obwohl klar war, dass diese Entscheidung eine Ohrfeige für die anderen wird."

Vincent Craven: "Zumindest dürften Stevie und Jona mit der Reaktion der anderen, die SVC mit Sicherheit nicht in diesem Match haben wollen, die seinen Spot nicht als verdient und seine Attacke als überflüssig ansehen, gerechnet haben. Vielleicht ist dieses Kalkulieren auch eine der Veränderungen, die Stevie hier anspricht."

Mike Garland: "Sharpe hat ihn jedenfalls wieder eingenordet. Ob er sich daran hält, ist eine andere Frage. Ich hoffe nicht! Denn wieso sollte er sich jetzt noch vor Ärger fürchten, wo er ihn doch sowieso schon von allen Seiten erwarten kann?"

Vincent Craven: "Wie die anderen im direkten Kontakt auf Stevie van Crane reagieren, wissen wir noch gar nicht. Das wäre interessant zu erfahren. Schalten wir deswegen mal zu Marc Poe und schauen, ob wir dort noch mehr erfahren können."


------------------ PCWA ------------------

Marc Poe ist ziemlich spät dran: die Hälfte der heutigen Vendetta ist bereits vorbei und er ist vor wenigen Minuten erst angekommen. Trotzdem wirkt der Marylander äußerlich ziemlich entspannt. In seinem legerem Outfit - kaputte Blue-Jeans, weißes Polo-Shirt und weiße Sneakers - schlendert er durch die Gänge des PCWA-Theaters. Die Wahrheit ist: Marc ist gar nicht so entspannt, wie es rüberkommt. Poe ist angepisst, man könnte inzwischen meinen, dass es sich um einen Dauerzustand handelt.

Der Grund für seine schlechte Laune und die verspäte Ankunft ist, dass Circumvent heute die Cryption Crown verteidigt... und zwar nicht gegen Poe. Der Marylander hatte sich die letzten Tage perfekt auf dieses Match vorbereitet, denn er war sich die ganze Zeit ziemlich sicher, dass er derjenige ist, der gegen den Waliser antritt. Keine Nachricht von Jona Vark für ihn und inzwischen steht Circumvents Gegner fest.

Warum hat er seine Sporttasche überhaupt mitgebracht? Kein Kampf und für Training ist es eigentlicht auch zu spät. Am besten wäre der ehemalige Hafenarbeiter in seinem Appartment geblieben, erst recht nachdem er nun bei Twitter über das Comeback von Rob gelesen hat. Verständlicherweise hält sich seine Begeisterung darüber in Grenzen, allerdings ist Rob erstmal nebensächlich.

Poe steckt sein Smartphone zurück in seine Lederjacke. Mittlerweile ist er bei seiner Kabine angekommen. Marc schaut zur Sicherheit nochmal auf das Türschild und will gerade nach der Klinke greifen.... Er schüttelt den Kopf und wirft einen zweiten Blick auf das Türschild.

MARC POE

&

SHADOW
 

Der Mann aus Baltimore reibt sich die Augen, doch der Name des Schattens verschwindet nicht. Ernsthaft? Er soll sich echt eine Kabine mit einem seiner Gegner beim Impact teilen? Wenn es einen Platzmangel gibt, warum wurde er dann nicht wenigstens Kevin Sharpe oder James Godd zugeteilt? Poe drückt den Lichtschalter und im Lockerroom geht das Licht an... oder auch nicht.

Marc Poe: "Was ist das für eine abgefuckte Scheiße? Hat die PCWA Geldprobleme? Erst muss ich mir meinen Raum mit Shadow teilen und dann funktioniert dieses verdammte Licht nicht richtig. Läuft bei mir..."

Das Betätigen des Lichtschalters hat zwar die Beleuchtung der Umkleide erhellt - allerdings nur einen Teil. Genauer gesagt nur ein paar einzelne Energie-Sparlampen, welche zudem noch so gedreht worden waren, dass sie einen schmalen Lichtkegel auf den vorderen Teil der Garderobe schicken.

Marc Poe: "Das ist doch zum Kotzen! Wahrscheinlich wurden zusätzlich noch die Steckdosen deaktiviert - wie soll ich mein Smartphone laden? Dann mach ich eben einen auf Hausmeister und repariere erstmal das verfickte Licht...

„Lass es so!“

Poe hält inne und orientiert sich kurz - war ja klar … ähnlich einem Indianer hebt er die flache Hand an die Augenbrauen und blickt suchend in den diffus dunklen Teil des Raumes, welcher faktisch eine Spiegelung seines beleuchteten Bereiches ist. Auch hier stehen ein paar Spinde und Bänke, die sich bis zur Mitte erstrecken, wo ein Tisch mit Stühlen sowie der Durchgang zur Dusche die gefühlte Grenze bilden. Und dort, am Fuße eines der Schränke, kann er die Schemen des vermuteten Schattens ausmachen - in seiner üblichen Pose: in dunklen Klamotten am Boden hockend, gegen den Spind gelehnt und ein Arm auf einem angewinkelten Bein abgelegt. Der Kopf … wie immer vom Haupthaar verdeckt und leicht nach unten geneigt.

Marc Poe: "Bist du also für diese Atmosphäre verantwortlich? Meinste, bei mir kommen so irgendwelche romantischen Gefühle hoch? Oder hast du die Kabine einfach nur in zwei Abschnitte aufgeteilt? Dein Tanzbereich und mein Tanzbereich?"

Shadow: "Wenn wir schon an der Situation nichts ändern können, dann sollten wir wenigstens das Beste draus machen."

Marc Poe: "Situation?!"

Wortlos fliegt Marc etwas aus Richtung des Unfathomable Dark entgegen. Gekonnt fängt er es auf … und bemerkt, dass es sich um einen Brief handelt, der mit „Poe & Shadow“ andressiert ist. Mit krauser Stirn lässt Poe seine Tasche auf eine Bank gleiten, entnimmt den Briefbogen und entfaltet diesen. Er liest laut vor:

Marc Poe: "Mr. Poe und Mr. Shadow, da ich ihren Konflikt bei der letzten Vendetta mitbekommen habe, möchte ich diesem mit der heutigen Kabinen-Zusammensetzung direkt entgegenwirken. Deshalb habe ich auch kein Match zwischen ihnen beiden bezüglich des First- / Last Entrance angesetzt. VOR dem Elimination Chamber Match beim Imperial Impact wird es kein Singles Match zwischen ihnen geben, von daher reißen sie sich bitte zusammen. Hochachtungsvoll, Jona Vark!"

Kopfschüttelnd zerknüllt Poe den Brief und schleudert ihn zur Seite. Wieder kein Wort zum heutigen Cryption Crown Titel Match, dafür ist Shadow nun sein neuer Mitbewohner.

Shadow: "Wenn das Leben dir Zitronen gibt, macht man am besten Limonade davon…"

Marc Poe: "Und wenn ich eine Avocado bekomme, dann mach ich mir Guacamole? Deine tollen Weisheiten kannst du dir sonst wohin schmieren."

Elegant drückt sich der dunkle Fighter in den Stand hinauf.

Shadow: "... einfache Logik ist die Beste, nicht wahr?! Führt zwangsläufig immer zum Ziel. Jeder glaubt gar leicht, was er fürchtet und wünscht. Selbst, wenn jemand beispielsweise Fan vom Schmieren ist. Ich habe zwar noch niemand getroffen, der derart elegant um einen Satz heiße Ohren gebettelt hat, aber wenn es unbedingt sein muss..."

Er macht einen flüchtigen Schritt nach vorn, doch sofort hat Marc die Fäuste kampfbereit ausgefahren.

Marc Poe: "Du willst kämpfen? Ich bin bereit. Es interessiert mich nicht im Geringsten, was in dem Brief steht. Vielleicht ist sie gar nicht der Verfasser, sondern du! Und falls du den Brief geschrieben hast, dann würde ich dir mit einem Fight in der Kabine nur in die Karten spielen."

Poe nimmt seine Fäuste nach unten und winkt ab. Dann setzt er sich im Schneidersitz in "seinen" Teil der Umkleide.

Shadow: "Also nicht?! Tja, wenn es nicht sein soll, dann dürfte deine Alternative vermutlich Klinkenputzen heißen. Bin sicher, dein alter Busenkumpel mit der goldenen Veredlung wird dir sicher ein Obdach für heute Abend geben. Angesichts dessen, was du mit dem Brief veranstaltet hast, wundert es mich nicht, dass du so ungezwungen auf dem Vulkan tanzt. Meinst du, dieser neue Bad Boy - Weg ist eine bessere Strategie, um einer gewissen Person den Hof machen zu dürfen?"

Marc Poe: "Jona und ich spielen miteinander. Sie handelt nicht, wie ich es mir wünsche und ich mache dann einen auf böser Bube. Offensichtlich turnt es sie genauso an wie mich. Dennoch bezweifle ich immer noch, dass dieser Brief überhaupt von ihr ist."

Der Marylander legt seine Hände in den Nacken und macht einen auf cool. Innerlich kocht er. Poe weiß, dass Jona Vark nicht mit ihm spielt. Sie hat offensichtlich ein Problem mit ihm, denn warum sonst werden ihm immer größere Steine in den Weg gelegt. Jedoch wird der ehemalige Hafenarbeiter einen Teufel tun hier und jetzt etwas gegen seine Chefin zu sagen. Das wäre ein Eigentor. Lieber sollte er das direkte Gespräch suchen, wenn sich absolut nichts ändert. Falls dies dann nicht von Erfolg gekrönt sein sollte, dann wird die PCWA in nächster Zeit wohl den Marc Poe erleben, der bereits gegen seinen Vater Donald Armitage rebellierte. So macht der ehemalige Cotatores Champ erstmal ein Pokerface und startet wie bei Vendetta 132 einen weiteren Versuch, den Schattenmann aus der Reserve zu locken.

Marc Poe: "Was ist heute eigentlich mit dir los? Hast du schlecht geträumt, Bleichgesicht? War es nicht dunkel genug in deinem Sarg? Ruh lieber noch eine Runde und fahr deine Aggressivität mal etwas runter. Immerhin wohne ich jetzt auch hier. Und bevor der heutige Main Event startet, möchte ich mich noch etwas entspannen. Ich freue mich schon diesen Kampf zu sehen, du nicht auch?"

Shadow geht langsam auf Poe zu, stellt sich vor ihm in Position...
... dreht nach einem kurzen Augenblick aber ab und bückt sich.

Shadow: "Erinnerst du dich, was ich dir letzte Show gesagt habe?"

Der Baltimore - Homeboy öffnet leicht den Mund, überlegt dann aber scheinbar zu lange eine mögliche Antwort - sodass der Schatten, nachdem er das geknüllte Briefpapier gegriffen hat, sich wieder aufrichtet und fortfährt.

Shadow: "Ich habe dich ermahnt, dir über alle Konsequenzen im Klaren zu sein sowie, dass wenn du bestimmte Türen durchschreitest, es manchmal kein Zurück mehr gibt..."

Er läuft aus dem Hellen zurück in seinen dunklen "Tanzbereich" ... bleibt dann aber stehen und dreht Marc den Kopf zu.

Shadow: "Meinst du, das war eine Floskel? Denkst du, ich gehe zur Tagesordnung über, als wenn nichts gewesen wäre? Nach München hatte ich eigentlich gedacht, dass da eine gewisse respektvolle Schnittmenge gewesen wäre - aber da habe ich mich wohl getäuscht. Oder erklär' du es mir, warum du letztes Mal sämtliche offenen Hände meinerseits ausgeschlagen hast? Ich hab keine Erklärung dafür - ergo kannst du jetzt nicht erwarten, mit gleichen Level wie immer behandelt zu werden. Die Tür, .... Homeboy, ist zu!"

Marc Poe: "Und ich dachte wir wären mittlerweile so etwas wie Freunde. Gut, ich bin immer noch sauer, dass du die Chance auf den Gerasy erhältst. Dies ist sicherlich ein Teil von Jonas Spiel, deshalb kannst du nichts dafür. Jedoch hast du die Tür für RM zum Imperial Impact geöffnet, hab ich dir inzwischen auch verziehen. Immerhin bist du aufgetaucht und hast Sharpe, Godd und mich unterstützt."

Der sarkastische Unterton ist dem Schatten nicht entgangen. Poe erhebt sich und geht einige Schritte in Richtung der dunklen Seite.

Marc Poe: "Die Wahrheit ist: ich weiß trotzdem nicht, auf welcher Seite du stehst. Vielleicht steckst du mit Stevie Van Crane unter einer Decke und warst das Ablenkungsmanöver."

Poe kneift die Augen zusammen und wirft einen tieferen Blick ins Dunkle, Shadow kann er allerdings nicht erkennen.

Marc Poe: "Doch warum sollte Stevie dich niederschlagen, wenn du auf seiner Seite bist? Wie wäre es, wenn du die Sache aufklärst?"

Erklären … er hegte noch immer die bange Hoffnung, dass Poe wusste, worauf er sich einließ, wenn er ihn um Erläuterung bat. Und das in ausschweifender Bandbreite. Aber für den Moment musste die Kurzfassung genügen. Also wandte er seine Aufmerksamkeit dem mittigen Tisch zu – mit einem Anflug von Glucksen …

Shadow: „Freunde … so nennt man Leute, die mit einem eher den Weg gehen, statt ihnen den bloß zu zeigen … ich bin froh, dass ich weiß, wie ich deine Spitzen zu nehmen habe - denn, was wahre Freundschaft für dich bedeutet, zeigt mir die Geschichte der PCWA.“

Als würde er ihn faktisch nicht beachten, setzt sich Schattenmann an den Tisch und breitet das Briefpapier vor sich aus.

Shadow: „Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich bin, wer ich bin … und was mich das zwischenmenschlich am Ende kostet. Aber andererseits – wer bereit war … to take a walk on the dark side … dann habe ich den nicht zwangsläufig abgewiesen. Genauso wenig wie Leute, die mit dem Rücken zur Wand stehen … oder die Tendenz gleicher Wellenlänge signalisiert haben. Zumindest anfangs …“

Mit sichtlicher Akribie glättet er den Papierbogen auf der Tischplatte und streicht die Knicke und Falze so gut es geht raus.

Shadow: „Du fragst mich, ob ich mit RM oder Stevie im Bunde stehe … und begreifst noch immer nicht. Begreifst nicht, dass dein Ehrgeiz dich blind macht. Abstumpft für die paar Funken Ehrlichkeit in einem Geschäft, das nur der Stärke huldigt und dabei vergisst, dass diese sich erst dann beweist, wenn man auch Schwäche zu zeigen bereit ist. Und du bist genauso ein Follower, seitdem das Gold dieser Liga in deiner Schlagdistanz liegt ….“

Er hat das Blatt soweit es geht geglättet, blickt aber immer noch nicht auf zu Poe, der inzwischen hinter ihn getreten ist und versucht über seine Schulter zu schielen. Shadow seinerseits hat auf einmal einen Stift in der Hand und fängt an, etwas niederzuschreiben.

Shadow: „Politiker, Football-Leitwölfe, Stadttauben … Wrestler – sie alle benehmen sich auf die gleiche Weise: sind sie oben kacken sie einem auf den Kopf, sind sie unten fressen sie einem aus der Hand. Keiner versucht aus diesem Teufelskreis mal auszubrechen, weil man seine Kräfte für andere Dinge aufspart…“

Ruckartig dreht Shadow den Kopf so, dass Poe ein wenig zurückfedert.

Shadow: „… du bildest da inzwischen keine Ausnahme mehr."

Marc Poe: "Blind vor Ehrgeiz? Das ich nicht lache. Ehrgeizig war ich schon, seit ich hier in der PCWA angekommen bin. Von Anfang an bin ich meinen Weg gegangen und wollte erfolgreich sein. In diesem Punkt habe ich mich nicht verändert."

Poe dreht seinen Kopf und versucht wieder einen Blick auf das Blatt Papier zu werfen. In dem Fall ist er tatsächlich blind, denn er kann die Schrift des Schattens von hier nicht lesen.

Marc Poe: "Seinen eigenen Weg gehen - das klingt im ersten Moment egoistisch. Letzten Endes sind wir alle Egoisten. Und trotzdem kann auch in der PCWA sowas wie Freundschaft entstehen. Kevin Sharpe hat mir geholfen, als ich ihn brauchte."

Der Marylander geht zurück auf die helle Seite des Raums und lehnt sich mit dem Rücken an die Wand. Die Niederschrift Shadows wird er sowieso nicht lesen können.

Marc Poe: "In der Elimination Chamber werde ich zuallererst an Sharpes Seite fighten und wenn es am Ende heißt 'er gegen mich', dann werde ich mich wieder für den Weg entscheiden, mit dem ICH am besten leben kann. Hauptsächlich geht es mir bei der Elimination Chamber und in der PCWA nur um die Gerechtigkeit. In meinen Augen stehen Van Crane, RM und du für die Ungerechtigkeit, IHR habt die Teilnahme an diesem großartigen Match nicht verdient."

Poe geht wieder ein paar Schritte in seinem Tanzbereich auf und ab. Shadow beobachtet die Bewegungen des Marylanders ganz genau.

Marc Poe: "In der Chamber werdet ihr eure gerechte Strafe erhalten und wenn am Ende tatsächlich noch der Gerasy für mich rausspringt, wäre das die Kirsche auf meiner Sahnetorte."

Der Mann aus Baltimore hockt sich wieder in den Schneidersitz und atmet tief ein. Und aus.

Marc Poe: "Wenn ich den Titel nicht hole, dann habe ich trotzdem nach meinen Prinzipien gehandelt und kann mich immer noch im Spiegel betrachten. Deshalb werde ich IMMER eine Ausnahme sein. In meinen Augen solltest du ein bisschen mehr Selbstreflektion zeigen. Du warst ein Titelträger in einer anderen Liga, kommst in die PCWA und meinst dadurch einen Sonderstatus zu haben? Nebenbei wirfst du mir dann vor, dass ich ein Titel-Follower bin. Wer schmückt sich nicht gerne mit einem Gürtel um die Hüfte? Und falls du dich erinnern kannst, hatte ich meine Hand lediglich nach der Cryption Crown ausgestreckt! Warum? Titel sind die Währung in unserem Geschäfft. Ich bin weder mit der PCWA noch mit der Geschäftsfühererin verheiratet. Ein Einzeltitel hier und es öffnen sich mir alle Tore, sollte ich irgendwann auf die Idee kommen die PCWA zu verlassen."

Wenngleich kaum etwas davon aufgekommen ist, verhallen die zuletzt aufgepeitschten Worte Poes in dem Umkleideraum. Shadow hat den Kopf gehoben und diesen wortlos gelauscht. Dann aber setzt er seine Arbeit an dem Schriftstück wieder genau ab dem Punkt fort, an dem er gestockt hat. Schließlich legt er den Stift beiseite und steht auf.

Shadow: „Danke….“

Er schiebt das Blatt auf Poes Seite - und geht damit wieder in die Dunkelheit hinter sich zurück. Bevor Marc nachfragen kann, ist das unergründliche Dunkel erneut schneller.

Shadow: „… denn jetzt weiß ich zumindest, woran ich bin. Woran ich vor allem bei dir bin … und deine Reaktionen haben mir eines gezeigt: das ich Recht hatte. Recht … mit deiner Blindheit. Du bist zu sehr auf gewisse Sachen fokussiert, dass du nicht einmal im Ansatz merkst, was man dir eigentlich vermitteln will. Sharpe hat dir geholfen, okay … die Frage ist wie lange dir das ein Vorteil sein dürfte. Solange, bis die in die Hand geaulte Freundschaftsspucke dem heimtückischen Schweiß blutgeldbezahlter Allianzen weicht? Ich habe dich eigentlich als integer eingeschätzt - als jemanden, der meine Ansichten zum Business in Teilen mitträgt … aber alles, was ich höre, sind selbstreflektierte Phrasen, die du auf mich projizierst, statt sie als das anzusehen, was sie wirklich sind: deine eigenen Ängste! Nämlich ein Abziehbild dessen zu werden, was du zutiefst verachtest: Lug, Trug, Missgunst … oder anders gesagt Ezra Armitage…“

Ein verbaler Tiefschlag von Shadow, der gesessen hat.
Es ist totenstill in der Umkleide.

Dann hört man, wie schnell der Marylander atmet und mit seinen Zähnen knirscht. Es würde nichts bringen hier jetzt komplett auszurasten, es wäre eine Art des Gesichtsverlust. Im Kopf beginnt Poe langsam zu zählen...

21... 22... 23... Seine Atmung normalisiert sich.

Marc Poe: "Bleichgesicht, du hast echt Nerven. Du versuchst mich in eine von dir gewünschte Richtung zu lenken und weil das nicht funktioniert, fängst du an mich auf unterstem Niveau anzugreifen. Diese ganze Scheiße habe ich in meiner Jugend schon mitgemacht, damals als ich noch Ezra Armitage war. Ich hab tatsächlich ein Deja-Vu, in jenen Tagen war es mein Vater, der mich wie eine Marionette lenken wollte. Nun bist du es...."

Marc steht mittlerweile wieder im abgedunkeltem Abschnitt.

Marc Poe: "DU BIST MEINE NEUE NEMESIS!"

Der Mann aus Baltimore erkennt nun, dass der Schattenmann verschwunden ist. Nur noch der Brief ist da. Poe schaut sich nochmal um, dann startet er mit Lesen:
 

„Poe, du wirst deinen Weg im Leben mit Sicherheit machen … aber erinnere dich stets ein wenig an das, was ich dir gesagt habe. Und vor allem, dass du deine Umgebung im Auge behalten solltest. Auf die können sich oft nicht mal deine Trumpfkarten genannt Zufall verlassen.

Du solltest stets wissen, was du willst, dass du Leuten zwar viel, aber niemandem zu 100% vertrauen kannst und darfst … und dass du deine Freunde nah und deine Feinde noch näher an dich ranlässt - vielleicht sogar in dein Bett. Vor allem verleugne nicht das Naheliegende - wie beispielsweise eine Handschrift, die man so mit einer anderen abgleichen kann.

Das Wichtigste aber ist: kämpfe für deine Überzeugungen - und nicht für Titel. Sie sollten Ausdruck dessen sein und kein Schutzschild der Eitelkeiten. Dachte, das hätte ich dir vermittelt - aber anscheinend führt kein anderer Weg daran vorbei, es dir im Ring zu demonstrieren. Sehe dich dort!

PS: Danke, dass ich dich auch mal aus der Reserve locken durfte - quid pro quo …“

 

Wieder ist es mucksmäuschesstill in der Umkleide. Emotionslos steht Poe da und starrt auf die geschriebenen Zeilen.

... 21 .... 22 ..... 23 ..........

Schließlich wird sein Tonfall dann aber laut - zumindest hörbar für alles und jeden in der näheren Umgebung.

Marc Poe: "Ja, wir werden uns im Ring sehen! Hörst du mich noch?!"

Kein Entgegnen - Shadow ist wohl wirklich verschwunden. Trotzdem spricht Marc weiter, als wäre der Schatten noch immer anwesend - oder vermuteterweise in Hördistanz.

Marc Poe: "Ich bin kein Graphologe. Teilweise kann man Unterschiede in Jonas und deiner Schrift feststellen und teilweise wieder nicht. Trotzdem bin ich mir immer sicherer, dass du dir diesen ganzen WG-Scheiß ausgedacht hast."

Neuerlich wird das Papier geknüllt und weggeworfen. Noch immer keine Antwort.
Poe verlässt die Kabine und schaut sich auf dem Flur um. Kein Shadow...

...doch Jona Varks Assistentin Alexa ist im Backstagebereich unterwegs.

Marc Poe: "Alexa, warte mal bitte einen Moment."

In ihrem kurzen weißen Kleid sieht Alexa zum Anbeißen aus, Poe ist es im Moment überraschenderweise egal. Gemustert hat er die Bürodame, doch schnell kommt er zum wichtigen Teil.

Marc Poe: "Weißt du zufällig, weshalb Mrs. Vark mich in eine Kabine mit Shadow gesteckt hat?"

Varks Mitarbeiterin legt die Stirn in Falten.

Alexa: "Was? Wie? Soweit es mir bekannt ist, habt ihr beide wie immer eine Einzelkabine. Schau doch auf die Tür."

Der Marylander dreht sich und schaut verwundert. Das Türschild von vorhin ist weg, es wurde ersetzt durch ein Neues:

MARC POE

Marc Poe: "... aber ... a ... wie .... what the ..."

Mit einem Mix aus sichtlicher Verwirrung und Grübelei schaut Marc zum Schild, sich dann um - und letztlich Alexa in die graugrünen Augen...
... doch je länger diese Momente dauern, desto mehr weicht dies einem Ausdruck des Verstehens. Er beißt sich auf die Lippe und stützt die Arme in die Seiten, während sein Mund ein tonloses "Son of a..." formen.

Marc Poe: "... ah, damn! Thanks, honey!"

Er gibt Alexa gedankenverloren einen freundschaftlichen Klaps an die Taille und verschwindet ohne einen Blick sowie ein weiteres Wort in seiner Garderobe, deren Tür er zuwirft.

Alexa ihrerseits wirkt kurz verwirrt - widmet sich dann aber wieder ihren mitgeführten Unterlagen und geht des Weges .....


Mike Garland: "Holy Shit... Da sprechen wir gerade über mögliche Absichten von Stevie van Crane... und dann DAS!"

Vincent Craven: "Shadow betreibt Mindgames mit seinem Gegner Marc Poe! Da lässt er ihn glatt denken, sie hätten heute Abend die selbe Umkleide."

Mike Garland: "Was will er machen? Er hat Poe die Hand gereicht, aber der hat sie nicht angenommen. Nun geht es eben auf die harte Art!"

Vincent Craven: "Gut, aber was will Marc Poe machen? Diesem Shadow ist eben nicht zu trauen - und die Zweifel, die er hegt, habe ich auch. Da hätte er ihm doch besser einen Beweis seiner Authentizität gegeben, anstatt solch ein Spiel abzuziehen."

Mike Garland: "Och - einen so dumm aus der Wäsche schauenden Marc Poe könnte ich mir in jeder Show vorstellen. Langsam beginnt Shadow echt Spaß zu machen."

Vincent Craven: "Ich glaube, langsam beginnt er echt ernst zu machen. Und das hat auch Marc Poe erkannt. Er wird sich für den Imperial Impact rüsten."

Mike Garland: "Wenn er nicht unter die Räder kommen will, sollte er das auch tun. Dabei dürfen wir die anderen Gegner nicht vergessen... Apropos... Wo ist eigentlich James Godd?"

Vincent Craven: "Stimmt. Den Engländer haben wir heute noch nicht gesehen - womöglich schaut er sich das Ganze aus der Distanz an."

Mike Garland: "Dann kann er jetzt vielleicht ein bisschen über RM den Kuchen erfahren. Schließlich kommen wir zum zweiten Match des Abends und dort tritt einer seiner Schützlinge, nämlich Connor Rogue an."

Vincent Craven: "Er bekommt es mit Gordon Banes zu tun, der Jona Vark gute Argumente für ein Titelmatch für Team Happy Hour liefern könnte."


------------------ PCWA ------------------

Jane Nelson: "Der nun folgende Kampf ist ein reguläres Singles Match mit einem 15 Minuten Zeitlimit. Auf dem Weg zum Ring aus Chelsea, England mit einem Kampfgewicht von 96 Kilo, GORDON BAAANES!"

Heute Abend ist der Abend der Abende. Eine letzte Chance um zu zeigen, dass er nicht der Versager ist, der man ihm nachsagt zu sein. Mit fest zusammengezogenen Augen ballt er hinter dem Vorhang noch einmal die Fäuste, ehe in der Halle auch schon die altbekannte Stimme aus den Boxen dröhnt.

HIGH-FIVE DUDE!

Es folgt ein lautes klatschendes Geräusch. Der High-Five ist wohl erfolgt. Nun kommt Musik aus den Boxen und die gesamte Halle wird wie üblich bei Auftritten der beiden Happy Guys in buntes Licht getaucht.

See me, I live in wonder
I’m gonna meet you on the other side
Well, I’m gonna steal your thunder
You’d better run, you’d better hide

I see you, you think you’re something
Well you’re nothing, you’re a butterfly
You've no love, you've no reflection
You’d better run, you’d better hide

Die Lichstrahlen fallen nun auf den Eingangsbereich, wo mit einem Mal die beiden Happy Guys stehen, jedoch sind sie nicht alleine. In ihrer Mitte steht das Mastermind Noah O'Wellhubly. Beide Happy Hour Mitglieder tragen die schwarzen Lederjacken, auf deren Rückseite sich der Schriftzug "WARRIORS OF LIGHT" befindet. Beide drehen sich mit einem lauten Knall und einem dazugehörigen bunten Konfettiregen um und blicken mit konzentrierten Mienen durch die Zuschauerreihen hier in Berlin. Synchron nicken die beiden besten Freunde sich zu und dann auch Noah, welcher das Nicken erwidert und schließlich mit dem Finger zum Ring deutet. Mit diesem Zeichen beginnen die beiden nun auch mit ihrem Marsch zum Ring. Unterwegs gibt es selbstverständlich High-Fives mit allen Fans, die ihnen ihre Hände entgegenstrecken und so den wahren GLAUBEN leben.

Angels, give me shelter
'Cause I'm about to fall
Stone cold, Helter Skelter
I’m not afraid
I’m gonna face you off

Der Song von Liam Gallagher verstummt langsam, als die beiden Happy Guys endlich im Ring ankommen, wo sie sich nun auch sogleich ihrer beiden Jacken entledigen. Banes bleibt im Ring und beginnt damit sich zu dehnen, während sein Partner die beiden Lederjacken greift und mit diesen aus dem Ring schreitet, wo er neben Noah am Apron Position bezieht.

Vincent Craven: "Na der Happy Guy sieht ja gar nicht mal so happy aus!"

Mike Garland: "Ich glaube selbst Banes weiß, dass das hier seine Chance ist, um sich vor dem Rest des Lockerrooms und den Zuschauern zu beweisen. Da kann mann nun einmal nicht einfach herum lächeln."

Jane Nelson: "Und sein Gegner, aus Calgary Alberta Kanada, mit einem Kampfgewicht von 105 Kilo, er ist eine Hälfte der PCWA Cotatores Champions, CONNOR ROOOUUUGE!"

Ein lautes Pfeifkonzert lässt die Einzugsmusik des Kanadiers nur bruchstückhaft erklingen. Connor Rogue, der mit RM dem Kuchen und Sean Ashfield zum Ring kommt, lässt sich von den gemischten Reaktionen nicht beirren und fokussiert sich auf den Ring, wo Happy Hour und Noah O'Wellhubly ihn schon ersehnen. RM steht ebenso fokussiert dahinter, während Sean Ashfield die Nackenmuskeln seines Partner massiert. Ihm ist die Wut auf seinen ehemaligen Manager noch deutlich anzumerken. Da hilft auch das Gold der Cotatores Trophy nicht, die das Trio mit zum Ring trägt.

Rogue trägt die Assassin typische lange, enganliegende grau-rote Wrestlinghose und schwarze Stiefel. Sein Oberkörper ist von der grauen Trainingsjacke bedeckt, wobei Connor sich kurz, bevor das Trio am Ring angekommen ist, zu den anderen beiden umdreht.

Vincent Craven: "Hmm?! Was ist das?"

Mike Garland: "Connor Rogue scheint RM und Sean Ashfield wieder in den Backstage Bereich zu schicken!"

Vincent Craven: "Das finde ich ja mal einen feinen Zug des Assassins."

Mike Garland: "So kann er seine Überlegenheit eben noch besser zum Ausdruck bringen. Wenn Happy Hour in voller Gruppenstärke aufläuft und er alleine triumphiert."

Ashfield und der Kuchen drehen sich tatsächlich um und verlassen das Theatre wieder. Im Ring angekommen öffnet Rogue derweil die Jacke und wirft sie in Richtung Noah O'Wellhubly. Der Tag Team Titel hingegen wird in die Ringecke gelegt.

2nd Match
- Noahs Taube -
Regular Singles Match
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(Der erste Pinfall entscheidet über den Sieg. Als Pinfall zählen Three Count, Submission, Disqualifikation sowie Count-Out.
-Referee: Sven Nitzschke; Zeitlimit: 15 Minuten)

 

Ringrichter Sven Nitzschke lässt die Ringglocke läuten und Connor Rogue und Gordon Banes bewgen sich langsam aufeinander zu, keiner möchte jetzt den ersten Fehler machen. Beide greifen gleichzeitig zu, collar and elbow tie up. Gordon Banes kann, dank seiner Erfahrung in dieser Art von Wrestling, Connor Rogue in einen Side Headlock zwingen und jetzt drückt er mit all seiner Kraft auf den Schädel des Kanadiers, der nach einem Weg sucht sich zu befreien, aber Banes einfach nicht von sich los bekommt. Langsam geht der Engländer in die Knie und versucht so den Assassin mit ihm auf die Matte zu ziehen, dieser aber greift jetzt um die Hüften seines Gegners und hebt ihn in die Luft. Back Suplex Bridge und Sven Nitzschke ist da.

 

1...

Vincent Craven: "Wow was für ein Suplex! Und das Cover hinterher!"

Mike Garland: "Aber da kriegt Gordon Banes direkt die Schulter hoch, Connor Rogue hat ihn vielleicht überrascht, aber das ist noch lange nicht genug, um den Happy Guy zu besiegen."

Gordon Banes hatte sich einfach rückwärts aus dem Pin auf seine Füße gerollt. Beide Männer stehen jetzt wieder einige Meter auseinander und das Match ist wieder auf Square one. Connor macht einen Satz vorwärts und der Happy Guy weicht zurück und verdeckt mit seinen Armen den Kopf, woraufhin er von Connor Rogue etwas ausgelacht wird. Mit Wut im Bauch stürzt sich der Engländer auf Rouge und bevor der reagieren kann, wird er mit einer Lou Thez Press von seinen Füßen genommen und es hagelt Forearms und Elbows. Der Happy Guy steht wieder auf und rennt in die Seile, allerdings ist hinter seinem Rücken der Assassin auch wieder aufgestanden und hebt seine Hand an, als ob er zuschlagen würde, was dafür sorgt, dass Banes sich vorne über beugt. Die Gelegenheit lässt sich Connor Rogue nicht entgehen. Er schnappt sich den Kopf des Happy Guys und bringt ihn mit einem DDT auf die Matte.

Mike Garland: "Das ist doch nicht zu fassen. Gordon Banes wollte beweisen, dass er nicht der Angsthase ist, für den ihn alle halten, und jetzt ist er schon zwei mal auf diesen Trick reingefallen."

Vincent Craven: "Once a scaredy cat always a scaredy cat. Sowas ändert sich halt nicht von jetzt auf gleich."

Mike Garland: "Ja, dass gerade du das weißt, hätte ich mir denken können!"

Während sich Mike Garland über Vincent Craven lustig macht, hat sich Rogue den Happy Guy geschnappt und in eine Ecke befördert, aus der er sich Banes gleich wieder herauspflückt, um ihn auf seine Schulter zu heben. Er macht ein paar Schritte auf die Ecke zu und wirft ihn für Snake Eyes in die Luft, aber Banes fängt sich und landet hinter dem Assassin. Schnell packt er ihn sich.

Mike Garland: "Der Snake Eyes Versuch ist aber ganz schön nach hinten losgegangen, denn jetzt hat der Happy Guy den Assassin an der Hüfte in die Mitte des Rings gezogen und... Belly to Back Suplex und das Cover hinterher!"

 

1...

2...

 

Nein! Der Assassin schafft es sich zu befreien, schnellt zurück auf seine Füße und stürmt auf den Happy Guy zu. Banes aber schnappt sich mit einem mal den Assassin und lässt ihn mit einem Belly to Belly Suplex über seinen Kopf segeln. Gordon greift sich noch mal den Assassin, platziert ihn in einer Ringecke und stellt sich auf die andere Seite des Rings.

Vincent Craven: "Das könnte jetzt böse für Connor Rouge ausgehen!"

Mike Garland: "Einer der seltenen Momente, in denen wir übereinstimmen. Der Happy Guy stürmt los und... FAKECROSSER!"

Vincent Craven: "Nein! Rogue hat sich noch retten können. Ich glaube seine Schulter hat ein bisschen was mitbekommen, aber Banes hat den meisten Schaden genommen, denn der ist direkt in die Ecke gekracht!"

Und der Kanadier nutzt das direkt zu seinem Vorteil, indem er etwas Anlauf nimmt und den Engländer zurück in die Ecke dropkickt, aus der er gerade heraus getaumelt war. Jetzt sitzt der Happy Man in der Ecke und der Assassin tritt auf ihn ein, bis ihn Ringrichter Sven Nitzschke daran erinnert, dass man seinen Gegner in den Ringseilen nicht attackieren darf. Rogue nimmt etwas Abstand und lässt den Happy Guy zurück auf seine Füße kommen. Dieser rennt auf den Assassin zu, aber Rouge reagiert schnell, packt den Arm des Engländers und versucht ihn für seine Trademark, den Crossface, auf den Boden zu ziehen. Banes aber dreht sich in die Richtung seines Gegners und verpasst ihm einen Kniestoß in die Magengrube. Connor Rogue lässt allerdings nicht los, stattdessen nimmt er den Arm seines Gegner und zieht ihn mit einem Hip Toss über sich hinweg. Der Happy Guy springt sofort wieder auf und rennt erneut auf den Assassinen zu, allerdings wird er dort nur von einer Shoulder Tackle des Assassins von den Füßen genommen.

Vincent Craven: "Jetzt rennt Rogue auf die Ringseile zu und kommt zurü... Was? Was war das? Ich glaube Sven Nitzschke hat es nicht gesehen, aber Noah O'Wellhubly hat gerade Connor Rogue beim Fuß genommen und ihn hinfallen lassen."

Mike Garland: "Gute Strategie, Ref schaut nicht hin und im richtigen Moment zugegriffen. Rogue ist sauer und diskutiert jetzt mit Noah... Banes aber kommt wieder auf die Beine!"

Vincent Craven: "Und der wollte beweisen, dass er kein Feigling ist! Vielleicht sollte sich Rouge auch lieber auf seinen Gegner konzentrieren, denn der ist schon wieder auf... WOW! Was war das denn für eine Lariat, Rouge ist KO!"

Und das bemerkt auch Gordon Banes, der schnell zu seinem Gegner herüber krabbelt und das Bein einhakt.

 

1...

2...

3...

Jane Nelson: "Ladies und Gentleman der Gewinner durch Pinfall, GORDOOON BAAANES!"

Brandon Cornwallace und Noah O'Welhublly kommen in den Ring und Brandon und Gordon geben sich ein obligatorisches High-Five und die Happy Guys feiern ihren Sieg.

Vincent Craven: "Da trickst Happy Hour tatsächlich den Ring Assassin aus und somit holen sie sich den Sieg. Ein klarer Erfolg hätte ihnen aber besser zu Gesicht gestanden."

Mike Garland: "Das ist Noah O'Wellhubly. Er nutzt jede Möglichkeit, die sich ihm bietet. Rogue hätte Ashfield und RM besser am Ring behalten."

Vincent Craven: "...andererseits geschieht es den Assassins auch mal Recht, dass sie von einem Eingriff von außen nicht profitieren."

Team Happy Hour feiert noch weiter auf dem Weg zurück in ihren Lockerroom, während Connor Rogue wütend in der Ringecke sitzt und ihnen nach schaut.


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präsentiert

CARNAGEDDON ADVENTURE HOLIDAYS

Part II

 

 

Die Everglades. Florida, Vereinigte Staaten von Amerika.

Der Lärm des 4-Takt-Außenbordmotors knattert durch die amerikanische Sumpflandschaft wehmütig vor sich hin. Es klingt, als würde die Maschine in Kürze den Geist aufgeben. Das Boot als Solches hat ebenfalls schon bessere Tage gesehen. Doch das scheint Barry Wilson nicht zu stören. Die Nase in den leichten Wind hebend, die Augen halb geschlossen und auf dem Schoß das Weatherby Mark v270 Magnum Gewehr Kaliber .277 liegend steuert der Hüne aus Roanoke die Nussschale geschickt durch das Marschland.

"Ich hätte nicht gedacht, dass du SO nachtragend bist."

Im Vorderteil des Kahns sitzt eine sichtlich missmutige Lara Lee und beäugt mit kritischem Blick das trübe Wasser.

Man könnte meinen, dass Lara sich eher für einen gezielten Dschungelkampf als denn eine gemütlicher Krokodiljagd vorbereitet hat: Tarnhose, Kampfstiefel, grüner T-Shirt, olivgrüne Militärweste, verschwitzte Armmuskeln, fingerlose Handschuhe - und ein rotes Rambo-Stirnband darf natürlich auch nicht fehlen!

Barry blinzelt kurz.

Stem: "Was?"

Sie dreht sich zu ihm um.

Lara: "Naja, ich meine... musst du es mir so heimzahlen, dass ich dich zum Fliegen gezwungen habe?"

Wilson stoppt den Motor und lässt das Boot zur Ruhe kommen. Dann faltet er die Hände über dem im Schoß liegenden Gewehr.

Stem: "Ich verstehe nicht ganz... "

Lara deutet mit beiden Händen auf das trübe Wasser um sie herum.

Lara: "Guck das an! Wasser! Überall Wasser! Und nicht nur irgendwelches Wasser, sondern trübes, ekliges, schmutziges Wasser! Ja, ok, Wasser an sich ist ja okay. Solange man sich da wäscht, duscht oder halt damit Essen kocht... alles prima. Ich kann auch ein bisschen schwimmen. Aber um Himmels willen, in diese Suppe will ich auf keinen Fall. Wenn diese wacklige Nusssschale mal mehr als sonst wackelt, dann gehe ich unfreiwillig von Bord... meh! Das Boot selbst ist doch ohnehin am Zerfallen! Schlimmer noch, wenn ich in diese... diese Flüssigkeit mit dem Kopf reinfalle! Wenn ich schon das Wort 'Tauchen' höre, dann stellen sich bei mir die Nackenhaare ganz aufrecht. Bitte... BITTE wirf mich nicht mit dem Kopf voran ins Wasser, Stem. Ich würd's nicht überleben. Ich will nicht unter Wasser, Stem. Es reicht mir schon, wenn ich ÜBER Wasser bin. Wenn das Wasser doch nur Bier wäre - dann könnte ich wenigstens mit gutem Gewissen ertrinken..."

Barry kann sich ein leichtes Grinsen nicht verkneifen.

Stem: "Wer hätte das gedacht... die Amazone... das Muscle Chick... die one and only Lara Lee hat Angst davor, ihren Kopf unter Wasser zu drücken. Und was das Boot angeht... mit dem sind mein Dad und ich immer zur Krokodiljagd 'raus gefahren. Das gute Stück hat zwar schon ein paar Jahre auf dem Buckel, aber es erfüllt seinen Zweck."

Schnaubend winkt die Amazone ab.

Lara: "Wenn du meinst... aber warum AUSGERECHNET Krokodil-Jagd?"

Nun ist es an dem Hünen, beleidigt aus der Wäsche zu schauen.

Stem: "Nun mach' aber mal einen Punkt! Nach der Sache in Reno sagtest du, dass ich die nächste Freizeitbeschäftigung bestimmen darf. Und das habe ich getan."

Mit einer weit ausladenden Armbewegung zeigt er auf das Wasser und das angrenzende Sumpfgebiet.

Stem: "Ist es nicht herrlich hier?"

Sie will sofort mit einer schnippischen Bemerkung antworten, doch an Stem's Worten war schon etwas dran. Dieses Stück unberührte Natur hatte schon seinen Reiz. Und wirkt irgendwie wie Balsam auf das doch arg umtriebiege Gemüt von Lara Lee.

Ah. Das tut einmal richtig gut für Lara. Einfach mal mit einem Kumpel auf einem Boot in den Everglades tuckern, ohne sich großartig Gedanken zu machen. Zum Beispiel solche Gedanken wie die über Lafayette und seine Machenschaften. Sicher, Lafayette hat ihr freie Hand gelassen, aber nur zum Schein. Schließlich wuselt DeWynters immer noch in ihrer Nähe herum - nur nicht heute. Lara ist nach wie vor ihrem eigentlichen Ziel - Lafayette zu Fall zu bringen - immer noch keinen Schritt näher gekommen. 'Eins nach dem anderen', mahnt Lara sich selbst. 'Wenigstens habe ich einen echt guten Freund gefunden.' In diesem Moment muss sie zu Barry Wilson schauen, der sie nach wie vor fragend anblickt.

Lara: "Hast ja Recht, Großer. Es ist wirklich schön hier. Aber wenn wir schon zum Jagen hier sind, dann habe ich direkt zwei Fragen... WO zur Hölle sind die Krokodile? Und ist das nicht ein Naturschutzgebiet?"

Er lächelt geheimnisvoll.

Stem: "Nicht die ganzen Everglades sind Naturschutzgebiet. Ich habe uns bewusst in diesen Teil gefahren. Hier kömnnen wir tun und lassen, was wir wollen."

Das Muscle Chick lächelt ebenfalls.

Lara: "Sehr gut. Dann kann ich endlich mein Spielzeug auspacken."

Barry hatte sich schon die ganze Zeit gefragt, was Lara, fein säuberlich in eine Decke gehüllt, mit an Bord gebracht hat. Sie entfernt das Stück Stoff und Wilson klappt die Kinnlade herunter.

Stem: "What... in the name of JESUS CHRIST ist DAS???"

Sie hebt beide Augenbrauen.

Lara: "DAS, mein Lieber... ist mein Jagdgewehr."

Argwöhnisch beäugt Stem das leichte Maschinengewehr vom Typ M249 SAW und schüttelt dann den Kopf.

Stem: "Lara... das ist kein Gewehr... das ist ein VERDAMMTER Raketenwerfer! Krokodile müssen mit einem unmittelbar tötenden Schuss an Land erlegt werden. Dazu muss das sehr kleine Gehirn getroffen werden. Hierzu empfiehlt sich ein rasantes, präzise schießendes Kaliber von 6 - 7 mm. So wie meine Weatherby eben. Das Krokodil muss seitlich hinter den Augen getroffen werden. Mit dieser Knarre explodiert doch das ganze Tier, herrgott!"

Breit grinsend tätschelt die Amazone ihre Waffe und steckt eine kleine Box, in der ein Magazingurt enthalten ist, daran. Fachmännisch lädt sie das kleine Maschinengewehr durch. Klick-klack.

Lara: "Das mag schon sein, Stem. Weatherby ist definitiv nicht schlecht. Aber damit bringst du nur einen Schuss an. DAS hier bringt es auf 750 Schuss pro Minute. Und das Kaliber ist einfach nur der Hammer - 5,56 x 45 mm NATO - präzise und durchschlagkräftig! Damit erledige ich jedes verdammte Krokodil, selbst wenn es Schutzweste und Helm trägt!"

Grummelnd nickt Stem und wirft den Motor wieder an.

Schweigend schippern Carnageddon weiter auf dem Fluss entlang... bis Wilson plötzlich abrupt den Motor ausschaltet und mit dem im Boot liegenden Paddel dieses zum Stoppen bringt. Lara Lee's Kopf ruckt hin und her.

Lara: "Was ist? Hast du eins gesehen?"

Er legt den Zeigefinger auf die Lippen und sie schweigt augenblicklich. Dann deutet er mit eben jenem Zeigefinger auf das Wasser. Und tatsächlich... in etwa dreißig Meter Entfernung liegt ein Krokodil am Ufer des Flusses... das Maul weit offen stehend. Flüsternd wendet sich die Amazone an ihren Partner.

Lara: "Warum ist das Maul offen?"

Der Angesprochene antwortet, ebenfalls die Stimme zu einem Flüstern gesenkt.

Stem: "Es tut das, um zu verhindern, dass sein Gehirn zu stark erhitzt wird, während der Körper weiterhin Wärme absorbiert. Die gut durchbluteten Mundschleimhäute sind feucht. Wasser kann dort verdunsten und die entstehende Verdunstungskälte kühlt das Blut ab."

Anerkennend nickt das Muscle Chick.

Lara: "Ich bin beeindruckt."

Wilson zuckt mit den Schultern.

Stem: "Mein Dad hatte auch nützliches, was er mir mit auf den Weg gegeben hat. Nicht nur, wie man illegal Schnaps brennt oder sich mit den Fäusten wehrt."

Er wirft einen kurzen Blick auf sein Gewehr, dann wandern seine Augen zu dem majestätisch anmutenden Tier. Ein prachtvoller Alligator... sicherlich fast drei Meter lang. Eigentlich eine Schande, dieses wunderschöne Tier nur zum Spaß abzuknallen. Er seufzt. Er hatte Lara einen Jagdausflug versprochen, also wird das auch durchgezogen. Doch in dem Moment, als er sein Gewehr nimmt und eine Patrone einlegen will, legt ihm Lara eine Hand auf den Arm.

Sie hat seinen Blick bemerkt. Er tut dies nur, um ihr etwas zu bieten... etwas Abenteuerliches inklusive Adrenalin... so wie sie mit dem Flug in Reno. Doch sie sieht es ihm an, dass er das eigentlich gar nicht will.

Lara: "Hast du es gemocht?"

Stem: "Was?"

Lara: "Na... die Krokodiljagd mit deinem Dad... "

Kurz treffen sich ihre Blicke. Und beide verstehen. Sie, dass er es eigentlich immer gehasst hat. Und er, dass sie genau weiß, was in ihm vorgeht. Er legt die Patrone beiseite und packt das Gewehr wieder in den dafür vorgesehenen Koffer.

Stem: "Ich habe es GEHASST! Mir taten die Tiere immer leid. Aber Dad... nunja... wenn beim Brennen Flaute herrschte, dann musste anderweitig Geld rein kommen. Ich bin froh, dass du den Alligator auch nicht schießen willst. Aber... "

Ein fast sehnsüchtiger Blick streift das Maschinengewehr.

Stem: "Ich kenne einen Schießstand nicht weit weg vonhier. Ich würde das Monster da in deinen Armen gerne mal abfeuern."

Sie greift hinter sich in die Kühlbox und fördert zwei Dosen Bier zu Tage. Wilson nimmt eine davon an sich und beide öffnen das Behältnis. Das Muscle Chick hebt die Dose.

Lara: "Aber ich zuerst... immerhin habe ich mir die Hacken abgelaufen, um das Baby hier zu besorgen."

Er lässt seine Dose scheppernd gegen ihre knallen.

Stem: "Ladies first... du weißt, ich bin ein Gentleman."

Beide leeren die Dosen in einem Zug, dann wirft Stem den Motor wieder an und der Seelenverkäufer schippert zurück in zivilisiertes Gebiet. Während der Fahrt ruft Stem seiner Partnerin noch etwas zu.

Stem: "Das nächste Mal besprechen wir GEMEINSAM, was wir im Urlaub unternehmen wollen."

Das Muscle Chick prostet ihm mit einer neuen Dose Bier zu.

Lara: "Deal, Großer!"


Mike Garland: "Hat Stem denn auch den "Ich bremse auch für Tiere"-Aufkleber auf seinem Auto? Was für ein Looser..."

Vincent Craven: "Tiere einfach so töten, ist kein Kavaliersdeklikt, Mike. Aber zumindest wissen wir nun, warum auch du immer den Mund offen hälst."

Mike Garland: "Ha Ha, Vince..."

Vincent Craven: "Lara Lee und Stem verstehen sich jedenfalls immer besser und schon jetzt sind sie darüber hinweg, dass der eine dem anderen irgendetwas beweisen muss. Das dürfte für ihre Team und ihre PCWA Karrieren nur förderlich sein."

Mike Garland: "Ob Lafayette uns neben diesen Einblicken in die gemeinsamen Urlaubstage auch mal einen Blick ins Schlafzimmer der beiden gewährt?!"

Vincent Craven: "Das würde dir gefallen, was?"

Mike Garland: "Klar! Denn da würde Lara doch auch das größere Gewehr aus dem Koffer ziehen, oder?"

Vincent Craven: "Oh. Mein. Gott. ... Weiter mit der Show! Wir geben backstage zu Lisa Sanders, die einen Interviewpartner hat."


------------------ PCWA ------------------

Lisa Sanders: "Vielen Dank, Vincent."

Szenenwechsel zur erfahrenen Interviewerin, Schrägstrich Backstage-Reporterin der PCWA. Die adrette Dame steht vor einem großen Bildschirm, auf dem das PCWA Logo erstrahlt. Daneben hängt schon ein erstes Promo-Poster für den Imperial Impact 12, das die monströse Elimination Chamber zeigt. Doch hier ist zunächst ein anderer Titel das Thema.

Lisa Sanders: "Ich freue mich, Grizz Lee begrüßen zu dürfen."

Die Kamera zoomt hinaus, und der Anblick des Grizzman führt doch zu einigen positiven Reaktionen bei den Zuschauern. Er scheint jemanden im Off erkannt zu haben, dem er lächelnd zunickt, bevor er sich Lisa Sanders widmet.

Lisa Sanders: "Schön, dass du dann doch wieder hier bist."

Er zuckt knapp mit den Schultern.

Lee: "Nun, wie sicher alle gesehen haben, kann Miss Jona Vark mit einer Mischung aus guten Argumenten und einer gehörigen Portion Druck recht überzeugend sein. Aber um das gleich klarzustellen, meine Gedanken an einen Rücktritt sind keineswegs verflogen. Jedoch, wenn ich diese Chance erhalte, dann werde ich nicht davon laufen und sie mit allem Ehrgeiz angehen. Denn es ist ja auch eine Verpflichtung, die Cryption Crown in Ehren zu halten."

Lisa Sanders: "Du sprichst die Crown an, zu ihr hast du ja eine besondere Verbindung, kann man sagen."

Er verschränkt die Arme vor seinem Schriftzug auf dem brandneuen Shirt. Sicherlich auch ein Grund, warum Jona Vark ihn nicht einfach so ziehen lassen möchte.

Lee: "Absolut. Ich meine, ich hatte schon Chancen auf jeden Titel, den es in der PCWA gibt oder gegeben hat seit ich hier bin. Tribune, Cotatores, Gerasy. Doch die Cryption Crown war der einzige, den ich gewinnen konnte."

Für einige Augenblicke ein gedankliches Abdriften in Erinnerungen. Das 2 out of 3 Falls Match bei Out of Ashes in San Diego. Er und Kevin Sharpe brawlten sich minutenlang, bevor das Match überhaupt regulär begonnen hatte.

Lee: "Und es ist Fakt, dass ich die Crown auch nie wirklich verloren habe. Soll heißen, dass ich nicht gepinnt wurde oder aufgegeben habe."

Das 6 Man Tag beim darauf folgenden Imperial Impact. Grizz ging als Champ in das Match, die Fans hatten gewählt, dass derjenige, der den siegreichen Fall landet, der neue Cryption Crown Träger ist. Und das war Kriss Dalmi gewesen. Lees damaliger Partner in jenem Match...

Lee: "Es ist also nur rechtens, dass ich diese Chance bekomme. Zumal Circumvent weder der Ehre noch der Pflichten, die so ein Titel mit sich bringt, in irgendeiner Weise gerecht wird. Wie lange war er schon nicht mehr hier? Ist er heute überhaupt hier? Hat er sich irgendwann dazu geäußert, in welcher Matchart die Crown verteidigt wird? Das ist peinlich, vor allem, wenn man sich seine ohnehin schon negativ vorbelastete Geschichte anschaut."

Lisa Sanders: "Nun, dazu kann er sich ja gerne selbst äußern."

Es ist der Auftritt eines Mannes, der ankommt wie ein Schüler, der zum wiederholten Male seine Hausaufgaben vergessen hat. Das Heranschleichen eines gebuckelten, geprügelten Hundes, der den kostbaren Knochen einfach nicht finden kann, den er einst vergraben hat.

Sein noch erstaunlich durchtrainierter, drahtiger Körper steckt in einem schwarzen PCWA-Shirt, zwei Größen zu groß. Das Shirt ist wie ein Statement, er sieht sich als Teil der Liga. Vielleicht billiger Ausdruck von so etwas wie Wiedergutmachung? Seine Haare wirken ungewaschen und fettsträhnig wie immer, die Augen sind übermüdet. Die Gesten fahrig und nervös, als er an Lisa herantritt und ihr etwas verlegen das Mic aus der Hand nimmt.

CV: "Hier ist der PCWA Cryption Crown Champ, mates.."

Er deutet mit der freien Hand auf den Gürtel, der über seiner Schulter hängt. Deutlich sind Buhrufe aus der Arena zu hören. Selbst Lisa Sanders kann ein Augenrollen nicht verstecken.

CV: "Ich bin ein Mensch. Ich lese Zeitungen. Ich lese Online-Kommentare und höre Geflüster auf den Gängen. ‚Der schlechteste Cryption Crown Champ in der Historie der PCWA‘ - so nennen sie mich. Alle warten darauf, dass ich auftauche und dieses Stück Silber abgebe wie eine ungespielte Stradivari – oder wenigstens vor dem PCWA-Aufzug zusammenbreche wie Prince und mir die Medikamente aus den Hosentaschen fallen. All das verletzt mich. Künstler sind GEKRÄNKT, wenn man ihr Werk beleidigt.."

Lisa Sanders: "Bei allem Respekt, Mr. .. Vent, aber ihr ‚Werk‘ ist jetzt in der PCWA bis auf ihren Titelgewinn sehr überschaubar gewesen."

Circumvent zittert mit der Unterlippe. Es sieht so aus, als würde er entweder gleich ausrasten oder anfangen zu weinen.

CV: "Das ist das, was ich meine. Mangelnder Respekt. ICH habe Respekt. Respekt vor der Liga, Respekt vor dem Titel, den ich trage. Jeden Tag mit dem Handlappen gewaschen. Über’s Hotel-Kopfkissen gelegt und ihm Schlaflieder auf der Gibson vorgespielt. Ich weiß, ihr seht diesen Gürtel als eine Art Wanderpokal. Wie ein Scheiß-Groupie, das man jeden Monat auf ein anderes Hotelzimmer schickt. Die Cryption Crown ist MEIN Song. Meine Hymne, mein Top Ten Hit. Und man muss ihn halten, so lange es geht. Solange alle mich dieses Lied singen hören, ist die Cryption Crown safe.“

Mit reichlich Abstand deutet er etwas zerstreut und fahrig auf Grizz Lee.
Respekt ist in jeder Faser seines Körpers deutlich zu erkennen.

CV: "Für .. DEN DA.. ist die Crown nur ein Eintrag im Lebenslauf. Ein Häkchen, wie bei einer Scheiß Amazon-Bestellung. Taucht dann irgendwann in der Kopfleiste seiner Biographie auf. Eine kleine Zeile, wie eine Danksagung auf einem Pink Floyd-Album, die eh jeder Mensch überliest. Du hast soviel gewonnen, Lee. Was bringt dir die Crown jetzt noch? Warum willst du meinen Song covern, wenn er doch beim verdammten URHEBER bleiben kann?!“

Mit vollstem Unverständnis schüttelt der Angesprochene den Kopf.

Lee: "Die Cryption Crown ist, oder war, sicher nicht mein auserkorenes Ziel in letzter Zeit. Aber zu entscheiden, was sie mir bringt, kannst du getrost auch mir überlassen. Wichtiger ist, was ich dem Titel bringe. Und der ist, seit ich hier bin, nicht selten härter umkämpft gewesen als der Gerasy. Und ich war Teil dieser Kämpfe. Teil dieser großen Namen, die die Crown in den letzten sechs Jahren getragen haben. Die Cryption Crown war begehrt und im Rampenlicht. Aber seit du sie hast, und was immer du auch mit ihr anstellen magst, ist sie ja nicht mal mehr Teil der PCWA, eben weil DU gar nicht hier bist! Es ist schwer, einen Titel zu gewinnen. Aber noch schwerer, ihn zu verteidigen. Und daran bist du kläglich gescheitert, denn du entziehst dich dem ja schon im Vorfeld."

Circumvent lacht. Es klingt künstlich und gestellt. Wie eine Ziege auf einem traurigen Bauernhof.
Nervös und angespannt wurstelt er mit der freien Hand durch seine fettigen Briten-Haare.

CV: "Verteidigt habt IHR. ICH BEHALTE! Hab‘ dieses Wanderpokal-Konzept noch nie verstanden. Musik ist für die Ewigkeit. Am Ende zählt immer die Zeit, mein Freund. Wie LANGE etwas Bestand hat. Wie ewig eine Regentschaft ging. Woodstock wurde Legende, nicht weil nach Künstler Nummer 14 die Band Nummer 15 spielte – sondern weil es langes, ein ewiges, ein zeitraubendes EVENT war. Die Bühne stand für immer. Die Crown ist mein – FÜR IMMER!"

Er zittert jetzt wie ein Aal, der aus Versehen an Land gesprungen ist. Rage frisst sich durch seine Gliedmaßen wie schlechte Medikamentencocktails. Er hampelt herum wie ein aufgebrachter Spastiker.

CV: "Du willst auf meiner Scheiß Bühne singen?? Schnapp‘ dir das Mic und hock dich an die Hammond. Du willst die Crown erobern? Dann klemm' dir die Querflöte ins Gesicht und atme einen Zug Locomotive Breath! Ich hau' dir die Gitarren ins Schlagzeug wie Cobain auf Crack, du Nachwuchskünstler. Dies ist meine Crown. Alle Rechte sind bei mir, alle Noten auf meinen Blatt! Imperial Woodstock oder Top Of The Pops, Grizz Lee wird gefloppt wie das Comeback von 80’er Bands.“

Lee: "Zum Glück muss ich nicht mehr so lange warten, um dich von der Bühne werfen zu können. Nachwuchskünstler. Look who's talking. Deine Titelregentschaft endet heute abend. Und das einzig schlechte daran ist, dass dein Name trotzdem noch immer auf der Liste der Cryption Crown Träger stehen wird. Also, wähl' eine Matchart. Und nutz' den Vorteil am besten so kreativ, wie du glaubst zu sein. Ich kann mich auf nichts vorbereiten. Aber zum Glück ist das gegen dich auch nicht wirklich nötig."

Circumvent hat einen Schritt nach hinten gemacht. Wahrscheinlich ist er selbst überrascht, dass Grizz Lee tatsächlich diesen Weg gehen will. Sein verwirrter Blick gleitet zwischen Lisa und Lee hin und her.
Langsam sickert die Gewissheit in seinen Kopf, dass er sich da in eine Sackgasse geträllert hat.

Nur noch einen Weg – nach vorn.

CV: "Yeah? Du nimmst also an? O-okay.. Hast Du echt nichts besseres zu tun? Fine.. Habe ich nicht anders erwartet.. Und wo wir schon bei netten Metaphern und blumigen Lyrics waren – Disqualifikationen stehen nicht auf der Setlist. Die Security abgezogen und alle Countouts sind abgesagt. GUITAR ON A POLE, my friend. Guitar On A Pole. Ich werde sie holen und mich dann entscheiden, ob ich Dir live im Ring ein Abschiedslied komponiere oder Dir das Instrument einfach ins Gesicht hämmere. MY RULES. MY TITLE.. and all the rest is BOLLOCKS.."

Mic-Drop. Leider fällt es ihm ungelenk auf den Fuß, er lässt sich aber nichts weiter anmerken, sondern starrt einfach Grizz Lee entschlossen an, während er gaaaanz langsam rückwärtsgehend die Szenerie verlässt..


Vincent Craven: "Circumvent lebt!"

Mike Garland: "Ob er nach der Show noch leben wird, ist die viel interessantere Frage... Womöglich werden seine Gehirnwindungen so gerissen sein, wie die Saiten der Gitarre."

Vincent Craven: "Guitar on a pole ist wirklich eine seltsame Entscheidung des Briten. Aber auch irgendwie passend... Schließlich hat er hier nie vernünftige Entscheidungen getroffen."

Mike Garland: "Außer in seinen Matches vielleicht... aber das könnte gleich auch anders aussehen."

Vincent Craven: "Grizz Lee ist ein starkes Kalliber, ja. Aber wer hätte vor dem Rumble gedacht, dass er S1margl bezwingt?"

Mike Garland: "Ich jedenfalls nicht! Aber das ist auch egal... denn wir werden es ja in wenigen Minuten erleben. Im Gegensatz zum Undisputed Gerasy hat CV keine monatelange Vorbereitungszeit."

Vincent Craven: "Im Gegensatz zu Circumvent steht Sharpe aber auch sechs Gegnern gegenüber. Einen von ihnen sehen wir jetzt noch, bevor es zum Main Event kommt."


------------------ PCWA ------------------

Seit der letzten Vendetta hat Marc Poe keinen Kontakt zu Kevin Sharpe gehabt. Sonst haben sich die zwei Amerikaner zwischen den Shows auch mal Privat getroffen oder sich zumindest SMS geschrieben. Liegt diese Funkstille eventuell an der Situation rund um den Main Event beim kommenden Pay-per-View? Geht man vielleicht unbewusst und automatisch auf Distanz vor einem solchen großen Titel-Fight? Selbst wenn man vorher versichert, dass sich nichts ändert?

Poe hat nun das Verlangen mit seinem Vaterersatz zu sprechen, diese Funkstille gefällt ihm nicht. Außerdem musste er raus aus seiner Umkleidekabine, irgendwie hatte der Marylander das Gefühl, dass Shadow ihm dort immer noch im Nacken sitzt. Selbst wenn dieser das Schaupiel mit der Wohngemeinschaft abrupt beendet hat.

Der ehemalige Hafenarbeiter steht nun vor Kevin Sharpes Tür. Er zögert. Irgendwie ist gar nichts, wie es vorher war, normalerweise würde er einfach klopfen. Jetzt überlegt er, ob er überhaupt mit dem Champ sprechen soll. Marc klopft nicht, er dreht sich wieder um...

Und knallt beinahe mit eben jenem Kevin Sharpe zusammen. Der Undisputed Gerasy Champion hat zwei Flaschen Wasser in der Hand.

Sharpe: "Wolltest du etwa einfach nur so vor meiner Tür stehen und dann ohne ein Zeichen deiner Anwesenheit wieder verschwinden? Mir ist das Wasser aus gegangen, deswegen war ich schnell noch welches holen."

Kurz herrscht Schweigen zwischen den beiden Männern. Dann reicht Kevin dem Mann aus Baltimore eine der Wasserflaschen.

Sharpe: "Na komm... was ist los?"

Es ist Marc tatsächlich etwas peinlich, dass Kevin ihn erwischt hat, als er gerade den Drückeberger machen wollte. Der Mann aus Baltimore kratz sich am Kopf.

Marc Poe: "Nun ja.... Mir ist irgendwie entfallen, was ich von dir wollte, und deshalb dachte ich, dass ich lieber nicht störe."

Mit leicht gespielter Entrüstung zieht Kevin die Augenbrauen zusammen.

Sharpe: "Du störst doch nicht! Komm, wir gehen ein Stück. Ich wollte mir sowieso den Main Event ansehen."

Poe zögert, doch als Sharpe einen Punch andeutet, lässt er lachend den Kopf hängen.

Marc Poe: "Allright, Champ. Du hast gewonnen. Lets Walk!"

Der Angesprochene lächelt, klopft Poe auf die Schulter und beide beginnen, nebeneinander her in Richtung der Gorilla Position zu gehen..

Sharpe: "Ehrlich gesagt bin ich froh, dass du hier bist. Endlich mal jemand, mit dem man sich normal unterhalten kann. Meine letzten Konversationen waren... "

Shadow.

Sharpe: "Merkwürdig... "

Stevie van Crane.

Sharpe: "Und andere lassen mich wirklich an Menschen zweifeln, von denen ich eigentlich dachte, dass ich sie kenne. Und die Betonung liegt auf 'eigentlich'."

Poe ist sich nicht sicher, ob er sich den heutigen Main Event wirklich anschauen soll. Der Stachel, dass nicht er um die Cryption kämpft, sitzt ziemlich tief. Doch er wird Kevin Sharpe zumindest auf den Weg begleiten.

Marc Poe: "Ein normales Gespräch, ist genau das, was ich auch suche. Hier drehen sie alle wegen dem Elimination Chamber Match durch."

Sharpe nickt und zieht seine Stirn in Falten.

Sharpe: "Ein großes Wort gelassen ausgesprochen. Shadow geht dieselbe Schiene wie damals Robert Breads und unterstellt mir... UNS... dass wir das Ganze zum Greatest Setup in PCWA History aufbauen wollen. Und Stevie... "

Er seufzt.

Sharpe: "Ich weiß es nicht. Wirklich... "

Poe betrachtet den Champ, so ratlos hat er ihn bisher noch nie gesehen. Diesmal ist es wohl der Mann aus Baltimore, der seinem Buddy aufbauen muss. Er lenkt das Gespräch erstmal auf The Unfathomable Dark. 

Marc Poe: "Shadow.... Ein seltsames Wesen. Seine stärkste Waffe ist, da bin ich mir ziemlich sicher, die Manipulation. Vorhin hat er sich in meiner Umkleidekabine eingenistet und wollte die ganze Sache auf Jona Vark schieben. Erst habe ich ihm den ganzen Mist sogar abgekauft, da ich sowieso etwas sauer auf Mrs. Vark bin. Zum Glück bin ich Alexa begegnet und sie konnte die ganze Sache aufklären."

Bisher konnte der Marylander die Falten des Champs mit seinen Worten nicht glätten. 

Marc Poe: "Wir dürfen uns auf keinen Fall von seinem Bullshit aus dem Konzept bringen lassen. Im Ring sollte es ein leichtes für uns sein ihn zu besiegen; immerhin hat er erst einen Kampf in der PCWA bestritten."

Der Champ seufzt erneut.

Sharpe: "Eigentlich hat Shadow schon geschafft, uns zu manipulieren. Denn ansonsten würden wir nicht darüber reden. Er ist bereits in unsere Köpfe eingedrungen."

Trotzig schiebt der Champion die Unterlippe leicht nach vorne.

Sharpe: "Aber das haben in der Vergangenheit schon andere versucht. Grizz Lee... Robert Breads... ja sogar Chris McFly jr. "

Er dreht den Kopf leicht zur Seite.

Sharpe: "Sie übersehen nur eine Kleinigkeit... die Shadows und Lees und Breads'... du und ich... wir sind uns in der Sache absolut klar. Möge der Bessere gewinnen! Und daran werde ich mich auch weiterhin halten. Lass' sie ihre Verschwörungstheorien schwingen. Denn DAS zeugt schlussendlich auch nur von ihrer Unsicherheit und ihrer Angst."

Poe nickt zustimmend. 

Marc Poe: "Du hast vorhin Van Crane angesprochen. Ich habe versucht ihn nach der letzten Vendetta per E-Mail zu kontaktieren, aber wahrscheinlich hat er seinen Account gelöscht oder geändert...."

Der Marylander blickt zum Boden.

Marc Poe: "Oder er hat es einfach nicht nötig seine Aktion zu erklären. Du kennst ihn besser, kannst du dir erklären, was ihn geritten hat?"

Poe versucht einen Blick in die Augen von Sharpe zu erhaschen, der Undisputed Gerasy starrt jedoch nachdenklich an die Decke. Der denkt an die ersten Worte, die Stevie ihm nach seinem Ausbruch entgegnet hat... 'Hallo, Kevin.' Er bleibt stehen und legt dem Marylander die Hand auf die Schulter.

Sharpe: "Er hat seine Gründe. Und die müssen wir wohl nicht verstehen. Abgesehen davon... "

Nein, verdammt nochmal. Nichts da mit 'Abgesehen davon... ' Das ist fuckin' Stevie van Crane, von dem wir hier reden! Ehemaliger Brawlin' Rumble Sieger und Undisputed Gerasy Champion der PCWA. Dennoch macht ihm die neue Attitude des Enemy Number One zu schaffen. Weil er dadurch unberechenbarer geworden ist? Weil Kevin ihn dann nicht mehr ausrechnen kann? Vielleicht.

Marc Poe: "Coach? Alles in Ordnung?"

Coach? Kevin muss schmunzeln.

Sharpe: "Du brauchst keinen Coach mehr, mein Junge."

Das weiß Marc Poe auch... doch er hat diesen Terminus bewusst ausgesprochen... weil er so Kevin aus seinen düsteren Gedanken heraus geholt hat. Beide Männer sind an der Abzweigung angekommen, an der die eine Richtung zur Gorilla Position und die andere zu den Rängen führt.

Marc Poe: "Also... was sollen wir nun tun?"

Der Champion fährt sich kurz durch den Bart... dann lächelt er erneut.

Sharpe: "Das, was wir die ganze Zeit schon tun. Wir stellen uns der Herausforderung. Offen und ehrlich, ohne Mindgames, Verschwörungen oder sonstigen Bullshit. Du bist dabei und willst den Gerasy gewinnen... ich habe dir gesagt, dass ich dir sicherlich nicht meine Verlierer-Seite zeigen werde. Wir zwei sind quasi im Reinen miteinander. Lass' den Rest einfach tun, was sie wollen. Es soll uns nicht kümmern."

Poe richtet seinen Man-Bun. Dann legt er seinen Arm auf die Schulter des Champs. 

Marc Poe: "Off course. Wir werden uns dieser Herausforderung wie immer stellen. Kein Berg zu hoch, kein Tal zu tief und kein Fluss zu wild..."

Die zwei Publikumslieblinge sind sich wie so oft einig. Ihre Wege werde sich für den heutigen Tag trotzdem trennen. Sharpe wird sich den Kampf seines alten Weggefährten natürlich nicht entgehen lassen, während der Marylander wieder in sein Trautes Heim zurückkehren wird. Mit großer Anwesenheit hat der Mann aus Baltimore damit nicht geglänzt, kann man ihm jedoch nicht wirklich vorwerfen. ER hat das Match um die Crytion Crown verdient. Doch Pustekuchen... ER hat es nicht bekommen. Wieso soll er also bis zum Ende der Show bleiben? Es ist an der Zeit Jona Vark vorerst links liegen zu lassen und gute Miene zu ihren seltsamen Entscheidungen zu machen. Vielleicht führt ihn genau dieser Weg in ihre Arme und zum Undisputed Gerasy?! 

Während dieser Plan blitzartig durch das Hirn von Marc Poe schießt, lächelt er Sharpe zufrieden an. Zum Abschied gibt es den obligatorischen Fist-Pump zwischen dem Champ und einem seiner Herausforderer.


Vincent Craven: "Nach all den Mindgames und Ankündigungen am heutigen Abend ist das doch ein recht versöhnlicher Abschluss des Abends gewesen."

Mike Garland: "Marc Poe und Kevin Sharpe sind im Reinen miteinander. Zumindest diktiert Sharpe dies Poe auf - ob er sich daran hält, wenn sich die Chance ihm bietet, ist eine andere Frage."

Vincent Craven: "Nun kommt wieder deine Aussage, dass es für den Champ einfacher ist, mit seinen Herausforderern im Reinen zu sein?!"

Mike Garland: "Solange sie sich ihm unterordnen und nach seiner Pfeife tanzen in jedem Fall. Deswegen hat er ja auch so ein großes Problem mit Stevie van Crane und Shadow gehabt."

Vincent Craven: "Mit diesen hat Marc Poe allerdings auch seine Probleme. RM und James Godd haben sich aus der direkten Konfrontation am heutigen Abend noch heraus gehalten. Ob sie auch noch versuchen werden, sich mit ihren Gegnern abzutasten?"

Mike Garland: "Ich könnte mir vorstellen, dass der Kuchen irgendetwas plant, um Eindruck zu hinterlassen. Bei Godd denke ich einfach nur, dass er Schiss hat. Ähnlich wie Poe - und da beide vor Sharpe kuschen, glaube ich nicht, dass sie beim Imperial Impact 12 eine Chance haben werden."

Vincent Craven: "Ich denke eher das Gegenteil. Für beide könnte es der Durchbruch sein. Und diesen wollen sie fair und square durchziehen, um ihren größten Erfolg auch zelebrieren zu können. Beide würden sich im Nachhinein Gedanken machen, wenn sie ihre Seele verkauft hätten."

Mike Garland: "Tja, der Imperial Impact wird alsbald stattfinden... Hier schonmal ein kleines Promo-Video für sie."


------------------ PCWA ------------------

- Juli 2018 - 
"your voice, your choice"  

Stem // Jimmy Maxxx

Cotatores Trophy
Happy Hour // Ring Assassins (c)

Undisputed Gerasy
Marc Poe // Shadow // James Godd // RM // Stevie van Crane // Kevin Sharpe (c)

 

- PCWA DOME -
"Get YOUR tickets... NOW!"

Vincent Craven: "Eine tolle Card bisher! Und Jona Vark scheint das Match um die Cotatores auch dingfest gemacht zu haben."

Mike Garland: "Es sieht so aus! Ring Assassins gegen Happy Hour - nach dem zweiten Match des Abends vielleicht auch die richtige Entscheidung."

Vincent Craven: "Ein Titel steht noch nicht auf der Card und das ist die PCWA Cryption Crown. Logisch, denn die steht im kommenden Match noch auf dem Spiel."

Mike Garland: "Der Main Event steht an und deswegen übergeben wir das Wort schnell an Jane."


------------------ PCWA ------------------

Jane Nelson: "Ladies and Gentlemen, der MAIN EVENT des heutigen Abends ist das GUITAR ON A POLE Match um die CRYPTION CROWN!"

 

Begeisterung bei den Zuschauern.

Vincent Craven: "Der Pole mit der Gitarre ist im Fokus der Kamera."

Mike Garland: "Ein ziemlich großes Konstrukt, das hier gebastelt werden musste."

Vincent Craven: "Es kommt auch selten vor, dass ein so großer Gegenstand daran befestigt werden muss."

 

Jane Nelson: "Als erstes kommt zum Ring, der Herausforderer aus Heidelberg, Deutschland, mit einem Gewicht von 115 Kilogramm, GRIZZ LEEEEE!!"

 

 

Trotz Pause und Rücktrittsgedanken hat Lee natürlich aufgehört zu trainieren. So spannt sich das schwarze Shirt wie eh und je über den muskulösen Oberkörper. Skeptisch schaut er zur Gitarre, die da an diesem Gestänge baumelt. Warum dieser Witz von einem Champion überhaupt noch die Matchart bestimmen durfte, ist ihm ein Rätsel.

 

Jane Nelson: "Und sein Gegner, aus Aberystwyth, Wales, mit einem Gewicht von 88 Kilogramm, der Träger der CRYPTION CROWN, CIIIRCUMVEEENT!!"

 

 

Vincent Craven: "Da kommt der Titelverteidiger. Uns wurde übrigens nicht mitgeteilt, wie das Match eigentlich werden kann. Reicht es, die Gitarre abzuhängen? Oder hängt man sie zum Einsetzen ab und dann zählen Pinfalls erst?"

Mike Garland: "Lee scheint sich das auch zu fragen, so wie er das Teil beäugt hat. Nun, Circumvent wird es uns sicher auf die ein oder andere Weise wissen lassen, wenn das Match erstmal gestartet ist."

Vincent Craven: "Das wird gleich der Fall sein! Nelson Frider hat schon die Cryption Crown und präsentiert noch einmal für alle gut sichtbar, worum es hier nun geht."

 

Main Event
- Eine Chance -
Guitar on a Pole Match
PCWA Cryption Crown

Bild
Bild
Bild
(Der erste Pinfall entscheidet über den Sieg. No Disqualification, No Countout.
-Referee: Nelson Frider; Kein Zeitlimit)

 

Mike Garland: "Angeläutet! LOCK UP!"

Vincent Craven: "WHIP-IN von Grizz! Circumvent federt auf der gegenüberliegenden Seite in die Ropes."

Mike Garland: "WOW! Beinahe aus dem Stand rast CV mit einer FLYING CLOTHESLINE dem in der Mitte wartenden Lee entgegen!"

Nur den Hauch eines Augenblicks verweilt der Grizzer am Boden, dann steht er ruckartig auf. Circumvent hat sich schon wieder in die Seile katapultiert. THESZ PRESS! Aber der Grizzer bringt seine unbändinge Kraft in's Spiel und fängt den Gegner einfach auf! Der aber lässt nicht locker, schlägt auf Lee ein! Und hat ihn letztendlich doch mit dem Rücken auf der Matte!

Vincent Craven: "Circumvent hat es geschafft! Und sofort prasseln weitere harte Schläge auf Grizz ein! Hier geht es um einiges für den Waliser, das ist sofort zu spüren."

Mike Garland: "Ganz recht. Durch eine erfolgreiche Titelverteidigung kann er wieder einen Teil seiner verloren gegangenen Reputation zurück gewinnen."

Vincent Craven: "Kümmern wir uns darum noch nicht, denn hier könnte die Wende in dieser hitzigen Anfangsphase anstehen! Grizz hat CV einfach von sich gestoßen. Aber wenn ich es richtig gesehen habe, ging dem ein knallharter HEADBUTT auf die Nase voraus!"

Grizz Lee hat sich einfach die Arme CVs geschnappt und ihn ruckartig zu sich herunter gezogen, als er die Chance dazu hatte. Wütend kommt er hoch, dass Circumvent seine Anfangsoffensive so gut kontern konnte, hätte er nicht gedacht. Aber auch der Cryption Crown Träger ist schon wieder auf den Beinen und will einen KICK zum Knie zeigen. Geistesgegwärtig fängt Lee das Bein und zeigt eine harte CLOTHESLINE! Sofort geht es weiter, nächster WHIP-IN. Nein! Der Grizzer zieht Circumvent einfach am Arm wieder zurück. GUT WRENCH SUPLEX!! Jetzt scheint er in seinem Element und die Oberhand langsam aber sich zu gewinnen. Aber als er sich seinen Gegner packen will, schnellt der hoch und greift sich den Kopf des Grizzman!

Mike Garland: "ER ROLLT IHN VORNÜBER AUF DIE SCHULTERN!! Der Ringrichter ist da!"


EINS!

ZWEI!!


Vincent Craven: "Befreit! Lee hat sich aus dem Cover gewunden, das ihn sichtlich überrascht hat!"

Mike Garland: "Und für uns ist nun klar, dass Pinfalls oder Submissions schon zählen. Die Gitarre ist für ein wenig weitere Gewalt vorhanden. Und da es No DQ ist, könnten wir davon einiges zu sehen bekommen."

Angefressen schüttelt der Grizzer den Kopf und lässt ein paar abfällige Worte zu seinem Gegner hinüber, als sie sich wieder Auge in Auge gegenüberstehen. Pfeilschnelle Attacke von Lee, der sich einen Arm von CV greift, um einen LOCK anzusetzen. Aber der Waliser hat sich darauf schon vorbereitet und jagt Grizz sein Knie in den Bauch, als er nahe genug an ihm dran ist. Ein Raunen geht durch die Halle, als er urplötzlich den Ansatz zu einem SIDE RUSSIAN LEGSWEEP zeigt!

Mike Garland: "GWELLHAD BUAN!? SO FRÜH SCHON IM MATCH!? Wenn der durchgeht, könnte..."

Vincent Craven: "NEIN! Grizz lässt es gar nicht erst dazu kommen. Er windet sich aus dem Griff und Circumvent knallt ohne den Kopf des Gegners unter dem Arm auf die Matte!"

Sofort setzt der Trouble Magnet mit einem LEG DROP nach. Aber wohlwissend, dass ein Cover nun noch nichts bringen würde, hebt er den Gegner wieder auf die Beine. Ein weiterer WHIP-IN, CV federt zurück, genau in die Arme von Lee... TILT A WHIRL BACKBREAKER! Fast schon spielend leicht hebt er seinen Gegner aus, um ihn auf sein Knie krachen lassen.

Mike Garland: "Gewichts-, Größen- und Kraftvorteil auf der Seite von Lee."

Aufreizend hat er sich über CV gestellt, aber der sprüht vor Kampfgeist und fährt einen Fuß nach oben, direkt in's Gesicht des Trouble Magnet, als der ihn gerade packen will. Lee hält sich die Nase und wendet sich ab, der Champ kämpft sich nach oben, fasst sich kurz an den Rücken, schluckt den Schmerz aber hinunter und greift sich Grizz Lee zu einem INVERTED DDT... Konter! Lee umfasst seinerseits den Kopf des Gegners und lässt sich zu einem JAWBREAKER fallen! Nur wenige Augenblicke gönnen sie sich ein bisschen Erholung.

Vincent Craven: "Geschwindigkeitsreicher Auftakt. Und das dürfte auch die Eigenschaft sein, die Circumvent am ehesten nutzen sollte, um Grizz Lee hier beizukommen."

Beide stehen wieder aufrecht, aber der Grizzer hat sich mit einen Schlägen in Front gebracht. Abwechselnd treffen FOREARMS in CVs Gesicht und CHOPS auf seine Brust. Immer weiter wird er an die Seile getrieben. Grizz geht zwei Schritte zurück, will offenbar Anlauf nehmen.

Vincent Craven: "CLOTHESLINE von Lee! Und mit welch einem Schwung! Sie fallen BEIDE über das Top Rope nach draußen! Kann mir nicht vorstellen, dass das wirklich so gedacht war."

Unglücklich ist Grizz Lee mit seinem linken Bein draußen aufgekommen. Aber selbstredend hat das auch den Titelverteidiger mitgenommen, der mit dem Gesicht auf den Apron gestürzt ist.

Vincent Craven: "Bei Out of Ashes haben wir gesehen, wie eine Schwachstelle von Lee bearbeitet wurde, nämlich der untere Rückenbereich. Aber auch sein linkes Knie hat ihm in den Jahren immer mal wieder Probleme bereitet."

Mike Garland: "Sieht bis jetzt noch alles gut aus. Abschätziger Blick vom Herausforderer, dann packt er Vent mit einer Hand am Kopf... UND HÄMMERT IHN MIT VOLLER WUCHT GEGEN DEN RINGPFOSTEN!"

Der Cryption schwankt am Ring entlang, versucht so schnell wie möglich dem Grizzer zu entkommen. Aber der hat sich Circumvent schon wieder am Arm gepackt, wuchtet ihn herum und schleudert ihn mit dem Rücken gegen den Apron! Ein süffisantes Lächeln umspielt den vom Vollbart eingerahmten Mund des Grizzman. Was er vorhin mit dem Backbreaker nicht geschafft hat, will er nun nachholen. Ein weiteres Mal greift er sich CV, dieses Mal soll es wohl gegen die Ringtreppe gehen.

Mike Garland: "Hoppla! CV wehrt sich, indem er sich mit einem Bein gegen die Ringtreppe stützt! Und sofort packt er den verdutzten Lee am Schädel. UND JETZT MUSS DER GEGEN DEN STAHL!!"

Grizz wird umgedreht, mit dem Rücken lehnt er an der Treppe. CV fackelt nicht lange und vollführt einen hohen STANDING DROPKICK, der Lee förmlich gegen den Stahl nagelt. Den eigenen Aufprall auf den Matten nimmt der Waliser gar nicht erst wahr, sondern rollt sich in den Ring. Schnell ist er wieder auf den Beinen und beobachtet den Grizzer, der sich auf den Apron stützt. Circumvent fliegt heran... BASEBALL SLIDE!! Die Wucht des Aufpralls jagt Grizz in die Absperrung. Dort hängt er einen Moment wehrlos, während der Champ Schwung holt.

Vincent Craven: "Er will wohl tatsächlich nach draußen springen. SPRINGBOARD CROSSBODY!!"

Mike Garland: "ABER LEE WEICHT AUS!! CIRCUMVENT KRACHT SELBST AUF DIE GUARDING RAIL!! Seine handvoll Fans in den ersten Reihen sind entsetzt!"

Während die des Grizzman diesem aufmunternd auf die Schulter klatschen. Bloß nicht den Rücken erwischen, denn der dürfte in diesem Moment schon das ein oder andere Klagelied singen. Nelson Frider ist indes gleich wieder dabei, die beiden anzuzählen. Aber Grizz wirkt dem entgegen, schnappt sich den angeschlagenen Circumvent vom Gitter und rollt ihn in den Ring. CV windet sich, Grizz steigt auf den Apron und baut sich dort auf. Um seinem Gegner zu zeigen, dass er das mindestens genauso gut kann, lehnt er sich, mit beiden Armen am obersten Seil, weit zurück. SLINGSHOT SENTON SPLASH!! Und in der Hoffnung, dass sich Circumvent mit seinem Suicide Move sämtliche Luft geraubt hat, klettert Lee nun in der Ringecke in Richtung Gitarre.

Vincent Craven: "Grizz Lee ist schnell und hat beinahe schon eine Hand an der Gitarre!"

Mike Garland: "DA KOMMT CIRCUMVENT ANGERAUSCHT!! KICK in Lees Rücken!"

Vincent Craven: "Der steigt wieder in den Ring hinab, der Cryption nimmt noch einmal Anlauf!

Mike Garland: "LEE WEICHT NOCH RECHTZEITIG AUS! Auch CV kann sich gerade noch abfangen, aber nicht mehr rechtzeitig umdrehen!"


GERMAN SUPLEX!!

 
Ohne ihm eine Pause zu gewähren, befördert Grizz Lee seinen Gegner auf die Beine, schüttelt dabei demonstrativ mit dem Kopf in die Menge, um den CV-Fans deutlich zu machen, dass ihr Favorit nun keine Chance mehr hat. Gnadenlos vollführt er einen WHIP-IN und hämmert ihn damit rücklings in die Ringecke. Circumvent torkelt benommen aus der Ecke. Und wird unsanft von einem KICK des Grizzman empfangen.

Vincent Craven: "LEE SCHNAPPT SICH CIRCUMVENT ZUM SUPLEX ANSATZ!! WIRD DAS DIE BRUTAL TRUTH?!"

Er hebt CV aus, zieht aber nicht seinen Finishing Move durch, sondern setzt seinen Gegner stattdessen auf einen Turnbuckle. Doch gerade in dem Moment, als er nachsetzen will, trifft ihn ein harter KICK des Cryption. Der hat ihn allerdings noch nicht so wirklich malträtiert, also setzt CV mit einem FOREARM nach. Noch immer will Grizz nicht aufgeben, ist fest entschlossen eine harte Aktion durchzuziehen. Erst der nächste TRITT lässt den Trouble Magnet zurückwanken. Und damit macht er einen großen Fehler! Circumvent schüttelt kurz den Anflug der Erschöpfung ab.

Mike Garland: "WELTKLASSE!! CV KATAPULTIERT SICH AUS DEM SITZEN AUF DIE BEINE... UND KANN DIE BALANCE HALTEN!! Während sich Lee noch den Kiefer hält."

Vincent Craven: "FLYING FOREARM SMASH!!"

Sofort robbt er sich auf Lee.


EINS!

ZWEI!!


Vincent Craven: "KICKOUT!"

Der Waliser zögert nicht lange und versucht so schnell es ihm möglich ist nun selbst auf die Seile zu klettern und die Gitarre zu erreichen. Doch der Hardcore Superstar lässt sich durch solch einen Konter nicht lange außer Gefecht setzen und ist schon wieder im Rücken des Champs auf den Beinen.

Mike Garland: "LOW BLOW von Lee! No Disqualification, Freunde!"

Vincent Craven: "Ein äußert harter! Circumvent windet sich vor Schmerzen und kann sich gerade noch irgendwie auf dem Seil halten. Doch so ist er natürlich sehr leichte Beute für Grizz Lee, der auch schon auf das zweite Seil gegangen ist!"

Mike Garland: "Das wird hart für CV!"


GERMAN SUPLEX VOM TOP ROPE!!


Der Waliser kann sich gar nicht an alle schmerzenden Stellen gleichzeitig greifen. Und nun scheint der Grizzer genügend Zeit zu haben, um seinerseits die Gitarre abzuhängen. Angefeuert von seinen Fans erklimmt er den Turnbuckle. Beim ersten Ziehen löst sich das Instrument noch nicht, aber beim zweiten hat er sie dann in der Hand!

Vincent Craven: "Circumvent ist auf den Knien! Beachtlich."

Mike Garland: "Aber dennoch Lee schutzlos ausgeliefert, der grinsend und mit der Gitarre in der Hand auf seinen Gegner zuschlendert."

Doch gerade als er ausholen will, durchzuckt eine Welle von Energie den Körper des Cryption Crown Trägers und befördert ihn auf die Beine. Und nicht nur das.

Vincent Craven: "SPINNING HEEL KICK VON CIRCUMVENT!! Nicht mehr beachtlich, unglaublich!"

Mike Garland: "Lee hat sich die Klampfe selbst gegen den Schädel befördert! Kaputtgegangen ist sie dadurch nicht, aber auch nicht mehr in seinen Händen!"

Der Hardcore Superstar schwankt in die Seile. Da kommt Circumvent aber schon wieder mit der zweiten Luft angerauscht!


TORNADO DDT!!


Mike Garland: "Verdammt, was für eine harte Aktion von CV! Lees Kopf bohrt sich schon fast in die Matte!"

Vincent Craven: "Circumvent schnappt sich jeweils einen Arm und ein Bein, er zieht Grizz ein Stückchen Richtung Ringmitte..."

Mike Garland: "Nun greift er sich endlich selbst die Gitarre UND PLATZIERT SIE AUF LEE!!"

Er schleppt sich auf das oberste Seil, seine Fans flippen aus, denn nun will er die spektakulärste Waffe aus seinem Arsenal ziehen.

Vincent Craven: "GLOW LIKE PHOSPHORUS!!"

Mike Garland: "NEIN!! NEIN!! LEE ROLLT SICH ZUR SEITE, NUR DIE GITARRE WARTET NOCH AUF DEN EINSCHLAG VON CV!"

Der Mann aus Wales landet auf seiner eigens gewählten Waffe, die unter dem Gewicht in etliche Teile zersplittert! Grizz Lee ist zu den Seilen gerobbt und zieht sich daran hoch, den Blick stets auf Circumvent gerichtet. Doch der scheint schwer angeschlagen, was Lee genügend Zeit gibt, um aufzustehen und zum Champion zu gehen. CV will sich dem Zugriff zuerst mit einem Elbow entziehen, aber zu kraftlos ist die Aktion in diesem Moment, als dass er Lee davon abbringen könnte, ihn mit einem harten FOREARM in den Rücken zu bearbeiten.

Vincent Craven: "Zwei ELBOWS treffen Circumvent! Und jetzt wird er von Grizz zum Suplex ausgehoben! Jeder weiß, was nun kommen soll!!

 

BRUTAL TRUTH!!

 

Mike Garland: "SITZT!! Und jetzt ist es Grizz, der den Sack zumachen möchte!!"


EINS!!

ZWEI!!

DR...!!


Vincent Craven: "NEEEEIN!! Circumvent kommt aus dem Cover! Unter keinen Umständen will er hier die Cryption Crown verlieren, auch wenn er dafür über sich hinauswachsen muss!"

Mike Garland: "Was er schon längst tut, wenn man mich fragt."

Verzweifelt schlägt Lee auf die Matte, das hätte es sein müssen. Aber Nelson Frider steht noch immer mit zwei abgespreizten Fingern an der erhobenen Hand im Ring. Nur kurz währt der Ärger über die verpasste Chance, dann hievt sich der Trouble Magnet zu seinem Gegner, tritt erst ein Mal auf ihn ein, bevor er ihn rüde nach oben zieht und in einen HEADLOCK nimmt. CVs Arme hängen schlaff an seinem Körper hinab, aber Grizz ist nicht der Mann für Submission Aktionen, daher greift er geschwind um und zeigt einen SWINGING NECKBREAKER! Der Titelverteidiger kann sich weiterhin nicht wirklich wehren und wird wieder gepackt!

Mike Garland: "Oooh, das sieht jetzt schlecht aus für CV, Lee dominiert... UND WIEDER DER SUPLEX ANSATZ!!"

Vincent Craven: "Wenn die zweite... CIRCUMVENT! In Circumvent ist immer noch Power! Er zappelt sich frei und kommt hinter Grizz auf die Beine. Der dreht sich um... UND WIRD VON EINEM YAKUZA KICK GETROFFEN!!"

Sofort knickt der Waliser wieder ein und liegt im nächsten Moment mit weit aufgerissenen Augen auf der Matte. Die Überraschung saß, aber er scheint zu wissen, dass dieser Konter nicht lange Wirkung zeigen wird. Aus den Augenwinkeln sieht er, wie sich der Grizzer windet, mit einem Arm aber schon wieder zu den Seilen greifen will.

 
CIRCUMVENT! CIRCUMVENT!

LET'S GO GRIZZ LEE!

 
Vincent Craven: "Das PCWA Theatre ist total gespalten. Beide haben ihre Fans."

Mike Garland: "Und Circumvent scheint die Sache doch ernster zu nehmen, als man in letzter Zeit glauben konnte."

Denn er hat sich auf die Beine gekämpft und geht auf den Grizzer zu. Ein TRITT in die Seite, der Hardcore Superstar zieht sich trotzdem hoch, will CV einen Schlag verpassen, doch der nächste TRITT folgt sofort. WHIP-IN, aber Grizz hakt sich geistesgegenwärtig mit beiden Armen unter dem Seil ein und federt somit nicht zurück. In fast schon blinder Angriffslust stürmt CV auf seinen Gegner zu. Aber der Grizzer schnellt nach vorne und erwischt ihn mit einem SHOULDER BLOCK! Gleich der Lauf in die Ropes, Circumvent ist schon wieder oben, fliegt mit einem LEAP FROG über Lee hinweg und geht selbst in die Seile. Grizz kommt aus der anderen Richtung, CV hat den nötigen Schwung für einen CROSSBODY! Abgefangen von Grizz!

Vincent Craven: "FALLAWAY SLAM! Um den Hardcore Superstar von den Beinen zu holen, reicht es immer noch nicht! Circumvent rollt sich hastig außer Reichweite, Grizz tigert hinter ihm her!"

SETUP KICK Versuch, doch Grizz Lee fängt das Bein ab! DRAGON SCREW!! Was der Cryption auch versucht, es scheint im Moment nichts bringen zu wollen. Und damit gerät er immer weiter in die Defensive. Schon als er wieder aufsteht, ist Grizz Lee bei ihm und schnappt ihn sich. DOUBLE ARM DDT!

Mike Garland: "Ist in einigen Fällen schon der Vorbote für die Brutal Truth gewesen! Aber hier nimmt sich Lee einfach seinen Gegner und schleudert ihn mit dem Oberkörper voran in die Ringecke!"

Vincent Craven: "Und jetzt ein SIDE SUPLEX! Oder doch nicht! Er setzt Circumvent auf den Turnbuckle, dreht sich um und greift sich die Arme. OH OH!!"

Mike Garland: "THROWING CRUCIFIX POWERBOMB!! CIRCUMVENT LANDET BRUTAL AUF DEM NACKEN!!"

Ein Aufschrei geht durch das Theatre, das sah mehr als brutal aus. Das abfällige Grinsen des Grizzman provoziert die CV-Anhänger nur dazu noch kräftiger zu buhen und den Rest zu übertönen. Ringrichter Nelson Frider ist sofort bei CV, um nachzufragen, ob alles okay ist. Und tatsächlich kann man ihn schwach nicken sehen, was wiederum die gleiche Geste beim Grizzer hervorruft, der sich nun zu ihm bewegt.

Vincent Craven: "Will er ihn verletzten? Absichtlich!?"

Lee schiebt den Ref zur Seite und zieht CV nach oben.

 

CIRCUMVENT! CIRCUMVENT!

 

Mike Garland: "Da helfen im Moment auch alle Anfeuerungsrufe nicht, Mister Vent muss das jetzt über sich ergehen lassen."

 

BRUTAL TRUTH!!

 

Vincent Craven: "NUMMER ZWEI!! Das kann Circumvent jetzt gar nicht mehr gewinnen!"

Mike Garland: "Cover! Frider ist sofort unten."


EINS!!

ZWEI!!

DREI!!!


Vincent Craven: "Das war's! Ein aufopferungsvoller Kampf von Circumvent, doch am Ende ist es Grizz Lee, der somit zum zweiten Mal die Cryption Crown hält!"


Jane Nelson: "Der Sieger, und damit NEUER TRÄGER DER CRYPTION CROWN, GRIZZ LEEEE!!"


Mike Garland: "Ein wenig seltsam. Kommt hier an und hat so mir nichts, dir nichts gleich wieder die Chance auf einen Titel."

Vincent Craven: "Miss Vark hat diese Entscheidung getroffen. Und sind wir mal ehrlich, wirklich aufgedrängt hat sich in letzter Zeit auch niemand anderes."

Der Ringrichter übergibt Lee den silbernen Gürtel, der ihn in die Höhe hebt. Freude sieht sicherlich anders aus, aber nach der langen Jagd auf den Gerasy ist das etwas, das wahrscheinlich erst mit der Zeit zurückkommt. Worüber sich aber alle einig sein können, ist, dass er den Titel mit Stolz tragen und verteidigen wird.

Vincent Craven: "Was für eine Situation so kurz vor dem Imperial Impact 12! Kevin Sharpe hält den Undisputed Gerasy, Grizz Lee die Cryption Crown. Die ehemals besten Freunde mit den beiden Singles Titles der PCWA, noch bevor sie überhaupt die Cotatores gewinnen konnten."

Mike Garland: "Ein Weckruf an alle jungen Leute im Roster, mal ein bisschen mehr Gas zu geben."

Vincent Craven: "Das wird sicherlich geschehen. Damit endet diese explosive Vendetta mit einem Titelwechsel! Die Road zum Imperial Impact 12 wird immer kürzer. Nächster Halt: VENDETTA 134!"

 

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