Ausgabe 105

Live aus dem Air Canada Centre in Toronto, Ontario, Kanada

 

Card

 

Opener
- Neue Welten -
Regular Singles Match



(Sieg durch Pin oder Aufgabe, Disqualifikation oder Count Out - Referee: Kim Feyerbach)

 

2nd Match
- Freund oder Feind!? -
Wild Card 6-Men Tag Team Match

 



(Die sechs Wrestler werden in zwei Teams zusammengewürfelt. Sieg durch Pin oder Aufgabe. Keine Elimination, es sei denn ein Team wird disqualifiziert oder ausgezählt - Referee: "Yoshi" Funaki)

 

3rd Match
- In Ketten gelegt -
Strap Match



(Die beiden Wrestler sind am Handgelenk durch eine Stahlkette verbunden. Sieg durch Pin oder Aufgabe, keine Disqualifikation & kein Count Out - Referee: Charlie Swanson)


4th Match
- CRAFT vs Ex-CRAFT -
Regular Singles Match



(Sieg durch Pin oder Aufgabe, Disqualifikation oder Count Out - Referee: Johannes Ullrich)

 

Co-Main Event
- Es ist noch nicht genug Blut geflossen -
Regular Singles Match



(Sieg durch Pin oder Aufgabe, Disqualifikation oder Count Out - Referee: Nelson Frider)

 

Main Event
- Das Rematch -
PCWA Cryption Crown Match
Regular Singles Match



 

 

Auch in Kanada weiß man, wie man eine Show mit Karacho beginnen lässt. Kein Wunder, war doch das Air Canada Centre in Toronto bereits mehrfach Schauplatz diverser Wrestling- und Mixed Martial Arts-Events. Ein heftiges Feuerwerk, dominiert in den Farben Weiß und Rot, wird losgelassen, es knallt an allen Ecken und Enden bis dann über dem Ring ein riesiger, flammender Phönix aufleuchtet. Die Fans zelebrieren den Start der Show mit lautem Jubel und feiern sich selbst, genauso wie die Liga, die hier ihr Gastspiel vor ausverkauftem Haus feiert. Und dann wird sofort zu den beiden Kommentatore geschaltet, Mike Garland und Vincent Craven.

Mike Garland: "New Yoooork, Neeeew Yo... nee, Moment. Das war vor einem Monat. Oooo Caaanadaaaa!"

Vincent Craven: "Bitte, bitte nicht. Wir können die Fans nicht mit deinem Gejaule begrüßen, das geht einfach nicht. Dann schalten sie gleich wieder weg."

Mike Garland: "Meine Garlanders schalten nicht um. Meine Garlanders wollen mich entertainen sehen!"

Vincent Craven: "Das kannst du am Besten mit einer locker flockigen Anmoderation aus dem Handgelenk!"

Mike Garland: "Auch wieder wahr! Hallo liebe Garlander, Hallo liebe Fans der PCWA und Hallo Virchowa Craven, die wahrscheinlich der einzige Mensch auf dieser blauen Erde ist, der wegen Vincent hier einschaltet. Wir befinden uns in Toronto, Kanada. Dem vielleicht kältesten Land der Welt nach Grönland. Es ist Zeit, es ist soweit, Vendetta 105 ist hier. Demnach auch 105. Ausgabe, die ich gemeinsam mit Vincent Craven moderiere."

Vincent Craven: "Zumindest die 105. Ausgabe von Vendetta, ja. Wir haben vorher ja auch schon genug andere Shows kommentiert."

Mike Garland: "Absolut richtig. Going strong, Baybay! Und wir laufen in großen Schritten und mit heißen Schnitten auf Out of Ashes zu, wo es deutlich wärmer sein wird, als hier. San Diego. Da brauchen die Hallen keine Heizanlagen um heiß zu sein!"

Vincent Craven: "Allerdings wird uns auch heute wohlig warm, wenn ich mir so anschaue, was uns alles bevor steht!"

Mike Garland: "In erster Linie Rematches. Wir präsentieren den Fans noch einmal, was es beim Brawlin' Rumble zu sehen gab, denn noch immer ist da nicht alles erklärt. Deswegen wird der Main Event auch von zwei Männern bestritten, die bereits beim Brawlin' Rumble Teil eines Matches waren."

Vincent Craven: "Wie du richtig sagst: Ein Teil. Denn eigentlich war da noch Grizz Lee daran beteiligt, doch der wird sich heute heraushalten müssen, wenn Kevin Sharpe seine Cryption Crown gegen den vorherigen und zweifachen Cryption-Träger Robert Breads auf Spiel setzt."

Mike Garland: "Einen Rückkampf des Brawlin' Rumbles gibt es auch zwischen Eleven und Robert Barker. Die Zahl gegen den Schlächter. Hatten wir bereits beim Rumble, hier konnte sich Barker knapp in Elevens Paradedisziplin durchsetzen. Eleven muss nun beweisen, dass er auch Wrestling kann, denn die Beiden treffen in einem regulären Match aufeinander. Verliert Eleven auch dieses Match, dann wird seine Reputation deutlich leiden, während Barker dann schon fast mit einem Gerasy Title Match planen kann."

Vincent Craven: "Mit Titelmatches planen will auch Gabriel Lucifer, der heute zum zweiten Mal in Folge auf Terra No'Kaie treffen wird. Der Wächter hatte beim Brawlin' Rumble sein Comeback gegeben, ließ sich dann bei Vendetta 104 von Lucifer zusammenfalten und wird nun die Chance auf Revanche erhalten. Lucifer dagegen will mit einer Siegesserie Jagd auf die Cryption Crown machen, die ihm in seinem Portfolio noch fehlt. Und das Ganze findet per Strap Match statt."

Mike Garland: "Ganz frisch in der Liga ist dagegen Manny Starblood, der heute sein erstes Match bestreiten wird. Kann Starblood sein Talent in einem Match gegen Captain Mile beweisen oder wird der Pirat zum Stolperstein des Rookies?"

Vincent Craven: "Ebenfalls in die PCWA zurückgekehrt sind Eric Moranes und Chris Fusion. Und Fusion legte sich irgendwie mit Happy Hour an. Die hatten bei der letzten Vendetta ein Handicap Match gegen Jacob Kwabena. Und der versuchte für dieses Match einen Tag Team Partner zu finden, doch darauf hatten weder Moranes, noch Keek Hathaway Lust. Und wem das alles zu konfus ist, keine Sorge. Die sechs Genannten treffen heute in irgendeinem komischen Tag Team Match komplett durchgewürfelt aufeinander. Hat sich Jona Vark ausgedacht."

Mike Garland: "Als sechstes Match, Reihenfolge übrigens nicht ganz so, wie wir nun davon sprechen, werden wir wieder einmal beweisen, wofür das C in PCWA steht. Denn nicht nur, dass mit Team Happy Hour zwei Wrestler aus der XAW uns für diese Auslandstour begleiten, aus einem Schrottplatz am Ende der Welt kommt ein ganz extremer Typ vorbei. Der amtierende World Carnage Champion der GWS, Extreme Fighter Levy, wird auf den Gewinner des Brawlin' Rumble X treffen. Levy vs. Stevie Van Crane. CRAFT gegen CRAFT. Früher in einer Liga, früher Seite an Seite. Heute gegeneinander im Ring, nur hier, nur in der PCWA."

Vincent Craven: "Und nur bei Vendetta 105!"


------------------ PCWA ------------------

Man kann nicht von einem Pfeifkonzert sprechen, wenn er erscheint, der Undisputed Gerasy, aber auch nicht wirklich von Freude. Es gibt eine Gruppe an Fans, die liebt ihn abgöttisch, dann sind da noch die PCWA – CORE Fans die jeden lieben, der ihre PCWA so lange wie er begleitet und dann ist da der Rest… Ein großer Rest. Vier zu Eins Verhältnis… SVC Fans… Obwohl, eher die typischen Fans der Saubermänner. Azrael Rage ist kein Saubermann. Nie gewesen. Dennoch betritt er mit seiner Sonnenbrille im Gesicht den Ring, sieht sich um, posiert kurz, und lässt sich dann ein Mikrophon reichen.

Kurz blickt er sich noch um und sein Blick lässt deutlich verlauten, dass er nicht in Partystimmung hier rausgekommen ist. Die Party endete mit Vendetta 104. Ein Aufeinandertreffen, harte Worte, Feindschaft… all das wäre nicht nötig gewesen, denn SVC hatte bereits sein Titelmatch bei Out of Ashes und Rage akzeptierte, ja sogar respektierte das… es findet also statt. Wozu also diese Feindschaft? Aber gut, wer Ärger will, klopft bei Azrael Rage sicherlich nicht an die falsche Tür.

Azrael Rage: „Stevie Van Crane.“

Die drei Worte, ein Name, eine unzählbare Masse an Jubel. Er wartet ab, beobachtet die Menschen hier in Toronto, während seine Miene nur finsteres erahnen lässt.

Azrael Rage: „Der Herausforderer Nummer Eins auf Meinen Undisputed Gerasy.“

Wieder Jubel. Er nimmt die Sonnenbrille ab und man sieht, wie er deutlich die Augen verdreht.

Azrael Rage: „Schon gut, schon gut, schon gut. Bevor das hier losgeht, möchte Ich nur anmerken, Ich wollte das nicht. Es wäre nicht nötig gewesen. Du hast Dein Match für Out of Ashes. Ich wäre da gewesen und Wir hätten einen fairen Kampf gehabt. Punkt! Aber Du willst mehr, Stevie, Du willst ihnen mehr geben. Willst den Schlagabtausch, das Vorgeplänkel. Sollst Du haben, aber so etwas fördert die Wahrheit und mit dieser bin Ich nun zu den Menschenmassen gekommen. Nun denn… Vorher kommen Wir doch alle mal etwas runter, entspannen uns und betrachten und analysieren mal ein wenig die Worte Eures Helden.“

Er holt einen Zettel hervor.

Azrael Rage: „Alle Deine Worte gehören alleine Dir, lieber Stevie? Deswegen beendest Du Deine Promo mit Worten von Deinem Captain Hook. Nein, aber selbst wenn dies nicht der Fall wäre, würden Deine Worte nicht Dir gehören. Weißt Du auch wieso? Weil Ich sie schon tausend verdammte Male in der PCWA gehört habe. Jeder von den sogenannten Helden des Volkes spricht all diese Worte in Meine Richtung. Und sie sprechen alle in Meine Richtung. Weißt Du wieso das so ist? Weil da wo Ich bin oben ist. Ich bin die Spitze des Berges. War Ich immer, aber aktuell wohl mehr denn je.“

Er hält seinen Gerasy in die Luft. Ein bisschen Jubel, viel Buhen. War wohl zu erwarten… Das Publikum scheint ihn immer noch nicht zu verstehen.

Azrael Rage: „Man wird kein dreifacher Gerasy, weil man weiß woher man stammt. Haddonfield, New York, Toronto, es spielt keine Rolle. Viel wichtiger ist das man weiß, wo man hingehört. Ich gehöre hier zur PCWA, Mein schwarzes Herz schlägt hier lauter und kräftiger, als es Deine Faust je könnte. Ich bin solange schon ein Teil der PCWA, dass man eine ganze Dekade nach Mir benannt hat. Die Dekade des Diablos. Ich gebe zu, dieser Name mag weder allzu originell, noch allzu aktuell sein, aber er ist aussagekräftig, denn er steht für eine Sache die Mich mehr auszeichnet als jeden anderen in der PCWA – ERFOLG! Aber Erfolg zieht natürlich auch die Missgunst an. Ich will ehrlich sein. Ich bin als Fluch, als Virus, als Gefahr gesehen. Man dachte Ich würde der PCWA irgendwann den Untergang bringen. Als die PCWA dann allerdings davor stand unterzugehen, stemmte Ich Mich mit aller Macht dagegen und verteidigte sie wie es kein anderer tat. Ich will gar nicht bestreiten, dass Ich das nicht aus Nächstenliebe tat, sondern aus Egoismus. Ich wollte verdammt sein, wenn Mein Zuhause brennt, wenn Meine Heimat vom Erdboden verschwindet, wenn Meine Geschichte zur Geschichte werden soll und nicht zu einem Sinnbild für Erfolg in der PCWA. Es gab hier einfach noch viel zu viel für Mich zu tun, so dass Ich es nicht enden lassen konnte. Wieder einmal gab Mir der Erfolg Recht und dafür lebe Ich. Ich bin nicht hier um ein Denkmal der Gerechtigkeit zu errichten, oder um für das Gute zu kämpfen. Ich, Azrael Rage, bin nur aus einem Grund immer noch hier und es ist der simpelste aller Gründe, um in einem Wrestlingring zu stehen… WEIL ICH DER BESTE SEIN WILL… und bei allen Göttern, das bin Ich!“

Wieder blickt er stolz auf seinen Gerasy, der golden glitzernd auf seiner linken Schulter ruht.

Azrael Rage: „Dennoch werden Meine Erfolge von Euch Helden, Helden wie Dir, Stevie, nicht anerkannt. Laut Euch bin Ich immer nur für alles Schlechte verantwortlich.“

Er blickt auf seinen Zettel.

Azrael Rage: „Das beschissene und nicht gewollte Stück Scheiße von einem Schwiegersohn, einer DEINER Freunde, wird zu einem Arschloch sondergleichen… Greift Meine Familie an… Versucht Mir Meine Legende zu stehlen… und natürlich ist dann nicht an seinen großartigen Freunden ihn den Schädel zurechtzurücken, nein, es ist natürlich Meine Schuld. Fuckin’ Newsflash! Ich hätte den kleinen Bastard getötet, wenn Ich es dürfte, und natürlich habe Ich ihn dann bekämpft, aber für sein Seelenheil bin Ich auch nicht verantwortlich gewesen. Dafür sind seine Freunde da… Leute wie Mad Dog, Blaze, Michael Thera und natürlich… natürlich… DU, Stevie. Aber klar, Du hattest ja keine Zeit, musstest Spaß mit Thera und Deinem neuen BFF Sanchéz in einem Zelt machen. Witze über Cola – Biermischscheiße reißen, während der Mann Meine Tochter nutzt, um Mich zu attackieren. Aber Vendetta 100 ging es doch noch besser, oder? Ich forderte nichts von Dir, nur gelegentlich ein Gespräch, wollte Dein Freund sein, aber natürlich war Eure Fünf zu Eins Übermacht ja ganz heldenhaft, so ehrenhaft und so voller rechtschaffener Gründe.“

Wieder blickt er auf seinen Zettel.

Azrael Rage: „Keine Sorge, Wir haben mehr. Du kritisierst dieselben Fans, weil sie Mir einen Moment der Freude gönnen, obwohl Du doch in ihrem Jubel badest. Sicherlich Du hast etwas Großen erreicht, Brawlin’ Rumble X Sieger, herzlichen Glückwunsch, das respektiere Ich ernsthaft, aber Du erkennst dennoch nicht an, was sie, wenn auch nur für einen kurzen Moment, erkannt haben. Nämlich das Ich etwas Einzigartiges geschafft habe. Dreifacher Undisputed Gerasy, der Erste der Geschichte. Wenn man die Sache auf dem Papier betrachtet, sollte es unmöglich sein, aber Ich habe es möglich gemacht. Ob es jemals wieder einen dreifachen Gerasy nach Mir geben wird. Nun ja, man soll niemals nie sagen in diesem Geschäft, aber realistisch gesehen wird es das wohl niemals wieder geben. Dennoch willst Du nicht verstehen, wieso Ich für diesen Moment des Erfolges und der davorhergehenden Klarheit, die mich ergriffen hat, ein kleines bisschen Applaus bekomme. Schwach, Stevie, ganz schwach.“

Der obligatorische Blick auf den Zettel… so kurz wie er darauf blickt, kann man meinen, dass er ihn eh auswendig kennt.

Azrael Rage: „Aber damit endet es doch nicht, Du Held. Nein, nein, das wäre ja auch noch viel zu einfach. Du wirfst Mir vor, dass Ich keinen Respekt für die Ringcrew, für die Kameramänner, die Ärzte, die Interviewer und und und habe… Aber dank Mir hat jeder von ihnen noch seinen Job und daher frage Ich, einen ehrlichen Mann wie Dich, Stevie, WO BLEIBT MEIN RESPEKT? Wo war ein scheiß Danke, als es Mein Reichtum und Meine Millionen waren, die den Weg in das nächste goldene PCWA – Zeitalter ebneten? Wo war Meine Anerkennung? Ich sag es Dir, von Helden wie Dir bei der erst besten Gelegenheit als kaltes Messer in Meinen Rücken gestochen. Aber davon willst Du in bebenden Reden in New York natürlich nichts wissen, während Michael Thera nackt vor der Kamera alles verarscht wofür Ich ein Jahrzehnt geschuftet habe. Den Hund den Ich Dir schenkte, er ist noch an Deiner Seite, auf die Dankeskarte für das Hochzeitsgeschenk, welche Du dann sprengtest, um der Frau, die Du angeblich liebst, ebenfalls ein Messer in den Rücken zu stechen, warte Ich bis heute. Aber klar, Lappalien alles, der Held aus Haddonfield ist von jeder Sünde freizusprechen, denn er tritt ja voll mit einem Rucksack Doppelmoral gegen Azrael Rage an… Lächerlich! Wenn Du könntest würdest Du Mir auch die Schuld an der ISIS zuschieben, nur damit Dein Name noch heldenhafter klingt, wenn Du gegen Mich antrittst. Nein, Stevie, um zum Kasus Knaxus zurückzukehren, Ich habe diese gequirlte Scheiße alles schon gehört. Erst in jüngster Vergangenheit stellte sich jemand tapfer Mir als Held entgegen und sprach all die Worte, die Du nun für Dich beanspruchst. Sein Name war Alistair Brunswick. Der selbe Alistair Brunswick, der sich noch beim Brawlin’ Rumble X, Deiner Unabhängigkeitserklärung, als Alistair Rage ankündigte, nachdem Du und Deine kleine Crew Euch in einer Kirche romantisiert habt als das Beste für die PCWA.“

Der Zettel wird zusammengeknüllt und weggeschmissen.

Azrael Rage: „Aber all diese Worte machen Dich zu keinem Helden. Sie machen Dich zu einem Heuchler. Aber sei Du ruhig der Held in Deiner Phantasie. Stell Dich in Superman-Pose auf die Rampe und schmettere Deine starken scheinfrommen Parolen auf Mich hernieder, es ändert nichts. Ich weiß längst, was Leute wie Du und Brunswick niemals begriffen haben. Helden haben nicht das was es braucht, um in der PCWA der Beste zu sein. Helden sind keine Gerasys. Helden sind nur Ausreden für Verzweiflung… Aber schon gut, schon gut, zäumen Wir das Pferd von hinten auf. Bin Ich ein Held, Stevie? Nein, zur Hölle, bestimmt nicht. Nie gewesen. Ich bin eher der Herokiller der PCWA. Aber der Erfolg gibt Mir Recht, und das solltest Du besser wissen, als viele andere, denn wenn spulen Wir die Zeit doch etwas zurück. Vendetta 101 – Stevie Van Crane gegen den bösen Azrael Rage. Spoiler für Out of Ashes, Leute, aber dieses Match habe Ich gewonnen. Fair and square, wie man so schön sagt und die Geschichte wird sich hier wiederholen. Das bringt Mich allerdings zu Deinen letzten Worten bei Vendetta 104. Ich lasse sie Dich sagen.“

Der Herokiller zeigt zum Alieratron und da wird eine Videoaufnahme von Vendetta 104 abgespielt auf der man Stevie Van Crane sieht.

Stevie Van Crane: „Ich bin BESSER als du, Azrael Rage. Und – ich war es SCHON IMMER.“

Kurz lässt Azrael diese Worte wirken, lauscht den leicht aufkommenden „Stevie“ Chants und versucht vereinzelte „Rage“ Chants zu erhaschen. Erst nach einiger Zeit, nachdem sich das Video sogar noch einmal wiederholt hat, nimmt er das Mikrophon zum Mund, um weiterzusprechen.

Azrael Rage: „Nein, Stevie, Mein Held, Du bist nicht besser als Ich und Du warst es auch nie… Du bist nur ein Lügner!“

Da wirft er das Mikrophon wird weg und sein Theme ertönt. Er will den Ring schon verlassen, da wechselt plötzlich die Musik. Gespannt blickt der Antiheld zur Stage, hadert der Dinge, die da kommen mögen, während die Fans das Lied natürlich sofort erkannt haben.

Es erklingt VAST mit „ Touched“.

Jeder kennt es inzwischen. Alles wissen, wer oder was kommen wird.
Natürlich Stevie Van Crane. Herausforder Nummer Eins. Brawlin’ Rumble Sieger.
Mitglied der CRAFT.

Gegner von Azrael Rage bei Out Of Ashes.

 

 

 

Touched ...

you say that i am too
so much of what you say is true
I'll never find someone
quite like you
again
I'll never find someone
quite like you like you

Sofort machen die Chants die Runde in Toronto.

SVC! SVC! SVC!

Wie ein Tiger, der auf seine Beute lauert, blickt Rage Richtung Vorhang, aber heraus kommt nicht SVC… es ist sein – pardon das Wortspiel – Handlanger, Michael Thera.

Die Purity Machine schreitet breitbeinig wie ein Boss zum Ring. Ein Mixery-Basecap sitzt auf seinem Kopf, der sich Gedanken um das Wohlergehen der Welt macht. Michael macht nich’ den üblichen Quatsch auf dem Weg zum Ring, klatscht zwar hier und da ein paar Patschehändchen ab. Aber der Mann blickt selten ernst drein und hält ein Mikrophon in der Hand. Er bleibt auf der Rampe stehen und die Musik wird langsam lauter.

the razors and the dying roses
plead i don't leave you alone
the demi-gods and
hungry ghosts
god, god knows i'm not at home

Das Echo in der Arena lässt gut erahnen wie beliebt Stevie Van Crane ist, denn auch sein Freund wird laut bejubelt. Kurz muss Thera warten bevor er sprechen kann.

 

"THINGS MUST CHANGE!"


"THINGS MUST CHANGE!"


"THINGS MUST CHANGE!"


Die Purity Machine stachelt mit weit ausholenden Armbewegungen die Sprechchöre noch weiter an.
Dann kommt er zum Punkt, wo Tacheles geredet werden muss.

Thera: „Lieber Herr Gerasy Champ, es is ja so’. Es gibt in unserer kleinen Geschichte zwischen dir und meinem Mann aus Illinois, drei wichtige Punkte zu beachten. Und die sind: - “

Die Purity Machine hält das Mic zum Publikum hin, das lautstark brüllend und voller positiver Emotionen die Catchphrase beendet.

„ERSTENS!“

„ZWEITENS!“

„DRITTENS!“

Thera: „Wenn ma’ konkret davon absieht, daß du hier allerhand Blödsinn erzählst und ma’ zum Spaß deines Gewissens Familien bedrohst und sonst wie hier den großen Quatschmacher gibst, so isses doch wohl allen klar, daß deine Leistungen im Ring einigermaßen ansehnlich sind. Is’ so. Brauchen auch meine Fans nich’ buhen. Du bist der Champion dieser Liga, keine Ahnung wie das zu Stande kam. Aber so isses, verdammt und zugenäht. Du kannst also ein paar Leuten, die aus Angst vor dir eine Runde durchs Land tuckern, gehörig auf den Geist gehen und auch optimal die Fresse polieren. Guck’ dir aktuelle Bilder von Brunswick im Internet an, hat auch nix geholfen. Wenn ich also sage, du hast was drauf, dann heißt das, du kannst die Menschenaffen hier mit deinen tollen Einrollern überraschen und so. Ändert aber nix daran, mein Freund vom Stamme der menschgewordenen Nasenbären, daß du ein Arschloch bist.“

Vincent Craven: „Whoaaa….“

Mike Garland: „Was erlaube sich Strunz?!“

Vincent Craven: „Hör dich um!“

„ASSHOLE!"
„ASSHOLE!"
„ASSHOLE!"

 

Thera versucht das Publikum wieder zu beruhigen.

Thera: „Ich versteh’, du bist nich’ wirklich der böse Gorilla, der kleinen Kindern die Bananen klaut, um seine Pupe zu reinigen. Und ich bin auch eine Runde der Ernst jetz’ ma. Respekt sollte immer vorhanden sein, ich hab’s auch für dich zusammengekehrt. Aber Stevie Van Crane’s Zeit ist verdammt nochma’ JETZT. Du hast einfach in letzter Zeit ein paar Fehler gemacht. Stevie nicht. Er is’ fehlerfrei durch den Rumble gekommen. Er is fehlerfrei auf der Straße Richtung Out Of Ashes, ohne Mustang und Wind im Haar. Aber er is’ unterwegs um der NÄCHSTE… VERDAMMTE.. GERASY CHAMPION der PCWA zu werden, verdammte Axt. Du hattest deine Zeit, Rage. Viele hier, die dich besser kennen und sich mehr für dein Gesicht interessieren, werden all das anerkennen was du hier versucht hast für deine Liga. Stevie Van Crane is’ jetz einfach dran. Das sind für dich die Fakten vom einhändigen Nackten. Stevie kämpft mit Überzeugung und er wird dich überraschen, weil er das einfach kann. Weil er reif is’ wie eine Pflaume vor der großen Schnapssaison. Weil er diese Liga führen und leiten kann, weil er Ideen hat für eine bessere PCWA, für einen vernünftigen Umgang mit verdienten Legenden, egal ob sie nur eine Hand haben oder ein Holzbein, egal ob sie Hunde sind oder Lappen, völlig Wurst ob sie Bekloppte sind oder alte Bekannte. Die Zukunft dieser Liga hat verdammt nochma’ drei Buchstaben: SVC.“

Schulterzucken bei Rage, welcher sich sein Mikrophon wieder geschnappt hat.

Azrael Rage: „Wenn Stevie Van Crane, der Held dieser Geschichte, so toll ist, warum sagt er Mir das dann nicht selber, Michael?“

Lächeln bei Thera.

Michael Thera: „Weil er dich überraschen wollte, mit einem besonderen Gruß für deine jüngsten Leistungen. Und weil hier verdammt nochma’ ENDE BEI DUBEN IS’!“

Vincent Craven: „Hinter Rage!“

Mike Garland: „Van Crane ist aus dem Publikum aufgetaucht!“

Tatsächlich steht Stevie Van Crane hinter dem nichts ahnenden Rage. Er packt ihn, dreht ihn um, Tritt in den Bauch…

SACRIFICER!!!

Stevie's Finisher. Aus dem Nichts.
Der Jumping-DDT schickt den Herokiller vollkommen unvorbereitet Kopf voran auf die Ringmatte.

 

Mike Garland: „WAS ZUM..“

Vincent Craven: „YEAHHH!!!“

 

Der Jubel der meisten Fans scheint das Dach der Halle wegfetzen zu wollen, als Stevie wieder aufsteht und auf Rage herunterblickt. Ein Lächeln in seinem Gesicht, als er den Titel des Antihelden greift und kurz anblickt. Dann legt er ihn auf sein Opfer, welcher sich vor Schmerz den Kopf hält.

Wieder ertönt „VAST – Touched“, während sich Van Crane zufrieden aus dem Ring rollt und zu seinem CRAFT – Kameraden geht.

Stevie Van Crane erhebt die rechte Faust zum Zeichen der CRAFT, badet in dem Jubel der Halle, auch wenn die Rage-Fans natürlich toben. Nicht mehr länger in der Defensive, das ist die Botschaft dieses Moments.

Doch wer in die Gesichtszüge von Michael Thera schaut, sieht dort für einen kleinen Moment etwas, das nicht in diesen Augenblick passt.

Die leise Frage, ob dies hier eventuell eine Fehler war..

 

Vincent Craven: "Was für ein Auftakt in diese Show! Der Herausforderer verpasst dem Undisputed Gerasy seinen Finishing-Move!"

Mike Garland: "Oh ja. Glückwunsch, Van Crane. Du hast dein Match, hättest einfach weiter die Straße zu Out of Ashes fahren können, um dort zu verlieren. Aber nein, du musst den harten Weg gehen und den Champion provozieren. Das wird nicht gut ausgehen, das haben wir schon viel zu oft erlebt."

Vincent Craven: "Das ist die PCWA, Mike. Das ist das Business. Es werden Standpunkte gesetzt, Grenzen ausgelotet, Fronten geklärt. Und SVC ist erfahren genug, um..."

Mike Garland: "Und Rage etwa nicht? Ich unterbreche dich natürlich auch sonst gerne, aber so nötig wie jetzt, war es wohl noch nie. Wie er es gesagt hat, er ist der verdammte DREIFACHE Undisputed Gerasy. Hat noch keiner geschafft, wird es vielleicht auch keiner mehr. Ihm kann man nichts vormachen, er weiß über alles Bescheid. Und was er eben gesagt hat, war nichts weiter, als eine Reaktion auf die Provokationen von Van Crane und dem... Nackten mit den Fakten, oder so. Er hält diesen Möchtegern-Gutmenschen den Spiegel vor's Gesicht, und das war auch mal bitter nötig. Und als Dank bekommt er noch eins in die Fresse."

Vincent Craven: "Naja, aber..."

Mike Garland: "Und er hat auch verdammt nochmal Recht damit, dass es diese Liga ohne ihn nicht mehr geben würde. Dafür sollte man ihm wirklich mal Dank und Respekt zollen!"

Vincent Craven: "Und allen anderen, die in dieser Zeit aus freien Stücken für die Liga gearbeitet haben."

Mike Garland: "Und die sind für 'ne heiße Suppe angetreten, oder was!?"

Vincent Craven: "Wow. Wie gesagt, was für ein Auftakt. Diese Show kann nur außerordentlich gut werden."


------------------ PCWA ------------------

Terra No´Kaie lehnt in seiner grünen Robe an dem Metallmonolithen vor dem Eingang am Bremner Boulevard und betrachtet das Treiben auf dem Platz vor dem Air Canada Center. Zu seiner rechten strömen letzte Passanten aus der Union Station und versuchen schnellstmöglich noch zum PCWA-Event zu kommen. Einige Fans fotografieren den "Guardian of the Earth", belästigen ihn aber nicht weiter. Einzig und allein die Pupillen Terra No´Kaies kann man unter seiner silbernen Metallmaske hin und her wandern sehen. Eine Frauenstimme reißt ihn aus seiner Observierung des Geländes.

"Sollten Sie sich nicht auf Ihren Kampf mit Gabriel Lucifer vorbereiten, Mister No'Kaie?"

Unter seiner Maske lacht der "Guardian of the Earth" kurz auf und blickt weiter auf das Treiben des Bremner Boulevard.

TNK: "Genau das mache ich doch gerade, Miss Vark. Danke, dass Sie meiner kurzen Rückfrage nach einem Termin Folge leisten konnten."

Jona Vark stellt sich - bekleidet in ihren Blazer - neben den Hüter der Erde, mustert ihn kurz und blickt dann ebenso auf den Boulevard vor der Sportstätte des heutigen Events.

Jona Vark: "Und inwiefern kann man dies hier als Vorbereitungen verstehen?"

TNK: "Ich genieße meine Freiheit, um mich zu fokussieren, Miss Vark. Später werde ich um diese beraubt sein und an Gabriel Lucifer gekettet sein. Meine Sehnsucht nach der Freiheit, wie ich sie gerade noch genießen kann, wird mein Antrieb für das Match..."

Er dreht seinen Kopf kurz in ihre Richtung und mustert sie durch die silberne Maske.

TNK: "...Sie sehen also, die perfekte Vorbereitung für mich."

Jona Vark: "Okay, wenn Sie das so sehen... aber kommen wir zur Sache. Warum wollten Sie mich Treffen Mister No'Kaie?"

Terra No´Kaie bückt sich kurz und hebt einen Sammelordner auf, den er Jona Vark reicht.

TNK: "Ich habe, wie vertraglich vereinbart, die erste Marge des Terra-No´Kaie-Merchandise auf die Verwendung umweltfreundlicher Materialien und Färbestoffe untersuchen lassen. In dem Ordner sind die Ergebnisse für Ihre Unterlagen."

Jona Vark nimmt den Ordner entgegen und blickt diesen kurz skeptisch an.

TNK: "Ich muss mich bei Ihnen bedanken, Sie haben gemäß des Vertrages reagiert. Die Ergebnisse sind durchweg mehr als zufriedenstellend für mich."

Für eine kurze Zeit, lächelt sie ihn freundlich an.

Jona Vark: "Nun, anscheinend haben Sie an meiner Vertragstreue gezweifelt, aber ich hoffe, ich konnte Sie vom Gegenteil überzeugen."

Der Hüter der Erde blickt wieder auf den Boulevard.

TNK: "Sie haben Wort gehalten, ich werde mich dafür heute erkenntlich zeigen und Ihr Abkommen mit Gabriel Lucifer unnötig machen."

Jona Vark: "Das sollte nicht Ihre Sorge sein, Mister No'Kaie. Vertrag ist Vertrag und wenn mein Vertragspartner seine Bedingungen erfüllt, werde ich auch meine erfüllen."

Ein kurzes Seufzen geht von Terra No´Kaie aus.

TNK: "Sie glauben nicht, dass ich ihn besiegen werde!"

Jona Vark: "Das hat damit überhaupt nichts zu tun. Es geht hier doch nicht um Glauben, Mister No'Kaie. Betrachten wir die Sache realistisch und anhand der Fakten, dann waren Sie eine sehr, sehr lange Zeit abstinent vom Wrestling. Gabriel Lucifer dagegen ist einer der bekanntesten und gefürchtetsten Männer im Geschäft. Ihre Erfahrungen in großen Wrestlingligen hingegen kann ich an einem Finger abzählen... Ich glaube, dass Sie ein hervorragender Sportler und Kämpfer sind, sonst hätte ich Sie nicht unter Vertrag genommen. Möglicherweise überschätzen Sie aber sich selbst oder aber Sie unterschätzen Gabriel Lucifer und ich denke, beides würde fatale Auswirkungen für Sie haben."

TNK: "Ich neige nicht zum Größenwahn, aber ich bin auch kein großer Zweifler. Ich werde Lucifer bereits heute in den Garten der Wahrheit führen!"

Ein Stirnrunzeln entgegnet dem Hüter der Erde.

Jona Vark: "Und... was ist der Garten der Wahrheit genau? Ich habe alte Aufnahmen von Ihren Auftritten im Internet gesehen und Sie sprachen oft von diesem ominösen Garten, aber haben ihn nie erläutert. Welche Bedeutung verbirgt sich hinter dieser Metapher?"

Terra No´Kaie lacht auf, dreht sich erneut zu Jona Vark und sieht sie durch seine Augenschlitze mit weit aufgerissenen Augen an.

TNK: "... Freiheit ..."

Jona Vark zieht kurz ihre Wangenknochen an, kneift die Augen zusammen und weitet ihre Nasenflügel beim Hochziehen selbiger.

Jona Vark: "Das erscheint mir nicht plausibel, Mister No'Kaie."

TNK: "Doch, der Garten der Wahrheit steht für Freiheit... Er steht auch für Erkenntnis... Erregung... Bestimmung..."

Er holt tief Luft und seine Augen beginnen fast freudig zu Funkeln, sodass es selbst durch die Sehschlitze seiner Maske unverkennbar ist.

TNK: "Der Garten der Wahrheit ist ein Synonym für Alles! Der Moment, an dem Sie erkennen, dass alle Dinge in einem natürlichen Zusammenspiel und die logische - teilweise auch chaotische - Folge eines unabwendbaren Prozesses sind. Es ist der Moment an dem Sie Klarheit erlangen und nicht mehr blind oder getrieben durch eindimensionale Gedankenspiele in ihrer Sicht getrübt sind. Es ist der Ort, an dem Tradition und Fortschritt in einer Symbiose zusammen kommen, um sich gegenseitig zu Befruchten... Es ist alles, solange man die eigenen Augen öffnet, um zu akzeptieren und zu erkennen..."

Interessiert verfolgt Jona Vark die gestenreichen Bewegungsspiele Terra No´Kaies, als er mit fast kindlicher Freude den Garten der Wahrheit umreißt.

TNK: "Wer sich zu sehr in seinen starren und subjektiven Bahnen bewegt und keine Akzeptanz für das Gesamtspiel aller Strömungen akzeptiert, den führe ich in den Garten der Wahrheit..."

Terra No´Kaies Stimme wird ein wenig düsterer.

TNK: "Wenn es sein muss, dann auch mit Gewalt... Gabriel Lucifer selbst hat klare Vorstellungen, doch er ist nicht in der Lage andere Vorstellungen in Koexistenz zu seiner eigenen zu akzeptieren. Es ist meine Aufgabe, ihn erkennen zu lassen, dass ihm zur Erreichung seiner Ziele nicht nur ein schmaler Pfad zur Verfügung steht. Nein, er hat die Wahl zwischen vielen Wegen und Methoden. Doch damit er diese erkennt, muss ich ihn erst zwingen, seine Augen zu öffnen..."

Jona Vark und er blicken wieder auf die Straße vor dem Air Canada Center.

TNK: "Das ist mein Weg, dafür kette ich mich an ihn!"

Langsam dreht sich der Hüter der Erde zu Jona Vark und reicht ihr seine rechte Hand. Sie greift die Hand mit der ihren und sie verabschieden sich förmlich.

Jona Vark: "Vielen Dank, Mister No'Kaie. Danke für den Einblick in Ihre Gedankenwelt."

TNK: "Danke für Ihre Zeit."

Er dreht sich wieder zurück zur Straße, während Jona Vark sich wieder auf den Weg in die Halle macht. Kurz bevor sie ihn nicht mehr hören kann, ruft er ihr noch etwas zu.

TNK: "Sechzig Meter weiter auf dem Bremner Boulevard gibt es eine Bar, die sich Eleven nennt. Buchstabiert wie folgt: Echo - Eins - Eins - Echo - Viktor - Echo - November. Vielleicht sollten Sie da einen Ihrer Angestellten entsenden, um für sich selbst den Garten der Wahrheit zu entdecken."

Jona Vark schüttelt leicht den Kopf, während sie in einem der Eingänge verschwindet.

 

Vincent Craven: "Terra No'Kaie, meine Damen und Herren. Heute abermals der Gegner von Gabriel Lucifer."

Mike Garland: "Okay. Zwei Fragen. Was ist eine Marge? Und wen will der grüne Typ in seinem Garten befruchten?"

Vincent Craven: "Ähm... also zweiteres war ja nicht auf sich selbst bezogen, das war eher so eine metaphorische Art, um zu belegen, dass Tradition und Fortschritt durchaus koexistieren können. Im Garten der Wahrheit. Und eine Marge ist..."

Mike Garland: "Langweile mich nicht, Vince. Interessiert mich im Moment eh nicht. Ich mache mir Notizen und werde das nach der Show im Hotel googlen."

Vincent Craven: "Notizen? Ich sehe nichts, womit du dir die machen könntest."

Mike Garland: "In meinem Kopf, Vincent! In meinem Kopf."

Vincent Craven: "Nun ja. Jedenfalls stellt er sich abermals Lucifer in den Weg. Nicht nur, um seinen ersten Sieg seit seiner Rückkeher zu feiern. Denn damit macht er der PCWA-Ikone natürlich auch einen Strich durch die Rechnung."

Mike Garland: "Du meinst die Sache mit den vier Siegen, die er mit Jona ausgehandelt hat? Lächerlich! Dieser Umweltschützter hatte letztes Mal keine Chance, er wird auch heute keine haben. Da ändert die Stipulation auch nichts, im Gegenteil, der Mythos ist ein Meister der besonderen Matches."

Vincent Craven: "Da ist durchaus was dran. Wir werden sehen."


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Das Toronto Eaton Centre. Gelegen an der 220 Yonge Street Suite in Downtown, ist dieser gigantische Komplex aus Stahl, Glas und Beton, die größte Mall in Ontario und die drittgrößte, die man in ganz Kanada finden kann. Auf über 155.000 m² locken hier 330 Geschäfte die kaufwütigen Scharen an, um sie ihren hemmungslosen Konsumwahn ausleben zu lassen. Es ist hier in diesen Hallen, in denen mit Superlativen um sich geworfen wird und in denen aufgrund dessen natürlich auch eine Autogrammstunden der PCWA abgehalten wird. Der Stand, der zu diesem Zwecke errichtet wurde, wirkt da beinahe mickrig, vergleicht man ihn mit dem ausladend weiten, vierstöckigen Interieur der Einkaufspassage, mit ihrem gläsernen Kuppeldach, und das, obwohl er eine nicht gerade kleine Fläche auf der untersten Ebene der Mall einnimmt.

Die Menschenmassen, die sich hier vor etwas weniger als einer Viertelstunde noch um diesen Stand tummelten, haben sich fast aufgelöst. Dennoch scheinen einige der kanadischen Wrestlingfans noch die Hoffnung zu hegen, weitere Impressionen ihrer Superstars auf ihren Handykameras festhalten zu können, obwohl die Autogrammstunde selbst schon längst vorüber ist und die Mitarbeiter der PCWA nun damit beginnen, den Stand abzubauen. Der Grund weshalb sie trotzdem noch ihre Smartphones gezückt halten und ihn auf den Stand fokussieren, ist Díego Alejandro Sanchéz, der sich scheinbar noch ein wenig Zeit genommen hat, sich entspannt in den Stuhl zurücklehnt und ins Grau des bewölkten Himmels, jenseits des Kuppeldachs starrt.

Diese Autogrammstunde war eine fast surreale Erfahrung! Wer hätte gedacht, dass es in seiner Karriere nach dem Zusammenschluss mit der CRAFT noch einmal einen solchen Trubel um seine Person geben würde? Wer hätte gedacht, dass die Schlange der Fans, die für sein Autogramm anstand, die gekommen ist, um mit ihm ein Foto zu knipsen und mit ihm einen Smalltalk zu führen, so groß war, obwohl er bis vor wenigen Monaten noch ganz unten war? Seine Lippen formen ein zufriedenes Lächeln, das sogleich aber einem Ausdruck der Verwirrtheit weicht, als er spürt, wie ein kleiner Gegenstand ihn an der Brust trifft.

„Wo bleibt denn mein Autogramm, Superstar?“

Díego richtet den Blick nach vorne und dort wo eben noch der Funken bescheidener Freude spross, wächst schnell offene Abneigung.

Sanchéz: „Dalmi...“

Kriss Dalmi: „Wie er leibt und lebt!“

Díegos kritischer Blick gleitet an dem grinsenden Neuankömmling hinab, während er den Gegenstand, den der Serbe zuvor auf ihn geworfen hat – einen Marker – vom Boden aufhebt. Die optische Veränderung fällt ihm sofort ins Auge: neuer Kleidungsstil. Weniger Couchpotatoe, mehr Bodenständigkeit, sollte dies überhaupt ein Attribut sein, das man mit dem Junkie in Verbindung bringen konnte. Statt der ausgebleichten Trainingshose aus dem Second Hand-Shop, ist das Beinkleid seiner Wahl eine dunkelblaue Jeanshose, statt des abgeranzten Partizan-Trikots, spannt sich um seinen Oberkörper nun ein kurzärmliges, schwarzes Shirt, und auch der vormals ungestylte und verfettete Irokese ist in seiner Länge gewachsen und glänzt im aschenen Schwarz. Irgendetwas ist geschehen.

Kriss Dalmi: „Was ist jetzt mit meinem Autogramm? Bin ich es etwa nicht wert, eine Unterschrift des großen Aufsteigers der neuen Season zu ergattern?! Bist du dir als CRAFT-Azubi zu fein, einem ehemaligen Junkie ein Autogramm zu geben? Bist du zu sehr damit beschäftigt, deinem neuen Krüppelfreund das Bier und diesem anderen Langweiler den KiBa hinterherzutragen?“

Mit einem eigens mitgebrachten Marker zwischen den Fingern jonglierend, nähert sich der Belgrader seinem sitzenden Gegenüber. Blitzlicht erhellt jeden seiner Schritte und lässt sein verzerrtes Grinsen noch unheimlicher wirken. Für die Menschen im Hintergrund scheint ohnehin nur relevant zu sein, dass sich ihre Ausdauer und Geduld ausgezahlt hat: Der eiserne Geruch frisch vergossenen Blutes liegt förmlich in der Luft! Denn nun ist auch Díego Alejandro Sanchéz aufgestanden und hat sich auf Augenhöhe begeben, um dem Serben gegenüberzustehen. Und im Fall der Fälle reagieren zu können.

Sanchéz: Hör mir mal zu, Muchacho. Wir wissen beide, dass du nicht her gekommen bist, um dir ein Autogramm zu holen. Also lass deine Spiele. Das hier ist ein Einkaufszentrum und wir vertreten hier die PCWA. Sag was du von mir willst oder lass mich in Ruhe. Wenn du Stress willst, such dir einen anderen.“

Mit einem Klacken entfernt der einstige Künstler des Wahnsinns die Markerkappe und beginnt, ohne wirklich darauf zu achten, auf einigen von Díegos Autogrammkarten etwas zu kritzeln, das verdächtig nach einem ikonisierten Penis aussieht. Seine Augen hingegen bohren und bohren sich in die des Hijo del Fuego.

Kriss Dalmi: „Oh, ich konnte wirklich nicht bis zum Showbeginn warten. Mein Tatendrang war viel zu stark, sodass ich ihm jetzt schon nachgeben musste. Schließlich durfte ich zwei ganze Monate auf die Gelegenheit warten, DEM neu aufsteigenden Stern in der PCWA gegenüberzutreten. Welch ein Glück für mich, dass das kleine Blondchen in der Chefetage dich ausgesucht hat, um an all die kopflosen Schäfchen ein paar bekritzelte Pappkarten zu verteilen. Ausgerechnet dich! Einen Mann mit dem Charisma eines Baumstumpfs!“

Der Deutschmexikaner schnaubt einmal und verdreht die Augen. Fortuna hat ihn scheinbar echt im Stich gelassen. Doch was soll er sagen? Soll er auf die Provokation überhaupt reagieren? Bisher war es immer sinnlos, mit Dalmi zu diskutieren.

Sanchéz: Cabron, rückst du jetzt mal mit der Sprache raus? Was - zur Hölle - willst du von mir? Willst du gegen mich antreten? Dann solltest du dich an Miss Vark wenden. Das fällt eindeutig in ihren Zuständigkeitsbereich. Und wer weiß. Wenn du vor ihr auf die Knie fällst und bettelst... “

Díego weiß, dass das nie passieren wird und eigentlich hat er auch keine Lust, hier weiter mit dem Serben zu reden.

Der steinernen Gleichgültigkeit in der Mimik des angeblichen Ex-Junkies begegnet der Mann aus Mérida mit eben dieser. Keine Schwäche zeigen, nicht jetzt, nicht vor den Fans, nicht vor Kriss Dalmi. Besonders nicht vor Kriss Dalmi!

Ob es auch Wirkung zeigt, kann er nicht genau sagen. Die Gesichtszüge des Belgraders, die ein unregelmäßiges Muskelzucken des rechten Augenlids zu verbergen suchen, weichen auf, formen plötzlich ein verständnisvolles Lächeln und präsentieren seine Zähne, deren unappetitlich gelbe Färbung merklich abgenommen hat. Ausladend langsam wandert der Kopf des früheren Cryption Crown-Champions in Schieflage. Die nervös umherflukturierenden Pupillen arbeiten sich an der Gestalt des Deutschmexikaners ab.

Kriss Dalmi: „Du könntest mir eigentlich nicht egaler sein, Díego. Wirklich nicht. Denn auch wenn du dich wie ein kleiner Parasit an die Fersen des Storchs und Mr. Hands geheftet hast, bleibst du weiterhin bloß ein Niemand, der den Van Cranes und Theras nur als lebendiger Handtuchhalter dient. Und doch hast du durch und durch uninteressante Randfigur es geschafft, mein Interesse zu wecken, seit dem Rumblematch, um genau zu sein...“

Sanchez: Das Rumblematch?! Darum geht es? Das ist jetzt nicht dein Ernst? Das alles, weil ich dich aus dem Match eliminiert habe? Loco! Du kleiner Bastard bist auf mich los gegangen. Du hast diesen Kleinkrieg begonnen. Und das nicht mal, um mich zu eliminieren. Nein, Cabron. Du wolltest dich nur prügeln und mich leiden sehen. Du hast eine Entscheidung getroffen und musst nun mit den Konsequenzen leben.“

Ein ernster Blick, doch dann schüttelt Díego einfach den Kopf.

Sanchéz: C'mon. Das hat keine Relevanz mehr. Keiner von uns hat gewonnen und außerem ist das eh schon Monate her. Findest du nicht, dass du das langsam mal ruhen lassen solltest?“

Kriss Dalmi: „Es ruhen lassen?! ICH SOLL ES RUHEN LASSEN???“

Trotz des Umgebungslärms der zahlreichen Mall-Kunden, scheint das spontane Gebrüll des Serben sie alle zu übertönen und lenkt ihre Aufmerksamkeit auf sich. Der Zoom ist eingestellt, die Blitzlichter bereit, um ein Stück Erinnerung der bevorstehenden Gewaltexplosion zu konservieren. Und tatsächlich packt Kriss Dalmi den Deutschmexikaner plötzlich am Kragen, zieht ihn zu sich und holt mit der geschlossenen Rechten aus!

Doch Sanchéz reagiert schnell, schubst den Belgrader gewaltsam von sich, sodass dieser nach hinten stürzt und sich dabei sogar noch überschlägt. Sofort will der Serbe zum Gegenangriff blasen, sonderlich weit kommt er allerdings nicht, denn schon hat sich eine Mauer aus Gabriel Securities zwischen Kriss Dalmi und Díego Alejandro Sanchéz errichtet, die eine weitere Eskalation verhindern kann. Das hält die Menschentraube, die sich inzwischen wieder um den Stand gebildet hat, natürlich trotzdem nicht davon ab, ihrem voyeuristischen Verlangen nachzugehen und fleißig zu filmen und Fotos zu schießen.

Kriss Dalmi richtet sich auf und starrt den Mann aus Mérida hasserfüllt an. Wie sehr ihn im Moment der Wunsch erfüllt, das Gesicht des Mexens mit einer Eisenstange zu zertrümmern. Er ist beinahe nach größer als der Wunsch, die verfluchte Ampulle loszuwerden, die er in dieses Land geschmuggelt hat. Díego Alejandro Sanchéz ist seine Erregung nur an dem sich schnell auf- und absenkenden Brustkorb anzusehen. Die Miene des Deutschmexikaners fixiert seinen Angreifer, bemüht sich jedoch um Neutralität.

Sanchéz: „Du kannst toben, schreien und spucken. Kriss Dalmi, ich werde nicht gegen dich kämpfen. Weder jetzt noch bei Vendetta. Du wirst mich nicht zu deinem Spielball machen. Das werde ich nicht zulassen. Spiel deine kleinen Spielchen mit nem anderen, aber lass mich mit deinem kranken Scheiß in Ruhe!“

Kriss Dalmi sieht dem Deutschmexikaner mit finsterer Miene hinterher. Weitere Worte waren wahrlich überflüssig. Es würden sich noch andere Möglichkeiten ergeben... Das hieß... Falls er sich bis dahin noch überzeugen konnte, einen Sinn in seiner Existenz zu erkennen. Im Zentrum der gierigen Smartphone-Kameras, die ihn in ein gleißendes Licht hüllt, gleitet seine Hand langsam in seine Hosentasche. Er fühlt die kühle, gläserne Oberfläche und merkt, wie ein Schaudern seinen ganzen Körper durchfährt. Sein Talisman. Sein Fluch. Er wird ihn und all die schlechten Dinge, die er damit verbindet, schon bald los sein. Hoffentlich...

 

Mike Garland: "Hier!"

Der Hawaii-Behemdete drückt seinem Kollegen Block und Kugelschreiber beinahe in's Gesicht, bevor er sie wieder vor sich auf dem Pult platziert.

Mike Garland: "Nicht sehr fortschrittlich, ich weiß. Aber dieser neumodische Technikkram ist auch nicht immer ein Segen. Man schreibt, vergisst zwischenzuspeichern, und schwupps ist der ganze verdammte Skit weg."

Vincent Craven: "Wovon sprichst du bitte?"

Mike Garland: "Insiderwissen. Nevermind. Jedenfalls kann ich mir jetzt Notizen machen und muss mir nicht mehr deine sarkastischen Kommentare anhören."

Vincent Craven: "ICH soll... okay, belassen wir's einfach dabei. Kriss Dalmi ist zurück und stiftet, wie könnte es auch anders sein, erstmal eine Runde Ärger für Díego."

Mike Garland: "Was sollte den Jungs und Mädels das sagen? Versuche dich so gut es geht um Autogrammstunden und sonstige Promotermine zu drücken, denn die bedeuten meistens nur Schwierigkeiten. Außerdem sollte mir dieser Dalmi mal die Nummer seines Zahnarztes geben. Scheint wahre Wunder vollbringen zu können."

Vincent Craven: "Im Gegensatz zu seinem Äußeren hat sich das Wesen des Serben allerdings nicht geändert. Und dass der Drache nicht auf diese offensichtliche Herausforderung eingegangen ist, hat mich ehrlich gesagt ein wenig verwundert."

Mike Garland: "Warum sollte er? Dalmi ist ein durchgeknallter Bastard, das hat er schon oft genug bewiesen. Gute Entscheidung von Sanchéz, dass er den Schwanz eingezogen hat."

Vincent Craven: "So würde ich das jetzt nicht formulieren. Und seinen besten Abend hatte Dalmi beim Brawlin' Rumble X auch nicht. Niederlagen gegen Blaze und Strong Olli würden ihn in einem eventuellen Match nicht gerade zum Favoriten machen. Was... notierst du dir da?"

Mike Garland: "Ich male Strong Olli. Schlimmer als in Echt kann das auch nicht aussehen, hehe."

Vincent Craven: "Mhm. Schauen wir lieber mal weiter."


------------------ PCWA ------------------

Das Video zeigt eine belebte Straße in der Innenstadt Torontos, die Front Street unweit des Air Canada Centres. Es ist früher Nachmittag, die kleinen Bars und Einkaufsläden, die sich hier aneinander reihen scheinen heute gut besucht. Menschengruppen spazieren durch die Gegend, der eine oder andere hat sich schon eines der begehrten PCWA-Shirts besorgt, die im Shop der Halle angeboten werden. Es hat sich bereits herumgesprochen, dass es die Promotion heute Abend hier richtig krachen lassen will. Inmitten der Masse sticht jetzt eine Gestalt heraus, die langsam durch eben diese Straße schlurft. Den Hut tief ins Gesicht gezogen, erntet der Fremde ungläubige Blicke. Auch sein Verhalten trägt nicht unbedingt dazu bei, vertrauenserweckend zu wirken, er scheint irgendwie abwesend. Plötzlich stößt er mit einem vorübergehenden Passanten zusammen.

''Hey, Alter. Spinnst du ...?''

Er blickt dem erbosten Mann in die Augen.

''Mhm ...?''

Der Fremde sieht sich unschlüssig um.

''Hast du keine Augen im Kopf ...?''

Er kratzt sich am Kopf.

''Mhm ...?''

Dem Mann wird es jetzt zuviel, er stößt ihn beiseite und entfernt sich, nicht ohne einige Schimpfwörter zurückzulassen.

''Verdammte Touristen ...!''

Der Fremde sieht dem wutschnaubenden Mann noch kurz nach, dann wendet er den Blick wieder nach vorne, wo in einiger Entfernung das Ziel dieses Ausflugs zu sehen ist. Er spaziert weiter, bleibt aber nach wenigen Metern erneut stehen, er sieht zu den Shops hoch und erkennt eine STARBUCKS-Filiale. Sofort greift er in seine rechte Jackentasche und holt ein paar kleine Scheine hervor, dann betritt er den Laden und wendet sich in Richtung des Tresens, wo eine quirrlige junge Frau gerade die Gäste bedient. Als sie ihn sieht, zuckt sie kurz erschrocken zusammen, fängt sich aber schnell wieder.

''Hallo, was darf es denn sein ...?''

Der Fremde rührt sich nicht, sondern starrt nur auf die Angebote, die hinter ihr an der Wand hängen.

''Hey, alles OK? Was darf ich Ihnen bringen ...?''

Nach kurzem Überlegen deutet er wortlos auf ein Bild, das einen Supersize-Kaffeebecher zeigt. Die Bedienung nickt etwas irritiert und beginnt, den Becher zu füllen.

''Sind Sie auf Besuch hier ...?''

Keine Antwort.

''Nicht der gesprächige Typ, was ...?''

Er zuckt nur mit den Schultern und legt ein paar Scheine auf den Tresen, er wirkt genervt. Als sie den Becher vor ihm abstellt, schnappt er ihn sich sofort und marschiert geradewegs ins Freie.

''Aber Sie kriegen noch ...!''

Draußen angekommen, wendet er sich nach links und spaziert weiter in Richtung des Air Canada Centres. Den riesigen Kaffeebecher im Fokus und mit beiden Händen festhaltend bewegt er sich nun erstaunlich gewandt durch die Menschenmassen und weicht etwaigen Hindernissen leichtfüßig aus. Hier geht es durch einen der vielen idyllischen Parks der Stadt, bis er wenige hundert Meter vor der Halle auf eine menschliche Mauer trifft und zum Stehenbleiben gezwungen wird, den Blick noch immer starr auf sein Getränk gerichtet.

''Hey, was für ein Freak bist du denn ...?''

Er sieht auf und erkennt eine Gruppe von fünf jungen Männern, welche ihm finster entgegenblicken.

''Bist du schwerhörig, oder was ...?''

Nun nimmt der Gesichtsausdruck des Fremden einen verwirrten Zug an, er schüttelt den Kopf.

''Na, geht doch ...!''

Er tritt beiseite und will dem Rädelsführer gerade ausweichen, da postiert sich der Rest der Gruppe schon halbkreisförmig um ihn.

''Blöde Situation, was ...?''

Er macht kehrt und blickt nun einem sechsten Mann in die Augen, der lässig an einer Zigarette zieht. Wieder scheint er längere Zeit nachzudenken.

''Solche Typen wie du haben hier nichts verloren ...!''

Der Mann tritt auf den Unbekannten zu und bläst ihm Rauch ins Gesicht, was diesen aufkeuchen lässt.

''Du solltest hier schnellsten verschwinden, Freundchen. Sonst ...!''

Er stößt ihn zurück.

''... könnte das ganz schlecht für dich enden ...!''

Er stößt ihn ein zweites Mal zurück, bis er mit dem Rücken gegen einen der anderen Männer prallt. Der reißt ihm augenblicklich seinen Hut vom Kopf und springt ein paar Schritte zurück.

''Seht mich an, ich bin der mysteriöse Typ mit der Maske. Ich bin ja so mysteriös, ich hülle mich in mysteriöses Schweigen ...!''

Der ganze Trupp verfällt in schallendes Gelächter, während der Bestohlene mit einer eindeutigen Geste sein Eigentum zurückfordert. Er will gerade nach dem Hut greifen, als dieser einem Anderen zugeworfen wird. Der große Typ, der diesen fängt grinst dämlich und zerknüllt den Hut zwischen den Händen.

''Oje, jetzt habe ich aus Versehen deinen schönen Hut zerknittert ...!''

Blitzschnell reagiert der Unbekannte und schüttet dem Mann den brennend heißen Kaffee ins Gesicht. Dieser kreischt schmerzerfüllt auf und greift sich an den Kopf, wobei er den Hut fallen lässt. Sofort ist der Fremde bei seinem Gegenüber, stößt ihn nach hinten fort und greift sich die Kopfbedeckung. Die anderen Männer stehen für Sekunden wie versteinert da, bevor sie reagieren. Mit lautem Geschrei gehen sie schließlich auf ihn los. Der Fremde duckt sich jedoch gekonnt unter den ersten Schlägen weg, versetzt dem ersten Angreifer in Reichweite einer Tritt in den Bauch und befördert ihn so zu Boden. Jetzt scheint die Gruppe vorsichtiger zu werden, sie zieht sich einige Schritte zurück. Dieser kurze Moment reicht dem Mann aus, um mit einem Sprung über die Motorhaube eines parkenden Wagens den Abstand zu seinen Häschern zu vergrößern. Beide Parteien stehen sich kurz stillschweigend gegenüber, ehe der Unbekannte beide Hände zum Stinkefinger hebt.

''Schnappt euch den Wichser ...!''

Die Männer gehen zum Angriff über, doch der Fremde macht auf dem Absatz kehrt und stürzt in die entgegengesetzte Richtung davon. Die Meute im Nacken geht es im Sprint die letzten Meter Richtung Halle, vor der Security Guards das Aufbauen der Absperrungen überwachen. Während des Laufens scheint der Gejagte in seinen vielen Jackentaschen zu kramen, er wirft einige zusammengeknäuelte Papierseiten zu Boden. Vor dem großen Eingangstor haben zwei weitere auftrainierte Sicherheitsmänner Aufstellung genommen. Den bösen Blick lässig hinter ihren Sonnenbrillen verborgen, versperren sie mit verschränkten Armen den Zugang zur Arena. Als sie den Maskierten auf sich zustürmen sehen, kommt Bewegung in die Sache.

''Halt, kein Zutritt für Unbefugte ...!''

Der Mann wirft einen Blick über die Schulter, erkennt das unvermeidliche Näherkommen seiner Verfolger und sprintet weiter.

''Ich habe gesagt, stehen bleiben ...!''

Endlich zieht der Mann einen Backstage-Pass hervor und hält ihn vor sich, während er hastig an den beiden vorbei stürmt und erst im Eingangbereich hält. Die Jagd kommt vor den beiden Wachmännern zum Stehen.

''Du bist tot. Tot, hast du gehört? Ich krieg dich, du ...!'' 

Nochmals blicken sie zum Unbekannten hoch, der ihnen schelmisch zuwinkt.

''Verschwindet ...!''

''Aber ...?''

''Haut endlich ab ...!''

Auf Drängen der Securitys verlässt der Trupp schließlich unverrichteter Dinge den Platz des Geschehens, während der Mann mit einem zufriedenen Nicken die Halle betritt. Er lässt die völlig verwirrten Sicherheitskräfte fragend hinter sich.

''Wer war das, bitte ...?''

''Ich hab' keinen Schimmer ...!''

 

Vincent Craven: "Ein neuer Mann in der PCWA! Sagt uns zumindest die Tatsache, dass er einen Backstage-Pass hat und Ärger automatisch anzuziehen scheint."

Mike Garland: "Wie das so üblich ist für einen Wrestler, der was auf sich hält. Und wer ist das?"

Vincent Craven: "Wenn ich so durch meine Unterlagen schaue, ist für heute abend eigentlich nur ein Neuzugang angekündigt. Manny Starblood, im Opener gegen Captain Mile."

Mike Garland: "Manny... Manny... Manitoba! Ist das nicht auch eine Stadt in Kanada?"

Vincent Craven: "Eine Provinz. Aber ich glaube nicht, dass das der Ursprung des Namens ist."

Mike Garland: "Manitoba Starblood. Klingt gar nicht nach einem lokalen Jobber."

Vincent Craven: "Das soll er auch gar nicht sein, sonst hätte sich Jona Vark sicherlich nicht mit ihm beschäftigt."

Mike Garland: "Stimmt. Die Rolle des Verlierers ist mit Mile ja auch ohnehin schon besetzt."

Vincent Craven: "Ich bin mir sicher, dass wir noch etwas von dem Fremden sehen werden."


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*Dramatisches Intro*

Die folgenden Aufnahmen enthalten verstörende Bilder, dumme Witze und Bilder von Lamas.
Es sollte einfach ignoriert werden.
Ob wir es ernst meinen?
WARUM EIGENTLICH NICHT?
Hier noch ein cooles Lied!

Jan ist der BOSS!

 

Vor einigen Tagen...

 

Der Jäger lauert in einem Gebüsch, irgendwo in einem Wald in Kanada. Das Plätschern eines Baches sorgt dafür, dass seine ahnungslosen Ziele, die sich in selbigem Bach gerade einem ausgiebigen Bad hingeben, so gut wie keine Chance haben zu hören wie sich der Jäger langsam im Gebüsch nach vorne robbt. Bei dem Anblick seiner Opfer läuft ihm schon das Wasser im Mund zusammen - GENAU deswegen ist er hier her gekommen, um so etwas vor zu finden. Und so versucht der Mann so leise wie möglich sein GEWEHR heraus zu holen... indem er seine HOSE ÖFFNET!

Ganz richtig, im Gebüsch steckt sich Maximilian Lunenkind, und seine "Ziele" sind nciht etwa wilde Tiere, sondern drei junge Damen in Badebekleidung, auf die er sicher gerne auch einmal einen SCHUSS ABFEUERN würde, doch momentan genügt es ihm, sie anzustarren - sie sind aber auch wirklich zum ANBEISSEN!

Und so ENTSICHERT der GEMA-Mitarbeiter so leise wie möglich seine WAFFE, während sich seine heraushängende Titanen-Zunge fast im Gebüsch verheddert beginnt er, seine KANONE zu LADEN. Einmal, zweimal, mehrmals, immer schneller, bis er endlich bereit ist zu feuern und...

???: "Was tun Sie da?!"

Lunenkind dreht sich erschrocken um, wobei er mit seinem ebenfalls herumwirbelnden BASEBALLSCHLÄGER beinahe das sich vor ihm befindliche Pferd tot schlägt, welches nur knapp mithilfe eines voll krassen Sprungs ausweichen kann. Vollkommen schockiert darüber, offenbar ertappt worden zu sein, zuckt Lunenkinds Zunge wild umher und klatscht ihm immer wieder selbst in die Augen.

Auf dem Pferd sitzt ein kanadischer Gesetzteshüter - ein Mountie, der auf gar keinen Fall Eric Young ist. Und so starrt der Mountie WÜTEND!... ähm... wütend von seinem Pferd herab auf den Irren.

Nicht-Eric Young: "Mein werter Herr, ich befürchte, ich muss sie im Namen von Kanadien aufgrund ihrer Taten in Gewahrsam nehmen!"

Auch die drei Frauen haben mitbekommen was passiert ist und sind näher an das Geschehen heran getreten. Empört über die Geschehnisse schwadronieren sie los.

Moose'iqua: "Das ist ja wohl unerhört! Sie kranker Perverser!"

Maple Leaf Syrup'isha: "Das ist mir noch nie passiert... ich verklage Sie!"

Beaver'ina: "Ich bin empört, aber das interessiert Keinen - nennt mich Marcus."

Lunenkind blickt hektisch hin und her. Was soll er tun? Was kann er tun? Er muss sich etwas einfallen lassen!

Da kommt es ihm. Ein genialer Plan. Natürlich. SO kommt er aus der Sache heraus!

Maximilian Lunenkind: "Sie können mich nicht verhaften."

Nicht-Eric Young: "Doch, kann ich."

Nun ist der frühere GFCW-Wrestler am Ende. Sogar sein genialer Plan ist soeben gescheitert. Schluchzend sinkt er auf die Knie und versucht dabei endlich einmal seine Hose zuzumachen, was ihm aber aufgrund der Größe seines STUHLBEINS nicht gelingen mag. Nicht einmal das klappt. Enttäuscht senkt Lunenkind die Zunge, die nun seine Brust mit Speichel bedeckt, doch das ist ihm egal. Alles ist egal. Er wird in den Knast kommen... wo es nur andere KATER gibt, keine KÄTZCHEN, von deren MILCH er naschen kann, und alle diese KATER werden ihn hassen, weil keiner von ihnen ein so langes SCHNURRHAAR haben wird wie er. Und was fast genauso schlimm ist: Dann muss er so lange er da ist SCHLECHTES KUHFLEISCH essen!

Die Hölle auf Erden steht ihm bevor. Und nichts kann ihn jetzt noch reden.

*KABUMM-BANG-DALADINGDONG-BRRRR-OOOOOH-DSCH-JANISTDERGEILSTEOMG-KACHINGAAAA*
 

GENAU IN DIESEM MOMENT kommt ZUFÄLLIG jemand vorbei - oder besser etwas. NEON LOVE, der einige Tage vor der Show nur einen entspannten Ausritt auf seinem Lama durch den nahegelegenen Wald machen wollte, erblickt die Szenerie vor sich... und freut sich zutiefst, dass Lunenkind nun endlich einmal für längere Zeit weg gesperrt werden wird. Sein Lama hingegen sieht einen armen Menschen in Not und beschileßt kurzerhand, das Pferd des Mounties zu rammen. Dieses taumelt davon und Nicht-Eric Young kann noch so gerade eben beim herunter fallen auf den Füßen landen.

 Maximilian Lunenkind: "Du bist gekommen, um mich zu retten!"

Das ist NEON nicht. Er will eigentlich dass Lunenkind verhaftet wird und als Lustsklave eines mexikanischen Mafia-Auftragskillers endet. Aber nun steht sein Lama auf seinem Fuß und er kann nicht mehr gehen. Also findet er sich mit seinem Schicksal ab und verfolgt eine weitere Episode in "Warum wir Lunekind hassen".

Nicht-Eric Young: "Machen Sie sich keine Hoffnung, ich werde Sie trotzdem festnehmen!"

Maximilian Lunenkind: "Oooooh, meine Hoffnung ist gerade fast so groß geworden wie mein GEHSTOCK! Ich mache Ihnen ein Angebot, dass Sie nicht ablehnen können."

Gespannt guckt Nicht-Eric Young doof.

Maximilian Lunenkind: "Wir werden einen Kampf austragen. Wenn ich gewinne, komme ich frei... und darf die drei DELIKATESSEN hier mitnehmen!"

Die Frauen beschweren sich, aber da diese bekanntlich in Lunenkind-Skits automatisch jegliche Rechte verlieren übergeht dieser ihr Geschrei von wegen "Aber ich muss doch meinen Leguan füttern!".

Maximilian Lunenkind: "Verliere ich allerdings lasse ich mich von Ihnen widerstandslos abführen... und NEON auch!"

NEON ist dagegen.

NEON LOVE: "Ich bin flauschschloßen dagegen!"

Auch das übergeht Lunenkind.

Maximilian Lunenkind: "Also... nehmen Sie an?"

Der Mountie runzelt die Stirn.

Nicht-Eric Young: "Ich weiß absolut nicht, warum ich diesen Angebot nicht ablehnen sollte."

Maximilian Lunenkind: "Weil NEON sonst deine Mutter fickt, du Hurensohn."

Nicht-Eric Young: "Boah, jetzt hasse ich NEON voll und will ihn auch verhaften! Alles klar! Aber wie tragen wir diesen Kampf aus?"

Der GrandMaster Flausch ist noch immer total wenig davon begeistert wieder mit Lunekind gefangen zu sein. Er will lieber Peking Ente essen, oder einen toten Hamster streicheln... sogar zum Zahnarzt würde er lieber gehen.

NEON: "Kann ich jetzt bitte gehen?"

Er bekommt keine Antwort, versucht er es dann einfach, aber fällt fast um, weil das Lama noch auf seinem Fuß steht. So muss er immer noch bleiben. Innerlich wünscht er sich er wäre bereits von einer bösen PCWA-Macht getötet worden.

Lunenkind kratzt sich kurz nachdenklich mit der Zunge am Kinn, dann glotzt er als wäre er ein geistig zurückgebliebenes Opossum, was in der Regel heißt dass er eine Idee hat.

Maximilian Lunenkind: "Wir veranstalten ein DEATH MATCH... aber ein RICHTIGES Death Match. Ein Kampf bis zum Tod... durch unsere Sekundaten! Ihr Pferd.... tritt gegen NEON's... öh.... UNSER Lama an! Wer stirbt, verliert!"

NEON protestiert erneut.

NEON LOVE: "Ich möchte weder Teil des Ganzen sein noch dass mein Lama bis auf den Tod kämpfen muss und das ist alles fast so dumm wie Azrael Rage und deswegen will ich jetzt nach Hause!"

Er würde ja wirklich gehen aber das Lama steht auf seinem Fuß.

Nicht-Eric Young: "Einverstanden."

Triumphierend hebt Lunenkind die Zunge.

Maximilian Lunenkind: "Na dann... los!"

Nicht-Eric Young: "Du Trottel."

Mit diesen Worten holt der Mountie seine Flinte vom Rücken und richtet sie auf das Lama.

Nicht-Eric Young: "Gewonnen!"

Der Mountie will schießen, aber NEON stürzt mutig wie ein Tiger auf ihn zu um zu verhindern dass sein Lama getötet wird. Die beiden kämpfen um die Waffe, wobei sich ein Schuss löst, der das Pferd tötet. NEON ist shockiert!

Maximilian Lunenkind: "JAAAAAAA! NEON, du hast mich gerettet!"

NEON LOVE: "Aber ich wollte doch nur mein Lama retten. Es war ein Geschenk von Robert und ich liebe es sehr!"

Maximilian Lunenkind: "Du bist immer so bescheiden. Aber egal, wir sind frei... und mir gehören die PONIES hier!"

Mit einem lüsternen Blick, der ihn wie einen psychopatischen Rentner-Fetischisten wirken lässt, starrt Lunenkind zu der Stelle, wo gerade noch die BiIaTcHeEezZ (*____*) standen.Doch die drei werten Damen haben sich schon um NEON LOVE versammelt.

Moose'iqua: "Das war so tapfer von dir... wie du dein Lama gerettet hast... du bist so süß."

Maple Leaf Syrup'isha: "Du bist ein wahrer Held. Du opferst dich für dein Lama."

Beaver'ina: "Es gibt Getränke aus Gepardenschweiß. Was sagst du dazu, NEON?"

NEON will doch jetzt einfach nur noch gehen. Er hat keinen Bock mehr auf die Scheiße. Also setzt er sich auf sein Lama, trampelt dabei noch einmal über NIcht-Eric Young und zieht von dannen. Dabei wird er aber von den Frauen verfolgt, die ihm huldigen und ihnen den "Lama-Messias" nennen. Und anderer Random-Shit. Auf jeden Fall geht NEON halt mit den Frauen. Und die Frauen gehen mit NEON.

Zurück bleibt ein Maximilian Lunenkind, dessen Mund so weit offensteht das wohl sogar seine RAKETE fast darin LANDEN könnte (aber wirklich nur fast). Er kann es einfach nicht fassen (wie Gas). Das ist doch einfach nicht zu glauben (wie Lügen)!

Maximilian Lunenkind: "NEON LOVE..."

Der GEMA-Mitarbeiter kocht innerlich (wie ein Wasserkocher).

Maximilian Lunenkind: "Ich HASSE dich! Und ich werde dich kriegen! Hörst du? Ich werde mich rächen! Du hast mir weg genommen, was mir gehört hat... und ich werde mich rächen! Ich werde dich in deine verdammten Einzelteile zerlegen!"

Wie ein Auto-Mechaniker.

 

Mike Garland: "Dieser Lunenkind ist ja schon 'ne arme Sau. Wo immer er seine monströse Zunge 'reinhängt, scheint ein Fettnäpfchen zu lauern. Dabei wollte er doch nur diese drei Damen beglücken."

Vincent Craven: "Ich würde das 'immer' jetzt nicht unterstreichen. Beim Rumble konnte er am Ende sein, ähm, Glück ja sogar finden."

Mike Garland: "Ach ja? Warst du etwa dabei!?"

Vincent Craven: "Natürlich nicht. Aber es war recht offensichtlich. Und es bleibt festzuhalten, dass NEON LOVE dann schlussendlich die ganze Sache doch gerettet hat."

Mike Garland: "Ja. Und das macht es nur noch skurriler. Dieser Mountie ist ja auch ein wirklich ein Trottel gewesen. Wette hin, Vereinbarung her. Sein Pferd wurde er..."

Vincent Craven: "Nein, das ist NICHT bewiesen! Und wir wollen hier keinen Ärger mit irgendwelchen Tierschutzorganisationen heraufbeschwören!"

Mike Garland: "Calm down, Vince. Das war jetzt sicherlich nicht das, was wir hier sonst so gewohnt sind, aber unterhaltsam allemal."

Vincent Craven: "Stimme ich dir zu. Die beiden aber mal wieder in einem Ring zu sehen, wäre vielleicht auch nicht schlecht. Leiden können sie sich scheinbar nicht besonders, auch wenn sie das wohl unterschiedlich sehen."

 


------------------ PCWA ------------------

Wir schalten in das provisorische Büro der Frau, die ihre Unterschrift unter die Gehaltsschecks setzt. Nur, dass die PCWA eigentlich in Deutschland ansässig ist und da kein Mensch einen Gehaltsscheck erhält, sondern einfach nur Geld auf das Konto überwiesen bekommt. Dann setzt sie ihre Unterschrift halt unter die Arbeitsverträge. Fragt Robert Barker.

Jona Vark sitzt an ihrem Schreibtisch und lässt ihren Blick schweifen. Alleine ist sie nämlich nicht.

Auch der selbsternannte Großartige musste sich in diesem Büro einfinden - nicht, dass es ein wirkliches Problem für ihn wäre - doch mit diesen Gestalten in einem Raum zu sein, beunruhigt ihn. Alleine hier nach Kanada zu kommen, war schon beunruhigend genug - und das, obwohl er seine eigenen Probleme hat - der D.E.A.L. wartet auf Vollendung, NEON muss noch eine Menge beigebracht werden... Und doch muss er sich hier blicken lassen und sich mit diesen Cretins im selben Raum aufhalten... doch vielleicht lassen sich diese Gestalten ja irgendwie verwenden. Ein Teil des D.E.A.L.'s werden...

Die beiden fröhlichsten Kerle im Raum sind ebenfalls schon da. Grinsend recken Cornwallace und Dwight die Daumen nach oben und zeigen, dass sie bereit sind und sich voll auf das Kommende freuen.
Mit ihrer euphorischen Art bilden sie einen perfekten Gegensatz zu Keek Hathaway, der ebenfalls schon anwesend ist. Der Afrikaner hat sich in einer Ecke platziert und die Arme vor der Brust verschränkt. Er strahlt nicht unbedingt Vorfreude aus und wirkt mild genervt. Sein Blick wandert zu Team Happy Hour, doch als diese ihm den Daumen entgegenrecken, kann er nur ein schwaches Lächeln zurückgeben.

Jacob Kwabena steht weit hinten an der Wand und hat seinen grünen Hoodie tief in das Gesicht gezogen. Er fühlt sich sichtlich unwohl in seiner Haut und hat nach dem Debakel bei der letzten Vendetta wenig Lust, mit irgendwelchen Idioten in ein Team gesteckt zu werden. Im schlimmsten Fall muss er gemeinsam mit Happy Hour gegen Moranes, Fusion und Hathaway antreten und dann kann er eigentlich auch wieder zur Flasche greifen.

Ein kurzer Blick auf die Uhr - nicht zu spät. Glück gehabt. Zwar schwer vorzustellen, dass dies ihn sonderlich stören würde, aber einen schlechten Ersteindruck beim neuen Arbeitsgeber muss er dann doch nicht hinterlassen. Als er die Türklinke drückt und den Raum betritt, sind die Blicke erwartungsgemäß auf ihn gerichtet. Überbleibsel besserer Zeiten. Er erwidert sie nicht. Weder von Jacob Kwabena noch von Erik Moranes, die wohl interessantesten Gestalten für ihn. Mit verschränkten Armen lehnt sich Chris Fusion an eine freie Stelle an der Wand. Selbstverständlich ein wenig abseits vom Rest der Anwesenden. Worte spricht er nicht, dafür ruht sein Blick auf Jona Vark. Soll heißen, es kann losgehen.

Doch schauen wir wieder zu Jona Vark, die nun sich die Zeit nimt und die anwesenden Personen begrüßt.

Jona Vark: "Willkommen, meine Herren. Schön, dass sie es alle zeitlich einrichten konnten."

Ein gehässiges Schnauben ertönt und der durchtrainierte rechte Arm des Botschafters winkt ab.

Erik Moranes: "Erstaunlicherweise ist es nicht so, dass jemand der hier anwesenden eine Wahl gehabt hätte - und trotz diplomatischer Immunität habe auch ich diesen Raum betreten. Fahren sie also mit ihrem Schauspiel fort."

Die Geschäftsführerin der PCWA ignoriert diesen Einwand und fährt fort.

Jona Vark: "Wahrscheinlich wurden sie alle davon überrascht, dass dieses merkwürdige Match auf der Card steht. Eine Erklärung dazu: Wir kennen die Differenzen von Happy Hour und Jacob Kwabena. Wir kennen die Probleme von Jacob Kwabena, einen Partner zu finden. Dabei traf er auf Erik Moranes, der sich beweisen will und nach dem Sieg gegen NEON LOVE nun den nächsten Schritt zurück ins Rampenlicht gehen muss. Dabei traf er auf Keek Hathaway, der sich selbst darüber beschwert hat, in der PCWA noch nicht aktiv werden konnte, selbst nicht im Rhythmus ist. Und er bekam Unterstützung von Chris Fusion. Mit all diesen Zutaten kann man doch sicher etwas Interessantes fabrizieren, nicht wahr? Und deswegen befinden wir uns hier."

Ein kurzes Schulterzucken, kombiniert mit einem kurzen Nicken zeigt deutlich - ist mir egal, doch die Chefin hat recht. Begeistert ist er weiterhin nicht, hat er doch bis dato versucht, Kwabena für seine Sache zu begeistern. Auch die Kombination eben jenes mit Chris Fusion, im Anbetracht der Umstände, könnte sich für den D.E.A.L. als Vorteil herausstellen.

Erik Moranes: "Nun... zumindest haben sie hier die Leute versammelt, die ihnen keine Tickets verkaufen. Mit uns können sie ein solches Multi-Men Massacre ja veranstalten."

Ha, aggressive Diplomatie. Schön den Finger in die Wunde legen - auch, wenn ihn das eigentlich beunruhigt.

Auch Kwabena sieht nicht sonderlich begeistert aus. Es sind einfach zu viele Fragezeichen. Fusion hingegen verzieht keine Miene, wen wundert das auch noch. Es wird wieder ganz unten gestartet, war doch klar nach der langen Auszeit. Ganz unten aufgehört und eben dort wird wieder angefangen. Sei's drum.

Jona Vark: "Also fangen wir an."

Die Lady in Charge zaubert einen kleinen, offenen Karton hervor, schüttelt diesen ein wenig um zu zeigen, dass es darin raschelt und stellt diesen dann auf den Tisch.

Jona Vark: "In dieser kleinen Kiste befinden sich ihre sechs Namen auf kleinen Zetteln. Wir werden jetzt nacheinander diese Lose ziehen und sie nacheinander in Teams einordnen. Der erste Name ist in Team Eins, der zweite Name in Team Zwei, der dritte Name wieder in Team Eins und so weiter. Eins, Zwei, Eins, Zwei, Eins, Zwei. Ganz einfache Sache."

Das ist es in der Tat.

Denkt sich auch der Botschafter - innerlich bezweifelt er, dass die Gestalten Hathaway, Dwight und Cornwallace das wirklich verstanden haben - doch irgendetwas ist ja immer.

Zumindest Hathaway nickt. Ihm ist anzusehen, dass nicht das Match ist, dass er sich erhofft hat - ganz unabhängig davon, wie gerne er endlich aktiv werden wollte. Jona greift nun in die Kiste und wühlt ein wenig herum, lässt ihren Arm kreisen, wie ein Kochlöffel in einem Topf voller Suppe. Macht doch jeder so, oder? Der Klassiker! Und dann zieht sie das erste Los, entfaltet den Zettel und liest den Namen vor:

Jona Vark: "Und der erste Name und damit in Team Eins iiiiiist...? Erik Moranes!"

Erik Moranes: "Überraschend, dass sie einen der wenigen Stars in diesem Raum gleich als erstes ziehen."

Kurz nickt er, bei der Erwähnung des Wortes "Star", in richtung Kwabena und Fusion. Sicherlich... in den Augen der Chefin ist keiner der anwesenden Personen ein wirklicher Star. Ansonsten würde dieser Kampf nicht so stattfinden - aber doch, darauf lässt sich aufbauen. Derweil greift Jona Vark wieder in die Kiste.

Jona Vark: "Und sein erster Gegner in diesem Match ist... Keek Hathaway!"

Keek Hathaway: "Überraschend, dass sie einen der wenigen Menschen in diesem Raum, die Moranes eines Besseren belehren könnten, gleich als zweites ziehen."

Er lächelt. Eine ungewohnte Geste für Hathaway.

Jona Vark: "Gut, machen wir weiter. Wir suchen den ersten Partner von Erik Moranes..."

Während sie diesen Satz ausspricht, wühlt sie schon wieder in der Kiste und lässt den Blick schweifen. Vier Namen noch übrig. Und dann zieht sie den dritten Zettel.

Jona Vark: "Und der erste Partner ist... Brandon Cornwallace!"

Cornwallace hebt jubelnd die Hand und rennt auf Erik Moranes zu. Er hält ihm die Hand zum obligatorischen High-Five hoch. Moranes lehnt jedoch ab, indem er einfach nicht reagiert. Um nicht allzu dumm auszusehen, streckt er die Hand schließlich in Richtung Jason Dwight, der den High-Five natürlich dankend annimmt. Dann schaut er zu Moranes und schüttelt den Kopf, ehe er grinsend den Daumen nach oben reckt.

Brandon Cornwallace: "Du bist ganz schön unlustig, aber das werden wir ändern. Das wird wie in einem Buddy Movie! Du bist der alte grimmige Kerl und ich der coole Sprücheklopfer. Die Fans werden das lieben, das kannst du mir GLAUBEN!"

Jason Dwight: "Genau Dude! Und davon abgesehen ist es immer gut einen von uns im Team zu haben, weil wir etwas wichtiges einbringen!"

Brandon Cornwallace: "Die 3 G's!"

Es folgt ein Slow-Motion High-Five, ehe man die Aufmerksamkeit nun wieder der Auslosung widmet. Jona Vark hat den gezogenen Zettel schon in der Hand und kann sich ein Lächeln nicht verkneifen.

Jona Vark: "Und der zweite Name vom zweiten Team ist... Jason Dwight."

Die beiden Happy Guys können es gar nicht glauben und reiben sich zunächst verwundert die Augen. Wo andere Teams nun aber Trübsal blasen würden, fallen die beiden Happy Guys sich jubelnd in die Arme. Es ist schon völlig selbstverständlich, dass dem ein weiterer klatschender High-Five folgt.

Brandon Cornwallace: "Ist das geil Dude!"

Jason Dwight: "Isso! Jetzt können wir gleich jedem hier dabei helfen wieder seinen inneren Glauben zu finden."

Brandon Cornwallace: "Und gewonnen haben wir damit auch schon. Sehr nice ... wir haben daran geglaubt und es ist geschehen!"

Jason Dwight: "Genau Dude! Was sagst du Keeky-Boy?"

Breit grinsend und den rechten Daumen nach oben reckend marschiert Dwight auf den Mann zu, der am heutigen Abend sein Partner gegen seinen Partner sein soll. Klar, dass auch ihm erstmal ein High-Five angeboten wird. Keek sieht ein wenig so aus, als ob er sterben möchte.
Man wendet sich wieder der Auslosung zu, denn zwei Namen wurden bislang noch zu keinem Team gelost. Die Frage ist jetzt einfach nur noch, wer bei wem ist.

Jona Vark: "Team Eins wird komplettiert durch... Chris Fusion!"

Das... ist sehr verlockend für den Botschafter. Zwar bedeutet dies, er muss sich mit Kwabena messen - doch hat er gleich Chris Fusion auf seiner Seite. Besser hätte es nicht laufen können - so kann die Verwirklichung doch stattfinden. Aufmunternd nickt er Fusion zu.

Der reagiert darauf mit einem Schulterzucken. Auf das obligatorische High Five von Brandon Cornwallace gar nicht.

Chris Fusion: "Dann soll es so sein."

Die Körperhaltung wird gelöst, der Leib von der Wand gedrückt und in Richtung Tür bewegt. Cornwallace und Moranes also. Hätte schlimmer kommen können, hätte besser sein können. Die Geschichte seines Lebens eben. 

Chris Fusion: "Darf ich?"

Nein, darf er nicht. Auch in Amerika obsiegt die deutsche Bürokratie. Es muss ja noch ein Name gezogen werden. Wobei... gezogen. Jona Vark nimmt einfach den Zettel in die Hand, entfaltet ihn und hält ihnen den Kandidaten entgegen.

Jona Vark: "Jacob Kwabena!"

Der nicht überrascht ist, dass er wieder der Letzte ist.

Jetzt aber. Kaum ist der Name gezogen, verschwindet Fusion aus dem Raum, ehe ihn einer der Anwesenden aufhalten kann. Keine weiteren Gespräche, nicht jetzt, nicht hier. 

Interessante Zusammenstellung - und kaum hat Fusion den Raum verlassen, folgt ihm auch der Botschafter. Genug unruhe hat er innerlich empfunden, genug unruhe hat er im Raum hinterlassen. Seine Schritte führen ihn aus dem Raum - sieht er doch alle anderen gleich wieder. Und sieht er doch, dass die Dunkelheit am Horizont wartet. Doch nicht heute, nicht hier.

Zurück bleiben Happy Hour, Hathaway und Kwabena, der seinen Blick durch den Raum schweifen lässt. Mit diesen beiden Idioten in einem Team kann das ja wieder nichts werden. Und dann auch noch gegen Chris Fusion. Pah, Partner. Partner. Niemals wird Jemand von Happy Hour sein Partner sein. Langsam schleicht der Wonderman zwischen Cornwallace und Dwight, baut sich vor den Beiden auf und streift sich die Kapuze seines grünen Hoodies ab, bevor er dann tatsächlich mal ein paar Worte sagt.

Jacob Kwabena: "Mir ist es schleierhaft, was ihr beiden Vollidioten hier noch macht. Mir ist es auch vollkommen egal, was ihr nachher vorhabt. Und mir ist es egal, ob ihr meine Partner oder Gegner in diesem Fight seid. Kommt ihr mir heute in die Quere, dann werde ich euch mit in den Abgrund ziehen. Dann wird euch das Lachen vergehen..."

Dann macht es Kwabena wie Chris Fusion und verlässt die Szene, während Jona Vark im Hintergrund lächelt und merkt, dass diese Idee eine gute Idee war. Eine fantastische Intensität macht sich breit.

Die beiden Happy Guys blicken Kwabena überrascht hinterher.

Brandon Cornwallace: "Wieso sind wir eigentlich die einzigen die sich hier freuen?"

Jason Dwight: "Verstehe ich auch nicht Dude, aber du weißt wonach das schreit?"

Brandon blickt seinen Partner und besten Freund an. Synchron platzt es schließlich aus ihnen heraus.

Team Happy Hour: "GESPRÄCHSRUNDE!!!"

Die beiden geben sich einen gekreuzten Double High-Five und verschwinden schließlich tuschelnd aus dem Raum. Zurück bleibt nur Keek.

Er blickt ihnen nach und seufzt.

Keek Hathaway: "Ich..."

Tiefes Luftholen.

Keek Hathaway: "...bin..."

Der Afrikaner verkrampft seine Fäuste. In der Ferne hört er das Geräusch eines weiteren High-Fives.

Keek Hathaway: "ICH BIN..."

Stapft mit dem Fuß auf dem Boden. 

Keek Hathaway: "...ein professioneller Wrestler. Und ich werde mit meinem Partner gut auskommen."

 

Mike Garland: "Na ist das nicht wundervoll? Happy Hour werden sich bestimmt im Ring gegenüber stehen und High Fives austauschen, bis einer weint. Und das ist dann der Sieg durch Submission oder so ein Quatsch. Was für eine dämliche Idee..."

Vincent Craven: "Du meinst dieses Match? Ich finde das eigentlich ganz großartig. Wobei die beiden vielleicht größten Stars im Ring ja schon auf einer Seite zu finden sind. Fusion und Moranes. Sollten die Beiden koexistieren können oder Cornwallace keine Scheiße bauen, ist das erste Team für mich auf alle Fälle der Favorit."

Mike Garland: "Man sollte aber besonders Keek Hathaway und Jacob Kwabena nicht unterschätzen. Hathaway brennt ja auf seine Chance und auch mit Kwabena sollte man so langsam rechnen. Letzte Vendetta hat er eine erstaunliche Leistung gegen Happy Hour gezeigt, bis Chris Fusion ihn gerettet hat."

Vincent Craven: "Und jetzt stehen sich die Beiden gegenüber... das wird wirklich interessant."


------------------ PCWA ------------------

55,4 Grad Fahrenheit.

Bewölkt.

Eine Temperatur, ein Wetter, welches man in Jamaika nicht unbedingt kennt. Allerdings in Toronto, Ontario, Kanada. Und auch in Berlin, Deutschland. Und deswegen ist der alte Jugoslawe, der sich anstatt irgendwann für Serbien, Kroatien, Bosnien, Herzegowina oder die ehemalige jugoslawische Republik von Mazedonien zu entscheiden, nach Spanish Town ausgewandert ist, sich seine Haare zu einem Afro, zu Cornrows, zu Dreadslocks gefilzt hat, auch an dieses Wetter gewöhnt. Die Fans vor der Halle allerdings nicht an diesen Anblick. Denn da steht er... Captain Robert Mile. Captain. Kein Graf. Kein Buccaneer. Kein Jean-Pierre. Captain. Und Robert wird er niemals wieder genannt, weil sich sonst Barker und Breads neue Vornamen suchen müssten, die Wichte.

Captain Mile. Stolz, wie es nur ein Pirat aus der Karibik sein kann. Oder ein Typ, der so tut, als wäre er ein Pirat. So steht er auf einer Europalette, die er mal eben mit nach Nordamerika - also Kanada - geschifft hat. Und an dieser Europalette, die laut Wikipedia übrigens Europoolpalette eigentlich heißt, sind zwei Räder angebracht. Und außerdem irgendein merkwürdiges Konstrukt aus Holz, welches wohl so etwas, wie ein Schiff darstellen soll. Und an einer langen, langen Kette stampft eine Wesen vorweg, zieht die Europoolpalette an Rädern mit dem Konstrukt eines Schiffes mit dem stolzen Captain hinter sich her. Mile hat - ganz naturgetreu natürlich - eine Kapitänsmütze aufgesetzt und starrt mit einem Auge durch ein rostiges Fernrohr... welches er sich verkehrt herum ans Auge hält. Warum auch nicht.

Ein paar Fanreihen stehen noch vor dem Air Canada Centre und staunen nicht schlecht über dieses merkwürdiges Bild. Vor der Halle angekommen, bleibt der Barbare stehen, blickt Captain Mile an, der aus seiner Manteltasche einen fettigen Chicken Wing (singular) zieht und dem Barbarian wie einem Hund einen Knochen zu wirft. Der Barbarian springt in die Luft, vollzieht einen doppelten Salto, eine Schraube, fängt den Wing mit den Zähnen und kommt auf beiden Beinen stehend auf dem Boden auf. Szenenapplaus! 10.0! Glatt!

Okay, nicht wirklich. Stattdessen kriegt der Barbare den Wing gegen die Rübe, er purzelt sein massiges Gesicht herab und bleibt im versifften Bart hängen. Dann drückt er ihn sich mit der Pranke in den Mund und verschlingt das Hühnchen mit Haut und Knochen. Captain Mile ist in der Zwischenzeit von seinem Konstrukt herabgestiegen und läuft vorne weg zum Halleneingang. MAD-X is dead. But the crew is still alive. Somehow.

Und so endet die vielleicht kürzeste, mit Sicherheit aber arschcoolste Szene der Show. Denn keiner kommt hier sonst mit seinem eigenen "Piratenschiff" an.

 

Mike Garland: "Wenn man eine Szene nach Lunenkind sieht, sollte man eigentlich meinen, dass das Level an Absurdität nicht mehr übertroffen werden kann. Aber dann kommt Bob Mile."

Vincent Craven: "CAPTAIN Mile, bitte. Er gehört zur PCWA wie wenig anderes. Nicht immer erfolgreich, aber stets einfallsreich."

Mike Garland: "Er hat mal seinen bekifften Hintern vom Sofa hochbekommen und spielt einen Piraten. Als hätten wir nicht schon Graf Einauge ertragen müssen! Wenn wir das schon als 'stets einfallsreich' bezeichnen, dann braucht es wohl nicht wirklich viel, um hier einen Vertrag zu ergattern."

Vincent Craven: "Ich bleibe bei meiner Meinung."

Mike Garland: "Oh, Baby Jesus..."


------------------ PCWA ------------------

 

Die Unterlagen, die er bei seiner Ankunft im Wagen vergessen hatte, klemmen unter dem linken Arm von Doktor Häuser, während er die Schlüssel umständlich in seiner Tweed-Jacke verstaut. Ein rascher Blick auf die Uhr, denn er hatte sich vorgenommen, nur zehn Minuten für den Weg von seiner 'Praxis' hinunter in die Tiefgarage und wieder zurück zu brauchen. Ein optimistisches Unterfangen in einem solch großen Gebäude wie dem Air Canada Centre. Andererseits... im heimischen Dome oder Theatre würde er das bestimmt auch schaffen, und er wollte so kurz wie möglich abwesend sein, denn schließlich hat fast immer irgendwer irgendwas, man bekommt es eben nur nie so oft zu Gesicht. Und dann muss er für denjenigen da sein.

Als er den Fahrstuhlknopf drückt, ist er schon wieder in Gedanken bei einem der 'Jungs'. Er hatte sich die Aufnahmen genau angeschaut und war verblüfft gewesen. Mit einer solch raschen Geschwindigkeit des Genesungsprozesses konnte man nicht rechnen. Sie war zwar nicht außerordentlich verwunderlich, aber die meisten von ihnen haben ja schon eine Vorgeschichte, und...

*DING*

Das Geräusch und die sich öffnende Tür reißen den Arzt aus seinen Gedanken. Ohne im ersten Moment nach vorne zu schauen, setzt er einen Fuß vor den anderen, als sich vier Schuhe in sein Blickfeld drängen. Er stutzt und hebt seinen Kopf.

Dr. Häuser: "Oh... Guten Abend."

"Is' was, Doc?"

Das lächelnde Gesicht des Grizzman heißt ihn willkommen. Das schwarze, langärmelige Hemd und die Anzughose deuten darauf hin, dass er beim Anziehen wesentlich weniger Probleme hat. Und dass es in diesem Teil Nordamerikas schon frischer ist als anderswo.

Dr. Häuser: "Nein... alles bestens. Ich hatte nur gerade an Sie gedacht."

Grizz: "Oha. Sollte ich mir etwa Sorgen machen? Kommen Sie, steigen Sie ein."

Das Lächeln wird breiter. Das des Doktors nur ein Zucken der Mundwinkel. Und es ist auch gewiss nicht Grizz Lee, der ihn kurz zögern lässt, den Fahrstuhl zu betreten. Denn neben ihm steht der Mann, der ihm bei der letzten Vendetta einen weiteren Patienten... 'beschafft' hat. Uriel Genesis. Schon vollkommen in seinen Ganzkörperanzug mit den Petruskreuzen darauf gekleidet. Stoisch nach unten blickend, Häuser ignorierend. Für einen kurzen Moment glaubt er, dass er ihn etwas murmeln hört.

Grizz: "Ich glaube, er betet. Also keine Sorge. Was haben Sie für mich?"

Dr. Häuser: "Ja. Richtig."

Lee geht einen kleinen Schritt zur Seite, so dass sich der Doc endlich zwischen die beiden stellen kann.

Dr. Häuser: "Um es kurz zu machen, ich denke, dass Sie bei Out of Ashes ohne Bedenken antreten können. Aber..."

Argwöhnisch schaut er auf den Knopf, den Grizz Lee soeben gedrückt hat.

Dr. Häuser: "Wir müssen nach oben. Nicht noch weiter nach unten."

Und fragt sich im gleichen Moment, wieso dieser Knopf überhaupt existiert, schließlich sind sie doch schon in der Tiefgarage.

Grizz: "Es geht immer noch ein Stückchen tiefer, Doc."

Dr. Häuser: "Haben Sie sich das auch bei der letzten Vendetta gedacht?"

Anerkennend pfeift der Grizzer durch die Zähne.

Grizz: "Schlagfertig, Respekt. Aber wer nicht fällt, der kann auch nicht wieder aufstehen, nicht wahr? Und da wir schon beim Thema 'Tief' sind, bei Sharpe gibt es auch keinerlei Bedenken?"

Der Arzt schüttelt den Kopf, während sich der Fahrstuhl in Bewegung setzt.

Dr. Häuser: "Für heute nicht. Aber wenn ich in die Zukunft schauen soll, müsste ich wissen, ob Sie und Ihr... Begleiter noch andere Sachen geplant haben, die mir Arbeit bescheren."

Grizz: "Nicht wirklich. Aber man weiß ja nie, was sich so entwickelt. Außerdem sollten wir nicht so tun, als wären die Aktionen meines Schülers die einzigen Gefahren, denen sich der Cryption Crown Champion so aussetzen müsste."

Häuser lugt über seine Schulter nach hinten.

Dr. Häuser: "Das mag sein. Aber Blessuren, die in Matches entstehen sind ja praktisch an der Tagesordnung und eher Normalität. Aber... gestatten Sie mir die Frage..."

*DING*

Unbemerkt von beiden hat der Fahrstuhl gestoppt. Die Tür öffnet sich langsam und gibt den Blick frei auf das Wesen, das einen Kopf kleiner ist als die Insassen des Aufzugs.
Sie geniesst diesen Moment, die Theatralik die er mit sich bringt. Die Blicke, die sich auf ihr Wesen richten, sich an dem durchblitzenden Fleisch ausrichten. Die Stimmung, die der Augenblick verbreitet. Plötzlich, allein durch die Art und Weise wie sie dort steht.

Das Kinn voll innerem Stolz erhoben, die blutroten Haarsträhnen dieser süssen Rebellenfrisur, die ihr über die Augen fallen, die Grizz und Dr. Häuser wechselnd anschauen. Finstere, schwarze Augen, erfüllt mit dem Glanz einer Dunkelheit, die Herzen brechen und wieder zusammensetzen kann.

Bleed: „Hi.“

Auch wenn dieses faszinierende Wesen in dem schulterfreien schwarzen Shirt die knappe Begrüssung neutral ausgesprochen hat, so galt sie nur einem von ihnen. Dem Mann, der ihren Blick fast körperlich spüren kann. Grizz Lee.

Grizz: "Sorry. Wir haben auf die Schnelle noch einen Mitfahrer gefunden."

Knappes Nicken zu Häuser, der den für ihn unerwarteten Zwischenstop mit einem geflüsterten 'Was für eine Überraschung' kommentiert.

Bleed setzt ihre schlecht zugebundenen schwarzen Stiefel langsam nach vorn, bis sie sich in die Aufzugskabine schmiegt. Ein knappes Lächeln umspielt ihre Lippen, während sich die Türen schliessen.

Bleed: „Ich hoffe, ich störe nicht.. ärztliche Schweigepflicht and so on.. Ich schwöre, ich behalte es für mich, wenn ihr diese Fahrt dafür nutzen wollt, um in der Welt der Prognosen, Heilungsverläufe und homöopathischen Genick-Kuren zu schwelgen..“

Ein wenig genervt deutet der Doktor auf die Konsole mit den Knöpfen. Sicherlich könnte er selbst bestimmen, wohin es nun gehen soll, möchte sich aber nicht an der Dame vorbeidrücken, die sich schräg vor ihm platziert hat.

Dr. Häuser: "Könnten wir dann bitte? Es wartet bestimmt schon jemand auf mich."

Das Apocalypse Girl lehnt sich an die Seitenwand der Kabine, mustert den Doc von oben bis unten.

Bleed: „Da ist dieser Satz, den ich schon immer sagen wollte.. nie durfte, weil die Opfer zu Eleven’s Füssen nicht mehr antworten konnten, egal wie sehr ich sie angefleht habe.. ‚Wie geht es uns denn?’“

Sie verharrt still, nur ihren Blick dreht sie charmant und wenig verstohlen zur Seite.
Zu Grizz.

Grizz: "Ich kann nicht behaupten, dass ich gut schlafen kann. Denn das ist damit ziemlich unbequem."

Er deutet knapp auf das lästige Ding um seinen Hals, das er sich am liebsten früher als später herrunterreißen möchte.

Grizz: "Außerdem verbietet es mir, das Risiko eines weiteren Fluges in Kauf zu nehmen. Also stecke ich hier in den Staaten mehr oder weniger fest, kann nicht mal eben über den großen Teich jetten, um zu Hause zu sein, wie andere das vielleicht machen. But hey, für die Liga ist das gut, sie kann mich zu allerlei Terminen schicken. Also setzen wir uns immer mal wieder in's Auto, um zu Promotion-Zwecken irgendwo hin zu fahren."

Sein Gesichtsausdruck lässt erahnen, dass er schon jetzt die Schnauze voll davon hat.

Grizz: "Ansonsten versuch' ich so gut es geht, das verdammte Essen hier zu vermeiden. Denn ohne Training... y'know."

Bleed nickt. Es wirkt fast so, als hätte Grizz eine Antwort gegeben, die nicht wichtig war.
Sie lebt in ihrer eigenen Welt. Auch hier und jetzt. Und in dieser Welt ist Grizz Lee ein Wesen ohne Halskrause. Ohne Erschütterung.
Er ist frei..

Grizz: "Anyway. Wir wollen unseren Doc ja nicht von wichtigen Dingen abhalten. Am Ende des Tages haben wir doch alle das gleiche Ziel: nach oben zu kommen. Bleed."

Bleed: „Ich mag die Stille.. Und ich mag die Tiefe. Wer oben angekommen ist, kann fallen. Tief fallen.. irgendwann kommen sie an, wir begegnen uns.. Unten.. dort wo ich schon lange stehe und den Sturz betrachte. Körper, die sich wehren.. sich drehen.. die flattern.. kämpfen. Die lange Wartezeit auf den Aufschlag kann einem das Herz brechen..“

Bleed streckt dennoch die Hand mit den schwarz lackierten Fingernägeln und Stahlringen aus. Und wenig später setzt sich der Aufzug nach oben in Bewegung.

Grizz: "Also, wo waren wir?"

Dr. Häuser: "Ich..."

Grizz: "Richtig. Uriel Genesis."

Noch immer steht der Hüne regungslos da, die Hände vor dem Bauch gefaltet, der in unnatürlich großen Abständen auf und ab geht, was den Arzt wohl einen niedrigen Ruhepuls diagnostizieren lassen würde. Aber der fragt sich im Moment eher, woher Lee das Thema, das er anschneiden wollte, kannte.

Auch das Apocalypse Girl dreht ihren Kopf in freudiger Erwartung zu Grizz.

Bleed: „Es wurde Licht im Garten New York’s.. Es war wunderschön.. der Augenblick, an dem die Lobotomie im Inneren des Schädels auseinanderfiel.. und dieses Werkzeug der Genesis die Maschinerie in zwei Teile spaltete.. den gebrochenen Bohrer, dessen Splitter in alle Richtungen flogen als er an Uriel’s Wand scheiterte. Und das überdrehte Gewinde, das sich weiterdrehen wird. Ruhelos.. bis ans Ende.“

Grizz: "Well. Long story short. Vor gut anderthalb Jahren, als die Liga am Boden war, kamen zwei Typen zu mir. Priesterkleidung, mit Kollar und dem ganzen Klischee. Hatten diesen Kerl bei sich, den ich doch bitte ausbilden sollte. Ihr wisst ja wie das damals war, man hat sich gerne was nebenher dazu verdient."

Als ob er das nötig gehabt hätte. Viel mehr war es ihm darum gegangen, dass seine Leistungen und Erfahrung endlich mal gewertschätzt wurden.

Grizz: "Er konnte... naja, und kann kein Deutsch, kaum Englisch. Aber die Sprache im Ring ist ja universal und das Geld hat gestimmt. Also hab' ich ihn trainiert. Und er wurde gut. Sehr gut. In der kleinen Indy-Liga, in die ich nach ein paar Monaten mit ihm gegangen bin, hat er nach kurzer Zeit den höchsten Titel errungen."

Bleed interessiert die Geschichte von Uriel nicht.
Sie verschenkt ein Lächeln zu den Worten, das ebenso undeutbar wie verführerisch falsch ist.
Sie will nicht wissen, woher Uriel Genesis stammt. Sie möchte mit ihren Fingern über seine Stiefelsohlen wischen, um Kevin Sharpe’s Blut aus der Nähe zu sehen.

Bleed: „Den höchsten Titel. Yeah. That's what it's all about.“

Grinsend beugt sich Lee für einen kurzen Moment nach vorne, um an ihren Haaren zu schnuppern.

Grizz: "Damn right..."

Räuspert und konzentriert sich wieder.

Grizz: "Jedenfalls, warum auch immer, wurde er vor ein paar Wochen suspendiert. Er hat eigentlich nichts Schlimmes getan, einfach seinen Stil durchgezogen. Aber was soll man auch schon von einer Liga halten, in der Jimmy Maxxx Head-Trainer und Kommentator ist."

Der Doc, dem die neue Situation mit der unangekündigten Mitfahrerin sichtlich unpässlich ist, räuspert sich kurz. Er schwenkt in die ärztliche Stimme um. Die Stimme, mit der man Prognosen vorträgt, Fingerzeige gibt und die trockene Autorität auf seinem Fachgebiet preis gibt.

Dr. Häuser: „Wie ich sagte. Einem Match bei Out Of Ashes sollte bei dem derzeitigen Heilungsverlauf nichts im Wege..“

Bleed: „Er ist auf dem Weg der vollständigen.. Genesung.“

Bleed’s Blick tänzelt um die leicht verwirrt blickenden Augen des Arztes herum. Wie eine elegante Sirene, die ein verlorenes Schiff umschwimmt. Sie spricht von anderen Dingen. Sie spricht vom Bild hinter dem Bild. Von Befreiung statt Gesundung.

Dr. Häuser: „Wie gesagt, er sollte auf sich aufpassen, wenn er..“

Wieder unterbricht sie ihn.

Bleed: „Keine Sorge, Doc. Ich möchte auf ihn aufpassen.. Wir möchten achtgeben, dass er nicht zu hoch steigt. Wo er doch auf so einem guten Weg ist… nicht wahr? Er ist doch auf dem richtigen Weg, finden sie nicht auch?“

Nur Grizz kennt das inzwischen schon vertraute Gefühl, das sich in diesem Moment in der Aufzugskabine materialisiert. Bedrohung. Süsse Bedrohung. Und eine Sprache, die nur in gewissen Tiefen gesprochen und auch so verstanden wird.

Dr. Häuser: „Wenn er sich den Risiken bewusst ist, dann..“

Bleed: „Ich glaube, unser Patient weiss um die Risiken.. und er weiss, wie man sie ALLE am besten eliminiert. Und sollte er taumeln.. auf dem Weg aus der Asche, dann weiss er alle guten Geister an seiner Seite. Erste Stufe - Genesis. Weiter zur Genesung. Bis zum Genius Loci. Sie haben ihm alles verschrieben, Doc.. dessen bin ich sicher. Am Ende des Tages braucht unser Patient einfach nur die Stille.. den Augenblick mit sich selbst. Und lebendige Nahrung. Soll die beste Medizin sein, hörte ich..“

Sie schliesst die Worte mit einem leisen Lächeln ab.
Ihre Finger finden den Knopf und ein paar Sekunden später stoppt der Aufzug, während Dr. Häuser noch immer ratlos auf dieses Wesen vor ihm starrt.

Als sich die Türen öffnen, nickt Bleed dem Doc zu.

Bleed: „Sie haben ihr bestes getan. Vielen Dank.“

Sie dreht sich zum Ausgang – und ganz verstohlen, fast unsichtbar, nur für einen Sekundenbruchteil streichen im Vorbeigehen ihre Fingerspitzen über die rechte Hand von Grizz Lee.

Für einen Moment schaut dieser ihr verträumt hinterher. Dann bemerkt er, wie sich der Arzt in Bewegung setzt.

Dr. Häuser: "Wenn Sie nichts dagegen haben, würde ich Ihnen gerne noch die letzten Aufnahmen zeigen."

Lee nickt ihm zu, klopft Genesis beiläufig auf die Schulter, so dass auch der den Aufzug verlässt. Klar, neue Bilder seines Leidens, er hat im Moment ja nichts besseres zu tun. Also, warum eigentlich nicht? Aber Bleeds Auftauchen hat ihn auch neuen Elan gewinnen lassen. Es wird noch etwas passieren heute abend. Dessen ist er sich sicher.

 

Vincent Craven: "Hm. Seltsam, seltsam..."

Mike Garland: "Was bedrückt dich?"

Vincent Craven: "Naja, denk mal drüber nach. Das letzte Mal, als wir Bleed und Grizz Lee gemeinsam gesehen haben, war beim vergangenen CORE PPV. Und der Blues war bei Vendetta 100 im Keller, als 'geladene Gäste' sozusagen. Aber plötzlich verstehen sich die beiden so gut? Da ist doch was faul."

Mike Garland: "Bleed ist eine hübsche Frau, van Crane hat sie sitzen lassen. Und bei solchen ist es leicht, zu landen. Warum sollte Lee das nicht ausnutzen?"

Vincent Craven: "Weil sie... sowas wie Erzfeinde sind. Und nun schau dir an, wie sie sich fast schon sorgt um ihn. Und denk auch daran, dass wir sie vor kurzem noch aus Stevies Dusche haben hüpfen sehen."

Mike Garland: "Du willst mir irgendwas Bestimmtes sagen?"

Vincent Craven: "Er hat sich verkauft! Grizz Lee hat sich an Nicotine & Bacteria verkauft. Okay, wir können nicht sehen, was sich so abseits der Kameras alles abspielt, aber einiges würde dann mehr Sinn ergeben. Ich meine, er hat sie durch den Ring geworfen und geprügelt. Er hat ihr gesagt, dass er sie immer bekämpfen wird. Aber plötzlich ist das nicht mehr so?"

Mike Garland: "Glaube ich nicht. Würden sich Lee und Eleven hier in einem Ring gegenüberstehen, würde Blut fließen. Und Bleed, pah... ist unwichtig. Eine Trophäe, die man gerne abstaubt, hehe."

Vincent Craven: "Grizz hat sich zwar verändert, aber dass er so tief sinkt, konnte ich auch nicht glauben. Bis jetzt. Wart's ab, Mike, da wird sich noch was entwickeln. Und ich bin mir nicht sicher, ob ich das sehen möchte."

Mike Garland: "Was wir auf jeden Fall sehen, ist ein Mann, der sich für die Liga aufopfert. Ich meine, er nimmt an der Tour durch die glorreichen Vereinigten Staaten teil, obwohl er das eigentlich gar nicht dürfte und müsste. Aber du unterstelltst ihm gleich wieder böse Absichten. Bisschen billig, Vince."

Vincent Craven: "Wir sind heute in Kanada, The Great White No..."

Mike Garland: "WO!?"

Vincent Craven: "Kana..."

Mike Garland: "VEREINIGTE Staaten. Nuff said, next scene, please."


------------------ PCWA ------------------

Die Szene zeigt das Innere eines vorsorglich abgedunkelten Raumes, am Rande des Bildes scheint das schwache Licht eines Fernsehapparates zu leuchten. Es ist gerade stark genug, um die Umrisse einer Person aus dem Nichts zu schälen. Sie sitzt mit dem Rücken zur Kamera gewandt auf einem alten Sofa, die Beine samt der schweren Stiefel lässig auf einem Tischchen vor sich liegend, auf dem Unmengen von Fernsehserien-Boxen gestapelt liegen und starrt in den von Schnee beherrschten Flimmerkasten. Das charakteristische Rauschen des nicht vorhandenen Programmes scheint den ganzen Raum zu erfüllen. Die Kamera dreht und bleibt auf den Zügen des Mannes haften. Unter dem breitkrempigen Hut sticht ein Paar müder Augen hervor, eine Maske bedeckt Nase und Mund. Bei genauerer Betrachtung erkennt man, dass er eine DVD in den Händen hält, auf der "BRX" geschrieben steht. Eine Weile scheint er die Scheibe zu begutachten, dann steht er auf und spaziert in Richtung des Fernsehers. Die DVD verschwindet im angeschlossenen Player und er lässt sich, die Fernbedienung in der linken Hand haltend, wieder auf dem Sofa nieder. Ein Video läuft an, es scheint sich um einen Zusammenschnitt der Ereignisse des letzten PPVs zu handeln. Man sieht den Fight zwischen Blake Milton und Mad Dog, die in brutalster Weise aufeinander losgehen. In der nächsten Szene sind Breads, Grizz Lee und Kevin Sharpe zu sehen, kurz darauf die Auseinandersetzung zwischen Eleven und Robert Barker. Die letzten Einstellungen zeigen Azrael Rage in seinem Titelmatch. Der Mann stoppt das Video.

"Mhm ...!"

Plötzlich klingelt ein Telefon. Er greift neben sich und hebt ab.

"Mhm ...?"

"Es ist soweit, Sie sind gleich dran ..!"

"Mhm ...!"

''Ja, jetzt sofort. Also, Sie gehen da jetzt raus und ziehen das durch ...!''

''Mhm ...!''

''Keine Widerrede, sofort ...!''

Der Anrufer wird weggedrückt, das Telefon landet auf dem Sofa. Schwer schnaubend und zusehens genervt sieht der Unbekannte an der Wand hoch und zur Uhr. Schließlich nickt er resigniert, stemmt sich hoch und verlässt langsam schlurfend den Raum.

 

Vincent Craven: "Der Unbekannte. Und es zeichnet sich immer deutlicher ab, dass es sich hier tatsächlich um Manny Starblood handelt."

Mike Garland: "Konntest du etwa hören, was vom anderen Ende der Leitung kam?"

Vincent Craven: "Nicht komplett, aber ein wenig. Unsere Tontechniker sind eben auf Zack. Premium Produkt PCWA."

Mike Garland: "Damn, Vince. Eine schönere Alliteration habe ich selten auf meine Ohren bekommen. In diesen Momenten bin ich wirklich stolz, an deiner Seite zu sitzen."

Vincent Craven: "Nun... Danke. Und was notierst du dir?"

Mike Garland: "Premium Produkt PCWA natürlich. Das sollten wir auf T-Shirts drucken. Und ob Starblood in Zukunft auch eigenes Merchandise bekommt, werden wir in Kürze erfahren. Manitoba, here we come!"


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Die letzten Sonnenstrahlen des Sommers sind Vergangenheit. Berlin, Hallelujah, Berlin. Zu Anbeginn des Herbstes hast du dich noch einmal von deiner schönsten Seite gezeigt und ihre Haut genießen lassen. Und sie hat genossen. Jede freie Minute hat sie auf einem Stuhl verbracht, die Augen geschlossen, die Zigarette im Mundwinkel, den Latte Macchiato auf dem Tisch, die Sonnenstrahlen im blassen Gesicht. Doch diese Zeiten sind nun endgültig vorbei. Aufgrund der kalten Temperaturen hat sie einen Kapuzenpullover angezogen, aufgrund der Regentropfen die Kapuze tief in das Gesicht gezogen, aber es trotzdem geschafft, sich in diesem nassen Wetter eine Zigarette anzuzünden. Sie atmet tief ein. Atmet tief aus. Ruhe ohne Gelassenheit. Dennoch ein Gefühl, welches sie schon lange nicht mehr kannte.

Sie fühlt sich wie ein kreativer Geist, der eingeschlossen ist. Nicht hinter Gitterstäben oder Wänden mit Gummibezug. Aber eingesperrt in sitzender Position an einem Schreibtisch, rechts ein Radio, welches vor sich hindudelt und Musik zur Nebensächlichkeit werden lässt. Mit einem Kalender an einer Pinnwand, der einen nicht mehr in Tagen denken lässt oder Wochenenden, sondern daran erinnert, dass man sich in KW 42 befindet. Daneben Urlaubsfotos, damit man auch nicht vergisst, wofür man sein Geld verdient, von 08:00 bis 17:00 Uhr hier sitzt, dafür eine Stunde Fahrtweg hin und zurück in Kauf nimmt. Mit einem geschlossenen Fenster zur Linken, damit man zumindest Tageslicht sehen kann und stets vor Augen hat, dass man kommt wenn es noch dunkel ist und geht, wenn es schon dämmert. Eingeschlossen in der Leere, nicht zu wissen, wohin man eigentlich gehört, weil man seinen Platz in dieser Welt noch nicht gefunden hat.

Und ihr Blick fällt auf ihr Gefühl. Eine Justizvollzugsanstalt. Die Justizvollzugsanstalt. Nur wenige Meter trennen sie von ihrem eigenen Fleisch und Blut. Stahl und Beton trennen sie von ihrem zweiten Ich. Welches da drin sitzt, weil er sie umgebracht haben soll. Doch sie steht hier. Warum? Wie?

Sie versteht es selbst nicht. Und sie will keine Fragen stellen, denn dann würde sie hinterfragen. Ihn hinterfragen.

Sie begreift die Vergangenheit nicht. V.
Sie ahnt, dass sie gar nicht hier sein darf. C.
Sie weiß nicht, was diese Zukunft bringen soll. G.

Was ist, wenn sie alle wieder in Berlin sind? Was wird nach Out of Ashes geschehen?

It's the end of the world as you know it.
And she doesn't feel fine. At all.

 


------------------ PCWA ------------------

Es ist nicht lange her, dass die Namen und somit die Teams gezogen wurden, die das auf dem Papier schon chaotische zweite Match am heutigen Abend bestreiten sollen. Wild Card, wie man das im Wrestlingjargon bezeichnet. Reine Zeitschwendung, wie man es in der Welt von Chris Fusion nennt. 

Und dennoch juckt es ihn in den Fingern, spürt er ein Kribbeln auf den Lippen. Sein erstes richtiges Wrestlingmatch seit über sieben Jahren, als er sich schwer verletzte und Körper und Geist gebrochen waren. Wie lange er wohl seitdem in einem Ring stand. Fünf Minuten beim Rumble? Drei Minuten im zweiten Match bei der letzten Vendetta Ausgabe? Sicherlicht nichts, was man als richtiges Match bezeichnen konnte. Heute hingegen würde sein Comeback stattfinden. Mit dem Läuten der Ringglocke wird der Defibrilator auf seine Brust gesetzt und er zurück ins Leben geholt. 

Ein schwaches Lachen huscht bei dem Gedanken über seine Lippen. In den Händen dreht er dabei eine schon fertige Zigarette hin und her. Wie damals, als er noch regelmäßig im Squared Circle angetreten ist. Eine Zigarette vor dem Match. Vielleicht zwei, drei am Abend. Gefühlt war es dann doch immer eine ganze Schachtel.

Und da man mit alten Traditionen nicht brechen soll, hat er sich aus der Halle begeben. Betrachtet den Todbringer in seiner Hand und ist im Begriff, diesen anzuzünden, als die Tür nicht weit von ihm auffliegt und eine Person ihn erblickt und auf ihn zugeht, die er am allerwenigsten jetzt sehen wollte. Leise seufzt er. 

"Was soll das?"

Jacob Kwabena, der Mann, dem er im letzten Monat in seinem Match geholfen hat, bewegt sich mit ungewohnt selbstsicheren Schritten auf Fusion zu. Der senkt seinen Kopf, murmelt mehr als dass er spricht.

Chris Fusion: "Was?"

Jacob Kwabena: "Du weißt, was ich meine."

Weiß er. Dennoch kriegt Kwabena lediglich ein Schweigen als Antwort.

Jacob Kwabena: "Erst redest du mir Mut zu beim Rumble, dass ich teilnehme."

Wo er versagt hat. Korrigiere. Wo beide versagt haben.

Jacob Kwabena: "Dann kommst du bei meinem letzten Match heraus, hilfst mir und kaum ist das Match vorbei, bist du wie vom Erdboden verschwunden. Also, was soll das?"

Er kann nicht leugnen, dass der junge Mann vor ihm durchaus Recht mit seinen Ausführungen hat. Fakt ist, dass er ihm geholfen hat. Fakt ist auch, dass er ohne ein weiteres Wort verschwunden ist. Fusion fährt sich durch die Haare, schüttelt den Kopf. Damals war man nichts anderes von ihm gewohnt gewesen. Gesehen hat man ihn nur bei den Shows selbst, doch kaum war der Vorhang zugezogen, war auch er in der Dunkelheit verschwunden. 

Chris Fusion: "Hör zu, Kwabena. Ich bin kein geselliger Mensch. Kein Freund, kein Kumpan, kein Wegbegleiter. Ich bin Chris Fusion. Einzelkämpfer par Excellence. Bei der letzten Vendetta Ausgabe war ich lediglich anwesend, um meinen Vertrag zu unterschreiben. Als ich dein Match sah, dachte ich mir, dass sich das anbieten würde als erstes Match. So als offizieller Wrestler der PCWA."

Schwer zu glauben, dass dies schon alles ist. Glaubt auch Kwabena nicht, deutet man seinen Blick richtig. Das bleibt auch Fusion nicht unbemerkt.

Chris Fusion: "Doch als ich den Ring betrat, deinen Körper zum Wechsel in die Ringecke schleifte und endlich das Seilgeviert betrat, um wieder ein Gladiator der Neuzeit zu sein, hämmerst du unserem Gegner...meinem Gegner einen Stuhl an den Kopf. Und warum? Weil ich einen Tritt an den Hinterkopf bekam? Ich bekam schon Stühle und andere Gegenstände von Azrael Rage mit voller Wucht auf die Stirn gehauen und bin dennoch immer wieder aufgestanden. Und du zerstörst meinen Traum, meine Rückkehr in den Ring, weil mir jemand seinen Stiefel gegen den Schädel knallt."

Langsam schüttelt er den Kopf, den Blick noch immer nicht auf Kwabena gerichtet.

Chris Fusion: "Ich muss zugeben, ich war im Gegensatz zu einem deiner heutigen Partner verdammt wütend darüber. Und bin es immer noch."

Vorsichtig wird die Zigarette wieder in ihre volle Verpackung gestopft. Die Lust auf einen Zigarette ist ihm vergangen, hat er diese doch immer in ruhiger Minute genossen. Und Ruhe hat er hier mit Kwabena ganz sicherlich nicht. Gerade als er sich an Kwabena vorbeidrängen will, hält dieser ihn am Arm fest. Nicht nur Fusion ist überrascht davon, auch Kwabena löst den Griff sofort und senkt seinen Kopf.

Jacob Kwabena: "Schwachsinn..."

Chris Fusion: "Das muss als Antwort auf deine Frage genügen. Kid, ich sage es dir noch einmal. Du kennst mich nicht. Ich bin nicht dein Kumpel, Saufbuddy und auch nicht dein Tag Team Partner. Du bist weiterhin alleine hier in der PCWA, lern das zu akzeptieren. Und in ein paar Minuten werden wir als Gegner im Ring aufeinandertreffen."

Fusion richtet sein Shirt an der Stelle, an der Kwabena ihn angefasst hat. Dann wendet er sich endgültig ab vom Rookie.

Chris Fusion: "Und wehe du vermiest mir auch heute mein Comeback. Nutze lieber deinen Zorn und biete mir ein würdiges Match."

Er lächelt.

Chris Fusion: "Wenn du das schaffst, beantworte ich all deine Fragen ehrlich. Versprochen."

Ein kurzer Schulterklopfer, gänzlich unpassend zur bisherigen Szene. Doch Fusion macht sich keine weiteren Gedanken darum und verschwindet aus dem Blickfeld. 

 

Vincent Craven: "Chris Fusion und Jacob Kwabena. In der letzten Show noch Partner, heute Gegner. In der PCWA muss man wirklich auf alles vorbereitet sein."

Mike Garland: "Das Los hätte sicher auch in die andere Richtung entscheiden können, aber so ist das nunmal mit diesen Jeopardy-Sachen. Ganz Unrecht hat Fusion mit seiner Aussage allerdings nicht. Er wurde einem guten Comeback beraubt, weil Kwabo die Regeln dehnen wollte."

Vincent Craven: "Kwabo?"

Mike Garland: "Soll ich ihn 'Kwabi' nennen? Der Mann ist vielleicht öfter wieder gekommen, als Peter North in seinen besten Zeiten, und genau deswegen muss man ihn nicht mit Absicht verniedlichen. HA! 'Great White North' bekommt gerade eine völlig neue Bedeutung."

Vincent Craven: "Wie auch immer. Aber dass es zwischen Jacob und Chris keinen guten Start gab, ist kein Geheimnis. Ich bin wirklich gespannt, ob sie das in unserem zweiten Match regeln können."

Mike Garland: "Eher nicht. Da sind schließlich noch Happy Hour, Moranes und Keek mit am Start. Das wird ein Highlight sondergleichen. Hoffentlich! Und Fusion kann die Sache mit Kwabo dann One on One klären. Wie Männer das eben machen. Ich will das sehen!"

Vincent Craven: "Ich auch."


------------------ PCWA ------------------

Robert Barker: „...gerade keine Geduld für Höflichkeiten, Madeleine."

Zum dritten Mal in drei Monaten steht Robert Barker im Vorraum zu Jona Varks Büro, zum dritten Mal ist das ein anderer Raum, zum dritten mal eine andere Stadt, und flankiert ihre Assistentin Madeleine Grimm, doch zum ersten Mal ist er weder für seine Vertragsverhandlung hier, noch lässt Madeleine ihn durch.

Robert Barker: „Ich weiß, dass du nur deinen Job machst, aber dann mach ihn auch richtig. Dieses Match gegen Eleven macht keinen Sinn und noch haben wir eine Chance diesen Fehler zu korrigieren. Wenn Vark sich ein bisschen mehr um das Alltagsgeschäft kümmern würde, dann wüsste sie, was für ein Bullshit es ist, das ReMatch einfach so rauszuhauen. Es sind Kleinigkeiten wie diese, die man im Auge behalten muss.“

Ihr Blickt sagt mehr, als er in diesem Moment verstehen kann, aber er wusste ja auch nichts von ihrem Gespräch mit Bleed.

Madeleine Grimm: „Es tut mir Leid, Robert, aber Miss Vark hat in zwei Minuten einen anderen Termin, aber ich bin sicher, ich kann dich direkt danach reinquetschen.“

Robert mag das Mädel. Sie hat einen gewissen Charme an sich, aber davon kann er sich im Moment nicht ablenken lassen. Und so wird sein Ton harscher, obwohl die Stille seines Handys ebenfalls dazu beiträgt. Den ganzen Abend schon versucht er Kontakt aufzunehmen und den ganzen Abend über wird er von ihm ignoriert.

Robert Barker: „Wer zum Teufel ist bitte schön so wichtig, dass sie diesen Termin nicht verschieben kann?“

Gerade sucht Madeleine die richtigen Worte, um ihm zu erklären, dass es nicht an der Wichtigkeit des Termins liegt, sondern daran, dass Robert Miss Vark ernsthaft verärgert hat, als es auch schon jovial an der Tür klopft. Naja eigentlich klatscht es eher an der Tür. Ohne zu warten ob man reingebeten wird oder nicht, öffnet sich auch schon die Tür und die 2 grinsenden Gestalten, die bereits zuvor am Abend vor Jona Vark standen, entern den Raum. Als der Assistentin ein High-Five angeboten wird, wird auch dem letzten klar: Hier handelt es sich um Team Happy Hour. Natürlich erwidert diese den High-Five nicht, was Cornwallace und Dwight aber eher weniger stört ... gibt man sich halt selbst den High-Five. Bevor auch nur irgendjemand fragen kann was die beiden hier wollen, legt Cornwallace auch schon los.

Brandon Cornwallace: "Hey Madilein, da sind wir wieder!"

Jason Dwight:"Genau. Und wir wollen fragen ob wir anstelle des Kampfes nicht lieber eine Gesprächsrunde machen können. Über Glauben und Hoffnung und so!"

Brandon Cornwallace: "Ja, weil die anderen da sind alle voll grimmig. So kann man doch keine Zuschauer erfreuen. Also wie sieht es aus?"

Hoffnungsvoll grinsen die 2 die Assistentin an, welche sie scheinbar für den Boss halten. Sie sind sich ziemlich sicher, dass man ihrem Wunsch nachkommen wird, schließlich ist dies der einzig wahre Weg. Erst jetzt scheinen die beiden Robert Barker zu bemerken, der alles andere als erfreut wirkt. Cornwallace erkennt dies aber scheinbar überhaupt nicht, so kommt es, dass er Barker einfach zuzwinkert. Robert blickt urteilend zu Madeleine. „Ist das dein ernst?“ scheint er zu fragen. Und ihr entschuldigendes Schulterzucken scheint zu antworten „Sorry, Anweisung der Cheffin.“

Robert Barker: „Hat Vark jetzt endgültig den Verstand verloren? Seit sieben Jahren reiße ich mir den Arsch für diese Liga auf und so dankt man es mir? Was glaubt Miss Vark eigentlich, wer sie ist? Glaubt sie wirklich, dass ich das mit mir machen lasse?“

Genervt dreht er sich um. Team Happy Hour haben ihr Stichwort gehört und stehen zum doppelten High Five bereit. Catchphrase im Chor.

Team Happy Hour: „GLAAAUUBEEEN!“

Robert Barker schweigt. Er sollte nicht hier sein. Er sollte nicht gezwungen sein mit solchen Leuten zu interagieren.

Brandon Cornwallace: „So wie wir glauben, wenn wir nachher miteinander…“

Jason Dwight: „…oder gegeneinander…“

Brandon Cornwallace: „…also füreinander, antreten. Wir werden siegen, denn wir glauben!“

Jason Dwight: "Und ein jeder der glaubt, hat bereits gewonnen. Nicht war Rob Roy?"

Brandon erhebt die rechte Hand, nicht zum Gruß, sondern zum High Fiven, doch Robert denkt gar nicht daran ihn zu beachten.

Brandon Cornwallace: "Ach komm schon. Sei du nicht auch so ein grimmiger Almöhi wie die anderen."

Jason Dwight: "Das tut deiner Seele nämlich gar nicht gut. Guck dir mal Jacobi Wantobi an, der wollte auch nicht glauben ..."

Brandon Cornwallace: "Also hat er verloren ... genau wie dieser eine Typ da ..."

Jason Dwight: "Forrest Gump?"

Brandon Cornwallace: "Nein ... der war zwar auch ein Verlierer, aber dann hat er ja angefangen zu glauben Mann!"

Grinsend wird Barker nun ein weiterer High-Five angeboten, doch abermals gibt es keine Reaktion.

Jason Dwight: "Maaaaaaaan Dude! So geht das doch nicht!"

Brandon Cornwallace: "Ja Mann! Guck uns zu und lerne!"

In feinster Slow-Motion gibt es nun genau vor den Augen von Barker einen High-Five. Kopfnickend blicken sie ihn schließlich an.

Brandon Cornwallace: "Jetzt hast du es aber verstanden oder?"

Jason Dwight: "Ansonsten kannst du dich auch für unseren Kurs anmelden. Hoffnung, High-Five und Glauben heißt der. Oder du machst nachher bei der Gesprächsrunde mit. Das wird der HAMMER!"

Erneut heben beide synchron die Hände um den High-Five von Barker zu empfangen. Anstatt Brandon und Jason zu High Fiven, packt Barker sie beide gleichzeitig an der Kehle und drängt sie gewaltsam aus dem Raum raus. Wie ein wahres Tag Team stolpern sie gleichzeitig rückwärts, stoßen sich gleichzeitig die Schulter am zu engen Türrahmen und stöhnen gleichzeitig schmerzerfüllt auf. Fast als hätte der große Schöpfer bei ihrer Erschaffung einfach Copy & Paste geklickt.

Brandon Cornwallace: „Urrghh!“

Jason Dwight: „Urrghh!“

Wäre doch bloß Smash hier. Der würde ihnen sicher helfen… Vielleicht… Vermutlich… Nicht.

Robert Barker: „Schnauze!“

Brandon Cornwallace: „Missrghhverständggrrrnis.“

Mit dem Rücken an der Wand, versucht Brandon sich zu retten. Er wirkt ernst. Bierernst. Toternst. Breads-nach-seiner-Niederlage-ernst.

Robert Barker: „Genau. Das. Ist. Es. Ich werde jetzt meinen Griff lösen und dann werdet ihr der lieben Madeleine mitteilen, dass es ein Missverständnis gab und ihr gerade ganz woanders sein wollt, nicht wahr?“

Er lockert den Griff und bekommt dafür ein zustimmendes Nicken, wie es ernste Männer untereinander oft austauschen. Team Happy Hour ist im Moment des Jetzt angekommen und auch Jason, weiß, dass die Zeit der Späße damit abgelaufen ist. Gleich würde er Robert als "alten Freund" bezeichnen und gemeinsam mit ihm über längst vergessene Taten philosophieren. Wo ist eigentlich die nächste Parkbank?

Jason Dwight: „Danke. Wir… hui, das war jetzt nicht sooo angenehm… aber es war wirklich ein Missverständnis.“

Immer wieder von leichten Räuspern unterbrochen versucht Bray-Bray aufzuklären, was geschehen ist. Aus den Augenwinkel kann er sehen, dass sich um sie herum eine kleine Menschentraube gebildet hat. Er mag Trauben.

Brandon Cornwallace: „Genau, genau… wir wollten dich nie attackieren. Wir waren nur hier um mit Varki-Mausi zu reden. Leute Backstage zu attackieren ist nur was für Versager…“

Jason Dwight: „…und Ungläubige!“

Mit einem nicht hörbaren Geräusch platzt eine Ader in Roberts rechtem Auge. Sofort packt er wieder mit voller Kraft zu und beginnt die beiden an der Wand hochzudrücken. Die beiden selbsternannten Champions wurden zwar schon öfter gewürgt, aber außerhalb des Schlafzimmers macht das nicht annähernd so viel Spaß. Die Luft wird ihnen komplett abgedrückt und die Farbe ihrer Schädel blättert sich durch den Farbmusterkatalog des Erstickens. Der Schlächter ist tot, aber wenn Team Happy Hour nicht reicht, um dich wütend zu machen, stimmt etwas nicht mit deinem Verstand. Wer von beiden wohl als erstes ohnmächtig werden würde?

Von der Seite gibt es auf einmal ein Johlen und Klatschen. Robert guckt hinüber und sieht einige Crew-Mitglieder im Gang stehen. Sie haben auf den Lärm reagiert, den Barker mit den beiden Happys verursacht hat und haben das Geschehen seitdem stumm verfolgt. Erwartungsvoll. Sie kennen die PCWA mittlerweile gut genug, um zu wissen, dass etwas passieren würde, wenn so verschiedene Wrestler aufeinandertreffen und scheinbar werden sie auch hier nicht enttäuscht. In ihrer Mitte steht ein junger Mann mit langen schwarzen Haaren, der sich wohl ganz besonders über diese Ablenkung aus dem drögen Alltag freut und deshalb Barker am lautesten anfeuert.

Junge: „Schlachte sie!“

Sofort lässt Robert von Team Happy Hour ab und steuert auf den Jungen zu.

Robert Barker: „Das würde dir gefallen, huh?! Oder warum sollte ich das tun? Weil du es lustig findest, nicht wahr? Weil ich dich und deine dummen Freunde unterhalten soll? Hältst du mich etwa für einen verdammten Zirkusaffen?“

Der junge Kerl bekommt kein Wort heraus. Formloses Gestotter stolpert ihm über die Lippen und er ist unendlich froh, dass der tatsächliche Affe von Team Happy Hour in diesem Moment die Aufmerksamkeit auf sich zieht, indem er Brandon auf den Kopf springt. Toto ist außer sich und echauffiert sich ganz offensichtlich über diese gesellschaftlich akzeptierte Affendiskriminierung. Ein Skandal in den Augen des kleinen Rhesus-Äffchens, das all seinen Zorn in seiner geballten verbalen Palette zum Audruck bringt.

Toto: „Ugh!“

Wütend stemmt der Affe seine winzigen Hände an seine Hüfte und zieht schließlich eine Mini-Banane aus seinem Mini-Munitionsgürtel. Jona Vark, vom Lärm in ihrer bitternötigen Konzentration gestört, reißt ihre Tür auf und beendet das Affentheater.

Jona Vark: „Was ist hier los?!“

Nacheinander fällt ihr Blick auf Robert Barker, Team Happy Hour und die PCWA-Crew. Gerade die Anwesenheit der letzten Gruppe scheint sie richtig aufzuregen. Deutlich mehr, als man erwarten sollte.

Jona Vark: „WAS ZUM…?! An die Arbeit! Ich bezahle euch nicht fürs Gaffen!“

Etwas überrascht ob des sehr harschen Tonfalls machen sich die Backstage-Arbeiter schnell davon. Niemand will die Cheffin verärgern. Auch Robert hat bemerkt, wie sauer sie ist und geht fälschlicherweise und selbstzufrieden davon aus, dass seine Anwesenheit dafür verantwortlich ist. Denn mittlerweile ist ihr strenger Blick deutlich auf ihn gerichtet.

Jona Vark: „Was wollen Sie hier, Mr. Barker? Ihre vertraglichen Angelegenheiten haben wir zu genüge besprochen. Wenn Sie bereit sind meine Konditionen zu akzeptieren, dann holen Sie sich einen Termin, so wie Ihre beiden Kollegen es gemacht haben.“

Ein von stolz erfülltes High-Five sorgt im Hintergrund für ein leises Klatschecho im Flur.

Robert Barker: „Deswegen bin ich nicht hier. Ich will von Ihnen wissen, wer dieses verfickte Match angesetzt hat, damit ich dem Idioten geben kann, was er für so eine dumme Entscheidung verdient. Ich habe der Welt versprochen, dass sie den Respekt vor mir niemals wieder verlieren darf und nun dieses Match über das sich die Leute lustig machen! Keine große Ankündigung, kein gar nichts. Wer zum Teufel schreibt solche beschissenen Cards?“

Ihre Lippen verziehen sich zu einer gerade Linie.

Jona Vark: „ICH habe dieses Match angesetzt, Mr. Barker.“

Für den Bruchteil einer Sekunde ist er tatsächlich baff. Dann übernehmen Instinkte.

Robert Barker: „Haben Sie den Verstand verloren? Robert Barker versus Eleven bei einer Vendetta und dann nicht einmal im Main Event? NIEMAND will dieses Match! Eleven hat kein Interesse daran, ich habe kein Interesse daran, Nelson Frider hat ganz sicher kein Interesse daran.“

Robert spielt auf die leichten Verletzungen des Refs an, die dieser sich beim Brawlin‘ Rumble Match zwischen Robert und Eleven zugezogen hat. Hauptsächlich Schürf- und Schnittwunden durch die eingesetzten Waffen, aber trotzdem mehr als ein Referee normalerweise abbekommen sollte.

Jona Vark: „Niemand hat Interesse daran? Die Fans dort draußen sehen das ganz offensichtlich anders. Die Fans haben nämlich sehr wohl Interesse daran dieses Match noch einmal zu sehen.“

Robert schüttelt ungläubig den Kopf.

Robert Barker: „Und das reicht Ihnen? Die Fans? Die Fans wollen vieles. Die Fans wollen, dass Eleven und ich nachher vom Dach durch brennende Tische springen und dabei draufgehen. Die Fans wollen, dass Sie und Lisa Sanders sich im Ring gegenseitig mit Babyöl einreiben. Die Fans wollen eine ganze Menge und unsere Macht ist es ihnen nicht alles zu geben, was sie wollen, denn – ganz ehrlich – manchmal wollen die Fans die allergrößte Scheiße sehen!“

Als wollten sie ihn in seiner Meinung von ihnen bestätigen, haben die Fans in der Halle bei der Erwähnung des Einölens laut zu jubeln begonnen.

Jona Vark: „Beinahe richtig, Mr. Barker. Es ist nicht unsere Macht, sondern meine Macht. Und ich gehe mit den Fans in dieser Sache konform. Ich will dieses Match ebenfalls sehen. Sie haben mich schließlich dazu aufgefordert herauszufinden, wer Sie wirklich sind, und ich denke, die größten Prüfungen im Leben zeigen den wahren Charakter einer Person am besten. Sehe ich jetzt gerade etwa Ihren wahren Charakter?“

Ein Lächeln kann sie bei diesen Worten nicht unterdrücken und sofort beißt sie sich auf die Zunge. Sie hatte sich vorgenommen, dass sie sich aus den On-Air-Angelegenheit der PCWA raushalten würde und nun lässt sie sich zu diesem dämlichen Seitenhieb hinreißen. Sofort kann sie den Zorn in Mr. Barkers Augen sehen.

Robert Barker: „Sie machen einen Fehler, Miss Vark, Sie machen sogar eine ganze Menge Fehler und die werden Sie irgendwann noch einmal etwas kosten. Sie haben hier in Ihren Büroräumen vielleicht die Macht… Sie können Matches ansetzen, einfach nur, um jemanden zu bestrafen, der seinen Vertrag zu ehrlichen Konditionen verlängern wollte…“

Natürlich weiß er, dass das gelogen ist. Er hat übertrieben, aber nun muss er das Spiel, das er in Gang gesetzt hat auch zu Ende spielen. Robert macht keine halben Sachen und wenn er eines Tages im Büro von Jona Vark stehen würde, dann kann ihn nichts und niemand davon abhalten zu tun, was er für richtig hält. Das hat ihm schon eine Menge Erfolg beschert und irgendwann würde es ihm vermutlich den Untergang bescheren, aber wenigstens wäre es seine eigene Entscheidung.

Robert Barker: „…aber ich habe meine ganz eigenen Mittel. Glauben Sie mir. Der Tag wird kommen, an dem Sie sich wünschen, dass Sie auf mich gehört hätten. Vielleicht fange ich damit ja schon heute an. Ob Frider noch Schmerzen hat?“

Jona hatte natürlich mitbekommen, dass Mr. Frider nach dem Bodyparts for Sale Match Backstage behandelt werden musste, so etwas wurde ihr schließlich berichtet.

Robert Barker: „Vielleicht sorge ich heute dafür, dass das, was er beim Rumble abbekommen hat wie ein Witz aussieht. Vielleicht sorge ich dafür, dass er das Ende des Matches heute nicht erlebt! Ein normales Singles Match ist sowieso ein Witz. Ich glaube, ich schalte einfach jeden Referee, der es wagt in die Nähe meines Matches zu gelangen aus, noch bevor jemand die Chance hat es anzuläuten. Wäre das nicht etwas? Sie haben schließlich so großkotzig angekündigt, dass noch nicht genug Blut geflossen ist.“

Er grinst ihr ekelhaft ins Gesicht und sieht, wie es dahinter arbeitet. Macht er Witze? Nein, wohl kaum. Würde er es wirklich durchziehen? Wundern würde sie es nicht. Genau diese Situationen sind der Grund, warum sie sich nicht in die On-Air-Angelegenheiten einmischen wollte, verdammt.

Robert Barker: „Sie und die Fans wollen also noch mehr Blut sehen? Nun, ich fühle mich heute nicht sonderlich in der Stimmung dazu derjenige zu sein, der blutet. Aber wir dürfen die Fans natürlich nicht enttäuschen, nicht wahr? Also geben Sie den Sannis am besten jetzt schon Bescheid, dass sie ein Bett für Frider bereit halten sollen, denn heute werde ich ihm seinen größten Auftritt bisher schenken!“

Ohne ihr die Chance auf eine Antwort zu geben dreht Robert sich um und geht.

Im Flur hinter ihm standen bis eben Team Happy Hour, die sich die Konfrontation der beiden total gespannt angeguckt haben. Wie aus dem Nichts haben Sie ein Partnerpackung Popcorn und einen großen Trinkbecher mit zwei Strohhalmen in der Hand. Brandon schlürft ihn in genau diesem Moment lautstark leer. Wie im Reflex heben Bray-Bray und Jay-Jay jeweils eine Hand und wollen Barker nach dieser Rede ein Spalier aus High Fives bieten, sicher, dass er dieses Mal definitiv einschlagen würde. Dabei kämpft sich Roberts Mimik in diesem Moment durch alle Stufen mühsam kontrollierter Wut und so können nur ganz besondere Leute auf die Idee kommen ihn jetzt anzusprechen.

Brandon Cornwallace: „Hey Rob-Roy, nimm’s nicht so hart. Du musst einfach glauben, dann wird alles wieder gut.”

Jason Dwight: „Genau, respektiere die 3 großen G's...“

Robert unterbricht ihn, bevor er weitermachen und sich sein eigenes Grab noch tiefer schaufeln kann.

Robert Barker: „Fasst mich an und ich werde euch umbringen.“

Der gescholtene Junge von vorhin, noch immer beeindruckt von Robert, beobachtet aus seinem Versteck heraus wie Robert Barker die Szene hinter sich lässt. Er sieht einen Mann, den man nicht kreuzen sollte. Einen Mann, der schon bald wieder zum Gold der PCWA greifen wollen würde. Robert fuckin Barker.

Happy Hour mitsamt Toto blicken Barker ebenfalls hinterher und wenden sich dann an Jona Vark.

Brandon Cornwallace: "Also Jonilein, eigentlich wollten wir ja über die Gesprächsrunde reden, aber jetzt musst du Rob-Roy einfach hinzufügen..."

Jason Dwight: "Genau, denn er braucht uns ganz dringend ... dem fehlt vorne, hinten und sogar in der Mitte der Glauben. Richtig krass..."

Brandon Cornwallace: "Ja Mann Dude! Endkrass!"

Sie heben erneut synchron die Hände um nun einen High-Five von der Chefin zu fordern, der aber natürlich nicht folgt. Mit diesen Bildern endet die Szene dann auch erst einmal.

 

Mike Garland: "Was meinst du, Vince, wieviele kanadische Bäume mussten für meinen Block sterben?"

Vincent Craven: "Warum sollten es kanadische sein? Und warum sollten es überhaupt Bäume sein, ist das nicht schon lange 'out'?"

Mike Garland: "Mag sein. Aber die haben in diesem Land doch genug Bäume, um mir ein paar davon opfern zu können. Oder etwa nicht!?"

Vincent Craven: "Ich... kann das nicht wirklich beantworten, wir sollten uns vielleicht über die Szene unter..."

Mike Garland: "Die hat mich schon am Anfang verloren. Team Happy Hour und Robert Barker? Gimme a Break!"

Vincent Craven: "Robert ist jedenfalls nicht wirklich zufrieden mit der Ansetzung des Matches gegen Eleven."

Mike Garland: "Zu Recht! Wir hatten ein Schlachtfest beim Rumble. Der Sieger wurde ermittelt. Meinetwegen kann es sein, dass es nicht wirklich eindeutig war, aber das rechtfertigt nicht dieses Re-Match."

Vincent Craven: "Warte, du möchtest das nicht sehen?"

Mike Garland: "Natürlich! Aber doch nicht in einem regulären Singles-Match. Ein Aufeinandertreffen, das so niemals klar und fair über die Bühne gehen wird. Sorry, Jona, ich mag dich. Und die Idee mit dem Babyöl und Lisa Sanders ist in meinem Kopf auch noch lange nicht vom Tisch. Aber diese Entscheidung ist nicht gut. Nicht! Gut!"

Vincent Craven: "Man kann sich in der Tat schlecht vorstellen, dass dieses Match nach irgendwelchen Regeln ablaufen kann. Aber wir werden uns überraschen lassen, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass einer der beiden dieser Auseinandersetzung aus dem Weg gehen wird."

Mike Garland: "Barker auf keinen Fall. Und er wird halten, was er verspricht. Blut! Von mir aus hätte er auch gleich dieses Affen schlachten können."

Vincent Craven: "Mike!"

Mike Garland: "Ist doch wahr."

 


------------------ PCWA ------------------

Urplötzlich wird es dunkel im Air Canada Centre, eine langgezogene unbekannte Synthesizermelodie ertönt. Vereinzelt blinken Lichter an der Hallendecke auf und erzeugen so den Eindruck eines nächtlichen Sternenhimmels. Als Schlagzeug und Gitarren einsetzen, flackert mattblaues Licht im Eingangsbereich und ein Video läuft an.

http://www.youtube.com/watch?v=CINmcTu1RBE

''My star, I saw it high and far, at the parting of the ways - A light on the edge of the outer night, like silver set ablaze. Like silver set ablaze ...!''

Jane Nelson: ''Meine Damen und Herren, heute Abend gibt er sein Debut in den Reihen der PCWA. Er kommt den weiten Weg aus Graz, Österreich. Bitte, heißen Sie ihn mit mir willkommen. Mit einer Größe von 1,78 und einem Kampfgewicht von 93 Kilogramm. Manny ... The Mourning One ... Starblood ...!''

Nur vereinzelt kommt Applaus auf, als der eben Genannte hinter der Wandverkleidung hervortritt und gemächlich die Rampe hinunter schreitet. Desinteressiert durchstreift sein Blick die Reihen der Zuseher und richtet sich schließlich auf den Ring in der Mitte der Arena. Die Hände in den Taschen seiner Hose vergraben, schlendert er den Rest des Weges hinab, zieht sich an den Ringseilen hoch und springt schließlich mit einem Satz auf den obersten Turnbuckle. Wieder blickt er sich in der Halle um, während er seinen zerschlissenen Parka, dann den Hut und schließlich das Shirt ablegt und achtlos auf den Boden außerhalb des Rings befördert. Mit einem gestandenen Moonsault landet er in der Ringmitte. Er reckt den Hals nach links und rechts, lässt die Fingerknöchel vernehmlich knacken und hält dann wieder auf die Ringecke zu, um sich schließlich auf dem oberstem Turnbuckle zu setzen.

Jane Nelson: "Und hier ist sein Gegner... er kommt aus der karibischen See und hat schon dreizehn Piratenschätze erfolglos gesucht. CAPTAIN... MIIIILE!"

Das wohl piratigste Lied seit "Der Flut" ertönt aus den Boxen. Von einer deutschen Band. Immerhin auf Englisch. Sonst wüssten diese gebildeten Kanadier schließlich nicht, wer hier der Fiddler on the Deck ist. Tatsächlich ohne sein Gefährt, ohne den Barbaren, aber dafür mit schönem Piratenhut, mit einem Kuscheltier-Papagei, den er auf dem Weg zum Ring zweimal fallen lässt. Im Ring angekommen wirft Mile den Papageien zu den Fans, aber da er keine Sportskanone ist, klatscht das Kuscheltier gegen die Ringabsperrung bleibt davor liegen. Grandios. Captain Mile streckt dann dem in der Ecke sitzenden Starblood zum Zeichen des guten Willens die rechte Hand entgegen, was dieser aber mit einem verächtlichen Schnauben quittiert.

Opener
- Neue Welten -
Regular Singles Match

V E R S U S

Der Referee gibt das Match frei, der Ringgong ertönt. Sofort stürmt Starblood auf Mile zu, der duckt sich allerdings unter dessen Griff weg und verpasst ihm einen Schlag in den Rücken. Starblood wirft Mile einen vernichtenden Blick zu. Beide umkreisen sich lauernd und gehen dann in den Lock-Up. Starblood verpasst Mile gleich einen Tritt in den Bauch, der ihn zusammensacken lässt und schlägt ihm darauf in den Nacken. Mile geht zu Boden und hält sich das schmerzende Genick, während sich Manny vorsichtig um ihn herum bewegt. Langsam kommt Mile wieder auf die Beine und bekommt einen Tritt ab. Wieder geht es in den Lock-Up, dieses Mal jedoch befreit sich Mile, stößt seinen Gegner ein wenig von sich und befördert ihn mit einem Dropkick zu Boden.

Vincent Craven: "Neues Gesicht, neues Gimmick und scheinbar auch eine neue Einstellung vom Jamaiko-Serben, der mal ein Discotänzer aus den 70ern war."

Mike Garland: "Jepp, da braucht scheinbar auch Starblood eine Verschnaufpause!"

Starblood rollt sich aus dem Ring. Doch der Captain setzt sofort nach und schlüpft unter dem ersten Seil hindurch nach draußen. Dort wird er allerdings mit einer Schlagserie gegen den Kopf empfangen und gleich darauf unsanft zurück in den Ring geworfen. Starblood verliert keine Zeit, klettert ebenfalls wieder hoch und beginnt, ihn mit weiteren Tritten zu bearbeiten. Er zieht Mile hoch, wirft ihn in die Seile und schickt ihn mit einem Elbow wieder zu Boden. Es hagelt Tritte, bevor er dem Captain erneut auf die Beine hilft. Doch bevor Starblood seine nächste Aktion starten kann, verpasst Mile ihm einen wuchtigen Schlag in den Magen. Dann einen zweiten und schließlich befördert er ihn in die Ringecke. Er läuft an und zeigt einen harten Splash, der Starblood taumeln lässt. Sofort ist er auf dem Turnbuckle und springt diesem mit einen Missile Dropkick in den Rücken. Starblood stürzt benommen zu Boden.

Mike Garland: "Also was ist hier denn los? Bob Mile legt los wie die Feuerwehr und zeigt ein Feuerwerk von einer Offensive, die man schon lange nicht mehr von ihm gesehen hat."

Vincent Craven: "Und er will das Match sofort für sich entscheiden. Sofort das Cover!"

1 ... 2 ... Kick Out!!!   

Gerade noch rechtzeitig kann sich Starblood aus dem Cover befreien, aber Mile setzt sofort nach. Ein hoch gesprungener Legdrop mit anschließendem Armbar lässt Starblood aufstöhnen, er rettet sich aber in die Seile. Sofort lässt Mile von ihm ab und springt auf, angeschlagen kommt auch Starblood wieder hoch. Mile schnappt ihn sich und befördert ihn in die Seile und will gerade einen Back Body Drop zeigen, als Starblood zurück schnellt und dem Jamaikaner eine krachende Clothesline verpasst, die ihn nieder wirft. Sofort der Pin-Versuch ...

1 ... 2 ... Kick Out!!!

Auch Mile kann sich aus dieser Situation befreien, Starblood sieht genervt umher. Er reißt seinen angeschlagenen Gegner an den Haaren hoch und bringt einen sauberen Bodyslam an. Außer Atem starrt er auf den am Boden Liegenden und tritt einige Male nach. Er sieht sich kurz im Publikum um, dann steigt er aufs Top Rope.

STARSCREAMER Moonsault!!!

Mile rollt blitzschnell zu Seite und lässt Starblood ins Leere springen. Ein Raunen geht durch die Halle, während sich Starblood vor Schmerzen am Boden krümmt.

Mike Garland: "Das war das fliegende Selbstmordkommando. Manny Starblood wollte das Match beenden, ist volles Risiko gegangen, aber der Captain hat die Gefahr erkannt und das Schiff in sichere Gewässer geführt."

Vincent Craven: "Oder sich einfach zur Seite gerollt."

Mike Garland: "Oder so."

Mile ist sofort bei ihm und setzt mit einem Headlock nach. Manny windet sich wie verrückt und schafft es irgendwie, sich aufzusetzen. Sofort erkennt Mile die Gelegenheit, greift um und zeigt einen Sleeper Hold. Die Gegenwehr seitens Starblood wird schwächer und endet dann aprubt. Ein Lächeln umspielt die Züge von Mile, der den Griff noch einmal anzieht. Der Referee ist sofort zur Stelle und hält Starbloods linken Arm in die Höhe, doch dieser fällt schlaff zu Boden. Er hebt den Arm ein zweites Mal, wieder sinkt er nieder. Als alle schon das Matchende vor Augen haben, verweilt Starbloods Arm plötzlich in der Luft. Jubel.

Mike Garland: "Das Match ist hier noch nicht vorbei. Der Sleeper Hold kann den Willen des Rookies nicht brechen!"

Vincent Craven: "Stattdessen kämpft er sich wieder auf die Beine. Er will sich jetzt befreien!"

Es regt sich leichter Widerstand, mit einigen gezielten Ellbogenstößen kann sich Starblood schließlich von Mile lösen und bringt schnellstens Abstand zwischen sich. Er wirft sich in die Seile und schickt seinen Gegner mit einer weiteren Clothesline zu Boden. Pin ...

1 ... 2 ... Kick Out!!!

Wieder kommt Mile hoch, doch sein Gegner packt seinen Arm und befördert ihn in die Seile. Mile kann sich zwar noch unter dem Big Boot wegducken, bekommt dann aber einen Superkick verpasst, welcher ihn zurücktaumeln lässt ...

Mike Garland: "Uh oh!"

BIG BANG DDT ...!!!

Mile kracht mit dem Kopf voran auf die Matte und bleibt benommen liegen, sofort zeigt Starblood das Cover ...

Vincent Craven: "Das muss es gewesen sein!!"

1 ... 2 ... 3 ...!!!

''My star, I saw it high and far, at the parting of the ways - A light on the edge of the outer night, like silver set ablaze. Like silver set ablaze ...!''

Das Theme von Manny ertönt, erneut flackert blaues Licht auf. Er sieht hoch, streicht sich die Haare aus dem Gesicht und reckt dann langsam seine Rechte in die Höhe. Die Menschen in der Halle scheinen zufrieden und quittieren diese Leistung mit Applaus, teilweise sind sogar ''Starblood''-Rufe zu vernehmen. Noch immer leicht abwesend wirkend betrachtet Manny den am Boden liegenden Mile und verlässt dann den Ring. Langsam setzt er seinen markanten Hut auf und streift die Jacke über. Mit dem zerknüllten Shirt in der Hand bewegt er sich rückwärts den Gang hinauf, den Blick noch immer auf seinen Gegner gerichtet. Im Aufgang strecken sich ihm schon die Hände einiger Fans entgegen. Stablood blickt nach links, nach rechts und reißt dann kurzerhand das Shirt in die Höhe, auf dem jetzt das Logo des achtarmigen Sterns aufblitzt. Wieder brandet Jubel auf. Als Manny sich dann auch noch nach links wendet und das Shirt in weitem Bogen in die Menge befördert, scheinen ihm die Sympathien des Publikums gewiss. Er setzt seinen Weg die Rampe hoch fort, reißt ein letztes Mal beide Arme in die Höhe und verschwindet dann schließlich hinter der Verkleidung.


------------------ PCWA ------------------

Und nachdem nach unserem Opener der Ring geräumt wurde, nachdem sich alle wieder beruhigt haben, nachdem die Fans in Toronto ihre Aufmerksamkeit wieder dem Entrance-Bereich zugewendet haben ertönt ein Instrumental über die Lautsprecher der Arena. Die Halle wird in ein rötliches Licht getaucht und es wird laut im Air Canada Centre. VERDAMMT laut.

Denn auch wenn der durchschnittliche PCWA-Fan diesen Song noch nie gehört haben dürfte... so ziemlich jeder Fan in der Halle kennt dieses Lied. Es ist der Beginn von "The Bleeding" von Five Finger Death Punch, dem ersten Theme Song eines Wrestlers der damals, im September 2009, vor über 5 Jahren, in der GFCW debütierte. Es handelt sich um den Mann, auf den wir - sein wir ehrlich - seit Beginn der Show doch irgendwie schon warten. Es handelt sich um "Canada's Own".

Und nach knapp 50 Sekunden des Songs tritt er auf die Bühne. Er war es im Prinzip seine ganze Karriere lang gewohnt, ausgebuht zu werden. In letzter Zeit hatte sich das ein wenig gewendet. Er war noch kein Publikumsliebling, aber deutlich von der Position als Hassobjekt entfernt, die er so lange eingenommen hatte. Hier ist das anders. Hier ist er einer der beliebtesten Männer, die heute Abend hier auftreten werden. Wahrscheinlich sogar der Beliebteste.

Der Mann, in dessen Heimatstadt wir heute veranstalten, lässt sich bei seinem Entrance Zeit. Er ist niemand, der nun durch die Reihen geht und mit Fans abklatscht, die Frauen umarmt und die Kinder küsst. Wird er wahrscheinlich auch nie werden. Aber heute ist es wohl völlig egal, was er macht. Er wird gefeiert. Und auch wenn er es niemals zugeben wird: Das genießt er.

Schließlich klettert er von außen auf den Ring-Apron und dort von außen auf das zweite Ringseil in der Ringecke. Für gewöhnlich geht er einfach in das Seilgeviert und fertig - keine Show, kein großer Auftritt. Heute jedoch breitet er die Arme weit aus und es erscheint so etwas wie ein Lächeln auf seinem Gesicht. Für Leute, die schon vor Jahren die GFCW verfolgt haben ein netter Nostalgie-Moment. Für alle Anderen zusammen mit der vorherrschenden Stimmung wohl einfach nur surreal.

Dann kippt er über die Seile in den Ring und langsam verstummt die Musik, während ein Mitarbeiter ihm ein Mikrofon reicht. Kurz wirbelt der Wrestler, der heute den Main Event bestreiten wird, selbiges in der Hand herum, dann führt er es zum Mund.

Robert Breads: "Lange nicht gesehen, Toronto."

Breads muss über sich selbst lachen, als er diesen "Cheap Pop" mitnimmt - ob er das nun getan hat, um gewisse andere Wrestler zu parodieren oder es ernst meint, bleibt wohl sein Geheimnis. Auf jeden Fall klappt es: Die Fans in der Halle jubeln. Und tatsächlich muss Robert warten, ehe er fortfahren kann.

Robert Breads: "Es ist drei Jahre her. Septemeber 2011... Robert Breads gegen Claude Booker, im bis dato größten Match der GFCW-Geschichte. Das wäre es wohl auch noch heute, hätte ich es nicht selbst später noch übertroffen. Aber wie ihr euch vielleicht erinnert habe ich dieses Match damals gewonnen. Und seitdem war ich nie wieder bei einer Show in Toronto, oder auch nur in Kanada. Bis... heute."

Erneuter Jubel von Rängen. Der Kanadier schüttelt den Kopf.

Robert Breads: "Ich kann wohl wirklich alles sagen, was ich will, oder?"

YES!

YES!

YES!

Der zweimalige Cryption Crown Träger beißt sich auf die Unterlippe. Er weiß wohl genausowenig mit der Situation umzugehen wie der durchschnittliche PCWA'ler.

Robert Breads: "Nun denn... wie ihr wohl aus meinen Worten entnehmen könnt bin ich - entgegen des Wrestling-Klischees, möchte man meinen - in meiner Heimatstadt unbesiegt. Und ich gedenke, diesen Fakt am heutigen Abend nicht zu ändern. Denn wie ihr sicherlich auch wisst stehe ich heute in einem nicht ganz unwichtigen Match. Ich kann heute der zweite Mann in dieser Liga werden, der seinen Titel zum dritten Mal trägt... und der Einzige, der das auch verdient!"

Er ist in Toronto beliebt, ja. Aber nur deswegen ist er nun kein Engel geworden. Er ist immer noch ein kleines arrogantes Arschloch und wird seine Spitzen in JEDE Richtung wohl kaum sein lassen.

Robert Breads: "Ich trete heute im Main Event gegen Kevin Sharpe an, um mir MEINEN Titel zurück zu holen, den ich beim Brawlin' Rumble - es führt kein Weg daran vorbei, es zu sagen - kläglich verloren habe."

Er ist immer noch ein Arschloch. Aber er scheint wirklich - ENDLICH, ENDLICH, ENDLICH - eine gewisse Selbstreflektion entwickelt zu haben.

Robert Breads: "Umso wichtiger ist es, dass ich Kevin Sharpe heute so zerstöre dass NIEMAND mehr anzweifeln sollte wer der bessere Wrestler ist."

Auch dieser Ansage folgt Zustimmung von den Rängen.

Robert Breads: "Nichtsdestotrotz muss ich hier einmal ein... nennen wir es "Lob" aussprechen. Meine Meinung zu Kevin Sharpe hat sich in zwei Monaten nicht plötzlich geändert. Er ist immer noch ein überbewerteter Wrestler. Er ist immer noch ein schlechterer Wrestler als ich. Es ist immer noch so dass das hier heute Abend ein Pflichtsieg für mich ist, und alles Andere nur eine weitere Blamage wäre. Und die kann ich mir nach dem Brawlin' Rumble wahrlich nicht leisten.

Aber egal, was man über Sharpe zu sagen hat und wie traurig es ist dass er nun den WRESTLING Title trägt... er führt den Gedanken des Titels weiter. Denn er stellt sich der Herausforderung. Er weiß, dass er wahrscheinlich verlieren wird. Er weiß, dass er mir hoffnungslos unterlegen ist. Und trotzdem tritt er an. Nicht erst beim PPV, nein, in meiner Heimatstadt. Er ist ein "Fighting Champion". Er tritt in einem Wrestling Match an. Das ist mutig. Das zeugt davon, dass ihm der Titel wirklich wichtig ist. Und auch wenn ich mit ihm heute den Boden aufwischen werde... hat er sich auf dieser Ebene zumindest ein wenig Respekt verdient."

Dann zögert Breads kurz.

Robert Breads: "Aber auch wirklich nur ein wenig. Er ist immer noch richtig, richtig schlecht."

Große Worte vom Kanadier. Schließlich sollte man bedenken dass man ihm diese Worte letztlich doppelt und dreifach um die Ohren hauen wird, wenn er doch erneut verliert.

Robert Breads: "Aufgrund dieser Tatsache erwarte ich mir aber von euch..."

Mit dem Zeigefinger zeigt er einmal rundherum auf die Zuschauer.

Robert Breads: "...ebenfalls einen gewissen Respekt. Das heute wird ein sportlicher Vergleich zwischen zwei Athleten. Feuert an wen ihr wollt... aber buht niemanden aus. Wenn ihr Kevin Sharpe genauso wenig mögt wie ich ist das euer gutes Recht. Es ist sogar mehr als verständlich. Aber er hätte auch einfach meine Herausforderung ablehnen können. Er hätte bei einer Show gegen mich antreten können die auf jeden Fall in seinem Heimatland statt findet, bei Out of Ashes beispielsweise. Wir wollen hier heute Abend ein Match auf die Bretter zaubern, dass ihr so schnell nicht vergessen werdet... und sei es nur deswegen weil noch nie jemand so auseinander genommen wurde wie Kevin Sharpe. Und ich bin ein Fan von Wrestling. Ihr bekommt Wrestling geboten. Dem solltet ihr Respekt zollen. Darum bitte ich euch."

Der frühere GFCW-Champion nickt noch einmal, ehe er fort fährt.

Robert Breads: "Es gibt da allerdings noch zwei Leute, die ich nicht um irgendetwas bitte... es sind zwei Leute, von denen ich etwas fordere. Die Rede ist von Grizz Lee... und Wiley Cuts."

Jetzt werden Buhrufe laut. Richtig, richtig laute Buhrufe. Robert Breads ist der Batman in Toronto, Wiley Cuts ist sein Joker und dementsprechend verhasst.

Robert Breads: "Was zwischen Grizz Lee und Kevin Sharpe passiert ist mir vollkommen egal, solange sich Lee aus diesem Match heraus hält das heute Abend statt findet. Klärt eure Probleme von mir aus, prügelt euch tot, kreuzigt euch, zündet euch an, schlachtet euch und veranstaltet ein Anna Richmond on a Pole Match. Man weiß wie ich dazu stehe... aber ich halte doch niemand davon ab, sich gegenseitig aufzuschlitzen.

Aber macht das NACH diesem Match heute Abend. Sobald die Ringglocke das Ende von Kevin Sharpe versus Robert Breads verkündet kann Grizz Lee von mir aus seinem früheren Partner mit Wachs eine Maske ins Gesicht kleben oder ihn mit einer Mensch ärgere dich nicht-Figur ersticken... aber wenn du, Grizz Lee, heute am Ring auftauchst, könnte es eventuell passieren dass deine Ring-Pause länger ausfällt als eigentlich geplant."

Das ist wohl das Robert Breads-Equivalent zu einer Drohung. Ob er aber wirklich außerhalb eines Matches einen Wrestler attackieren würde... zweifelhaft. Auf der anderen Seite hat sich Breads in letzter Zeit doch wirklich gewandelt.

Robert Breads: "Und Wiley Cuts... ich bezweifle, dass du feiges Stück dich überhaupt in die Arena in dieser Stadt trauen wirst. Falls doch... nunja. Als ob ich wirklich irgendetwas sagen müsste. Jeder von euch weiß doch was dann passiert, oder?"

Was die Fans natürlich zu einem Chant animiniert.

Breads is gonna kill you!

Breads is gonna kill you!

Breads is gonna kill you!

Robert Breads: "Das klingt ein wenig extrem... aber ich lasse das mal so stehen."

Und somit wendet sich Breads wieder direkt an das Publikum.

Robert Breads: "Und damit wäre für heute alles gesagt, denke ich. Ich bin hier fertig. Ich gehe jetzt backstage und statt mich in einen Keller zu begeben oder meine Lebensgeschichte mit irgendwem zu diskutieren mache ich das, was man an einem solchen Abend tun sollte... sich auf sein großes Match vorbereiten. Und nichts Anderes. Robert Breads, out... Toronto, wir sehen uns im Main Event!"

Mit diesen Worten reißt er noch einmal den Arm nach oben, während ein weiteres Mal "The Bleeding" ertönt. Dieser Main Event wird ein verdammt seltsames Match werden. Und wahrscheinlich auch ein verdammt starkes Match.

 

Mike Garland: "He's on Fire! Was ich in meinen unzähligen Stunden vor der Konsole und mit NBA Jam oft gehört habe, trifft hier definitiv zu."

Vincent Craven: "Unzählige, einsame Stunden!"

Mike Garland: "Einsam am Arsch. Two-Player-Mode!"

Vincent Craven: "Was auch immer, jedenfalls sollte hier deutlich geworden sein, dass mindestens die Hälfte der Halle heute nur voll ist, weil Robert Breads sich hier die Cryption Crown zurückholen kann. Und will. Und die Fans wollen das auch."

Mike Garland: "Allerdings wird da der amtierende Champion etwas dagegen haben. Der auch erst einmal seinen Gürtel wieder bekommen muss."

Vincent Craven: "Eine verzwickte Situation..."


------------------ PCWA ------------------

JERICHO ROAD

by Damian Jurado

Das Licht wird leicht gedämmt. Plötzlich erscheint an der Hallendecke ein künstlicher Vollmond, dazu ein heller Lichtkegel am Entrancebereich und mit gesenktem Haupt tritt eine dunkle Gestalt in eben jenen hinein. Da ist er – Der eherne Mythos der PCWA. Ein schwarzer fußlanger Stoffmantel umhüllt seinen geschundenen Körper. Auf dem Kopf trägt er einen schwarzen Schlapphut. Er sieht aus, als wäre er geradeaus einem Neo-Western entsprungen. Weißer Nebel steigt auf, ein Sinnbild seines verblassenden Ruhms und seiner weit in der Vergangenheit liegenden großen Erfolge als einer der besten Wrestler seiner Generation…

Former PCWA COTATORES CHAMPION

Former UNDISPUTED GERASY CHAMPION

Former PCWA TRIBUNE CHAMPION

Die Zuschauerreaktionen sind überwiegend positiv. Während etliche Zuschauer der ersten Reihe sich vor dem Veteranen aus Ehrfurcht verneigen, hallen von hinten immer lauter die berühmten langgezogenen << Lucifer>> Chants durch den heiligen Dome. Dieses unnachahmliche Lächeln macht sich auf den spröden Lippen breit. Ein Mann mit Glatze und einen brustlangen Vollbart in der Tradition der Amish aus der ersten Reihe hält ihm seine Hand hin. Gabriel stellt sich vor ihm und deutet mit Zeigefinger auf die Stahlkette, welche um den Hals des Mannes hängt. Der Mythos hebt seine rechte Hand, an der sich ein Metallverschluss befindet. Dort wird nachher die Stahlkette für das Strap-Match angebracht. Lucifer klatscht mit mit dem Fan ab, ehe er den Ring betritt.

Mike Garland: „Gabriel Lucifer ist in den Wrestling-begeisterten Staaten und auch hier in Kanada äußerst beliebt.“

Vincent Craven: „Ja, der Mythos ist trotz seiner konsequenten PCWA-Karriere durchaus auch Wrestling-Fans im Ausland ein Begriff. Bereits in New York erhielt er positive Publikumsreaktionen.“

Mike Garland: „Es gab immer wieder Gerüchte, dass amerikanische Ligen ihm Angebote unterbreitet haben, die er jedoch stets zu Gunsten der PCWA abgelehnt hat.“

Vincent Craven: „Der ein- oder andere in Berlin wäre vielleicht froh gewesen, er wäre gewechselt. Wer weiß wie die PCWA heute aussehen würde, hätte Lucifer sie nicht maßgeblich beeinflusst.“

Während die Kommentatoren über Was-wäre-wenn-Szenarien philosophieren, setzt Gabriel das Mikrofon an seine spröden Lippen und beginnt zu sprechen. Wie immer wird das Deutsche von Jane Nelson für die Fans in der Halle ins Englische übersetzt.

Gabriel Lucifer: „Diese Liga. Ihr Blut. Ihre Geschichte. Die DNA der PCWA! Sie stirbt aus. Nein, wird der ein- oder andere jetzt vielleicht sagen. Wir haben doch Marc Stevens Wrestlingakademie Berlin Wrestling Heroes…“

Kurze Pause. Sein Blick fällt auf den etwa zwei Meter großen Mann in der ersten Reihe, mit dem er vorhin abgeklatscht hat. In beiden Ohren trägt er große schwarze auffällige Plugs, über der rechten Augenbraue ein Piercing. Lucifer sucht sich einen anderen Fixpunkt und setzt seinen Monolog fort.

Gabriel Lucifer: „…Ja, wir haben die sogenannten Berliner Wrestling Helden, ironischerweise hervorgegangen aus dem Geld, welches ich für die PCWA beim One Million Ring Turnier verspielt habe. Die Talente vegetieren dort als Gefangene in einem 'Goldenen Seilgeviert' - und vor allem in der Bedeutungslosigkeit - vor sich hin. Und das nur, damit sich die alte Garde in der Mutterliga ohne Konkurrenz, ohne Fortentwicklung, an der Spitze ausruhen darf. Niemand begehrt auf, niemand will die Legenden, die sich heute den Cryption Title um die Hüften schnallen, oder sich mit dem Titel des Brawlin' Rumble Siegers schmücken, angreifen. Die Heroes fristen still ihr Dasein in der letzten Reihe. Ich sage deshalb: Neue Feinde braucht die PCWA!“

Sein Blick schweift ins weite Rund und endet erneut bei dem Mann mit dem Vollbart in der ersten Reihe, dem insbesondere die Kritik an Berlin Wrestling Heroes zu gefallen scheint.

Gabriel Lucifer: „Diese Liga sollte einst stetige Wiedergeburt symbolisieren... immer und immer wieder, wie ein Phönix aus der Asche empor steigen! Stattdessen regieren in der PCWA heute nur noch alte 'heldenhafte' Männer. Wir sind an einem Punkt angelangt, vergleichbar mit dem der GCW…“

Ein heiseres Lachen dringt durch das Mikrofon zu den knapp zehntausend Zuschauern. Der Mann in der ersten Reihe applaudiert als der Mythos seinen Satz mit einem überaschenden Buchstaben beendet.

Gabriel Lucifer: „…F!“

Freudig spielt Lucifer an seinem ‚Armreifen‘ herum, an den nachher für sein Match gegen Terra No' Kaie eine Stahlkette angebracht werden wird.

Gabriel Lucifer: „Uh, die verbotenen drei Buchstaben, ich habe sie wieder ausgesprochen, denn komischerweise waren sie schon immer ein Teil unserer Geschichte. Wer erinnert sich außer mir noch an die Vorgängerliga, die ich mit meinem Fight Club auf dem Höhepunkt ihrer Dekadenz geschlossen habe und aus der, eben wie jener Phoenix aus der Asche, die heutige PCWA emporgestiegen ist?"

Ein Blick ins weite Rund.

Gabriel Lucifer: "Ah, da fällt mir gerade ein, Runa und Clawrik sind ja wieder da. Die erinnern sich bestimmt. Schade, ihr zwei versaut mir die Pointe, dass Ich der Einzige wäre, der sich noch erinnert. Sei es drum. Damals war ich im Gegensatz zu den beiden definitiv eines der frischen Gesichter und habe etablierte Stars wie Valkos Heritage oder ‚Sick‘ Sammy Lorenz gnadenlos bekämpft. Doch wo sind diese frischen Gesichter heute in der PCWA? Wie kann es sein, dass ein alter Sack wie ich, einfach zurückkehrt und sofort Vierter beim prestigeträchtigen Brawlin' Rumble werden kann? Nun, es gibt diese frischen Gesichter, zum Beispiel eine Eri Osada – aber jemand muss diese Menschen formen. Personen, denen das PCWA-Gen innewohnt, ein Azrael Rage, vielleicht ein Robert Barker, natürlich Ich…“

http://www.youtube.com/watch?v=H-mrCYRs1Yg

Broken bones, broken hearts
Stripped down and torn apart
A little bit of rust - I'm still runnin'

Countin' miles, countin' tears
Twisted roads, shiftin' gears
Year after year - it's all or nothin'

Mit einem Mikrophon in der Hand betritt der Night Fighter die Arena. Der Jubel scheint noch ein Stück weit lauter auszufallen, als bei Lucifer - und MD genießt diesen Empfang sichtlich. Im Gegensatz zum Mythos hatte die Töle jene Angebote aus Übersee nämlich nicht abgeschlagen und war lange Zeit in Florida in der XFWA und später in Jamaika in der cWc tätig. Vor allem die DVDs und Videos der letzteren Liga haben Kultcharakter bei nahezu allen Wrestlingfans. Und auch wenn die Shows mittlerweile alle im Internet verfügbar sind, besitzen die cWc DVDs aufgrund ihrer geringen Anzahl einen sehr hohen Sammlerwert. Kein Wunder also, dass die kanadischen Fans den Namen des ehemaligen cWc World Champions lauthals skandieren, dessen heutige und ehemalige Matches sie zur Vorbereitung auf diese Show extra nochmal auf youtube angeschaut haben.

Und nun ist er wahrhaftig hier. Entschlossen geht MD die Rampe hinunter zum Ring, klatscht hier und dort mit einigen Fans ab, ehe sein Blick und Fokus ganz Gabriel Lucifer gehört.  

But I'm not home, I'm not lost

Still holdin' on to what I got
Ain't much left

No there's so much that's been stolen

Genervt steht Lucifer in der Mitte des Ringes als Mad Dog den Squared Circle über die Ringtreppe und unter großem Jubel betritt.

Mad Dog: "Ich dachte du stattest mir nach deinem Comeback wenigstens einen Anstandsbesuch ab, Gabriel. Aber nein - ein weiteres Mal enttäuschst du mich. Wie hätte es anders sein können, huh?!"

Der Fighter zieht die Augenbrauen hoch; eine Angewohnheit, die Lucifer noch gut in Erinnerung hat. 

Mad Dog: „Aber vielleicht wäre ich nun namentlich als Nächster in deiner kleinen Aufzählung gefolgt... Huh, Gabe?! Habe ich die 'PCWA-DNA'?“

Der verrückte Hund baut sich gefährlich vor Lucifer auf. Die Zuschauer im Air-Canada Centre erheben sich von ihren Plätzen, riechen eine Konfrontation.

Mike Garland: „Mad Dog unterbricht Gabriel Lucifer. Nicht nur, dass der Mythos nichts mehr verabscheut, als unterbrochen zu werden, nein, es muss auch noch ausgerechnet Mad Dog sein.“

Vincent Craven: „Die beiden verbindet mittlerweile eine lange Vergangenheit. Gemeinsam waren sie in einem Stable bei den vorherigen PCWA-Eignern Kerry & Gaelic aktiv, mochten sich im Grunde aber nie, selbst wenn sie zeitweise zweckgebunden auf einer Seite standen.“

Überheblich grinsend bewegt Lucifer sich einige Schritte zurück.

Gabriel Lucifer: „Möchtest du denn gerne in meiner Liste auftauchen? Ist... und war dir das nicht schon immer ein Herzenswunsch?“

Der Mundwinkel des Angesprochenen geht hinauf. Provozierend lächelt der Fighter ob dieser rhethorischen Frage.

Mad Dog: "Wusste gar nicht, dass du das Wort 'Herz' kennst... aber nein. Deine seltsame Liste ist mir scheißegal."

Nun ist jeglicher Witz verflogen. Lucifer und MD starren sich ernst an, verfinstern ihre Blicke.

Mad Dog: "Ich weiß ja nicht, ob du in deiner Auszeit irgendetwas mitbekommen hast, Gabriel. Ob Rage dir nicht nur dein Rückgrat gebrochen hat, sondern auch dein Auffassungsvermögen - aber frag die Leute hier, frag die Berliner Fans, frag jeden Roadie und Crewmember da draußen oder geh nochmal zu Jona ins 'ach so schicke' Büro, um sie zu fragen... Frag sie alle. Frag sie, wen sie als DEN PCWAler bezeichnen würden! DEN PCWAler schlechthin."

MAD DOG! MAD DOG! MAD DOG!

Mad Dog: „Und vielleicht, wenn du wirklich einmal deine Hand aufs Herz legen würdest, könntest selbst du ihnen zustimmen. Doch du bleibst lieber bei deinem alten Gerede, verschmähst gestandene Persönlichkeiten wie Stevie, Sharpe oder eigentlich auch Grizz, weil sie angeblich keine PCWA-DNA hätten. PCWA-DNA - was für ein Müll soll das überhaupt sein? Wird man damit geboren? Oder entwickelt man sich nicht viel eher zu einem PCWAler, huh?! Ist die PCWA selbst nicht stets in Entwicklung und diejenigen, die in ihr für sie kämpfen, prägen sie und bilden somit ihre DNA... Was hast du mir nicht, als ich aus der cWc kam, Steine in den Weg gelegt?! Ich bekam nicht wie Alistair Brunswick ein Tribune Match geschenkt, nein, ich durfte nach dem Gewinn des Titels gleich noch einmal ran. Ich habe mir alles hier in der PCWA selbst erkämpft, Lucifer. Jeden verdammten Meter. Mehr als jeder beschissene Jüngling, den du verbrannt hast, ehe er sich wehren konnte. Godd, Paimon, Blaze, Blake... Ich bin gegen dich gegangen, gegen dich, meinen Principal, der mich unten halten wollte. Jedoch bin ich an dir vorbei gegangen, Gabriel. Und jetzt, huh?! Jetzt stehe ich vor dir und sage dir immer noch: FICK DICH!"

Mike Garland: "OHH!"

Vincent Craven: "Mad Dog spuckt Gabriel vor die Füße!"  

Mad Dog: "Deine PCWA-DNA sind kleine Hinterrücksspielchen, Intrigen und Schlachtungen... Aber vor allem, ist deine angebliche PCWA-DNA ein Synonym für dich selbst. Du mit den Fäden in der Hand oder dem Joystick. Das ist es, was du willst... Aber heute gibt's außer mir noch andere Leute, die denken können, Gabriel. Hier sind nicht nur kleine Marionetten, die du hin- und herschieben kannst. Denen du Karriereboni oder -mali verteilst. Dein dummes Schachspiel, das Kasperletheater ist vorbei! Was bleibt sind deine letzten 'Errungenschaften': Ein Schlächter und ein irrer Junge - beide übrigens Paradebeispiele für eine wirklich tolle DNA."

MD rollt mit den Augen, während sich Gabriel gegen Ende der Redeanteile der Töle wieder abschweifend auf den Mann mit Vollbart in der ersten Reihe fokussiert hat. Auf dessen durch ein offenes Hemd zu sehender Brust prangt das große Tattoo eines Phoenix und auf den Unterarmen sind Flammen eintätowiert – der brennende Phoenix.

Enthusiastisch und gebannt starrt der Mann den Mythos an. Es scheint als würde er Lucifers Ruf nach neuen Feinden gern beantworten. Im Gegenzug scheint sich dieser von der 'Gefolgschaft' geschmeichelt zu fühlen: Es gibt Menschen, die seinen Worten Gehör schenken, die ihm folgen möchten. Er kann wache Geister mit seiner Nachricht erreichen! Mad Dog bemerkt die Abwesenheit Lucifers und auch den Grund dafür. Er packt den Mythos an der Schulter. Ruckartig wendet Lucifer sein Haupt gen Mad Dog und reagiert auf das Gesagte.

Gabriel Lucifer: „Für die Sache mit Blake gebührt dir tatsächlich mein Dank. Dafür, dass du unserem gemeinsamen Mündel die Erinnerung an diese Hölle genommen und ihn dadurch aus Elevens verseuchtem Umfeld gerissen hast. Ich sagte dir ja... Kümmere dich um den Jungen. Anders als Barker mache ich dir also keine Vorwürfe. Dennoch kann ich verstehen, dass der Schlächter dich zum Kampf fordert. Vermutlich kann er dein ewiges Gejammer auch nicht mehr ertragen.“

Der Hund schüttelt den Kopf.

Mad Dog: „Hab ich über die GCWler gejammert oder du?" 

Höhnisch klopft Nelson Friedrich Töle Gabriel auf die Schulter, wendet sich dann von ihm ab.

Mad Dog: "Natürlich machst du mir keine Vorwürfe... Für dich war es immer das einfachste Menschen fallen zu lassen, wenn du sie nicht mehr brauchtest. Blake ließ sich aber nicht fallen, sondern klammerte sich an dich. Genau wie Barker...er klammerte sich an Blake, weil es nach der Töle keinen Sinn mehr machte, weiterhin als Schlächter zu agieren. Er suchte nach Sicherheit, nach einem Platz und beides fand er bei unserem Jungen. Und obwohl er jetzt wieder stabiler ist und obwohl er weiß, dass die Ereignisse beim Rumble das Beste für Blake waren, will er gegen mich antreten. Doch will ich das auch?"

MD schaut ins Publikum und die gesammelte Fangemeinde scheint die Frage des Hundes nicht zu verstehen. Für sie ist die Antwort klar. Sie jubeln. Sie wollen den Kampf. Sie wollen Barker vs. Mad Dog III bei Out of Ashes.

Mad Dog: "Barker ist ein großer Gegner, keine Frage. Und er hasst mich - ich habe es auf Ellis Island gesehen und bei der Erwähnung meines Namens im Ring. Er hasst mich für das, was ich Blake angetan habe. Er will Rache. Pure emotionale Rache... Ich hingegen möchte keine Rache. Für mich ist das Kapitel eigentlich geschlossen..."

Buhrufe aus dem Rund.

Mad Dog: "...eigentlich..."    

Gabriel Lucifer: „...Rache war und ist auch nicht mein Thema. Robert hat damals schlichtweg den Fehler gemacht, dich bei der Schlachtung, nicht gleich ein für alle mal, in die ewigen Jagdgründe manövriert zu haben. Im Grunde bist du nämlich der Vater des verunreinigenden Prozesses, der die PCWA befallen hat, denn einst kamst du als etablierter Star und hast dich bei uns eingenistet. Darum verteidigst du selbstverständlich diese auswärtige Brut. Du bist ihnen so viel ähnlicher als uns, als mir oder Robert, als einem Azrael…“

Harsch unterbricht Mad Dog sein selbstgefälliges Gegenüber.

Mad Dog: „...Und jemand der Leute mit ihren Familien erpresst, entstammt einer besseren Brut?“

Mit ernster Miene geht Lucifer einen Schritt auf Mad Dog zu. Ihre Füße berühren sich.

Gabriel Lucifer: „Ein notwendiger Bluff auf dem Weg zum ultimativen Erfolg!“

Mad Dog: „Natürlich... Genau das, was ich eben meinte. Der Zweck heiligt die Mittel, huh? Azrael ist besser als Stevie, du bist besser als Sharpe, dessen Cryption Belt du willst... Es ist völlig egal, für was die Leute stehen. Sobald sie dir und deinen Wunschvorstellungen im Weg sind, sind sie keine echten PCWAler. Das dürfte doch die perfekte Definition von PCWA-DNA sein, oder?“ 

Die beiden stehen sich nun Eye to Eye gegenüber.

Gabriel Lucifer: „Meine Definition schließt zumindest einen Eleven nicht mit ein!“

Die Mundwinkel von Mad Dog verziehen sich. Blanke Wut steigt in ihm auf und formt eine Erkenntnis.

Mad Dog: „DU bist so dumm..."

In dieser Beleidigung schwingt alles mit. Seine Freundschaft zu Stevie, seine Begeisterung für Sharpe. Dass er sich als einziger und erster E11 gestellt hat, was mit einer Fackel in seinem Gesicht endete. Und nun kommt ausgerechnet Lucifer und will ihm etwas über Eleven erzählen? Will ihm erzählen, er habe nicht für die PCWA gekämpft? Er sei kein PCWAler...

Gabriel Lucifer: „...Und DU hast gegen ihn verloren!"

Als Reaktion erhält MD ein abfälliges Lächeln.

Gabriel Lucifer: "Ich habe es dir immer gesagt, Mad Dog. Mit dir als Sperrspitze geht die PCWA eines Tages unter. Aber nun hast du ja zum Glück deine angestammte Rolle als unterlegener, ewig am Main Event kratzender Liebling der Massen wieder."

Ein pumpender Mad Dog starrt einem emotionslosen Lucifer tief in dessen pechschwarze Pupillen. Das Publikum chantet <Fight> <Fight> <Fight>. Plötzlich wendet sich Lucifer aber desinteressiert ab.

Gabriel Lucifer: „Keine Sorge, Mad Dog, der böse Onkel Gabriel ist wieder Zu Hause und kümmert sich zumindest irgendwann um Eleven, damit uns nicht alles um die Ohren fliegt.“ 

Kopfschüttelnd, fast ein wenig resigniert, schüttelt Mad Dog mit dem Zeigefinger.

Mad Dog: „War das nicht genau das, was du auch einst mit der PCWA wolltest? Sie in die Luft jagen?"

Das hat er Lucifer nie verziehen.

Mad Dog: "DU VERDAMMTER IDIOT! Meinst du Eleven interessiert sich für dich? Du bist vielleicht ein ein willkommenes Opfer, weil er gerade kein besseres zur Hand hat und bei dir die Möglichkeit eines Gnadenstoßes tatsächlich gegeben ist... Aber wenn du wirklich unter seinen Stiefeln klebst, wird sich zeigen, wie viel PCWA-DNA in dir steckt, Lucifer. Ob du noch aufstehen kannst, so wie ich - oder aber ob du wieder einmal liegen bleibst. Gebrochen. Ohne Rückgrat."

Der Fighter schaut Lucifer so an, als wisse er genau, dass es so kommen wird.

Mad Dog: "Am Ende werdet ihr beide auf jeden Fall sagen, dass ihr den anderen beeinflusst habt, vielleicht sogar die GANZE Geschichte! Und weißt du, was lustig ist? Ihr werdet es beide tun, egal, wer gewinnt. Weil... die Fakten sind zweitrangig. Wichtig ist, was man den anderen einredet, huh?! Der Schlächter hat euch beide geschlachtet, aber IHR habt ihn erschaffen. Das ist angeblich alles, was ihr wolltet. Das mit Blake war ein Unfall, aber nein. Das ist passiert, weil E11 mich durch seinen Sieg dazu anstachelte. Oder doch, weil du mir sagtest, ich solle mich um ihn kümmern? Eleven ist wie du... Da ist kaum Unterschied zwischen angeblicher PCWA-DNA und angeblicher GCW-DNA. Ihr redet euch raus, sobald ihr unterm Stiefel seid. Ohne. Rückgrat!"   

In der Zeit als Mad Dog spricht, hat sich Gabriel, so als wolle er die Aussage MDs belegen, aus dem Seilgeviert gerollt und an das Absperrgitter begeben. Er steht vor dem jungen Mann, der ihm bereits die ganze Zeit aufgefallen ist.

Gabriel Lucifer: „Du redest als würdest du die PCWA besser kennen als Ich. Glaubst du etwa meine Rolle eingenommen zu haben? Definierst DU jetzt die PCWA? Wie absurd! Du meintest eben doch, ich solle das Publikum fragen, wen sie als DEN PCWA'ler ansieht, richtig? Gut, spielen wir ein Spiel – ‚Die PCWA ist…!‘ – Wie ist dein Name?“

Er hält dem relativ schlanken, jedoch außergewöhnlich muskulösen und extrem definierten Mann das Mikrofon vor den Mund.

„Hannibal Yedikiah Cain.“

Gabriel Lucifer: „Hübscher Name, wirklich. Vervollständige den Satz, werter Hannibal: Die PCWA ist…“  

Hannibal Yedikiah Cain: „Die PCWA ist... ein Symbol ..."

Genervt beendet Mad Dog das Spiel noch bevor der Zuschauer den Satz richtig beginnen kann.

Mad Dog: „...Wer ist DER PCWAler schlechthin?"

MAD DOG! MAD DOG! MAD DOG!

Mad Dog: "Lass diese Spielchen, Gabriel... Die PCWA hat sich verändert, ich hab mich verändert. Ich stehe nun vor dir und wenn du zu mir hoch willst, musst du den gleichen Weg gehen, den ich gegangen bin. Von ganz unten nach ganz oben. Aber lass dir noch eines gesagt sein: Ich will bald wieder Gerasy Champion werden und solltest du mir dabei in die Quere kommen und Eleven es noch nicht erledigt haben, werde ich dich ausradieren!“

Das Mikro wird fallen gelassen und Mad Dog macht sich auf, den Ring zu verlassen. Allerdings unterbricht ihn die Stimme des Mannes, der sich vor wenigen Augenblicken als Hannibal Yedikiah Cain vorgestellt hat.

Hannibal: „In meiner Heimatstadt Phoenixville, Pennsylvania wird jährlich beim Firebird Festival eine große Holzphönixfigur in Brand gesteckt, um die Neugeburt unseres Ortes zu begehen. Wir feiern die Verbesserung durch Erneuerung. Und deshalb bin ich hier... die PCWA verkörpert genau jenen Mythos des brennenden Phönix...“

Noch bevor er zu Ende sprechen kann, packt ihn Gabriel Lucifer an den Schultern.

Gabriel Lucifer: „…Das gefällt mir, mein Junge. Du verstehst meine Worte und meine Vision dessen, was die PCWA eigentlich sein sollte. Wie sieht es aus, willst du den heutigen Abend an meiner Seite verbringen und in das Innere des lahmenden Feuervogels blicken?"

Freudig reibt der Mythos seine Hände und neigt seinen Kopf, fast schon träumerisch, leicht zur Seite.

Gabriel Lucifer: "Komm mit mir und wir werden unsere Geister reinigen, um die Zukunft eines neuen... brennenden... Phönix namens PCWA zu ersinnen!“

Mad Dog hat derweil seinen Weg aus dem Squared Circle umgedreht und begibt sich an die Seile. Er schaut hinab zu Gabriel und dem jungen Mann.

Mad Dog: „Überlege dir gut, ob du an der Seite dieses Scharlatans die PCWA entdecken willst. Sieh dir nur an, was aus seinem letzten Schützling Blake Milton geworden ist…“

Gerade als Lucifer darauf reagieren will, greift sich Hannibal Cain das Mikrofon und reagiert auf die Aussage Mad Dogs. Er wählt Worte bewusst, während er mit seinen Augen Gabriel Lucifer fixiert. Den Mann der für einen Erneuerungsprozess einsteht und den Urgedanken des Phönix zurück in die Phoenix Crossover Wrestling Association einschreiben will. Cain spricht die folgenden Worte als süffisante Erwiderung hinsichtlich der Aussagen des Night Fighters. Doch die Körpersprache macht deutlich, dass sie für niemand geringeren als den ehemaligen Principal der PCWA gedacht sind.

Hannibal: „Brawlin‘ Rumble-Sieger?!“

Positiv überrascht schaut Lucifer Hannibal Yedikiah Cain an und klopft ihm freudig auf die Schulter. Eben jener steigt nun über das Absperrgitter und stellt sich demonstrativ neben Gabriel. Lucifer hat tatsächlich einen beeinflussbaren Geist gefunden, den er nach eigenem Gusto schärfen kann und er bereit ist, seiner Vision zu folgen. Mad Dog starrt kopfschüttelnd auf die beiden herab, während der Mythos lachend die Arme für seinen neuen Follower ausbreitet.

Gabriel Lucifer: „Neue Feinde braucht die PCWA!“

 

Mike Garland: "Das Gefolge um Gabriel Lucifer wächst und hier braut sich scheinbar etwas ganz Bedrohliches an."

Vincent Craven: "Eine sonderbare Gestalt, dieser Hannibal Cain. Gabriel findet seine Jünger im Publikum, er hat noch immer eine komische Anziehungskraft."

Mike Garland: "Lucifer kann einfach nicht alleine sein und er findet immer Marionetten um seine Ziele umzusetzen. Das wird nachher wohl auch Terra No'Kaie feststellen."

Vincent Craven: "Lucifer wird schon einen Weg finden, seinen Pfad zur Cryption Crown weiter erfolgreich zu bestreiten."


------------------ PCWA ------------------

 

In der Kabine stehen die zwei Gründungsmitglieder der CRAFT, beide vereint im Blick auf den LCD-TV, der grossflächig an der Wand hängt.

Stevie Van Crane’s Augen schimmern leicht. Ein Lächeln hat sich fest in seine Züge gegraben.
Er hat die Arme vor der Brust verschränkt, ansonsten rührt er sich beim Betrachten der Bilder genauso wenig wie die Purity Machine, die neben ihm auf der Couch sitzt.

Thera hat die Kapuze seines schwarzen Hoodies über den Schädel geworfen und die noch vorhandene Hand fährt immer wieder über die Stoppeln seines Dreitage-Barts. Irgendwann seufzt er auf und guckt zu Stevie hoch.

Thera: „Alter, das sah' in der Theorie so verlockend aus. Jetzt aber, wo der alte Azrael wahrscheinlich immernoch auf'm Ringboden rumkriecht, sollt’n wir eventuell ma’ über die Aktion eben reden.“

Stevie’s Stimme schneidet die beginnende Konversation ab, etwas harsch und mit bestimmendem Unterton.

SVC: „Nicht jetzt. Shhh.. Sieh’ nur.“

Michael schaut seinen Freund ein paar Augenblicke enttäuscht von der Seite an, dann dreht er auch seinen Blick zurück zum Geschehen auf dem Bildschirm.

Es läuft ein Live-Bericht aus Haddonfield, Illinois.
Es sind Bilder, die die aufkommende Euphorie entfachen wie Funken ein Feuer, das sich nicht mehr aufhalten lässt. Sie sehen Übertragungswagen, die auf den Strassen des kleinen Ortes parken, Wrestling-Reporter, die vor dem verwaisten Haus Van Crane’s stehen.

„… begann hier die Geschichte, die – und da sind sich viele Experten in diesem Business einig – auf einen phänomenalen Höhepunkt bei Out Of Ashes zusteuert. Die Geschichte eines Mannes, der mit dem Sieg gegen Azrael Rage zum wahrscheinlich grössten Wrestler aller Zeit aufsteigen wird.“

Thera: „.. KANN. Aufsteigen ‚kann’.“

Michael’s geflüsterte Stimme geht in ein leises Brummeln über.

Der Reporter lässt kurz auf das grosse Banner blenden, das über der Strasse – unweit von Stevie’s Haus – hängt. Darauf steht in geschwungenen Lettern GOOD LUCK, STEVIE. HOMETOWN HERO.

„.. und natürlich steht vor allem seine Heimatstadt wie ein Mann hinter ihm. Ist das der entscheidende Vorteil für Stevie Van Crane? Viele nehmen es an, denn Stevie hat derzeit einen Lauf in der PCWA.“

Der Reporter betritt, den Kameramann im Schlepptau, das Nightingale Inn, welches gegenüber von Stevie’s Haus liegt.  Sofort erkennen Michael und Stevie viele bekannte Gesichter, die im Inn sitzen und zu kurzen Kommentaren bewegt werden. Der alte Gemeinderat, der ständig an seiner Brille nesteln muss, der Ortspfarrer, der als Zwillingsbruder von Karl Malden durchgehen könnte und dessen weise Augen in die Kamera leuchten. Auch Sandra Hayes, die Besitzerin des Nightingale Inn, bekommt die Gelegenheit, ein paar Worte zu sagen.

Hayes: „.. Stevie war ja nicht so oft hier in letzter Zeit, einmal – zu seinem Umzug. Er ist beschäftigt, aber er weiss, dass er hier zu Hause ist.“

Reporter: „Durch den Sieg beim Brawlin’ Rumble hat Stevie Van Crane eine Euphorie entfacht, die den Tagen seiner Glanzzeit in nichts nachsteht. Ich nehme an, hier – in seiner Heimat - wird es eine grosse Feier geben, wenn er den Gerasy Title gewonnen hat.“

Vor dem TV wischt sich Thera über das Gesicht, als wäre ihm gerade etwas unangenehm.

Sandra Hayes schaut mit einem Lächeln in die Kamera.

Hayes: „Wir glauben alle an ihn. Er kann den Titel gewinnen.“

Plötzlich ein Klopfen an der Tür.

Für Thera die willkommene Gelegenheit, zur Fernbedienung zu greifen und den TV auszuschalten. Stevie Van Crane kommt nichtmal dazu, zu protestieren. Er schaut nur gedankenverloren und mit einem zufriedenen Lächeln auf den schwarzen Bildschirm.

Thera: "Genug der Sentimentalitäten jetz’. Es klopft entschloßen an die Pforte, da kommt Giovanni Sampatulli mit der Würstel-Torte. Oder Azrael Rage, der alte Zwiebel-Opa, um sich für deine tolle Aktion von eben mit ’nem Muffinkorb oder Nuttengutscheinen zu bedanken.“

Sicherheitshalber geht Michael Thera selbst, um zu öffnen.
Schließlich soll dem haushohen Favoriten auf den unaussprechlichen Titel nix passieren.

Begleitet wird er dabei vom grübelnden Blick Stevie's. Die Aktion gegen Rage war doch überfällig gewesen. Warum bekam Thera jetzt einen Anfall schlechten Gewissens?

Fast zaghaft wird die Tür geöffnet und der Cryption Crown Champion steckt den Kopf durch die Tür.

Sharpe: "Ist es gestattet?"

Die Purity Machine grinst über beide Backen und reißt mit der gesunden Hand so heftig die Tür auf, dass Kevin beinahe in die Kabine der CRAFT stürzt. Nach einem kurzen Stolperer fängt sich Sharpe wieder und spürt schon Thera´s Hand, die ihm auf die Schulter klopft.

Thera: "Da zieh mir einer ’n Latexkleid an und frisier mir die Sackhaare zum Afro. Der alte Blackheart! Der amtierende Krüppel-Kronen-Champignon kommt uns besuchen! Tritt er doch ein in unsere Spelunke, willkommen in der Taverne zum zappelnden Zwillings-Lurch. Lege er Rüstzeug ab, zieht ’n Spucknapf heran und gießet ihm MiXery in den Hornkrug."

Kevin klopft seinem Gegenüber ebenfalls auf die Schulter und kann sich ein Grinsen nicht verkneifen.

Sharpe: "Das 'Alt' verbitte ich mir. Aber deine Manieren kommen ja aus dem Second Hand Laden."

Beide brechen in Gelächter aus.

Sharpe: "Spaß beiseite. Immer schön, wenn man willkommen ist. Hey, ich wollte dir noch danken für deine Glückwünsche zu meinem Titelgewinn. Das bedeutet mir echt viel, Mann."

Thera hustet an seinem ersten Schluck MiXery. Immer diese Gefühlsscheiße.

Thera: "Nu’ mach ma nich’ so greilich, mein Freund aus der NHB-Bewegung. Darf ich sowas hier sagen, ohne das Luzifer ’n Blitz aus’m Arsch furzt? Andere Zeiten waren’s. Wir hatten alle mal mehr Haare an unserer großen Männerflinte. Jetzt wollen wir uns hier nich’ zum intimen Männertango auffordern, sondern du sollst dich erstma’ setzen und ein zünftiges MiXery trinken mit den Männern der Stunde.“

Sharpe seufzt, mehr gespielt als wirklich ernst. Dann wendet er sich an Stevie van Crane.

Sharpe: "Habe ich denn eine Wahl?"

Der Nummer Eins Herausforderer auf den Undisputed Gerasy schüttelt nur den Kopf. Sharpe zuckt mit den Schultern und nickt in Richtung von Thera.

Sharpe: "Aber ein Kaltes, wenn´s geht!"

Er reicht Stevie die Hand, der erwidert den Händedruck. Dann lässt er sich auf dem Stuhl direkt neben dem Enemy Number One nieder.

Sharpe: "Wo wir schon bei Glückwünschen sind... ich glaube ich kam noch nicht dazu selbiges bei dir zu tun."

SVC: „Nein, aber es ist schon okay. Ich bin in einer verdammt guten Ausgangslage, aber so richtige Glückwünsche möchte ich erst annehmen, wenn der letzte Gong bei Out Of Ashes verklungen ist. Du hast ohnehin auch einiges um die Ohren, um das mal vorsichtig zu formulieren. Wenn ich deine Lage so ansehe, dann fühle ich mich fast in einer komfortablen Situation, da ich nur an einer Front kämpfen muss. Du musst schon Kopfschmerzen haben, Kev, so oft wie du dich drehen musst, um allen möglichen Gefahren zu begegnen, die über dich herzufallen drohen.“

Sharpe´s Miene verdunkelt sich.

Sharpe: "Es gibt eben Momente in einer Freundschaft, da streitet man sich auch. Warum auch immer. Es wäre bei Grizz und mir sicherlich nicht das erste Mal. Und wir werden es wieder so hinkriegen, wie es vorher war. Wenn ich auch Gewalt im Ring anwenden oder einstecken muss... Grizz ist und bleibt mein Freund."

Thera’s MiXerydose verharrt vor dem göttlichen Schluck direkt vor seinem Mund.
Die Augen des alten Häuptlings der Indianer wandern zu Stevie Van Crane. Unglaube. Dann schaut er wieder zu Blackheart und sagt ihm ein paar Takte, nachdem er den Schluck gekippt hat.

Thera: „Freund? Alter Hardcore-Verwalter, du tust ja so als hätte dir Grizz nur das Rückgrat gebrochen. Sowas kann man mit ein bißchen Quatsch und Oprah wieder kitten. Aber du und Grizz, wieder Freunde? Ich sach’s immer wieder, Freund der Sonne. Nachdem man das MiXery verstaut hat, soll man den Kopf wegnehmen bevor man die Motorhaube zuschmeißt. Tut mir leid das ins Poesie-Album zu kritzeln, Blackheart, aber mit Freund sein wird da nich’ mehr viel.“

Stevie Van Crane nickt Thera zu, während er sich eine West Ice ansteckt.

SVC: „Du meinst das doch nicht wirklich ernst, oder? Grizz hat Uriel Genesis geschickt wie eine unmissverständliche Botschaft. Dieses Vieh trampelt unter der Überschrift ‚Es werde Licht’ wie ein Gewitter in den Ring – und ironischerweise fielen bei dir im nächsten Moment sämtliche Lampen aus. Grizz hat kein Interesse mehr an Freundschaft. Willst du wissen wieso?“

Thera beendet Stevie’s Satz.

Thera: „Dann hätte er gewartet. Gewartet und seine Scheiß Verletzung auskuriert, verstehste, mein junger Padawan. Dann wäre das Grizz-Viech irgendwo hier in Kanada zum Holzfällen in ’ne Hütte gezogen, hätte ’ne Runde Beeren gefressen und sich früh mit den Elchen zum Morgenkacken hinter den Ahornbäumen getroffen. Solange bis er keinen dicken Hals mehr gehabt hätte und auf dem Rücken eines brünftigen Hirsches zurück in die PCWA Arena geritten wär’. Weißte Bescheid, mein Kumpel von der Rückseite der DNA-Tabelle.“

SVC: „.. und dann wäre er gekommen und hätte es beendet. So oder so. Fair. Einer gegen einen, Grizz gegen Sharpe, Ausgang offen. Aber er hat NICHT gewartet. Er konnte nicht damit warten, die Reste deiner Hoffnung zu zertreten wie verlockende Scherben, die man eventuell noch mit viel Geschick und Geduld hätte kleben können. Er schickte Uriel in den Ring – als sein Werkzeug, als die Fortsetzung seines Werks. Und hat damit alle offenen Fragen beantwortet.“

Kevin Sharpe beißt sich auf die Lippe. Die anfängliche Fröhlichkeit über das Treffen ist wie weggeblasen und der graue Alltag kehrt in die Gedanken des ehemaligen Blackheart ein. Seine alten Weggefährten hatten sicherlich Recht, mit dem was sie da sagen. Aber er wollte Grizz Lee nicht aufgeben, um keinen Preis. Und doch... die Ereignisse der letzten Wochen sollten ihn eigentlich eines Besseren belehrt haben. Er räuspert sich... verlegen... das Thema machte ihm keinen Spaß. Also am besten das Gespräch in eine andere Richtung drängen. Er räuspert sich erneut und wendet sich an Stevie van Crane.

Sharpe: "Und du? Scheint mir so als wäre ich nicht der einzige mit dem Fadenkreuz auf dem Rücken... "

Stevie Van Crane lehnt sich – sichtlich entspannt – in das Sofa zurück.
Er denkt an die Bilder aus seiner Heimatstadt. Und Azrael Rage, wie er auf dem Ringboden liegt.

SVC: „Ich nehme an, es ist jetzt auch noch viel grösser geworden. Ich habe den ersten Schlag ausgeführt. Ich weiss, ungewöhnlich für mich. Aber ich denke JEDER konnte nachvollziehen, wieso ich das getan habe.“

Thera schlägt den Blick nieder und hält sich an seinem MiXery fest.

SVC: „Ich spüre so etwas wie Befreiung, jetzt da die Tage immer schneller dahinziehen, Richtung Out Of Ashes. Mit jedem Kalenderblatt, das zu meinen Füssen landet, verschwindet etwas mehr von diesem Wahnsinn, den man sich selbst aufbürdet, wenn man das kommen sieht und um die Bedeutung dieses Sieges weiss. Ich weiss genau, was kommen wird. Und das macht mich zu einem glücklicheren Vertreter unseres Sports. Ich kenne Rage inzwischen ziemlich gut. Da sind keine Geheimnisse mehr, die er mir in letzter Sekunde vor den Kopf spucken kann, er hat keinen Uriel Genesis, der mich einfach mal so überfallen kann..“

Mit einem Lächeln hakt Kevin Sharpe ein, hier muss er Stevie einfach unterbrechen.

Sharpe: "Niemand hat mich einfach so 'überfallen'. Ich wurde überrascht, keine Frage. Und das passiert mir sicherlich nicht nochmal. Auch kenne ich Grizz Lee gut genug, auch wenn ich ihn momentan nicht wieder erkenne."

SVC: „Versteh’ das nicht falsch. Mir wäre es nicht anders ergangen. Bei mir wäre die Überraschung nur geringer, weil ich täglich mit einem Angriff der Religion Of Death rechne.“

Thera: "Ja, kein Wunder, hast dich ja auch grad eben für solcherlei Quatsch extrem beworben. Du alter Provokant!"

SVC: „Und genau deshalb sollten wir auch noch enger zusammenrücken, Kevin. Es gibt hier nicht soviele wie uns, die diese Einstellung teilen. Vielleicht noch Mad Dog, welchen ich ebenfalls sehr mag. Aber er lebt eine andere Einstellung, er nickt mir zu und meint, mach’ einfach deine Erfahrungen. Ich spreche aber von ECHTEM Zusammenhalt. Fernab von CRAFT und Blues. Weit weg von irgendwelcher Scheiss DNA, die wir angeblich teilen. Wir teilen viel MEHR als das. Wir teilen Geschichte. Und die lässt sich nicht kategorisieren, verallgemeinern und in Three on Three-Matches zerreissen. Wir können uns gegenseitig beistehen, Kevin. Denn ich habe ins Wespennest gestochen. Und ich glaube, ein Grizz Lee ist ebenfalls bei weitem nicht am Ende der Eskalation angelangt.“

Nachdenklich nippt der Cryption Champion an seinem MiXery.

Sharpe: "Es gibt keine weitere Eskalation. Er ist der Meinung, ich verdiene den Titel nicht. Habe mir den Titel nur 'erschlichen'. Er hat seine Marionette auf mich gehetzt und somit unsere Freundschaft begraben. Ich bin allerdings nicht dieser Meinung. Es ist noch nicht zu spät zu reparieren, was zerbrochen ist. Wir sind am Ende eines Weges angelangt. Und dort wird sich entgültig entscheiden, ob wir diesen zusammen weiter gehen... oder ob eine lange, gemeinsame Reise entgültig vorbei ist. Wir beide... Grizz Lee und Kevin Sharpe... stehen an einer Kreuzung. Diese Kreuzung ist Out of Ashes. Dort wird sich der weitere Weg zeigen. WENN ihr mir helft... was sicherlich für euch beide spricht und mich sehr ehrt. Aber das würde die Sache nur noch schlimmer machen. Ich muss das allein tun, Stevie."

Stevie Van Crane lehnt sich zurück und zieht an seiner Zigarette.

SVC: „Ich bin absolut sicher, dass du das kannst. Hell, du bist der verdiente Cryption Crown Champion. Du kannst dich verteidigen. Du kannst DICH beschützen. Vielleicht auf Kosten von gebrochenen Rippen und einer zerstörten Freundschaft. Aber du kannst nicht alles, was dich begleitet und wichtig ist, allein von jedem drohenden Schaden fernhalten.“

Autsch.

Stevie verstummt, weil ihn das mulmige Gefühl überfällt, ein paar Worte falsch gewählt zu haben. Er schaut in die Augen des Cryption Crown Champions, der zwar äusserlich gelassen vor ihm sitzt. Aber in den Augen des einstigen Blackheart arbeitet es.

Die Stimmung kippt so ein wenig. Thera merkt sofort, dass Stevie Van Crane auf Anna Richmond angespielt hat und wischt sich mit einer langsamen Bewegung durchs Gesicht.

Es HAT seltsam geklungen, auch wenn es natürlich deutlich zu vernehmen war, das nichts als Sorge aus Stevie gesprochen hat.

Kevin erhebt sich ruckartig von seinem Stuhl, die MiXery-Dose fällt zu Boden. Dann fixiert er den Enemy Number One.

Sharpe: "Wir sind so etwas, dass man Freunde nennen könnte, Stevie. Und ich kann deine Sorge verstehen. Aber es gibt Dinge, aus denen du dich besser heraus halten solltest. Belassen wir es also dabei."

Sharpe nickt van Crane knapp zu und klopft der Purity Machine im Vorbei gehen auf die Schulter. An der Tür dreht er sich noch einmal um. Seine Gesichtszüge sind entschlossen.

Sharpe: "Ich WERDE sie beschützen. Koste es, was es wolle!"

Dann wird seine Miene weicher, er nickt Stevie van Crane nochmals zu. Als er die Kabine der CRAFT verlässt, dringen vier ehrlich gemeinte Worte in Selbige hinein.

Sharpe: "Passt auf euch auf!"

 

Mike Garland: "Sharpe ist also ein kleiner, weinerlicher Junge, der noch an das Gute im Menschen und an Freundschaft glaubt. Während das ja schon zum Kopfschütteln anregt, ist es gerade Mr. Nostalgie himself, der ihm diese Freundschaftsgefühle ausreden will, während er seinen kleinen Anakin Skywalker in diese Liga gebracht hat und ich mich jeden Monat aufs Neue frage, ob er für seinen verbalen Durchfall eigentlich bezahlt wird."

Vincent Craven: "Woher zur Hölle kommt denn bitte diese Hasstirade?"

Mike Garland: "Ach, ich weiß nicht. Das musste mal raus. Im Internet werden Stevie und Thera ja nur gefeiert, da dachte ich, dass ich mich mal wieder ein bisschen unbeliebt mache. Und Sharpe... ja, der ist einfach nur naiv. Aber das wissen nicht nur wir, sondern auch diverses PCWA-Personal."

Vincent Craven: "Dennoch eine interessante Position von Van Crane, der trotz der Geschichte, die er mit Grizz Lee teilt, einige Dinge einfach nicht gutheißen kann. Und dazu gehört eben auch so eine rücksichtlose Attacke durch Uriel Genesis."

Mike Garland: "In der Liebe und in der PCWA ist alles erlaubt. Verstehe gar nicht, warum alle so ein Tamtam um die Sache machen?"

Vincent Craven: "Das kannst du auch nicht verstehen, weil du keine Freundschaften hast."

Mike Garland: "Aber... Vinnie... ich dachte... wir beide?"


------------------ PCWA ------------------

Er stützt seine Arme auf seinen Ellenbogen auf, hält sich mit der linken Hand die Schläfe ausschließlich mit Daumen und Zeigefinger und tippt sich mit der rechten Hand einen Kugelschreiber immer wieder gegen die Stirn, während er seinen Blick ziellos über die Schriftstücke schweifen lässt. Klack, Klack. Er sucht, doch findet nichts. Keinen Anhaltspunkt, keinen Knackpunkt. Klack. Klack. Dann schüttelt er den Kopf und hebt seinen Blick, der die vielleicht kältesten Augen trifft, die er jemals gesehen hat.

Es ist mittlerweile fast drei Jahre her, dass der Polizeibeamte Brusendorf mit diesem Fall betraut war. Im Februar 2012. Und ein paar Monate konnte er dann den größten Erfolg seines Lebens verzeichnen, als er den Täter zum Mordopfer festnehmen konnte. Und heute, im Oktober 2014, sitzt das Mordopfer quicklebendig vor ihm. Brusendorf versteht weder diesen Fall, noch die Welt.

"Nun... eh... Frau... Heritage. Noch einmal ganz von vorne. Ich meine... es war... ihre Hand oder nicht?"

Nervös schaut er auf die beiden Hände, die Runa Lillith Heritage ganz entspannt auf dem Tisch abgelegt hat und nun spielerisch als Antwort mit den Fingern der Hand auf dem Tisch Klavier spielt, die ihr eigentlich fehlen sollte.

"Wir haben Fingerabdrücke genommen, DNA-Tests gemacht. Sie haben aber nicht irgendwelche Geschwister, von denen wir nichts wissen?"

Oh, wenn du wüsstest...

"Eine Zwillingsschwester?"

Sie atmet tief durch, verdreht dabei nur leicht die Augen und schüttelt dann den Kopf. Polizeibeamter Brusendorf verkriecht sich wieder in den per Textverarbeitung geschriebenen Worten, die allesamt keinerlei Sinn ergeben. Die komplette Substanz stimmt nicht. Es gab ein Mordopfer. Es gab eine Leiche mit abgetrennter Hand. Es gab eine abgetrennte Hand in einer Kühlbox. Und es gab einen Mann, der diese Kühlbox mit sich herumtrug. Ein Held, der zum Monster wurde. Doch wenn das Mordopfer am Leben ist... wer ist dann das Mordopfer gewesen? Und warum? Und wie?

Selbst wenn Runa Lillith Heritage irgendwelche Antworten auf die Fragen hätte, die Brusendorf ins Gesicht geschrieben stehen, würde sie wahrscheinlich keine Auskunft geben. Doch sie hat keine Antworten. Sie ist nur zum Termin erschienen, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden. Denn wenn Runa Lillith Heritage und besonders der ebenfalls totgesagte Clawrik Uriel Amon etwas nicht gebrauchen können, dann ist es der Arm des Gesetzes. Laut der Aussage des Komapatienten sollen die ruhig weiter im Dunkeln tappen. Schließlich steht fest, dass das Monster die Hand einer Leiche mit sich herumtrug. Wer das war, spielt doch absolut keine Rolle. Er ist ein Mörder. Und solange dieser Fakt besteht, wird er auch weiterhin im Gefängnis sitzen und seine Unschuld beteuern und gequält werden mit der Tatsache, dass seine Schwester, für die er so viele Tränen vergossen hat, auf ihren eigenen zwei Beinen herumläuft und die Drecksarbeit für Clawrik Uriel Amon macht.

Komapatient. Auch Valkos Heritage war einst ein Patient. Jetzt ist er nur noch ein Insasse.

"Okay, Frau Heritage. Vielleicht können sie da ein wenig Licht ins Dunkel bringen. Sie behaupten, sie waren einfach ein paar Jahre im Ausland. Auf einem Selbstfindungs... trip."

Here comes the Sun.

"Kein Kontakt zu irgendwem. Und nun sind sie wieder in dieser Wrestling... firma. Einfach so? Während ihr Bruder, der dort auch mal war, im Gefängnis sitzt? Verzeihen sie mir, aber ich verstehe das nicht."

Sie auch nicht.

"Warum sind sie zurückgegangen?"

Doch sie schweigt und legt den Kopf in den Nacken, hebt das Kinn, senkt die Augenlider. Mit geschlossenen Augen zeigt ihr Gesicht zur Decke, dann dreht sie ihren Kopf um ein paar Grad nach links, lässt die Gelenke im Nacken knacken. Kein schönes Geräuscht, aber die einzige Antwort, die der Polizeibeamte bekommt.

"Wir kommen hier nicht weiter, Frau Heritage. Wenn sie nichts sagen, dann können wir auch für ihren Bruder nichts tun."

Sie öffnet die Augen wieder und richtet ihre grünen Augen auf die Stirn des Polizeibeamten. Dieser studiert schon wieder die Unterlagen und wälzt einen schweren Ordner von links direkt vor seine Latichte. Er blättert zwischen den Trennstreifen im Ordner herum, aber ohne Ziel. Stille. Bis auf das Blättern. Das genervte Atmen des Beamten. Die absolute Ruhe von Runa Lillith Heritage. Nein, sie kommen hier nicht weiter. Nicht hier, nicht dort, nicht gestern, nicht morgen. Der Fall ist abgeschlossen. Erledigt. Und es gibt nichts, was daran noch etwas ändern kann.

Mit einem leichten Lächeln im Gesicht. Aber Tränen in den Augen.
Runa Lillith Heritage.
Der Zwiespalt der dritten Schachfigur.


------------------ PCWA ------------------

Prüfend wandert sein Blick zur penetrant tickenden Uhr, die unweit von ihm an der Wand befestigt ist. Ungeduldig tippt er mit seinem Finger im Sekundentakt auf seinen Oberarm, zählt die Minuten, die Sekunden, die ihn noch vor seinem ersten richtigen Match seit langer Zeit trennen. Er hörte zwar schon mal, dass die Zeit in Kanada langsamer vergehen würde, doch das hier konnte nur ein schlechter Scherz sein. Von wem auch immer. Chronos? Kairos?

Chris Fusion schüttelt den Kopf. Es ist nichts neues, dass seine Gedankenwelt rasanter läuft als die schnellste Maus von Mexiko, aber meist ergaben seine Gedanken einen Sinn. Über griechische Götter nachzudenken, sieht ihm gar nicht ähnlich. Eventuell Nervosität so kurz vor dem Match? Auch das würde ihm nicht ähnlich sehen. Und auch wenn er in solchen Momenten lieber alleine ist, ist er beinahe schon froh, als sich eine Gestalt an seine Seite stellt und ihn von den Gedanken ablenkt. Wird ja fast schon unheimlich hier.

Chris Fusion: "Moranes."

Ist es für ihn überraschend, dass Chris Fusion offensichtlich mit seiner Ankunft gerechnet hat? Nein. Schliesslich ist auch Fusion einer der Menschen, die in ihrer Vergangenheit einiges erreichen konnten und dennoch in der heutigen Zeit keine Rolle mehr spielen. Lieber fokussiert man sich auf 11, Stevie van Crane, Grizz Lee oder Kevin Sharpe... Doch das ist alles Zukunftsmusik - jetzt ist er hier, weil seine Diplomatie gefragt ist. Der Weg, den er bestreiten muss, wird kein leichter sein. Und dennoch könnte es sein, dass sich bald eine dritte Armee in den Krieg aufmacht.

Erik Moranes: "Fusion."

Ein kurzes Nicken erfolgt, dann spannt der Mann aus Miami, Florida seine Brustmuskulatur an, atmet tief ein und führt seine Aussprache fort. Schliesslich muss er das Misstrauen sähen.

Erik Moranes: "Es ist wenig überraschend für mich, dass du mich anscheinend erwartet hast. Entgegen unserer Vergangenheit ist es dafür umso überraschender, dass man uns alte Hasen in einen Kampf steckt, der unwichtiger ist, als irgendetwas anderes. Trotz unserer gemeinsamen Rückkehr beim Brawlin' Rumble sind wir keine Titelstory mehr - wir sind eher irgendwo im nirgendwo."

Er nickt. Ja, richtig, Moranes ist ja ebenso wie er beim Rumble zurückgekehrt.

Chris Fusion: "Und nun stehen wir beiden alten Haudegen hier, starren wartend auf die Uhr und hoffen, dass die Zeiger sich endlich so weit gedreht haben, dass wir da rausgehen können, um das zu tun, was wir am besten können. Um das einzige zu tun, was Leute wie wir noch wirklich können, nein, je konnten. Irgendwie erschreckend, oder? Hattest du dir so deinen Ruhestand vorgestellt?"

Er lächelt. Ein wenig bizarr, einen nicht einmal 40 Jahre alten Mann über Ruhestand reden zu hören, aber Berufscatcher ist eben nicht wie jeder Beruf.

Ein kurzes Schmunzeln huscht dem Ambassador durch sein braungebranntes Gesicht. Die gebleichten Zähne blitzen auf, als er die passende Antwort ausspricht.

Erik Moranes: "Ich bin nie davon ausgegangen, dass sich ein Ruhestand überhaupt anbietet. Wir leben, um in diesem Ring zu sterben. Sei es, weil wir alt werden und irgendwann zerbrechen - oder sei es, weil wir in den Krieg ziehen."

Er winkt kurz ab, dann blickt er einen seiner heutigen Partner erneut an. Fusion muss selbst darauf kommen, alles anderen würde seiner Diplomatie nur im Wege stehen.

Erik Moranes: "Doch hey... warum beschäftigen wir uns eigentlich damit? Schauen wir doch lieber, was uns jetzt zu unserer Rückkehr erwartet. Wir stehen vor einem unwichtigen Kampf mit vier anderen Leuten, die in unserer Vergangenheit nichtmal als Jobber in die Halle gedurft hätten - und ehrlich gesagt: Bis auf Kwabena hat niemand von diesen Cretins auch nur annähernd die notwendige Ausstrahlung, um mit uns mithalten zu können. A pro pro Kwabena... wie läuft das eigentlich mit euch beiden? Nichtangriffspakt?"

Als er der Name von Jacob Kwabena fällt, verzieht Fusion kurz sein Gesicht. Seit Vendetta 104 wurde er von so ziemlich jeder Person auf sein Eingreifen angesprochen. Er hätte sich denken können, dass Moranes da keine Ausnahme bleibt.

Chris Fusion: "Es ist mir gleich, dass Kwabena am heutigen Abend mein Gegner ist. Ich hätte ihm auch im letzten Monat einen Stuhl an den Schädel hämmern können und es wäre mir dann ebenso egal gewesen, wenn er heute mein Partner gewesen wäre. Was die anderen Leute im Match betrifft, interessiert mich ehrlich gesagt keiner von denen besonders."

Das erste Mal am heutigen Abend richtet er seinen Blick auf Erik Moranes.

Chris Fusion: "Wenn wir beide ehrlich sind, würden wahrscheinlich auch wir das Gespräch hier nicht führen, wenn Jona Vark nicht auf die geistreiche Idee gekommen wäre, dieses Match anzusetzen."

Er dreht sich wieder zur Uhr. Die Zeiger haben sich tatsächlich bewegt, na immerhin das.

Chris Fusion: "Aber bist du es nicht auch leid, ganz unten anfangen zu müssen? Ich meine, du bist Erik Moranes, Cotatores Champion zusammen mit dem amtiereden Gerasy gewesen. Und wo musst du kämpfen? Im zweiten Match mit Leuten, die Aggressionsprobleme und Leuten, die bei ihrem Tag Team Partner öfter die Hände anlegen als bei sich selbst."

Er rümpft die Nase.

Chris Fusion: "Geht mir nicht anders, Moranes. Wir sind vergessene Stars. Verblasste Sternchen vielleicht. Man kennt uns einfach nicht mehr oder will uns nicht mehr kennen. Ich habe damals mit Mad Dog in der bXq gekämpft, doch meinst du, wir haben seit meiner Rückkehr auch nur ein Wort gesprochen? Ich bin wahrscheinlich einer der wenigen Personen, die Rage in einem One on One noch nicht besiegt hat. Nicht besiegen konnte."

Zumindest nicht im Ring.

Chris Fusion: "Aber glaubst du, dass Stevie van Crane sich einmal bei mir gemeldet hat, um sich Informationen einzuholen, wie man den Teufel schlagen kann?"

Kopfschütteln.

Chris Fusion: "Und höchstwahrscheinlich zuckt die Person, die in Berlin im Gefängnis sitzt und hier mal eine große Nummer war, auch nur mit den Schultern, wenn sie die Fachzeitschrift des Wrestlings aufschlägt und dort auf Seite 23 im Kleingedruckten liest, dass der verdammte Chris Fusion wieder zurück ist. Wir sind in deren Augen keine Main Event Player mehr. Keine Namen, die man dort auf die Leuchtreklamen packt, damit sie die ganze Welt auch sehen kann. Und wie sehr es mich auch enttäuscht, muss ich eingestehen, dass sie wahrscheinlich Recht haben. Dass es für Leute wie uns längst nicht mehr darum geht, das Rennen zu gewinnen, sondern nur noch darum, wie schön wir die Strecke laufen."

Etwas entspannter lehnt sich Moranes an die Wand, mustert Fusion kurz und rekapituliert die Worte. Er wusste, dass sich ihre Gedanken sehr ähneln - doch so, damit hätte er nicht gerechnet.

Erik Moranes: "Vor nicht allzulanger Zeit hätte ich dir zugestimmt..."

Amüsiertes Schnauben. Kunstpause. Still got it.

Erik Moranes: "Ich meine... vergleiche doch unsere Wege. Wir kommen hier an und müssen realisieren, dass sich unsere rechtmäßigen Ansprüche in Luft aufgelöst haben. Die Realität sieht so aus: Die alten Säcke wie Lucifer und Rage sitzen immer noch in ihrem PCWA Haus und tun so, als wenn sie die einzig wichtigen Personen sind und alle anderen bei weitem nicht mithalten können. Dabei verkennen sie, dass sie die Vergangenheit sind und die eigentlichen Keyplayer der PCWA aus der verbrannten GCW stammen - schau doch nur zu SVC, zu Mad Dog und zu Sharpe. Und denk an den Keller..."

Innerliche Unruhe macht sich wieder breit. Er will diesen Kampf nicht, doch er muss ihn bestreiten. Sein Weg sieht dies vor, es ist ein Teil des D.E.A.L.'s... einer Vereinbarung, welche vor sieben Jahren geschlossen wurde.

Erik Moranes: "Und der eigentliche Hausinterne PCWA Nachwuchs? Brunswick is gone und Sanchéz ist zu der Witzfigur verkommen, die ich ihm damals prophezeit habe. Also nicht mal annähernd der Rede wert..."

Ein verächtliches Schnauben ertönt und der Gesichtsausdruck von Moranes wird ernster, erwachsener... fokussierter.

Erik Moranes: "Ich denke nicht, dass unsere Zeit abgelaufen ist. Ich denke eher, wir müssen unsere Wege genau begutachten und unsere Entscheidungen treffen - wollen wir uns den anderen alten Säcken der PCWA anschliessen und ihre Schachfiguren werden? Oder wollen wir in den Keller steigen, unsere Zähne verfaulen lassen und uns von der Dunkelheit verzaubern lassen? Ich denke..."

Keine Kunstpause, sondern reine Diplomatie.

Erik Moranes: "...wir sollten unsere Wege gehen und unser Schicksal selbst in die Hand nehmen. Egal wer sich uns in den Weg stellt - wir gehen unseren Weg, denn wir sind noch lange nicht am Ende angekommen."

Die Zeiger haben sich weiter bewegt. Viel Zeit ist nicht mehr und so dreht sich Fusion erneut zu Moranes. Wird Zeit, das Gespräch zu beenden.

Chris Fusion: "Ja, die Zukunft wird zeigen, wo unsere Wege dann letzten Endes hinführen werden. Und ob unsere Strecken sich bis dahin noch einmal kreuzen werden."

Er nickt Moranes zu.

Chris Fusion: "Würde mich freuen, wenn das der Fall wäre."

Der rechte Zeigefinger geht zur Stirn und entfernt sich wieder. Alte Zeiten, alter Abschiedsgruß. Und Abgang Fusion.

Beruhigt blickt der Botschafter dem alternden Weggefährten hinterher. Sicherlich - in der Vergangenheit sind sie sich maximal auf der ein oder anderen Convention über den Weg gelaufen, doch das ist Vergangenheit. Die Gegenwart sieht folgendes: Zwei Männer - ein Ziel: Nicht in Vergessenheit geraten. Die anderen vom eigenen Können überzeugen. Und gleichzeitig die Welt regieren. Einfach gesagt - einfach gemacht. Ein weiterer Grundstein zur dritten Macht wurde gelegt... D.E.A.L. with it.

Leise flüstert Miami's finest Arrogance dem Schwarzen hinterher...

"Unsere letzte gemeinsame Schlacht wird kommen..."

...und erwiedert den alten Abschiedsgruß. Der alten Zeiten willen.

 

Vincent Craven: "Ein interessanter Dialog von Moranes und Fusion, die sich für meinen Geschmack aber auch ein wenig zu sehr an der Vergangenheit festhalten. Wenn die Beiden heute keiner mehr kennt, was sie zumindest glauben, dann hätten sie ja einen Clean State. Könnten also komplett neu anfangen. Aber stattdessen nostalgieren sie hier rum, wie so ziemlich jeder, der vor vier Jahren mal im Ring stand."

Mike Garland: "Und daran ist was genau schlimm? Sie sind ja bekannte Leute. Nur weil irgendwelche Rookies oder neue Fans sie nicht kennen? Erik Moranes ist ehemaliger PCWA Cotatores Champion, hat seinen Eintrag in den Geschichtsbüchern sicher. Warum sollte man das verleugnen?"

Vincent Craven: "Ist halt ein Zwiespalt, nicht wahr? Man ist nicht relevant, man war aber mal relevant und man möchte wieder relevant werden. Aber das schafft man nicht, indem man nur die ganze Zeit davon redet, dass man mal relevant war."

Mike Garland: "Das war mir zuviel Relevanz-Gequatsche. Viel zu viel."


------------------ PCWA ------------------

„Können wir zu Canada’s Wonderland?“

Skeptisch blickt er drein auf die kleine Japanerin, während er mit einem Eisbeutel seinen Kopf kühlt. Der Finisher von Stevie Van Crane hatte ihn gut und auf kalten Fuß erwischt. Blöd… er unterschätzt ihn nicht wieder. Die Leute jubelten, als sein Kopf auf die Matte aufschlug. Hätten sie gejubelt, wenn er Stevie von hinten angegriffen hätte mit der FSL oder dem Fall of a Hero (neuer Finisher… Anm. d. Autors)? Wahrscheinlich nicht. Wie immer wäre es dann nicht überraschend oder schelmisch gewesen, sondern hinterlistig und böse. Er vermisst Berlin. Hier im Kampf gegen Alistair hatten ihn die Menschen verstanden für einen Augenblick. New York… es war wohl die Euphorie, dass die PCWA ins Ausland gekommen ist, so dass selbst für ihn gejubelt wurde. Hier in Toronto, in Kanada, sieht die Sache schon anders aus. Die Die-Hard Fans der PCWA bejubeln ihn, denn er ist schon so lange ein Star der Manege, aber im Groben und Ganzen wollten sie ihren Helden in strahlender Rüstung Stevie Van Crane sehen und ihn? Ihn hassen sie. Nennen seinen Namen zusammen mit Gestalten, wie Kriss Dalmi oder Eleven… oder… igitt… Alistair Brunswick.

Eri: „Canada’s Wonderland? Oder wie wäre es mit…“

Sie blättert in dem Reiseführer, der wieder für die PCWA Angestellten ausgeteilt wurde.

Eri: „… Centreville Amusement Park.“

Aus seinen Augenwinkeln blickt er das kleine Geschöpf an, welches er so gerne in seiner Nähe hat, obwohl er sich sicher ist, dass sie eines Tages, wenn der Schmerz wegen NEON nachgelassen hat, wieder von ihm weggehen wird.

Azrael Rage: „Reicht ein Freizeitpark im Jahr nicht?“

Sie schüttelt heftig den Kopf.

Eri: „Nein, nein, ich will am liebsten täglich Freizeitparks sehen.“

Leise seufzt er, obwohl er innerlich, auch wenn er es nie zugeben würde, diese Antwort an ihr mag. Er liebt ihren Optimismus, ihre Leidenschaft für so viele Dinge. Sie legt den Reiseführer zur Seite und geht zu seinem Sessel. Ihre kleinen Hände gehen runter die Rückenlehne zu seinem muskulösen Schultern, welche in einem RoD T-Shirt gehüllt sind. Vorsichtig massiert sie seine Schultern und auch wenn er es nicht zeigt, genießt er ihre Berührungen so sehr.

Eri: „Entspann dich doch. Wir können irgendwas unternehmen. Du hast doch eh kein Match.“

Er knurrt leise, weil sie Recht hat. Er hat kein Match und es wäre wohl wirklich nicht falsch mit Eri etwas zu unternehmen, aber aktuell machen ihm diese gemeinsamen Momente Angst, denn wie wohl jeder schon gemerkt hat, empfindet er etwas für sie und das sollte er nicht. Sie wird ihn eines Tages verlassen und er weiß es… Alistair hat es bewiesen. Alle verlassen ihn eines Tages. Selbst Cinderella ist gegangen, obwohl er das für unmöglich hielt. Kalt versucht er seine Antwort zu formulieren, während er ihre Hände von sich wegschiebt.

Azrael Rage: „Wir müssen noch hier bleiben. Stevie hat noch ein Match und Ich will ihn studieren.“

Sie blickt auf dem Fernseher, welcher ausgeschaltet ist.

Eri: „Was ist los? Ich habe deine Sprache gelernt, um mit dir sprechen zu können, aber du sprichst nicht mit mir in letzter Zeit.“

Aus Scharm dreht er sein Gesicht weg.

Azrael Rage: „Das würdest Du nicht verstehen.“

„Ich verstehe vieles nicht, wenn es um sie geht, Mr. Rage!“

Ohne das es die Beiden gemerkt hätten, hatte sich hinter ihnen die Tür geöffnet und eine weitere weibliche Person ist in die provisorische Kabine geschlichen. Es ist die Geschäftsführerin Jona Vark.

Azrael Rage: „Jona?“

Jona Vark: „Noch immer Miss Vark für Sie.“

Sie holt aus ihrer Tasche etwas hervor. Einen kleinen weißen Umschlag. Er ist geöffnet.

Jona Vark: „Was soll das? Was soll dieser Scheck?“

Er dreht sein Gesicht wieder weg und nimmt seinen Eisbeutel ab.

Azrael Rage: „Es ist eine Wiedergutmachung für das Mobiliar und die Mitarbeiter, die Ich geschädigt habe. Sollen sie sich davon Autos, Häuser oder schöne Reisen kaufen. Spielt keine Rolle.“

Der Umschlag wird zerrissen und auf den Boden fallengelassen.

Jona Vark: „Weder ich, noch der Rest der PCWA-Arbeiter ist auf ihre Almosen angewiesen. Wir sind sehr gut versichert, selbst gegen Psychopathen wie Sie, Mister Rage.“

In sich knurrt er, lässt es aber weder Jona, noch Eri sehen.

Azrael Rage: „Sie hätten den Scheck auch zerreißen können ohne es hier als großes Theater zu machen. Was wollen Sie?“

Sie? Hat der Herokiller gerade Jona Vark gesietzt?

Jona Vark: „Ich will das sie wissen, dass ich sie im Auge behalte. Ich werde nicht dulden, dass sie Stevie Van Crane ähnlich verderben, wie sie es mit Alistair Brunswick getan haben. Sollte es einer solchen Entwicklung nur nah kommen, werde ich sie feuern… obwohl sie Gerasy sind.“

Die Die-Hard Fans erinnern sich. Die erste Titelregentschaft von Azrael Rage wurde durch den damaligen Geschäftsführer Mahmoud Omar Medouni beendet, indem dieser den Undisputed Gerasy feuerte und den Titel für verkannt erklärte.
Unterdessen brodelt es in Rage? Wieso gibt die ganze Welt ihm die Schuld am Fall von Brunswick? Er versteht diese Welt einfach nicht. Eben waren sie noch dankbar, dass er sich gegen diesen Irren stellte, im nächsten Augenblick hasst sie ihn wieder, weil er irre ist, obwohl er zum ersten Mal seit langer Zeit ein Gefühl von Klarheit hat.

Kurz blickt er auf seinen Gerasy und dann landet sein Eiswürfelbeutel an der Wand und knallt auf den Boden.

Azrael Rage: „DAS WAR NICHT MEINE SCHULD!“

Jona Vark: „Das sehe ich an…“

Azrael Rage: „ICH BIN NICHT AN ALLEM SCHLECHTEN SCHULD!“

In seinem Ausruf stand er auf und hat die Faust in die Höhe erhoben. Erst jetzt bemerkt er dies und blickt geschockt auf seine linke Hand, welche bereit zum zuschlagen in Position steht. Langsam senkt er sie und setzt sich wieder und wiederholt die vorhergegangenen Worte.

Azrael Rage: „Ich bin nicht an allem schlechten Schuld hier.“

Plötzlich steht Eri vor Jona Vark.

Eri: „Sie haben gesagt, was sie sagen wollten. Sie gehen jetzt besser, Miss Vark.“

Glücklich sieht Jona nicht aus, aber in der Tat hat die kleine Japanerin Recht. Sie hat gesagt, was sie sagen wollte. Ihr Standpunkt ist klar.

Jona Vark: „Denken sie dran, ich beobachte sie.“

Tatsächlich dreht sich die Geschäftsführerin um und verlässt die Kabine. Die kleine Eri schließt die Tür leise hinter ihr. Sie guckt hinüber zu Azrael, welcher schweigsam in seinem Sessel ruht und nichts sagt. Allerdings sieht man ihm sein Dilemma an.

Eri: „Das war nicht fair.“

Leise grummelt er von sich…

Azrael Rage: „Die Welt ist kein fairer Ort und Ich verstehe sie nicht und die Welt versteht auch Mich nicht.“

Er steht auf.

Azrael Rage: „Sie sind alle unfair. Alistair, Jona und Stevie… Vielleicht ist es zu schwer alles zu erkennen. Möglicherweise fehlt die Übersetzung, oder der Kontext für die Welt, selbst für Jona und für... Stevie. Ich muss es versuchen… Ich werde es der Welt erklären.“

Sie will ihn aufhalten.

Eri: „Gewalt wird das ganze nicht besser machen.“

Vorsichtig, aber dominierend, schiebt er abermals heute Abend ihre Hände von sich weg.

Azrael Rage: „Gewalt gehört in der PCWA zum Alltag, aber erst soll es Worte geben.“

So lässt er sie hinter sich und verlässt die Kabine. Sie will ihm eigentlich folgen, aber ihr Blick verharrt auf den fallengelassenen Umschlag. Kniend holt sie den Inhalt hervor. Es ist, wie die Geschäftsführerin schon sagte, ein zerrissener Scheck und er ist ausgeschrieben mit der Zahl von 2.000.000 Euro. Als Verwendungszweck steht dort nur ein Wort: Sorry

 

Mike Garland: "Hey, Azrael Rage hat mich verprügelt! Ich nehme die zwei Millionen gerne."

Vincent Craven: "Das gleiche gilt für mich auch. Schmerzensgeld und so!"

Mike Garland: "Vor ein paar Monaten noch hätte die PCWA das Geld mit Kusshand genommen. One Million Ring-Challenge und so, doch jetzt können wir wieder in Saus und Braus leben. Ich aber nicht. Ich will das Geld!"

Vincent Craven: "Zwei Millionen... und Jona Vark sagt nein. Vielleicht nicht einmal, weil wir das Geld nicht gebrauchen können, aber sie will einfach nichts von Rage annehmen. Keine Unterstützung, keine Almosen, nichts. Die PCWA überlebt alleine. Und seine Fehler macht man sowieso nicht gut, indem man Geld verschenkt."

Mike Garland: "Aber so heilen die Narben besser. Die Narben der Seele. Bin ich eigentlich der Einzige, der sich noch nicht daran gewöhnt hat, wie gut Eri Osada inzwischen spricht?"

Vincent Craven: "Nee, definitiv nicht."


------------------ PCWA ------------------

In der Halle ist es nun endlich soweit. Der Song auf den alle hier gewartet haben. Die große Party kann endlich beginnen!

Rick Astley - Never gonna give you up.

We're no strangers to love
You know the rules and so do I
A full commitment's what I'm thinking of
You wouldn't get this from any other guy

I just want to tell you how I'm feeling
Gotta make you understand

[Chorus:]
Never gonna give you up, never gonna let you down
Never gonna run around and desert you
Never gonna make you cry, never gonna say goodbye
Never gonna tell a lie and hurt you

Und schon tauchen die beiden Happy Guys auch auf. Beide sind irrsinnigerweise mit Uncle Sam Kostümen verkleidet, was dadurch, dass beide Briten sind und sich gerade nicht einmal in Amerika befinden einfach noch lächerlicher wirkt. Immer wieder recken die beiden ihre XAW Replika Belts in die Luft und präsentieren diese den Fans. Die reagieren jedoch genau so, wie man es auch aus der XAW kennt: Sie buhen Team Happy Hour gnadenlos aus. Die Buh Rufe nehmen sogar noch zu, als die beiden an einem Fan mit Jacob Kwabena Plakat vorbeikommen. Ohne Vorwarnung springt Toto der Affe plötzlich von Dwight's Schulter herab auf die Absperrung und entreisst dem Fan das Plakat um es mitten in der Luft zu zerfetzen. Unter den immer lauter werdenden Buh Rufen hüpft der Affe schließlich auf die Schulter zurück. Natürlich nehmen die beiden Vollpfosten die Buh Rufe aber völlig anders wahr, was schon deutlich wird, als sie endlich im Ring ankommen und sich sofort Mikros schnappen.

Brandon Cornwallace: "Wow Dude, was für ein Empfang!"

Jason Dwight: "Wir lieben euch auch Leute!"

Brandon Cornwallace: "Genau, ihr seid die Besten. Danke, dass ihr an uns GLAUBT!"

Und schon folgt der erste klatschende High-Five, ehe sie weitersprechen.

Brandon Cornwallace: "Ohne euch hätten wir es nie geschafft ... ihr habt an uns geglaubt und wir haben an uns geglaubt..."

Jason Dwight: "Und siehe da ... wir haben der gesamten Welt bewiesen, dass man einfach alles schaffen kann, wenn man daran GLAUBT!

Beide recken nun erneut ihre Replika Belts in die Luft, während sich Toto mal wieder eine Mini-Banane aus seinem Munitionsgürtel zieht.

Brandon Cornwallace: "PCWA Berlin World Tag Team Champions ... it's done!"

Jason Dwight: "Genau, wir haben daran geglaubt und es ist geschehen. Es war ein kleiner Schritt für Happy Hour ..."

Brandon Cornwallace: "...und ein großer Schritt für den GLAUBEN den Menschheit."

Und wieder folgt ein High-Five. Dieses Mal mit den beiden Replika Belts. Die Fans fangen erneut an zu buhen und scheinen sich nichts sehnlicher zu wünschen, als dass die beiden endlich verschwinden. Natürlich wird dieser Gefallen ihnen jedoch nicht gewährt. Stattdessen wird weitergelabert.

Brandon Cornwallace: "Und heute werden wir es noch einmal tun ... wir werden Siegen!"

Jason Dwight: "Und wir werden Jacobi Wantobi heilen!"

Brandon Cornwallace: "Ist er krank?"

Jason Dwight: "Ich glaube schon ... oder hat sein ganzes Volk nicht etwa Ebola?"

Er blickt Cornwallace fragend an. Für einige Sekunden herrscht Ruhe, ehe Cornwallace schließlich euphorisch nickt.

Brandon Cornwallace: "Du hast sicher recht. Aber Jacobi soll nicht traurig sein. Wenn er nur genug daran glaubt, kann er den Virus bekämpfen!"

Jason Dwight: "Ja Dude!"

Brandon Cornwallace: "Aber auch ihr alle dürft nicht aufhören zu glauben ihr treuen deutschen PCWA Fans."

Jason Dwight: "Genau ... der HSV kann es noch schaffen!"

Die beiden feiern sich extrem, ernten allerdings überhaupt keine Reaktionen, was wenig verwunderlich ist, wo die Kanadier hier sicherlich überhaupt nicht einmal wissen was der HSV ist. Aber völlig egal, zumindest für die beiden Happy Guys, die sich erneut einen Titel-High-Five geben.

Brandon Cornwallace: "Wieso sind die so ruhig? Meinst du wir sollen was singen?"

Jason Dwight: "Au ja! Ich hab sogar extra was einstudiert!"

Brandon Cornwallace: "Isso ... wir schenken euch euer Idol!"

Und während die Buh Rufe nun wieder zunehmen, fangen die beiden tatsächlich an zu singen.

Brandon Cornwallace: "Every night in my dreams
I see you, I feel you
That is how I know you go on"

Jason Dwight: "Far across the distance
And spaces between us
You have come to show you go on!"

Während die beiden den berühmten Hit singen werden sie natürlich weiter ausgebuht, was beide aber nicht daran hindert während dem Singen die berühmte Titanic Pose einzunehmen. Und tatsächlich ziehen die beiden den Song, zum großen Unwillen ALLER, bis zum bitteren Ende durch. Schließlich sind sie am Ende angekommen und die Buh Rufe vermischen sich inzwischen mit "Go Home Assholes!" Chants. 

Brandon Cornwallace: WOW! Hör dir diesen grenzenlosen Jubel an Jay-Jay!"

Jason Dwight: "Ja ... echt der Wahnsinn wie die abgehen ... und das, wo die doch gar kein Oktoberfest haben!"

Brandon Cornwallace: "Wir wissen halt wie man gute Laune transportiert!"

Ohne die Zuschauerreaktionen weiter zu beachten gibt es erneut einen klatschenden High-Five mit den Replika Belts.

Jason Dwight: "So ... bevor wir jetzt gehen, haben wir aber noch eine besondere Überraschung für euch."

Brandon Cornwallace: "Genau Dude! Wir haben nämlich eine geile 7 Sekunden Pose für euch einstudiert!"

Jason Dwight: "Ich hoffe ihr seid bereit. Seid ihr es?"

Natürlich gibt es erneut nur Buh Rufe, welche von beiden als Jubler empfunden werden. Und so folgt, was folgen muss ... die beiden posieren mit High-Five genau in der Mitte des Rings und rühren sich ganze 7 Sekunden lang überhaupt nicht, was natürlich nur noch mehr Buh Rufe nach sich zieht. Schließlich lösen die beiden die Pose endlich wieder auf und fahren fort.

Brandon Cornwallace: "Yeaaaaaaaaah! Das war einfach nur der HAMMER!"

Jason Dwight: "Ja Mann! Wir sehen uns dann gleich wieder zur großen Gesprächsrunde!"

Brandon Cornwallace: "Freut euch drauf Dudes! Es wird LEGENDÄR!"

Es folgen noch einige Titel-High-Fives, ehe die beiden lächerlichen Uncle Sam Kopien endlich den Rückweg in den Backstage Bereich antreten. Als sie schließlich verschwunden sind, sieht man den Zuschauern die Erleichterung förmlich an. Endlich werden ihre Nerven wieder geschont.


------------------ PCWA ------------------

Jane Nelson: "Das nächste Match ist angekündigt als Wild Card 6-Men Tag Team Match... Und hier ist das erste Team, bestehend aus ERIK MORANES, BRANDON CORNWALLACE UND CHRIS FUSION!!!"

Lez b real, homies: Wir wissen doch wohl alle, dass Sendezeit ein enorm wertvolles Gut für einen jeden TV-Sender ist. Dabei ist Aliera-TV sicherlich keine Ausnahme. Und weil dieses Gut so enorm wertvoll ist, kann man es natürlich auch nicht mit so einem Mist wie sechs kompletten Entrances verschwenden. Darum hören wir zum Einzug auch nur EIN Lied, nämlich das des inoffiziellen Team Captains: Erik Moranes.

Get up, Get up, Get up,
I'ma show you everything I've got inside
I Won't Give up, Give up,
Never backing down this is my fight

 

Wenn dieser Song ertönt, dann bedeutet dies immer: Ärger mit dem Botschafter. Mittlerweile seit drei Monaten zurück und noch nicht einmal deutlich zu den Fans gesprochen - vielleicht ist deswegen auch die dezente "Anti"-Stimmung im Air Canada Center zu vernehmen. Selbst schuld, wenn man sich nicht um die Arena kümmert und die Stadt einem am Arsch vorbei geht.

 

Miami's finest Arrogance

Self Proclaimed 

Great One

Self Proclaimed

The Ambassador of FitisFair

Paid for

 

 

...steht da auf der Leinwand - Mit seiner weißen Speedo, den weißen Stiefeln, den schwarzen Kneepads und den schwarzen Wristbands und in Begleitung seiner Tag Team Partner Brandon Cornwallace und Chris Fusion geht er genüsslich die Aisle hinab, springt auf den Apron, blickt ins weite Rund und steigt dann durch die Seile in den Ring. Seine Tag Team Partner machen ihm dabei alles nach, was er so macht. Das sieht zwar reichlich seltsam aus und sorgt in der Crowd für viele hochgezogene Augenbrauen aber wenn man keinen eigenen Entrance einreicht, dann muss man das wohl oder übel über sich ergehen lassen. Passend dazu spielen die letzten Takte von Erik Moranes neuer Einzugsmusik.

 

I hate the way you drag me down
I'm not afraid cuz this ends
now

(From Ashes to New - My Fight)

Jane Nelson: "Und hier ist das zweite Team, bestehend aus JASON DWIGHT, KEEK HATHAWAY und JACOB KWABENA!!!"

Rick Astley - Never gonna give you up.

We're no strangers to love
You know the rules and so do I
A full commitment's what I'm thinking of
You wouldn't get this from any other guy

I just want to tell you how I'm feeling
Gotta make you understand




[Chorus:]
Never gonna give you up, never gonna let you down
Never gonna run around and desert you
Never gonna make you cry, never gonna say goodbye
Never gonna tell a lie and hurt you

Normalerweise würde man ja denken, dass die Team Happy-Hour-Jungs unzertrennlich wären und auch gemeinsam die Bühne betreten, obwohl sie sich gleich als Gegner im Ring gegenüberstehen werden aber die Anzugträger von Aliera-TV haben eben anders entschieden. Es muss Zeit, wie weiter oben bereits erwähnt, (Sendezeit) gespart werden und deshalb kommen die Mitglied von Team Half-Hour (hihihi ^^), so wie Moranes, Cornwallace und Fusion, gleichzeitig heraus, gehen gleichzeitig zum Ring, entern den Ring gleichzeitig und begeben sich gleichzeitig in ihre Ecke. Der Homie "Yoshi" Funaki checkt bei allen noch kurz, ob sie verbotene Gegenstände bei sich tragen, findet aber bei allen sechs Wrestlern keine und so kann es auch schon losgehen. Funaki gibt das Zeichen, der Ring ist freigegeben.

2nd Match
- Freund oder Feind? -
Wildcard 6-Men Tag Team Match



 

*Ding Ding Ding*

Auf Seiten von Team Moranes wird Brandon Cornwallace beginnen. Bei Team Half-Hour will es der junge Londoner Jacob Kwabena zuerst wissen, der sich die Chance offensichtlich nicht entgehen lässt, wenigstens einem der Team Happy-Hour-BFFs für ihre selten dämlichen Sprüche die Fresse kaputtzuschlagen. Und dieses Verlangen brodelt gerade zu in ihm, denn Brandon Cornwallace steht vor ihm, lächelt ihn freundlich an und hält ihm tatsächlich die Hand zu einem High Five hin.

Vincent Craven: "Es besteht die geringe Wahrscheinlichkeit, dass dies ein linker Trick von Cornwallace sein könnte."

Mike Garland: "Ach hör doch auf! Wie oft am Tag highfiven diese zwei Vollidioten bitte? 100 mal? 200 mal? Und ausgerechnet bei diesem einen Mal soll es sich dabei um einen Trick handeln?"

Vincent Craven: "KWABENA! Das sieht der Engländer offensichtlich GANZ anders!!"

Unter den Jubelschreien der kanadischen Fans lässt Jacob Kwabena Forearm Shots gegen das Kinn des Team Happy-Hour-Mitglieds hageln. Das Spiel des Walisers hat er längst durchschaut und treibt ihn zu den Seilen, wo er ihn in die Gegenseite whipped und den XAW-Mann mit einem slick ausgeführten Dropkick aus dem Lauf pflückt. Bevor es jedoch zu einem Cover kommt, ist Cornwallace schon aufgestanden und versucht den flinken Schwarzen zu greifen, wobei er aber nur Luft zu fassen bekommt, denn Jacob Kwabena ist elegant ausgewichen und hält seinen Gegner mit einem Waist Lock, um ihn zu einer Suplexvariante auszuheben, was aber daran scheitert, dass die eine Hälfte von Team Happy-Hour einfach zu happy ist, um sich noch länger von Kwabena überrumpeln zu lassen. Stattdessen schafft der Waliser es, sich aus dem Griff zu befreien und setzt nun einen eigenen Waist Lock an, dem Kwabi jedoch entkommt... und zwar mit was? Mit einem Waist Lock-Konter natürlich!

Mike Garland: "Waist Lock, Waist Lock, Waist Lock, Waist Lock!!! Technisches Wrestling auf allerhöchstem Niveau! Lou Thesz wäre so stolz!!"

Vincent Craven: "Also ich finde das ja ein bisschen albern, ehrlich gesagt."

Womit der Halbjapaner am Kommentatorenpult nicht ganz alleine dasteht, dann das endlose Waist Lock-Spamming des Engländers und des Walisers sorgt beim Publikum für Mienen, die sich wohl am Besten mit "WTFISDISFUCKINSHITFUCKINWRESTLEYOUTWOIDIOTS!!!!!" umschreiben lässt. Wieder und immer wieder kontern sich die beiden mit Waist Locks aus, bis Jacob Kwabena auf die Idee kommt, zur Abwechslung einfach mal stehen zu bleiben. Und tatsächlich! Brandon Cornwallace hat die Bewegungsabläufe dieses Konterfestes in dieser kurzen Zeit scheinbar so sehr verinnerlicht, dass er Kwabena auskontert, obwohl dieser überhaupt keinen Waist Lock angesetzt hat, sich nach hinten dreht und einen Waist Lock dort ansetzt, wo niemand steht. Bevor Brandon Cornwallace aber überhaupt realisieren kann, was hier gerade falsch gelaufen ist, sieht er auch schon, wie Kwabena ihm aus den Seilen entgegengeschossen kommt  - Cross Body und direkt das Cover! "Yoshi" Funaki ist zur Stelle.

ONE

.

KICK OUT!

Mike Garland: "Das hätte ich dir auch vorher sagen können, dass das nicht funktioniert, du Obergurke!"

Vincent Craven: "Man muss es wenigstens versuchen. Und wenn man mir diese Bemerkung gestattet: Brandon Cornwallace ist durchaus eine Person, bei der ich mir hätte vorstellen können, dass dieser Pinversuch durchgeht."

Mike Garland: "Lass das mal nicht Kevin Smash hören. Der macht dich direkt einen Kopf kürzer. Kevin Smash ist nämlich ein sehr mächtiger Mann, musst du wissen. Er besitzt eine eigene Wrestlingliga und eine eigene Veranstaltungshalle und einen eigenen TV-Sender und..."

...wahrscheinlich auch einen eigenen Flugzeugträger aber das interessiert im Moment keine Sau, da es im Ring nun mit der Action weitergeht, wo Jacob Kwabena sich inzwischen wieder aufgerichtet und Brandon Cornwallace nach oben gezogen hat, um ihm eine Reihe stiffer Kicks gegen den rechten Oberschenkel zu verpassen, deren Heftigkeit den (im Moment nicht so) fröhlichen Waliser einknicken lässt. Geschwind wechselt Kwabena in einen Side Headlock und führt seinen Kontrahenten so in seine eigene Ringecke, wo der wutlose Keek Hathaway schon die Hand für den Tag ausgestreckt hat, den Jacob Kwabena sogleich auch annimmt.

"Yoshi" Funaki: "Tag made! Jason Dwight in, Jacob Kwabena out!"

Jacob Kwabena: "Wait a minute..."

"BOOOOOOO!!!!!!!!"

Vincent Craven: "Das gibt es doch gar nicht!! Jason Dwight hat sich einfach selbst eingetagged und geht jetzt mit Brandon Cornwallace auf Jacob Kwabena los - seinen eigenen Teammate!!"

Mike Garland: "Gute Freunde kann eben niemand trennen."

Nicht nur Vincent Craven schaut dumm aus der Wäsche, als sich die beiden Rekord-High-Fiver auf den jungen Londoner stürzen und auf ihn in seiner eigenen Ringecke eintreten. Auch Erik Moranes, sowie Chris Fusion schauen voller Unverständnis auf die gegenüberliegende Seite und Keek Hathaway redet - so energisch wie das für jemanden, der seine Wut verloren hat, möglich ist - auf Jason Dwight ein und sagt ihm, sofort damit aufzuhören. Schnell wird dieser Chose jedoch vom Unparteiischen ein Riegel vorgeschoben, der beide Mannen von Team Happy-Hour ermahnt, sich von Jacob Kwabena fernzuhalten, da dieser nun nichts mehr im Ring zu suchen hat, ansonsten würde er dieses Match in einem "No Contest" enden lassen und das will nun wirklich niemand. Nicht mal die beiden gegeneinander antretenden BFFs! Und so lassen die Mannen aus Barry bzw. Manchester den Wrestler mit dem coolsten Entrance Theme in der gesamten PCWA aus dem Ring steigen, der, als er sich wieder auf dem Apron eingefunden hat, besonders seinen inoffiziellen Teamcaptain mit einem bösen Blick bedenkt, welcher aber nur mit einem unschuldigen Grinsen und einem übergroßen Anime-Tropfen an seiner Stirn antwortet.

Nun stehen sich Team Happy-Hour gegenüber und umkreisen sich lauernd und konzentrierten Blickes, darauf wartend, wer zuerst die Verteidigung unten lässt und nein, jetzt kommt nicht der extrem behinderte und übertrieben

UNLUSTIGE

"Twist", dass die beiden sich einen Highfive geben, statt wie alle anderen Wrestler vernünftig in den Lock-Up zu gehen!

...

Na gut, okay! Sie machen doch einen High-five, denn erstens fällt mir auf die Schnelle nichts Besseres ein und zweitens ist das RICHTIG GUTES Gimmickplay und außerdem...

Vincent Craven: "SUPER KICK VON ERIK MORANES!!! Was für ein Ding!"

*Patsch*

Aus dem Nichts ist Erik Moranes plötzlich aufgetaucht, dem das hier scheinbar alles zu lange gedauert hat, und hat der gegnerischen Hälfte von Team Happy-Hour einen üblen Kick ins Gesicht verpasst. Jason Dwight kippt mit verdrehten Augen wie ein nasser Sack nach hinten und Brandon Cornwallace schaut sich das mit schreckgeweiteten Augen an. Er ist plötzlich gar nicht mehr so happy wie noch zuvor... Und selbst wenn er wollte, könnte er seinem eigenen Teamcaptain für sein Eingreifen keinen High-five anbieten, denn da verlassen seine Füße schon den Boden und Cornwallace kracht mit dem Rücken selbst auf den Ringboden - Body Slam!

Vincent Craven: "Es ist jetzt schon das pure Chaos ausgebrochen! Beide Teams bekämpfen sich aktiv selbst und so wirklich scheint es hier gar nicht mehr darum zu gehen, das Match zu gewinnen."

Mike Garland: "Hast du bei dieser wahnwitzigen Stipulation denn etwas anderes erwartet? Die Chancen auf ein geregeltes Match gingen von Beginn an gegen Null."

Vincent Craven: "Und der Leidtragende ist hier offensichtlich der Ringrichter, der so aussieht, als ob er gleich einen Ausraster kriegt!"

Nur ist das leider schon längst passiert! Mit hochrotem Kopf und hervortretender Halsschlagader brüllt er Erik Moranes an, was sich dieser einbilde und dass er sich sofort wieder auf den Apron begeben soll, da der von ihm soeben niedergestreckte Brandon Cornwallace der aktive Wrestler seines Teams ist. Den Kopf von Team Moranes interessiert das aber herzlich wenig. Der Ambassador packt seine Team Happy-Hour-Hälfte einfach am Knöchel und zieht ihn in seine eigene Ringecke, wobei sich Cornwallace wie eine widerwillige Katze mit seinen Fingern an der Ringmatte festkrallt, um nicht von seinem eigentlichen, ausgeknockten Partner getrennt zu werden, doch er kann es nicht verhindern. Mit einem Bein wird er durch die Seile auf den Apron gezogen, wo Chris Fusion sich dann selbst selbst eintagged, was vom Mann im schwarz-weißen Shirt widerwillig offiziell gemacht wird.

Chris Fusion in, Brandon Cornwallace out!

Während Jason Dwight, bittere Tränen weinend, von Erik Moranes zurückgehalten werden muss, wieder in den Ring zu steigen, um seinem einzig wahren Tag Team Partner zu helfen, tritt Chris Fusion dem in seine eigene Ecke kriechenden Jason Dwight wuchtig ins Kreuz und stoppt so einen Tag auf der anderen Seite. Daraufhin zerrt er den fröhlichen Waliser in den Stand und verpasst ihm eine stiff ausgeführte Kombination aus Schlägen und Tritten, die in einen buchtstäblich umwerfenden Uppercut mündet. Dwight donnert auf den Ringboden und ohne zu Zögern lässt sich die dunkelhäutige Muskelmaschine zu einem Cover niedersinken.

ONE

.

.

.

KICK OUT!

Auch der Teamcaptain von Team Half-Hour lässt hier gar nicht erst Spannung aufkommen und kickt schon nach der Eins aus, wovon sich Chris Fusion aber keineswegs entmutigen lässt. Im Gegenteil! Zügig kommt er wieder hoch und verpasst seinem ebenso aufstehenden Opponenten eine Reihe von Kneestrike in den Magen, die den Mann aus Manchester sich nach vorne krümmen lässt und schließt die Serie mit einem Snap DDT ab. Jason Dwight ballert mit dem Gesicht voran auf die Matte und sieht fürs Erste nur Sterne... fröhliche Sterne... fröhliche Sterne, die Pharrell Williams singen...

ONE

.

.

.

TWO

.

KICK OUT!

Vincent Craven: "Souverän ausgekickt vom XAW-Abgesandten. Ich hätte ihn gar nicht so tough eingeschätzt. Besonders gegen so ein Tier wie Chris Fusion!"

Mike Garland: "Er bekommt ja auch lautstarke Unterstützung von Brandon Cornwallace, der ihn, wie man gerade ganz gut hören kann, als einziger im Air Canada Centre anfeuert."

Vincent Craven: "Wirklich lange kann das aber nicht gut gehen, irgendwann sind die Reserven aufgebraucht, besonders da Chris Fusion und Erik Moranes in einer guten Position dafür sind, Jason Dwight zu isolieren."

Mike Garland: "Genau das scheint nun auch der Plan zu sein. Chris Fusion schaut zum Ambassador und der nickt ihm zu. Es klingt vollkommen unglaubwürdig, aber es könnte wirklich der Fall der sein, dass es Wrestler gibt, die innerhalb eines Teams sinnvoll zusammenarbeiten können."

Und so genau so geschieht es dann auch. Chris Fusion zerrt, Jason Dwight im Front Facelock haltend, den XAW-Mann in seine eigene Ecke und Erik Moranes tagged sich auch sogleich ein.

Erik Moranes in, Chris Fusion out!

Brandon Cornwallace in, Erik Moranes out!

Mike Garland: "Oh, was zur Hölle?!"

Natürlich lässt die walische Hälfte des fröhlichsten Tag Team der Welt die Chance nicht einfach so verstreichen seinen über alles geliebten Buddy Jay-Jay hier aus den Klauen von Erik Moranes zu befreien und so tagged dieser sich selbst ein, als Erik Moranes den Ring entern will. Moranes starrt erst den Ref und dann Cornwallace an, doch der Tag wurde gemacht und vom Ringrichter auch anerkannt. Es geht also Brandon Cornwallace weiter, der nun seinerseits den Ring entert und plötzlich stehen alle drei Mitglieder von Team Moranes zusammen mit Jason Dwight, welcher nach wie vor von Chris Fusion mit einem Front Facelock fixiert wird, der bisher nicht die Möglichkeit hatte, den Ring ordnungsgemäß wieder zu verlassen.

Erik Moranes in, Brandon Cornwallace out!

Mit einem Tag auf Brandon Cornwallaces Brustbein, das man mit viel bösem Willen auch als Chop ansehen könnte, bringt sich Erik Moranes wieder ins Spiel...

Brandon Cornwallace in, Erik Moranes out!

...um direkt wieder von Cornwallace ausgewechselt zu werden. An diesem Punkt scheint sich einige hitzige Diskussion in der Ecke von Team Moranes zusammenzubrauen, in die sich nun auch "Yoshi" Funaki einschaltet bis...

Vincent Craven: "HEADBUTT von Moranes gegen Brandon Cornwallace!!"

"THANK YOU, ERIK!!!"

"THANK YOU, ERIK!!!"

Out of Nowhere wie bei RKO Vines rammt das einstige TNE-Mitglied seinem Teammate die Stirn ins Gesicht und bekommt für diese eigentlich unsportliche Aktion von den Fans im Air Canada Centre, die bisher lautesten Reaktionen in diesem Match. Der völlig überrumpelte Cornwallace weiß nicht, wie ihm geschieht, da wird er schon Moranes ausgetagged und zwischen den Seilen aus dem Ring geworden, was dem Mann aus Miami, Florida abermals die lautesten Pops beschert. obwohl sie ihn für sein überhebliches Auftreten eigentlich ausbuhen müssten, doch Team Happy-Hour turnen scheinbar jeden ihrer Gegner automatisch zu Faces.

Erik Moranes in, Brandon Cornwallace out!

Mike Garland: "Ohne Brandon Cornwallace, der ihnen ständig dazwischenfunkt, können Erik Moranes und Chris Fusion jetzt scheinbar ein richtiges Match wrestlen."

Vincent Craven: "Und es geht auch schon direkt los. Heftiger Schlag in die Nierengegend von Moranes an Dwight und jetzt verlässt auch Chris Fusion endlich den Ri... WAS ZUM?! AUGENSTECHER GEGEN MORANES!! Und der Unparteiische hat es nicht gesehen!!!"

Offenbar hat der Mann aus Manchester nur auf diesen einen unachtsamen Moment gewartet, um aus der gegnerischen Ecke heraus zu explodieren und den vorübergehend erblindeten Erik Moranes mit einer Reihe heftiger Forearm Smashes zu bearbeiten die sie beide zurück in die Mitte des Ringes treiben, wo Jay-Jay Schwung in den Seilen hinter sich holt und auf den Ambassador zugerast kommt...

BACK BODY DROP!

ABER DWIGHT KOMMT AUF DEN FÜSSEN AUF!!

Vincent Craven: "Jason Dwight hechtet zu seinen Teammates, will den Hot Tag mit Kwabena... Aber er springt ins Leere!!! Jacob Kwabena verweigert ihm den Tag! Unglaublich!!!"

Mike Garland: "Er hat offensichtlich nicht vergessen, dass die Happy-Hour-Jungs gemeinsame Sache gemacht haben, um ihn anzugreifen. Dafür bekommt Jason Dwight nun die Quittung!"

Vincent Craven: "Arbeitet denn hier absolut niemand zusammen?! Wie kann man denn nur sein eigenes Match so torpedieren?!"

Mike Garland: "Es ging hier doch von Anfang an nur um persönliche Grabenkriege. Da kann doch niemand ernsthaft ein sportliches Wrestlingmatch erwarten. Aber nun ist Erik Moranes wieder am Ball!"

Das einstige TNE-Mitglied wittert hier natürlich eine Chance, die eben aus der Hand geglittenen Zügel wieder an sich zu reißen. Am Fußgelenk zerrt der Captain von Team Moranes den Captain von Team Half-Hour wieder in die Mitte des Ringes. Jason Dwight bleibt nichts anderes übrig als, auf einem Bein hüpfend, die Bewegung nach hinten mitzugehen, als er sich ruckartig umdreht!

ENZUIGIRI!

Und der geht durch!! Der Mann, der sich "Miami's finest Arrogance" nennt, wird von Jason Dwights Stiefelspitze seitlich am Kopf getroffen und muss die den XAW-Wrestler gezwungenermaßen aus seinem Griff entlassen. Dwight starrt in seine Ringecke, sieht das Keek Hathaway den Tag mit ihm will, versucht erneut den Hechtsprung in seine Ecke.

Vincent Craven: "Da ist schon wieder Moranes!! Er zerrt ihn zurück in die Ringmitte, hebt ihn vom Boden auf und...

GERMAN SUPLEX!!! IN DIE BRÜCKE!!!"

ONE

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TWO

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KICK OUT!

Im allerletzten Augenblick kann Jason Dwight sich aus dem Griff lösen und liegt erschöpft auf der Matte. Langsam aber sicher verlassen den jungen Mann aus Manchester die Kräfte. Er muss unbedingt mit einem seiner Teammates wechseln, sollte ihn nicht sein brother from another mother aus dieser Lage befreien, doch der liegt immer noch ausgeknockt vor dem Ring und zählt fröhliche, Pharrell Williams-singende Sterne. Erik Moranes ist inzwischen wieder aufgestanden und ist in die eigenen Ringecke geeilt, um nun mit Chris Fusion zu taggen. Gesagt, getan!

Chris Fusion in, Erik Moranes out!

Die dunkelhäutige Muskelmaschine verliert keinerlei Zeit, zieht seinen sich oben kämpfenden Gegner am Kopf zurück in den Stand whipped ihn ein...

SPINEBUSTER!

Sofort das Cover!!

ONE

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TWO

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THREE!!!

Vincent Craven: "BRANDON CORNWALLACE UNTERBRICHT!!! CORNWALLACE VERHINDERT DIE NIEDERLAGE SEINES TAG TEAM PARTNERS!!!!"

Mike Garland: "Chris Fusion sieht deswegen ganz schön wütend au..."

BRAINBUSTER!

*Rumms*

Bray-Bray kracht mit der Schädeldecke voran auf den Ringboden und wird von einem wutschnaubenden Chris Fusion anschließend aus dem Ring geschoben. Allerdings scheint genau das der Plan des Walisers gewesen zu sein. Die Warnrufe seines Tag Team Partners Erik Moranes kommen zu spät! Als er Jason Dwight hinterhereilen will, hat dieser bereits seine Ringecke erreicht und tagged mit Keek Hathaway, der unter ohrenbetäubend lauten Pops den Squared Circle betritt, obwohl er nicht mehr wütend ist.

"MASCHINE!!!"

"MASCHINE!!!"

Keek Hathaway in, Jason Dwight out!

Erik Moranes in, Chris Fusion out!

Unter tosendem Applaus laufen nun Keek Hathaway und Erik Moranes gegeneinander an. Der Ambassador versucht es als erstes, schlägt mit einem horizontalen Schwinger zu, der aber nur Luft trifft, denn im letzten Moment hat Keek Hathaway den Kopf eingezogen, läuft wieder in die Seile und fällt seinen Opponenten mit einem Running Dropkick! Zwar nicht wütend aber dafür adrenalisiert, springt Keek Hathaway mit einem Kik-Up auf die Beine, nimmt einmal mehr Anlauf in den Seilen und lässt sich zu einem Running Headbutt Drop fallen, der Chris Fusion auf Brusthöhe trifft. Wieder springt Keek Hathaway einfach so auf die Füße und sucht den Tag mit seinem Team - diesmal mit Jacob Kwabena!

Jacob Kwabena in, Keek Hathaway out!

Vincent Craven: "Kwabena klettert auf das Top Rope! Kannst du es fühlen, Mike? Siehst du es? Es steht in den Sternen geschrieben!"

Mike Garland: "So kitschig, Vince..."

WRITTEN IN THE STARS - SHOOTING STAR PRESS!!!

Mit einer filigranen Rückwärtsdrehung in der Luft kommt der Londoner donnernd auf Erik Moranes auf und hakt direkt das Bein ein. "Yoshi" Funaki ist schon zur Stelle!

ONE

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TWO

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THREE!!!

CHRIS FUSION UNTERBRICHT!!

Vincent Craven: "VON HINTEN KOMMT JASON DWIGHT ANGESCHLICHEN!! INVERTED HEADLOCK!!! GREETINGS-FROM-THE-ISLAND!!! DER BACKPACK STUNNER GEGEN CHRIS FUSION!!!!"

Mike Garland: "Das reinste Chaos hier im Ring!! Funaki weiß gar nicht, wo er zuerst hinschauen soll!"

Vincent Craven: "Jetzt mischt sich auch noch Keek Hathaway ein. 50 SHADES OF ANGER!!! KOJI CLUTCH GEGEN JASON DW... CORNWALLACE!!! ER SCHNAPPT SICH KEEK, ZIEHT IHN VON SEINEM PARTNER WEG UND WIRFT DEN NAMIBIANER AUS DEM RING!! FLASHLIIIIGHT!!!!!!"

Superkick von Kwabena, der sich daraufhin den taumelnden Brandwon Cornwallace schnappt und ihn ebenfalls über das Top Rope aus dem Ring schmeißt. Sofort dreht er sich um, will sich um den langsam auf die Beine kommenden Erik Moranes kümmern, aber da kommt auch schon wieder Chris Fusion wie ein Panzer angerollt und springt ihm entgegen.

SUPERMAN PUNCH!

Vincent Craven: FUSION TRIFFT JASON DWIGHT!!! KWABENA IST ZUR SEITE GEHECHTET... SPINNING WHEEL KICK GEGEN CHRIS FUSION!!! UND NOCH EINER GEGEN ERIK MORANES!!!! DIE EREIGNISSE ÜBERSCHLAGEN SICH!!!!"

Der Play-by-Play-Kommentator kommt aus dem Brüllen und Staunen gar nicht mehr heraus, so viel passiert hier in kürzester Zeit im Ring. Kwabena ist nach dieser konfusen Episode der letzte stehende Wrestler im Ring und wird von den kanadischen Fans, die seinen Namen immer wieder skandieren, frenetisch gefeiert. Nur noch er und Moranes befinden sich im Ring. Chris Fusion ist durch die Wucht von Kwabenas Spinning Wheel Kick unter dem Bottom Rope aus dem Ring gefallen. Jason Dwight, Brandon Cornwallace und Keek Hathaway liegen erschöpft außerhalb des Ringes und rühren sich nicht mehr. Zumindest im Ring scheint also wieder Ordnung eingekehrt zu sein und die will der junge Mann aus Bow, East London auch ausnutzen. Er zeigt an, dass er es zu Ende bringen will und lauert hinter "Miami's finest Arrogance", der sich wieder aufrappelt. Er muss sich bloß noch umdrehen und...

FLASHLIGHT AGAIN! DER SUPERKICK VON JACOB KWABENA!!

MORANES BLOCKT AB!!

Vincent Craven: "Moranes mit einem Ausfallschritt!! Er nimmt Kwabena zu einem Fireman's Carry hoch!! Kwabena mit Back Elbows gegen Moranes Schläfe. Er landet in seinem Rücken, hakt das Bein ein. OMEGA DRIVER!!! Aber er schafft es nicht, Moranes hochzustemmen!! Jetzt Moranes mit den Back Elbows gegen Kwabenas Schädel... WIEDER DER FIREMAN'S CARRY!!!!"

AMBASSADOR'S PLUDGE

Es geht abwärts für Jacob Kwabena, der mit einem Donnern rücklings auf der Ringmatte aufkommt und nicht mehr im Stande ist, sich zu rühren. Sofort schmeißt sich Erik Moranes auf seinen Gegner und hakt dessen Bein ein. Niemand da, der den Londoner retten könnte. Das war's!

ONE

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TWO

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THREE!!!

*Ding Ding Ding*

Jane Nelson: "Sieger via Pinfall nach 13 Minuten und 16 Sekunden,,, ERIK MORANES, BRANDON CORNWALLACE UND CHRIS FUSION!!!!"

Niemand hat ihn aufgehalten oder konnte ihn aufhalten und so ist es geschehen: Erik Moranes hat für sein Team den Pinfall abgestaubt und aufgrunddessen schwappen ihm nun turmhohe Wellen der Entrüstung entgegen. Die Fans haben in der Schlussphase in Jacob Kwabena ihren klaren Favoriten gesehen und dementsprechend enttäuscht scheinen die Kanadier auch darüber zu sein, dass Erik Moranes ihm nun den Sieg gekostet hat. Aber das selbstzufriedene Schmunzeln des Ambassadors scheint anzudeuten, dass ihn diese Reaktionen keineswegs stören. Sich den brummenden Schädel haltend, gesellt sich sein Teammate Chris Fusion zu ihm, während Brandon Cornwallace und Jason Dwight außerhalb des Ringes zu dem Schluss gekommen sind, dass Team Happy-Hour auf jeden Fall einen Sieg eingefahren hat, weshalb sie erst mal High-fiven. Nur Jacob Kwabena und Keek Hathaway schauen enttäuscht dabei zu, wie ihre beiden Gegner die Arme von Ringrichter "Yoshi" Funaki gen Hallendecke gereckt bekommen.


------------------ PCWA ------------------

 

Nervös kaut er auf seinen Fingernnägeln. Der Kampf, der bei ihm bereits bei Veröffentlichung der Card das Adrenalin in die Blugefäße schießen ließ, rückt immer näher. Auch wenn er dies niemals gestehen würde. Schon gar nicht vor seinen Kollegen. Robert Barker vs. Eleven... Es ist noch nicht genug Blut geflossen. Blut geflossen. Blut.
Dass Jona Vark nun seit einiger Zeit an der Spitze der PCWA stand, hat seinen Status innerhalb der Liga noch mehr gefestigt. Er leitet weiterhin die Main Events oder Co Main Events der PCWA und hat damit seine Position auch in der Vark Aera behauptet. Heute bestreiten allerdings diese beiden Irren ein Match gegeneinander, wo er für das nötige Recht sorgen soll. Eigentlich ein weiteres Lob für seine Arbeit, im Co Main Event dieser Vendetta zu stehen, und dennoch fragt sich Nelson Frider in diesem Augenblick, warum Jona Vark ihn erneut für dieses Match einteilen musste. Frider hat bereits während der Schlacht der beiden beim Brawlin' Rumble versucht, für Recht und Ordnung zu sorgen. Dabei bekam er einige Blessuren und Verletzungen ab. Häuser schickte ihn gar für drei Wochen in eine kleine Kur in den Schwarzwald... wenn das heute wieder so laufen würde, könnte er auf Dauer vielleicht seinen Standing in der PCWA verlieren. Robert Barker hat in seinem Gespräch mit Jona Vark bereits angekündigt, ihm etwas anzutun. In diesem Fall wäre er mal wieder nicht mehr als der Sündenbock für einen rachsüchtigen Wrestler.

Plötzlich spürt Nelson einen Schatten hinter sich, der sich lautlos genährt hat und nun fast erdrückend in seinem Rücken lauert. Erschrocken dreht sich Frider windig um - sein Gefühl hat ihn nicht getäuscht. Vor ihm steht ein Mitglied von Nicotin & Bacteria und blinzelt ihm zu.

Nelson Frider: "Was wollen sie?"

Bleed: "Ich? Ahm.. Nach dem Rechten sehen. Ich weiss, was Sie denken.. Nicotine & Bacteria. Evil, evil spirits. Aber mir persönlich liegt etwas an den Menschen, die vor uns fallen. Ich sorge mich.. um ihr Wohlergehen. Bis zum Ende. Ich habe von Robert Barkers Vorhaben gehört.. er will Ihnen einen grossen Auftritt verpassen.. Barker ist frustriert, weil nicht einmal der Schlächter Eleven aufhalten konnte. All diese bittere Enttäuschung im Herzen von Rob-Bob.. sie kann sich in üble Bahnen lenken, wenn er einen Sündenbock wie Sie vor sich sieht. Vor allem vor dem Hintergrund, dass sich Robert plötzlich wieder einmal spontan gehäutet hat.. nicht mehr geliebt werden will, weil.. you know.. das war gestern. Er will jetzt doch wieder böse, böse dreinschauen, Pfiffe ernten.. you know.. weil das ganz bestimmt mehr Respekt bringt. All das manövriert Sie in eine gefährliche Situation, Mr. Frider.. Don't you think?"

Entschieden schüttelt Frider mit dem Kopf.

Nelson Frider: "Seien Sie unbesorgt. Ich werde einschreiten, wenn es nötig ist. Alles andere spricht gegen meine Prinzipien!"

Bleed: "Prinzipien sind wichtig! Ich bin da voll auf Ihrer Seite. Ein Mann wie Sie weiss, wann er an ihnen festhalten muss.. und wann er sie lockern muss. Manchmal muss man die Regeln eines Matches weiter auslegen als beabsichtigt.. man muss Druck aus dem Kessel nehmen, bevor einem das ganze Schiff um die Ohren fliegt.. Aber Sie wissen das besser als ich. Eleven existiert ungern in einem Gehege aus Regeln.. Restriktionen.. Begrenzungen. Haben Sie ihm einmal aus der Nähe in die Augen gesehen? Man erkennt nicht, was dort entschieden wird.. aber man merkt es.. sehr, sehr schnell."

Bleed schnippt dicht vor dem Gesicht von Nelson mit den Fingern.

Bleed: "So schnell fällt man bei Eleven in Ungnade.. wenn man versucht, ihn mit Gewalt zu zähmen.. Ein Raubtier gehört nicht in eine abgesperrte Manege, Nel. Es muss frei sein.. über das Gitter springen können, wenn das appetitliche Kleinkind in der ersten Reihe um Aufmerksamkeit schreit. Robert Barker hat geschrien.. laut.. und klagend. Und sein Schrei des falschen Triumphes drang bis zu uns in die Tiefe. Er hat sich gebrüstet.. auf die Schultern geklopft, bis ihm die Knie schmerzten. Es ist Zeit, ihn auf Normalgrösse zu treten. Und NICHTS darf Eleven in diesem Unterfangen einschränken.."

"Was plant ihr da wieder, huh?!" 

Irritiert wendet sich Bleed von Nelson Frider ab und schaut zum Türrahmen, in welchem der Night Fighter Mad Dog, die Szenerie betrachtend, lehnt. Die unbekannte Konstante tritt langsam in den Raum ein, grüßt Frider mit einem respektvollem Kopfnicken, wonach er jedoch seinem eigentlichen Ziel, der Kellerbraut, gegenüber tritt.

Mad Dog: "Die Niederlage scheint doch nicht so an ihm vorbei gegangen zu sein, huh?! Oder warum diese Mühe? Und nun sag nicht, es sei tatsächlich deine Idee gewesen, mit dem Ringrichter zu sprechen... das wäre fast so glaubwürdig wie deine Aktion damals mit dem Nagellack."

Ob dieser Frage muss Bleed gar ein wenig lächeln, doch dann nutzt sie die entspannte Sekunde, um ihre schwarzen Fingernägel zu betrachten.

Bleed: "Ich kann mich nicht erinnern, dass ich dir damals eine Klinge an den Hals gehalten hätte. Du hast es freiwillig getan."

Der Hund zuckt mit den Schultern, während ihn Bleed aus dunklen Augen anfunkelt.

Mad Dog: "Ich hätte auch Blake nicht helfen müssen, huh?! Als er mit euch zusammen in den Keller stieg um dieses seltsame Team auszurufen. Alles geplant, was? Eleven kommt in die PCWA und attackiert mich nach dem Match gegen Milton... Warum verhilft er ihm nicht zum Gerasy? Tja, das wäre wahrscheinlich zu viel des Guten gewesen. Der Hund aber zündet nicht, frisst nicht den einfachen Hundeknochen, den ihm sein ehemaliger Meister aus PEST Zeiten vor das ach so blutlüsterne Maul schmiss. Also muss Blake in euer Team und siehe da... Mad Dog will ihm helfen, gibt ihm seine Maske. Aber das reicht noch nicht. Das ist ja gar das Gegenteil von dem eigentlichen Ziel. Keine weitere Reaktion des Hundes - also muss Eleven mich nochmal angreifen und mir den Gerasy kosten. Dafür geht er gar einen Deal mit Azrael Rage ein, den er eigentlich nicht wirklich ausstehen kann. Aber das fruchtet. Jetzt endlich kommt der Night Fighter und nicht nur eine Töle. Eleven wollte die ganze Zeit und bis jetzt, dass der Hund so wird, wie er es möchte. Ich möchte das selbstverständlich nicht. Darum geht es in unserem Gefecht... Er schlägt mir eine Fackel ins Gesicht, will mir das Sinnbild meines alten Ichs, die Maske, ins Gesicht brennen. Und was passiert? Immer noch nicht. Kein MD, weit und breit."

Spielerisch schaut er sich um.

Mad Dog: "Vielleicht ergibt sich für mich gar ein wenig Respekt von eurer Seite aus... Aber dann! DANN passiert dieser Unfall beim Rumble. Und das ist eure Chance, denn endlich hat er die Maske wieder auf dem Kopf. Endlich ist Mad Dog angeblich wieder sein verdammter MD. Denn die Schlussfolgerung ist so klar wie eindeutig. Eleven hat mich dazu gebracht, Blake das Gedächtnis zu löschen... Erst nimmt er meinen Jungen in seine Obhut, um mich anzulocken, und dann manipuliert er mich so, dass der Junge durch meine Hand das Business verlässt. Und damit ebenso ihn, seinen Pseudo Kollegen. Klingt fast so gut wie Bollywood, allerdings hättest du dafür ein bisschen mehr tanzen müssen, Bleed."

Wenn er nicht so wütend wäre, hätte er gar lachen können, doch so fletscht Mad Dog nur aggressiv die Zähne. Er hat genug von diesen Strippenziehern und Wahrheitsverdrehern. Schon Lucifer hat er es eben im Ring ins Gesicht geschmettert.
MD hebt nun seine Hand, so als wolle er "Stop" sagen. Aber nicht nur, um Bleed von einer Reaktion abzuhalten, sondern auch da er einen Fehler entdeckt hat.

Mad Dog: "Aber erkläre mir bitte noch ein winziges Detail in eurer wahnwitzigen Theorie..."

Fragend schaut Bleed zum Night Fighter, legt den Kopf schief.

Mad Dog: "Warum dieser Blick, Bleed? Der Blick, als ihr euch von Blake verabschiedet habt. Ihr seid an mir vorbei und in diesem kleinen, schönen Moment hast du mich angesehen... Fast war es so, wie an dem Tag als die GCWler uns blutend im Keller zurückließen. Ich schaute ein letztes Mal in deine dunklen, traurigen und doch so vertrauten Augen bis unserer beider Lider erschöpft hinab glitten. Ich wusste, dass es das war... Du... Du warst wütend. Beim Rumble war es dasselbe. Deine schönen, schwarzen Augen blitzten zu mir herüber, so als sei etwas Falsches passiert... so als hätte dieses Mal ich die Schuld auf mich geladen. Bleed... wenn alles von Beginn an geplant war, warum dieser Blick, huh?! Und wenn du nicht von Beginn an in diesen angeblichen Plan involviert warst, wieso schaust du ihn dann nicht so an wie mich? Denn schließlich ist er der Schuldige, huh? Er hat mich zum Amnesie-Hauer gemacht... Eleven war es. Also beseele ihn mit deinem Mörderblick. Oder hast du bereits ob seiner ständigen Lügengeschichten resigniert den Kopf abgeschaltet, so wie in dem Moment, als Dalmi..."

Ein Schlag unterbricht die Töle. Wuchtet seinen Kopf zur Seite. Bleed macht einen Schritt auf ihn zu, legt seine Hände auf die Brustmuskulatur des Fighters und gräbt ihre Fingernägel in dessen Fleisch. MD zuckt zusammen, lässt es aber zu... fixiert ihre Augen. Ebenso wie sie die seinen.

Bleed: "Wie sehr musst du MD in dir hassen? Wie blind kannst du nur sein, dass du seine Rufe in deiner Seele ignorierst und verleugnest? Eleven ist Eleven, du armes Stück Mensch! Für ihn gibt es keine Schuld, denn seine Taten existieren ausserhalb jeglichen Rahmens.. fernab von falschen Idealen aus Vernunft, Richtig oder Falsch, die ihr wie erbärmliche Schilde vor die Reste eurer Existenz haltet! Hast du das noch immer nicht verstanden? Du hast Schuld an Blake's Untergang, weil du die Chance weggeworfen hast, in unsere Mitte zurückzukehren.. Meinst du, Nicotine & Bacteria ist ein Stable? Sind wir die Idioten der Religion Of Death? Sind wir die ANGST? Es ist nicht mehr und nicht weniger als eine Überschrift.. eine Botschaft.. Nicotine & Bacteria ist ein PROZESS. Du hättest dich in ihm wiederspiegeln können.. du hättest beeinflussen und formen können.. MD hätte es getan, doch du hast ihn nicht zu Wort kommen lassen, sondern hast ihn in einem blinden Anflug aus Panik geknebelt und in die Tiefen deiner Seele eingesperrt wie ein krankes Überbleibsel einer besseren Zeit. MD und Blake hätten zusammen sein können.. statt krankhaft abhängig voneinander.. Sie hätten geteilt statt sich selbst zerteilen. Ich habe einen Traumjob.. Mad Dog. Und er ist an der Seite von Eleven. Immer.. Bis ans Ende."

Mad Dog: "Du wirst ihn nie verlassen, ich weiß."

Erst jetzt greift MD die Klauen der Frau und entreißt sie seiner Haut. Umklammert die deutlich kleineren und zierlicheren Hände mit seinen Pranken.

Mad Dog: "Von mir aus folge seinen Gedanken und seinen Deutungen von dem, wie er die PCWA angeblich manipuliert. Und mich mit... vielleicht lässt sich die unbekannte Konstante errechnen, sofern man die anderen Teile der Gleichung, die Konstanten, kennt. Aber ich kenne Eleven ebenso. Und er wird es nicht hinkriegen, seine Vision der PCWA Zukunft durchzuboxen. Ich stehe immer noch auf der anderen Seite, Bleed! Ich stehe immer noch gegen ihn. Ich war der Erste, der sich ihm entgegen stellte, und ich werde, wenn es sein muss, auch der Letzte sein!"

Bleed: "Du hast es versucht.. Mad Dog. Und du wurdest in dem Feuer verbrannt, das du löschen wolltest. Er hat dich gelehrt, dass es keine Umkehr gibt. Und die PCWA hat ihre Hoffnung in die fürchterlichste Waffe gesetzt, in einem verzweifelten Versuch das Kapitel Eleven's in der PCWA in Blut zu ersticken.. Doch der Schlächter ist gescheitert, denn ein Eleven lässt sich nicht schlachten. Nicotine & Bacteria, formlos und all umfassend, LÄSST sich nicht beenden. Und ich bete um deine Gesundheit und dein Seelenheil, dass du nicht erneut mit stumpfer Lanze gegen die Windmühlen rennst, sondern inne hältst.. um in der Dunkelheit zu hören, was MD dir zu sagen hat.. Er wird dich anflehen. Er wird klagen. Und doch ist er tief in dir das letzte, was dich noch retten kann. Ich bete dafür.. dass du ihn anhörst."

Bei den letzten Worten kommt Bleed mit ihren weinroten Lippen ganz nah an Mad Dogs Lippen, obwohl er sie weiterhin an den Händen festhält. Als sei sie Gefesselt lehnt sie sich nach vorn, haucht ihre Worte an den Bart des Konstanten.
Perplex schaut Dog sie an, wartet vielleicht gar. Verliert sich womöglich. In ihren Augen. Einer alten, vertrauten Sehnsucht.

Doch noch ehe Bleed zurückzieht, schüttelt sich der Night Fighter, touchiert mit seiner Stirn die Stirn Bleeds. Sie zieht sich zurück und lächelt ihm zu.

Bleed: "Überlass MD den Fight gegen Barker.. zwing ihn aus dir raus, so wie Eleven Barker gezwungen hat, ihm den Schlächter zu zeigen.. MD ist so viel stärker als der Schlächter es jemals war. Barker hat keinerlei Botschaft. Er hat keine Visionen mehr. Er wird untergehen in diesem Zeitalter, sobald seine Vergangenheit verbraucht ist, von der er zehrt. Er hat niemanden ausser sich selbst und seinen Erinnerungen an williges Schlachtvieh, das für einen zweifelhaften Ruf sorgte. Ein kluger Mann sagte zu mir: Es geht immer noch ein Stückchen tiefer. Du solltest die Fäuste ballen.. voll innerem Triumph.. wenn Eleven heute Barker durch den Ring prügelt. Und ich würde an deiner Seite stehen, wenn du bei Out Of Ashes die Überreste des Schlächters zusammenkehrst, um sie endgültig zu zerteten."

Eine Augenbraue wird fragend hinauf gezogen.

Mad Dog: "Und du meinst das würde ich wollen? Deshalb dieser Aufzug hier bei meinem Namensvetter?"

MDs Fingerzeig geht zu Nelson Frider, der das Gespräch der beiden die Zeit über neugierig verfolgt hat.

Bleed: "Denkst du wirklich, Eleven wollte dieses Match? Meinst du wirklich, er schert sich um das Geschwätz von 'Rematches'? Kann man ihn schwächen, wenn der gestreifte Mensch im Ring fehlerfrei bis Drei zählen kann? Du bist viel zu schlau dafür, um anzunehmen, das sich der Geist von Nicotine & Bacteria in dem tapferen Geschwülst aus Ringkämpfen, heroischen Phoenix-Schwüren und DNA-Gebrabbel auflöst. Du kennst die Antworten, Mad Dog. Ich bin hier, weil ich Mr. Frider einen guten Rat geben möchte. Einen Rat, den du absolut nachvollziehen müsstest. Nämlich, dass man Barker und Eleven nicht in die sperrigen Regeln eines Single-Matches einschliessen darf. Sie müssen frei sein. Wahrhaft frei sein.. meinst du nicht auch?"

MD hat sich derweil von Bleed abgewendet und hat sich neben Frider gestellt. Der eine oder andere mag gar ein Nicken als Reaktion gesehen haben.

Mad Dog: "Klar, Barker stand gegen Eleven im Ring, aber um was ging es dort? Wer ist der größere Schlächter? Wer ist das Huhn und wer das Ei? Oder welche Parallele ist die geradere? Im Endeffekt war es ein Kampf zweier Leute, die eine ähnliche Einstellung und in eine ähnliche Richtung gehen. Wenn nach Out of Ashes Stevie und ich um den Gerasy kämpfen, wird sich dies vielleicht in anderer Form auch ereignen - vermutlich werden wir beide allerdings nicht zu stolz sein, um dies auch zu akzeptieren."

Der Fighter zuckt erneut mit den Schultern.

Mad Dog: "Sei's drum. Heute gibt es dieses unnötige Duell ein weiteres Mal... Es wäre doch gelacht, wenn ich dort nicht auch eine Rolle einnehmen würde, huh?! Nelson, ich könnte dir doch eine Art Unterstützung bieten, damit diese Spielchen von Barker, Eleven oder dieser süßen Dame hier, nicht nach hinten losgehen. Was denkst du, huh?!"

Auf Friders Gesicht legt sich ein Lächeln.

Nelson Frider: "Vielleicht sollten wir das noch mit Jona Vark besprechen."

Mad Dog nickt und legt seinen Arm um die Schulter des Referees, um mit ihm den Raum zu verlassen. Bleed schaut den beiden nach.

Das Apocalypse Girl zückt ihr Smartphone.
Mit dem Zeigefinger wischt sie sich über die Lippen.

Bleed: "It's me.. Die Konstante ist motiviert. Ich hatte recht. Nicht immer scheuen gebrannte Hunde das Feuer."

Ein Lächeln umspielt ihre Lippen.

 

Mike Garland: "Immer wenn es interessant wird, kommt der Hund aus seiner Hütte gekrochen und muss herumbellen. So vertreibt man die Tauben, Mad Dog. So vertreibt man die Tauben."

Vincent Craven: "Wovon zur Hölle redest du? Ohne Mad Dogs Eingreifen hätte Bleed mit Sicherheit energischer versucht, Nelson Frider einzuschüchtern oder gar zu manipulieren. Und wenn eine Sache feststeht, dann dass unsere Referees absolut unparteiisch bleiben und regelkonform handeln müssen."

Mike Garland: "Das mag sein, aber es ist der Referee, der das Match leitet. Und dabei dafür sorgen muss, dass Kapitel endlich ein Ende finden, wie das zwischen Robert Barker und Eleven. Und wenn ich mir vorstelle, dass Eleven Barker in einem Sleeper Hold hat, der das Seil streift und Eleven den Griff nicht löst... durch Disqualifikation verliert... oder dass jeder dahergelaufene Troll ins Match eingreifen und für den Matchabbruch sorgen kann, wird mir schlecht. Das hätte das Match als Solches nicht verdient."

Vincent Craven: "Das mit Sicherheit nicht, nein. Aber Nelson Frider ist nicht umsonst unser Head Referee, der wird das schon machen."

Mike Garland: "Hoffen wir, dass du damit Recht behältst."


------------------ PCWA ------------------

Runa Lillith Heritage atmet tief durch, während ihre schnellen Schritte durch die Gänge des PCWA Domes hallen. Sie hat viele Erinnerungen an diesen Ort. Wie sie in der Lounge saß und sich mit Virchowa oder ihren Gästen unterhalten hat. Wie sie vor irgendwelchen Pappaufstellern und Postern Interviews gegeben hat. Wie sie sich in den Kabinen mit ihren Gegnern angelegt hat. Doch es ist eine lange, lange Zeit her, dass diese Lippen sich bewegt und mehr Laute als ein "Ja" oder ein "Nein" aus der Kehle gelassen haben. Selbst auf dem Polizeirevier hat sie nur genickt. Den Kopf geschüttelt. Die Aussage verweigert.

Vielleicht ist es an der Zeit, diese Stille zu brechen? Zu... sprechen?

Die Schlüssel klimpern in ihrer Hand, doch sie ist erneut nicht der Grund, warum die vier Schlösser der sicheren Tür nach und nach mit einem Klicken und einem Klacken nachgeben. Die Tür geht langsam auf und sie tritt in das Reich der tausend Augen hinein. Ihr Blick fällt automatisch auf die Gestalt, die vor dem Sammelsurium an Monitoren sitzt. Dieses Mal wird sie nicht von Clawrik Uriel Amon mit strafendem Blick erwartet, mit peitschender Stimme. Stattdessen hat der Komapatient die Tür geöffnet und lässt Runa Lillith Heritage wortlos warten. Er klappert auf einer Tastatur herum, so schnell es ihm seine müden, knochigen Finger erlauben. Sie nutzt die Gelegenheit und lässt den Blick über die Monitore schweifen. Nachts um 3:14 Uhr ist nicht so viel los - zumindest nicht hier in Berlin. In Toronto dagegen ist das Air Centre hell erleuchtet und vor der Arena befinden sich immer noch etliche Fans, obwohl Vendetta 105 bereits vor langer Zeit begonnen hat.

Auf einem anderen Bildschirm sieht man das Büro der Geschäftsführerin Jona Vark. Er hat seine Augen überall. Scheinbar auch in einem Blumentopf, versteckt auf einem Regal in einer Arena in Kanada.

Dann sieht sie ein Gesicht. Angeschlagen, kränklich, geschafft, am Ende. Bärtig, verwittert, verzweifelt. Ihr Bruder. Sie sieht weg.

"Dir gefällt der Anblick nicht?"

Die Stimme des Komapatienten breitet sich aus wie ein Tropfen Öl im heißen Kochtopf. Zittrig greift die Hand nach rechts, umfasst den Henkel der Kaffeetasse und führt sie an seinen Mund. 3:15 Uhr. Zeit für Koffein. Schließlich muss er jetzt noch einige Stunden wach sein.

"Du kommst spät..."

Vorwurfsvoll.

"Wo bist du gewesen, Runa?"

Nicht fragend. Wissend. Er weiß es. Doch sie sagt nichts.

Langsam dreht sich Clawrik Uriel Amon um und blickt seiner Schachfigur ins Gesicht. Sein Blick hat schon viele Seelen gebrochen, ihre sogar mehrfach.

"Ich sehe die Fragezeichen in deiner Iris. Sie tanzen, Runa. Sie tanzen den Tanz der Freiheit, denn sie möchten raus. Ausbrechen. So wie du. So wie dein Bruder."

Jede Erwähnung von Valkos Heritage lässt ihr das Blut in den Adern gefrieren. Wenn sie es doch hätte verhindern können. Wenn sie doch jetzt etwas daran ändern könnte.

"Die Zeit ist noch nicht gekommen, Elfe. Doch ich spüre, dass der Zeitpunkt ganz, ganz nah ist. Heute Nacht wird etwas geschehen. Etwas voller Weisung. Weisung für die Zukunft. Und wir werden unsere tausend Augen, unsere tausend Ohren dabei haben. Heute Nacht gehen wir den ersten Schritt zur Renaissance, Runa. Das Unheil lebt. Das Monster lebt. Es lebt und treibt sein Unwesen. Und bald wird diese Welt einen Helden brauchen, der sie rettet. Bist du bereit?"

Sie sagt nichts. Heute ist noch nicht der Tag gekommen, zu sprechen.

"Nein, bist du nicht. Auch ich bin es nicht. Allerdings wird es in ein paar Wochen keine Rolle mehr spielen, ob die Welt bereit ist. Der Held wird in San Diego auftauchen, der Held wird das Opfer des Monsters und anschließend wird diese Welt untergehen. Und wir werden Logenplätze haben. Und wenn du artig bist, setzen wir auch deinen Bruder in die erste Reihe."

Sie senkt den Blick. Ohne zu wissen, wovon Clawrik Uriel Amon redet. Doch er hat noch immer einen Plan. Einen Plan, den er zusammen mit Mahmoud Omar Medouni, zusammen mit Noah O'Wellhubly geschmiedet hat. Zumindest hat es den Anschein. Einen Plan, der die Welt untergehen lassen wird. Oder sie schauen nur dabei zu? Und wer soll dieser Held sein?


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My Dying Bride – The Poorest Waltz

 

 

Die meisten der Leute im Air Canada Centre buhen, als der vollbärtige Mann mit seinem Lehrling durch den Vorhang schlendert. Aber dafür hat er nur ein müdes Lächeln übrig. Äußerlich ist alles beim Bekannten geblieben. Lee trägt ein schwarzes Hemd samt schicker Anzughose, die Füße stecken in teuren Armani-Tretern. Uriel Genesis folgt seinem Trainer mit einem Meter Abstand, völlig desinteressiert an dem, was um ihn herum geschieht. Einzig und allein darauf bedacht, dass er dem designierten Gegner Kevin Sharpes den Rücken freihalten kann. Sollte es denn nötig sein.

 

Strike up the scratchy old music

Tonight they won’t dance alone

 

Nur die treuesten seiner Fans wollten seine Hand schütteln oder ihn gar berühren, aber selbst diese hat er auf seinem Weg zum Ring ignoriert. Dort angekommen steigt der Hüne im weißen Ganzkörperanzug stoisch auf den Apron. Bewegt sich dann in hypnotischer Langsamkeit zu der Ecke, an der die Ringtreppe platziert ist, um dem Trouble Magnet dort die Seile auseinander zu halten. Das Auffälligste ist jedoch das längliche Accessoire, das er in seiner Hand hält. Versehen mit einer roten Schleife.

Umständlich steif begibt sich der Brawlin' Rumble Rekord Eliminator in das Seilgeviert, breitet die Arme auseinander und läuft nach einer kurzen Umdrehung gleich weiter zur anderen Seite des Ringes, um mit einer fordernden Geste das Mikrofon von Jane Nelson zu verlangen. Und natürlich überreicht sie es ihm, was von Lee mit einem Augenzwinkern gedankt wird.

Grizz: "Well..."

Sein Henchman hat sich mittlerweile in der Mitte des Squared Cirlces aufgebaut, die Arme verschränkt, das Mitbringsel im sicheren Griff.

Grizz: "In den letzten Wochen haben mich die Leute immer wieder gefragt, 'Warum, Grizz?'. Warum bist Du so besessen von dem Gedanken, dass Kevin Sharpe die Cryption Crown nicht verdient hat. Und die Antwort war und wird immer die selbe sein. Ich bin es einfach leid, mich Woche für Woche, Monat für Monat zu wiederholen. Also ist es wohl an der Zeit, dass ich Euch, jedem im Lockerroom, und all den Menschen an den Bildschirmen eine Geschichtsstunde erteilen muss."

Vincent Craven: "Mh. Das könnte länger dauern."

Mike Garland: "Aber bestimmt unterhaltsamer als irgendein Gabriel Lucifer-Clusterfuck."

Grizz: "Es scheint an mir zu liegen, die Beweise dafür zu liefern. Warum wird Kevin Sharpe dieses silberne Stück, das Erfolg bedeutet, heute wieder an Canada's Own abgeben müssen?"

Billiger kann man Reaktionen wahrscheinlich nicht bekommen, aber auch die quittiert er mit einem süffisanten Lächeln, während er einen Post-It aus seiner Hosentasche fischt.

Grizz: "Here we go."

Er betrachtet das Stück Papier in seiner Hand von allen Seiten.

Grizz: "Aber ich kann leider nichts erkennen. Keine Wörter, keinen einzigen Buchstaben. So jungfräulich, wie Anna Richmond wahrscheinlich gerne wieder sein würde."

Das Publikum reagiert dementsprechend.

Grizz: "Natürlich könnte man hier, mit viel Wohlwollen, einen Titelgewinn dazudichten, der mittlerweile DREIZEHN Jahre her ist. Und diesen Titel, den er nach EINER sagenumwobenen Woche des exorbitanten Feierns schon wieder verloren hatte. Aber das dürfte selbst für ihn peinlich sein."

Mit einer schwungvollen Bewegung wirft er den Zettel hinter sich.

Grizz: "Natürlich könnte man den Gewinn der Cryption Crown heranziehen und sagen, dass er sie doch 'fair and square' gewonnnen hat. Aber ist das die Wahrheit? Oder was meint Ihr?"

 

HE DESERVED IT!!

 

Grizz: "Fuck you, Toronto!"

Mit mittlerweile ernstem Gesichtsaudruck saugt er die Chants in sich auf.

Grizz: "Seht Ihr nicht, was dieser Mann schon alles NICHT geleistet hat? Seine Sieg- und Niederlagen-Statistik liest sich wie die der Maple Leafs in den letzten zehn Jahren!"

Einige der Front-Row Besucher wollen schon die ersten Gegenstände werfen.

Grizz: "Und er hat gegen Blake Milton verloren. Ein Junge, der so klein ist, dass man ihm eine Ameisenfarm als zweites Zuhause errichten sollte!"

Als wäre das mit den Maple Leafs nicht schon genug, über gehandicapte Menschen macht man einfach keine Witze.

 

 

Vincent Craven: "Endlich werden wir von Grizz Lee's Litanei erlöst. Der Cryption Crown Champion ist hier!"

Mike Garland: "Wunderbar. Von einem Schwätzer zum nächsten... "

Am Entrance erscheint Kevin Sharpe. Den Gürtel über die Schulter gelegt, während die rechte Hand darauf ruht. Die Linke steckt in der Hosentasche. Die Fans quittieren den Auftritt ihres Champions mit lautem Jubel. Kevin hat eine entschlossene Miene aufgesetzt und geht langsam zum Ring. Kein Abklatschen mit den Fans diesmal... er wirkt angespannt. Was die Toronto-Fans, die nahe genug an der Absperrung stehen nicht davon abhält, ihm aufmunternd auf die Schultern zu klopfen. Die letzten Ereignisse haben sein Weltbild eingerissen und an dessen Statt ist ein neues getreten. Eines, in dem es keine Freundschaft mehr gibt? Nur Neid, Mißgunst und Antipathie? Nein! Es ist noch nicht vorbei.

Grizz Lee setzt ein höhnisches Grinsen auf.

Grizz: "Wenn man schon vom unverdienten Champion spricht... join us, Kevin. Bereichere die Menschen hier mit Deinen Erfolgen. Aber ich glaube, ich habe alles wichtige gesagt, oder... oh, wait!"

Lee schnappt sich das Teil unter Uriels Arm, das sich letzten Endes als Schriftrolle entpuppt. Aufreizend langsam spielt er an der roten Schleife herum.

Kevin Sharpe verdreht die Augen. Es musste aufhören... er lässt sich ein Mikrofon vom Zeitnehmer geben und rollt sich in den Ring. Langsam erhebt er sich und stellt sich Grizz Lee gegenüber... lässt dabei aber immer wieder seine Augen zu Uriel Genesis wandern. Nochmal würde er sich nicht kalt erwischen lassen.

Mike Garland: "Die ehemaligen Freunde stehen sich gegenüber... die Halle ist auf einmal sehr still geworden."

Vincent Craven: "Die Spannung zwischen den Beiden ist fast greifbar, das spüren auch die Fans."

In der Tat ist es ein unangenehmes Gefühl. Sharpe sucht bewusst den Blick seines Freundes. Ja, er war immer noch sein Freund. Wie nannte man so etwas? Eine "schwierige" Phase. Aber gleichzeitig hört er immer noch Stevie van Cranes Worte in seinem Kopf. War es wirklich vorbei? Lobotomy Blues war Geschichte? Aber sie kannten sich verdammt nochmal ihr ganzes Leben lang! Und doch merkt man schon anhand der unterscheidlichen Kleidung, wie sehr beide sich voneinander entfernt haben. Auf der einen Seite der Champion... in ausgewaschenen Jeans, einem grauen "Toronto Maple Leafs" T-Shirt, schwarzen Sneakern und einer blauen Baseball-Cap. Auf der anderen Seite Grizz Lee, der in feinstem Zwirn steckt und wie so oft in letzter Zeit dieses ekelhafte Grinsen zur Schau stellt... eine Mischung aus Verachtung und purem Hohn.
 
Kevin presst die Lippen aufeinander, senkt den Kopf. Er sucht die richtigen Worte... dann hebt er das Mikrofon an die Lippen.
 
Sharpe: "Willst du das jetzt wirklich tun? All deine Erfolge aufzählen? Ist nicht schon genug passiert?"
 
Of course he does! Er entfernt das Schleifchen, die Schriftrolle entfaltet sich zu einem Orgasmus der Selbstbeweihräucherung, die bis zum Ringboden reicht.
 
Grizz: "Without further ado. Meine Erfolge: Troyan War Sieger 2007! GCW German Champion! GWF Extreme Champion... TWO TIMES!"
 
 

THIS IS BORING!!!

 

Sharpe hebt die Hand und Grizz Lee verstummt tatsächlich. Der Cryption Crown Champion atmet einmal tief ein.

Sharpe: "Ich kann und will nicht glauben, dass nach der ganzen Scheiße, die wir zusammen durchgemacht haben, es so enden soll. Für diesen Gürtel, für den ich so hart gekämpft habe."

Er reißt ihn in die Höhe, was die Fans in der Arena sogleich jubeln lässt.

Shape:"Dass all die Jahre von Blut, Schweiss und Tränen, die wir zusammen vergossen haben, auf einmal wie nichts da stehen lässt?"

Er hebt den Kopf. Entschlossen. Auch wenn ihm die CRAFT etwas anderes sagen wollte. Dieser Mann, der hier vor ihm steht, ist verdammt nochmal sein Freund. Mehr als das... der Bruder, den er nie gehabt hat.

Sharpe: "Nein, Grizz. Ich glaube das nicht! Auch wenn es dir nichts mehr bedeutet, auch wenn du mit diesem Thema für dich abgeschlossen hast... ich werde unsere Freundschaft nicht begraben. Und ich weiss, dass du tief in deinem Inneren genauso denkst!"

Grizz: "Fuckin' wrong! Du hast mit Deinem Titelgewinn genau EINE Sache bewiesen. Nämlich das, was ich die ganze Zeit predige. Aber Niemand will es mehr hören. Was soll ich also machen?"

Sharpe nickt. Beinahe resignierend. Dann nimmt er die Cryption Crown von der Schulter und hält sie Lee vor's Gesicht.

Sharpe: "Wenn es dir wirklich so viel bedeutet... wenn DAS HIER wirklich der Grund für die ganze Scheisse ist... "

Er legt den Gürtel vor Grizz Lee's Füße und geht einen Schritt zurück.

Sharpe: "Dann sollst du ihn auch haben. Wenn es nur darum geht... bitte. Er gehört dir."

Kevin Sharpe rollt sich aus dem Ring, während das Air Canada Centre unter den Buh-Rufen der Fans beinahe auseinander bricht. Grizz Lee hebt den Gürtel auf und reckt ihn in die Höhe.

Grizz: "Das ist die verdammt BESTE Entscheidung, die Du in den letzten fünfzehn Jahren getroffen hast!"

Auf halbem Weg zum Entrance dreht sich Kevin Sharpe nochmal um... so als hätte er etwas vergessen. Das Mikrofon hat er immer noch in der Hand.

Sharpe: "Wenn dich ein Symbol glücklich macht, dann soll es mir Recht sein. Aber vielleicht denkst du einmal darüber nach, was du bis jetzt alles getan hast, um den Gürtel nun endlich in den Händen zu halten. Du sprachst davon, dass man sich den Titel verdienen muss... "

Kevin senkt die Stimme.

Sharpe: "Das ist nicht... verdient! Ich trete heute in einem Titelmatch an. Gegen den ehemaligen Cryption Crown Träger. Der diesen Titel zu dem gemacht hat, was er ist!"
 
"Robert Breads" - Chants donnern durch die Halle.
 
Sharpe: "Und ob ich den Gürtel um die Hüften trage oder nicht... jeder weiss, wer der WAHRE Cryption Crown Champion ist. Wenn du ihn dir wirklich verdienen möchtest... dann hol ihn dir im Ring. Gegen MICH!"
 
Der Gedanke ist so verlockend. Die preisgekrönte PCWA-Catchphrase hallt durch Kevin´s Kopf. "Warum... eigentlich... nicht!" Das Mikrofon fliegt in hohem Bogen in den Ring und Sharpe verlässt die Halle.

 

Vincent Craven: "Eine klare Ansage des eigentlichen Trägers der Crown, der nachher seinen Titel verteidigen will. Ihm ist dabei vollkommen egal, ob er ihn auch de facto besitzt oder nicht."

Mike Garland: "Auch wenn Lee das gerne anders sieht - im Moment trägt er nur den Gürtel, wie ein Knappe das Schild eines Ritters. Und das macht den Knappen noch lange nicht zum Ritter."

Vincent Craven: "Das wird auch Grizz Lee irgendwann einsehen müssen. Denn wenn wir uns in zwei, drei Jahren die Geschichtsbücher anstehen, dann wird da stehen, dass Kevin Sharpe Träger der Crown war. Nicht, dass Grizz Lee den Titel herumgeschleppt hat."

Mike Garland: "Allerdings brodelt es da gewaltig. Nicht nur bei Lee, sondern auch bei Sharpe. Der würde als Champion das Gold natürlich auch gerne präsentieren. Aber die Herausforderung ist gestellt, Sharpe weicht nicht aus, sondern geht auf Konfrontationskurs. Die Lage spitzt sich zu."

Vincent Craven: "Das auf jeden Fall..."


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„Geboren und aufgewachsen bin ich in Phoenixville, Pennsylvania…“

Der Mythos unterbricht den vorhin aus dem Publikum heraus rekrutierten Hannibal Yedikiah Cain freundlich.

Gabriel Lucifer: „Warum sprichst du als Amerikaner so sicher deutsch?“

Hannibal: „Meine Familie gründet auf deutschen Auswanderern. Daher beherrsche ich die deutsche Sprache, wir ehren unsere Ahnen und Vorfahren durch das Erlernen ihrer ureigenen Sprache.“

Gabriel Lucifer: „Sage mir, Hannibal, diese Geschichte mit dem brennenden Phoenix, die du Mad Dog vorhin entgegen geschleudert hast, ist die wahr oder konstruiert?“

Trotz der kleinen Provokation bleibt HYC ruhig und geht neben Lucifer einfach weiter durch die Katakomben.

Hannibal: „Es ist wahr. Das Firebird Festival findet jährlich im Dezember statt. Der Mythos des Phönix ist seit jeher ein zentraler Bestandteil meines Lebens! Aber ich will auch in einem anderen Punkt ehrlich mit Ihnen sein. Ich habe mir heute bewusst ein Ticket in der ersten Reihe besorgt. Ich bin vor kurzem per Anhalter die knapp 100 Meilen von Phoenixville nach New York zu Vendetta 104 gefahren, um den Phoenix aus Deutschland zu erleben. Ich saß im Madison Square Garden, als Sie angekündigt haben, neue PCWA Stars zu kreieren. Wiedergeburt und Erneuerung, darum geht es! Das macht die PCWA aus! Ich habe ihre Vision gehört und ich habe sie verstanden. Ich sah meine Chance gekommen und kratzte mein letztes Geld zusammen, um ein weiteres Erste-Reihe-Ticket für Vendetta 105 zu kaufen... alles in der Hoffnung von Ihnen entdeckt zu werden oder Kontakte zu knüpfen. Deshalb machte ich bereits bei ihrem Entrance auf mich aufmerksam. Ich möchte der PCWA die Wiedergeburt ermöglichen.“

Lucifer verzieht die Mundwinkel, dann beginnt er herzhaft zu lachen.

Gabriel Lucifer: „Ein Mann mit einem Plan. Das gefällt mir.“

Er klopft ihm wertschätzend auf die Schulter als plötzlich eine dritte, grollende Stimme hinter den Beiden ertönt.

„Wer gemeinsam mit Löwen speist, sollte sicherstellen, nicht selbst die Speise zu sein! Dies gilt auch für Löwen, die sich ausschließlich selbst für welche halten.“

Kopfschüttelnd dreht Gabriel sich um und beginnt höhnisch zu klatschen.

Gabriel Lucifer: „Terra, Terra, Terra. Gibt es dich also wirklich.“

Demonstrativ hält Gabriel zwei Finger in die Höhe, um zu suggerieren, dass heute Sieg Nummer Zwei von den notwendigen Vier gelingen wird.

Durch seine silberfarbene Eisenmaske betrachtet der "Guardian of the Earth" musternd sein Gegenüber.

TNK: „Ich hörte, dass mir nachgesagt wurde, nur eine schemenhafte Fantasiegestalt zu sein.“

Terra bewegt seine Finger auf und ab, während er seine Arme in einer hohen Bogenbewegung voneinander entfernt, nur um dann seine Hände zwei Fäuste ballen zu lassen, die blitzartig vor seinem Brustkorb gegeneinander schlagen.

TNK: „Doch vielleicht werde ich heute Fantastisches vollbringen und dich in die Realität der Natürlichkeit zurück holen! Bei unserem letzten Zusammentreffen brauchte es eine feige List, um...“

Lucifer zuckt kurz mit seinen Schultern und lächelt Terra hämisch an.

TNK: „...mich zu schlagen. Ein Tier aus einer selbst geschaffenen Gefangenschaft - als dies hast du dich selbst bezeichnet - weiß sich nicht anders zu helfen, als den überlegenen Jäger aus dem Hinterhalt zu schwächen. Denke nicht, dass ich diesen Fehler erneut begehen werde, Gabriel Lucifer!“

Langsam bringt der Hüter der Erde seine Beine in eine breitere Stellung, um seinen Stand zu festigen und seine Bereitschaft für einen Angriff zu signalisieren.

Gabriel Lucifer: „Du glaubst nicht wirklich, dass ich den selben Trick zwei Mal hinter einander anwende? Dennoch bin ich gut vorbereitet, habe mit Azrael an Stahlketten trainiert.“

Überheblich grinsend spielt Lucifer an dem Metallverschlag, an den die Kette nachher angebracht wird.

No´Kaie hebt seinen rechten Arm, zieht den grünen Ärmel seiner Robe zurück und entblößt somit den Metallverschlag an seinem schwarz gefärbten Arm.

TNK: „Ich habe nicht an der Kette trainiert, ich genoss meine Freiheit bis hierher in vollen Zügen. Doch, ich musste erkennen, dass ich meine eigene Rücksicht dir gegenüber nur ablegen kann, wenn ich mich selbst einschränke. Es liegt an mir, dich und deine eingeholten Doktrine zu verstehen.“

Langsam tippt sich Terra No´Kaie mit dem rechten Zeigefinger an die Stirn der Eisenmaske.

TNK: „Das Feuer in mir muss erweckt werden, die rohe Gewalt über dich brechen. Ich bin eine Naturgewalt, wenn ich den Hebel umlegen kann. Was mich zur wilden Bestie werden lässt, und die Raserei auslöst, ist die Gefangenschaft! Lasse ich mich in Ketten legen, ist es an mir meine Freiheit wieder zu gewinnen..."

Energisch schlägt sich Terra No´Kaie gegen den Brustkorb mit dem Metallverschlag und reißt die Augen weit und bedrohlich unter der Maske auf.

TNK: „...Führt die Freiheit einzig und allein über deine Niederlage, so bin ich bereit diese zu erlangen! Als ich Jona Vark von meinem Vorschlag erzählte, war sie aufmerksam und stimmte zu."

Terra zeigt auf Lucifer mit seinem linken Zeigefinger.

TNK: „Du brachtest den Vergleich des Zirkus auf. Der Löwe in seiner eigenen Welt, der Tiger, der nicht gefangen werden will. Die Dompteurin hat es akzeptiert, ich begebe mich in Gefangenschaft, um dir die Macht von Freiheit zu demonstrieren. Liegen wir zwei in Ketten, werde ich dich zerfleischen, weil nur du mir im Weg bist, meine Vorstellung von Freiheit zu erlangen. Ich werde dir beweisen, welche Kraft entfacht werden kann und muss, um seine eigenen Ketten zu sprengen."

Mit seinen Fäusten deutet er das Brechen der Kette an, als ob er einen Zweig zerbrechen würde.

TNK: „Wenn ich mich befreit habe, wirst du nach wie vor in Ketten liegen, denn du hast dich selbst an die PCWA über deine verzerrte Gedankenwelt gekettet. Vielleicht wirst du nach dem Kampf erkennen, doch vielleicht bleibst du nur ein Schatten deiner selbst in deiner eingesperrten Freiheit. Deine Ideologie werde ich widerlegen und dir im Ring beweisen, dass der Herrscher der Tiere doch nur ein kleines Kätzchen ist, welches in seinen Träumen von Herrschaft gern in die Massen des Publikums urinieren möchte."

Tatsächlich hört Lucifer dem Monolog seines Gegners aufmerksam zu. Es irritiert ihn allerdings, dass sein ‚Hospitant‘ Hannibal Yedikiah Cain bei einigen Aussagen genickt hat. Fragend blickt der Mythos ihn an und zischt sofort einen scharfe Frage hinterher.

Gabriel Lucifer: „Was soll das?“

Cain neigt seinen Kopf leicht betroffen zu Boden. Er denkt kurz nach, ehe er sein Haupt wieder hebt und Lucifer mit entschlossenem Blick fest in die Augen schaut. Er wählt seine Worte mit Bedacht und trägt sie mit fester Stimme vor.

Hannibal: "Nun ja, Terra No' Kaie liegt nicht vollends falsch mit seinen Gedanken. Lassen Sie mich kurz etwas von mir erzählen, um Ihnen zu verdeutlichen, was ich meine."

Mit einer kurzen Handgeste ermuntert der Mythos seinen Follower fortzufahren. Im Gesicht von Terra No' Kaie zeichnet sich indes Gespanntheit ab. Auch er kann nicht einschätzen, was es mit dem jungen Mann, der offenbar mit Lucifers Vision einer neuen Gruppe von "Feinden" sympathisiert, auf sich hat. Daher ist er lieber im Modus der Vorsicht und Aufmerksamkeit, um nicht in einen Hinterhalt oder ähnliches zu geraten.

Hannibal: "Seit Jahren bin ich ein großer Fan US-amerikanischer PCWA-Stars wie Stevie Van Crane, Mike Novoselic, Azrael Rage, Kevin Sharpe, Keevan, Alistair Brunswick, John Smith oder Grizz Lee. Sie sind Wrestler, die in der Heimat meiner Vorfahren seit über einem Jahrzehnt große Erfolge feiern. Dieser staatenübergreifenden Geschichte von erfolgreichen Wrestlern aus den USA in Deutschland fühle ich mich durchaus zugehörig. Und um ihnen nachzueifern nahm ich vor einigen Jahren mein Training in einer Wrestlingschule auf. Ja, ich habe zustimmend genickt, als er einen bestimmten Kritikpunkt anbrachte. Ich glaube, dass Sie sich zu sehr auf eine Abneigung gegenüber der GCW oder GFCW fokussieren. Sie sind in gewisser Weise farbenblind, sehen nur Schwarz und Weiß. Aber das wird der wahren Vision des Phönix nicht gerecht! Es ist nicht die Vergangenheit dieser Personen, die einer Wiedergeburt des Feuervogels namens PCWA im Wege steht.“

Während Gabriel seinen Ohren kaum trauen mag, macht sich auf den Lippen seines Gegners ein Lächeln breit. Inmitten dieser als angespannt zu bezeichnenden Situation, ruft eine weitere Stimme den Namen des Mythos.

NEON LOVE: „Gabriel Lucifer, endlich! Ich müsste mit dir sprechen, am besten aber Abseits der Kameras, es geht nämlich um etwas Geheimes.“

Cain baut sich vor dem Neuankömmling auf, den er wie jeder PCWA-Fan als Neon Love identifiziert hat. Der junge Mann aus Phoenixville erweckt mit seiner muskulösen Statur sowie Glatze und Vollbart einen durchaus bedrohlichen Eindruck. Leider ist NEON LOVE viel zu dumm für ANGST und lächelt leicht debil.

Hannibal: „Ich bin heute überall dabei – Gabriel Lucifer hat es mir zugesagt.“

Der junge Mann schaut die PCWA-Legende ernst an. Lucifer winkt leicht genervt ab und  wendet sich freudig Neon zu.

Gabriel Lucifer: „Neon Love, Sohn von Sammy Lorenz. Wenn das mal nicht endlich jemand ist, der die richtigen Gene für eine erfolgreiche PCWA-Karriere besitzt. Solche Niederlagen wie bei der vergangenen Vendetta gegen den EFW-Botschafter Erik Moranes müssen in Zukunft verhindert werden und deshalb solltest du das erste Mitglied in meinem neu zu gründenden 'Berlin Villians Club‘ sein.“

NEON LOVE: „Mein Daddy lässt grüßen und fragt, ob es dir schmeckt, dass Eleven dir nun deine eigene Suppe serviert. Ich wusste zwar nicht, dass Eleven auch Suppe kocht, doch ich hätte gerne auch Suppe! Und meine Niederlage gegen Moranes, naja, er ist halt schon extrem schwer, da konnte ich nichts machen, aber ich glaube er ist mein Freund, hat mich eingeladen. Und was ist das für ein Verein? Jedenfalls bin ich hier, weil ich etwas Hilfe von einem geübten Schurken gebrauchen könnte, ich weiß nämlich nicht wie ich Kr...“

Bevor Neon Love seinen Satz vollenden kann, schiebt sich Terra No‘ Kaie zwischen Neon Love und Gabriel Lucifer. Dabei stößt er ausversehen Hannibal Yedikiah Cain an, was diesem überhaupt nicht zu gefallen scheint.

TNK: „Ich erachte dein Vorhaben, Neon Love, nicht als erstrebenswert und weise. Nicht nur dass die Absichten, die Gabriel Lucifer mit seiner... nennen wir es... "Talentschmiede" verfolgt, ausschließlich der Erfüllung seiner eigenen, fragwürdigen Vorstellungen dienen... Nein, auch befindet er sich aktuell selbst auf einem eingeschlagenen Weg der Erkenntnis. Wie soll jemand, der selbst erlernen muss, seine eigenen geistigen Ketten zu sprengen, ein visionärer und vorbildlicher Anführer für Andere sein? Erst, wenn er selbst erkennt, welche Kräfte er freisetzen kann, sobald er sich von seiner eingeschränkten Sicht lösen kann, wird er leiten können.“

Ein leicht verächtliches Auflachen sendet Terra No´Kaie in Richtung Neon Love, bevor er seinen Blick wieder auf Gabriel Lucifer fokussiert.

TNK: „Doch nur zu gern werde ich mich heute behilflich zeigen und dir, Lucifer, die ersten Schritte auf den Pfad der Erleuchtung weisen... Ein Pfad, der dir die Koexistenz von Freiheit, Tradition und Wahrnehmung durch Achtung Anderer aufzeigen wird.“

Genervt schubst Lucifer Terra No‘ Kaie beiseite. Außerdem befürchtet er, dass der nicht ganz so helle Neon Love auf das Geschwafel reinfallen könnte.

Gabriel Lucifer: „Deine Audienz bei mir ist vorbei. Und nach dem Match heute wird auch deine Zeit in der PCWA abgelaufen sein. Oder um es in deine Sprache zu übersetzen: Du bist nur eine Eintagsfliege, die mir einfache Siege auf meinem Weg zur Cryption Crown ermöglicht. Au revoir.“

Der "Guardian of the Earth" scheint die Verabschiedung seiner selbst nicht akzeptieren zu wollen. Herausfordernd steht er vor Gabriel Lucifer und formt mit Zeige- und Mittelfinger die Symbolik für den zweiten Sieg, welche ihm Lucifer zuvor entgegnete.

TNK: „Du meinst, dass ich den ersten deiner vier notwendigen Siege zum vertraglich zugesicherten Kampf um die Cryption-Crown bereits an dich geschenkt habe und du heute die Hälfte deines Weges erreichen wirst. Doch angekettet an mich wirst du nicht entkommen, ein erneutes Opfer wirst du heute nicht von mir erhalten..."

Er zieht den Mittelfinger an dieser Hand wieder ein, sodass nur noch der Zeigefinger von der Hand absteht und hebt seine andere Hand in identischer Haltung.

TNK: „...Gewöhne dich an dieses Ergebnis, denn bereits heute wird dein Siegeslauf mit einem schmerzhaften Sturz im Garten der Wahrheit enden!"

Selbstgerecht lacht Gabriel auf und geht einige Schritte auf Terra zu, während Neon Love im wahrsten Sinne des Wortes an Lucifers Mantel zieht.

NEON LOVE: „Es wäre wirklich extrem wichtig, dass wir uns alleine unterhalten, immerhin warst du als Mai Eht damals im Undercover-Einsatz, genau wie...“  

Lucifer ist jedoch gerade voll und ganz auf Terra fokussiert.

Gabriel Lucifer: „Das, was ich jetzt sage, gilt weniger dir, als vielmehr Robert Breads und Kevin Sharpe, die heute die Crown unter sich auskämpfen. Mir persönlich ist völlig egal, wem dieser Bastarde ich diesen PCWA-Titel in Berlin aus seinen fremden Klauen entreiße…“

Jetzt wendet er seine Augen von No‘ Kaie ab und direkt der Kamera zu, mit dem Zweck seine möglichen künftigen Gegner Kevin Sharpe und Robert Breads direkt anzusprechen.

Gabriel Lucifer: „…Sharpe, Breads, ich bin euer blutiges Candle-Light-Dinner mit der Geschichte dieser Liga!“

Diesen Satz spricht er mit einer überzeugenden Kraft, die man, wenn überhaupt, eben gerade ihm abnimmt. Nur bei Terra No‘ Kaie scheint er nicht zu wirken.

TNK: „Du nennst dich den Mythos, du bezeichnest dich als Löwen. Eine gute Kombination für eine Fabel... Und gerade Fabeln wurden erdacht, um vorwiegend Kindern etwas zu lehren in der Vergangenheit. Lass mich dich heute Lehren, dass man immer den nächsten Schritt bedenken muss, um nicht ins Stolpern zu geraten. Du bist in Gedanken schon an dem Punkt, der dich für den Kampf um die Cryption Crown berechtigt, doch damit hast du den nächsten Schritte nicht mehr im Blick. Am Wegesrand lauert eine Bestie, hungrig und nach Beute lechzend. Und diese Bestie wird heute über eine Kette mit seiner Beute verbunden sein, sodass es kein Entkommen gibt. Ich erwarte dich im Ring, denn heute kannst du mir nicht mehr entkommen. Der Jäger ist an seine Beute gekettet... Du wirst heute nicht nur stolpern, Lucifer... Du wirst überrannt... Nach heute wird dein Ziel der Cryption Crown nichts Anderes wie du selbst sein..."

Der Hüter der Erde geht auf Gabriel Lucifer zu und bringt den Mundschlitz seiner Eisenmaske an das linke Ohr seines späteren Gegners.

TNK: „Ein Mythos!"

Sprach der Naturfreund und geht seines Weges. Das Match gegen Gabriel Lucifer steht kurz bevor. Der schaut ihm selbstsicher hinterher und spielt dabei an seinem Stahlreifen der rechten Hand herum, als er im Hintergrund die Stimmen von Neon und Hannibal vernimmt, die sich mittlerweile in ein Gespräch vertieft haben. Der Mythos stapft zu den beiden.

Gabriel Lucifer: „Jetzt zu euch beiden. Neon, entschuldige bitte. Wo waren wir stehen geblieben?“

NEON LOVE: „Alles nicht so schlimm. Ich habe bereits einige Ratschläge für meine Mission von Honeyball geholt und würde mich gerne bald nochmal über diesen Berlin Villians Club unterhalten. Immerhin ist Honeyball das erste Mitglied und der scheint viel über Kriegsführung und so Kram zu wissen. Genau das, was ich benötige, um Kriss Dalmi zu... fotografieren."

GUT GERETTET!

Der Mythos schaut grimmig zu seinem ‚Hospitanten‘.

Gabriel Lucifer: „Erstes Mitglied in meinem Club? Nachdem du mir gerade dargelegt hast, dass deine Orientierung von Leuten wie van Crane oder…“

Sofort macht Hannibal Yedikiah Cain Anstalten den Mythos zu unterbrechen und sich zu erklären. Gabriel lässt ihn tatsächlich gewähren.

Hannibal: „Verstehen Sie mich nicht falsch. Ebenso, wie auch ich den wahren Kern ihrer Vision keineswegs fehlinterpretiere... anders all die blinden Massen dort draußen. Sie verstehen sich als Anführer einer neuen Generation, die ganz in der Ur-Tradition der PCWA stehen soll. Diese Liga steht seit ihrer Gründung für Wiedergeburt und Erneuerung. Stets sollte sie sich selbst neu erfinden, niemals stagnieren. Doch dafür braucht es frisches Blut, eine neue Generation! Anders als die stilisierten Berliner Wrestling Helden, die in einem von der PCWA Führung werbewirksam inszenierten Abschiebehafen friedlich vor sich hin rotten. Während Altstars die PCWA an der Spitze lediglich verwalten wollen, möchten Sie frische Geister ausbilden, die sich alles andere als heldenhaft im Hintergrund halten."

Der Mythos lächelt. Die Saat seiner Worte ist zweifelsfrei auf fruchtbaren Boden gefallen.

Hannibal: "Ich habe Ihre Worte bei Vendetta 104 vernommen und ich will für die große Vision dahinter einstehen. Neue Feinde braucht die PCWA! Allerdings ist mir die Vergangenheit meiner Gegner egal. Es ist irrelevant ob sie aus der GCW stammen, aus der GFCW oder gar aus der PCWA. Ich kämpfe für Sie und ihre Vision gegen all jene, die die Zukunft der PCWA bedrohen, weil sie selbst keine haben. Die PCWA ist aus den Überresten einer Liga entstanden, deren Herrschern die Zukunft egal war. Dies sollte sich nie wiederholen. Stetig sollte in der PCWA ein Feuer lodern, dass alles Alte verbrennt sobald die Zeit reif war, um dem Neuen den Weg zu ebnen. Genau so hat es die PCWA geschafft, aus der Asche der GCWF empor zu steigen und sich an die Spitze des Wrestlings zu setzen. Sie und Azrael Rage wollen die Zukunft erhalten, die DNA der PCWA an frische Geister weitegeben. Lassen Sie mich ein Teil dieser Mission sein. Lassen Sie mich für Ihr Ziel kämpfen. Lassen Sie mich das Feuer entfachen, dass die Bedrohung der Neugeburt des Phönix niederbrennen wird!“

Erstaunt hat Lucifer den Worten gelauscht, denkt darüber nach. Krampfhaft versucht er sich an ein ähnliches Gespräch mit Blake zu erinnern. Warum weiß er nicht. Eigentlich wollte er den Jungen genauso vergessen, wie dieser ihn vergessen hat.

Bevor er auf Hannibals Sätze reagieren kann, ist Neon wieder am Start.

NEON LOVE: „Ganz spontan, Lucifer, noch einen guten Tipp, wie man lästige Leute um die Ecke bringen kann? Ich glaube, dass Gabriel Lucifer sowas drauf hat. Blake hat damals geglaubt, dass du alles kannst und deswegen glaube ich es auch, weil ich an Blake glaube. Er war ein guter Junge. Er war mein Freund. Und auch wenn er mich vergessen hat, ich werde immer wissen, was er mir beigebracht hat...!“

So richtig konnte Gabriel sich nicht auf Neon konzentrieren, nahm nur Bruchstücke wahr. Zu sehr ist er damit beschäftigt einen Vergleich zwischen Hannibal und Blake zu ziehen. Doch dieser fällt schwer. Bereits nach wenigen Momenten spürt er wie unterschiedlich die zwei sind. Genau das ist es, was ihm ein zuversichtliches Lächeln abringt. Er wendet sich Neon zu, fasst ihm auf die Schultern.

Gabriel Lucifer: „Der Junge hat uns allen etwas gegeben und wir hatten keine Möglichkeit, Blake richtig 'Au revoir' zu sagen. Darüber müssen wir jedoch hinweg kommen. Und apropos 'hin-weg-kommen'.

Der Mythos zieht das letzte Wort bewusst lang, um Neon zu suggerieren, was er damit meint.

Gabriel Lucifer: "Ich glaube über deinen ‚Auftrag‘ sollten wir nach der Show in Ruhe und vor allem abseits der Kameras…“

Sein Blick wandert zu Hannibal, der ganz ruhig im Hintergrund steht.

Gabriel Lucifer: „…unter Sechs Augen sprechen.“

Bejahend nickt Neon und sieht dabei aus wie ein Wackeldackel.

NEON LOVE: „Ich sagte doch, ich muss über etwas höchst Geheimes mit dir reden, jetzt muss ich aber los, Moranes wartet sicher schon.“

NEON wirft seinen Booty in die Luft und twerkt aus dem Bild.

 

Mike Garland: "Was zum Rage war das? Ein Potpourri aus skurrilen Personen. Gabriel Lucifer, Terra No'Kaie, Hannibal Cain und... NEON LOVE?!"

Vincent Craven: "In der PCWA ist nicht nur alles erlaubt, sondern auch alles möglich. Nach den Berlin Wrestling Heroes, die sich noch immer intensiv auf die zweite Season vorbereiten, gibt es nun also den Berlin Villais Club. Dumm nur, dass in diesem Club Niemand drin ist, der ursprünglich aus Berlin stammt."

Mike Garland: "Es geht um die Botschaft, du Rassist."

Vincent Craven: "Das hat weder etwas mit Rassismus zu tun, noch mit einer Botschaft. Gabriel Lucifer verschickt nicht nur Botschaften, seine Statements sind seine Aktionen."

Mike Garland: "Abwarten, Vincent. Abwarten."


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Das Licht in der Halle erlischt komplett und einzelne Violinen beginnen ein dissonantes Spiel auf ihren Saiten. In einem unregelmäßigen Takt, dem ungleichmäßigen Trommeln von Regentropfen gleichend, werden Sie von einem Piano in B-Dur begleitet. Mit dem weiteren Einsteigen von einem Glockenspiel macht sich ein weiches, grasgrünes Licht in der Halle breit und eine tiefe Männerstimme erklingt über die Soundanlage des Air Canada Center.

"Geboren, um die Welt zu schützen.
Geborgen, wenn die Freiheit der Natur mich umgibt.
Gefangen, wenn in Ketten gelegt ich sein werde.
Gefeiert, wenn den Geist des Lucifer ich befreit haben werde.

Ich bin der Sohn Gaias, die Stimme der Vernunft.
Ich bin dem Garten der Wahrheit entstiegen, um Klarheit zu geben.
Ich bin der Hüter der Erde, mein Pfad ist rein wie eine Blüte.
Ich bin Terra No´Kaie!"

Ein blauer Lichtspot strahlt auf den Entrance und elfenhafter weiblicher Gesang setzt in das Spiel der unterschiedlichen Instrumente ein, um sie in Harmonie zu vereinen.

"This is how it all begins.
Move your feet,
Feel how sweet it is.
Dream on little dreamer,
Follow all of your signs."

Auf der Rampe erscheint der "Guardian of the Earth" Terra No´Kaie. Gekleidet in seine grüne Robe und mit seiner silbernen Eisenmaske steht er in sich ruhend, während ihm ein guter Anteil der Fans anerkennden Jubel entgegenschwallen lässt. Sein couragierter Auftritt beim letzten Vendetta scheint ihn ein wenig in das Bewusstsein der nordamerikanischen Fans gebracht zu haben. Gleichzeitig setzt der Gesang fort.

"You got to gather what you need,
You got to choose a direction.
And when the moment is right for you
You got to go."

Mit dem Ausklang des Gesangs setzen perkussive Elemente ein und der Hüter der Erde löst sich aus seiner Starre und bewegt sich die Rampe hinab. Im Hintergrund des seines Entrance-Songs erklingt vereinzelt die Zeile "This is how it all begins". Als er fast am Ende der Rampe angekommen ist, leuchten ihn ein roter und ein gelber Lichtspot an und über die Boxen erklingt wieder seine tiefe Stimme.

"Fast, strong and active like an animal."

Mit diesen Worten greift No´Kaie nach seiner Eisenmaske und nimmt sie von seinem Gesicht. Die bereits bekannte Tigermusterung seines Gesichtes wird erkennbar und mit dem Ablegen der grünen Robe erkennt man auch die - an eine Löwenmähne erinnernden - Haare, sowie die Bemalung der restlichen Körperpartien. Ein Gepardenmuster ziert die Beine, Arme und Oberkörper erinnern an einen Gorilla, wobei ein eine weiße Fleckung auf dem Rücken an einen alten, mächtigen Silberrücken angelehnt ist.

Der "Guardian of the Earth" bewegt sich zum Ring, zieht sich am oberster Seil auf den Apron und brüllt markant wie ein Raubtier in die Halle, bevor er in das Seilgeviert steigt. Einige Fans machen es ihm nach und Brüllen ebenso aus voller Kraft heraus.

Das Licht nimmt wieder normale Farbspektren an und die Musik blendet langsam aus. Terra No´Kaie erwartet Gabriel Lucifer und die Kette, die ihn zu einem Gefangenen für das bevorstehende Match machen wird...

 

JERICHO ROAD

by Damian Jurado

 

Das Licht wird leicht gedämmt. Plötzlich erscheint an der Hallendecke ein künstlicher Vollmond, dazu ein heller Lichtkegel am Entrancebereich und mit gesenktem Haupt tritt eine dunkle Gestalt in eben jenen hinein. Da ist er – Der eherne Mythos der PCWA. Ein schwarzer fußlanger Stoffmantel umhüllt seinen geschundenen Körper. Auf dem Kopf trägt er einen schwarzen Schlapphut. Er sieht aus, als wäre er geradeaus einem Neo-Western entsprungen Weißer Nebel steigt auf, ein Sinnbild seines verblassenden Ruhms und seiner weit in der Vergangenheit liegenden großen Erfolge als einer der besten Wrestler seiner Generation…

Former PCWA COTATORES CHAMPION

Former UNDISPUTED GERASY CHAMPION

Former PCWA TRIBUNE CHAMPION

...Als er sich auf den Weg von der Stage hinunter zum Ring macht, erscheint noch jemand. Es ist Hannibal Yedikiah Cain. Der junge Mann darf mit zum Match und folgt dem Mythos zum Squared Circle.

Die Zuschauerreaktionen sind noch immer überwiegend positiv. Während etliche Zuschauer der ersten Reihe sich vor dem Veteranen aus Ehrfurcht verneigen, hallen von hinten immer lauter die berühmten langgezogenen << Lucifer>> Chants durch den heiligen Dome. Dieses unnachahmliche Lächeln macht sich auf den spröden Lippen breit. Er geht über die Ringtreppe in den Ring. Dort angekommen nimmt er den Hut ab und wirft ihn ins Publikum. Dann fällt auch der Mantel und wird von Hannibal aus dem Seilgeviert gezogen.

Charlie Swanson bittet beide Kontrahenten zu sich und diese strecken jeweils einen Arm aus. An einer Art Armreif wird die Kette angebracht. Beide sind nun während des Matches unwiderruflich miteinander verbunden. Der Ringgong wird geläutet.

3rd Match
- In Ketten gelegt -
Strap Match





(Die beiden Wrestler sind am Handgelenk durch eine Stahlkette verbunden. Sieg durch Pin oder Aufgabe, keine Disqualifikation & kein Count Out - Referee: Charlie Swanson)

Die beiden modernen Gladiatoren stehen sich gegenüber und sprechen miteinander. Der typtische Trash Talk vor einem Match. Ihre Nasen berühren sich. Ein verächtliches Lachen bei Gabriel, dann dreht sich der Mythos um. Das jedoch nur, um sofort mit einem Clothelineversuch eine Überraschungsangriff zu landen. Allerdings hat Terra diesmal mit sowas gerechnet, nachdem er bei Vendetta 104 bereits vor dem Match hinterrücks attackiert wurde. Er blockt daher die Aktion nicht nur, indem er sich abduckt, sondern schafft es sogar Lucifer direkt in einen Abdominal Stretch zu verwickeln.

Mike Garland: „Toller Konter von Terra No‘ Kaie, der sich hier kein zweites Mal austricksen lässt.“

Vincent Craven: „Statt der intendierten schnellen Kontrolle über den Kampf, findet sich der alte Ringfuchs Gabriel Lucifer nun in einem Aufgabegriff wieder.“

Lange kann Terra das Manöver jedoch nicht aufrechterhalten. Lucifer dreht sich raus und versucht seinerseits direkt seinen patentierten Modified Cobra Clutch anzubringen.

Mike Garland: „SWEET DREAMS! Gabriel geht gleich mal aufs Ganze!“

Vincent Craven: „Wieder ist Terra aber vorbereitet und befreit sich umgehend.“

Der Naturfreund dreht sich und verpasst Lucifer intuitiv einen Discus Punch. Dieser revanchiert sich jedoch sofort mit einem European Uppercut. No‘ Kaie schwingt einige Schritte nach hinten und holt erneut zu einem Discus Punch aus, der Gabriel mehrere Zentimeter rückwärts drückt. Ehe er sich zu einer eigenen Aktion besinnen kann, setzt Terra mit einer Short Arm Lariat nach, die Lucifer auf die  Matte drückt.

Mike Garland: „FORCE OF NATURE, aber Gabriel steht direkt wieder auf…“

Vincent Craven: „…Nur um gleich wieder auf der Matte zu landen, nochmal der Force of Nature!“

Mike Garland: „Lucifer springt wütend auf und fängt sich abermals eine Short Arm Lariat ein.“

Vincent Craven: „Den Zuschauern scheint das zu gefallen. Sie quittieren die Aktion mit lauten 'Uuuuuhhh'-Ausrufen.“

Mike Garland: „Dem Mythos wird das ganze weniger gefallen. Das ändert aber nichts daran, dass er sich jetzt schon das fünfte Mal den Force of Nature einfängt.“

Vincent Craven: „Und diesmal bleibt er endlich auf der Matte liegen. Auch No‘ Kaie lässt sich auf den Boden fallen und zwar mit einem Elbow Drop auf Lucifer… sehr schnell durchgezogen und umgehend wieder auf den Beinen… noch ein Elbow Drop…“

Mike Garland: „… Und noch einer… die Zuschauer zählen die Elbowss mit… Four… Five…“

Vincent Craven: „… Six… Seven …“

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Eight

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Nine

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… Terra stoppt die Elbow Drop Serie zum Erstaunen der Fans, die das ‚TEN‘ bereits auf den Lippen hatten. Stattdessen legt er einen Teil der Kette auf Lucifers Körper und springt leicht ab. Mit den Füßen landet er auf der Kette, die auf Gabriels Oberkörper liegt…

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TEN!

Mike Garland: „No‘ Kaie beendet den Elbow Drop Reigen mit einem mächtigen Double Foot Stomp!“

Vincent Craven: „Pinversuch… 1 …“

Mike Garland: „… 2… Kick Out!“

Vincent Craven: „Lucifer reißt die Schulter hoch.“

Bevor der Mythos auch nur auf die Idee kommen könnte, etwas zu verschnaufen, befindet er sich bereits in einem Sleeperhold, den sein Gegner allerdings mit der Stahlkette massiv verstärkt.

Mike Garland: „Was für eine spektakuläre Anfangsoffensive von Terra No‘ Kaie, der auch direkt die Kette effizient zum Einsatz bringt.“

Vincent Craven: „Einen solchen Start hat Lucifer anscheinend nicht erwartet.“

Der Mythos zappelt im Submission Move und versucht sich aus dem Sleeper Hold zu befreien. So richtig gelingen vermag ihm dies nicht. Zwar kann er sich aus dem Liegen in den Stand kämpfen, bekommt aber den Kopf seines Gegners nicht zu fassen. Dennoch gibt er nicht auf und nach einer Weile klappt es dann doch. Als er den Kopf irgendwie erreicht hat, lässt er sich einfach auf den Hosenboden plumpsen und zieht dabei das Kinn seines Kontrahenten auf seine Schulter.

Mike Garland: „Jawbreaker!“

Vincent Craven: „Beide liegen sie nun auf dem Boden.“

Mike Garland: „Während Terra versucht, sich schnell wieder aufzuraffen, nutzt Lucifer die wertvollen Sekunden anscheinend, um wieder einigermaßen zu Kräften zu kommen.“

Vincent Craven: „Kein Wunder. Er hat in kurzer Zeit ziemlich viele Aktionen eingesteckt.“

Mike Garland: „No‘ Kaie hält sich zwar immer noch das Kinn, ist aber schon wieder auf dem Weg zu Gabriel.“

Vincent Craven: „Er packt den Mythos am Kopf und zieht ihn nach oben, wird aber von diesem mit Schlägen in den Magen dafür bedacht, die von der - leicht um die Faust gewickelte - Stahlkette verstärkt werden.“

Jedoch stößt Terra ihm einfach das Knie mitten ins Gesicht und hebt Lucifer dann mit einem Pumphandle Slam aus, bei dem er ebenso die Kette mit benutzt. Sofort das Cover…

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Kick Out!

Fast demonstrativ befreit der ehemalige Undisputed Gerasy Champion sich. Lange kann er sich darüber nicht ergötzen, denn No‘ Kaie geht hoch konzentriert zu Werke heute. Er ist schon wieder bei seinem Gegner und stemmt ihn nach oben. Mit einem Vertical Suplex geht es umgehend wieder nach unten. Dabei landet Gabriel mit dem Rücken auf der Stahlkette. Wieder ein Cover…“

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Nicht so schnell wie zuvor, aber immerhin kommt Lucifer wieder raus!

No‘ Kaie ärgert sich ein wenig. Schwungvoll geht er in die Seile und… wird aber jäh gestoppt. Irritiert dreht er sich um und blickt in die Augen von Hannibal Yedikiah Cain, der sich beinahe emotionslos wegdreht als wäre nichts passiert. Dabei hat er mit der Hand nach Terras Bein gegriffen.

Mike Garland: „Gabriel Lucifer‘ s neuer Schüler greift in das Match ein und packt Terra einfach von außen am Fuß.“

Vincent Craven: „Zurecht beschwert sich der von Azrael Rage als Baumkuschler bezeichnete Mann bei Ringrichter Charlie Swanson, der ihn darauf hinweist, dass heute ohnehin keine Disqualifikation gilt.“

Mike Garland: „Insbesondere in Matches von Gabriel Lucifer braucht der jeweilige Gegner ohnehin nicht auf Hilfe des guten alten Charlie hoffen.“   

Vincent Craven: „Das stimmt. Man hat das Gefühl, er lässt sich wie eh und je vom Ex-Principal beeinflussen.“

Mike Garland: „Terra hingegen lässt sich durch nichts beeinflussen heute, auch nicht von Hannibal Cain. Deshalb hält er sich auch gar nicht lange mit dem Eingriff auf, sondern ist direkt wieder bei Lucifer.“

Vincent Craven: "Terra packt Gabriel, doch der alte Hase ist vorbereitet und wickelt ihm die Kette um den Unterschenkel."

An eben jener Kette zieht er seinen Gegner zu Boden und dreht ihn auf den Bauch. Dann zieht er das Bein von Terra No' Kaie nach oben und rammt es anschließend brutal auf die Matte. Diesen Vorgang wiederholt er noch zweimal. Ein Blick zu Hannibal, der die Aktion wohlwollend kommentiert. Jetzt schnauft Gabriel erst mal ein wenig durch. Dann macht er sich wieder an den Beinen seines Kontrahenten zu schaffen und wickelt beide Beine mit der Kette zusammen. Er hebt Terra aus und beginnt ihn zu schwingen.

Mike Garland: "Giant Swing mit Unterstützung der Kette. Schwindelerregend!"

Vincent Craven: "Die Fans zählen die Umdrehungen mit. Außergewöhnliche Aktion von Gabriel Lucifer."

Mike Garland: "Schon sechs Mal... Sieben... Acht..."

Vincent Craven: "...Neun... Zehn... Cover..."

Mike Garland: "...1... 2... Kick Out!"

Vincent Craven: "Wie schnell Lucifer da aus dem Giant Swing direkt in ein Cover übergeht, ist durchaus bemerkenswert."

Während Terra No' Kaie auf der Matte liegt, hat sich Lucifer wieder erhoben und lässt sich mit einem Headbutt auf seinen Gegner fallen. Danach packt er ihn am Hals und zieht ihn empor, nur um ihn mit einem Chokeslam sofort wieder auf den Ringboden krachen zu lassen. Und wieder geht es umgehend nach oben. Gabriel wickelt die Kette um Terra und setzt zu einem Bearhug an. Dabei drückt er den Stahl in den Rücken seines Kontrahenten, was zu einem lauten Schrei führt. Der Ringrichter fragt No' Kaie nach der Aufgabe, aber dieser brüllt ihm ein lautes 'NO' entgegen. Mehr noch. Er beginnt Lucifer mit Schlägen gegen Kopf zu bearbeiten, um aus dem Bearhug zu entkommen. Nach mehreren harten Fausthieben ins Gesicht des Mythos muss dieser den Griff lockern und findet sich nun seinerseits in der Umklammerung von No' Kaie wieder.

Mike Garland: "Die Arme von Terra umschlingen nun Lucifer... Belly to Belly!"

Vincent Craven: "Toller Konter von Terra No' Kaie. Der Belly to Belly Suplex hat gesessen."

Mike Garland: "Und unserem Naturfreund hat es neue Lebenskraft gegeben."   

Vincent Craven: „No‘ Kaie setzt im Liegen einen Wristlock an und verstärkt diesen noch mit der Kette. Sehr schmerzhaft für Lucifer.“

Der Mythos schreit lauf auf und versucht sich zu befreien. Hannibal klopft außerhalb des Rings zur Anfeuerung mit den Händen auf das Apron. Einige Fans beginnen Lucifers Namen zu brüllen. Gabriel schafft es tatsächlich nach einiger Zeit das Blatt zu wenden, indem er sich aus dem Wristlock in der Form raus dreht, dass er – immer noch im Griff gefangen – die Schultern seines Gegners auf die Matte drückt. Charlie Swanson beginnt zu zählen, aber Terra kann sich ziemlich schnell zurückdrehen und den Griff nun wieder in voller Intensität ausüben. Allerdings versucht Lucifer es erneut. Wieder kriegt er die Schultern seines Kontrahenten auf die Matte. Terra löst den Wristlock und will stattdessen in den Kopf von Gabriel zu fassen bekommen. Jedoch verpasst der alte Ringfuchs ihm einen fiesen Augenkratzer. Gabriel kniet erschöpft auf der Matte, während Terra sich die Augen hält. Ruckartig springt Lucifer auf und verpasst No' Kaie seinen patentierten LEAPING REVERSE STO - Cover...

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NEIN! Hannibal Yedikiah Cain schlägt die Hände draußen vor das Gesicht. Sinnbildlich!

Mike Garland: "Der OPPOSITE OF LIFE reicht nicht zum Erfolg."

Vincent Craven: "Unglaublich welches Durchhaltevermögen Terra No' Kaie hier an den Tag legt. Er hat tatsächlich noch die Schulter in letzter Sekunde hoch gerissen."

Mike Garland: "Diesen Willen bewies er ja auch schon bei Vendetta 104 bereits, wo er lange gegengehalten hat."

Vincent Craven: "Lucifer scheint nun aber die Schnauze voll zu haben und umwickelt mit der Kette das Gesicht von No‘ Kaie. Er quetscht mit dem Metall die oberste Gesichtshälfte seines Gegners."

Mike Garland: „Typische Lucifer Aktion. Der alte Hase nutzt das, was ihm in Matches zur Verfügung steht.“

Vincent Craven: „Das kann man wohl sagen. Jetzt würgt er Terra.“

No‘ Kaie keucht. Gabriel zieht ihn an der Kette nach oben und verpasst ihm einen Front Russian Legsweep. Cover…

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Kick Out!

Mike Garland: „Terra reißt die Schultern hoch!”   

Vincent Craven: „Lucifer dreht ihn wieder auf den Bauch und schlingt ihm erneut die Kette um den Hals.“

Wieder würgt er seinen Gegner. Dieser versucht der gefährlichen Situation zu entschwinden und kämpft sich langsam aber nachhaltig auf die Beine zurück. Ellbogenstöße landen in Lucifers Magengegend. Nach mehreren harten Stößen muss Gabriel die Kette vom Hals lösen und wird mit enormer Kraftanstrengung von Terra sogar ausgehoben.

Mike Garland: „Fallaway Slam! Tolle Aktion von Terra!“

Vincent Craven: „Sofort das Cover… 1 …”

Mike Garland: „Kick Out!”

Vincent Craven: „No’ Kaie will nachsetzen… Das gibt es doch nicht. Tiefschlag!“

Mike Garland: „Terra sackt auf die Knie.“

Vincent Craven: „Gabriel Lucifer unterbindet das Comeback seines Gegners umgehend wieder!“

So ist es. Ein lachender Gabriel Lucifer klemmt sich den Kopf von Terra No‘ Kaie unter den rechten Arm. Dieser wehrt sich mit Schlägen, wird aber mit mehreren Kniestößen gegen den Kopf ruhig gestellt und landet erneut mit dem Kopf unter Lucifers Arm…

GOD KILLER

GOD KILLER

GOD KILLER

Mike Garland: „Aus, Schluss, vorbei!”

Vincent Craven: „Gabriel Lucifer mit seinem Finishing Move!”

Mike Garland: „Dieser verheerende Swinging Lifted DDT hat bereits etliche Träume zerstört.“

Vincent Craven: „Hier und jetzt zerstört er Terra No‘ Kaie!“

Arrogant lächelnd steht Gabriel Lucifer über seinem Kontrahenten als plötzlich auf der Hallenleinwand ein Video eingespielt wird.

GO 2 YOUR ROOM. from nicotine & bacteria on Vimeo.

Lucifer steht am Ringseil, schüttelt nur verächtlich den Kopf. Taschenspielertricks. Ungerührt begibt er sich zu dem am Boden liegenden Terra No‘ Kaie, hebt diesen hoch und will nochmal eine finale Aktion zeigen, um den Kampf mit einer Demütigung zu beenden…

Mike Garland: „SMALL PACKAGE!“

Vincent Craven: „Terra rollt Gabriel ein… 1…“

Mike Garland: „… 2 … Kick OUT!“

Vincent Craven: „Lucifer erhebt sich flugs wieder, aber sein Gegner ebenso.“

Während Gabriel sich in die Seile fallen lässt, um Schwung zu holen, dreht sich Terra einmal kurz und erwischt den heran schwingenden Mythos mit einem Discus Punch. Lucifer wankt Richtung Seile. No‘ Kaie folgt ihm und zieht ihm mit einer weiteren eleganten Halbdrehung einen Back Elbow über, der Lucifer durch das zweite Seil aufs Apron fallen lässt. Sein Gegner beugt sich über das oberste Seil und zieht den ehemaligen PCWA Tribune Champion an der Kette nach oben…

Mike Garland: „…Autsch – LUCIFER’ s NIGHTMARE!”

Vincent Craven: „Der Guillotine Drop funktioniert immer wieder hervorragend.“

Mike Garland: „Eine der gefährlichsten Waffen dieses Ringveteranen. Er packt sich einfach den Kopf seines Gegners und zieht ihn mit dem Hals aufs oberste Seil.“

Vincent Craven: „Und damit nicht genug. Der röchelnde Naturfreund wird nun mit der Kette nach draußen gezogen.“

Mehrere Tritte gegen Kopf und Brust ergehen sich auf dem Ex-wIw-Star. Dann wird No‘ Kaie ausgehoben und mit einem Gorilla Press in die Höhe gestemmt. Lange muss er nicht in der Luft ausharren, denn mit der Brust vornweg landet er auf dem Absperrgitter. Der am Ring stehende Hannibal Yedikiah Cain applaudiert Lucifer, der triumphierend die Faust gen Publikum reckt. Anschließend packt er sich Terra und rollt erst ihn und dann sich selbst zurück ins Seilgeviert. Dort angekommen wickelt er sich genüsslich einen Teil der Kette um die Faust und lässt sich mit einem Fist Drop auf den Oberkörper des Baumliebhabers fallen.  

Mike Garland: „Lucifer scheint jetzt endgültig das Match beenden zu wollen. Er zieht sich die Kette über den Ellenbogen - Elbow Drop, der Stahl prescht auf den Brustkorb von Terra No‘ Kaie.“

Vincent Craven: „Er röchelt elendig vor sich hin, kein Wunder nach den Attacken auf Hals und Brust.“

Mike Garland: „Jetzt wickelt Gabriel sich ein Stückchen der Kette um das rechte Knie und springt abermals auf seinen Gegner zu – Knee Drop, wieder auf die Brust.“

Vincent Craven: „Keine Gegenwehr mehr von Terra. Coverversuch… 1 …“

Mike Garland: „… 2 … Terra legt das Bein aufs Seil, Charlie Swanson hat es gesehen und bricht das Cover ab.“

Vincent Craven: „Schau dir Lucifer an, der Referee erhält einen bitterbösen Blick. Aber Charlie winkt ab, deutet auf das Bein am Seil. Ausnahmsweise mal eine richtige Entscheidung.“

Wütend tritt Gabriel das Bein von Terra vom Seil und zieht seinen immer noch nach Luft japsenden Kontrahenten nach oben. Wacklig steht dieser vor ihm und muss eine Priese Trash Talk über sich ergehen lassen, ehe Gabriel ihn für einen weiteren God Killer am Kopf packen will. Jedoch hat er die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Terra duckt sich ab, umschlingt Gabriels Hüften und hämmert ihn mit einem German Suplex auf die Matte. Er bleibt in der Brücke, ein Pinversuch.

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Der Mythos kickt aus!

Mike Garland: „Lucifer erhebt sich, Terra macht ihm es gleich.“

Vincent Craven: „Erneut ein Discus Punch von No‘ Kaie, aber diesmal kann Gabriel ausweichen und seinerseits einen European Uppercut zeigen.“

Terra wankt einige Schritte zurück. Lucifer wickelt sich die Kette teilweise um den Unterarm und begibt sich hinterher. Noch ein European Uppercut, diesmal verstärkt durch den Stahl. No‘ Kaie fasst sich ans Gesicht und fängt sich gleich noch einen European Uppercut ein. Er hängt nun in der Ringecke. Lucifer nimmt etwas Anlauf und zeigt eine Clotheline, wieder in der Wirkung durch die Kette verschlimmert. Dann hebt er Terra aus und positioniert ihn auf dem Top Rope. Direkt steigt er hinterher aufs zweite Seil und bearbeitet seinen Gegner mit Schlägen. Zumindest hat er das vor. Jedoch kann No‘ Kaie sich dagegen zur Wehr setzen und blockt. Anschließend teilt er selbst aus und während Lucifer mit dem Gleichgewicht zu kämpfen hat, wickelt er sich nun selbst ein bisschen was von der Kette um die Faust. Gerade als ausholen will, fängt Gabriel sich aber wieder und zeigt einen Headbutt, gefolgt von einem weiteren European Upper Cut, inklusive Stahl.

Mike Garland: „Lucifer hat die Oberhand gewonnen und begibt sich nun auch aus Top Rope.“

Vincent Craven: „Das ist eigentlich nicht sein Metier. Auf den Seilen fühlt er sich nicht sonderlich wohl.“

Mike Garland: „Aber er hält sich beachtlich, will wohl tatsächlich eine Aktion vom obersten Seil zeigen. Er greift nach dem Kopf seines Gegners, klemmt ihn sich unter den Arm…“

Vincent Craven: „…Der Mythos will doch nicht etwa da oben zu seinen God Killer ansetzen?“

Mike Garland: „Doch, sieht ganz so aus…“

Vincent Craven: „…Wird aber vorerst nix. Terra boxt ihm in die Seite, Lucifer schreit laut auf…“

Mike Garland: „…No‘ Kaie boxt weiter. Man darf nicht vergessen, dass er die Kette um die Faust hat.“

Vincent Craven: „Immer wieder knallt er Gabriel die Faust in die Seite des Oberkörpers. Es scheint Wirkung zu zeigen.“

Tatsächlich muss Gabriel den Schmerzen nachgeben und den Kopf seines Gegners aus der Umklammerung entlassen. Mit leidendem Gesichtsausdruck fasst er sich – auf dem Top Rope stehend  – vor seinem ebenfalls auf dem obersten Seil sitzenden Gegner an die Seite und kann nicht schnell genug reagieren als Terra mit den Armen die Beine des Mythos packt. Unter den Blitzen der im Publikum gezückten Fotoapparate hebt No‘ Kaie seinen Gegner aus und springt mit ihm zusammen nach unten Richtung Ringboden…

HORTEM VERITAS RAGNAROK

HORTEM VERITAS RAGNAROK

HORTEM VERITAS RAGNAROK

Mike Garland: „…TOP ROPE POWERBOMB!“

Vincent Craven: „Das ist der Finishing Move von Terra No‘ Kaie!“

Mike Garland: „Und Terra geht direkt von der Powerbomb über in einen Pinversuch. Er presst die Schultern Gabriels auf die Ringmatte.“

Vincent Craven: „Charlie Swanson schnellt zu Boden… 1 …“

Mike Garland: „… 2… Keine Regung bei Lucifer… und…“

Vincent Craven; „…3…Der Kampf ist tatsächlich aus. Terra No‘ Kaie besiegt Gabriel Lucifer mit einer Top Rope Powerbomb!“

Der Sieger rollt sich erschöpft aber glücklich von seinem Gegner. Der Ringgong ist ertönt, Jubel brandet im Publikum auf. Terra No´Kaie hat es geschafft, er hat den Mythos besiegt. Jane Nelson gibt den Sieger bekannt.

Jane Nelson: "The Winner of this Strap-Match as a Result of a Pinfall - TERRA NO' KAIE!"

Der Hüter der Erde kniet im Ring, schnappt schwer nach Luft und betrachtet seinen geschlagenen, am Boden liegenden Gegner. Mit seinem linken Arm wischt er sich beiläufig den Schweiß von der Stirn, dann stemmt er seinen rechten Arm auf den Ringboden und stützt sich ab, um langsam aufzustehen. Schwerfällig kann er unter dem Applaus der anwesenden Fans auf seine Beine kommen, während Gabriel Lucifer nach wie vor am Boden liegt und sich nur leicht regt. Terra No´Kaie breitet seine Arme aus und brüllt aus Frust, Freude, Ekel und Stolz wie ein wildes Tier. Wieder tun es ihm einige Fans gleich.

Der Blick des, nach wie vor schwer atmenden, Terra No´Kaie fällt auf sein rechtes Handgelenk, an dem sich die Kette befindet, die ihn noch mit Gabriel Lucifer verbindet. Ein kurzer Blick auf seinen geschlagenen Gegner, dann geht er in Richtung der Seile beim Kommentatorenpult und winkt einen Offiziellen heran, um ihn wieder in seine geliebte Freiheit zu entlassen. Unter großem Jubel wird der Hüter der Erde von den Ketten befreit und streckt den befreiten Arm gen Hallendecke, während die Kette schwer auf den Boden im Ring fällt.

Der "Guardian of the Earth" klettert aus dem Ring und begibt sich in Richtung Rampe. Er hält sich kurz die Rippen und bleibt auf halber Strecke zwischen Ring und Rampe stehen. Er klatscht kurz mit einigen Fanst hinter der Absperrung ab und blickt dann zurück in den Ring, wo sich der Mythos wieder aufzurichten versucht. Terra No´Kaie ballt seine Fäuste, dreht seinen Kopf zum Entrance und dann wieder zurück zum Ring. Er geht zurück und klettert in den Ring, wo er sich vor Gabriel Lucifer stellt, während dieser vor ihm kniet und ihn keinen Blickes würdigt.

Terra No´Kaie greift nach Gabriel Lucifers Hinterkopf und zwingt diesen, ihm in die Augen zu schauen. Terra No´Kaie brüllt ihm deutlich hörbar...

"Das vermag Freiheit, sprenge deine inneren Ketten!"

...entgegen und lässt sich vom Offiziellen den Schlüssel für den Kettenverschlag zuwerfen. Unter dem Raunen des Publikums befreit er Gabriel Lucifer.

Ein ernster, bestimmender Blick trifft auf Gabriel Lucifer, dann ein kurzes, anerkennendes Nicken. Der Hüter der Erde reicht Gabriel Lucifer seine Hand, um ihn aufzuhelfen. Längst ist auch Hannibal Yedikiah Cain im Ring, hat aber von Gabriel bereits ein Handzeichen erhalten, nicht einzuschreiten. Lucifer ergreift dann tatsächlich die Hand von Terra No' Kaie, was die Zuschauer mit viel Applaus honorieren...

...CLOTHELINE!

Sofort schwenkt die positive Stimmung um. Buhrufe hallen durch das weite Rund. Gabriel Lucifer fordert Hannibal auf, sich No' Kaie zu nehmen. Dieser tut das, hält ihn fest und der Mythos prügelt auf Terra mit der - immer noch an seinem Handgelenk befindlichen - Kette ein.

Mike Garland: "Tja, das passiert eben, wenn man in der PCWA friedlich agiert!"

Vincent Craven: "Gabriel Lucifer präsentiert sich als schlechter Verlierer."

Mike Garland: "Bei Vendetta 104 attackierte er Terra No' Kaie vor dem Match, diesmal eben halt hinterher."

Vincent Craven: "Beide Attacken sind grob unsportlich!"

Immer und immer wieder schlägt er auf seinen Bezwinger ein und brüllt ihn wütend an. Mittlerweile sind auf die Leute von Gabriel Security am Ring. Als Lucifer die Männer sieht lässt er von Terra ab und dieser sackt aus Hannibals Händen zur Seite ausgeknockt auf die Matte. Lucifer hingegen hat sich durchs unterste Seil aus dem Sqared Circle gerollt und marschiert durch die Sicherheitskräfte hindurch die Rampe hindurch. Hannibal Yedikiah Cain folgt ihm. Begleitet werden die beiden von Buhrufen. Im Seilgeviert wird Terra No' Kaie derweil von Sanitätern behandelt und stemmt sich tatsächlich unter großem Jubel von allein wieder auf Beine.

 


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Stevie Van Crane geht, das Handy am linken Ohr, mit eilenden Schritten über den Gang in Richtung seiner Kabine. Nach dem Auftritt zu Beginn der Show erreichen ihn Anfragen von Wrestling-Journalisten, reihenweise, die um ein kurzes Statement für ihre Blogs und Berichte bitten.

SVC: „Ja.. natürlich ist es ungewöhnlich für mich, diesen ersten Schlag auszuführen. Aber Azrael Rage gehört in diesem Rennen nicht länger das Privileg, den Rhythmus zu bestimmen, in dem wir uns bewegen. Ich bin kein Alistair Brunswick, der sich führen lässt, bis er die selben Tanzschritte drauf hat wie sein verhasstes Ebenbild.“

Vor der Kabinentür bleibt Stevie steht, hört die nächste Frage des Reporters.
Er lauscht, seine rechte Hand liegt bereits auf der Klinke der Tür.

SVC: „Danke. Ich bin wie gesagt sehr optimistisch, was den Titelwechsel betrifft. Und nein, ich mache mir keinerlei Sorgen um meine.. Aussendarstellung. Meine Fans wissen, wer ich bin. Ich werde ohnehin gegen eine Wand ankämpfen müssen, wenn ich Azrael Rage in dessen Heimatstadt begegne. Haben sie die Berichte gesehen? Haddonfield steht hinter mir. Die CRAFT steht hinter mir. Ich habe den Brawlin’ Rumble gewonnen – und damit ist jeglicher Druck von mir abgefallen. Ich bin in einer derart guten Verfassung wie ich es schon lange nicht mehr war. Wenn ich ehrlich bin, gibt es nicht mehr länger den Bonus des Gerasy Champions, wenn es um das Verteilen von Favoritenrollen geht..“

Stevie Van Crane öffnet die Kabinentür der CRAFT.
Er geht hinein, will gerade die Tür schliessen, als er inne hält.
Seine Augen nehmen es wahr, sein Verstand arbeitet noch an dem Eindruck dessen, was er da sieht.

SVC: „Ich rufe.. zurück.“

Langsam lässt Stevie das Handy sinken.
Auf der Lehne des breiten Sofas, inmitten der Kabine, sitzt ein Muppet.
Es ist nicht irgendein Muppet. Es ist eine Puppe, die genauso aussieht wie Michael Thera. Der sitzt offensichtlich hinter der Couch und hat seine verbliebene Hand in dem seltsamen Plüsch-Männchen vergraben.
Es ist eine Szene, die sich kein Schreiber in seiner kranken Fantasiewelt vor dem heimischen Laptop ausdenken könnte.

SVC: „Was.. was.. ist das denn jetzt wieder?“

Der Thera-Muppet, komplett mit in den Mundwinkel genähter Plüschzigarette, dreht den Kopf zu Stevie. Die Puppenaugen glotzen den Gerasy-Herausforderer tumb an.

Stevie Van Crane sieht aus, als wüsste er nicht, ob er lachen, weinen oder wieder rausgehen sollte.

Thera-Muppet: „Hier is’ soviel ernste Scheiße am Laufen in diesem Theater. Ich dachte, ich komm’ dich  ma besuchen, direkt aus der Sesamstraße oder so und locker die verspannten Glieder ma’ durch. Als erstes lernen wir..“

Der Muppet macht eine weit ausholende, alberne Bewegung mit der Prothese, die ein simpler Piratenhaken ist.

Thera-Muppet: „Die ZAHLEN! Fangen wa an mit der Zahl EINS. Du hast den Rumble gewonnen, da wurdest du die Nummer Eins, Herausforderer Nummer Eins. Das war Eins-igartig. Doch damit biste noch lange nich’ die NUMMER Eins. Da gibt es den bösen Graf Rage mit dem blöden rumänischen Akzent, weisste bescheid. EINE Show noch, EINmal noch durch dieses bekloppte Land eiern, bis der Vorhang aufgeht.“

Stevie Van Crane wirft sein Handy zur Seite.
Fast resignierend wischt er sich über das Gesicht. 

SVC: „Danke. Ich habe sehr viel gelernt .. über die Zahl eins. Kommst du jetzt bitte hinter dem Sofa hervor?“

Thera-Muppet: „Hier ist niemand! Hier bin nur ich.“

Lächerlich, wenn man in Betracht zieht, dass die Füsse der Purity Machine ein Stück weit hinter der Couch hervorschauen.

Thera-Muppet: „Also mach’ dich locker. Schmeiss’ dich in Frack und Fummel. Und Vorhang auf: Hallo! Freu dich auf Rage und Rummel, in der super Thera-Show!“

SVC: „Du änderst deine Gesinnung auch öfter als Robert Barker! Erst einigen wir uns auf den präventiven Erstschlag gegen Rage. Dann kommen dir anschliessend Zweifel und du schwenkst in die Richtung, dass die Attacke auf Azrael war ein Fehler? Bist du nicht inzwischen bei der Meinung angelangt, dass ich die Dinge verschlimmert hätte, das alles jetzt viel ernster wäre als zuvor? Dass wir an einem Punkt sind, wo alles auf der Kippe steht? Und jetzt soll ich Puppentheater spielen?“

Die Muppet-Figur rührt sich nicht. Sie schweigt und verharrt regungslos auf der Rückenlehne des Sofas. Nur die Plüschaugen glotzen – im Verbund mit der geöffneten Klappe – zu Stevie Van Crane hinauf. Dann geht ein Ruck durch die Puppe, der Mund wird hektisch bewegt und die Gliedmaßen des Muppets gestikulieren.

Thera-Muppet: „Ich will dich nur erheitern. Ein bißchen Blödsinn is’ erlaubt. Moment, das sollte sich die PCWA übrigens auf ihre T-Shirts drucken. Während du mit dem Pattenkopp des amtierenden Gerasy Champions eine Runde Kegeln gehst, hab ich mir einen Gast eingeladen, bei dem auch ein wenig die Grundstimmung durchhängt wie der Vorbau von Jona Vark in ein paar Jahren. In unserer kleinen Show geht es um etwas Versöhnung, nich’ wahr? Ihr sollt alle nich’ soviel greilich machen, das drückt die Tinte aus dem Füller, der aus unseren Schlippern hängt. Also begrüß’ mit mir den sensationelltesten, fabelhaftelsten, blödelhaftelsten, muppetionelltesten Stargast in der Thera-Show.“

Der Muppet dreht sich zur Kabinentür und wackelt mit den Plüschbeinen.

Thera-Muppet: „Applaus, Applaus, Applaus, verdammte Axt!“

Die Tür geht auf, ein Mann springt ins Zimmer. Es ist – nicht so ganz natürlich – der Xtreme Fighter Levy.

Levy schliesst die Tür hinter sich und guckt , als hätte er Lust sofort wieder auf dem Absatz umzukehren.

Levy: „Was zum Teufel soll der Scheiß denn? Will man mich jetzt komplett verarschen oder was soll der ganze Kindergarten hier? Thera hat mich angerufen und meinte, wir sollten uns hier treffen um alles aus der Welt zu schaffen, Wogen glätten, ein Krisengespräch halt, doch wie ich hier das sehe nehmt ihr das alles anscheinend absolut nicht ernst. Ich wusste doch immer, dass ihr in der PCWA alle einen an der Schüssel habt! Alle verrückt!“

Thera-Muppet: „Die beiden Worte kommen auf die Rückseite der Shirts!“

Stevie Van Crane winkt in Richtung Levy ab.

SVC: „Verrückte PCWA? Hier ist überhaupt nichts verrückt. Also komm gefälligst her und sprich’ mit dem Muppet.“

Der Xtreme Fighter lässt sich mit einem resignierenden Lachen auf den Sessel neben der Couch sinken. Kopfschüttelnd schaut er auf die Puppe, die ihn tumb anglotzt.

Thera-Muppet: „Wir fahren fort mit unserer kleinen Lehrstunde über.. die ZAHLEN. Levy, warum hast du damals die CRAFT so ACHT-los im Stich gelassen?“

Levy: „Im Stich gelassen ist völliger Unsinn! Das Leben hat uns, die Craft, getrennt und man kann es sich jetzt nicht gegenseitig in die Schuhe schieben. Es hat keiner Schuld. Die Craft hatte immer ein Platz in meinem Herzen und es verging auch nicht ein Tag wo ich nicht an damals denken musste. Und genauso geht es mir auch mit Serial Overdose, das beste Tag Team aller Zeiten. Jede Ära hat seine Zeit, schaut euch doch mal die Royal Family damals an. Erst war sie an der Macht und dann gingen sie auseinander. So spielt nun einmal das Leben, wenn man neben seiner Karriere auch noch ein Privatleben hat! Das habe ich letztes mal aber auch mehr als deutlich erklärt. Ich weiß immer noch nicht, warum mir hier so etwas vorgeworfen wird. Ich weiß immer wo ich hingehöre und das wird auch immer so bleiben!“

Stevie Van Crane schaut auf den Xtreme Fighter.

SVC: „Ich freue mich wirklich auf das Match nachher gegen dich. Aber wenn du unseren einstigen Verbund noch immer so sehr in deinem Herzen getragen hast, wieso hast du dich nicht gemeldet, als wir beide wieder in der PCWA zusammen auftraten? War dir dein Leben auf den Schrottplätzen dieser Welt so wichtig? Warum bist du nicht einfach vorbei gekommen?“

Levy: „Hardcore Wrestling war immer mein Leben und das ist auf den Schrottplätzen dieser Welt immer noch so. Ich brauche keine große Liga oder mehr Gehalt, weil das was ich ausübe mir völlig reicht. Und solche Gespräche enden doch eigentlich immer beim selben Punkt, findest du nicht auch? Ich könnte euch jetzt auch vorwerfen, das ihr euch nicht gemeldet habt, weil ihr genauso mitbekommen habt, das ich wieder zurück im Wrestling war! Es ist manchmal nun einmal so, dass man nicht über seinen Schatten springt und darauf wartet, dass die andere Partei den ersten Schritt macht. Dass am Ende so meistens keiner den ersten Schritt macht und man durch Zufall zusammen kommt, sehen wir an unserem Beispiel doch wieder einmal perfekt.“

Stevie lacht leise auf. Dann schüttelt er den Kopf.

SVC: „Ich bin vorbeigekommen! Ich bin in die verdammte GWS zurückgekehrt.. für ein Match gegen dich! Du warst nicht annähernd in einem Zustand wie jetzt.. du warst teilnahmslos und nicht im Vollbesitz deiner Kräfte. Aber ich war dort. Wir haben uns gegenüber gestanden, und ich tat es in Erinnerung an unsere alten Zeiten, an unser Vermächtnis. Ich hätte es nicht tun müssen, aber ich tat es. Und ich wurde mit DRECK beworfen. Ich wurde ausgebuht, weil ich aus der PCWA komme. Das zählte dort. Stevie Van Crane, der PCWA’ler, der Mann des Phoenix. Keinen interessierte die Geste des Respekts, die ich durch meinen Auftritt rüberbringen wollte. Es zählte nur, die halbleeren Colabecher möglichst hart in mein Gesicht zu werfen. NIEMAND wird dich hier bewerfen, Levy. Vielleicht werden sich die ausbuhen, wenn du in die Halle kommst, um mir gegenüberzustehen. Aber dir wird RESPEKT bekundet. Wahrscheinlich mehr als du ihn von mir bekommst.“

Die Muppet-Puppe dreht immer den Plüschkopf in die entsprechende Richtung. Je nachdem wer grad emotionsgeladen redet.

Levy: „Ja, ich war absolut nicht in bester Verfassung - und das ist wirklich noch untertrieben! Ich war nicht mehr ich selbst und das hat jeder deutlich gesehen! Und heutzutage bin ich wieder der alte, nicht umsonst bin ich amtierender GWS World Carnage Champion und die Nummer 1 in der Liga. Außer einem Vorwürfe zu machen sollten wir mal Fakten auf den Tisch bringen! Was meinst du denn, warum ich jetzt hier in der PCWA bin und in diesem Augenblick mit dir rede? Es geht weder um die GWS, die eine spezielle Beziehung zu großen Ligen hat, noch geht es um GWS vs PCWA. Es geht um viel wichtigere Dinge, mal davon abgesehen das die GWS ein Ort ist der Respekt verdient, weil man in dieser Liga vielleicht nicht das große Geld verdient, aber man setzt in jeder Show seine Gesundheit aufs Spiel, um das auszuleben was man in keiner anderen Liga findet. Und wenn wir gerade von Respekt reden, den möchte ich auch wieder außerhalb der GWS bekommen, weil ich ihn einfach verdient habe und mich jedes Schwein kennen sollte. Jedenfalls die, die meinen Hardcore Wrestler oder die besten der besten zu sein. Aber sei es drum, ich freue mich auch auf unser heutiges Match und dieses mal bin ich zu 1000% bei der Sache!“

Levy ist inzwischen von seinem Hocker aufgestanden. Stevie Van Crane tritt einen Schritt auf ihn zu. Schlagdistanz. Die Stimmung in der Kabine kippt, auch Thera steht hinter der Couch auf, die Hand immernoch in der Puppe.

SVC: „Bei allem Respekt, der dir ebenfalls so wichtig ist.. aber du bist hier, weil du musstest. Weil dich die Wiedervereinigung der CRAFT auf den Plan gerufen hat, als dein Ego mit der Aufnahme von Diego Sanchez verletzt wurde.“

Levy:„Diego ist mir scheißegal, weil ich ihn absolut nicht kenne. Also warum sollte ich über Ihn urteilen? Vielleicht hat er die Aufnahme in die Craft wirklich verdient, da will ich kein Urteil drüber fällen. Es geht mir eher darum, dass du verdammt noch einmal aufhörst mein Vermächtnis innerhalb der Craft mit Füßen zu treten! Wir waren damals zu dritt, vergiss das nicht. Jeder hat seinen Teil dazu beigetragen, um die Craft unsterblich zu machen, also tue nicht so als wenn ich das fünfte Rad am Wagen war und alles falsch gemacht habe!“

Stevie Van Crane schüttelt entschlossen den Kopf.

SVC: „Ich habe die CRAFT gegründet, mein Freund. Und ich beurteile ihr Schaffen. Ich weiss, wer ihr geholfen und wer ihr geschadet hat. Du warst ein respektierter Athlet, eine Hardcore-Icon.. Die Leute haben respektvoll zu dir aufgesehen. Ich habe es. Thera hat es. Du hattest deine Auszeit, so wie sie jeder hatte. Doch anstatt dem erneuten Ruf der CRAFT zu folgen, hast du dich zurückgezogen auf eine Müllkippe, tingelst den Rest deiner Karriere dahin in Jahrmarktzelten und schlechten Ringen mit Bierflecken.“

Stille herrscht. Der Xtreme Fighter muss die Worte schlucken.
Erst nach ein paar Sekunden hat er sich gesammelt.

Levy: „Auch auf der Müllkippe wird einem der World Titel nicht geschenkt mein Lieber und ich brauche kein großes drumherum und Glanz und Glory, um einen Fight zu bestreiten. Back to the Roots, mein Freund, ist für mich das einzig wahre. Ich schreibe dir ja auch nicht vor, dass es dich und Thera wieder in eine große Liga gezogen hat, weil ihr einfach mehr Geld verdienen wollt um euren Lebensstandard zu halten. Ich hoffe für dich, dass du genug Freunde hast, die dir in der nächsten Zeit beistehen!!!“

Damit drückt sich der Xtreme Fighter an Stevie Van Crane vorbei und geht.
Hart schlägt die Tür ins Schloss.

‚Unfassbar’ flüstert der Gerasy Herausforderer zu sich selbst.
Er dreht sich um und schaut auf Michael Thera, der sich hinter dem Sofa erhoben hat. Ohne seinen Freund anzugucken, stülpt dieser sich die Muppet-Puppe von der Hand und setzt sie behutsam auf das Sofa.

Stevie schaut ihn betont fragend an, doch die Purity Machine begegnet seinem Blick nicht.

SVC: „Danke für den Versuch. Aber so ein Puppentheater ist nicht das, was ich grad brauche.“

Thera: „Ja, versteh’, is’ scho’ klar. Aber vielleicht brauch ICH das, verdammt nochma’?! Schonmal daran gedacht? Soll ich dir noch was erzähl’n, was viel lustiger is’ als ein Muppet auf der Couch oder ein World Champ aus’m Schrottplatz-Paradies? Ich hab für ein beschissenes Jahr hier in dem Verein der Künste unterschrieb’n, ich brauch’ die Kohle für die iLimb-Prothese, nich’ nur, weil ich wegen der Silikonummantelung sogar noch mein verdientes Abschiedsmatch bestreiten kann, sondern auch weil mein Leben für meine Familie dann besser wird. Dann krieg’ ich letzte Woche so’n Scheißbrief, in dem steht, daß diese spezielle Prothese nur für die VIP’s unter dem Menschenvolk bestimmt sind, Prototypen und Scheiß. Wissenschaftler, irgendein’ wichtiger Klavierspieler-Hannes, sogar ein Golfspieler, der mit einer Hand allein schlecht abschlagen kann. Das Ding is’ nich’ für Ex-Wrestler, die einhändig und mixerysüchtig sind.“

Die Purity Machine hebt den Arm hoch, zieht die Plastikprothese ab und präsentiert seinen Stumpf.

Thera: „Die Story hat kein Happy End, verstehste. Ich werd’ nie wieder einen Kampf bestreiten. Da gibt’s keinen Märchen-Abschluß wo ich in den Sonnenuntergang reite, die Zügel halte und mir gleichzeitig noch am Arsch kratzen kann, klaro? Wenn wir ehrlich sind, dann bleibt mir hier nur noch die Rolle des Puppenspielers, des Pausenclowns und des Ratgebers, der ab und zu ma’ rülpst und im Vorprogramm seine T-Shirts vor ein paar Menschen unterschreibt.“

Stevie hebt beschwichtigend die Hände vor dem aufbrausenden Thera.

SVC: „Easy, tiger. Niemand stellt hier deine Rolle in Frage. Schon gar nicht ich. Wir sind zusammen, all das hier mache ich doch nicht alleine. Wir werden zusammen Gerasy Champion, du hast mich durch den Brawlin’ Rumble gebracht. Aus deiner Leistung und deiner Freundschaft schöpfe ich Kraft. Genauso wie aus meiner Heimatstadt, die hinter mir steht.“

Thera: „Denkst du das wirklich?“

Michael schüttelt den Kopf, dann schaltet er den Fernseher ein. Er springt zur Aufzeichnung aus Haddonfield, Illinois, die sie beide am Anfang der Show gesehen haben. An einer bestimmten Stelle pausiert er die Aufnahme und wir sehen ein Standbild.

Thera: „Guck’ dir an wo die Übertragungswagen parken, die stehen mit den Vorderrädern auf dem Rasen vor den Häusern und zerpflügen dort alles! Sandra Hayes hat es richtig in die Kamera gesagt, du warst einmal da – zum Umzug. Du bist einfach nich’ mehr da. Die Hälfte der Stadt hat dich seit Jahren nich’ gesehen. Der Levy, der alte Blaff, mag zwar ein paar Beulen im Lampenschirm haben und hampelt nur noch auf Müllkippen rum, aber er hat verdammt nochma’ recht. Freunde sind wichtig. Familie is’ wichtig. Meine größte Sorge is’ nich, daß du nich’ Gerasy Champ wirst, sondern daß du es wirst und dich dabei in das gleiche Arschloch verwandelst wie Brunswick und der Rest dieser Affen. Denk’ drüber nach’ wenn du deine ganzen Interviews durch hast, verdammte Axt.“

Thera geht an Stevie vorbei. Dann kracht die Tür laut ins Schloss.

Gedankenverloren schaut Stevie Van Crane hoch zum TV-Screen, wo das Standbild leuchtet.
Die Reifen stehen tatsächlich auf dem Rasen der Vorgärten und haben bereits Furchen hinterlassen. Und dann fällt ihm das Banner über der Straße auf. Es ist an den Rändern verschlissen.

Es muss bereits vor dem Rumble aufgehängt worden sein.

GOOD LUCK, STEVIE.
HOMETOWN HERO.

 

Mike Garland: "Haha, ich fand das köstlich. Muppets in der PCWA. Das scheint so ein amerikanisches Ding zu sein. Ich fand aber Hallo, Spencer schon immer besser. Besonders die Quietschboys."

Vincent Craven: "Genug mit dem Puppentheater. Selbst für Thera war das ja nur eine Fassade, denn so langsam scheint sich sein Traum von einem letzten Fight zu verabschieden, während er dabei zusehen muss, wie sich Stevie Van Crane und Levy, der vielleicht bald amtierende Undisputed Gerasy Champion und der amtierende GWS World Carnage Champion im Ring gegenüber stehen. Den Ring, den Thera so vermisst."

Mike Garland: "Thera verkommt mehr und mehr zu einer weiteren dieser tragischen Figuren. Ich sage mal voraus, dass er Stevie bald mit seinem Stumpf verprügeln wird."

Vincent Craven: "Manchmal bist du schon ziemlich abartig."

Mike Garland: "Wahrscheinlich hat mir deswegen die GWS schon ein Vertragsangebot gemacht, welches ich abgelehnt habe."

Vincent Craven. "Brauchten die noch eine Putzfrau?"

Mike Garland: "Halt die Klappe..."


------------------ PCWA ------------------

Die Vorfreude würde sich großartig anfühlen, wäre sie nicht mit solch schrecklichen Dingen in seinem Gedächtnis verwurzelt. Denn das schrecklichste war nicht etwa, ihnen noch einmal unter die Augen zu treten und sich unter Kaskaden von Verunglimpfungen als Tier erniedrigen zu lassen. Das schlimmste war der nebulöse Schleier der Ungewissheit. Es war unmöglich zu sagen, was passieren würde, wenn er nach einem weiteren qualvollen Monat, den er nur mit sich und seinen tobenden Gedanken verbrachte, erneut auf sie treffen würde, so wie das in Berlin der Fall war. Sie suchten ihn heim wie rachsüchtige Gespenster aus den tiefsten Niederungen der Unterwelt, sie verhöhnten ihn für seine Schwäche und sie zertraten unter ihren schweren Stiefelsohlen seinen letzten, entfernten Hoffnungsschimmer wie einen verglimmenden Zigarettenstummel auf der Straße.

Ihr Auftauchen bedeutete nichts, es folgte keine Freisprechung seiner Sünden und auch das Instrument seiner Selbstgeißelung, der letzte Rest seiner Drogen, nahmen sie ihm nicht ab. Im Gegenteil! Sie drehten das Schicksalsrad einfach wieder zurück und die Reise durch das dunkle Tal begann von neuem. Wieder teilte er sich den Alltag mit seiner Ampulle. Andere Menschen in seiner Lage würden wohl versuchen das Positive zu sehen, würden sich ein erfüllendes Gefühl des Stolzes einreden und sich vor Augen führen, wie viele Tage sie der Versuchung schon widerstanden haben und dies als Anlass nehmen, den Kampf gegen das Laster noch motivierter als zuvor anzugehen. Kriss Dalmi war jedoch nicht wie alle anderen. In seiner Lage war jeder weitere Schritt, den er auf dem Weg in ein drogenfreies Leben machte, auch ein weiterer Schritt in das Reich seiner Albträume zurück. Und diese fühlten sich noch genauso echt an wie an dem Abend, als er sich seinen niedersten Instinkten hingab und sich nahm, was er nicht haben durfte.

Kriss Dalmi: „Aber nun... wird alles anders! Alles wird anders sein...“

Den Talisman in seiner Linken umschlossen haltend, schlurft er gedankenlos durch das Air Canada Centre und erntet dabei verstohlene, aber allen voran konfuse Blicke von den Menschen, die, so wie er, Teil des PCWA-Konglomerats sind. Für sein neues Aussehen, für die toten Augen, für die Tränenbahnen, für die Selbstgespräche, die ihn von den grausigen Erinnerungen und seinem Gewissen ablenken sollen. Von dem schier unüberwindbaren Wall jovialen Irrsinns, wie ihn Díego Sanchéz heute bereits zu sehen bekam, steht kein einziger Stein mehr auf dem anderen. Wenn es jemals Zweifel daran gab, dass Kriss Dalmi ein psychisches Wrack war, dann war an diesem Abend der Zeitpunkt gekommen, um jene Zweifel ein für allemal auszuräumen.

Inzwischen hat der Serbe sein Ziel erreicht. Er steht vor der grauen Feuerschutztür, die in das Erdreich führt und öffnet diese mit einem unüberhörbaren Quietschen. Wenn sich nichts an den Umständen änderte, die ihn umgaben, warum sollte sich ausgerechnet das hier ändern? Für den Bruchteil einer Sekunde schenkt er der Ironie des Ganzen ein schwächliches Lächeln, dann nehmen seine knirschenden Schritte die Treppe in die Tiefe, bis er an ihrem Ende den Grund der Betongruft erreicht hat und dort das Tor zu der schwarzen Kirche aufstößt, in der er so die nicht auszurottende Hoffnung – endlich Erlösung finden wird. In welcher Form dies auch immer geschehen mag.

Zunächst sieht er nichts hier unten. Nur Dunkelheit, nicht komplett schwarz, genug Platz für einen kalten Lichtnebel lassend, der den Fantasien freien Lauf lässt. Hier ist nur eine vorübergehende Operationsbasis der Nicotine & Bacteria eingerichtet worden. Zwei Laptops, die in Sekundenschnelle Profile der PCWA-Angestellten über den Screen schicken. Dazu ein LCD-Screen, der aktuelles aus der Arena ausspuckt.
Der Umriss von Bleed steht gerade dort, wo ihn Dalmi einfach sehen muss. An der hellsten Stelle des Kellerraums, unter aluminiumverkleideten Rohren, die wie beschützende Schlangen über ihr an der Decke ruhen.
Eleven kennt den Wert dieses Menschen, der einst "Amiya Jenelle" hiess. Ihre Talente, die sie zu etwas machen, das sie von allen anderen unterscheidet.

Es ist ein Gesamtwerk aus Verführung und Ehrlichkeit, Bleed vermag dafür zu sorgen, dass sich jeder, der ihr gegenübersteht, in ihren Augen widerspiegeln kann.
So auch Kriss. Denn hier - für ihn - rückt ein anderer Tonfall auf ihre Zunge. Ihre Augen verengen sich zu Schlitzen und strahlen Kälte aus.

Bleed: "Dalm1... Ehrlich gesagt habe ich nicht wirklich damit gerechnet, dich hier zu sehen.. Oder JEMALS wieder zu sehen. Gib' einem Junkie, der clean werden muss, eine Ampulle seines feuchten Alptraums.. sperr' ihn in ein dreckiges Loch - und du bekommst die menschliche Version von Schroedinger's Katze."

Ihre Augen weiten sich für einen Moment. Fast ist es Erleichterung beim Anblick von Kriss Dalmi.
Vor allem, da sie ihn längst abgeschrieben hatte.

Seine Lippen streben in die Breite und bilden ein neuerliches Lächeln ab. Sehnsucht. Egal, was sie zu ihm sagt, es hat eine beruhigende Wirkung auf ihn.

Bedächtig setzt er einen Schritt vor den nächsten, so als würde sich zu seinen Seiten die gähnenden Abgründe der Hölle befinden, und nähert sich dem Apocalypse Girl. Den Gegenstand, einer der Gründe, weshalb er dieses lästerliche Gotteshaus aufsuchte, hält er noch immer fest in seiner linken Hand.

Kriss Dalmi: „Ich bin hier! ich habe es geschafft, Bleed! Es ist unberührt. Die gesamte Zeit trug ich es bei mir, so wie ihr es mir aufgetragen habt.“

Diese Worte verlassen seinen Mund mit einer Inbrunst, wie man sie wohl sonst nur von einem religiösen Fanatiker hören würde, und während er so spricht, benetzen beharrlich fließende Tränen des Glücks den kalten Beton unter ihm. Als er sie erreicht hat, fällt er kraftlos vor ihr auf die Knie, ohne das spasmische Lächeln einzubüßen, obwohl sich in ihrem Blick nur arktische Kälte befindet.

Kriss Dalmi: „Ich war gehorsam, ganz so wie ein ehrfürchtiger, kleiner Köter. Darum habe ich es doch verdient, wenigstens von meinem Talisman erlöst zu werden, oder? Das habe ich doch, oder? A drug-free life, stay sober und der ganze Scheiß? Es ist vorbei, oder? Sag, dass es endlich vorbei ist! Sag, dass ich gehen kann, ohne in den Abgrund gestoßen und verdammt zu werden! Sag, dass du mich erlöst!“

Ein erwartungsvolles Leuchten verdrängt die Angst vor der Ungewissheit einer möglichen Antwort. Hoffnung, GLAUBE, es ist das einzige, an das er sich klammern kann, während er unterwürfig vor ihr kniet. Priesterin, Richterin, Königin, Göttin. Sie vereint all diese Rollen, so wie sie vor dem korrumptierten Altar steht, dessen maschinelles Surren und leichenblasses Licht das Kellergewölbe erfüllt, während sie auf das menschliche Elend hinabstarrt, das in ein leises Wimmern verfällt und mit dem Oberkörper langsam vor- und zurückwippt.

Kriss Dalmi: „Was soll ich denn noch tun... Was ich soll ich denn noch anderes tun?! Soll ich mich vom Dach des Air Canada Centres stürzen? Soll ich mir einen Strick nehmen? Oder mich vor einen Zug schmeißen? Was ist es??“

Bleed schaut auf Kriss Dalmi, wie auf einen Jünger, der auf Erlösung durch Antworten wartet.
Oder zumindest daraus, dass das Blut in seinem Körper verdickt und als süsser Wein aus seinen Körperöffnungen giesst.

Bleed: "Ich liebe die Bibel.. als Werk der Absurdität. Soviele Märchen.. aus Cholera, Pest und Schlachtung. Süsse Worte.. Kapitel ohne Happy End. Die Christen umklammern ihren Glauben.. wie die Jungs, wenn ich mit ihnen Schluss mache, weil ihre Gedanken mich unterfordern. Sie glauben, dass man Sünden auslöschen könnte.. indem sie fromm werden, beten, Besserung geloben. Niemand wird Erlösung finden.. da ist kein glitzerndes Himmelstor, vor das sie treten.. keine Wolken aus federndem Nichts, der ihren Sturz in die Tiefe abfängt. Sie ALLE verrotten in einer Kiste.. in der Tiefe der Erde. Und ihre Sünden werden als Nägel in billiges Holz gerammt. Ich könnte dir vergeben, Kriss.. Doch es wird nichts ungeschehen machen.. weil es unauslöschbar ist. Nicht weil es Spuren in MIR hinterliess.. sondern weil deine Taten so schrecklich erbärmliche Spuren im Beton deines Lebens hinterlassen haben. Ich kann dir nicht vergeben, selbst wenn ich es wollte, um DEINETWILLEN.. Ich möchte "Kriss Dalmi's" Wange streicheln.. ich möchte "Mad Dog's" Stirn küssen.. ich möchte "Grizz Lee" in die Augen sehen und ihn in den meinen versinken lassen. Doch ich kann es noch nicht. Weil eure Wege noch nicht zu mir führen.. weil ihr auf unterschiedlichen Kontinenten weilt.. weil ihr noch nicht die Namen tragt, die euer tiefstes Selbst euch schon längst vor die Fäuste gelegt hat. Ich kann dir nicht vergeben, Kriss, ich kann nur eines für dich tun."

Das Apocalypse Girl kniet sich zu ihm herunter und nimmt die Ampulle aus dem Bett, das die Handflächen des Serben gebildet haben, heraus. Und obwohl es sich dabei noch nicht mal um eine volle Sekunde handelte, ist dies die erste körperliche Berührung zwischen den beiden, die keine Konsequenz gewaltsamer Taten ist. Sie mustert das Fläschchen mit der bläulich glänzenden Flüssigkeit eingehend.

Dann erhebt sie sich und lässt das Behältnis aus ihrer Hand gleiten, das mit einem Klirren auf dem Boden aufkommt und mit einem Knirschen unter ihrem Stiefel zerquetscht wird.

Bleed: "Du bist nicht am Ziel. Aber du bist frei. Du darfst gehen wie es dir beliebt. Und wenn du dort angekommen bist.. wann immer.. wo immer.. wirst du nicht mehr die kleine, erbärmliche, depressive Schlampe sein, die vor dem Nikotin zittert und den Bakterien kapituliert.. Du wirst das Monster sein, das sie dort oben bereits aufatmend vergessen haben.. Du wirst ihr Lachen hören.. und es wird gefrieren, sobald du mit einem befreiten Grinsen vor ihnen stehst, das so abartig aussieht wie du dich fühltest.. in den Momenten, die jetzt hinter dir liegen.. Du wirst sie das spüren lassen, was du spürtest, ihnen die Hölle zeigen, durch die DU musstest. Dein Leid und deine Qual wird dein Versprechen für sie, weil du es ab jetzt mit jedem teilen willst. DAS ist Nicotine & Bacteria.. eine alte Ordnung, die neues Chaos schafft. Eine Vision, die zur Tat schreitet, die uns alle formt.. zu Wesen, vor denen Gott selbst in die Knie gehen wird."

Dann, als krasser Kontrast zu ihrer düsteren Ansprache, schnellen ihre Augenbrauen nach oben, sie pustet sich wie ein Girlie eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
Und das nächste Wort klingt aus ihrem Mund so banal, als hätte sie gerade einem Jungen auf der Highschool Hoffnungen auf ein Date mit ihr beim Abschlussball gemacht.

Bleed: "Awww..kay?"

Mit einer kurzen Geste deutet sie an, dass er sich wieder erheben darf und er gehorcht mit demütig gesenktem Blick.

Kriss Dalmi: „Meine Königin, ich werde alles tun, was du von mir verlangst. Absolut alles.“

Bleed's Lachen schneidet hell durch die Dunkelheit.
Es ist ein süsses Lachen. Es ist geboren aus Verständnis, Zufriedenheit und absolutem Selbstbewusstsein.

Bleed: "Das ist wirklich nett von dir, Sweety. Wir wollen doch, dass das hier funktioniert, 'kay? Ich hasse Jungs, die zu spät zu einem Date mit mir kommen. Das macht mich.. aggressiv. Und ich teile solcherlei Enttäuschung dann auch gern mit Wesen, die .. Unpünktlichkeit und mangelndes Engagement noch weniger schätzen als ich. You know.."

Kriss Dalmi antwortet nicht darauf. Begriffen hat er es aber. Ganz sicher. Ohne noch weitere Worte miteinander zu wechseln, wendet sich der in kochendem Teer Getaufte von Bleed ab und steuert auf den Ausgang zu. Seine erregten Gesichtszüge formen ein Grinsen, das all die Vorfreude auf ausgeweidete Leiber, geplatzte Schädel, abgetrennte Gliedmaßen und zermalmte Knochen beinhaltet. Die Lust an der Gewalt ist in seine Züge zurückgekehrt. Er ist zurück. Kriss Dalmi ist zurück.

Als das Hallen der sich schließenden Tür verklungen ist und ihre Ohren nur noch das leise Surren der Computer im Hintergrund wahrnehmen, lehnt sich das Apocalypse Girl zurück, holt das Smartphone hervor und beginnt mit stoischer Miene auf seiner Oberfläche herumzutippen. Einzelne Buchstaben setzen sich nach und nach zu zwei Sätzen zusammen.

- Er ist so weit. Hope it's worth it. B.

Send.

 

Vincent Craven: "Scheint, als hätte Kriss Dalmi seine neue Droge gefunden."

Mike Garland: "Astro Happy ist aus seinem System und er setzt sich die Nadel mit Bleed darin. Ob das nicht sogar noch gefährlicher ist?"

Vincent Craven: "Er wäre nicht die erste Person, die sich an Bleed die Finger verbrennt. Und ein süchtiger Dalmi ist und war schon immer ein sehr gefährlicher Dalmi. Eine Waffe in den Händen von Nicotine & Bacteria. In den Händen von Bleed."

Mike Garland: "Da können sich die Feinde von Eleven nun sehr, sehr warm anziehen. Hallo, Robert."


------------------ PCWA ------------------

Auf dem Weg zurück in seine Kabine tritt er wütend einen Mülleimer zur Seite, der gegen die kahle Wand schmettert und seinen stinkenden Inhalt entleert. Follwer Hannibal Yedikiah Cain hält einige Schritte hinter dem Mythos einen berechtigten Sicherheitsabstand.

„Ouch.. was für ein Wetter heute. Kaum blitzen die Botschaften im Stroboskoplicht von vorn, gibt es Niederschlag für besonders fest verwurzelte Legenden. Ein Sturm geht durchs Land.. und dann fallen Cracknutten und Ex-Mythen um wie japanische Atomkraftwerke..

Das Haupt des ehemaligen Principals schwenkt langsam nach links. An der Ecke sieht er Eleven stehen, der sich gerade eine Zigarette anzündet. Lucifer fokussiert die lebendig gewordene Anarchie einige Sekunden, ehe er sich seinem ‚Hospitanten‘ zuwendet.

Gabriel Lucifer: „Komm Hannibal, wir gehen!“

Während Gabriel sich auf den Weg machen will, befördert Eleven sich einen Schritt nach vorn und versperrt dem ehernen Mythos die Durchfahrt.

E11: „Bei unserem letzten.. Aufeinandertreffen kamst du zu mir.. der Prophet zum Berg.. der treuherzige Pfleger stieg ins Gehege, um den Raptoren beizubringen, wie sie mit Messer und Gabel essen können. Now it’s my turn.. bevor ich – unvorbereitet und ohne jeglichen inneren Matchbezug – dem ewig drehenden Niemandsland namens Robert Barker zum Zeitvertreib den Stiefel in seinen stinkenden Rachen fräse.. Ich weiss sehr gut, welche konkreten Fantasien du vor meinen Füsse erbrachst, als du dich bei der letzten Show vor mir besoffen geredet hast.. was die PCWA ist.. sein soll.. all diese Hoffnungen auf bessere Zeiten, die mutig von deiner zitternden Zunge aus in den Tod sprangen, während aus deinen Mundwinkeln der flüssig glitzernde Speichel der Angst über blass gewordenes Fleisch rann.. Barker dreht sich.. panisch um sich schlagend.. in alle Himmelsrichtungen und verkauft es als ‚strategische Umsicht’, bevor er im Schwindel durch diese Fabrik torkelt, um gegen den nächsten Laternenmast zu rennen, an dem der angeleinte Hund die Zähne fletscht.. Du bist nicht viel schlauer. Stellst dich vor meine Gestalt, schliesst die Augen und siehst Silberstreifen am Horizont.. Hoffnung ist schön. Sie vermittelt den Menschen, dass alles gut wird, wenn ihre ausgefallenen Haare auf dem Fliesenboden vor ihrem Sterbebett zusammengekehrt werden.“

Der Angesprochene atmet tief durch, möchte eigentlich nicht auf das Gesagte eingehen. Dann überkommt es ihn aber doch. Er nährt sich Eleven bis auf zwei Schritte.

Gabriel Lucifer: „Überhöhe deinen Wert an meiner Niederlage heute nicht. Das Video war eine Ablenkung, ja, mehr nicht. Verloren habe ich allein ich, weil ich zu selbstgefällig an die Sache herangegangen bin, mich weniger auf den Kampf und zu viel um andere Dinge gekümmert habe.“

Sein Blick schweift nach hinten zu Hannibal. Leicht frustriert winkt er ab und will an Eleven vorbei gehen. Der macht jedoch einen Ausfallschritt und steht abermals vor Lucifer, der grimmig die Mundwinkel verzieht.

E11: „Right. Die DNA der PCWA.. diese Gen-Offensive aus dem Hause der lebenden Toten, die der nachfolgenden Generation noch etwas gutes auf den zum Scheitern veurteilten Weg mitgeben wollen, indem sie ihnen die eigenen Fehler ins Fleisch pflanzen wollen.. Wir klonen keine Schafe, die die Angwohnheit haben umzufallen, sobald es blitzt .. oder sich in die Eier beissen wenn es regnet.. Und wir vererben auch nicht die DNA eines abgehalfterten Ex-Mythos’, der sich – wie eben gesehen – nichtmal mehr selbst auf den Füssen halten kann.. Du kommst zurück.. jeder erwartet Visionen.. ein Leitmotiv.. eine letzte Botschaft vom vielleicht LETZTEN FEIND. Und dann macht sich globale Ernüchterung breit, als klar wird.. das du es nur auf ein Stück Blech abgesehen hast.. Stimmungskiller wie Schrumpfpenis mit überhängendem Vorhautlappen auf der Christmas-Party des Sekretärinnenverbands. You fucked up.. Entzaubert. Wie mein Freund Bob nach dem fünften Heelturn. Ein einigermassen kluger Mann schrieb einst auf seine Küchenschürze: Es geht immer noch etwas tiefer.. Es gibt nur noch einen, der dich aus dem Loch holt.. oder endgültig stürzen lässt, Gabriel. Mythos. Lucifer.“

Die Worte umwirbeln Gabriel wie verführerische Drohnen mit Fühlern aus scharfem Metall.
Sie locken, sie sirren. Sie birgen Für und Wider.

E11: „You can be a HERO, baby.. Gegen mich.. ist jeder ein Held. Denn vor meinem Gesetz sind ALLE gleich. Egal welche Frisur. Egal welche DNA. Hässlich. Oder unsagbar hässlich.. JEDER hat seinen Spot als Hoffnungsträger.. für diesen Moment. Es ist die Stage für Gabriel Lucifer. Und wenn du die Augen schliesst.. dann hörst du sie deinen Namen rufen.. so wie sie heute – Bob’s Beschimpfungs-Drehbuch hin oder her - auch Barkers Namen rufen werden. Weil ICH es bin. Weil ich Nicotine & Bacteria mitbringe.. nicht als Stable.. Nicht als Zusammenkunft von Leuten wie der Religion Of Death, die ausser einem Scheiss Namen kein Ziel haben.. N&B als Botschaft. Als übergeordnete Überschrift eines Zeitalters, das die perfekte Bühne abgibt.. das perfekte Gabriel Lucifer Setting, für den letzten Tanz. Du bringst all deine Geschichte mit.. deine Vision.. DNA. Vergangenheit. Träume von der Zukunft. Ich bringe die heisse Braut namens ‚Wirklichkeit’.. und dann zeige ich dir, was die so alles drauf hat... Mythos.“

Mit einem seltsam fordernden Gesichtsausdruck, schaut Eleven über Gabriels Schulter hinweg auf dessen sich im Hintergrund haltenden Schützling Hannibal. Lucifer entgeht das natürlich nicht.

Gabriel Lucifer: „Ich dachte, ich hätte mich deutlich positioniert letzte Vendetta. Aber für dich gerne nochmal: Gabriel Lucifer ist dein letzter Feind, nicht der Nächste! Konzentriere du dich also vorerst lieber auf Robert Barker und sieh dich vor, dass du kein zweites Mal gegen ihn unterliegst. Danach würde dich hier im Ring nämlich keiner mehr ernst nehmen. Au revoir.“

Ihre Schultern berühren sich und der Mythos bahnt sich seinen Weg, gefolgt von Hannibal Cain, der an einem, gerade seine Zigarette auf dem Boden ausdrückenden, Eleven kurz stehen bleibt.

Hannibal: „Sie sollten dabei bleiben, mit sicheren Feuerzeugen und Zigaretten zu hantieren. Schon bald wird in der PCWA ein Feuer lodern, das alle Erneuerungs-Verweigerer in einen Aschehaufen verwandelt, damit der wiedergeborene Phönix einmal mehr in die Luft aufsteigen kann. Wir wollen doch nicht, dass von zwei schmutzigen Einsen aus dem Keller, lediglich eine verkohlte Null in den Überresten der verbrannten Grundmauern übrig bleibt!? Wie Freunde, kann und sollte man sich auch seine Feinde mit Bedacht wählen. Und Berlin hat ab sofort sehr unangenehme Feinde zu bieten.“

E11: „Uhh... scary shit. Well.. Danke für die Feuerschutz-Belehrung, Menschlein.. Klemm' dir den Schwanz zwischen die strammen Oberschenkel, schlag' artig die Hacken zusammen und bring deinen Führer in sein Quartier. Ich habe das Gefühl, er wird Dinge sehen, die ihn begeistern werden.. Wundervolle Dinge.. Blicke in sein Innerstes.. auf die Spuren, die Chianti, Überschätzung und Selbstmitleid in seinem Fleisch hinterliessen.. wie Bakterien, die sich für den anstehenden Winter mit Schweinefett vollfressen.. Gehe hin und sehe durch meine Augen.. einen gebrochenen Mann. Ein trauriges Einzelschicksal. Das Verenden eines Mythos, dessen DNA nur noch als Hort der Scheisse in Reagenzgläser gehört.."

Ein Staredown zwischen Eleven und Hannibal wird durch Lucifers keifende Stimme unterbrochen.

Gabriel Lucifer: „Wo bleibst du denn, Hannibal?“

Der junge Mann setzt sich in Bewegung. Gabriel steht bereits an seiner Kabine. Eleven schaut den beiden hinterher und zündet sich eine weitere Zigarette an, während der Mythos den Türdrücker bedient. Als er den Raum betritt und das Licht anschaltet, traut er seinen Augen kaum.

Gabriel Lucifer: „Was ist… ?“

Seine Worte verstummen vor Erstaunen im unvollendeten Satz. Cain ist nun ebenfalls angekommen und sieht in dieses grauenhaft geschmückte Panoptikum, das einst eine Kabine war. Jetzt gleicht sie einer mit klinischen Schreckensbildern gepflasterten Hölle. Von Röntgenbildern gepflasterte Wände. Knochenbrüche. Kalte Innenansichten eines halbzerstörten Lebens. Im Gegensatz zu Gabriel betritt Cain die Kabine und reißt eines der Exponate ab, begutachtet es.

Hannibal: „... gebrochene Wirbelsäule...“

Jetzt begeht auch Lucifer sein temporäres Heim im Air Canada Centre und nährt sich einer der Röntgenaufnahmen.

Gabriel Lucifer: „Das hier ist aus dem Jahr 2003. Schädelfraktur. Von wann ist dein Bild?“

Das designierte Mitglied des Berlin Villians Club guckt genauer drauf.

Hannibal: „2013.“

Hektisch begibt Lucifer sich zu einem weiteren Röntgenbild und greift es sich.

Gabriel Lucifer: „Verstauchter Nacken, 2012… Folge des Orange Crush, den Grizz Lee mir bei unserem Match bei Vendetta 90 verpasst hat…“

Er lässt das Bild fallen, geht mit dem anderen in der Hand zu seinem Follower und deutet zielgerichtet auf dessen Bild aus dem Jahr 2013.

Gabriel Lucifer: „…Der Bruch, den Azrael mir zugefügt hat…“

Seine Pranke schnellt samt dem Röntgenbild nach oben, welches er Hannibal Yedikiah Cain nun vor die Nase hält. Dieser scheint die Bilder und Situation als Bestätigung seiner eigenen Vision zu verstehen. Die PCWA muss zweifelsfrei erneuert werden, die Bilder unterstreichen diesen Umstand nur. Er selbst kann das Feuer anfachen und nähren. Gabriel Lucifer muss lediglich den Funken entzünden und die neue Generation unter einem Dach versammeln. Es ist an der Zeit für die Erneuerung und Wiedergeburt des Phönix namens Phoenix Crossover Wrestling Association!

Gabriel Lucifer: „…2003 – das ist die Schädelfraktur von meinem Sturz vom Sinister Cage.“

Ruckartig schnappt er sich ein weiteres Bild von der Wand.

Gabriel Lucifer: „…Handquetschung von 2002, ausgelöst von Clawrik Uriel Amon im House of Horror Match beim Bloodhound Bite, noch zu GCWF Zeiten… und da drüben, 2010, die inneren Blutungen vom Stacheldraht des Schlächters…“

Fast ein wenig euphorisiert betrachtet er die Röntgenaufnahmen im Eingangsbereich und streift sanft mit den Fingern an ihnen entlang.

Gabriel Lucifer: „Das sind alles originale Aufnahmen von Verletzungen, die ICH während meiner Zeit in der PCWA erlitten habe – meine komplette Krankengeschichte!“

Wütend zieht er die Bilder von der Wand, die Ansammlung all der Schmerzen und Leiden, die seine Karriere begleitet haben. Kaum ist er fertig, wankt er um die Ecke, hinein in den Hauptteil seiner Kabine, um sich zu setzen. Doch dort erwartet ihn erst das wahre Grauen. Zahlreiche Gegenstände sind aufgebahrt.

Das Krankenbett, in dem er noch bis vor kurzem lag…

…Der mittlerweile über zehn Jahre alte Rollstuhl, in dem er täglich zur Reha geschoben wurde, nachdem er nach dem Käfigsturz endlich aus dem Koma erwacht war…

…Die Bettpfannen, welche stetig gelehrt wurden, nachdem er nach der Attacke des Schlächters nicht mehr richtig pissen konnte… 

…Der Infusionshalter, dessen Knopf Blake Milton klickte, als er ihn mit Schmerzmitteln zu dröhnte und entführte … 

In dieser Kabine erschließt sich die Gänze einer perversen Detailverliebtheit. Unzählige Utensilien aus dem Berliner Virchow-Krankenhaus, das Lucifer so häufig aufsuchen musste, befinden sich auf engstem Raum. Die komplette Geschichte seines geschundenen Körpers. Dennoch ragt ein Gegenstand heraus. Etwas, das verrät, was Niemand weiß. Bisher.

Gabriel fokussiert eine Petrischale, auf der sich eine Leber befindet. Darunter liegt ein Stück Papier. Hannibal Cain folgt dem Mythos als dieser sich langsam zu dem Behältnis bewegt. Lucifer stützt sich auf dem Tisch ab, starrt hinab auf das tote Organ. Dann stößt er schnaufend die Schale, in der es vor sich hin schimmelt, weg. Von einem leichten Phantomschmerz geplagt, fasst er sich an die Seite des Bauches und streift sein Shirt hoch, wo eine kleine Narbe zu sehen ist.

Sein nachdenklicher Blick fällt auf das offen gelegte Blatt Papier und die Kamera zoomt rauf.

 

Vincent Craven: "Eleven ist eine Gestalt... fernab von allem, womit Gabriel Lucifer es jemals zu tun hatte. Man kann Eleven besiegen, aber man wird ihn nicht los. Er ist eine Pestbeule. Ein Parasit. Er hat sich eingenistet..."

Mike Garland: "Und wenn sich Eleven irgendwo einnistet, dann richtig. Nicht nur im Keller, sondern in den Köpfen. Und während Eleven noch mit Robert Barker beschäftigt ist, hat er scheinbar sein neues Spielzeug gefunden. Eleven und Gabriel Lucifer. Vielleicht wird Lucifer ja der Held, den die PCWA braucht?"

Vincent Craven: "Zwar rückt die Crown nun in weite Ferne, dafür aber kann Lucifer das werden, was er nie war: Der Heilsbringer des Phönix."

Mike Garland: "Ob Jona Vark damit einverstanden ist?"

Vincent Craven: "Irgendwann wird ihr nichts anderes mehr übrig bleiben."

LERNEN, WAS ES HEISST..

 


------------------ PCWA ------------------

Mühevoll war dieser 6-Men Tag Team Kampf. Interessante Partnerwahl, mit Fusion an seiner Seite und Kwabena auf der anderen - und doch, er wird das Gefühl nicht los: Diese beiden können eine wichtige Rolle in der Erfüllung des D.E.A.L.'s spielen. Genau wie sein nun aufgesuchter Gesprächspartner - schliesslich sitzt dieser nun vor ihm und blickt, leicht naiv, in die Augen des Botschafters.

NEON ist unzufrieden mit dem Verlauf seines Gespräches mit Gabriel Lucifer, der Mythos war nicht wirklich eine Hilfe, NEON darf jetzt zwar in dessen Sado Maso Club eintreten, hatte dies aber eigentlich nicht vor. NEON LOVE ist ein Fan von JEDEM PCWA-Wrestler, ausgenommen denen die gegen Robert Breads kämpfen und natürlich Azrael Rage. Und NEON ist auch begeistert von den Fähigkeiten des Mannes, welcher bei der letzten Vendetta eindrucksvoll zurück ins Rampenlicht gekommen ist, als er NEON LOVE förmlich zerstörte.

Erik Moranes: "Es freut mich, dass du meiner Einladung gefolgt bist..."

Klar - ist doch ein Teil des Plans.

Erik Moranes: "...und wie ich sehe, bist du auch nicht gerade unzufrieden, hier zu sein."

Ein freundschaftliches, beinahe Vaterschaftliches Lächeln erscheint auf dem Gesicht des Botschafters. Dieses könnte theoretisch falsch sein - ist es aber nicht. Dieser NEON ist ihm irgendwie sympathisch. Vielleicht liegt es an den Genen...

NEON LOVE: "Ich bin unzufrieden wegen eines toten Pferdes, Maximilian Lunekinds Existenz und weil Gabriel Lucifer keine Zeit hatte, um mir einen Ratschlag zu geben!"

Der selbsternannte Großartige blickt seinen gegenüber tief in die Augen, seufzt dann knapp und lehnt sich in seinem grauen Ledersessel zurück. Dies führt dazu, dass sein weißes T-Shirt mit der schwarzen Aufschrift "FitisFair" zu sehen ist - ein wenig Schleichwerbung muss erlaubt sein, schliesslich war diese Firma der Grund für seine Rückkehr in den Ring. Zumindest offiziell. Das Gabriel Lucifer hier schon eine Finger im Spiel hatte... das gefällt ihm grundsätzlich weniger - doch muss er es angehen.

Erik Moranes: "Weisst du NEON... ich habe dich hier eingeladen, weil ich dich besser kennenlernen möchte. Dein Vater ist, das hatte ich ja bereits erwähnt, ein alter Freund von mir... wobei Freund eher weniger ausdrückt, was uns wirklich verbunden hat. Wir sind mehr als das gewesen - eher wie Brüder. Rein theoretisch könnte ich also behaupten, ich sei dein Onkel..."

Ein kurzes Zwinkern folgt in richtung des jungen Israelis, dann fährt der Mann aus Miami fort.

Erik Moranes: "Doch das wäre vielleicht ein wenig übertrieben gesagt. Doch... ich habe ein Angebot für dich. Etwas, dass dir weiterhelfen wird... dich weiterbringen wird. Und im gegensatz zu Gabriel nehme ich mir immer die Zeit für meine Familie."

Unverhofft kommt oft. Suchte der junge mit den rosafarbenen Haaren grade noch Rat bei Gabriel Lucifer, so scheint ein anderer Veteran viel mehr Interesse an seiner Zukunft zu haben.

NEON LOVE: "Solange ich nicht, wie bei Gabriel Lucifer, am Ende dem Kucklucksklan beitreten soll, wäre ich neugierig, wie ein flauschiges Katzen Baby." 

Ein amüsiertes Grinsen zeigt sich im Gesicht des Botschafters - ja, diesen Jungen kann er auf seine Seite ziehen.

Erik Moranes: "Ok, dann stelle dir mal folgendes vor..."

Er beugt sich nach vorne, gestikuliert mit den Händen und blickt NEON weiterhin unverblümt an.

Erik Moranes: "Ein Ring Veteran mit 20 Jahren Ring Erfahrung, dabei multipler Champion in unterschiedlichen Verbänden und mittlerweile unglaublich gut trainierter..."

Übertreibung - einfacher Cotatores Champion mit Azrael Rage und einmaliger EFW Lousiana States Champion - so prickelnd ist das jetzt nicht. Der Body? Ok, den kann hier kein anderer aufweisen. Sehen alle eher aus, als wenn sie lieber Bier und Pizza zu sich nehmen. Ok, mit Ausnahme von Azrael vielleicht - aber das juiced auch. Mit Sicherheit.

Erik Moranes: "...Professioneller Wrestler bietet einem jungen, aufstrebendem und talentiertem Mann die Möglichkeit, an seinem Wissen teilzuhaben und davon zu profitieren."

Fast verschwörerisch blickt Miami's finest arrogance den Erzfeind des längsten Penisses der Menschheit an und fährt dann fort.

Erik Moranes: "Und was würdest du davon halten..."

Kunstpause, Spannung aufbauen.

Erik Moranes: "...Wenn du eben jener talentierte Mann bist, dem ich mein Wissen übereigne?"

Zufrieden lehnt sich der Botschafter zurück - Botschaft platziert.

NEON fände es schön wieder eine Familie zu haben. Noch viel besser könnte er allerdings einen Trainer gebrauchen, immerhin hat er noch nie einen Einzelkampf gewonnen. 

NEON LOVE: "FLAUSCHTASTISCH... ähm, okay meinte ich."

Dieses zufriedene Grinsen kann er sich einfach nicht klemmen. Er wusste, dass der Sohn seines alten Partners dieses Angebot annehmen wird. Schliesslich hat NEON doch gar keine andere Wahl, als dieses Angebot des netten Onkels abzulehnen.

Erik Moranes: "Ich wusste, dass dir das gefallen wird."

Moranes springt auf, reisst Neon ebenfalls auf die Beine und umarmt seinen neuen Schüler. So gehen Pläne in Erfüllung - Fusion und Kwabena angefixt, Neon bereits an Bord. Nicht mehr lange und der D.E.A.L. kann vollzogen werden - schliesslich läuft seine Zeit ab.

NEON, der ja irgendwie immer die Anerkennung von jemandem haben wollte, fühlt sich sichtlich wohl.

Erik Moranes: "Ich bin wirklich stolz auf dich... jetzt wird die Dunkelheit von den wirklich strahlenden Rittern vertrieben. Kein Rage, kein Lucifer, kein Mad Dog... nein - Neon Love und Erik Moranes... das wird ein Spass!"

Stolz klopft er Neon auf die Schulter.

NEON zieht seine Jacke aus und macht sich direkt für die erste Trainingseinheit bereit. Sicher hatte sein neuer Mentor nicht damit gerechnet, so schnell seinen Job anfangen zu müssen.

Der erstaunte Blick auf dem Gesicht von Moranes zeigt deutlich: Damit hätte er nicht gerechnet.

 

Vincent Craven: "Oh nein. Oh nein. Oh nein. NEON LOVE und Erik Moranes?"

Mike Garland: "SIeht ganz danach aus. Die Botschafter der Flauschigkeit."

Vincent Craven: "Oh du meine Güte..."

Mike Garland: "Ganz genau..."


------------------ PCWA ------------------

Eine Weile hat er es hinaus gezögert, aber nun ist der Moment gekommen. Eine Antwort steht seit der letzten Vendetta aus und deshalb wartet Mad Dog an einer Glasfront des Air Canada Centers, von welcher man den besten Blick aus der Arena auf den CN Tower der Stadt hat. Er hatte Robert Barker eine SMS zukommen lassen - irgendwie belustigte ihn die subtile Art, Barker somit zu zeigen, dass Blake nun nicht mehr derselbe ist und dass deshalb der Junge seiner letzten Waffe keine SMS mehr schreibt. Mad Dogs Nachricht zeigte dem ehemaligen Schlächter deutlich, dass sein Posteingang seitdem verwaist. Für die unbekannte Konstante war es eine Erleichterung keinem Handyterror mehr ausgesetzt zu sein - allerdings hatte er ja auch vor dem Rumble noch seine Nummer gewechselt, um Miltons ständigem Geschreibe zu entkommen. Barkers Nummer hat er aus dem alten SIM-Speicher herauskopiert, um sie am heutigen Tage das erste Mal seitdem anzuwählen. Leider hat der Night Fighter jedoch nicht Roberts Gesicht gesehen, als dieser das Vibrieren seines Handys merkte... vermutlich hat es ihn gefreut, zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als er erkannte, wer ihm dort eine Nachricht zukommen ließ. Mad Dog konnte gar nicht wissen, dass er Robert damit gleich doppelt traf, wo dieser doch schon den ganzen Abend über auf die Antwort von jemand anderem wartete.

Robert Barker: „Selten hat sich jemand einen beschisseneren Treffpunkt ausgesucht."

Barker ist für eine Millisekunde außer Atem und verschluckt die letzten Silben. Dann stößt er kurz Luft aus, wonach jegliche Anstrengung der hundert von Treppenstufen verdaut ist.

Mad Dog: "Hi, Robert. Lange nicht gesehen..."

Robert Barker: "Wir sehen uns oft genug. Zu oft, wenn du mich fragst. Ich bin nur hier, um über unser Match zu sprechen. Wenn du annehmen willst, sage es einfach, wenn du mich jetzt wieder zutexten willst, spar dir die Luft. Ich habe, im Gegensatz zu dir, gleich ein Match.“

Der Night Fighter nickt. Er hatte nicht vor, Barker auf die Folter zu spannen.

Mad Dog: "Richtig, das Match! Es scheint mir, als wollten weder du noch Eleven diesen Kampf... Zumindest nicht so wie er angesetzt ist. Ein einfaches Singles Match ist zu wenig für eure irren Ideen, die ihr in einen solchen Kampf mitnehmt wie eure Wrestlingboots, huh? Du kämpfst dein Schreibtischgerangel mit Jona Vark und suchst dir als Bauernopfer Nelson Frider, während E11 Bleed vorschickt, um eben jenem Frider ins Gewissen zu reden. Ach, wie armseelig... Aber immerhin ergab sich durch euren Hickhack eine interessante Fügung."

Die Töle dreht sich das erste Mal zu Robert um, schaut ihm direkt in die Augen.

Mad Dog: "Jona Vark hat mich zum Special Referee in eurem Match erkoren."

Der Fighter lächelt Robert an, so wie nur er es kann, was laute Jubelrufe aufgrund Jona Varks Entscheidung im Rund des Air Canada Centers zur Folge hat.

Robert Barker: „Ist das dein Ernst?“

Dabei reicht ein Blick in dieses Lächeln um seine Antwort zu bekommen.

Robert Barker: „Erst setzt sie dieses beschissene Match an und jetzt steckt sie dich als Referee dazu… Sie versucht ja nicht einmal mehr zu verbergen, dass sie das alles nur macht, um mich zu benachteiligen.“

Ungläubig fährt er sich durch den kratzigen Drei-Tage-Bart.

Robert Barker: „Aber dieses Mal kann ich ihr nicht einmal die ganze Schuld geben, nicht wahr? Alleine wäre sie schließlich nicht auf diese Idee gekommen. Da musste schon mein Out of Ashes Gegner kommen und sich vollkommen selbstlos anbieten, mein Match zu leiten.“

Fast muss Robert lachen. Sein Match, auf das er bisher keine sonderliche Lust gehabt hat, ist gerade noch um einiges beschissener geworden. Er schüttelt den Kopf.

Robert Barker: „Ganz tolle Idee, Hund. Und die Fans jubeln dir nachher auch noch dafür zu, wenn du mich im Ring bescheißt.“

Fast entschuldigend hebt MD die Arme, signalisiert Barker so, dass er mit der Entscheidung Varks nichts zu tun hat.

Mad Dog: "Jona wollte es so. Punkt. Sie hat die Umstände gesehen, die ihr beiden hervorgerufen habt und deshalb die Konsequenzen gezogen. Und wie ich finde eine mehr als passende Entscheidung. Sowieso kann ich nicht viel Schlechtes über unsere Jona sagen... sie beißt sich durch und das ist ehrlich gesagt mehr, als ich von einer so jungen Dame erwartet habe. Wenn du diesen Umstand, dass ich gleich dein Match leiten werde, also jemandem zu verdanken hast, dann augenscheinlich dir selbst - schließlich warst du derjenige, der sich auf ein Machtspiel mit ihr eingelassen hat, oder seh ich das falsch?"

Es wundert Robert kein Stück, dass Mad Dog Vark für ihre Entscheidung lobt. Er muss vor dem PPV ja auch kein Match bestreiten. Er muss sich nicht mit Eleven rumschlagen. Er muss nicht mit seinem Gegner als Referee klarkommen.

Robert Barker: „Oooh, wenn sie ein Spiel will, dann spiel ich mir ihr, dass darf sie mir ruhig glauben, aber es wird ihr nicht gefallen, dafür sorge ich schon noch. Vielleicht sollte ich ja heute Abend noch mal bei ihr auftauchen und mit ihr spielen. Meinst du das würde ihr gefallen?“

Mad Dog will antworten, doch Robert denkt gar nicht daran ihn das tun zu lassen.

Robert Barker: „Genau. Erst besuche ich unsere geschätzte Miss Vark und gratuliere ihr zum Erfolg in ihrem unaufhörlichen Kampf um die Unterhaltung der Fans. Und dann kümmere ich mich auch noch um dich, wenn es sein muss. Und glaube mir, das würde ich. Solltest du auf die Idee kommen mich in diesem Match zu ficken, wirst du nachher den Platz von Nelson Frider einnehmen. Ich habe gehört, sie hätten sogar schon ein Krankenbett für ihn hergerichtet. Ich wette da passt auch deine nichtssagende Fresse rein.“

Robert kocht innerlich.

Mad Dog: "Warum sollte ich zu deinen Ungunsten entscheiden? Ich kann deinen Gegner genausso wenig ausstehen, wie dich."

Die Töle starrt in ihre offenen Hände, bewegt dazu ihre Arme wie eine Waage hin und her.

Mad Dog: "Pest oder Cholerea... es ist mir egal, wer hier gewinnt. Für mich geht es einfach darum, den bösen Eleven und den Schlächter Barker in einem einfachen Singles Match zu sehen. Klare Regeln... Disqualifikation, Count Out. Pinfall. Eins, Zwei, Drei. Kein Stacheldraht, keine Lighttubs, keine Reißzwecken... ein stinknormales Singles Match! Keine verfickten Körperteile zu verkaufen. Zwei Männer, die in der PCWA deswegen bekannt geworden sind, weil sie gegen die Regeln spielen, die bisherigen Strukturen aufbrechen und überall den Terror und das Chaos infiltrieren, müssen unter meiner Regie für die Zeit eines einfachen Matches in das normale PCWA Korsett. Und ich bin derjenige, der dies bewachen darf und aus nächster Nähe dabei sein wird, wie ihr euch mal wieder selten dämlich anstellen werdet. Wie ihr wieder manipulieren, die Regeln ausdehnen und sie ignorieren wollt. Um zu gewinnen oder eure angebliche Freiheit zu demonstrieren... Aber mein Glück ist: Keiner von euch will verlieren! Und deshalb müsst ihr euch wohl oder übel beugen, huh?! Sonst wird der andere das Feld als Sieger verlassen. Es wird also heute eine PCWA geben, die für einige Minuten ohne Schlächter und ohne Eleven existiert. Jeder wirds toll finden, nur ihr nicht. Win-Win-Situation."

Und nun beginnt Robert langsam überzukochen.

Robert Barker: „Hell fuckinYeah, der Retter der PCWA ist da. Du weißt natürlich, was es bedeutet das Richtige zu tun, genauso, wie du weißt, was das Beste für die PCWA ist, nicht wahr? So wie du weißt, was das Richtige für Blake ist?“

Tiefsitzender Ärger wird freigeschaufelt.

Robert Barker: „Was war das noch gleich? Alles zu vergessen, was ihn als Mensch ausmacht? Kompletter Gedächtnisverlust? Ja, das klingt großartig, das MUSS das Beste sein. Oh, Mad Dog, du bist so schlau! FUCK! Das Beste für Blake hat dich genauso wenig interessiert, wie das Beste für die PCWA dich interessiert. Dich interessiert nur, was das Beste für dich selbst ist und das wird dann einfach als das Beste für alle verkauft. Die Fans mögen es dir abnehmen, aber ich bin keiner von ihnen, ich war noch nie dein Fan und werde es auch niemals sein. Ich sehe dich als den egoistischen Bastard, der du wirklich bist. Ich sehe dich als den Menschen, der es verdient in zwei Monaten von mir zerstört zu werden! Nicht von Eleven und auch nicht vom Schlächter, sondern von mir! Robert fuckin‘ Barker!“

Die Augen des Night Fighter beginnen zu funkeln, als er nach Barkers Verbalattacke ihm entschieden entgegen tritt. Die Worte haben getroffen, sodass er sich voll Zorn auf die Unterlippe beißt.

Mad Dog: "Guck dir den Turm an."

Der ehemalige Schlächter reagiert nicht, sondern starrt MD nur hasserfüllt in die Augen. Dieser aber zeigt wuchtig auf die Glasfront und damit auf den CN Tower.

Mad Dog: "GUCK DIR DEN SCHEISS TURM AN!!!"

Robert weicht einen Schritt zurück, als der Fighter plötzlich losbrüllt. Bereit sich zu verteidigen.
Er guckt. Hinüber.

Zum Tower.

Mad Dog: "Der ehemals größte Fernsehturm der Welt. Und was passierte, huh?! Irgendwann kamen Chinesen und Japaner, um einen noch höheren Turm zu bauen. Jeder will das fuckin Beste für sich, Robert. Jeder will der Größte sein, der Beste, der Stärkste. Ich nehme mich davon nicht aus, ich habe offen gesagt, dass ich wieder Undisputed Gerasy Champion werden will. Du willst Cryption Crown werden. Und du willst besser sein als ich..."

Jetzt dreht sich Barker wieder herüber zu MD, denn der Hund kommt bis auf Millimeter an ihn heran. Keine Sehnsucht, die aufkeimt. Keine Begier... so wie vorhin vielleicht bei Bleed.
Hass.
Entschlossenheit.

Mad Dog: "...weil ich besser bin. Und das werde ich dir noch und nochmal beweisen, Robert. Out of Ashes? You and me?!"

Die Bartstoppeln der unbekannten Konstante rasieren die Wange des Schlächters, als der Hund seinen Kopf auf dem Weg zu Bakers Ohr nach vorne schiebt.
Bestimmt, aber leise. Von allen hörbar und doch geflüstert, strömt eine Antwort direkt in Barkers Gehörgang.

Mad Dog: "You got it."

Robert Barker: "Ich bekomme immer was ich wiiillooOARRR!"

Das Knie der Töle trifft den Unterleib Barkers, sodass dieser auf die Knie sackt. Mad Dog geht zurück, starrt auf Barker der keuchend und sein bestes Stück haltend auf dem Boden hängt. Die unbekannte Konstante wirkt für eine Millisekunde irritiert ob seiner eigenen Tat - aber nach allem, was heute geschehen ist, waren es die falschen Worte von Barker. Erst Lucifer, der ihn als Urknall einer falschen DNA betitelte und aufzeigte, dass er selbst wieder alles und jeden in der PCWA determinieren wollte. Und dann Bleed, die als E11s Vertreterin meinte, in ihm würde immer noch ein altes Ich lauern, das Eleven wachgerufen hat.
Und nun soll seine Antwort allein das Produkt von Barkers Willen sein? Mal wieder fremdbestimmt... Mal wieder nicht sein eigener Herr?! Mad Dog schüttelt den Kopf. Nein.   

Mad Dog: "Immer, was ich will. Immer, was ich will. Lucifers Worte. Elevens Worte. Deine verfickten Worte. Ich habe genug! ICH will dich im Ring, klar? Das hat mit deiner behinderten Herausforderung einen Scheißdreck zu tun. Ich wollte Blake das nicht antun, aber es ist verdammt nochmal geschehen. Kapiert? Egal, wer kümmere dich gesagt oder wer mir mein Gesicht verbrannt hat."

Vorsichtig und bedächtigen Schrittes nährt sich der Fighter seinem kommenden Gegner bei Out of Ashes 2014.

Mad Dog: "Robert, seit ich in der PCWA bin, stehst du auf der Gegenseite. Du hast mich nach meinem Debüt aus dem Rumble geschmissen und danach habe ich ein Geschäftsjahr gekämpft, um zu dir aufzuholen. Du hast es bemerkt und kamst beim nächsten Rumble auf mich zu, um gemeinsame Sache mit mir zu machen. Wir beide seien ja schließlich vom Schlächter gekennzeichnet und könnten uns daher vertrauen. Du hast mich ausgenutzt und hintergangen... Ja, um der Beste zu sein! Um den Rumble zu gewinnen. Wieder ein Geschäftsjahr später hattest du dich allerdings als Gerasy Champion ins Abseits katapultiert und standest erneut dem Mann gegenüber, der trotz deiner Hinterrücksattacke ein Geschäftsjahr zuvor erneut zu dir aufgestiegen war. MIR! An deiner Seite blieb allein ein unbeholfen wirkender Terrorist im Ganzkörperanzug. Niemand mehr außer einer Töle. Ich habe dich ausgenutzt und hintergangen. Weil ich es dir heimzahlen wollte und... Ja, um der Beste zu sein! Um Gerasy Champion zu werden."

Robert stiert seinem Langzeitfeind in die Augen, die diesen Blick erwidern.

Mad Dog: "Ein Geschäftsjahr später stehen wir wieder Auge in Auge gegenüber. Brawlin' Rumble X. Du hast dich soeben vom Schlächter gelöst, indem du ihn ein letztes Mal wach rütteltest und Eleven bezwangst. Ich habe mich soeben von der Maske gelöst, dem Sinnbild für mein Hintergehen und Ausnutzen in der Vergangenheit. Und außerdem von dem Teil in der PCWA, der mich damit unweigerlich verband und der dir ironischerweise half, wieder nur Robert Barker zu sein und nicht mehr der Schlächter. Blake. Da stehen wir nun, eigentlich frei und offen für die Zukunft. Aber immer noch auf zwei unterschiedlichen Seiten. Ich gegen Blake, du für ihn. Oder umgekehrt... wie man's nimmt... Ich versteh deine Wut, Robert. Deinen Hass auf mich. Wegen dieser Sache und überhaupt. Letzteres verstehe ich noch viel mehr... Überhaupt müssen wir uns hassen, weil wir uns immer über den Weg laufen, in der Quere stehen, den anderen abhalten wollen, an ihm vorbeiziehen, ihn links liegen lassen wollen..."

Der Fighter streckt Barker, der weiterhin auf dem Boden hockt, seine Hand entgegen.

Mad Dog: "Diese ganzen Spielchen haben wir hinter uns, Robert. Hintergehen. Ausnutzen. Wir standen von Beginn an gegenüber. Wir standen uns von Beginn an im Weg. Und von Beginn an, gab es nur eine Frage, die uns quälte. Wir haben für uns klar, was das Beste ist. Für die PCWA oder für wen auch immer... Darum geht es also nicht. Sondern darum, wer der Bessere von uns beiden ist. Also lass es uns bei Ashes endlich klarstellen. Ohne Einlullen, ohne Psychospielchen, ohne Verkleidung... Es muss die nackte Wahrheit her. Ich bin genau wie du dem Phoenix gleich! Wir beide sind oft zu Asche und Staub vergangen. Wir waren am Ende, nur um dann wie der glühende Vogel wieder empor zu steigen. Aus der Asche unserer Vergangenheit haben wir die PCWA DNA geprägt. Du und ich. One on One. Wer wird bei Out of Ashes den anderen Vogel verbrennen und sich selbst aufschwingen zu neuen Höhen? Wer ist der Bessere von uns? Liegt es nicht in unser beider Interesse, nichts weiter als diese Frage zu klären, huh?!"

Der ehemalige Schlächter zögert, die Hand des Night Fighters und damit dessen Vorstellung von der Herangehensweise an das Match der beiden anzunehmen. Prüfend schaut er ihm immer wieder in die Augen, dann auf die dargebotene Hand. 
Nun ergreift er sie. Der Hund zieht ihn in den Stand.

Mad Dog: "So sei eeeeeeeeeeeeeeeeeeeAAAAAAARRRRRRRR!"

Saftig schnellt der Boot Barkers zwischen die Beine des Hundes. Mad Dog muss sogleich keuchend zu Boden, wonach sich der Schmerz wie ein Geschwür in seinem Unterleib breit macht. So wie einst die Angst vorm Schlächter. 

Robert Barker: „Ladies and Gentlemen, ich präsentiere euch Mad Dog wie er leibt und lebt. Tritt dir unprovoziert in die Eier, nur um daraufhin eine acht Minuten Speech zu starten, die dich zur Fairness überzeugen soll. Absolut brilliant.“

Robert blickt auf Mad Dog herab.

Robert Barker: „Und ich wette die Fans feiern dich auch noch dafür. Klug, werden sie es nennen. Der Hund musste ein Zeichen setzen, werden sie sagen. Barker hat es verdient, werden sie wissen. Und mein Konter? Falsch war er. Verachtenswert. Das Werk des unstabilen Verstands eines Blutrünstigen. Sie werden das machen, was sie schon immer gemacht haben. Sie sehen nicht was gemacht wird, sondern wer es macht. Du bist ihr Held, deshalb kannst du dir beinahe alles erlauben. Mich hassen sie gerade mal wieder, weil ich ehrlich genug zu ihnen war, um zu gestehen, wie unfassbar unwichtig mir ihre Meinung ist. Und deswegen wirst du auch wieder damit durchkommen meine Geschichte so zu erzählen, als wäre ich der Teufel persönlich. Aber ich habe dir vorhin schon gesagt, dass ich nicht wie sie bin, dass ich etwas Besonderes bin. Ich kenne die Wahrheit. Über mich. Über Dich. Über unsere schmutzige kleine Welt hier.“

Er beugt sich nach unten, um Mad Dog näher zu sein.

Robert Barker: „Und die Wahrheit ist, dass ich der Beste aller Zeiten bin. Ich habe die CotatoresTrophy nicht nur gewonnen, ich habe dafür den Lobotomy Blues geschlagen, die Könige der Tag Team Welt. Ich habe mich ihnen in ihrer Paradedisziplin gestellt und sie besiegt und dann? Dann habe ich mich Eleven gestellt. Dem Mann, den du nicht besiegen konntest, und habe mich ihm in seiner Paradedisziplin gestellt, in seiner eigenen verdammten Matchart. Und was habe ich getan?“

Robert legt den Kopf schräg.

Robert Barker: „Ich habe ihn besiegt! Und jetzt habe ich mir ein neues Opfer ausgewählt. Mad Dog. Den Mann, der mir den Undisputed Gerasy Title in einem Regular Singles Match genommen hat. Den Mann, der von vielen für einen der besten Singles Wrestler aller Zeiten gehalten wird. Den Mann, der sich als Matchart erneut ein Regular Singles Match ausgesucht hat, weil es seine Paradedisziplin ist. Und weißt du, was ich tun werde?“

Zwei Gesichter können sich kaum näher sein.

Robert Barker: „Ich werde dich besiegen. Fair. In der Mitte des Ringes. Ich werde die nächste Legende besiegen und die Fans werden einsehen müssen, dass du mich damals nicht besiegen konntest, weil du besser warst, sondern weil du von den Umständen profitiert hast. Ich werde dich einschläfern. Ein für alle mal.“

Robert richtet sich wieder auf.

Robert Barker: „Und da ich dafür keine Waffen benötige, hast du einen Deal. Leite mein Match heute Abend fair und ich gebe dir ein faires Match bei Out of Ashes. Hintergehe mich… und du wirst es verdammt nochmal bereuen.“

Für diesen Deal werden keine Hände ausgestreckt. Mad Dog und Robert starren sich einfach nur an. Sie beide haben ein faires Match versprochen. Und ein Versprechen ist ein Versprechen, nicht wahr, vertrauter Feind?

 

Mike Garland: "Was für zwei Knaller-News! Erst ist Mad Dog heute der Special Referee und dann tritt er beim Out of Ashes gegen Robert Barker an? Barkers heile Welt hat sich gerade um 180° gedreht!"

Vincent Craven: "Und über allem schwebt der Name Blake Milton wie das Damoklesschwert. Auch wenn wir Milton seit Wochen nicht mehr gesehen haben, ist er dennoch noch so sehr in der PCWA verwickelt, dass er Geschichten beeinflusst. Wie eben auch die Geschichte von Mad Dog und Robert Barker."

Mike Garland: "Und heute kann Mad Dog enormen Einfluss nehmen. Dazu muss er allerdings Eleven auf die Siegerstraße führen. Auch mit Sicherheit nichts, was Mad Dog mal eben im Vorbeigehen mit seinem Gewissen vereinbart."

Vincent Craven: "Unglaublich interessante, vertrackte Situation."

Mike Garland: "Das kannst du wohl laut sagen."


------------------ PCWA ------------------

„ıɔн ϱıɘßɘ яɘıиɘƨ ωɒƨƨɘя üʚɘя ɘυɔн ɒυƨ, αɒии ωɘяαɘт ıня яɘıи. ıɔн яɘıиıϱɘ ɘυɔн voи ɒllɘя υияɘıинɘıт υиα voи ɒllɘи ɘυяɘи ϱöтzɘи.

ıɔн ƨɔнɘиʞɘ ɘυɔн ɘıи иɘυɘƨ нɘяz υиα lɘϱɘ ɘıиɘи иɘυɘи ϱɘıƨт ıи ɘυɔн. ıɔн иɘнмɘ αɒƨ нɘяz voи ƨтɘıи ɒυƨ ɘυяɘя ʚяυƨт υиα ϱɘʚɘ ɘυɔн ɘıи нɘяz voи ʇlɘıƨɔн.

ıɔн lɘϱɘ мɘıиɘи ϱɘıƨт ıи ɘυɔн υиα ʚɘωıяʞɘ, αɒƨƨ ıня мɘıиɘи ϱɘƨɘтzɘи ʇolϱт υиα ɒυʇ мɘıиɘ ϱɘʚoтɘ ɒɔнтɘт υиα ƨıɘ ɘяʇüllт.

ıня ωɘяαɘт мɘıи volʞ ƨɘıи υиα ıɔн ωɘяαɘ ɘυɘя ϱoтт ƨɘıи.“

- нɘƨɘʞıɘl З6, 24-28

 

Ächzend und schnaubend schleppt sich Wikluh Skyes "Balcan Sex God" durch das Air Canada Centre, die das versammelte Volk dazu bringt, die elektronische Kakophonie mit ihrem eigenen Lärm zu tilgen. Als Kriss Dalmi die Arena betritt, lässt er seinen Blick durch die Menge gleiten und was er sieht, bestätigt jede Silbe, die ihm Bleed verführerisch ins Ohr gehaucht hatte, um das Monster erneut zu wecken und damit gleichzeitig in Raserei zu versetzen.

Ihr Hass war in Berlin größer und lauter, ihre Gesichter verzerrter, ihre Beleidigungen persönlicher. Einige unter den zahlreichen, kopflosen Schäfchen mit ihren CRAFT-Shirts, mit ihren Mad Dog-Basecaps und ihren Kevin Sharpe-Doublecups wissen wer er ist und was er getan hat. Dennoch scheinen zu viele vergessen zu haben. Oder sie wollten vergessen.

Kriss Dalmi: „Aber nun wird alles anders werden...“

Denn er wird sie wieder daran erinnern. Jeden einzelnen von ihnen. Und ganz besonders Díego Alejandro Sanchéz.

Den empörten Gesichtern in den ersten Reihen schenkt er ein debiles Grinsen, dann flaniert er beherzten Schrittes an all den Zweiflern und Ignoranten vorbei, so als wäre das, was noch vor weniger als 20 Minuten im gottlosen Keller der N&B-Brut geschah, nie geschehen, als hätten die Monate auf der Cuvry-Brache nie existiert. „Ich kann dir nicht vergeben, selbst wenn ich es wollte, um DEINETWILLEN..“, sprach sie zu ihm, doch selbst die Königin, die den Kelch mit dem schwarzen Blut über seinen Kopf vergoss und ihn mit dem verderblichen Taufwasser neu erschuf, konnte sich irren. Denn wenn es wirklich so war wie sie sagte.

Warum fühlte er sich jetzt so frei?

Am Squared Circle angekommen, reißt er Jane Nelson ihr elektronisches Sprachrohr aus der Hand und verscheucht diese mit einem Lächeln, welches in ihr und wohl jeder anderen Frau schaurige Erinnerungen an Vendetta 103 aufleben lässt. Daraufhin rollt er sich unter dem Bottom Rope in das Seilgeviert und baut sich, mit dem Blick zur Bühne gerichtet, in der Mitte des Ringes auf bis die Lautstärke des Einzugsliedes dahinsiecht. Dann beginnt er zu sprechen.

Kriss Dalmi: „Weißt du Díego. Seit wir uns heute nachmittag im Eaton Centre über den Weg gelaufen sind und du dich so sehr dagegen gesträubt hast, dich mit mir abzugeben, hatte ich eine ganze Menge Zeit, nachzudenken. Über mich, mein Leben, meine Rolle im PCWA-Gefüge. Ich habe auch darüber nachgedacht, ob ich es verdient habe, von einem gesichtslosen Versager wie dir so behandelt zu werden, wie du mich behandelt hast. Ich habe es in deinen Augen gesehen, all die Abneigung und Überheblichkeit, die nur jemand besitzen kann, der sich auf der sicheren Seite des Gefüges vermutet. Aber mit solch angesehenen Freunden wie Van Crane oder Thera ist es ja auch ein Leichtes, sich über alle anderen zu erheben, nicht wahr? Diesem Trugschluss erlag auch schon Alistair Brunswick, und sieh dir an, wo er jetzt ist: Verschollen und vergessen.“

Die schwankende Stimme des Serben klingt nervös. Oder aufgebracht. Oder vorfreudig? So genau ist das nicht zu sagen, denn auch seine Mimik scheint sich vor der Flut verschiedenster Gefühle, die er im Moment spürt, nicht entscheiden zu können, welchen Gemütszustand sie abbilden wollen.

Kriss Dalmi: „Zwischen deinem und Alis Hochmut gibt es jedoch einen gravierenden Unterschied. Du bist jemand, der sich diese Arroganz nicht leisten kann, weil du im Gegensatz zu ihm nur eine Statistenrolle besitzt. Weil du einfach nur da bist. Weil du seit 3 Jahren einfach nur vor dich hin existiert, ohne dass jemand in diesem Laden einen Fick auf dich und deine verblassten Errungenschaften hier oder in der IWF gibt. Und weil du so ein unbedeutender Wicht bist, der nur im Hintergrund existiert, sehe ich es auch nicht ein, mich von einer wertlosen Gestalt wie dir in meiner Ehre kränken zu lassen. Darum wirst du jetzt herauskommen, Díego! Du wirst herausgekommen, dich vor diese Leute stellen und du wirst bei mir auf Knien um Vergebung betteln. Du wirst Reue zeigen und dann wirst du wieder zu deinen CRAFT-Buddies verschwinden und für deinen Ruhm blasen, wie die wertlose, mexikanische Nutte, die du bist! Hast du mich verstanden?“

Beinahe schwingt schon eine entzückte Note in der Stimme des Serben, der mit einem heimtückischen Grinsen zur Bühne hinüberblickt und auf eine Antwort des Deutschmexikaners wartet.

Kriss Dalmi: „OB DU MICH VERSTANDEN HAST?“

Das aufgeregte Getuschel und die Buhrufe sind einer angespannten Stille gewichen. Sie warten. Alle warten darauf, ob Díego Sanchéz den Provokationen des Belgraders wirklich hierher folgen wird.

Aber weder kündigt die Soundanlage ihn durch L'Âme Immortelles „Phönix“ an, noch informiert uns der gigantische Alieratron über Sanchéz Kommen. Weitere verschwendete Augenblicke sorgen stattdessen dafür, dass sich die Unruhe in einigen Teilen der Crowd erneut breitmacht. Die Anrufungen Kriss Dalmis bleiben ungehört und diese Abfuhr sorgt bei vereinzelten Zuschauern sogar für ein paar heitere Gemüter.

Hier steht er also nun. Mit Ignoranz gestraft, verspottet, ein begossener Pudel. Der, der Robert Breads gekreuzigt hat, um seinen Standpunkt klarzumachen. Der, der NEON LOVE aus Spaß unter Drogen gesetzt hat. Der, der Bleed...

Kriss Dalmi: „Ich bin deiner Zeit also nicht würdig, ja?! Nicht wichtig genug, ja?! EIN WITZ IN DEINEN AUGEN???“

Hervorquillender Hass. Aus dem Tiefsten seiner Seele destillierter, hervorquillender Hass durchdringt die Züge des Serben, als er mit seinen durch die Feuer der Hölle lodernden Augen in die amüsierten Gesichter der Zuschauer starrt.

Er ist ein Witz.

Kriss Dalmi: „DU WILLST DICH ÜBER MICH LUSTIG MACHEN???“

Zum Totlachen.

Kriss Dalmi: „DU SCHMIERIGER, KLEINER BOHNENFRESSER WILLST DICH WIRKLICH ÜBER MICH LUSTIG MACHEN???“

Es ist, als ob die Tollwut den ehemaligen Cryption Crown-Träger befallen hätte. Ansammlungen feiner Schaumbläschen bilden sich aus seinem Speichel an seinen offenen Mundwinkeln, die zeigen wie die neu gemachten Zähne gegeneinander wetzen und unter der Anspannung drohen zu zerspringen, als wären sie aus Glas, während zwischen ihnen gedämpfte Wutschreie nach Außen dringen.

Unentwegt hämmern seine Fäuste gegen den Ringpfosten, sowie seine eigene Stirn, denn auch Kriss Dalmi selbst wird von seinem Zorn nicht verschont. Er muss ihn entladen. Jetzt! Egal gegen wen! Und so donnern wüste Schläge gegen seinen Kopf, bis sich schon nach kurzer Zeit eine Platzwunde an seiner Stirn bildet, aus der das Scharlach sich mit seinen brennenden Tränen vermischt und aus seinem Gesicht eine unheimliche, rote Fratze schafft.

Das aufkommende Amüsement ist schon längst wieder abgestorben und einer aufgeregten Beklommenheit gewichen, die sich in Murmelei und Flüstern ausdrückt. Es fühlt sich an, wie wenn einen die Sensationslust dazu treibt, sich mit Fernglas und Campingstuhl neben ein Zugunglück zu setzen und den Bestattern dabei zuzuschauen, wie sie den zerfetzten Körper eines Selbstmörders zusammensammeln und entsorgen. Doch auch, wenn die Crowd inzwischen vom Schrecken ergriffen ist, sein Zorn ist noch lange nicht versiegt und so verbergen sich Kommentatoren wie Ringsprecherin hinter den Mannen von Gabriel Security, während sich Kriss Dalmi einen zusammenklappbaren Stuhl geschnappt hat, damit bis zur Unbenutzbarkeit auf das Kommentatorenpult einprügelt und zusammen mit dem demolierten Stuhl schluchzend zu Boden sinkt.

Weitere Momente, in denen nichts passiert. Kriss Dalmi, der, der es nicht wert ist, beachtet zu werden, lehnt schwer atmend und auf dem Boden sitzend gegen das Kommentatorenpult. Seine Faust hält Jane Nelsons Mikrofon nach wie vor umschlossen, dessen Windschutz inzwischen die Farbe seines Blutes angenommen hat. Dann, als der Tränenfluss endlich versiegt, hebt er wieder an seine blutunterströmtem Lippen und spricht mit schwächlicher Stimme.

Kriss Dalmi: „Du hast das nicht verdient, Díego Alejandro Sanchéz. Nichts von dem hattest du je mehr verdient als ich. Ihre Aufmerksamkeit, ihre Liebe. Und obwohl du das alles nicht verdient hast, wagst du es auch noch, mich auf deinem hohen Ross sitzend mit deiner grenzenlosen Arroganz zu ignorieren.“

Keuchender Atem dringt durch das Mikrofon und geistert durch die Halle.

Kriss Dalmi: „Vielleicht ist es dir jetzt noch nicht bewusst, während du mit Stevie Van Crane und Michael Thera deinen Aufstieg in Schampus und Glitzerregen ersäufst, aber ich werde dafür sorgen, dass hier und heute Schluss mit deinem Höhenflug ist. Ich werde dafür sorgen, dass du lange und tief fallen wirst. So wie du noch nie in deinem Leben gefallen bist. Und wenn du dann auf dem Boden aufgeschlagen bist, all deine Glieder gebrochen sind und weder deine CRAFT, noch sonst jemand im Stande ist, dich zu retten, werde ich deinen kaputten Körper als meinen Steigbügel zu höheren Aufgaben missbrauchen, um dein zerschmettertes Gesicht noch tiefer in den Dreck zu pressen. Ich habe keine zwei Monate umsonst in der Hölle verbracht, ich habe dieses Meer aus Jauche nicht überquert, um von jemandem überholt zu werden, der einzig aus der Laune eines Invaliden heraus profitiert. Ich werde das nicht zulassen, Díego.“

Die Leere in dem roten Antlitz wandelt sich in ein sehnsüchtiges Lächeln. Das gleiche, das man bereits gesehen hat, als der völlig aufgelöste Kriss Dalmi vor Bleed trat.

Kriss Dalmi: „Du bist für mich kein Mensch, Díego! Ihr seid alle keine Menschen für mich! Ihr seid nur Schlachtvieh für mich. Ihr seid wie grunzende, quikende, sich in Scheiße wälzende Schweine, die nacheinander auf die Schlachtbank geführt werden! Du hast nur das Pech, dass du als erster meinen blutigen Pfad gekreuzt hast. Aber ich werde dir nicht den Gefallen tun, das Schlachtschussgerät an deinem Schädel anzusetzen, Díego. Scheiß auf Blake und Robert! Das, was ich mit dir machen werde, wird so viel gnadenloser und erfüllender sein als der Tod per Knopfdruck. Und du wirst es lieben, Díego! Du wirst es so sehr lieben!“

Er hebt seine freie Hand, betrachtet die schweißnasse Handfläche und wischt sich damit bemüht langsam durch sein Gesicht. Kriss Dalmi kommt darunter wieder hervor. Und so, als ob diese psychotische Episode eben gerade nie passiert wäre, ist seine Miene von einer befreiten Leichtigkeit erfüllt.

Kriss Dalmi: „Oink, oink!“

Anschließend lässt der Belgrader das blutbefleckte Mikrofon aus seiner Hand gleiten, rappelt sich unbeholfen wieder auf und stolpert, gefolgt vom unbehaglichen Schweigen im Air Canada Centre, die Aisle zur Bühne hinauf. Vor den Vorhängen stehend, dreht er sich noch einmal um, schenkt der Kameralinse einen vieldeutigen Blick. Dann verschluckt ihn der teilende Stoff.

 

Mike Garland: "Das fand ich gerade... ziemlich gruselig."

Vincent Craven: "Mit dieser Meinung stehst du ausnahmsweise mal nicht alleine da. Schau dir nur mal die Gesichter in den ersten Reihen an. Die wirken, als hätten sie gerade einen Geist gesehen."

Mike Garland: "Ich kann es ihnen absolut nicht verübeln. Es ist ziemlich unangenehm, jemandem dabei zuzuschauen, wie er sich seinen Selbstverletzungstrieben hingibt. Es scheint keinen richtigen Umgang mit Kriss Dalmi zu geben. Lässt man sich auf seine kranken Spielchen ein, kann man sich auf eine Welt des Schmerzes gefasst machen. Ignoriert man ihn hingegen, passiert einfach das gleiche."

Vincent Craven: "Oder schlimmeres. Seine Drohungen klangen sehr ernst und wenn ich Díego wäre, würde ich in den nächsten Wochen und Monaten Acht darauf geben, was ich sage und tue, um dem wahnsinnigen Serben nicht noch mehr Material zu geben, um seinen Hass weiter zu befeuern."

Mike Garland: "Zum Glück bist du ja aber nicht Díego Sanchéz, sondern nur der Sidekick in der Mike Garland-Show! Und Mike sagt: Weiter geht's!"


------------------ PCWA ------------------

Azrael Rage… Einfach nur sein Gesicht in der Kamera. Ausdruckslos, aber entschlossen. Betrübt, aber nicht traurig. Er ist das verlorene Schaf, aber er sucht nicht den Weg, denn der Weg würde nicht zum Ziel führen. Er ist die ewig wandelnde Frage, die stets auf’s neue gestellt werden will, aber die Antwort immer nur die Frage neuformuliert.

„Ich bin über Vierzig Jahre alt, Stevie. Ich habe die ganze Welt bereist und sämtlichen mystischen Orte besucht, die jedes Lexikon aufzählt. Meine Hände erfassten pure Schönheit und Hass und Grauen brannten sich in Meinen Geist. Ich habe viel erlebt. Schicksalsschläge verkraften müssen, dass sie für mehrere Menschen reichen würden, um zu brechen. Sie wären die perfekte Entschuldigung für alles was Ich je getan habe. Dennoch weigere Ich Mich sie vorzuschieben als leise gehauchtes Sorry. Anstatt zu brechen, verhärte Ich und anstatt zu vergehen, streife Ich es ab, wie eine Schlange ihre alte Haut und Ich erstrahle im neuen Glanz dieser Welt und frage Mich Nacht für Nacht womit Ich eine solche ständige Wiedergeburt und Neuerfindung verdiene. Doch wenn Meine Augen den Morgen erblicken, verwehen all diese düsteren Gedanken, wie der frisch gefallene Schnee, denn Ich folge Meinen Sinnen und sie lassen Mich fortwährend diesen Namen, den Du nun bekämpfst, in goldgelben Buchstaben am Firmament schreiben… an Meinem Firmament. Meiner PCWA.“

Er schließt kurz die Augen, wirkt fast friedlich, spricht leise und besonnen weiter.

„Trotz das Ich etwas gefunden habe, dass Mich ganz und gar erfüllt, bin Ich rastlos, will Mich wieder beweisen, denn gleichwohl all des Erfolges, den Ich ausstrahle, erschaffe und Mein Eigen nenne, verstehe Ich die Welt nicht, Stevie. Indirekt beneide Ich Dich sogar, denn Du scheinst Deinen Frieden mit der Welt gemacht zu haben, wie Ich es nie könnte. Das Unverständnis hindert Mich Frieden zu finden. Vielleicht suche Ich ihn auch gar nicht, will stattdessen den andauernden Konflikt. Eleven, Robert Barker, Blaze, Kriss Dalmi… scheißegal… kommt nur alle her, denn Ich will keinem Kampf aus dem Weg gehen. Im Gegenteil. Ich begrüße jede Sekunde davon mit tiefster Inbrunst. Nur so kann Ich in dieser Welt, die Ich nicht begreife, Luft atmen, obgleich Ich doch eigentlich in dem endlosen Meer von Unverständnis ertrinken sollte. Dennoch nehmen Meine Lungen Zug um Zug auf. Sei es die dünne Luft an der Spitze, oder die modrige Luft des Kellers, oder einfach die feuchte Luft des Ringes. Ich heiße sie willkommen, denn ewig wird dieser Tanz auf Messers Schneide kein gutes Ende nehmen. Dessen bin Ich Mir wohl bewusst. Trotz all des Wissens um Meines Scheitern, dass eines Tages das Alter, oder ein Unfall, oder Attentat bringen wird, unaufhaltsam, hülle Ich Mich in feinsten Zwirn, trage teuersten Schmuck und steuere mit voller Geschwindigkeit auf diesen Punkt zu, denn dieser endlose Hunger ist ein fester Bestandteil Meiner Seele, Stevie.“

Er öffnet die Augen, wirkt kampfeslustig, und plötzlich erweckt.

„Ich erblicke den nächsten Kampf und renne so geschwind Mich Meine Beine tragen ihm entgegen. Das habe Ich immer so gemacht, obwohl Ich verloren bin in endlosen Gewinden, wovon jeder Meinen Untergang bedeuten kann. Es ist einerlei und Mein wahres Verfaulen würde nur stattfinden im Nebel des Stehenbleibens. Aber das werde Ich nie erlauben, denn selbst wenn Meine Muskeln brennen, als würde Ich in Flammen stehen, Ich renne weiter und weiter und immer, immer weiter.“

Mit seiner gepiercten Zunge leckt er sich über die Oberlippe, vorbei ist die Kampfeslust, die Ruhe kehrt in seine Augen zurück, während er starr drein blickt.

„Aber die Frage warum Ich es Dir und nun den Rest der Welt erzähle, anstatt abermals auf Mein Ziel zu zurennen, ist wohl noch im Raum und Ich bleibe heute keine Antwort schuldig, denn es wird Zeit die Lügen endlich abzustreifen und abermals Mich neu zu erschaffen. Das tu Ich nämlich, Stevie. Ich bin kein gefestigter Charakter, oder eine klare Linie. Ich bin ein Überlebenskünstler, denn genau das mache Ich schon Mein ganzes Leben – überleben. Jegliche Momente wo in anderen etwas stirbt, oder zerstört wird, zerreiße Ich zum Puzzle und forme Mich daraus neu, gefüllt mit neuem Antrieb, neuer Wahrnehmung. Aus den grässlichen Scherben des Hässlichen erschaffe Ich jedes Mal einen neuen Menschen, der die Reste des Alten aufträgt und in neue Gefilde trägt. Der Teufel Azrael Rage, der Verräter Azrael Iscariot, das Schild Azrael Rage, der Retter Azrael Rage, der Gott Azrael Rage… Namen sind Schall und Rauch, die genau so schnell kommen, wie sie gehen, wenn sie ihren Nutzen verloren haben und dessen bin Ich Mir wohl bewusst… Nur Eins bleibt immer bestehen. Der Hunger auf den Kampf. Der einzig feste Teil in dieser Welt, den Ich verstehe. Er ist nie gewichen und wer weiß, ob er das jemals wird. Doch all Meinen Folgen dieses Rufes, brachte Mich an sehr dunkle Orte und trieb Mich zu sehr düsteren Taten. Das ist wohl die Legende die Ich Mir aufgebaut habe und Ich habe Deinen Abscheu wohl damit irgendwie provoziert, nicht wahr? Es wäre vermessen das ein Besinnen zu etwas besseren Mich läutern könnte, denn Ich verdiene keine Läuterung. Dennoch habe Ich erfahren, was dieser Kampf in seiner schlimmsten Form anrichten kann. Dein Freund, Alistair Brunswick, zeigte es Mir. Er zwang Mir einen Kampf auf, den Ich mit Meinen Fäusten nicht siegen konnte. Sicherlich konnte Ich Mir zumindest Meinen Gerasy zurückholen. Dennoch stehe Ich hier und die Welt, angeführt von ihrem Helden Stevie Van Crane, wünscht sich abermals Meinen Verlust. Normal würde Ich das wohl für natürlich halten, Meine Waffen schleifen und ein Feuer mit einer Feuersbrunst begleichen. Aber Ich will das nicht. Ehrlich gesagt, will Ich nur das Treffen im Ring. Dennoch nötigst Du Mich zum Handeln nun und Ich komme dieser Verpflichtung im vollen Umfang nach. Denn, wenn Du als Held dastehst, braucht diese Geschichte abermals einen Schurken… Ich will ihn nicht stellen, aber Ich kann es wohl gut. Aber in Meiner Blindheit für diese Welt und wie sie funktioniert, möchte Ich eine Frage stellen und Ich erwarte früher oder später Antwort von Dir.“

Wieder entbrennt das Feuer in seinen Augen, die Ader auf der Stirn pocht.

„Es ist eine Frage die Mich seit Vendetta 104 so sehr beschäftigt, dass Ich selbst im härtesten Training und in den Armen von Eri keine Ruhe finde. Wie kannst Du ernsthaft behaupten Dich gegen Mich so als Held hinzustellen, nachdem Du Alistair Brunswick unterstützt hast? Der einzige Mann der noch unfairer kämpfte als Männer, wie Eleven, Dalmi oder Ich, hast Du auf ein Podest gehievt, während er Stück für Stück versuchte Mein Leben, oder das was anmutet es zu sein, zu zerreißen? Jetzt, mit der dreisten Behauptung, dass Ich ihn so gemacht hätte, stellst Du Dich hier hin und willst Meinen Gerasy? Den goldenen Schatz, den Ich gerade noch so vor ihm retten konnte? Das werde Ich niemals zulassen!“

Wieder weicht das Feuer und das Gesicht zeigt Nachdenklichkeit, obwohl diese nur den Zorn, welcher noch deutlich sichtbar ist, verdeckt.

„Das verstehe Ich nicht, Stevie. Ich verstehe Dich nicht und verstehe nicht, wie Du ernsthaft glauben kannst irgendwie besser als Ich zu sein. Wieder ein Aspekt an dieser Welt, den Ich obwohl Ich in ihren oberen Zehntausend streife, nicht verstehe. Aber vielleicht muss Ich es auch nicht verstehen, wieso es in Ordnung ist Meine Familie zu zerstören, wenn es Deine Freunde tun. Vielleicht muss Ich nicht verstehen wieso es in Ordnung ist Mich mit allen Mitteln zu vernichten, obwohl man besser als Ich sein will. Vielleicht muss Ich nicht verstehen, wieso Du, Stevie Van Crane, meinst besser als Ich zu sein… Vielleicht muss Ich das alles nicht. Ich muss es nur kaputt machen und darin bin Ich sehr gut… DENN ICH HABE DIE MACHT!“

Das Licht verglimmt, das Gesicht weicht und zurück bleibt viel Unverständnis und eine Spur Ehrlichkeit.

 

Vincent Craven: "Intensiver Monolog des Gerasy Champions, der sich mal ganz schnörkellos präsentiert. Also ohne technischen Schnickschnack, dafür aber auch sehr hochtrabend spricht. Denn neben seinen Besuchen im Fitnessstudio hat Azrael Rage offensichtlich auch eine Goldkarte im Bertelsmann Club und kriegt einmal im Quartal ganz eloquente Bücher zugeschickt. Oder wie siehst du das? Mike? MIKE! AUFWACHEN!"

Mike Garland: "RRaaak? Was? Oh, sorry. Was hat er gesagt? Irgendwas von mystischen Orten?"

Vincent Craven: "Du hast ja wirklich gar nichts mitbekommen, nicht wahr?"

Mike Garland: "Du kannst ja kurz für mich zusammenfassen, was Rage da so gefaselt hat."

Vincent Craven: "Im Grundprinzip wird er Stevie zerstören... oder so."

Mike Garland: "Oder so..."


------------------ PCWA ------------------

Jane Nelson: „Das folgende Match ist festgesetzt auf einen Fall. Als erster auf dem Weg zum Ring.. er kommt aus Haddonfield, Illninois, USA – und er ist ein Mitglied der CRAFT. Hier ist STEVIEEEE VAN CRAAAAAANE!“

Aus den Boxen ertönt eines der inzwischen bekanntesten Themes in der PCWA.
Es ist VAST mit „Touched“ – und es kündigt den amtierenden Brawlin’ Rumble Sieger und Herausforderer auf den Gerasy Title an. Niemand geringeren als Stevie Van Crane.

Touched ...

you say that i am too
so much of what you say is true
I'll never find someone
quite like you
again
I'll never find someone
quite like you like you


Der Enemy Number One taucht unter dem Jubel der Halle aus dem Entrance auf.
Natürlich sind viele Buhrufe dabei, jetzt auch deutlich hörbar. Selbstverständlich hat Azrael Rage seine Fans, und auch bei den neutraleren Wrestling-Fans der PCWA kam die Attacke gegen den selbsternannten Antihelden zu Beginn dieser Show alles andere als gut an.

Und wenn man Stevie Van Crane in diesem Moment in die Augen sieht, wie er so aus dem Entrance auftaucht und Richtung Ring marschiert, so sieht man es ihm auch an. Der Blick nicht so offen durch die Halle gleitend lassend, wirkt er eher reserviert, innerlich konzentriert. Hier und da wird eine ausgestreckte Hand durch Abklatschen begrüsst, ansonsten bewegt sich Stevie Van Crane in diesem Moment in seiner eigenen Welt.

Schon vor dem Ring zieht er während des Laufens sein weisses Shirt mit dem Logo der CRAFT aus und drückt es einem weiblichen Fan in der ersten Reihe in die Hand. Stevie hebt erstmals den Blick, lässt ihn durch die Halle gleiten und nimmt die Reaktionen auf, die ihn begrüssen. Positiv, überwiegend. Allerdings mit negativen Reaktionen gespickt.


Vincent Craven: „Hat sich Stevie Van Crane mit dem Angriff auf Azrael Rage wirklich einen Gefallen getan? Sicherlich ist es immer gut, als Herausforderer nicht in die Defensive zu geraten. Aber ich glaube, so hat er sich noch mehr unter Druck gesetzt.“

Mike Garland: „Jo und was passierte? Es gab Trubel im Paradies, namentlich in der CRAFT-Kabine. Thera und Stevie haben eine Meinungsverschiedenheit – zu einem der unpassendsten Zeitpunkte überhaupt.“

Vincent Craven: „Ich bin gespannt, wie sich Stevie gegen den Xtreme Fighter schlagen wird. Tolle Konstellation, die hoffentlich in einem tollen Crossover-Match mündet.“

 

the razors and the dying roses
plead i don't leave you alone
the demi-gods and
hungry ghosts
god, god knows i'm not at home

 

Stevie Van Crane rollt sich jetzt durch das unterste Seil in den Ring, richtet sich dort auf und tigert umher. Er zieht die Klettverschlüsse an seinen alten Boots fest, klopft sich auf die Oberschenkel seiner schwarz-rot gesprenkelten Wrestlinghose. Dann gleitet sein Blick zum Entrance, wo sein Gegner kommen wird.

 

Jane Nelson: „Uuuunnd hier ist sein Gegner.. aus der Genesis Wrestling Society – der amtierende GWS World Carnage Champion – der Xtreme Fighter LEVY!“

Das bekannte Death Metal-Anthem zersägt die Arena in Toronto und fräst sich in die Schädel der Anwesenden. Auch wenn die Liga nicht jeden so wirklich ein Begriff zu sein scheint, so ist der Name des Xtreme Fighters doch immernoch eine Ansage in diesem Business. Von daher gibt es auch deutlich positive Reaktionen für Levy.

 

I DENY I DENY

YOUR SAVIOUR IS A FAKE

HOW CAN YOU BELIEVE IN A RELIGION

BASES ON AN ANCIENT TALE . CARVED IN STONE

 

Und er taucht auch tatsächlich auf, in Fleisch und Blut erscheint er im Entrance. Ein paar Mal dreht er sich um, nimmt alle Eindrücke in 360 Grad auf, dann marschiert er Richtung Ring, wo Stevie Van Crane herumtigert, den Blick nur auf seinen Gegner gerichtet.

Mike Garland: „History in the making! World Champ – zugegeben, einer kleineren Liga – und PCWA-Brawlin’ Rumble Sieger treffen hier aufeinander. Doch das sind sogar nur Fussnoten, denn hier stehen sich zwei Mitglieder der CRAFT gegenüber, die vor langer Zeit diesen Stable zusammen geprägt haben.“

Vincent Craven: „Das ist schon faszinierend zu sehen. Fast so, als würde man das zu Hause auf der Xbox simulieren müssen, weil es zu unwahrscheinlich ist, das nochmal in echt zu erblicken.“

 

CHAPTER AFTER CHAPTER

IN YOUR BOOK OF FABLES . YOU PRAISE YOUR SO CALLED LORD

YOU DEDICATE YOUR LIFE TO PRE HISTORIC LIES

MY CONVICTION IS MY SWORD

Wider trägt der Xtreme Fighter ein schwarzes Shirt mit der weißen Aufschrift: „Mess With The Best – Die Like The Rest.“ Einst auch ein Slogan der Serial Overdose, dem Tag Team, das er mit Michael Thera zusammen gebildet hat. Auch seine knielange Wrestlinghose ist schwarz. Auf dem Weg zum Ring, wo es Stevie fast kaum noch abwarten kann, strecken sich auch Levy einige Hände entgegen. Er muss abklatschen, bekommt Schulterklopfer von alten, in die Jahre gekommenen Hardcore-Fans. Als Levy am Ring ankommt lässt er seinen Blick noch einmal schweifen und steigt die Ringtreppe empor.

IN YOUR EYES YOU ARE DIVINE

YOU WILL FACE THE TRUTH WHEN YOU DIE

YOU THINK YOU SEE THE SIGN

WHAT YOU SEE IS WHAT YOU GET AND YOU ARE BLIND

CHRISTINSANITY , FACE REALITY

CHRISTINSANITY , FAKE REALITY

 

Das Theme fadet aus, Stevie und Levy stehen sich gegenüber. Sie starren sich einfach nur an – und sofort ist das Publikum elektrisiert. Dann werden beide von der Ringglocke unterbrochen.

4th Match
- CRAFT vs. Ex-CRAFT -
Regular Singles Match






(Sieg durch Pin oder Aufgabe, Disqualifikation oder Count Out - Referee: Johannes Ullrich)

 

Der Referee hat das Match freigegeben! Und das betrachten Stevie und Levy auch korrekterweise als Startsignal, denn Beide stürmen aufeinander zu – mit einem Lockup wird das Match zwischen dem Mann aus der PCWA und dem World Carnage Champion aus der GWS standesgemäss eröffnet.

Beide ringen verbissen um den Vorteil, schieben sich quer durch den Ring. Auch wenn sie einst zusammen in der Craft waren, sogar Freunde waren, so ändert das nichts daran, dass sich Beide hier nichts schenken werden. Stevie ist sehr konzentriert, auch wenn ihn der Verlust von Michael Thera am Ring mit Sicherheit beschäftigt.

Stevie Van Crane hat den Xtreme Fighter Levy im Rahmen des ersten Aufeinandertreffens in eine Ringecke gedrückt – und wird jetzt auch vom Ref angewiesen, den Lock zu lösen. Stevie tut das auch, hebt beide Hände. Levy stösst sich aus der Ringecke ab.

Nächster Lockup! Stevie gewinnt diesen, greift zu und verdreht Xtreme Fighter Levy den Arm. Der kontert! Schöner Hipp Toss gegen Van Crane! Der kommt aber auf den Füssen auf, wirbelt herum.

Der Xtreme Fighter Levy geht ihm entgegen und verpasst seinem Gegner einen Armdrag Takedown! Wunderbar ausgeführt. Stevie kommt wieder hoch, ein Blick zu seinem Ex-Kollegen. Kurzes anerkennendes Nicken vom Brawlin’ Rumble Sieger.

Vincent Craven: „Schneller, interessanter Auftakt zwischen den Beiden.“

Mike Garland: „Levy deutet hier bereits am Anfang an, dass er sehr wohl immer noch einiges auf dem Kasten hat. Auch wenn sein derzeitiger Arbeitgeber nicht mit der PCWA zu vergleichen ist.“

Technisch guter Auftakt zwischen den ehemaligen Freunden. Stevie schüttelt sich kurz, dann jagt  er auf erneut auf Levy zu. Wieder geht der GWS World Champ gleichzeitig in die Offensive. Elbow Strike aus dem Lauf heraus. Stevie Van Crane duckt sich allerdings ab, taucht unter dem Ellenbogen Levy’s hinweg. Jetzt wirft er sich hinter Levy’s Rücken nach oben!

CRUCIFIX TAKEDOWN!

Stevie zieht Levy unter dem Jubel der Crowd zum Cover auf die Schultern! Der Referee ist zur Stelle und zählt den Pinfall durch.


........................ONE .............................

 

 Levy kickt raus!

Stevie ist wieder oben, auch sein Gegner springt sofort wieder auf die Beine. Wieder stürmen die beiden aufeinander zu, harter Lock Up. Es knallt förmlich, als die beiden zusammenrasseln. Keiner will hier auch nur einen Millimeter nachgeben. Und auch das Publikum ist sofort drin in diesem Match.

Jetzt ein leichter Kräftevorteil bei Stevie, der den GWS’ler auch nicht von sich weglässt, da dieser versucht sich loszureißen.  Das nutzt Stevie sofort aus, denn er schleudert Levy mit einem gewaltigen Stoß in die Seile. Sofort stürmt Van Crane hinterher und knallt Levy einen Forearm Smash gegen den Brustkorb. Geschickt drückt er Levy in die Ropes und befördert ihn mit einem Irish Whip in die gegenüberliegenden Seile.

Wie ein Geschoß rauscht der Xtreme Fighter zurück, hoher Dropkick von Stevie, aber Levy hastet ihm entgegen und greift in der Luft nach seinen Beinen!  Durch den Schwung überschlägt Stevie Van Crane sich in der Luft, kommt jedoch genau vor Levy wieder auf die Beine. Running Clothesline gegen den Xtreme Fighter, der davon völlig überrumpelt wird!

Doch das kann ihn offenbar nicht schocken, denn sofort springt er auf die Beine und tritt Stevie das linke Standbein weg! Es folgt ein weiterer Kick genau in die rechte Kniekehle und schon hat er Stevie in einer knienden Position.

Was dafür genutzt wird über die Seile Schwung zu holen. Levy versucht es mit einem Kick gegen den Hinterkopf von Van Crane. Aber Stevie lässt sich nach vorne fallen, womit der Xtreme Fighter seinen Kopf verfehlt und über ihn hinweg erneut in die Seile hechtet. Reflexartig katapultiert sich Stevie Van Crane zurück auf die Beine, allerdings ist Levy einen Tick schneller und dieser feine Bruchteil reicht aus um katapultartig den Fuss auszufahren.


YAKUZA KICK gegen Van Crane!

 

Vincent Craven: „WOW! Was für ein Einschlag. Stevie’s Kopf wird voll erwischt und ins Genick geschleudert.“

Mike Garland: „Die Fans gehen sofort mit, auch wenn es natürlich überwiegend Buhrufe von den PCWA-Fans hier in Toronto gibt.“

Stevie bricht in der Ringmitte zusammen. Der Xtreme Fighter Levy slidet zum Cover heran und wirft sich auf den Brawlin’ Rumble Sieger und Gerasy Herausforderer!

 

…..ONE…..

 

………..TWO…………

 

KICKOUT von Van Crane!

Stevie reisst die Schulter hoch! Begeistert zeigen sich die Fans in der ausverkauften Arena in Toronto. Ein bisher sehr gutes, klassisches Wrestlingmatch zwischen diesen Ikonen zweier verschiedener Ligen. Der GWS World Carnage Champion und der Gerasy Herausforderer schenken sich bislang rein gar nichts.

Im Ring zieht der Xtreme Fighter seinen Gegner gerade nach oben. Ab geht’s für Stevie van Crane nach einem Whip In in die Ringecke. Den anschliessenden Aufprall nimmt Stevie voll mit dem Rücken mit. Sofort fässt er sich an die betroffene Stelle, mit schmerzverzerrtem Gesicht, während er noch in der Ringeecke hängt.

Der Xtreme Fighter Levy geht jetzt hinterher, genauer gesagt, mit risikoreichem Anlauf. Aus dem Lauf springt er Stevie Van Crane entgegen und legt sich quer in die Luft.

 

CROSSBODY BLOCK!

 

Der Xtreme Fighter trifft Van Crane genau und nagelt ihn mit der Aktion in der Ringecke fest. Man sieht wie Stevie förmlich die Luft wegbleibt und er in der Ecke in sich zusammensackt. Levy richtet sich wieder auf, schaut ins Publikum und fordert mit einer Geste die entsprechenden Reaktionen heraus.

„BOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOO!“

Ein Lächeln auf Levy’s Lippen, dann wendet er sich wieder seinem ehemaligen CRAFT-Kollegen zu. Harter Chop gegen den Brustkorb von Stevie, dann ein Elbow gegen die Stirn. Stevie’s Schädel wird zurückgeschleudert und Levy setzt weiter nach nach. Kurze Drehung.

 

SPINNING SIDEKICK!

 

 Aber diesmal kann Van Crane mit dem rechten Arm abblocken. Unter dem Jubel des Publikums verpasst er Levy einen knallharten, schallenden Chop vor die Brust. Das Klatschen hallt durch die Arena und mobilisiert die Fans des Gerasy Title-Herausforderers.

„SVC – PCWA!“

„SVC – PCWA!“

„SVC – PCWA!“

 

Levy muss ein paar Schritte zurückweichen, somit kann sich Stevie aus der Enge der Ringecke befreien, er lässt sich einfach zur Seite fallen, fängt sich an den Ropes ab. Er muss Kraft holen, jetzt setzt er nach, als er soweit ist. Van Crane springt auf den Xtreme Fighter Levy zu und bekommt mitten in der Bewegung den Kopf seines Gegners zu fassen. Zusammem mit ihm stürzt Van Crane zu Boden.

SWINGING NECKBREAKER aus dem Lauf!

Levy kracht auf den Boden und hält sich das Genick, auch Stevie Van Crane holt erstmal Luft und pumpt, knieend neben dem Xtreme Fighter. Applaus und Anfeuerung hallt durch das weite Rund.

 

Vincent Craven: „Fast sieht es so aus, als wäre Stevie Van Crane am Anfang überrascht gewesen davon, was der Xtreme Fighter noch so alles auf dem Kasten hat.“

Mike Garland: „Vielleicht hat er ihn und seine Leistungsmöglichkeiten einfach mal unterschätzt. Wahrscheinlicher ist es aber, dass Stevie selbst ein wenig durch den Wind ist heute. Vielleicht hat er sich anstecken lassen von der Euphorie um einen möglichen Titelwechsel bei Out Of Ashes.“

Vincent Craven: „Dazu kommt natürlich die Meinungsverschiedenheit mit Michael Thera. Und die Attacke gegen Azrael Rage vorhin.“


Stevie Van Crane schnappt sich in dem Moment die Beine seines Gegners, das Publikum jubelt ihm bei dieser Aktion zu! Geschickt schlingt er seine eigenen Beine um die von Levy, dann lässt er sich im Vertrauen auf die Hebelwirkung nach hinten fallen.

FIGURE FOUR LEGLOCK!

Levy’s Gesicht wird gezeichnet vom Schmerz, er rudert mit den Armen. Unbarmherzig jedoch hält Stevie den Aufgabegriff entschlossen fest. Immer wieder lässt er sich dabei auch kurz nach hinten fallen, um noch mehr Hebelwirkung auf Levy’s Beine zu schicken und seinen Gegner damit zu maltretieren.

Der Ringrichter ist natürlich beim Xtreme Fighter, er fragt ihn ganz offen ob er aufgeben will. Das kann er vergessen, denn das heftige Kopfschütteln von Levy spricht einfach Bände. Auch die passende Antwort kann man auf seinen Lippen ablesen. Der Xtreme Fighter wird nicht aufgeben. Nicht jetzt, nicht gegen Stevie Van Crane. Nicht in diesem Duell, dass die Geschichte der CRAFT – zumindest ein Kapitel von ihr – endgültig abschliessen soll.

Der Schweiss rinnt beiden Männern das Gesicht herab und lässt ihre Gliedmassen im Scheinwerferlicht glitzern. Stevie Van Crane hält den Figure Four eisern durch, auch wenn es ihm selbst körperliche Anstrengung bereitet. Dem Xtreme Fighter Levy schwinden wohl langsam die Kräfte, doch das rettende Seil ist zu weit weg.

Der Ringrichter fragt wieder nach. Kopfschütteln von Xtreme Fighter Levy. Er versucht sich verzweifelt nach vorn zu beugen, um Stevie Van Crane zu fassen zu kriegen. Aber der lässt sich auf den Rücken fallen und erstickt den Befreiungsversuch im Keim.

Die Fans stehen auf ihren Sitzen. Anfeuerung für Stevie Van Crane, aber auch Aufmunterung von einigen Oldschool-Fans des Xtreme Fighters. Der versucht jetzt mit einem Kampfschrei den Figure Four Leglock umzudrehen. Stevie kämpft verbissen dagegen an, während Levy versucht soviel Schwung wie nur irgendwie möglich zu holen. Jetzt drückt er sich zur Seite, will sich mit aller Macht umdrehen..

LEVY DREHT DEN FIGURE FOUR LEGLOCK HERUM!

Der Konter gelingt. Nun ist der Grossteil der Schmerzen anders verteilt, auf der Seite des Gerasy Herausforderers. Das sieht man deutlich in dem Gesicht von Stevie Van Crane, denn es zeigt den Schmerz, der jetzt seinen Empfänger gewechselt hat. Stevie Van Crane löst den Lock! Er hält sich das rechte Knie, er muss sich sammeln. Der Xtreme Fighter kämpft sich auf die Beine, schüttelt kurz seine eigenen Beine aus, um die Taubheit zu vertreiben.

Vincent Craven: „Was für ein Fight des Willens zwischen diesen Beiden! Wer gedacht hat, Stevie Van Crane würde hier einfach mal seinen ehemaligen Freund im Vorbeigehen wegbügeln, der sieht sich getäuscht.“

Mike Garland: „Vielleicht hat man auch Van Crane im Zuge eines vermeintlichen Wechselfiebers, was den Gerasy Title betrifft, zu hoch gejubelt? Er ist noch kein Azrael Rage. Das sollte doch wohl feststehen.“

Vincent Craven: „Gottseidank ist er das nicht. Auch wenn die Attacke gegen den Gerasy Champ heute schon eine Ansage war.“

Stevie Van Crane steht jetzt allerdings wieder. Er schaut sich um, sieht seinen Gegner nicht, was einen trifftigen Grund hat. Levy steht direkt hinter ihm und greift knallhart zu.

SLEEPERHOLD gegen Stevie Van Crane!

So etwas wie Schlagabtausch mit Aufgabegriffen momentan zwischen den beiden ehemaligen Freunden. Stevie Van Crane ist überrascht, ihm bleibt sofort die Luft weg und er rudert mit den Armen. Der Xtreme Fighter steht hinter ihm, hat den Kopf seines Gegners mit beiden Armen knallhart eingeschlossen. Ein Sleeperhold aus dem Lehrbuch für perfekt durchgeführte Wrestlingmanöver.

Van Crane wird förmlich die Luft aus dem Körper gesogen. Er versucht sich verzweifelt zu wehren, mit den Händen irgendeinen Ansatz zu finden, seien es die Haare seines Gegners oder irgendeinen Halt, an den er sich klammern kann. Schliesslich greift er nach hinten und bekommt Levy’s Kopf zu fassen. Sofort lässt sich Stevie Van Crane mit voller Wucht auf die Knie fallen.


SPLIT-LEGGED STUNNER gegen LEVY!


Und die Halle rastet jetzt förmlich auf, bis auf die Azrael Rage-Fans, die durchaus in beträchtlichem Maße vorhanden sind. Aber der Grossteil der Arena bejubelt den Move von Stevie, der sich damit aus dem Sleeprhold befreien konnte. Der Xtreme Fighter Levy liegt angeschlagen in der Ringmitte, hält sich den Unterkiefer. Kein Wunder, nach diesem Impact.

Stevie Van Crane steht zwar, aber er muss Luft holen, er muss atmen, auch wenn es schmerzt. Die letzten Minuten haben gewaltig Kraft gekostet. Aber er zwingt sich förmlich, nachzusetzen, seine rechte Hand greift in die Haare des Xtreme Fighters, ziehen ihn nach oben. Krachender Schlag frontal auf die Schläfe von Levy. Den nächsten Schlag kann Levy aber blocken und reisst instinktiv das rechte Bein hoch. Tritt in den Magen von Stevie Van Crane! Levy greift zu, hebelt Stevie Van Crane aus. Ansatz zu einem Double Underhook Brainbuster.. Doch Stevie kontert.

HURACANRANA!

Dieser wird durch den Ring geschleudert und kracht in die Ringmitte. Standing ovations jetzt in der Arena, Szenenapplaus für dieses Match. Der Xtreme Fighter schüttelt sich ein paar Mal, kommt dann allerdings auch wieder auf die Beine. Stevie Van Crane ist derweil mit viel Schwung in die Ropes gegangen und kommt jetzt mit full speed auf den Xtreme Fighter zugejagt. Der dreht sich jetzt in Stevie’s Richtung um. Stevie Van Crane springt ab..

Doch Levy FÄNGT IHN IN DER LUFT AB!

KRACHENDER BELLY TO BELLY SUPLEX gegen Van Crane!

Der Gerasy Herausforder schlägt hart in der Ringmitte auf und bleibt dort liegen. Nur die Füsse zucken noch reflexartig.

Vincent Craven: „HOLY SHIT, war das ein Konter vom Xtreme Fighter.“

Sofort das Cover vom ehemaligen Craft-Mitglied, der Referee ist sofort zur Stelle, slidet heran und zählt durch.

 

…..ONE…..

 

………..TWO…………

 

Mike Garland: „Schafft es Stevie noch?“

KICK OUT!

 

Vincent Craven: „Boah, im letzten Moment reisst Van Crane noch die Schulter hoch. Das war unfassbar knapp. Das Publikum raunt, schreit, ist völlig fertig.“

Levy fragt in aller Ruhe nochmal beim Ref nach, der aber verdeutlicht, dass es kein Pinfall war, sondern nur ein Two-Count. Der Xtreme Fighter spuckt zur Seite, holt sich Luft, dann zerrt er Stevie Van Crane erneut auf die Füsse. Forearm Smash gegen Stevie Van Crane. Wuchtiger Treffer, hart gegen die Stirn gesetzt.

Als nächstes landet einer dieser knallharten Levy-Chops auf der Brust von Stevie, was einen schönen roten Streifen hinterlässt. Aber Stevie Van Crane beantwortet den Schlag ebenfalls mit einem Chop! Wieder klatscht es laut und die elektrisierte Crowd raunt. Die beiden duellieren sich jetzt in der Mitte des Ringes mit harten Chops, die nur so durch die Arena hallen.

Den nächsten Chop Van Crane’s blockt der Xtreme Fighter mit einer Hand ab, während er die andere Hand schwungvoll in das Gesicht seines Gegners klatschen lässt. Wütend packt er sich den Kopf von Stevie Van Crane und sprintet mit diesem in die gegenüberliegende Ringecke, wo er Van Crane face first in den obersten Turnbuckle rammt. Spinning Sidekick in den Rücken seines ehemaligen Craft-Kameraden. Wie zu Beginn ist Stevie Van Crane jetzt in der Ringecke festgenagelt.

Da bleibt er nicht lange, denn jetzt reißt Levy Stevie aus der Ringecke und schlägt ihm erneut mit der flachen Hand quer über die Brust. Ein weiterer Elbow unter das Kinn von Van Crane und dieser sieht Sterne. Der Xtreme Fighter zerrt Van Crane aus der Ecke heraus, greift ihn sich und hebelt ihn aus. Van Crane liegt jetzt quer über den Schultern von Levy.

Ansatz zum DEATH VALLEY DRIVER!

Doch Stevie Van Crane beginnt dort auf den Schultern von Levy zu zappeln, er fightet, er kämpft. Levy hält ihn noch auf den Schultern, aber Stevie Van Crane rutscht von ihm runter, krallt sich noch im Fallen den Schädel seines Gegners und zieht ihn mit.

FALLING REVERSE NECKBREAKER!
 

„THIS IS AWESOME!“

„THIS IS AWESOME!“

 

Vincent Craven: „Was für ein Move von Stevie Van Crane.. Cover!“

Sofort schmeisst sich der Gerasy Herausforderer auf das ehemalige Craft-Mitglied. Der Ref ist da, seine Hand hämmert auf die Matte. Und die Crowd zählt lautstark mit, während sie auf den Sitzen steht.

 

…..ONE…..

 

Vincent Craven: „Der Xtreme Fighter rührt sich nicht mehr.“

 

………..TWO…………

Erneut klatscht die Hand es Referees auf den Ringboden.

Mike Garland: „Das muss es sein!“

KICKOUT!
KICKOUT IM LETZTEN MOMENT!

Stevie Van Crane rauft sich die Haare. Das Publikum in der Arena ist völlig fertig und spendet jetzt Applaus für beide Wrestler. Hier hält es keinen mehr auf den Sitzen. Es dauert seine Zeit, bis Stevie den Nearfall verarbeitet hat, dann kommt er auf die Beine, allerdings genauso gezeichnet inzwischen wie sein Gegner. Kurzer Elbow von Stevie Van Crane in den Brustkorb von Levy.

DROPKICK AUS DEM STAND!

Der Xtreme Fighter lernt das Fliegen und kracht rücklings in die Ringecke hinter ihm. Stevie ist will es jetzt wissen und jagt mit Vollgas hern. RUNNING SPEAR TACKLE gegen den Xtreme Fighter, der durch diese Aktion in die Ringecke genagelt wird. Stevie Van Crane geniesst den Applaus des Publikums, nimmt erneut Anlauf und rennt auf die Seile zu. Kurz vor den Ropes springt er ab, landet geschickt auf dem obersten Seil, was mit einem Raunen begleitet wird. Dort stösst er sich ab und fliegt auf Levy zu!

SPRINGBOARD MOONSAULT!

Doch der Xtreme Fighter dreht sich im letzten Moment zur Seite! Van Crane kracht in die nun leere Ringecke und stürzt von dort in den Ring zurück. Adrenalin, Schmerz und eine Alles Egal-Mentalität lassen Van Crane jedoch wieder nach oben schnellen, doch von der Seite kommt bereits Levy angerauscht.

KLATSCHENDER SUPERKICK!

Genau an die Schläfe von Van Crane!

„AWESOME! AWESOME! AWESOME!"

Vincent Craven: „Unfassbare Szenen!“

Mike Garland: „Es geht wirklich Schlag auf Schlag!“

Stevie Van Crane steht zwar noch, aber er taumelt gewaltig. Er rudert mit den Armen, schüttelt sich. Der Superkick hat knallhart gesessen. Erneut ist Levy zur Stelle und springt ab. Low Dropkick gegen das rechte Knie von Van Crane!

Der muss jetzt den Gesetzen der Physik folge leisten, er knickt nach vorn ein. Das Publikum steht auf den Sätzen, die Stimmung ist absolut auf dem Höhepunkt. Der Xtreme Fighter jagt ein letztes Mal in die Ropes hinein und kommt mit einem Affenzahn auf Stevie Van Crane zu.

Levy springt ab.

FLYING FOREARM SMASH!

Doch Stevie Van Crane dreht sich im letzten Moment zur Seite weg und reisst das linke Knie hoch. Levy fliegt frontal in den Knee Smash, stürzt zu Boden und federt wieder hoch, hält sich allerdings den Unterleib.

Da ist Stevie Van Crane, der sich mit den letzten Reserven den Schädel von Levy schnappt. Blitzschnell springt er mit dem Xtreme Fighter im Griff in die Höhe.

SACRIFICER!

SACRIFCER GEGEN LEVY!

Jumping DDT, der Finisher von Van Crane sitzt perfekt.

Vincent Craven: „Hör dir die Halle an. Alle chanten sie die drei scheinbar magischen Buchstaben – S – V – C!“

Stevie hat tatsächlich den Sacrificer durchgezogen. Er muss seinen Gegner nur noch covern..

Mike Garland: „RAGE!“

Hinter Stevie ist plötzlich Azrael Rage in den Ring gerutscht. Er hockt sich ab, zeigt mit einer Hand an, dass Stevie sich umdrehen soll und klopft mit der rechten Faust auf den Boden, um die Aufmerksamkeit des Enemy Number One zu erhalten. In der Tat lässt dieser in dem Moment ab und dreht sich um. Ein harter Kniestoß trifft ihn in die Magenregion. Sofort packt der Herokiller ihn und hievt ihn in die Höhe. Bereit zum Gorilla Press Up Slam, oder…

FALL OF A HERO!!!

Hart knallt die Magenregion von Van Crane auf das Knie von Rage. Der Gorilla Press Up to Stomachbreaker ist in Perfektion ausgeführt. Johannes Ullrich, in seiner Funktion als Referee, hat keine andere Wahl als das Match abzuläuten.

Sofort spricht Jane Nelson die erklärenden Worte aus, die allerdings in einem Rausch aus negativen Reaktionen und Buhrufen untergehen. Die Azrael Rage-Fans bejubeln die Aktion ihres Antihelden, der Rest der Arena senkt die Daumen und buht aus Leibeskräften

Jane Nelson: „Sieger per DQ nach 11 Minuten und 24 Sekunden ist… STEVIE VAN CRANE!“

Sofort wird wieder „Touched“ von VAST eingespielt, aber so sieht kein Sieger aus. Kaum Luft bekommend und zusammengekrümmt liegt Stevie mit schmerzverzerrten Gesicht auf der Matte und über ihm steht Azrael Rage, welcher zwar nicht glücklich, aber entschlossen herunterblickt. Auch ohne Mikrophon hört man ihn laut seine Worte durch die Halle brüllen, trotz all des Buhens der Fans.

Azrael Rage: „DAS WAR DEINE WAHL!“

Wütend, Zähnefletschend blickt er weiter auf den Herausforderer Nummer Eins herunter, ignoriert Levy, welcher auch im Ring liegt.

Azrael Rage: „DEINE WAHL!“

Er kniet noch einmal zu Stevie herunter und blickt ihn in die Visage, die vor Schmerz nur so geschwollen und verzerrt wirkt.

Azrael Rage: „FUCKIN’ HERO!“

Dann lässt er ab und während sein Theme „Grace – Darker than black“ ertönt, verlässt er mit einer Rückwärtsrolle über das oberste Seil den Ring und geht die Rampe hoch. Die Wut weicht langsam und er blickt sich um, während er langsam Schritt für Schritt geht, blickt er in viele Gesichter und erkennt Hass, Argwohn und Abscheu… Die Welt versteht ihn nicht… Die Welt will ihn nicht… die Welt will Stevie Van Crane… Sie soll ihn bekommen… in Stückchen.

Enttäusch und verbittert verschwindet er hinter dem Vorhang. All seine Versuche zu kommunizieren und zu vermitteln scheinen gescheitert. Hinter ihm ein Trümmerfeld seines vergangenen Lebens und vor ihm? Eine neue Herausforderung und er hat sie soeben angenommen. Die PCWA ist nichts für Helden, denn es sind nicht drei Buchstaben die eine Dekade geprägt haben… es sind Vier.

R – A – G – E!

 


------------------ PCWA ------------------

 

Robert Barker wartet neben der Tür. Vielleicht ist es sonst eine beliebige Tür inmitten des Air Canada Centres. Heute ist es die Tür, vor der man warten muss, wenn man in die vorübergehenden Büros von Jona Vark gebeten werden oder sie eintreten möchte. Nicht genug damit, dass Jona Vark es sich anmaßte ihn in ein ReMatch gegen Eleven zu stecken, ohne ihn um Erlaubnis zu fragen, nein, jetzt hat sie ihm auch noch einen Special Guest Referee vor die Nase gesetzt. Mad Dog. Genau den Mann, den er für ein Match beim Out of Ashes PPV herausgefordert hat. Anstatt sich für ihre Respektlosigkeit zu entschuldigen, hat sie es stattdessen noch viel weiter getrieben. Also steht er hier. An der Wand vor ihrem Büro. Kurz davor ihre Bürotür einzutreten und...

Ein leises ‚Bing’ reißt ihn aus seinen Gedanken. Sein Blick gleitet den Gang hinunter zum Aufzug, der am Ende liegt. Und passend zu dem Moment, an dem sich die Türen zur Seite schieben, streikt auch wieder eine der Leuchstoffröhren an der Decke des Ganges über Robert Barker.

Sie summt, fällt aus, geht wieder an. Als würde sie kämpfen. Wie eine Fliege, deren Flügel in einem letzten Anflug von Überlebenswillen tapfer um sich schlagen.
Es summt immer noch, als der Aufzug geöffnet ist und den Blick auf das Wesen in seinem Inneren preis gibt.

Es hat den Anschein, als wäre der Fahrstuhl aus der untersten aller Tiefen angekommen.
Niemand geringeres steht in der Kabine als Eleven.

Er hat die Hände hinter dem Rücken verschränkt, während er leicht breitbeinig und mit festem Stand in der Aufzugskabine steht, die Füsse in den schweren schwarzen Stiefeln, in deren Spitzen Stahlkappen eingenäht wurden. Von Barkers Position sieht er aus wie ein konturloses Stück Finsternis, das in der beleuchteten Aufzugskabine wartet.

Robert löst sich von der Wand, an der er gelehnt hat und hebt das Kinn, während er Eleven entgegen sieht.

Robert Barker: "'Nen Wunderschönen. Haben die hier in der Halle keinen schönen Keller, oder hast du dich verlaufen?"

Robert zieht dabei einen einen imaginären Hut.

Robert Barker: "Falls du vor hast Vark einen Besuch abzustatten muss ich dich warnen. Sie mag es nicht, wenn man ohne Termin hier auftaucht... andererseits habe ich ebenfalls keinen, aber das gehört zu unserer neuen Beziehung dazu, weißt du? Sie macht etwas Dummes, ich besuche sie. Sie meint, ich wäre nicht das Geld wert, dass ich verlange, ich lasse sie auflaufen. Sie setzt ein sinnloses ReMatch gegen dich an, ich stutze sie zurecht. Und weil ihr das alles so sehr gefällt, hetzt sie mir jetzt auch noch Mad Dog als Special Ref auf den Hals. Man kommt nicht umhin zu denken, dass sie mich wieder sehen will."

Er blickt zurück auf die Tür und zieht die Augenbrauen hoch. Du weißt wie das ist.

Robert Barker: "Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass du wegen solchem Schabernack hier bist. Das wäre nicht Eleven genug. Was soll es sein? Willst du noch 'ne Stipulation anfordern? So'n simples Singles Match ist der wandelnden Finsternis vermutlich zu öde, nicht wahr? Und die Fans wollen schließlich auch unterhalten werden."

Eleven hat sich aus dem Aufzug gelöst. Langsam, fast elegant, bringen ihn seine berechnenden Schritte voran. Spielerisch sieht er sich um, dreht sich dabei um die eigene Achse. So als müssten Barker’s Worte einem anderen gewidmet sein.

E11: „Ich spreche deine Sprache nicht, Bob.. Ich fühle diese metallisch schmeckenden Worte. Ich sehe deine Schweineschnauze, wie sie sich bewegt.. zuckend.. geifernd. Und die Zunge aus dickem Fleisch, die dein Grunzen ausspuckt. Du stehst hier als würdest du darauf warten, dass Vark dich auf die Seite rollt, um die letzten Tropfen Milch aus deinen kleinen, säuischen Zitzen zu drücken..“

Eleven geht langsam weiter, hebt seinen rechten Arm und schaut fasziniert auf seine Faust, die in einer Melkbewegung ins Leere greift.

Sein leises Lachen hallt wie ein Windhauch durch den Gang.

Robert Barker: "An einem Abend, an dem ich schon eine Menge Bullshit mit anhören musste, war das vermütlich das Dümmste von allem."

Gesprochen von einem Mann, der heute bereits Team Happy Hour überlebt hat.

Robert Barker: "Ich bin nicht für dieses sinnlose ReMatch verantwortlich. Ich habe dich schließlich schon geschlagen. Habe der ganzen Welt mal wieder bewiesen, dass die PCWA noch immer mein Reich ist, egal wer sich hier einnistet oder aktuell mit meinen Titeln herumläuft. Hier brauche ich deswegen niemandem mehr etwas zu beweisen, vor allem nicht gegen dich. Eindrucksvoller als beim Brawlin' Rumble X wird es nicht mehr. Warum also noch mal gegen dich kämpfen? Warum noch mal die Scheiße aus dir herausprügeln? Das bringt doch alles nichts. Es gibt mir absolut nichts, dir heute schon wieder weh zu tun."

Robert testet die Beweglichkeit seiner wieder verheilten linken Hand. Ausgezeichnet.

Robert Barker: "Ich hatte nach unserem Kampf ja schon Schmerzen. Nicht auszudenken, wie sich dieses Match angefühlt haben muss, wenn man der Verlierer ist."

Mit kaum unterdrücktem Grinsen und gespieltem Interesse blickt er in Elevens schwarze Augen.

Robert Barker: "Tut es sehr weh?"

Eleven nähert sich auf dem Gang zielsicher Robert Barker. Die schwarzen Stiefel bringen ihn voran. Über ihm summt die flackernde Leuchtstoffröhre.
In einem Anflug von Theatralik legt Eleven die rechte Faust an seinen Schädel, während er sich weiter bewegt.

E11: „Ich kann kaum gehen vor Schmerzen. I mean.. Shit. BANG, you found it, Bob.. den wunden Punkt.. Es schmerzt. Du hast sie aufgedeckt.. die Stelle, an dem das Ahornblatt auf meinen Arsch fiel, während ich in Drachenblut badete. Du verkanntes, gnadenloses, unbarmherziges Genie hast die Lösung aus dem Schlamm gewühlt. Es bedarf nur eines fetten Arschlochs in schwarz-weiss gestreiftem Endzeitoutfit, der dreimal auf den Boden klopfen darf, sobald Bob Barker seine Eingeweide aufgesammelt und in Kreuzform auf meiner Brust drapiert hat.“

Eleven hebt den Arm hoch, spreizt der Reihe nach Zeige, Mittel- und Ringfinger.

E11: „One.. two.. three. BAMM. Fuck. Ein Three-Count. Alles nur nicht DAS! I’m dead. Am Ende. Du hast den gefickten Code geknackt, Bob. Ich löse mich mit dem letzten Wiederhall der Ringglocke in Luft auf, die nach Milch und Honig schmeckt, während über dem Ring regenbogenfarbene Einhörner die Hufe hochreissen und pinke Slushies auf dein Triumvirat pissen. Abspann. The End. Ein frohes Weihnachtsfest euch allen.“

Robert verdreht die Augen.

Robert Barker: "Versteckst du hinter diesem kolossalen Bullshit eigentlich die Tatsache, dass dich Niederlagen doch stören, oder überspielst du damit nur, dass du nun auch endlich erkennst, was es bedeutet? Anyway. Lass mich dich erleuchten: Das 'Eins, zwei, drei' war nicht nur das Ende unseres Matches, sondern der Anfang von deinem Untergang. Mein Sieg stört dich nicht? Großartig! Braucht er auch nicht, aber das was er verursacht hat, sollte dir sehr wohl etwas bedeuten. Mein Sieg war der brachiale Hammerschlag mitten auf das Zentrum deiner unmenschlichen Aura. Auf genau die Aura, die dich von den anderen hier unterscheidet und die jetzt wegen mir einen Riss hat. Bisher haben die Menschen geglaubt, dass du etwas Besonderes bist und deswegen warst du etwas Besonderes. Aber wie lange hält das noch? Der Riss ist da, denn du hast verloren. Eins, zwei drei. Gegen den Schlächter, das ist wahr, und ich bin der Letzte der behaupten würde, dass ich gewöhnlich bin, aber wenn ich dich schlagen kann... wie lange dauert es dann, bis der Nächste kommt und dich besiegt? Und der Übernächste? Und was dann? Der Riss wird größer, die Aura zerplatzt, Eleven ist nicht länger ein Symbol, Eleven ist nur noch ein einfacher Mann namens Hans-Peter Elfers, der gerne schwarz trägt. Denn wovor sollen sich die ganzen Schäfchen fürchten, wenn der Teufel mal für mal von ihren Engeln gegeißelt wird?"

Jetzt ist es an Robert zu zählen. Der Reihe nach spreizt er Mittel-, Zeige- und Ringfinger ab.

Robert Barker: "Eins, zwei, drei. Ich glaube dir, dass es dir nicht viel bedeutet, denn manchmal vergisst du, dass etwas, was dir selber winzig klein erscheinen mag in Wirklichkeit gigantische Ausmaße hat. Eine kleine Niederlage für dich war ein großer Sieg für mich. Du warst der schmerzhaft scharfe Glassplitter mit dem ich mich von meiner nervtötenden Vergangenheit befreien konnte. Was ist schon ein bisschen Blutverlust im Gegenzug für so einen persönlichen Triumph? Ich habe mich an diesem Abend befreit, verdammt! Also frage ich erneut: Warum sollte ich noch einmal gegen dich kämpfen wollen und damit riskieren wieder in etwas verwickelt zu werden, dass mich von meinem Ziel abbringt? Ich habe meinen Triumph längst errungen. Ich habe dich gejagt, gestellt und ich habe gewonnen."

Auf seinem Weg den Gang hinunter fingert Eleven – mit einem scheinbar interessierten Nicken – eine Zigarette aus der hinteren Tasche seiner schwarzen Combatpants. Er wirbelt die Kippe durch die Finger wie einen Drumstick vor dem grossen Solo.

E11: „Und WIEVIEL du gewonnen hast.. den Leuten kommt bei deinem Anblick die Ehrfurcht flüssig aus dem Arsch raus.. Vagina-Vark war so ohnmächtig betroffen von deiner Erscheinung, dass sie dir lieber einen blasen wollte als einen Vertrag aufzusetzen, dessen Ende du ohnehin nicht erleben wirst.. Du verziehst deine Schweinefresse, wühlst mit deinen Hufen im dreckigen Schlamm und aus deinem Maul quillt die übliche Schlächterfäulnis, die den stinkenden Trog vor dir mit gegrunzten Gedichten über ‚Siege’ und ‚Niederlagen’ füllt. Dabei hast du genauso tot ausgesehen wie ich.. du hast geblutet wie ich. Dieselben Dornen im Fleisch. Und die beschissene Erkenntnis, die aus den Plasmakonserven in deinen zerstörten Körper pumpte, dass es sich Scheisse anfühlt, wenn nicht einmal der viel beschworene Schlächter auf seiner Stage seinen alten Song sauber zu Ende bringen kann, bis die Rückkopplung aus dem Mic in seinen Arsch schneidet wie levitierende Scheren, die sich auf dem Weg zur Kastration eine Geisterfahrt gönnen. Du quältest dein Scheusal aus dir.. doch dein Schlachtfest fiel aus. Du hast alles gegeben, hast alles gezeigt was so aus dir raushängen kann. Ich habe noch Legionen aus schwarzen Drohnen in meiner Playlist für den Untergang. Der Refrain gehört mir, Elton. <I’m STILL Standing.. You Just Fade Away>“

Eleven’s Zigarette glüht in seinem Mundwinkel. Auf den letzten Metern dreht er sich nochmals um die eigene Achse, so als würde ein Künstler den frenetischen Applaus eines unsichtbaren Publikums aufsaugen.

Robert Barker: "Spar dir deine Playlist für jemanden auf, der sich dafür interessiert. Ich kenn die Lieder schon zu gut, hab sie zu oft gehört und ganz ehrlich, sie hängen mir zum Hals heraus. Ich arbeite viel lieber an meiner eigenen Liste und die beginnt mit dem innerem Frieden, der mit der Beantwortung einer ewigen Frage daher kommt. Mein Sieg gegen dich war für mich wie das Lösen eines Rätsels nach ewig langer Zeit. All die Mühen, all die Qual haben mich zum Erfolg geführt und der Payoff war pure Ekstase. Ich höre also wie du sagst, dass dir die Niederlage nichts bedeutet, dass wir beide gleich aussahen, dass wir uns Dornen und Blut geteilt haben und ich verstehe, was du damit tatsächlich sagst."

Fast hätte er Eleven zugezwinkert.

Robert Barker: "Ich muss gestehen, dass es sich gut anfühlt. Aber diese Ekstase kommt nur einmal. Man kann eine Frage ein zweites Mal beantworten, aber nichts kommt an den Moment heran, in dem man die Antwort herausfindet. Also kannst du so viele Tiraden loslassen, wie du willst, das alles ist dennoch nicht genug, um mich zu einem weiteren blutigen Tanz im Ring zu verführen, egal wie gut deine Playlist ist. Ich habe mit allem abgeschlossen, was mir nicht weiterhilft. Und ja, selbst mit dir habe ich kein Problem mehr. Reiß von mir aus alle Mauern ein, die dir im Weg sind. Solange, wie du mich in Ruhe lässt, ist mir das mittlerweile vollkommen egal."

Robert macht eine wegwerfende Handbewegung.

Robert Barker: "Aber du solltest bei all dem nicht vergessen, wer ich bin. Schmück deine Lügen mit all dem abstrusen Verbalfasching, das dir einfällt, verspotte jeden unserer sogenannten Mitstreiter, aber vergiss niemals, wer oder was Robert Barker ist. Ich bin keiner von den Anderen im Backstagebereich. Ich gehöre nicht zum langweiligen Pack der austauschbaren Masse, ich bin besser als der Rest und wenn ich will, wenn ich muss, dann kann und werde ich auch dir schaden."

Eine Warnung, die er einen Moment im Raum stehen lässt.

Robert Barker: "Match oder kein Match, ist dabei nicht einmal die Frage. Die quälendere Frage der Massen lautet doch vielmehr: What's in the Box? ... Soll ich ihnen verraten, welchen Scheiß du da mit dir herumschleppst?"

Eleven ist jetzt bei Robert Barker angelangt. Er hat den Weg ausgekostet.
Seine schwarze Gestalt baut sich vor dem Ex-Schlächter auf, verbreitet einen Hauch aus Nikotin, Kälte und Dunkelheit. Elend.. Misery. Die Substanz des Lebens.

E11: „Denkst du wirklich, ich zeige dir Dinge, mit denen du auch nur im Ansatz etwas anfangen kannst? Du überschätzt diese kleine Kiste im Keller.. Ein Stein ist nur ein Scheiss Stein.. solange bis man ihn nimmt, um die Klinge einer Sense zu schärfen. Dann wird er mit Leben gefüllt.. wird zu einem stolz beissenden Zahnrad einer Maschinerie, die erwacht um Dinge in Gang zu setzen, die zu einer Zeit begonnen haben, als du dich noch nicht entscheiden konntest zwischen Fan-Mitleid, Publikumsbeschimpfung oder Sterbehilfe."

Robert Barker: "Nein, nein, nein. Seh für einen Moment doch endlich mal die Realität. Ich weiß seit dem Rumble was in der Box ist und seit dem Rumble habe ich sie nicht mehr erwähnt, beachtet oder an sie gedacht. Aber da draußen, bei unseren heißgeliebten Fans, da ist sie ein großes Thema. Die Leute zerbrechen sich ihre schmerzenden kleinen Schädel darüber und sie sind sich sicher, dass es etwas fuckin Spektakuläres ist. Keiner erwartet einen Stein, nein, sie erwarten die Revolution unter den Sensen und alles andere würde sie enttäuschen, denn diese Kiste gehört zum fantastischen Eleven und sie alle wissen, was Eleven doch für ein verdammt spektakulärer Ficker ist. Und diese unausweichliche Enttäuschung wird der nächste Bruch in deiner Aura sein. Sie stinken jetzt schon nach Enttäuschung, denn sie wissen schließlich nicht, was ich weiß. Noch nicht. Reiz mich und ich nehme den Stein aus der Kiste und mach einen Hammer daraus. Prügel damit auf den Riss in deiner beschissenen Aura ein. Ein, zwei, drei Mal und schon sind wir dem Ende des unmenschlichen Eleven näher."

Robert wird noch deutlicher als vorhin, benutzt zum Zählen nur noch seinen Mittelfinger.

Robert Barker: "Also tu, was du tun musst, es soll mir recht sein, denn egal wie gut du schauspielerst, egal wie viele Fans du mit deiner Masche täuscht, ich kenne die Wahrheit. Und die Wahrheit ist ganz einfach: Die PCWA hat keine Kosten und Mühen gescheut und beim Brawlin Rumble den Schlächter gegen Eleven gestellt, um ein für alle mal zu klären, wer der Bessere von beiden ist. Und nach all dem Spott - von Fans, Wrestlern und dir - lässt sich am Ende nur eines festhalten: Ich habe gewonnen."

Das Wesen aus der Nicotine & Bacteria deutet ein gleichgültiges Nicken an. Barker sieht in die schwarzen Augen, die sich zusammenziehen wie längst verstorbene Seen, über die die Nacht hereinbricht.

E11: „Everyone’s a winner, baby.. that’s the truth. You won. Du hast gewonnen, als du in deinem Bett dahingesiecht bist. Leider hattest du alles geschlachtest, was dir jetzt noch Blumen und Mitleidskarten ins Sterbezimmer bringen konnte. Und so wachte nur noch das dürre Gespenst des Tropfs an der Seite deines stinkenden Fleisches.. Du warst so verdammt tapfer, als in deinen feuchten Träumen aus Inkontinenz und Morphium dieses Ding in dir nach Befreiung schreite.. du warst stolz, als du zurück in deine Fabrik getaumelt bist, um Buße zu tun.. ein langer Weg aus Leiden, Vergessen und dem verfaulten Geschmack, den der Schwanz der verrottete Hure namens ‚Gewissen’ in deiner Mundhöhle hinterlassen hat. Die Tage ziehen ins Land.. und du entschuldigst dich und bettelst mit zitternden Händen um Vergebung. Du spülst dich aus mit Zucker und Unterwürfigkeit.. schalem Bier am Tisch mit Kevin Sharpe.. und gelobst solange Besserung bis das gefürchtete Monster in deinem Hals an guten Absichten erstickt sein muss.. Bis zu dem Tag, an dem ich vor dir auftauche, du schlagartig den Schlächter erbrichst, bejubelt wirst bis du es selbst nicht mehr ertragen kannst. Ich schnippe mit den Mittelfingern.. und du springst panisch ins Feuer wie eine Gazelle, die die Klauen in seinem Fleisch spürt. Was für ein 'Erfolg'.. auf ganzer Linie. Und so peinlich du dich auch an diesen Phyrrussieg klammerst und ihn der teilnahmslosen Fabrik als einschneidendes Erlebnis verkaufen willst, so sehr interessiert es am Ende ganz einfach KEINE... verdammte... SAU. Weil es da NICHTS gibt, was du feiern kannst.. Du gibst den geläuterten Ex-Psycho, der Händchen schüttelt und die armen Ficker mit Gutmenschentum langweilt, die nach dem Schlächter schreien.. am nächsten Morgen ist dir eher danach, den groben Publikumsbeschimpfer darzustellen, weil sich keine Sau über dich freut. Hell, selbst Mad Dog kann es kaum erwarten, dir endlich in die Fresse treten zu dürfen. Niemand soll vergessen, 'wer oder was Robert Barker ist'?... 'Eins, Zwei, Drei'.. Let's count again, du Fotze. Eins: Niemand weiss es. Zwei: Niemand will es wissen. Drei: Niemand wird sich mehr an dich erinnern, wenn alles vorbei ist.“

In diesem Moment kann Robert nicht mehr fassen, dass er vor wenigen Minuten kein Interesse am ReMatch gegen Eleven hegte.

Robert Barker: "Nicht jeder ist ein Gewinner, baby... ich habe beim Rumble gewonnen, die Fans haben beim Rumble gewonnen, Vark hat beim Rumble gewonnen, all deine Gegner haben beim Rumble gewonnen. Der Einzige der nicht gewonnen hat, warst du. Denn du hast verloren und irgendwann wirst du das auch begreifen. Irgendwann wirst du kapieren, dass der Grund für deine Niederlage in deiner Weigerung liegt die Realität zu beachten und auf sie zu reagieren. Ich war in der Lage mich zu verändern. Was du gesagt hast, minus deiner Polemik, ist absolut wahr. Ich war Eines und wurde etwas Anderes. Ich habe mich weiterenwickelt, so wie ich es schon immer getan habe. Ich habe alles Schwache an mir abgeworfen und meine Stärken weiterentwickelt. So etwas nennt man Evolution, Eleven. Beim nächsten Brawlin' Rumble werde ich nicht mehr mit dem Schlächter von diesem Rumble vergleichbar sein, aber du, du wirst immer Eleven sein. Du wirst immer der gleiche, selbstverliebte Terrorist sein, der du schon immer warst. Stillstand wird immer gegen Evolution verlieren. Beim Rumble genauso wie heute. Was bietest du uns also heute? Bringst du irgendetwas Neues mit? Irgendetwas Unvorhergesehenes? Oder sehen wir nachher den gleichen Eleven, den ich schon einmal geschlagen habe? Bietest du mir dieses Mal mehr entgegen? Denn ich muss gestehen, auch wenn mir mittlerweile egal ist, was du in der PCWA so treibst, so motivierend ist es doch dir gegenüber zu stehen und deinen Predigten zu lauschen. Du zwingst einen förmlich dazu dir in die Fresse treten zu wollen. Und genau das ist es auch, was ich nachher tun werde. Keine Metapher, keine Speech, keine Ablenkung. Ich werde einfach meinen fetten schwarzen Stiefel nehmen, rotgetränkt durch dein von mir vergossenes Blut, und werde dir deinen Schädel ein zweites Mal vom Hals treten."

Robert reißt seinen Kopf nach hinten, als wäre er setzt getroffen und lässt ihn dann langsam wieder nach vorne fahren.

Robert Barker: "Ein Stiefeltritt... und deine Aura beginnt zu bröckeln und schon bald kann die ganze Welt dich endlich sehen, so wie ich dich sehe. Fehlbar, menschlich, besiegbar. Und dann wird auch die dumme Masse begreifen, was ich ihnen längst bewiesen habe: Eleven. Will. Fall."

Eins, zwei, drei.

Robert Barker: "Again. Egal wie oft wir dieses Match bestreiten, am Ende wirst du gestürzt. Immer und immer wieder."

Der Imperator deutet den Daumen nach unten. Schicksal besiegelt.

E11: „Du wirst es versuchen.. und du wirst scheitern. Niemand kann stürzen, wenn ihm die Tiefe gehört. Und was deine Evolution wert ist, wirst du bei unserem Match sehen, wenn das Volk, dass du aus Verbitterung und teenagergleichem Trotz beschimpfst, wieder deinen Namen rufen wird.. weil ICH es bin, der dir gegenübersteht. Weil du das kleinere Übel sein wirst, auf das man sich einigen kann. Der Ex-Eventuell-NieWieder-VielleichtDoch-Schlächter als fleischgewordener Kompromiss, als tapferes Sinnbild einer ziellos verirrten Liga. Nicht erschreckend genug, um gefürchtet zu werden.. nicht brav genug, das ihm Mad Dog nicht in die Fresse treten will. Du wirst meinen Sturz nicht erleben.. denn ich werde noch hier sein, wenn Robert Barker längst als Fussnote meines Zeitalters verendet ist. Ich habe genug in deinem Blut gebadet. Und doch werde ich es wieder tun. Sag’ Jona einen Gruss von mir.. ich bin keine Gazelle, die durch das Feuer springt. Ich BIN das Feuer dieser Ära. Und du bist nichts weiter als ein Zeitzeuge, der sich die Finger verbrennt.“

Eleven's rechte Hand spreizt der Reihe nach drei Finger ab.
Robert Barkers Lieblingszahlen.
Mit einem Nicken in die Richtung seines Gegners dreht sich das Wesen aus den Untiefen der PCWA um und drückt sich, seine Schulter anrempelt, an Barker vorbei.

Robert Barker: "Natürlich. Alles kann die Wahrheit sein. Du musst einfach nur glauben."

Robert bleibt. Er ist so motiviert wie lange nicht mehr. So nah an dem Wesen namens Eleven zu sein, ihn zu provozieren und sich von ihm provozieren zu lassen, hat bei ihm ein Feuer entfacht. Wo er vorhin noch wütend über die Ansetzung dieses Matches war, kann er es jetzt gar nicht mehr abwarten Feuer mit Feuer zu bekämpfen. Und so blickt er auf die Tür zu Jona Varks Büro, in das er bis vor wenigen Minuten noch hereinmarschieren wollte und erinnert sich an den Anfang seines Abends. "...wenn er eines Tages im Büro von Jona Vark stehen würde, dann kann ihn nichts und niemand davon abhalten zu tun, was er für richtig hält..." Nein. Heute würde er Jona nicht attackieren. Soll sie ihn doch in Matches stecken, um ihn zu bestrafen. Soll sie doch seinen PPV Gegner als Referee einsetzen, um ihre Macht zu beweisen. All das sind nicht länger Merkmale eines Vertragspokers, es sind Züge im Spiel der PCWA und dieses Spiel gewinnt Robert Barker am Ende immer. Egal ob der Gegner dabei Eleven, Mad Dog oder Jona Vark heißt.

 

Mike Garland: "Ein letztes Vorgeplänkel vor dem großen Fight. Dem zweiten Weltkrieg, wenn man denn so will."

Vincent Craven: "Ich bezweifle, dass irgendwer das Match zwischen Robert Barker und Eleven als Weltkrieg bezeichnet, aber okay."

Mike Garland: "Na ein bisschen so ist das ja schon. Hier mit Nicotine und Bacteria als Allianz und sowas..."

Vincent Craven: "Was für einen Unsinn du manchmal von dir gibst, das ist echt nicht mehr feierlich. Schwachsinniger Vergleich, aber die Dynamik zwischen Barker und Eleven ist einfach bahnbrechend. Vor allem, wenn Beide wissen, dass es noch ein Leben nach diesem Kampf gibt. Eleven und Lucifer, Barker und Mad Dog. Das riecht fas nach einem Tag Team Match vorher..."

Mike Garland: "Money. Das riecht nach Money!"

Vincent Craven: "Und Blut."


------------------ PCWA ------------------

Unruhig läuft der Hüter der Erde vor dem Schreibtisch in Jona Varks Büro auf und ab. Jona Vark mustert - in ihrem Bürosessel sitzend - Terra No´Kaie, der seine grüne Robe übergestreift hat und in seinem Gesicht nach wie vor die verwischte, aufgemalte Tigermusterung aus seinem Kampf mit Gabriel Lucifer trägt, sorgfältig. Ununterbrochen geht er von einer einer Seite des Bürotisches gegenüber der PCWA-Besitzerin zu der anderen Seite und blickt Jona Vark mit versteinerter Miene an.

TNK: "Miss Vark, ich habe Lucifer mit fairen Mitteln geschlagen und mir meine Freiheit erkämpft..."

Jona Vark nickt leicht, während der "Guardian of the Earth" nicht zur Ruhe kommt.

TNK: "...Doch wieder... Wieder ist dieser unverbesserbare..."

Kurz hält Terra No´Kaie inne.

TNK: "...Nein... unbelehrbare... Wieder ist dieser unbelehrbare Charakter nicht zu bekehren von seinen starren Ansichten."

Jona Vark steht kurz von ihrem Bürosessel auf und bittet No´Kaie via Handzeichen, sich zu setzen, doch dieser blockt mit seinen Armen vehement ab.

Jona Vark: "Okay, dann... bleibe ich halt auch stehen. Ihre Unruhe ist aus dem Stuhl heraus nur schwer zu ertragen, Mister No'Kaie."

Terra No´Kaie schüttelt kurz den Kopf und setzt sich wieder in Bewegung vor dem Schreibtisch.

TNK: "Ich dachte, er würde erkennen. Ich glaube an die Einsichtigkeit in jedem, so man nur die richtigen Aktionen oder Worte parat hat... Doch er, dessen Namen ich fast nicht mehr aussprechen möchte, widersetzt sich selbst nach dieser Niederlage und will sich nicht unterordnen."

Jona Vark: "Ich habe mich, bevor ich diese Position erhalten habe, natürlich mit der Geschichte dieser Liga auseinander gesetzt. Und egal, wer hier im Chefsessel saß, Gabriel Lucifer hat sich nie unterordnen wollen. Gabriel Lucifer hat ein Problem mit Autorität und ein Problem mit Neuem. Mit Unbekannten. Und deswesen akzeptiert er sie nicht, Mister No'Kaie. Wird sie wahrscheinlich auch nie akzeptieren. Wo waren Sie die letzten zehn Jahre während Ihrer Abstinenz vom europäischen Wrestlinggeschehen, dass Sie so leichtgläubig sind?"

Terra No´Kaie knurrt kurz, sodass es seiner Tigermusterung im Gesicht alle Ehre macht. Seine Augen mustern Jona Vark argwöhnisch, während er weiter seine Bahnen zieht.

TNK: "Es spielt keine Rolle, wo ich war, Frau Vark. Es gibt klassische Muster in der Natur. Der Untergebene akzeptiert seine Niederlage und stellt sich der Führung des Siegers, um von seiner Überlegenheit ebenso einen positiven Nutzen zu ziehen."

Jona Vark: "Gabriel Lucifer ist allerdings kein Herdentier. Kein junger Löwe, der sich nun dem König unterordnet. Und vor allem... ich sehe nicht, wo sie jetzt der dominante Teil sind? Es steht Eins zu Eins."

TNK: "Sein erster Sieg war nicht nach fairen Mitteln erkauft, somit hat dieser Sieg keine Wertigkeit!"

Jona Vark schüttelt vorsichtig ihren Kopf.

Jona Vark: "Wer entscheidet das, Mister No'Kaie? Sie? Nein, das tun die Geschichtsbücher. Und am Ende zählt nicht, wie man gewonnen oder verloren hat, sondern ob man gewonnen oder verloren hat. Der Weg zu Lucifers Erfolgen ist für ihn nicht von Belang, einzig und allein das Ergebnis zählt... Waren es nicht Sie selbst, der unachtsam in das erste Match gegangen ist?"

TNK: "Ich erwarte von jedem meiner Gegner oder Mitstreiter, dass sie sich an einen Kodex der Natürlichkeit halten... Wenn Lucifer behauptet, er wäre ein Löwe..."

Jona Vark: "...Ein Löwe in Gefangenschaft zur Belustigung des Publikums..."

TNK: "Auch ein Löwe in Gefangenschaft kann seinen Charakter nicht gänzlich verlieren! Es spielt allerdings keine Rolle... Er hat heute verloren, gefesselt an mich war er unterlegen... Ich biete ihm nach den Kampf meine Akzeptanz an und entlasse ihn aus seiner Gefangenschaft und was macht er?"

Jona Vark: "Er handelt, wie Gabriel Lucifer... Vergessen Sie nicht, Mister No'Kaie, dass Sie es waren, der heute sein Vertragsziel beendet hat. Die Cryption Crown muss Gabriel Lucifer sich nun anderweitig erarbeiten. Sie haben seinen Traum - zumindest für den Moment - jäh beendet! Sie haben ihn in eine Notsituation gebracht und er hat Ihnen mit Frustration und Hass geantwortet! Ich billige das nicht, ich respektiere das nicht. Ich entschuldige und rechtfertige das nicht... aber es überrascht mich auch nicht."

Terra nickt, doch hält nicht inne.

TNK: "Dann muss eine Entscheidung herbei geführt werden! Die Karten sind neu gemischt, seine Situation ist nun genauso... befreit... genauso befreit wie die meine."

Mit einem Klatschen in ihre Hände bestätigt Jona Vark No´Kaies Einsicht.

Jona Vark: "Sie wollen also ein Entscheidungsmatch gegen den Mythos?"

Terra No´Kaie stoppt vor Jona Vark und sieht ihr tief in die Augen, während seine Stimme durch das Büro grollt.

TNK: "Ja... Das will ich, Muss Vark! Dieses Mal werde ich ihn den Pfad der Läuterung beschreiten lassen. Diese Mal werde ich auch seine geistigen Fesseln lösen!"

Die Geschäftsführerin der PCWA erwidert den entschlossenen Blick des Hüters der Erde.

Jona Vark: "Ihre Spiele um Gefangenschaft und Freiheit in meinem 'Zirkus' werden ein für alle Mal ein Ende finden... Eine Kette war ihnen beiden offensichtlich noch nicht genug, um ihre Differenzen auszutragen und ihre Reviere zu markieren."

Mit ihrem Finger fährt Jona Vark die Route ab, die Terra No´Kaie vor wenigen Augenblicken wieder und wieder in ihrem Büro abgelaufen ist. Dabei fährt sie fort.

Jona Vark: "Ihr auf und ab hat mich bereits die ganze Zeit an einen Tiger in seinem Käfig erinnert, warum sollten Sie also nicht auch dort ihr entscheidenes Match abhalten?"

Langsam geht sie wieder hinter ihren Bürotisch und lässt sich langsam in ihren Bürosessel gleiten.

Jona Vark: "Bei der nächsten Vendetta treffen Sie, Terra No´Kaie, und Gabriel Lucifer in einem Käfig aufeinander, um die Bedeutung von Gefangenschaft und Freiheit ausgiebig diskutieren und ausleben zu können."

Stumm akzeptierend nickt Terra No´Kaie und geht in Richtung Bürotür. Er öffnet diese, grüßt Jona Vark zum Abschied mit der linken Hand und geht durch die Tür. Im Rahmen verharrt er einen Moment und dreht seinen Kopf in Richtung Jona Vark. Er zischt noch etwas, bevor er geht.

TNK: "So soll es sein, doch auch ein Käfig kann mich nicht meiner Freiheit berauben!"

Er schließt hinter sich die Tür und Jona Vark wendet sich einigen Dokumenten auf ihrem Schreibtisch zu.

 

Mike Garland: "Diese merkwürdigen Metaphern. Also da reiht sich Terra No'Kaie definitiv in eine Reihe mit anderen Schwätzern der PCWA ein. Azrael Rage, Gabriel Lucifer..."

Vincent Craven: "Mike Garland."

Mike Garland: "Halt die Klappe!"

Vincent Craven: "Wie auch immer, wir werden bei Vendetta 106 das dritte Match, vielleicht das entscheidende Match zwischen Gabriel Lucifer und Terra No'Kaie sehen. In einem Käfig. Ohne Dompteur. Aber mit einem Ringrichter."

Mike Garland: "Wo wir wieder bei merkwürdigen Metaphern wären. Ich kann dieses Löwengerede nicht mehr hören."

Vincent Craven: "Na dann machen wir doch schnell weiter."


------------------ PCWA ------------------

- eine Woche zuvor -

Berlin.
Keller.

 


Nikotin wabert durch das Reich in der Tiefe, das als Hoheitsgebiet einer Macht gilt, die sich ein Stück Leben aus dem Fleisch dieser Fabrik geschnitten und zu unabhängigem, schwarzem Gebiet erklärt hat. Die Screens auf den Tischen spucken graue Überwachungsbilder aus, wie einäugige Monster, die nach dem Willen ihrer Meister funktionieren. Die Maschinen surren in einem unheilvollen Gesang, auf ihnen vibriert der Staub, während in ihren Gehäusen die Gespenster aus Einsen und Nullen vor sich hinticken.

Bleed geht zwischen den Tischen, streicht mit ihren schwarz lackierten Fingernägeln über die Monitore, als wolle sie sich bedanken oder verabschieden. Bitter lächelnd schlägt sie die Augen nieder, als sie ein zusammengeknülltes T-Shirt mit ihrer Stiefelspitze berührt.
Es gehörte Blake Milton.

Bleed: „Du solltest Barker erneut entgegen treten.. solange bis er deinen Anblick nicht mehr ertragen kann. Er ist nur eine weitere Seite auf deinem Weg zum LETZTEN FEIND.. i know. Aber diese Geschichte dieses Buches ist viel zu spannend, als das du diese Seite auslassen solltest.. dieser Absatz besteht aus schmerzvollen Worten. Und nichts würde Robert mehr hassen, als erneut um sein persönliches Überleben kämpfen zu müssen..“

Ihr Blick hebt sich.
Zu Eleven.

Dieses Wesen, dass an der dunkelsten Stelle des Kellers an der Wand lehnt. Fast obligatorisch glüht die Zigarette in seinem Mundwinkel. Ein Leuchtfeuer in hereinbrechender Nacht. Bleed weiss, dass er keine Ratschläge annehmen würde. Niemals.

Nicht von ihr.

Eleven steht dort als schwarzer Umriss im Halbdunkel. Ein Gespenst, das diese Fabrik heimgesucht, sich in ihrem Fleisch festgekrallt und nicht mehr loslassen würde. Zu seinen Füssen steht diese unscheinbare Kiste mit dem völlig abstrusen Inhalt.

E11: „Been there.. done that. Ich habe den Schlächter gesehen. Nach all den Lach- und Schlachtgeschichten habe ich ihn mir.. grösser vorgestellt.. Mit Eiern aus C4.. Scherenhänden und Dornen aus Stahl, die wie Warzen aus seinen Fuss-Sohlen wachsen...“

Bleed lacht leise auf.

Bleed: „Ein gewöhnlicher Mensch. Wie sie alle. Der Schlächter ist nicht mehr als Robert Barker, wenn er besonders böse guckt. War das die letzte Bastion dieser Fabrik? Wir sind über den Berg, right?“

Eleven schaut auf, zieht die Zigarette aus seinem Mund.

E11: „Das Untervolk erwartete die Schlachtung unserer Institution.. in Gestalt meiner selbst. Aber Nicotine & Bacteria ist unschlachtbar.. sie ist eine Botschaft, eine Überschrift.. ein Wesen ohne Form.. wie ein Nebel, der Fleisch frisst und Gebete schluckt. Der Schlächter hat geblutet wie ich.. hat seine Scheisse im Ring vergossen und seine Unverletzlichkeit als Souvenir da gelassen.. Seine Schmerzensschreie in meinen Ohren, eine Sinfonie der Offenbahrung. Sein gemartertes Fleisch zu meinen Füssen, eine Ernüchterung für das Volk, die den Schlächter für die Endstation unserer Ambitionen hielten..“

Gläser klirren, Scherben platzen.
Der Dritte im Raum hat sich aus seinem Schattenplätzchen gestossen und dabei einige Flaschen vom Tisch geschmissen. Unbekümmert setzt er seinen Weg ins Licht fort. Seine Flipflops schlurfen auf dem Boden, weiss-schwarze Zubaz-Hosen und ein verwaschenes Undershirt komplettieren seine Garderobe. Er nimmt einen Schluck aus seiner Limoflasche und zuckt seufzend mit den Schultern.

Tre: „Gut gebellt für einen Hund, der in den Nacken gebissen wurde, bis er blutete. Und ich kann es ja kaum glauben, dass ausgerechnet ich der Mann mit dem 'Reality-Checker'-Namenschild in unserer kleinen Therapiegruppe bin, aber wenn ich mich recht entsinne...ging die Schlacht mit dem Schlächter am Ende doch tatsächlich...verloren.“

Neugierig auf eine Antwort legt Tresalem Avelino den Kopf schräg und fixiert Eleven mit seinem durchdringenden Blick. Dieser führt die Zigarette zwischen seinen Fingern zum Mund. Ein Zug und ein gespielt missmutiger Blick.

E11: „Was für ein deprimierendes Wort.. ‚verloren’.. Tyson hat auch gegen Holyfield.. ‚verloren’. Ist den Menschen aber am Ende scheissegal.. solange er sich noch Fleisch und Knorpel seines Gegners aus den blutigen Zähnen ziehen durfte. Bilder bleiben dem Volk in Erinnerung.. Worte.. Botschaften. Ich werde noch Ohren abreissen, während die vermeintlichen Gewinner schon lange in Plastikbecher pissen.“

Der Kellergast kratzt sich an seiner braun gebrannten Haut, fährt sich durch das fettig-strähnige Haar. Die fast schon puppigartig weissen Zähne blitzen zu einem breiten Grinsen aus seinem Mund.

Tre: „Und ich, mein seltsam mürrischer Weggefährte, werde dabei in der ersten Reihe sitzen. Versteht mich nicht falsch, aber das hier ist so viel aufregender, als wenn ich jedes zweite Wochenende den Kleinen zum Aufpassen bei mir habe. Erst vor drei Tagen war ich in L.A. bei Clovis Corso. Du erinnerst dich doch noch, Clovis, unser fleissiges Anwaltsbienchen. Hat ein ein hübsches Büro in Culver City, dicke Ordner voll mit, nun ja, kreativen Geschäften. Seit wir beide wieder miteinander am Plauschen sind, hat er alle Hände voll zu tun um 'du weisst schon was' zur 'du weisst schon was zu' verhelfen. Aber dazu kriegst du noch früh genug Post. Was ich eigentlich sagen will...ich hab meinen hübschen Platz an der Sonne im Mittelmeer nicht mit diesem ätzenden Keller eingetauscht, um feuchten Beton einzuatmen. Ich war schon immer ein  grosser Fan von dem, was du tust. Und jetzt, wo du erst so richtig aufblühst wie diese gottverdammen Kirschbäume in Japan, will ich auf keinen Fall verpassen, wie du die roten Gefässe zum aufplatzen bringst.“

Eleven deutet mit der glühenden Zigarette auf Tresalem.

E11: „I know what you mean.. Sehr subtil. Ich gehöre aber nicht in die Reihe derer, die sich ein Rematch herbei masturbieren, nur weil sie an dem Geräusch einer dreimal aufklopfenden Hand kaputt zu gehen drohen.. Ich habe Barker’s Fresse gesehen, seinen Gestank der Verzweiflung aufgesogen.. sein Fleisch unter meiner Faust gefühlt. Gewinnen.. verlieren. Hinter dem Vorhang läuft eine grössere Vorstellung, Tre.. Und ich nehme nicht Platz, um die Tampon-Werbung zu sehen..“

Avelino streckt seine Glieder und balanciert sich schliesslich zu einer Yoga-Position. Vrikshasana, für alle, die es nachmachen wollen. Trotz der Körperbeherrschung versteht er es scheinbar, mit sanftem Lächeln und geschlossenen Augen antwort zu geben.

Tre: „Weisst du noch, als wir die Welt beherrschten, oder zumindest das, was wir für jene hielten? Wir waren Metzger und Philosophen zur gleichen Zeit. Zur harten Hand führten wir eine scharfe Zunge und das war unser Schlüssel zum Erfolg. Noch bevor wir auch nur einen Fuss in die Arena setzten, gefroren unsere Gegner zu einem Stück Eis, das wir nur zu zerschlagen brauchten. Wir legten unsere Eier in ihrem Kopf, lange bevor die Glocke zum Kampf läutete. Und KEINER konnte das besser als wir. KEINER kann das jetzt noch besser als du. Ich habe dir den Weg zu deinem letzten Feind gezeigt, doch bis du dich ihm stellst, kann eine Ehrenrunde nicht schaden, auf der du Rober Barker noch einmal an die Kehle springst. Dieser kleine, miese Glückspilz. Pflück ihn dir. Wirf ihn in den Bluttopf. Lass ihn kochen. Warum auch nicht, Eleven? Warum...auch...nicht?“

E11: „Ich werde nicht um ein zweites Date betteln.“

Der Satz hallt im Keller aus. Es ist eine Grundsatzentscheidung. Eine Ansage, die gilt. Unumstösslich und als Schlusspunkt.

E11: „Aber in einem Punkt sind wir uns einig, Tre.. Die erste Ära der Nicotine & Bacteria ist beendet.. das erste Kapitel ist gelesen und mit Blut unterzeichnet worden. Der Bauplan ist fertig gezeichnet.. das Lineal hat genug Abdrücke auf nackten Ärschen hinterlassen.. Die Geschichte des Anfangs ist erzählt. Und die Rückkehr des Ein-Mann-Evangeliums in dem ultrahippen Hawaiihemd markiert den Beginn des nächsten Zeitalters.. bis zu dem Punkt an dem diese Fabrik wie Charlton auf der Trage liegt, mit zitternden Fingern zum finstereren Himmel deutet und ‚Soylent Green is People!’ in die Endzeit schreit.“

Bleed fährt ein Schauer über den Rücken.
Ihre Lippen erzittern vor Vorfreude.

Bleed: „Happy new year.. Boys.“

Ihre Stiefelspitze tippt auf den Hauptschalter der Steckdose unter dem Tisch, an dem sie lehnt.
Mit einem letzten Surren erlischen die Bildschirme und das Leben der Maschinen erlischt.

Eleven greift den Vorschlaghammer, der neben ihm an der Wand lehnt.
Er wirft ihn Tresalem Avelino zu, der ihn galant auffängt.

Tre: „Das lässt sich nicht abstreiten. So gut wir auch mit Worten können, so sehr bin ich auch ein grosser Liebhaber von Taten.“

Seitlich holt Tresalem den Vorschlaghammer aus. Mit einem gewaltigen Schlag trifft er zwei Monitore, die in einer Explosion aus Plastik und Platinen zerstört und zerrissen werden. Ein Splitter streift Bleed’s rechte Wange, sie zuckt kurz mit dem Kopf zur Seite. Dann erscheint ein Lächeln auf ihren Lippen, während ein Faden aus Blut ihre Wange herunter rinnt.

Eleven bekommt den Hammer von Tresalem gereicht.
Beide schauen sich an. Ein übereinstimmendes, finsteres Nicken. Eine Symbiose, wie zu den Zeiten als dieses Triumvirat der Finsternis zusammen herrschte.


E11: „G’s’Us, mein Freund.. 21st Century Pest.. Sie waren Institutionen. Partys auf dem Höllenschlund. Sie waren die Vorboten einer Botschaft, die sich in dieser Ära manifestiert und die wie Leuchtreklame durch die Nacht schimmert, solange bis auch der letzte Verirrte vor unseren Toren verendet ist. Nicotine & Bacteria.. Blei schoss durch meinen Körper.. und du bist auf’s Meer hinausgerudert, als die Viren dein Immunsystem zum letzten Tanz aufforderten..“

Eleven schlägt brutal zu. Er erwischt den Tower eines Computers, der durch den Einschlag in zwei Teile gespaltet wird, mit einem Fauchen explodiert und Innereien aus Kabel und Metall ausblutet.

Wieder fliegt der Hammer durch die Luft und landet in den Fäusten von Tresalem.

Tre: „Life is funny like that. Ich bin hinaus aufs Meer gerudert um zu sterben, nur um dann auf einer einsamen Insel wieder das Leben zu entdecken. Und jetzt stehe ich hier, Meter unter der Erde, aufreget wie ein kleines Kind, dass seine Geburtstagsgeschenke auspacken will und in der Erwartung, dass du die grosse Tischbombe zündest, aus der das Blut und die Schreie und die Knochensplitter all dieser armen Deppen spritzt.“

Tresalem dreht sich einmal um die eigene Achse, dann rauscht der Vorschlaghammer mit einem gewaltigen Hieb in die Tiefe. Der Tisch vor dem One Man Evangelium wird gespalten, zerstört. Splitter jagen durch die Luft wie pfeifende Messerspitzen.

Bleed wischt das Blut von ihrer Wange, geht in die Knie und hebt das T-Shirt von Blake Milton auf. Einmal streicht sie kurz darüber, dann wirft sie es in das kleine Feuer, das aus den Überresten der zerstörten Maschinen auf dem Boden entstanden ist.

Eleven wirft seine Zigarette zur Seite.

E11: „Ich brauche keinen braungebrannten Typen im Hawaiihemd, der mir zeigen will, wie Zerstörung funktioniert.“

Der braungebrannte Typ lacht laut, seine Katzenaugen blitzen auf, verschmitzt, wie ein Junge, der gerade seinen ersten Kuss von einem Mädchen gestohlen hat.

Tre: „Ganz bestimmt nicht. Aber du brauchst diesen alten, kalten Maui-Bastard, damit dich einer daran erinnert, dass komplette Zerstörung, genauso wie Tretbootfahren, erst zu zweit am spassigsten ist!“

Eleven breitet die Hände über dem Feuer aus. Ein finsteres Lächeln umspielt seine Lippen, während es so aussieht, als würde er sich an den Flammen zu seinen Füssen wärmen. Seine Gestalt wird in den Qualm der sterbenden Maschinen gehüllt.

Ein Ende. Und ein Anfang für den nächsten Part.

Tresalem Avelino geht ein paar Schritte zur Seite, Richtung Wand, an der Bleed lehnt.
Er lächelt, als er den Cut sieht, den ein Monitor-Schrapnell auf ihrer Wange hinterlassen hat. Fast fürsorglich wischt er das Blut mit dem Daumen weg.

Bleed: „Danke, Tre.. Es ist schön, dass du..“

Avelino bringt seinen Kopf dicht an den von Bleed. Fast wirkt es so, als würde er ihr einen Kuss auf die verletzte Stelle hauchen wollen. Dann vernimmt das Apocalypse Girl seine flüsternde Stimme an ihrem Ohr.

Tre: „Rematch, darling. Tu es. Und danach: Punsch für alle!“

Er löst sich von Bleed und blickt sich um.
Tresalem deutet amüsiert auf das kleine Feuer, das auf dem Kellerboden fackelt.

Tre: „Hm. Lauschig. Ihr habt nicht zufällig irgendwo Marshmellows im Tresor?“

 


Vincent Craven: "Da leck mir doch einer die Schuhsohle. Fein und fruchtig!"

Mike Garland: "Bitte was?"

Vincent Craven: "Na mit Tresalem Avelino hätte ich jetzt auch nicht mehr gerechnet."

Mike Garland: "Wieso? Ist doch nicht das erste Mal, dass wir ihn sehen. Ich finde den Namen übrigens so merkwürdig. Bin ich der einzige, der beim Aussprechen von Tresalem Avelino an irgendeine billige Pizzeria denkt? Ich hätte gerne ein paar Cannelloni mit Spinat und Ziegenkäse."

Vincent Craven: "Was? Eh, na dann mal los..."

Mike Garland: "Spaß beiseite, so wie sich Zigarettenrauch ausbreitet und in Klamotten festsetzt, so breitet sich auch diese Pest hier weiter aus. Gastspiel von Avelino? Oder wird er auch in den Ring steigen und zeigen, dass er noch etwas drauf hat?"

Vincent Craven: "Wenn der jetzt auch noch einen Vertrag hier hat... dann plädiere ich dafür, ihn gegen Michael Thera in den Ring zu stecken. Ich verstehe sowieso nicht, wieso der bezahlt wird, wenn er offensichtlich nicht kämpfen kann."

Mike Garland: "Du verstehst eine ganze Menge nicht..."


------------------ PCWA ------------------

Das Büro von Jona Vark. Vier Menschen. Drei Männer und eine Frau. Und diese verdammte Wanduhr, die unablässig in die Stille im Raum tickt.

Tick... Tack... Tick... Tack...

Die Geschäftsführerin sitzt mit übergeschlagenen Beinen und gefalteten Händen auf ihrem Stuhl. Derweil blickt sie immer wieder von einem zum anderen, die sich vor ihrem Schreibtisch zusammen gefunden haben.

Tick... Tack... Tick... Tack...

Kevin Sharpe fährt sich nervös durch den Bart, schaut immer wieder verstohlen zu dem Mann, der links neben ihm vor dem Schreibtisch steht. Er verlagert seine Sitzposition gefühlt alle zwanzig Sekunden. Diese Stille war nicht zum Aushalten... vor allem nicht mit der verdammten Uhr!

Tick... Tack... Tick... Tack...

Uriel Genesis steht, leicht nach hinten versetzt, zwischen dem Sessel, in dem Kevin Sharpe sitzt, und seinem Trainer. Die Arme hängen beinahe kraftlos herunter, der Kopf ist leicht geneigt. Die schulterlangen, schwarzen Haare machen es unmöglich, das Gesicht des Hünen zu erkennen. Aber der Eindruck täuscht. Er ist auf alles vorbereitet.

Tick... Tack... Tick... Tack...

Grizz Lee hat die Cryption Crown lässig über die Schulter gehängt. Seine Finger trommeln rhythmisch auf den Gürtel. Immer wieder dreht er den Oberkörper nach rechts, um hämisch grinsend auf Kevin Sharpe herab zu blicken. Die Halskrause macht es ihm dabei unmöglich, lediglich den Kopf zu drehen.

Tick... Tack... Tick... Tack...

Jona Vark räuspert sich, schwingt sich in eine autoritärere Position und rollt mit ihrem Stuhl an den Schreibtisch heran. Dann legt sie die gefalteten Hände auf den massiven Teakholz-Tisch.

Jona Vark: "Also, meine Herren... "

Bislang wollte Niemand das Wort ergreifen bis es die Chefin getan hatte, aber sofort wird Grizz Lee hellhörig und tritt einen Schritt an den Tisch heran.

Grizz: "Das wurde aber auch... "

Jona Vark: "RUHE! Sie sprechen, wenn ich Ihnen das Wort erteile, Mister Lee!"

Überrascht klappt der Trouble Magnet den Mund wieder zu. Zornig funkelt die Bössin abwechselnd Kevin Sharpe und Grizz Lee an.

Jona Vark: "Ich weiss nicht, was in Sie Beide gefahren ist. Sie können hier nicht einfach Titel so mir nichts, dir nichts herumreichen. Wir befinden uns hier immer noch in der Wrestling-Liga, die ICH leite. Und somit kann ich ihr beider Verhalten absolut nicht gut heißen!"

Er kann sich natürlich nicht zurückhalten.

Grizz: "Ich weiß es, Sie wissen es, jeder in der verdammten Halle und jeder andere Zuschauer, ja, sogar er selbst weiß, dass er den Titel nicht verdient hat."

Jona Vark legt den Kopf leicht schief.

Jona Vark: "Mister Lee... wer hier Titel verdient und wer nicht, das wird im Ring entschieden. Und wer darum antritt, das lassen sie bitte meine Sorge sein. Und meine momentan einzige Sorge ist, dass die Cryption Crown gefälligst an den aktuell rechtmäßigen Träger zurückgegeben wird, um später verteidigt werden zu können!"

Lee deutet eine wegwerfende Geste an.

Grizz: "Wissen Sie was, von mir aus kann ihn der sogenannte 'Champion' wieder haben. Ich wollte damit lediglich ein Zeichen setzen. Und wie man sehen konnte, hat auch er verstanden, dass es richtig ist. Die Crown wird heute ohnehin den Besitzer wechseln, da good old Blacky hier mit Sicherheit nicht den Titel gegen Robert Breads verteidigen wird."

Der Kopf des ehemaligen Blackheart ruckt zur Seite. Zum ersten Mal schaut er seinen 'Freund' direkt an. Die Augen sind zu Schlitzen verengt, aber sein linkes Bein wackelt immer noch nervös im Takt zu einem nicht hörbaren Beat.

Sharpe: "Ich bin mir sicher, dass du und deine Marionette alles dafür tun werdet, damit eben genau DAS passiert."

Er erhebt sich aus dem Sessel und will einen Schritt auf Grizz Lee zugehen, doch Uriel Genesis macht ebenfalls einen Schritt nach vorne, schiebt so seinen massigen Körper zwischen die Beiden. Sharpe schaut an Genesis vorbei. Der Trouble Magnet lässt ein ekelhaftes Grinsen über sein Gesicht huschen.

Grizz: "C'mon, Sharpe. Wir werden uns doch sicher nicht wie Schuljungen im Büro der Direktorin prügeln? Du bekommst den Belt ja wieder."

Er lässt die Crown von der Schulter rutschen und reicht sie an Kevin. Doch bevor der zupacken kann, zieht Lee die Hand zurück und funkelt den Champion finster an.

Grizz: "Ich will mein Match bei Out of Ashes. Ich will Dich besiegen. Will Dich aus dem Ring befördern, auf Immer und Ewig, weil Du in keinen mehr gehörst. Und dazu brauche ich keinen Titel auf dem Spiel, mir reicht die bloße Erniedrigung, die Du erfahren wirst. Wenn Du der Kämpfer bist, der Du vorgibst zu sein, dann wirst Du annehmen."

Ein kurzes Nicken in Richtung Genesis, und dieser geht wieder einen Schritt zurück.

Grizz: "Also?"

Kevin ballt die Fäuste.

Sharpe: "Du hast dein Match. Sofern du rechtzeitig fit wirst. Ich will mir am Ende nicht wieder anhören, dass ich nur mit Glück gewonnen habe!"

Die Gesichtszüge des Trouble Magnet sind wie in Stein gemeißelt, keine Gefühlsregung ist zu erkennen. Dann reicht er seinem Gegenüber den Gürtel.

Grizz: "An meiner Fitness wird kein Zweifel bestehen. In Erwartung Deiner Demütigung heilen meine Verletzungen umso schneller. Denn so billig wie beim Rumble kommst Du dieses Mal nicht davon. Miss Vark?"

Die Geschäftsführerin der PCWA lehnt sich in ihrem Sessel zurück.

Jona Vark: "Auch wenn ich einige Bedenken bezüglich dieses Matches habe, und dabei denke ich an ihre Gesundheit... die von ihnen BEIDEN... ist es ein Match, das die Fans sehen wollen. Machen wir es fest. Kevin Sharpe gegen Grizz Lee bei Out of Ashes! Um die Cryption Crown, oder auch nicht."

Zufrieden breitet Lee die Arme aus.

Grizz: "Wunderbar. Dann wäre das ja geklärt und wir können... "

Er spürt eine Hand auf seiner Schulter, als er sich zum Gehen abwendet.

Sharpe: "Nicht so eilig. Ich hätte da noch eine Bitte."

Lee dreht sich um und lächelt ihn hämisch an. 

Grizz: "Als könnte ich Dir Deinen letzten Willen abschlagen."

Sharpe: "Ich will ein Match bei Vendetta 106 gegen deinen... "

Vorsichtiger Blick in Richtung von Uriel Genesis.

Sharpe: "Deinen 'Leibwächter', oder was immer sein soll. Ich will ihn allein im Ring haben und ihn dafür bezahlen lassen, was er getan hat."

Lee zieht eine Augenbraue hoch.

Grizz: "Immer noch der Alte, was? Der Ritter in der strahlenden Rüstung, der Gerechtigkeit verlangt. Dabei wurde er schon so oft in den Dreck geschleudert, dass man meinen sollte, er würde es langsam mal besser wissen. Nein, Kevin Sharpe, das ist keine gute Idee. Denn sonst höre ich von Dir nur wieder Ausreden, wenn ich Dich bei Ashes besiege. So, wie es schon immer war."

Sharpe nimmt die Hand nicht von Grizz' Schulter.

Sharpe: "Ich will ihn im Ring. Sollte er gewinnen, darfst du die Stipulation für unser Match fest legen. Gewinne ich, lege ich diese fest. Was sagst du?"

Abschätzig schaut er auf den Arm des Champions und fährt sich durch den Vollbart. Eine Gelegenheit, die er sich nicht entgehen lassen sollte.

Grizz: "Es wird mir ein Vergnügen sein, ihm dabei zuzusehen, wie er Dich in der Mitte auseinander bricht. Und mich dann noch die Matchart festlegen lassen? Du überschätzt Dich vollkommen. Aber gut, von..."

Da schaltet sich die Chefin unvermittelt ein.

Jona Vark: "Dieser Mann hat keinen Vertrag mit der PCWA, weswegen ich ihnen ohnehin schon genügend Ärger machen könnte. Wie soll das also funktionieren?"

Genervt rollen seine Augen in Richtung Jona.

Grizz: "Erweitern wir die Sache doch einfach. Gewinnt Uriel Genesis, unterschreibt er. Schließlich hat er es sich dann redlich verdient. Und gesetz dem unwahrscheinlichen Fall dass nicht, können wir ihn gerne bei den Wrestling Heroes antreten lassen. Win-Win..."

Das 'Babe' unterdrückt er gerade noch. (Nach einigem Überlegen stimmt Vark zu und fragt Sharpe nach seiner Meinung.)

Kevin presst die Lippen zusammen.

Sharpe: "Mir gleich, wo er nach seiner NIEDERLAGE landet. Ich WILL ihn im Ring!"

Sharpe nimmt nun endlich seine Hand von der Schulter seines 'Freundes'. Dann dreht er sich kurz zu Jona Vark um. Diese nickt. Sharpe nickt ebenfalls.

Grizz: "Du bürdest Dir ziemlich viel auf. Trittst gegen den Gerasy an, verlierst gegen Breads und Genesis. Und dann willst Du Dir tatsächlich noch Deine eigene Beerdigung beim Pay Per View antun. Well, was soll ich sagen. Hätte ich noch irgendeine Art von Respekt Dir gegenüber, ich würde ihn Dir zollen. Aber so bleibt mir nicht viel mehr zu sagen, als dass Du Dir keine Sorgen machen brauchst."

Da ist es wieder, dieses widerliche Grinsen.

Grizz: "Um Deine Familie und Anna Richmond. Du wirst nach unserem Match nicht mehr in der Lage sein, Dich um sie zu kümmern, aber ich bin ja... "

Krachend trifft Sharpe's Faust die Wange des Trouble Magnet. Das war zu viel gewesen. Grizz Lee taumelt nach hinten und Kevin will nachsetzen, aber plötzlich fassen ihn zwei massige Hände. Eine um den Hals, die andere unter dem Arm. Er spürt, wie er hoch gehoben wird.

Jona Vark: "NEIN, NICHT!"

Doch. Er tut es. Mit einem mächtigen CHOKESLAM wird der ehemalige Blackheart von Uriel Genesis auf den massiven Tisch geworfen. Dieser knackt verdächtig, geht aber nicht zu Bruch. Grizz Lee hält sich mit der einen Hand das Gesicht, mit der anderen testet er, ob seine Halskrause noch richtig sitzt. Dann geht er auf Sharpe zu, der mit dem Rücken regungslos auf dem Tisch liegt.

Grizz: "Du schlägst den Mann, den Du beinahe zum Krüppel gemacht hast? Du niederträchtiger..."

Jona Vark: "ES REICHT!"

Die Stimme der Geschäftsführerin der PCWA donnert durch das Büro. Dass so eine Stimme aus so einer zierlichen Person kommen kann?

Jona Vark: "Ich habe jetzt genug von ihnen. Von ihnen ALLEN! Sie tun gut daran, Mister Lee, sich später nicht am Ring blicken zu lassen! Sie und ihr Schüler! Denn sonst können Sie ihre Matches vergessen. Beide! IST DAS KLAR!?"

Bevor sein Protegé weiteren Schaden anrichten kann, packt er ihn am Arm und zieht ihn mit der Kraft, die er im Augenblick aufbringen kann, in Richtung Tür. Widerstandslos lässt Uriel Genesis es geschehen. Nur der Blick bleibt auf Kevin Sharpe gerichtet, während sie sich aus dem Büro begeben.

Grizz: "Ist schon gut, Miss Vark. Keine unnötigen Restriktionen. Sorgen Sie einfach nur dafür, dass mir dieses Stück Scheiße bei Out of Ashes gegenübersteht. Falls er sich bis dahin nicht schon wieder verpisst hat."

 

Mike Garland: "Jetzt haben wir die Sache ganz klar und deutlich. Lee gegen Sharpe. Aber damit es da um die Crown geht, muss Sharpe sie ja heute erst einmal gegen Robert Breads verteidigen. Tut er das nicht, dann können sich die ehemaligen Lobotomy Blues-Fuzzis um Koks und Nutten prügeln. Oder um schöne Massagen von Uriel Genesis."

Vincent Craven: "Oder um die Ehre. Oder wer den dann vielleicht dreifachen Crown-Träger als Nächstes herausfordern darf. Optionen gibt es viele."

Mike Garland: "Ich frage mich übrigens gerade, ob sich Jona Vark die Sache mit dem Check noch einmal überlegt. Der Schreibtisch wird sicher etwas gekostet haben."

Vincent Craven: "Das wird die Versicherung bestimmt übernehmen."

Mike Garland: "Tolle Versicherung!"


------------------ PCWA ------------------

Es ist das übliche Ritual, und dennoch immer wieder faszinierend in seiner Wirkung.
Das Licht, das erlischt als würde es nie wieder angehen wollen.

Die Dunkelheit, die sich jetzt nimmt, was rechtmässig ihr gehört. Die Fans, denen es den Atem verschlägt und die reaktionsgleich schreien, buhen, vereinzelt sogar jubeln. Wie bei einem Unfall, bei dem die Gliedmaßen der Gefallenen auf dem Asphalt verbluten. Und man dennoch aus dem Seitenfenster schauen muss, weil man nicht anders kann.

Es erklingt, inmitten der Finsternis, die kontrastreiche Sinfonie seines Entrance-Themes.
Es erklingt MY WEAKNESS von Moby.

 

 

Unter dem Logo auf dem Screen und den ersten Klängen kommt das Stroboskoplicht, das durch die Dunkelheit flackert wie ein Gewitter in Zeitraffer-Tempo. Die Blitze des hellen Lichts reissen die Gestalt Eleven’s aus der Finsternis und er wirkt dabei, als würde er in abgehakten Bewegungen zum Ring irrlichtern.

Zusammen mit seinem Entrance und der Musik, sowie dem augenschmerzenden Stakkato aus Strobo-Lights, ist es ein Auftritt, der in seiner Wirkung keine düsteren Wünsche offen lässt.


Vincent Craven: „Wer hätte das gedacht, das wir dieses Match nicht nur einmal, sondern direkt zweimal in kürzester Zeit zu sehen bekommen hier in der PCWA?“

Mike Garland: „Es ist schon eine unfassbar bedeutende Paarung, ohne Zweifel. Aber heute sind die Vorzeichen mal ganz andere als noch beim Brawlin’ Rumble. Kein regelloses Schlachtfest, ein – in Anführungszeichen – ganz normales Singles-Match.“

Vincent Craven: „.. das nochmal durch den Fakt Brisanz bekommt, dass niemand geringeres als Mad Dog persönlich hier den Guest Referee geben wird! Ein Mann, der sich gegen Eleven im wahrsten Sinne des Wortes die Finger verbrannt hat in dessen Debut-Match in der PCWA.“

Mike Garland: „Dennoch wird der Hund wohl unparteiisch zu Werke gehen, denn Robert Barker ist zur Zeit auch alles andere als ein Kandidat für den Mad Dog-Fanclub.“


Eleven hat den Ring inzwischen erreicht. Dicht hinter ihm wandelt die etwas kleinere, schmächtigere Gestalt Bleed’s durch das Stroboskoplicht. Das Apocalypse Girl dreht sich auf ihrem Weg immer mal wieder um die eigene Achse, schaut verloren durch die Halle in Toronto. Das Lächeln auf ihren Lippen ist finster und süss. Und allenfalls zu erahnen.

Eleven rollt sich ohne Umschweife durch das unterste Seil in den Ring hinein, springt dort elegant wieder auf die Füsse – und sein Blick gleitet zu Mad Dog. Fast hat es den Anschein als würde hier eine stille Kommunikation stattfinden. Unter den Spitzen seiner Haarsträhnen schauen Eleven’s Augen messerscharf in die der Unbekannten Konstante, die seinem Blick nicht ausweicht.

Bleed bleibt draussen am Ring stehen. Ihre Finger streichen über den Apron. Dann verschwindet das Stroboskoplicht. Und unter den lautstarken Reaktionen der Fans, die die Nicotine & Bacteria mit ohrenbetäubenden MAD DOG-Sprechchören begrüssen, blendet auch das Theme aus. Dann geht das Licht in der Halle wieder an.

Vincent Craven: „Das Böse in Menschengestalt ist angekommen. Und es herrscht eine elektrisierende Spannung hier in der Arena in Toronto, Kanada.“

Mike Garland: „Und es werden gleich noch mehr Haare zu Berge stehen, denn hier kommt der ehemalige Schlächter.“

 

Einige letzte Atemzüge direkt hinter dem Vorhang. Zeit für das ReMatch. Zeit Eleven ein zweites Mal ins Krankenhaus zu prügeln. Selbst mit Mad Dog als Referee wird er keine Chance haben gegen Robert fuckin‘ Barker. Er schlägt seine rechte Faust in die linke Hand und dann hört er auch schon die ersten Takte seines Themes. Draußen beginnt sein Entrance Video mit einem flackernden Logo auf den Videoleinwänden. Die Fans werden laut. Genau wie beim Rumble. Anders als beim Rumble ist dieses Mal aber deutlich mehr Hass dabei. Obwohl es gegen Eleven geht. Barker hat es sich mit vielen von ihnen verscherzt und es könnte ihm nicht egaler sein. Er reißt den Vorhang beiseite und stellt sich der Halle, bereit jemandem schmerzen zuzufügen.

 

https://pcwa-entertainment.de/jis/images/Schl%C3%A4chter.jpg

Kurze Riffs, wie von Messerschnitten gestückelt schneiden sich in die Ohren ihrer Opfer, bevor sich der Klang einer Stimme, so süß wie eine Lüge, in ihre Gedanken schmeichelt…

Je ne m'entends plus
Je ne m'en sors plus! 
Aide-moi, rien qu'une autre fois!
J'ai mâché mes mains
Je ne sens plus rien
Éteints moi!
Je sais la vérité, l'ai toujours honorée

Je sais la vérité, je l'ai toujours détestée

…bis er abgelöst wird von der rauen, kratzigen Stimme, der Stimme der Wahrheit abgelöst wird und droht die Hirne der Ungläubigen, der Zweifler und der Opfer zu sprengen.

J'ai sali les amants de ma langue de serpent
J'ai enflammé nos chairs avec nos amours passées
J'ai pleuré les avants, la rage des pères
J'ai brûlé nos bancs, de toute ma haine, je me lève

Während auf den Leinwänden blutige Highlight aus der Karriere des Schlächters präsentiert werden, während Szene um Szene durch einen Effekt wie herablaufendes Blut übergeleitet wird, marschiert Robert den Gang entlang, der die Fans in der Halle entzweit. Wie schon beim Rumble verzichtet er auf seinen Overall, dieses Relikt längst vergangener Tage, die eigentlich noch gar nicht so lange her sind. Stattdessen trägt er eine Mischung seiner alten Outfits. Die schwarzen Shorts des Schlächters und das Robert fuckin' Barker Shirt des Prince of Pain, dass er sich noch vor Beginn des Matches vom Leib reißen wird.

Stur konzentriert er sich auf den Ring, den einzigen Ort der jetzt zählt. Er wirft sich auf der Bühne ein letztes Mal in die Pose des Kreuzes, so wie er es früher tat, sonnt sich einen Moment im Lärm der Massen und marschiert dann zum Ring.

Ce que tu ne peux sentir
Tu n'as pas compris
Tout ce qui me fait languir
Tu n'as pas compris

La vérité, tu ne l'as pas comprise

Angekommen, umkreist Robert den Ring halb und lässt dabei nie den Blick von der Mitte des Ringes. Dort wo er gleich Eleven seinen Schädel vom Hals treten will, wo er Jona Varks private Party kaputtmachen und ihr den Spaß an ihrer Ansetzung nehmen will. Nichts leichter als das. Einfach Eleven schlagen. Zum zweiten Mal. Let’s go!

 

Co Main Event
- Es ist noch nicht genug Blut geflossen -
Regular Singles Match






(Sieg durch Pin oder Aufgabe, Disqualifikation oder Count Out - Referee: Nelson Frider)

 

Vincent Craven: „Mad Dog lässt die Ringglocke schlagen! Es geht los, Lads and Gents!”

Mike Garland: „Alle Voraussagen und Tipps sind hiermit hinfällig. Jetzt wird abgeliefert.“

 

Kaum ist die Glocke verklungen, so überrascht Eleven seinen Gegner, indem er sich einfach überfallartig nach vorne wirft, dabei den rechten Forearm ausstreckt und Barker voll an der Schläfe erwischt. Eine Aktion, die der ehemalige Schlächter ohne Zweifel wegstecken kann, aber hier ist einfach der Überraschungsmoment auf Eleven’s Seite. Barker schüttelt sich, dann ist Eleven wieder bei ihm. Erneuter harter Forearm, wieder ins Gesicht, den Robert nur teilweise blocken kann. Sofort springt das Wesen aus dem Keller in die Höhe – und erwischt mit einem blitzschnellen Low Dropkick die empfindlichsten Teile des Ex-Schlächters!

 

Vincent Craven: „Whoa, böse Aktion direkt zu Beginn. Und es hagelt sofort Buhrufe aus dem Publikum!“

Mike Garland: „Wer gedacht hat, das es niemanden mehr gäbe, der Barker in einem Match gegen Eleven – auch nach seiner Speech bei Vendetta 104 – Sympathien entgegen brächte, der sieht sich hier getäuscht.“

Vincent Craven: „Eleven mag sofort nachsetzen, doch Mad Dog stellt seinen Körper zwischen ihn und Barker. Deutlich weist er den Anarchisten der Nicotine & Bacteria an, solche Aktionen zu unterlassen.“

Mike Garland: „Ganz der Beschützer des Reglements, der gute Hund.“

Vincent Craven: „Zurecht. Er betrachtet diesen Referee-Job nicht als Staffage, sondern als seriöse Aufgabe.“

 

Eleven nickt nur heftig, sein Blick löst sich aber nicht von Barker, der sich langsam wieder auf die Beine kämpft. Dann drückt sich das Wesen aus dem Keller an Mad Dog vorbei, gibt diesem noch ein sarkastisches Schulterklopfen mit, bevor er sich Robert wieder zuwendet. Der will grad wieder aufstehen, bekommt aber den Stiefel von Eleven ins Genick gerammt. Unter dem Raunen der Arena geht Barker wieder zu Boden.

Der Nicotine & Bacteria-Mann denkt nicht im Traum an ein verfrühtes Cover, sondern reißt mit der rechten Hand Robert brutal nach oben. Sofort setzt es eine knallharte Fist gegen die Stirn seines Gegners, dann schubst er den Ex-Schlächter in die nächstgelegene Ringecke. Rücklings hängt Robert dort und bekommt einen voll durchgezogenen Tritt in die Magengegend. Barker knickt durch den Impact zusammen, als würde er vorneüber fallen. Eleven nimmt kurz Anlauf und verpasst Barker einen Knee Smash, der diesen erneut in die Turnbuckles stürzen lässt.
 

Vincent Craven: „Die Anfangsphase gehört eindeutig Eleven, der hier keine Gefangenen machen möchte.“

Mike Garland: „All dies geschieht unter einem Orchester aus Buhrufen. Und wie du sagtest, es sind auch vereinzelte BARKER-Sprechchöre zu hören. Für mich nicht verwunderlich, bei dem Gegner.“


Barker schaut, in der Ringecke hängend, aus Nahdistanz in die toten Augen von Eleven, der jetzt kurzerhand den rechten Ellenbogen quer in Robert’s Hals drückt, als wolle er diesen ersticken. Sofort ist allerdings Mad Dog da, der seinen Arm zwischen die beiden schiebt und die unfaire Aktion dadurch abbricht. Wieder nickt Eleven beiläufig und sarkastisch zum Guest Referee, spendet sogar höhnischen Applaus. Diesen Moment kann Barker nutzen, indem er seinerseits seine beiden Beine nach vorne schnellen lässt. Er erwischt Eleven ebenfalls im Unterleib und treibt diesen ein paar Schritte zurück. Robert Barker stößt sich aus der Ringecke ab und lässt sich nach vorn fallen, während er den rechten Arm ausstreckt.


FALLING CLOTHESLINE!!


Unter dem Jubel seiner Fans, die allerdings nach der letzten Show weniger geworden sind, begräbt Barker Eleven unter sich. Sofort rollt sich der Ex-Schlächter aus der Gefahrenzone, da sich sein Gegner aus dem Keller wieder aufrappelt. Ein paar Worte in Richtung Mad Dog von Barker, dem Gesichtsausdruck nach wenig freundlich, dann wirft sich Robert nach hinten in die Seile und jagt auf Eleven zu, der sich gerade aufgerichtet hat.
 

THESZ PRESS GEGEN ELEVEN!!


Barker reißt den Zahlenmann von den Beinen und stürzt mit seinem Körper auf ihn. Sofort ergeht ein Inferno aus harten Fists über die Stirn von Eleven, der allerdings die letzten abwehren kann. Von unten rammt Eleven seinen Kopf nach vorn. HEADBUTT mitten ins Gesicht des ehemaligen Schlächters der PCWA. Robert Barker fällt zur Seite, von Eleven herunter und schüttelt sich kurz.

Draußen schlägt Bleed jetzt ‚engagiert’ auf den Apron, feuert Eleven an. Mad Dog schaut nur kurz hinüber, ohne sich vom Geschehen ablenken zu lassen. Er verdeutlicht Bleed, auf keinen Fall auf den Apron zu steigen. Im Ring hat sich Eleven erhoben und springt auf Barker zu, der sich auch wieder erhoben hat.

SPINNING SIDEKICK gegen den Brustkorb!
 

Robert Barker fängt den Fuß aber ab, bevor er seinen Körper malträtieren kann. Eleven stößt sich mit dem Standbein ab.
 

ENZUIGIRI GEGEN BARKER’s HINTERKOPF!

Der ehemalige Schlächter wird hart erwischt und stürzt durch das mittlere Seil nach draußen. Vor dem Apron, gar nicht so weit entfernt von Bleed, bleibt er liegen. Eine Situation, die natürlich Mad Dog veranlasst, umgehend mit dem Auszählen zu beginnen.


.. 1 ..


Bleed hält draußen den gebührenden Sicherheitsabstand von Barker, der sich am Apron wieder auf die Beine zieht.


.. 2 ..


Im Ring geht Eleven ein paar Schritte zurück. Sieht nach einem Anlauf aus..

..3 ..

Mad Dog zählt im korrekten Rahmen gegen Barker durch, der jetzt draußen wieder auf den Beinen ist und einen bösen Blick zum Guest Referee schickt, begleitet von einem Kopfschütteln.

..4 ..

Eleven jagt aus dem Stand los, springt vor der Ringecke ab und landet dort auf dem mittleren Turnbuckle. Von dort stößt er sich mit reichlich Schwung ab und springt über das Top Rope nach draußen.. auf Barker zu.
 

FLYING FOREARM SMASH!


Doch draußen zieht Robert den Kopf an, so dass Eleven’s Forearm seinen Schädel verfehlt. Im Flug bekommt Barker seinen Gegner zu packen und nimmt dessen Schwung mit..

POWERSLAM AUF DEN BODEN!
 

Vincent Craven: „Wow! Was für ein Konter von Robert Barker!“

Mike Garland: „Die ersten Fans stehen inzwischen hier in der Halle. Applaus und Jubel geht durch das weite Rund. Das war wirklich eine harte Aktion vom ehemaligen Schlächter!“


Eleven’s Beine sind bei dem Powerslam sogar noch in das Absperrgitter gekracht. Ziemlich fertig liegt er dort, Barker ebenfalls, den diese Aktion auch zu schaffen macht. Doch er kämpft sich als erster hoch. Der Schweiß steht ihm auf der Stirn, doch die Power, die ihn beim Brawlin’ Rumble zum Sieger über Eleven gemacht haben, ist auch heute in ihm zu sehen. Knallhart. Bereit, Opfer zu bringen. Schmerzen zu erleiden. Nur so geht es in einem Match gegen so einen Gegner wie Eleven.

Mad Dog zählt jetzt nicht mehr an, denn er sieht, dass sich Bleed den Beiden nähert. Konsequent rollt sich der Gast-Ringrichter daher aus dem Ring und schiebt sich zwischen das Apocalypse Girl und Robert Barker, der am nächsten bei ihr ist. Die Unbekannte Konstante der PCWA deutet Bleed freundlich aber bestimmt an, dass sie umdrehen soll. Erstaunlicherweise tut sie das auch, geht ein paar Schritte zurück und beobachtet das Geschehen von dort aus.

Barker hat sich erhoben, seine rechte Hand krallt sich in die Haare von Eleven und zerrt diesen auf die Füße, ohne seinen Schädel loszulassen. Jetzt kommt die Revanche von vorhin, als Barker seinen Kopf nach vorne rammt.


HEADBUTT ins Gesicht von 11!

Eleven taumelt zurück, was Robert Barker den nötigen Platz für einen kurzen Anlauf gibt. Er jagt nach vorn, krallt sich den Körper von Eleven und stürzt mit diesem blindlings nach vorn.
 

SPINEBUSTER AUF DIE RINGTREPPE!


Es scheppert gewaltig in der Arena, ein gewaltiges Raunen untermalt das Geräusch perfekt. Eleven liegt quer über der Metalltreppe, alle viere von sich gestreckt. Barker hat sich zurück auf die Beine gebracht, hält aber seinen rechten Arm unter Schmerzen. Mad Dog ist wieder bei ihm und deutet an, doch in den Ring zurückzukehren.
 

Vincent Craven: „Whoa, erstes ‚Streitgespräch’ zwischen Robert Barker und Mad Dog! Der Ex-Schlächter schubst den Guest-Referee an der Schulter bei Seite, was bei diesem überhaupt nicht gut ankommt!“

Mike Garland: „Was muss sich der Hund auch wieder aufspielen. Soll er doch einfach die beiden kämpfen lassen.“

Vincent Craven. „Er macht das GENAU richtig. Dieses Match hat Regeln. Und er ist der Ringrichter, der sicherstellt, dass genau diese Regeln auch eingehalten werden.“


Mad Dog nimmt den Schubser relativ locker, deutet aber Barker an, dass er sich dergleichen nicht zweimal erlauben sollte. Mit energischen Gesten weist er Robert an, in den Ring zurückzukehren und solche Aktionen wie gegen die Ringtreppe zu unterlassen. Anscheinend hat das Wirkung. Nach einer despektierlichen Geste wendet sich Barker tatsächlich Eleven zu, zerrt diesen aus der zum Teil auseinandergefallenen Ringtreppe und rollt ihn durch das unterste Seil zurück in den Ring.

Barker selbst geht hinterher, steht auf, schaut auf seinen noch liegenden Gegner und wirft sich rücklings in die Seile. Vor Eleven springt er beachtlich in die Höhe..

KNEEDROP AUF DEN BRUSTKORB!

Das Knie des ehemaligen Schlächters kracht in den Körper von Eleven. Eine verächtliche Geste zu Mad Dog von Barker, dann wirft sich Robert auf seinen Gegner und wir haben das erste Cover. Der verrückte Hund geht auch ohne Anstalten standesgemäß runter und zählt durch..

…  ONE …

Ein erstes Zucken geht durch den Körper von Eleven.
Barker hält das Cover verbissen.

.. TWO …

KICKOUT!!

Eleven hat beide Beine nach vorne geschnellt und die rechte Schulter hochgerissen. Mad Dog zeigt den Nearfall an, während Robert Barker sich auf die Füße bringt und ein verächtliches Kopfschütteln in Richtung des Guest Ref’s zeigt. Mad Dog präsentiert Zeige- und Mittelfinger als Zeichen des Two-Counts, Barker moniert die Geschwindigkeit, in der gezählt wurde.

Unter dem Eindruck der Meinungsverschiedenheit rollt sich Eleven aus der Gefahrenzone und zieht sich an den Ropes wieder auf die Beine. Mad Dog weist Barker an, doch bitte das Match fortzuführen, anstatt sich in sinnlose Diskussionen zu verstricken. Robert winkt ab und dreht sich in Richtung Eleven, der jetzt – immerhin auf den Beinen – in den Seilen hängt und sich die Szenerie betrachtet, während er sich zu sammeln scheint.

Robert Barker setzt sich in Bewegung, kommt auf Eleven zu, der jedoch vorher reagiert und das rechte Bein nach oben reißt. Rob kann sich wegdrehen, wird jedoch an der Schulter getroffen. Barker schüttelt sich kurz, sieht dann den Elbow von Eleven kommen und kann rechtzeitig ausweichen. Ein knallharter Chop über den Brustkorb treibt Eleven zur Seite weg.

Robert Barker setzt jetzt nach, er ist auf Betriebstemperatur. Genauso wie das Publikum in der Halle, die das Match feiern, egal ob sich beide in Sympathiewerten unterbieten oder nicht. Robert greift sich Eleven’s Körper, Ansatz zum FISHERMANS SUPLEX!

Er reißt Eleven hoch, doch dieser dreht sich geschickt aus dem Move raus, kontert den Schwung und hakt dabei noch Barker’s Kopf unter. Dann stürzt er sich rücklings in die Tiefe.

KRACHENDER DDT IN DIE RINGMITTE!

Barker wird face first in den Boden gerammt und bleibt dort, mit dem Gesicht nach unten, einfach liegen. Bleed draußen dreht sich – die rechte Faust in die Höhe gestreckt – um die eigene Achse. Triumphierend. Ihr Mentor kämpft sich nach oben, ignoriert Mad Dog völlig, so dass dieser ausweichen muss, als Eleven Barker nach oben zerrt.

Taumelnd steht Barker in der Ringmitte, während Eleven sich schnell in die Seile wirft. Mit gewaltigem Schwung kommt er aus den Ropes geschossen, springt tief ab..

BASEBALLSLIDE in die Beine von ROBERT BARKER!

Der Ex-Schlächter wird böse erwischt und aus dem Stand gerissen. Sofort hält er sich den rechten Fuß und erneut geht ein Raunen, vermischt mit Schreien, durch die Crowd. Im Ring will sich Mad Dog bei Barker erkundigen, ob eine ernsthafte Verletzung passiert sein könnte, doch Robert hämmert nur mit der Faust auf den Ringboden. Eleven ignoriert Mad Dog ebenfalls und macht sich wie ein Geier über sein Opfer her. Es hagelt Fußtritte gegen das rechte Bein von Robert Barker.


Vincent Craven: „Oh, das sieht momentan nicht so gut aus für Barker. Es ist – von der Stipulation natürlich abgesehen – ein komplett anderes Match zwischen den Beiden. Vergleichbar intensiv, aber unter anderen Vorzeichen.“

Mike Garland: „Das es ein Technikfeuerwerk wird, hat niemand erwartet. Hier wollen sich zwei Gegner Schmerzen zufügen.“

Vincent Craven: „Ich bin froh, dass Mad Dog hier dabei ist. Auch wenn trotzdem die Gefahr natürlich da ist, dass das ganze hier noch ausartet.“


Eleven nickt Mad Dog jetzt höhnisch zu, als dieser ihn von Barker wegziehen will. Robert kämpft sich taumelnd auf die Füße, Nachfragen des Guest Referee’s beantwortet er mit harschen Gesten. Eleven wartet im Hintergrund, wirft sich aber jetzt nach vorn und rennt dabei fast noch Mad Dog über den Haufen. Der voll durchgezogene Elbowsmash verfehlt aber Barker’s Kopf, weil dessen rechter Fuß nachgibt und er einknickt. Eleven wirbelt auf der Stelle herum, da bekommen die Pranken von Barker bereits seinen Schädel zu fassen. Mit einem Schrei stürzt Barker, Eleven’s Kopf im Griff, drehend zu Boden.

SPINNING NECKBREAKER GEGEN ELEVEN!!

Hart kracht Eleven – neck first – in den Ringboden.

Vincent Craven: „Wow, was für ein kranker Aufschlag! Den Impact hat man noch in British Columbia gehört!“

Mike Garland: „Die Halle feiert Robert Barker für diese Aktion, ganz gleich ob er sich von seinen Fans bei Vendetta 104 verabschiedet hat oder nicht! Hier zeigt der ehemalige Schlächter wiedermal die richtige Taktik gegen Eleven. Alles aufbieten, alles reinwerfen was geht.“

Barker kniet neben Eleven, der wieder alle Gliedmaßen von sich streckt, die sich strecken lassen. Robert massiert mit schmerzverzerrtem Gesicht seinen rechten Fußknöchel, schlägt sogar ein paar Mal mit der flachen Hand drauf. Dann stemmt er sich – unter einiger Anstrengung – in die Höhe. Die – überraschende? – Unterstützung des Publikums hilft dabei natürlich. Mad Dog erkundigt sich erneut nach dem verletzten Bein, Barker ignoriert ihn aber einfach.

Eleven rollt sich derweil mühevoll zur Seite, robbt Richtung Ropes. Er greift in die Seile und zieht sich nach oben, während Barker auf ihn zu humpelt. Sein Gegner hat sich gerade aufgerichtet, als Robert ihm unter dem Raunen des Publikums kurzerhand einen knallharten Knee Smash in den Rücken rammt. Eleven hängt, das Gesicht nach draußen zu Bleed, in den Ropes. Barker reagiert sofort, greift sich seinen Schädel und biegt Eleven nach hinten.

Ansatz zum REVERSE NECKBREAKER!

Doch Eleven bringt die Füße nach vorn und holt sich mit den Füßen Halt vom mittleren Rope. Er stößt sich mit Schwung ab und rollt über Barker’s Schulter nach hinten. Rückwärtsrolle, dann kommt Eleven hinter Robert auf die Füße. Barker wirbelt auf der Stelle herum.

ELBOWSMASH ins Gesicht von Barker!

Der Kopf des Ex-Schlächters wird zur Seite geschleudert. Als Nachschlag bekommt er Eleven’s Stiefel nochmals gegen den angeschlagenen Knöchel. Barker knickt ein und Eleven schnellt sofort Richtung Ringecke, wo er auf dem mittleren Turnbuckle landet. Ein kurzer Blick zurück, dann segelt das Wesen aus dem Keller bereits auf Barker zu..

SPRINGBOARD MOONSAULT!

Eleven begräbt seinen Gegner unter sich. Mad Dog slidet sofort heran und zählt das Cover durch, begleitet von den Schreien von Bleed draussen.

…  ONE …

Vincent Craven: „Eleven scheint hier jetzt die Oberhand zu haben..“

Das Publikum steht inzwischen komplett. Niemand sitzt mehr im weiten Rund der kanadischen Arena.

.. TWO …

Mike Garland: „Ich hab das Gefühl, Mad Dog zählt zu schnell..“

KICKOUT!!


Kickout im letzten Moment von Robert Barker! Mad Dog zeigt es dem Publikum und Eleven deutlich an. Dieser kniet neben dem ehemaligen Schlächter der PCWA und wirft einen vernichtenden Blick auf den Guest Referee. Draußen bekommt Bleed fast die Krise und rauft sich die Haare, während sie fast flehentlich zu Mad Dog schaut.

Eleven vergisst den Disput und springt sofort auf die Füße. Keine Zeit zu verlieren. Er hat jetzt Robert Barker am Boden, jetzt will er ihn auch finishen. Seine Hand krallt sich in das nasse Haar von Barker und er zerrt ihn zu sich auf die Füße. Harter Schlag direkt auf die Schläfe. Robert’s Kopf wird herumgeschleudert und ein Rinnsal aus Blut fließt aus der frischen Platzwunde an dessen Augenbrauen-Ende.

Wieder ein Schlag von Eleven, doch diesmal blockt Barker – unter deutlicher Zustimmung des Publikums. Unter noch frenetischerem Jubel rammt Robert nun Eleven wiederum seine eigene Faust unter das Kinn. Als nächstes ist Eleven an der Reihe, der seinen Gegner als Dank mit einem Forearm an der Stirn erwischt. Wieder antwortet Barker, diesmal mit einer satten Rechten. Eleven hat aber auch hier den Vorteil, indem er ohne Rücksicht auf Verluste seinen Kopf in Barker’s Gesicht rammt.


KRACHENDER HEADBUTT gegen Barker!


Blut wird zur Seite geschleudert und der Ex-Schlächter taumelt zurück. Eleven schüttelt sich kurz, dann wirft er sich nach hinten und geht mit viel Schwung in die Ropes. Mit enormem Speed jagt er auf Barker zu. Trotz dessen angeschlagenen Fuß wirft sich Robert seinem Gegner entgegen – und überrascht ihn aus genau diesem Grund auch. Eleven kann nicht mehr ausweichen.


YAKUZA KICK GEGEN ELEVEN!


Mit voller Wucht erwischt Barker das Wesen aus dem Keller mit dem Fuss am Kopf, so dass sich Eleven fast um die eigene Achse dreht. Barker selbst bricht von der eigenen Aktion in die Knie und stürzt neben Eleven face first zu Boden.

„HOLY SHIT!"

"HOLY SHIT!"

"HOLY SHIT!“


Vincent Craven: „Was für eine knallharte Aktion! Das kann doch niemand ‚überleben’!“

Mike Garland: „Selten habe ich ein so hartes, ‚normales’ Singles-Match gesehen. Fast alle Aktionen gehen gegen den Schädel des anderen.“

Vincent Craven: „Und das Publikum liebt jede Minute dieser Schlacht!“


Barker hält sich den rechten Fuß, kämpft sich aber in beispielloser Manier auf die Beine, während Eleven sich zuckend gerade noch so zur Seite drehen kann, um einem sofortigen Cover zu entgehen. Mad Dog behält hier komplett die Übersicht, immer wieder gehen seine drohenden Blicke auch nach draußen zu Bleed, bei der es gerade so aussah, als wolle sie auf den Apron springen.

Robert Barker steht wieder, etwas wacklig, aber er ist auf den Füßen. Fast vorsichtig kämpft er sich zu Eleven, der sich wiedermal an den Seilen nach oben ziehen muss, um überhaupt wieder zu stehen. Von hinten krallt die rechte Hand in die Haare des Nicotine & Bacteria’lings und zerren diesen zurück. Instinktiv wirbelt Eleven herum, um mit letzter Kraft Barker seine Faust ins Gesicht zu rammen. Damit hat Robert gerechnet, duckt sich und umklammert Eleven’s Körper. Mit einem Schrei aus Entschlossenheit und Schmerz wirft sich Barker, Eleven im Griff, nach hinten..

NORTHERN LIGHTS SUPLEX GEGEN ELEVEN!!


„AWESOME! AWESOME! AWESOME!“

Eleven kracht hart auf den Ringboden. Aufgrund der Fußverletzung von Barker ist es eine eher wacklige Brücke, aber dennoch hält er sie durch. Mad Dog slidet heran und zählt das Cover ohne Zögern durch.

Vincent Craven: „Das muss es jetzt sein!“

… ONE …

Bleed springt auf den Apron. Wild schreit sie auf Eleven ein.
Natürlich versucht sie auch die Aufmerksamkeit von Mad Dog zu erhaschen.

Dieser ignoriert sie völlig und lässt die Hand erneut nach unten hämmern.

.. TWOOOOOOO…

Mike Garland: „DAS IST ES!“

.. THR…


KICKOUT!

KICKOUT VON ELEVEN IM LETZTEN MOMENT!

Barker kniet fassungslos neben seinem Gegner, der sich gerade noch so zur Seite gerollt hat. Robert hat die Hände in sein blutverschmiertes Haar gekrallt, sein Blick geht sofort und voller Wut zu Mad Dog, der ihm wieder nur die gnadenlosen zwei Finger entgegen streckt.

Voller Zorn hämmert Robert Barker die rechte Faust auf den Ringboden und stemmt sich in die Höhe, stellt sich direkt vor Mad Dog und brüllt diesen an. Der Guest Referee bleibt äußerlich ruhig, schüttelt nur lapidar mit dem Kopf, weicht aber keinen Zentimeter zurück.

Bleed steht immer noch auf dem Apron, beugt sich sogar weit über das oberste Seil und versucht Eleven zum Aufstehen zu bewegen. Dieser kann aber nichts anderes tun gerade, als mit Mühe und letzten Atemzügen in Richtung der Ropes zu kriechen. Derweil wird das Rededuell zwischen Barker und Mad Dog immer hitziger. Der verrückte Hund deutet auf sein Referee-Outfit und weicht Robert nicht im geringsten aus, als dieser seinen Kopf dicht an den des Hundes bringt, während er der Unbekannten Konstante nicht druckreife Worte entgegen speit.

Eleven robbt auf Bleed zu, die am Apron steht und die helfende Hand über das oberste Seil in den Ring streckt. Mad Dog sieht es und löst sich von Robert Barker, der sich immer noch über den – seiner Meinung nach – zu langsamen Count aufregt. Der Gastringrichter ignoriert dessen Tirade jetzt und begibt sich eiligst rüber zu Bleed. Die zieht ihre Hand weg, Eleven braucht sie jetzt ohnehin nicht mehr. Er hat Halt in den Ringseilen gefunden und zieht sich dort mit letzter Kraft wiedermal nach oben.

Mad Dog deutet Bleed mit aller Deutlichkeit, doch bitteschön endlich vom Apron zu springen. Als Unschuldsengel in Reinform hebt das Apocalypse Girl die Hände.

Währenddessen schleppt sich Barker, dessen letzter Ausschuss an Adrenalin seine verletzten Knöchel übertrumpft, rüber zu Eleven, der mehr in den Ringseilen hängt als das er steht. An der Schulter greift er das Wesen aus dem Keller, zieht ihn zu sich herum. European Uppercut direkt unter das Kinn von Eleven, der zurück in die Seile fällt und durch den Schwung nach vorn katapultiert wird.

Damit hat Barker direkt nicht gerechnet. Er wird von Eleven’s Forearm Smash frontal erwischt, stürzt aber nicht, sondern taumelt nur einen Meter nach hinten. Wieder sieht man, wie ihn der Fuß beeinträchtigt. Eleven fällt mehr nach vorn, als das es eine durchdachte Aktion ist. Heart Punch gegen Barker! Dieser schluckt auch diese Aktion, fängt sich und wirft sich selbst mit einem Wutschrei nach vorn!

LARIAT GEGEN ELEVEN!

Doch der weicht schräg nach unten aus. Barker’s Arm säbelt über den Gegner seines Gegners hinweg ins Leere. Nur mit reinem Instinkt greift sich Eleven den Schädel seines Gegners, rammt seinen eigenen Kopf nach oben und lässt sich zugleich in die Knie fallen.

KRACHENDER JAWBREAKER!!


Vincent Craven: „Ach du Scheiße. Das tut schon beim Zuschauen weh!“

Mike Garland: „Was für ein krankes Geräusch!“


Robert Barker kann sich irgendwie auf den Beinen halten, umklammert mit beiden Händen aber sein Kinn, während er nach hinten taumelt. Eleven hat jetzt ebenfalls die letzten Reserven angezapft und legt alles in einen letzten Sprint nach vorn.


RUNNING SPEAR GEGEN BARKER!

ELEVEN UND ROBERT STÜRZEN DURCH DIE ROPES NACH DRAUSSEN!


Ihre Körper erwischen draußen noch Bleed, die nicht mehr rechtzeitig ausweichen konnte. Das Apocalypse Girl wird zur Seite geschleudert, ehe Barker und Eleven erst an der Ringabsperrung endgültig gestoppt werden. Längst ist die gesamte Arena auf den Beinen und chantet wie aus einem Mund.
 

„HOLY SHIT!"

"HOLY SHIT!"

"HOLY SHIT!“


Vincent Craven: „Unfassbare Aktionen in diesem Match!“

Mike Garland: „Normales Singles-Match? Zwischen diesen Beiden? MY ASS.“


Mad Dog rollt sich sofort nach draußen. Sein erster Blick gilt aber nicht Eleven und Barker, sondern Bleed ziemlich erwischt wurde und sich – am Boden liegend – den Kopf hält. Der Guest Referee spricht sie an, sie schüttelt den Kopf. Schmerzen – ja. Etwas Schlimmeres? Nein. Sie ist ein großes Mädchen.

Vor der Absperrung ziehen sich Barker und Eleven vor den tobenden Fans wieder auf die Füße. Beide sind nass vor Schweiß und auch das Blut aus Barker’s Platzwunde hat Spuren hinterlassen. Barker löst sich vom Absperrgitter, fast sieht es aus, als würde er direkt wieder stürzen. Er steht, aber ist am Ende. Genau wie Eleven, der noch über dem Gitter hängt.

Robert Barker irrlichtert mit den letzten Reserven im Tank auf Eleven zieht. Brutaler Kick in die Nierengegend. Das schleudert den Mann aus dem Keller zur Seite und er fällt auf den Zeitnehmer, den er einfach mal unter sich begräbt. Eher im Instinkt schnappt sich Barker den Stuhl, auf dem dieser gesessen hat.


Vincent Craven: „Doch da ist Mad Dog! Er kommt dem möglichen Chairshot zuvor!“

Mike Garland: „Was soll das? Soll er lieber in den Ring gehen und beide auszählen oder sowas!“

Vincent Craven: „Was willst du denn? Er tut das, was er die ganze Zeit über getan hat. Er setzt sich konsequent dafür ein, dass das Match im Rahmen der Regeln abläuft!“


Mad Dog hat nichts anderes getan, als Barker den Stuhl aus der Hand zu reißen. Robert ist viel zu fertig, um entscheidend Widerstand zu leisten. Vernichtend ist sein Blick dennoch, als Mad Dog den Stuhl einfach zur Seite weg wirft.

Da fliegt Eleven heran, der sich mit letzter Kraft von der Seite abgestoßen hat! Er erwischt Barker zwar mit dem Elbow am Kopf, aber dieser kann den Körper seines Gegners abfangen. Robert’s rechte Hand krallt sich in die Haare von Eleven und gibt diesem seinen eigenen Schwung mit. Hart kracht Eleven seitlich gegen den Ringpfosten. Barker setzt nach mit einem harten Chop, dann befördert er seinen Gegner durch das unterste Seil zurück in den Ring.

Er selbst folgt, ebenso Mad Dog, der noch ein paar Worte von Barker mit bekommt. Im squared circle stemmt sich Eleven mit den allerletzten Tropfen Sprit wieder auf die Beine, wankt, taumelt.

Robert Barker versucht sich jetzt von Mad Dog zu lösen, um sich ein letztes Mal auf Eleven zu konzentrieren. Den verletzten Fuß hinter sich her ziehend, schleppt er sich auf seinen Gegner zu, das ohrenbetäubende Echo des Publikums als Soundtrack um sich herum.

An den Haaren zieht er Eleven auf die Füße, es folgt ein gewaltiger Tritt in dessen Magen. Mit letzter Kraft hakt Robert Barker den Schädel seines Gegners zwischen seine Oberschenkel und umklammert dessen Körper. Mit einem Schrei reißt er Eleven in die Höhe!

POWERBOMB GEGEN ELEVEN!

Aber der dreht sich in der Luft irgendwie aus dem Move, landet auf den Füßen, stürzt fast trotzdem. Noch ehe Barker begriffen hat, springt Eleven direkt vor ihm mit letzter Kraft in die Höhe.

HEADSHOT DROPKICK gegen ROBERT BARKER!!!

Eleven’s Trademark Move erwischt den ehemaligen Schlächter voll im Gesicht und lässt seinen Schädel krankhaft abrupt nach hinten schnellen. Robert Barker bricht zusammen. Eleven fällt direkt neben ihm, kann unter Aufbietung der letzten Reserve noch den rechten Arm auf den Brustkorb seines Gegners hieven.

Sofort ist Mad Dog zur Stelle und zählt den Count durch.

 

Vincent Craven: „Oh mein Gott, reicht das jetzt?!“

… ONE …

Bleed kniet vor dem Apron, hält sich den Kopf.
Die gesamte Halle steht.
Alle Blicke auf Mad Dog, der keine Anstalten macht, eine Entscheidung, gleich welcher Art, zu beeinflussen.

 

.. TWOOOOOOO…

Mike Garland: „MAD DOG ZÄHLT DURCH!“

 

.. THREEE !!!!! …

 

Mad Dog's rechte Hand schlägt zum dritten Mal auf die Matte.
Unwiederbringlich, unwiderruflich. Der Count zählt, er ist durch. Eine kurze Geste zum Zeitnehmer draussen, der sich wieder berappelt hat.

Dann läutet die Ringglocke und besiegelt das Ende des Matches.
Völlig unklar, ob es die beiden, die dort in der Ringmitte liegen, überhaupt so richtig mitbekommen, nach all dem was sie sich gegenseitig angetan haben in den letzten Minuten.

Jane Nelson: "Und der Sieger dieses Matches - ELEVEN!"

Das Publikum buht aus Leibeskräften. Doch darunter mischen sich auch vereinzelte Jubelschreie von Anhängern, Jüngern der Nicotine & Bacteria. Als letzte Geste bleibt der Arme des immernoch liegenden Eleven mit dem ausgestreckten Zeigefinger als Spitze, der sich Richtung Hallendecke erhebt.

Vincent Craven: "Eleven hat Revanche genommen! Er hat tatsächlich Robert Barker besiegt, fair and square, wie man sagt."

Mike Garland: "Es war eng, es war eine Schlacht unter anderen Voraussetzungen als noch beim Brawlin' Rumble. Beide haben sich nichts geschenkt und den jeweils anderen an seine Grenzen getrieben."

Vincent Craven: "Mad Dog hat es in seiner Rolle als Guest Referee auch sehr neutral und damit gut über die Bühne gebracht. Besser wird die Situation zwischen ihm und Barker durch dieses Match allerdings auch nicht."

Mike Garland: "Davon kann man ausgehen."


------------------ PCWA ------------------

Die Kamera schwenkt durch einen langen Korridor tief im Inneren der Arena. Dicke Metallrohre laufen an der Decke entlang und verschwinden in einem Nebenraum. Plötzlich sind Schritte zu hören, jemand nähert sich gemächlich und tritt ins Bild - Manny Starblood. Die Hände wie schon zuvor tief in den Taschen seiner Hose vergraben schlendert er den Gang entlang und betritt den nächsten Raum - es scheint sich um einen großen Heizungskeller zu handeln, der nur durch einige rote Notfall-Lampen beleuchtet wird. Drückende Hitze liegt in der Luft, am Boden hat sich Wasser gesammelt. Manny blickt sich ein wenig orientierunglos um, macht dann aber einen Weg zwischen zwei angerosteten Boilern aus. Sein Gesicht mit den Händen abschirmend, tritt er durch die Dampfschwaden und hält dann auf eine weitere Tür zu, die halb offen steht. Kurz vor dem Eingang erregt ein Scheppern seine Aufmerksamkeit. Dieses Scheppern wiederholt sich ein weiteres Mal und nimmt noch an Stärke und Geschwindigkeit zu. Er blickt nach rechts und tritt auf einen Teil des Raumes zu, der ebenfalls von Schwaden heißen Dampfes eingenebelt ist. Aus diesem schält sich urplötzlich die Gestalt eines riesigen Clowns. Sein mächtiger Haarkranz leuchtet seltsam im roten Licht. Er steht gebückt über einem kleinen Boiler und wippt mit dem Oberkörper hin und her. Ein tiefes Grollen von sich gebend, verfällt er kurz darauf in schallendes Gelächter. Von allen Seiten werden die Laute zurückgeworfen und kreieren ein gespenstisches Echo. Dann wird er still und beginnt sich langsam herumzudrehen. Endlich kann die Kamera das Gesicht des Clowns einfangen. Ein blutrotes Lächeln ziert das schneeweiße Gesicht, über der roten Nase stieren zwei pechschwarze Augen ins Bild. In den Händen hält er eine riesige Jonglier-Keule, mit welcher er zuvor wohl auf den kleinen Boiler eingedroschen hatte. Der Clown legt den Kopf schief und blickt auf Manny, dann lässt er die Keule fallen und begibt sich schnellen Schrittes direkt auf Starblood zu, der reglos stehengeblieben war. Beide stehen sich jetzt Nase an Maske gegenüber.

Sellyward: "Ohhh ... wen haben wir denn da? Nur selten verirrt sich jemand hier runter. Tut mir leid, hätte ich dich erwartet, hätte ich aufgeräumt ...!"

Manny blickt nichtssagend unter seinem Hut hervor.

Starblood: ''Mhm ...!''

Sellyward springt einen halben Meter zurück und beginnt wie irre zu kichern.

Sellyward: "Es ist doch immer wieder das Gleiche. Kaum ist die Wohnung voller Dreck, kommt unerwartet Besuch ...!"

Die Kamera dreht etwas zur Seite und zeigt auf ein Paar regloser Beine, das hinter dem Boiler hervor steht. Offenbar war ein Putzmann so töricht gewesen, den Clown bei seinen Vorbereitungen zu stören. Er wird wieder ernst.

Sellyward: ''Willst du einen Luftballon? Es gibt sie in allen Farben und Formen ...!''

Starblood zuckt nur mit den Schultern. Den großen Clown nicht aus den Augen lassend umrundet er diesen und geht neben dem leblosen Körper in die Knie. Er ertastet einen schwachen Puls und kommt wieder hoch. Mit einem Nicken in Richtung des armen Mannes stellt er die stumme Frage nach dem ''Warum''.

Sellyward: ''Auch er kam unangekündigt zu Besuch. Leider hat er nicht aufgepasst und ist mir irgendwie in die Jonglage gelaufen ...!''

Wieder zuckt Starblood mit dem Schultern und stößt den am Boden Liegenden mit dem Stiefel ein wenig in die Rippen, dieser stöhnt schmerzerfüllt auf. Beide Männer starren sich wieder einen Moment lang an, schließlich lässt es Starblood sein und wendet sich zum Gehen.

Sellyward: ''Oh, komm zurück, wann immer du willst. Und bring deine Freunde mit ...!''

Er lacht wieder laut auf und tänzelt etwas auf der Stelle. Die Kamera entfernt sich immer weiter, als Sellyward gerade die Keule vom Boden aufsammelt. Man sieht Starblood im anliegenden Raum verschwinden, mit einem letzten Blick nach draußen stellt er fest, dass der Clown verschwunden ist. Nur noch Dampfschwaden umgeben den bewusstlosen Mann, dann wirft Starblood die Tür ins Schloss.

 

Mike Garland: "Wer oder was war das?"

Vincent Craven: "Eh, Sellyward. Ein Clown. Und ich habe jetzt schon Angst."

Mike Garland: "Magst du keine Clowns?"

Vincent Craven: "Wer auf dieser Welt mag bitte Clowns? Alle hassen Clowns. Clowns sind immer die Bösen. Die Bankräuber, die Mörder, die Kinderfresser. Ich hasse sie!"

Mike Garland: "Tja, gewöhn dich lieber dran, denn offensichtlich ist Sellyward ein neuer Wrestler in der PCWA. Wir werden ihn also öfter sehen."

Vincent Craven: "Nicht, wenn er weiter wahllos irgendwelche Leute attackiert."

Mike Garland: "Ach, als wäre das hier etwas Ungewöhnliches..."


------------------ PCWA ------------------

Irgendwann vor oder nach Vendetta 104.

 

„Ich nehme dir alles. Hörst du? Alles!“
(Alistair Brunswick im Vorfeld des Brawlin' Rumble X zu Azrael Rage)

 

 

Ich habe das Zeitgefühl verloren.
Ist es noch September oder haben wir schon Oktober?

Es ist noch gar nicht so lange her, da war mein Leben vom Kalender bestimmt. Termine gaben mir meinen Rhythmus vor. Von einer House Show zur nächsten, von der TV-Aufzeichnung zur Autogrammstunde. Die Marke 'Alistair Brunswick' funktionierte wie eine Gelddruckmaschine. Ich funktionierte, solange ich genau das war: Nur ein Rädchen in einem Apperat, der Leben frisst und Geld ausspuckt. Zugebenermaßen, ich war ein recht großes Rad in diesem Prozess und die Summe, die mir mein gut dotierter Vertrag garantierte, erlaubte mir einen exorbitanten Lebensstil. Schnelle Autos, ein Penthouse über den Dächern Berlins und ein jeden Tag ein anderes Mädchen in meinem Bett - all das sind die angenehmen Seiten des Ruhms und ich genoss ihn in vollen Zügen. Ich war ein Held und auch der Erfolg gab mir Recht.

Doch diese Welt ist nicht für Helden gemacht. Die Leute jubeln nicht den Männern zu, die zu den 'guten Jungs' gehören. Die Menschen da draußen, sie leben durch uns ihre Träume. Und wer wäre nicht gerne einmal der Bösewicht, der ungestraft seine Chefin eine 'dumme Fotze' nennen darf? Wer würde nicht gerne einmal all diesen Idioten da draußen, dieser stumpf-tumben Mittelmäßigkeit seine Faust in die Visage rammen und dabei keine Konsequenzen befürchten müssen.

Und genau deshalb jubelt ihr Azrael Rage zu. Also bitte.

Ich habe in der Phoenix Crossover Wrestling Association alles erreicht, was es zu erreichen gibt. Nun ist es Zeit, etwas anderes zu finden.
Mich selbst.

Und so lenke ich den Ford Mustang, der in den letzten Wochen mein einziger Begleiter war, über den staubigen Asphalt. Wohin? Dem Horizont entgegen, immmer weiter, weiter in Richtung Westen. Irgendwann, da werde ich den pazifischen Ozean erreicht haben und mich fragen: Und wohin geht es nun weiter? Oh, Freunde, auf diesen Augenblick bin ich selbst gespannt.

Erst einmal aber halte ich an diesem Diner. Eine typisch amerikanisches Durchschnittslocation irgendwie auf dem Weg von Nirgendwoher nach Nirgendwohin. Genau dafür liebe ich meine Heimat. Leif Eriksson hat dieses Land nicht aus einem kühnen Traum nach Freiheit entdeckt oder weil er Visionen einer besseren Welt hatte. Er kam als Verbannter hierher, weil er im Suff einen Kameraden erschlagen hatte und weil ihm nichts anderes übrig blieb. Außerdem waren die Ureinwohner klein und schwächlich, so dass man sie leichter ausrauben konnte. Genau diese Mentalität hat Amerika auch heute noch: Wir wissen nicht, wohin die Reise geht, aber wir haben unseren Spaß dabei.

Als ich auf dem staubigen Parkplatz halte und die Tür meines Wagens öffne, schlägt mir die brütend heiße Luft wie eine Wand entgegen. Irgendwo in der Ferne jault ein Kojote und kleine Kieselsteine knirschen unter meinen Lederstiefeln. Wenn ich Glück habe bleiben einige davon unter meiner Sohle stecken und zerkratzen drinnen den Fußboden. 'Oh, sorry, das habe ich nicht geahnt', werde ich dann schulterzuckend sagen. Mein Weg führt mich an den hier abgestellten Trucks vorbei.

Über eine hölzerne Veranda gelange ich zum Eingang. Eine Neonanzeige hat wohl früher einmal 'Susy's Inn' weit lesbar in die Weite hinausgerotzt, aber die Lichter hier sind schon lange erloschen. Das hier ist nicht der gleißende Glanz einer Metropole, dies ist der stinkende Hinterhof eines Landes, das vor allem eines hat: Weite. Belanglosigkeit. Aber ich bin ja auch nicht wegen des Glamours hier, sondern weil ich mir einen Kaffee und eine gehörige Portion Rührei mit Bacon gönnen werde.

Und weil ich mich, abseits aller möglichen Kameras und neugierigen Zaungäste, hier mit ihr treffen werde.

Das Diner ist von innen nur schwach beleuchtet. Schwarz-weiß gekachelter Linoleumboden. Ein langgezogener Tresen befindet sich zu meiner Rechten, dahinter eine verlebt aussehende Mittvierzigerin. Susy mag wohl einmal bessere Zeiten erlebt haben, schießt es mir durch den Kopf, als sie mich mit gelben Zähnen anlächelt. Der billige Schnapsgeruch in ihrem Atem ist unverkennbar.

Ich lasse meinen Blick kurz durch den Raum schweifen. Ein halbes Dutzend weiterer Personen ist hier. Stiernackige Rednecks, die vermutlich zu den Trucks dort draußen gehören und nachts von ihren Cousinen träumen. Meine Damen und Herren, dies sind die USA. Die Vereinigten Staaten des Stumpfsinns. Ich beachte sie nicht weiter und halte zielstrebig auf einen Tisch in der hinteren Ecke des Diners zu.

Dort sitzt sie. Sie passt irgendwie nicht in diesen Laden. Zuerst sehe ich sie nur von hinten, erkenne sie an der zierlichen Figur und ihren schulterlangen schwarzen Haaren. Wie eine Fee aus einer anderen Welt. Als ich auf die zutrete, erkenne ich, dass sie einen Milchkaffee vor sich in ihren kleinen Händen hält.

Als ich sie anstupse, dreht sie sich um.
Sie lächelt.
Ich lächele.

Eri Osada: "Du sprichst mit mir, Alistair."


------------------ PCWA ------------------

Es ist soweit. Das Match auf das wir alle gewartet haben. Robert Breads wird in seiner Heimatstadt versuchen, sich SEINEN Titel wieder zu holen, die PCWA Cryption Crown ein historisches drittes Mal zu gewinnen und richtig zu stellen, was beim Brawlin' Rumble schief lief. Und auch wenn das hier in seiner Heimatstadt ist, auch wenn das seine große Show ist vergisst er nicht die ihm so wichtigen Traditionen: Der Champion kommt zuletzt in die Halle. Also kommt der Herausforderer zuerst.

Zum zweiten Mal an diesem Abend erklingt ein Instrumental, dass man so noch nicht wirklich oft gehört hat, und die Halle wird in rötliches Licht getaucht. Seit dem Jahre 2010 hat man das so vor keinem Match mehr gesehen. Seit 2011 hat man kein Match mehr von Robert Breads in Kanada gesehen. Und als das Lied dann Fahrt aufnimmt tritt er auf die Rampe. Die Halle wird laut. Sehr, sehr laut.

"Canada's Own" höchst selbst trägt heute eine rot-weiße Hose, dazu passende rote Elbow-Pads und ein vollkommen ungewohntes, zufriedenes Schmunzeln zu Tage. Er weiß, was hier gleich passieren wird. Er hat sich die ganze Show über zurück gehalten, hat das restliche PCWA-Roster machen lassen, in dem Wissen: Er muss gar nichts machen. Er wird der Main Event sein, da wo er hingehört. Er wird allein mit seinem Match die Show stehlen. Er braucht heute Abend gar nicht mehr. Das ist so oder so seine Show.

Provokativ langsam - vielleicht auch weil er die Jubelrufe ein wenig genießen will - schlendert Breads zum Ring, lässt den Song auf sich wirken, die Atmosphäre auf sich wirken... das hier wird ein Match, das man wohl so schnell nicht mehr vergessen wird. Er entert den Ring und blickt sich in der Arena um. Sprechchöre mit seinem Namen sind zu hören, Schilder mit seinem Gesicht darauf sind zu sehen. Aber Breads erlaubt sich nicht mehr als dieses kleine Schmunzeln. Er muss fokussiert bleiben. Er wird sich seinen Titel zurück holen. Er wird seinen Gegner besiegen. Seine Musik verstummt. Es wird ruhiger. Die Blicke wenden sich zum Entrance-Bereich.

Vorhang auf, Auftritt Kevin Sharpe. Die Cryption Crown trägt er diesmal um die Hüften. Schlichte, schwarze Hosen, schwarze Boots. Das obligatorische weisse Tanktop und die halb mit Tape umwickelten Unterarme runden das In Ring Gear ab. An seiner Seite die reizende Anna Richmond, die wieder einmal nur Jeans und eine schlichte, weiße Bluse trägt. Ihre Füße stecken in bequemen Sneakern, und das feuerrote Haar ist nach hinten gebunden.

Decisions made from desperation
No way to go
Internal instincts craving isolation
For me to grow

 

Langsam gehen die beiden die Rampe hinunter, begleitet von den "Kevin Sharpe" - Chants des Publikums. Allerdings sind diese auf Augenhöhe mit den Buh-Rufen. Schließlich ist dies die Heimatstadt von Robert Breads. Und Kevin war lange genug im Geschäft um zu wissen, dass sich die Fans riesig auf das kommende Match freuten!

 

Fell in a river of illusion
And apathy
Drowning in a self-induced confusion
I'd rather be, yeah

 

Am Ring angekommen gibt er Anna einen Kuss auf die Wange, dann slidet er in den Ring. Kurzes Nicken in Richtung von Robert Breads, dann steigt er in der Ringecke auf den Turnbuckle.

 

My fears come alive
In this place where I once died
Demons dreaming

Knowing I, I just needed to realign!

 

Er schnallt die Cryptin Crown ab und reißt diese mit beiden Händen in die Höhe, badet im Geschrei der Menge. Ob Buhrufe oder Jubel, es ist ihm egal. Er selbst freute sich auf dieses Match... um den Fans... der PCWA... ja der ganzen Welt zu zeigen, dass er diesen Titel verdient hat!

Mike Garland: "Sharpe scheint sich von seinem Rippenbruch gut erholt zu haben."

Vincent Craven: "Wie Dr. Häuser mir berichtet hat, sind die Rippen vollkommen verheilt und Kevin hat die ärztliche Freigabe."

Mike Garland: "Na, dann kann es ja los gehen!"

Sharpe reicht den Gürtel dem Ringrichter und lässt noch einmal den Kopf kreisen. Dann geht er mit ausgestreckter Hand auf Robert Breads zu.

 

Main Event
- Das Rematch -
PCWA Cryption Crown Match
Regular Singles Match



p.s. Kai hat eine kleine Nudel

Ganz offensichtlich kocht die Halle und peitscht den Mann nach vorne, den man hier siegen sehen will. Es ist nicht so, dass man Sharpe nicht mag - aber er ist nicht Robert Breads, und heute Abend ist jeder der nicht Robert Breads ist automatisch nicht der beliebteste Mann im Ring. Der Kanadier blickt auf die Hand des Mannes aus Nashville, dann nickt er und schlägt ein. Man will sich auf ein faires Match einigen, sportlich und athletisch. Nicht mehr, nicht weniger.

Die beiden Männer gehen auseinander in ihre jeweiligen Ringecken und der Referee hält das Silber noch einmal in die Höhe um klar zu machen, worum es hier geht. Weder der Herausforderer noch der Champion wenden den Blick voneinander ab als der Offizielle das Objekt der Begierede an den Zeitnehmer übergibt, kurz wartet und das Match dann anläuten lässt. Es geht los!

Mike Garland: "Kevin Sharpe vs Robert Breads, PCWA Cryption Crown... it's on!"

Vincent Craven: "Und keiner von Beiden bewegt sich großartig. Sie starren einander nur an... und gehen jetzt in Kreisen aufeinander zu."

Tatsächlich laufen beide in Kreisen durch den Ring und kommen sich dabei immer näher, die Arme gehoben zum Lock-Up. So kommen sie sich immer näher, haken so vorsichtig wie nur irgendwie möglich die Hände beieinander ein... ehe Breads blitzschnell herum wirbelt. Dabei versucht er den Arm seines Gegners zu verdrehen, doch der lässt ebenso schnell los und zieht sich zwei Schritte zurück. Sharpe ist zu aufmerksam, und Breads blickt ihn nur an, ehe er kurz mehr oder minder anerkennend nickt, als wollte er sagen "zumindest machst du es mir nicht zu einfach". Noch immer ist sein Selbstvertrauen größer als es wohl eigentlich nötig wäre.

Erneut gehen beide Wrestler aufeinander zu, die Arme erhoben, um in den Lock-Up zu gehen... doch dieses Mal ist es der Champion, der die Initiative ergreift. Er taucht jedoch ab und zeigt einen Takedown... womit er Breads jedoch nicht überraschen kann. Viel mehr springt dieser zur Seite, während Sharpe sofort den Oberkörper wieder aufrichtet und sich zu Breads zuwendet. Dieser packt den Mann aus Nashville aber so gleich seitlich und bringt einen Side Headlock Takedown an, der den Amerikaner auf die Matte befördert, wo Breads ihn zu kontrollieren versucht.

Mike Garland: "Sehr methodischer und Technik-lastiger Beginn. Aber das war wohl nicht anders zu erwarten."

Vincent Craven: "Breads wrestlet ja sowieso bevorzugt diesen Stil, und Sharpe will ihn offensichtlich mitgehen. Er muss nur aufpassen, nicht die Grenze zwischen "Ich besiege ihn in seinem eigenen Spiel" und "Ich lasse ihn sein eigenes Spiel voll auskosten" zu übertreten."

Jetzt aber kann sich Kevin noch relativ gut nach oben wuchten, kommt auf die Knie, kann einen Fuß aufsetzen, während Breads den Hold nicht löst. Dann, gerade als Sharpe den zweiten Fuß kurz in die Luft nimmt, packt Breads blitzschnell zu, löst den Headlock und packt die Armbeugen seines Gegners. Mit diesem genauen Timing kann er ihn über seinen Rücken hinweg ziehen, wenn auch nur ächzend, und einen Backslide Pin zeigen!

Eins...

Sofort kickt Sharpe aus, und beide Wrestler springen auf. Sharpe erblickt Breads und versucht einen Wirkungstreffer mit einem frühen, aber umso härteren Strike, um den Lokalmatador zu überraschen, doch der duckt sich ab, packt zu... School Boy!

Eins...

Wieder der schnelle Kick-Out von Kevin Sharpe, der erneut direkt aufspringt und sich Robert Breads gegenüber sieht, der hier scheinbar "testen" will was Sharpe wirklich drauf hat. Das gefällt dem werten Herren aus Nashville natürlich mal so gar nicht - ER ist Champion, er muss sich nicht beweisen. Der Herausforderer sollte das tun müssen. Aber auch das ist letztlich nur ein Test von Breads, ob Sharpe sich aus der Ruhe bringen lässt. Denn wenn er auch nur kurz unfokussiert ist wird sich der Kanadier die Chance nicht nehmen lassen hier so schnell wie möglich abzustauben.

Kevin Sharpe atmet tief durch, während Breads erneut die Arme hebt und ihn mit einer ruckartigen Kopfbewegung auffördert näher zu kommen, nach dem Motto "Komm doch!". Der Titelträger schreckt nicht zurück, sondern geht erneut auf Breads zu und dieses Mal geht es in den klassischen Lock-Up. Dabei kann Sharpe, der Kraft-mäßig dann doch eine Stufe über Robert Breads steht, selbigen langsam aber sicher nach hinten drücken. Schließlich drängt er ihn sogar bis in die Seile, sodass der Ringrichter Sharpe anzählt. Bei vier löst er, ganz fair und ohne zu murren, den Hold und lässt Breads frei - sehr sportlich, unser werter Champion. Breads nutzt das aber sofort aus und seine Arme schießen nach vorne, umschließen den Kopf seines Gegners für einen weiteren Side Headlock Takedown...

...aber Sharpe kontert! Er packt Breads um die Hüften!

Back Suplex!

Völlig aus dem Nichts reißt Kevin die GFCW-Ikone in die Luft und wirft ihn über seinen Rücken nach hinten auf die Matte... wo Breads allerdings auf den Beinen landet, da er sich in der Luft noch gerade so drehen kann. Als er jedoch das Gleichgewicht gerade wieder gefunden hat ist Sharpe schon da und packt Breads am Kopf - Side Headlock Takedown von Sharpe an Breads. Der Mann aus Nashville hat Robert Breads soeben "outwrestlet".

Vincent Craven: "Sharpe ist bereit, seinen Stil anzupassen. Und er überrumpelt damit auch wohl Breads ein wenig, der nicht damit gerechnet hat, dass Sharpe doch so einiges auf dem Kasten hat."

Sharpe hat es aufgrund des körperlichen Vorteils natürlich deutlich leichter, Breads auf der Matte zu halten. Auf der anderen Seite kann Breads als jemand, der speziell in der PCWA oftmals körperlich unterlegen ist, da so einige Methoden anwenden, um sich aus Holds wie diesem zu befreien. Denn neben dem technischen Umsetzen der Moves ist auch eine gute Ringübersicht Teil seines "Arsenals". Robert stemmt sich mit aller Macht gegen den Headlock, nur um dann mit einem Mal sämtliche Körperspannung aufzugeben. Sharpe, der Breads nach unten gedrückt hat, fällt so nach vorn und reißt Breads mit sich, den er noch immer fest hält - genau so, dass Breads weit genug nach vorne fällt um sein Bein auf das unterste Ringseil zu bekommen. Erneut zählt der Referee, und erneut löst der Träger der Cryption Crown bei vier. Unter dem aufmunterndem Applaus seiner weiblichen Begleitung richtet sich Sharpe auf während der Ex-Champion sich langsam an den Seilen nach oben zieht... und dabei lächelt.

Das hier würde wohl doch interessanter werden als er zuerst gedacht hatte. Aber das stört Breads nicht etwa. Es freut ihn. So kann er für seine Hometown-Crowd auch eine richtige Show hinlegen.

Let's go Robert!

Let's go Robert!

Let's go Robert!

Und es geht wieder los. Beide Wrestler nähern sich einander an und treten einander gegenüber. Und diesmal werden nicht die Arme zum Lock-Up hochgenommen, diesmal wird nicht abgetastet - dieses Mal reißt Kevin Sharpe den linken Arm nach vorne um mit einer Clothesline zu treffen, unter der sich Breads jedoch wegduckt. Der Titelträger wirbelt herum, als Robert das Bein nach oben schießen lässt... auf Höhe der Rippen!

Doch Kevin blockt mit beiden Armen, was Breads jedoch nicht stoppt. In dem Moment, als er das Bein zum Tritt wieder absetzt, lässt er das andere Bein nach oben schnellen und es in Richtung der Rippen auf der anderen Seite zucken... was Sharpe jedoch auch wieder blockt. Er hat sich von vorne herein denken können, dass Breads das hier versuchen würde - es ist die offensichtliche Schwachstelle. Und so ist es offensichtlich dass Breads es zumindest versuchen würde. Sharpe hat damit gerechnet und war vorbereitet.

Und so kommt auch diese Aktion nicht durch, nein, viel mehr noch kann Sharpe das Bein auffangen und reißt daran Breads zu sich heran. Bremsen kann der Kanadier mit nur einem Standbein nicht, und so fährt Sharpe den Arm aus und lässt den Lokalmatadoren in eine Clothesline rauschen.

Breads geht zu Boden, doch ehe Kevin nachsetzen kann rollt sich der Herausforderer schon aus dem Ring und hält sich die Hand vor den Mund. Leicht genervt starrt Breads nun in den Ring, in dem Sharpe sich breitbeinig hingestellt hat. Diese Taktik kann er also wohl vergessen. Breads wird sich etwas Neues überlegen müssen.

Mike Garland: "Robert Breads klettert nun langsam wieder auf den Apron und Sharpe lässt ihn gewähren."

Vincent Craven: "Er lässt ihn auch erneut das Seilgeviert betreten... er macht damit klar dass er sich auf den offenen Schlagabtausch mit Breads einlassen will. Er hat es nicht nötig ihn sofort mit Vollgas zu attackieren, er kann diese langsame Methodik mitgehen."

Mike Garland: "Und bisher hat Sharpe in diesem Match den einzigen wirklichen Treffer gelandet."

Der Mann aus Toronto scheint zu überlegen, was er nun tun soll, da Plan A gescheitert ist. Nun ist es wohl nicht so, dass er keinen Plan B hat - sondern eher so, dass er noch die Pläne B, C, D und E abwägt. Es geht wieder aufeinander zu es soll wieder den klassischen Lock-Up geben, erneut die ausgeglichene Ausgangssituation... doch diesmal ist es an Sharpe, unter den Armen von Breads abzutauchen und direkt hinter ihm auszukommen, wo er einen Waistlock ansetzt.

Sogleich reißt Breads den linken Arm nach oben und schlägt den Ellbogen an den Kopf des Titelträgers, der jedoch darunter abtaucht und den Kanadier gleichzeitig aushebt und einen Takedown versucht. Doch "Canada's Own" zappelt wie wild, sodass Sharpe ihn wieder absetzen muss und Breads auf den Füßen landen kann. Diesen kurzen Moment nutzt der Lokalheld, um seine Arme um den Kopf von Kevin Sharpe zu schlingen und einen Side Headlock anzusetzen.

Sharpe schubst seinen Opponenten allerdings nach vorne weg, sodass dieser nach vorne stolpert. Breads macht aber das Beste aus der Situation und läuft einfach durch in die Seile, um Schwung zu holen. Dann kommt er wieder angeschossen und stürmt auf Kevin zu, der sogleich das rechte Bein nach oben reißt - Big Boot!

Doch Breads springt... und er springt tief. Statt in den Big Boot zu laufen wirft er die Beine nach vorne und zeigt einen tiefgesprungenen Dropkick gegen das linke, gegen das Standbein von Sharpe, der diesen zu Boden wirft.

Sharpe rollt herum, steht aber sogleich wieder auf, wo Breads ihn jedoch gleich erwartet und ihm einen weiteren Dropkick verpasst, diesmal an den Schädel, der Sharpe gleich noch einmal fällt. Und jetzt ist es an Kevin, den Ring zu verlassen, sich heraus zu rollen. Doch im Gegensatz zu ihm selbst vorhin denkt Breads gar nicht daran im Ring zu bleiben. Während Sharpe sich kurz fluchend wieder orientiert hat Breads schon Anlauf genommen, geht in die Seile und in dem Moment, in dem sich Kevin wieder dem "Squared Circle" zuwendet, springt er ab.

Suicide Dive!

Breads räumt seinen Gegner außerhalb des Ringes ab und geht mitsamt ihm zu Boden, wobei Sharpe hier natürlich deutlich übler getroffen ist. Der Kanadier wuchtet sich ächzend auf und blickt sich in der Halle um, die ihm lautstark zujubelt.

Ro-Bert Breads!

Ro-Bert Breads!

Ro-Bert Breads!

Er muss sich fast ein Lachen verkneifen, als er sieht wie Kevin Sharpe sich wieder auf die Beine hievt. Doch bevor er auch nur richtig stehen kann tritt Breads auch schon zu, kickt mit voller Wucht gegen das linke Bein von Sharpe, auf dass er sich gerade stützen wollte, was dafür sorgt dass er zischend die Luft einzieht... aber nicht wieder zu Boden geht, diese Blöße will er sich nicht geben. Und so stemmt sich Sharpe doch noch auf die Füße, was ihm durchaus Szenenapplaus einbringt.

Leider interessiert Breads das wenig, und so hebt er Sharpe gleich einmal aus - was ihm beim Größtenvorteil von Sharpe nicht unbedigt leicht fällt. Aber er hebt ihn auch nicht per Military Press über den Kopf - was er wohl kaum hinbekommen würde - sondern nur ein kleines Stück weit hoch, indem er das linke Bein packt... und ihn mit dem Knie auf dieser Seite voran auf den Apron krachen lässt!

Vincent Craven: "Autsch! Das war überhaupt nicht gut... ich würde sagen, Breads hat sich etwas überlegt."

Mike Garland: "Anscheinend schon, ja. Es soll wohl das linke Bein werden, das hier den Schwachpunkt von Kevin Sharpe markiert der von Breads bearbeitet wird."

Sharpe beißt die Zähne zusammen, als er auf den Hallenboden fällt und sich mit zusammengekniffenen Augen das linke Knie hält, während Breads einmal kurz schnauft - er ist kein Kraftpaket wie ein Azrael Rage, der einen Gegner mühelos durch die Gegend wirft. Er wirft sie eben MIT Mühe durch die Gegend.

Doch jetzt packt er Sharpe erstmal am Kopf und schiebt ihn in den Ring zurück, um dann hinterher zu steigen, damit keiner der beiden Athleten hier ausgezählt wird und das Match so ein unwürdiges Ende finden muss. Breads baut sich über Sharpe auf, der so schnell wie möglich auf die Beine kommen will... doch gerade als er wieder steht kickt Breads von hinten gegen das linke Bein von Sharpe, der nach vorne knickt, aber nicht umfällt. Also tritt Breads nochmal nach, wieder gegen den bearbeiteten Körperteil, und JETZT geht Sharpe nach vorn auf die Knie.

Der Kanadier wirkt selbst relativ zufrieden mit sich und beugt sich über Sharpe, packt ihn am Kopf und zieht ihn nach oben... als dieser plötzlich den Körper hoch wuchtet! Blitzschnell lädt er sich Breads aus dem Nichts auf die Schultern!

Death Valley Driver!

Nein! Breads rutscht hinten über, landet hinter Sharpe... und zeigt einen Chop Block gegen das linke Knie und fällt seinen Opponenten damit, Sharpe geht zu Boden!

Vincent Craven: "JETZT ist wohl endgültig klar, in welche Richtung das hier gehen wird."

Breads spuckt einmal kurz aus, dann begibt er sich zu seinem auf dem Boden liegenden Gegner. Er packt dessen linkes Bein und hebt es aus, dreht sich darum und setzt einen Figure Four...

Sharpe zieht ihn herunter! Inside Cradle!

Eins...

 

Zwei...

 

Breads kickt aus! Fast wäre er hier überrumpelt worden, und direkt springen beide Wrestler auseinander. Jeder versucht so schnell wieder zu stehen wie irgendwie möglich, allerdings ist Breads eben diese eine Sekunde schneller weil er zwei gesunde Beine hat. Und in dem Moment, in dem Sharpe dann wieder steht, ist Breads schon bei ihm.

Roundhouse Kick!

Nein, Sharpe duckt sich! Breads verfehlt, kann den Schwung aber nicht mehr heraus nehmen und wirbelt umher, was Sharpe sogleich zu nutzen weiß.

Swinging Neckbreaker!

Der Kanadier geht zu Boden und Sharpe versucht sich an einem Pin...

Eins...

 

Zwei...

 

Befreiung von Robert Breads, das reicht noch lange nicht um den Herausforderer und zweifachen Ex-Champion bis drei auf der Matte zu halten. Doch das war Sharpe auch klar, er ist (noch) nicht zu frustriert über diesen Kick-Out. Stattdessen setzt er gleich nach, indem er Breads mit sich nach oben zieht. Der Kanadier bekommt sogleich einen Uppercut zu spüren, der ihn rückwärts taumeln lässt, in die Ringecke, wo er mit dem Rücken gegen die Polster lehnt. Sharpe tritt an ihn heran und verpasst ihm einen, zwei, drei, vier, fünf kräfte Forearms, sodass die frühere Stimme des Wrestling mehr oder minder in sich zusammen sackt.

Sharpe nutzt das natürlich aus und nimmt Anlauf... läuft los und springt - mit dem rechten Bein - ab... Splash in der Ringecke!

Breads taumelt nach vorne, orientierungslos, die Luft aus den Lungen gepresst, und wie ein Champion nutzt Sharpe diesen Zustand natürlich aus. Er lädt Breads auf seine Schultern, und dieses Mal rutscht er nicht...

Death Valley Driver!

Der Kanadier wird auf den Ringboden gepfeffert und bleibt dort auch erst einmal liegen, ehe Sharpe sich auf ihn legt...

Eins...

 

Zwei...

 

Erneuter Kick-Out von Robert Breads. Anna Richmond klatscht aber trotzdem und ruft ihrem Favoriten aufmunternde Worte zu, während dieser sich aufsetzt und sein linkes Knie abtastet. Dann jedoch setzt er sich auf und baut sich vor der Ringecke auf, während Breads sich stöhnend aufrichtet. Als dieser dann wieder steht läuft Sharpe los... allerdings nicht im üblichen Tempo, das ihm schlicht nicht möglich ist. Und diese halbe Extra-Sekunde reicht Breads.

BICYCLE KICK!

Vincent Craven: "Was zum...?!"

Völlig aus dem Nichts, in einer Phase in der sich die Moves langsam in ihrer Heftigkeit steigerten, packt Breads mit einem Mal seinen Trademark-Kick aus, und der trifft - vollkommen unberechenbar manchmal, dieser Robert Breads. Aber nun sinkt Sharpe zu Boden, völlig verblüfft und überhaupt nicht vorbereitet dass es diesen Move geben soll, und so kann er auch nicht reagieren. Breads lässt sich auf Kevin Sharpe fallen, kann er hier schon den Titelgewinn klar machen?

Eins...

 

Zwei...

 

 

Kick-Out von Kevin Sharpe! Die Fans spenden Applaus, auch fairerweise für Kevin Sharpe, dessen Widerstandsfähigkeit hier auf die Probe gestellt wird. Breads rollt sich von seinem Rivalen und zieht sich mit Hilfe der Seile auf die Beine und blickt auf den auf der Matte liegenden Körper des Titelträgers. Ironischerweise ist er selbst es, der in dieses ganz klassich verlaufende Wrestling-Match, dass einen ganz "standardtisierten" Verlauf zu nehmen schien, einen Curveball geworfen hat, der schlagartig den gesamten Matchfluss verändert hat.

Breads geht zu Sharpe hinüber, der noch immer nicht wirklich irgendwelche Anstalten macht sich aufzusetzen, und überlegt kurz, was er tun soll... eher sich entscheidet. Er platziert sich selbst neben dem Champion und springt ab... per Knee Drop - allerdings nicht auf den Kopf, sondern auf das linke Bein!

Sharpe schreit laut auf, als Breads schließlich landet und noch weiter Salz in die Wunde streut. Der Kanadier steht sogleich wieder neben seinem Opponenten und packt das linke Bein, hebt es an... und donnert er dann mit voller Wucht auf die Matte. Auch wenn er den Bicylce Kick eingesetzt hat - das war nur ein Mittel zum Zweck, um die Kontrolle im Match wieder zurück zu gewinnen. Nichtsdestotrotz will er seinen Plan weiter fortsetzen. Und so hebt er das Bein noch einmal hoch und donnert es ein zweites Mal auf den Ringboden.

Mike Garland: "Das hier ist vielleicht nicht das spektakulärste Match, das hier ist kein Move-Spektakel oder eine Highflying-Show... das hier ist eine systematische Zerstörung, bei der der Gegner um sein Überleben kämpft. Das hier ist keine Nonstop-Action, sondern eine unfassbar intensive und psychologische Schlacht."

Robert Breads positioniert sich nun über Sharpe und hebt erneut das linke Bein hoch, dieses Mal jedoch nicht um es wieder auf die Matte zu donnern, sondern um zum zweiten Mal den Figure Four Leg Lock zu versuchen. Und dieses Mal wird er nicht eingerollt...

...sondern weggetreten! Sharpe kickt mit dem freien rechten Bein in den Allerwertesten von Robert Breads, der so nach vorn stolpert und in die Seile fällt. Von dort aus wankt er rückwärts, ohne abstoppen zu können, und Sharpe hat sich wieder auf die Beine hieven können, wenn auch mit schmerzverzerrtem Gesicht - doch es reicht, um Breads zu packen.

Sidewalk Slam!

Breads wird auf die Matte geknallt und Sharpe versucht seinen Titel hier zu verteidigen...

Eins...

 

Zwei...

 

Kick-Out von Breads! Nun flucht Sharpe doch, und die Fans bejubeln diese Befreiung, feiern ihren Helden weiter an. Ächzend erhebt sich Sharpe und versucht so gut es geht, das rechte Bein zu belasten. Er muss das Match so schnell es geht beenden, denn umso länger das Match geht, desto größer wird Breads' Vorteil - mit diesem Bein kann er keine halbe Ewigkeit wrestlen.

Und so hebt er Breads sogleich wieder an, hakt das Bein ein, und dann wendet er ordentlich Kraft auf - denn es soll jetzt und hier enden.

Maximum Violence! Der Fisherman's Buster!

Breads rutscht hinten über! Breads packt Sharpe um die Hüften!

Back Suplex!

Doch nicht nur Breads kann kontern. Sharpe ist vielleicht kein Gott der athletischen Perfektion, aber auch er kann sich in der Luf noch rechtzeitig wenden. Vielleicht nicht so schön wie manch Anderer, jedoch kann er auf den Beinen landen, indem er sich durchrollt.

Und dann knickt er ein! Leider landet er mit dem linken Bein kurz vor dem Rechten, und das kann das Gewicht seines Körpers nicht tragen. Er sinkt auf die Knie und flucht laut, während Breads sich schon umdreht. Sharpe muss sich wieder auf die Beine hieven und verliert so einen Moment Zeit.

BICYCLE KICK!

Das ist die Nummer zwei! Unfassbar! Breads pinnt Kevin Sharpe! Ist das jetzt doch der Titelwechsel?

Eins...

 

 

Zwei...

 

 

Nein, noch immer nicht! Breads schlägt die Hände über dem Kopf zusammen, während Anna Richmond am Ring jubelt. Sicher, für gewöhnlich gewinnt Breads seine Matches per Canadian Cutter oder RB Driver... aber auch der Bicycle Kick hat schon das ein- oder andere Mal einen Sieg gebracht. Hier jedoch nicht - nicht einmal nach dem Zweiten. Kevin Sharpe ist nicht tot zu kriegen. Natürlich ist die Effektivität des Kicks eingeschränkt, da Breads mehr oder minder ausschließlich das Bein seines Opponenten bearbeitet hat und dessen Kopf noch "frisch" ist. Trotzdem sollte das hier spätestens nach dem zweiten Mal funktioniert haben.

Hat es aber nicht.

Und so steht Breads eben wieder auf und darf sich überlegen, was genau er jetzt tut. Erst einmal entscheidet er sich dafür zu warten, bis Kevin Sharpe sich erhebt. "Come on!" ruft er, reißt die Arme hoch, und die Fans springen darauf an, chanten "One more time!", wollen noch einen Versuch sehen Kevin Sharpe zu besiegen.

Der Wrestler aus Nashville hat gerade das unterste Seil gepackt, reißt seinen Körper nach oben, versucht Stück für Stück hoch zu kommen, und schafft das dann unter größter Mühe auch noch. Er wendet sich schließlich um... und läuft in sein Verderben.

Roundhouse Kick!

Sharpe fängt das Bein ab! Er hakt es ein!

T-BONE SUPLEX!

Breads kracht auf die Matte! Das Cover sofort hinterher...

Eins...

 

Zwei...

 

 

Kick-Out! Breads befreit sich! Sharpe setzt nach, greift direkt zu!

Crossface! Breads hängt im Submission Hold fest!

Mike Garland: "Das haben wir so von Kevin Sharpe auch noch nicht gesehen!"

Vincent Craven: "Er muss schnell gewinnen, und vielleicht muss er Breads dafür überraschen - er hat sich vor dem Match eben einige neue Tricks angeeignet."

Der Kanadier schreit laut auf, während er in diesem Hold fest hängt. Doch auch Sharpe muss sich anstrengen, den Arm von Breads zwischen den Beinen fest zu halten, ohne dass die Schmerzen zu groß werden. Doch er zieht den Move durch, und so sehr Breads sich auch müht, er kommt einfach nicht nach vorne gerobbt, er kommt einfach nicht richtig in die Nähe der Seile. Und so werden die Schmerzen immer größer, er hebt die Hand...

...und schafft es, sich nach hinten zu rollen, auf Kevin Sharpe zum Liegen zu kommen... und der hat die Schultern auf der Matte!

Eins...

 

Zwei...

 

 

Dr... Kick-Out!

Fast hätte Robert Breads Kevin Sharpe hier böse überrascht, doch Sharpe reißt die Schultern hoch, löst dabei aber das Crossface - was Breads sogleich nutzt, um zu zu schnappen.

Breads packt blitzschnell das linke Bein!

ANKLE LOCK!

Vincent Craven: "Das könnte es schon gewesen sein! Kann sich Sharpe da noch einmal befreien?"

Es sieht nicht gut aus. Der Champion schreit, genauso wie die Fans. Eine Menge von ihnen chanten "Tap! Tap! Tap!", genauso viele fordern aber scheinbar auch das Gegenteil - sei es nun weil sie auf der Seite von Kevin Sharpe sind oder weil sie einfach nur wollen, dass dieses Match noch weiter geht. So oder so kämpft Sharpe sich aber stückweise in Richtung der Seile vorwärts... aber es dauert lange, wirklich lange. Und der Hold wird nicht lockerer, Breads zieht voll durch, doch Sharpe kann an die Seile kommen!

NEIN! Breads zerrt ihn rückwärts in Richtung Ringmitte! Breads zieht ihn zurück! Man ist wieder weit weg von den Seilen, und so hängt Kevin Sharpe endgültig in einer Situation fest, aus der es für ihn eigentlich kein Entkommen geben kann. Er hebt die Hand, er lässt sie nieder gehen... aber er klopft nicht ab, er stoppt kurz vorher ab. Er kann einfach nicht aufgeben, er kann sich nicht Robert Breads geschlagen geben, er kann seinen Titel nicht verlieren - und schon gar nicht durch Aufgabe!

Und so dreht er sich irgendwie auf den Rücken... zieht das linke Bein an, und drückt es dann durch! Er schleudert Breads von sich, der auf die Matte kracht.

Er lässt das Bein aber nicht los! Breads richtet sich wieder auf, und er hat das Bein immer noch im Griff! Jetzt schreit Sharpe so laut wie noch nicht zuvor in diesem Match, und er ist noch immer weit weg von den Seilen, vielleicht zu weit - vielleicht ist das hier das Ende. Er versucht es mit allen Mitteln, er kriecht so gut er kann in Richtung der Rettung, doch es geht einfach in Zeitlupe voran... und so ist es dann doch soweit. Er lässt die Hand sinken.

Und Kevin Sharpe beißt sich im letzten Moment selbst auf die Hand! Er will es so sehr, er will den Sieg so sehr, dass er sich selbst auf die Hand beißt um nicht aufzugeben. Er startet noch einmal einen letzten Versuch, er zieht noch einmal das Bein an... doch Breads ist diesmal darauf vorbereitet, er verlagert das Gewicht so, dass Sharpe ihn nicht nach hinten drücken kann.

Aber das hat er auch nicht vor - Sharpe hat Breads getäuscht, und statt ihn wegzudrücken zieht er ihn heran.

SMALL PACKAGE!

Eins...

 

Zwei...

 

 

Dreee...ein!

Breads befreit sich und springt sofort auf, wirbelt umher, wo Kevin Sharpe auf allen Vieren hockt und hechelt, sein Bein mehr oder minder zerstört. Augenblicklich stapft Breads zu Sharpe und packt ihn am Schädel... doch der stößt Breads' Hände weg!

CANADIAN CUTTER! VON SHARPE GEGEN BREADS!

Der Kanadier knallt mit dem Gesicht voran auf die Matte und bleibt anschließend vollkommen reglos liegen, überrascht von seinem eigenen Move, den Kevin Sharpe ihm hier um die Ohren haut. Nun muss er ihn eigentlich nur pinnen... aber er liegt auf der Matte, hält sich sein Knie und ist einfach nur froh, nun einige Sekunden Verschnaufpause zu haben. Beide Männer sind also am Boden, und der Referee zählt sie an, während die Fans in der Halle laut werden.

This is awesome!

This is awesome!

This is awesome!

Man ist also durchaus angetan von dieser Partie hier in Toronto, und so macht man diesen Gefühlen hier eben auch Luft, während Kevin Sharpe sich - nur mit Hilfe der Ringseile - wieder auf die Beine kämpft. Breads zuckt zwar inzwischen wieder leicht und erlangt so sein Bewusstsein wieder, doch bei ihm dauert es noch. Also humpelt - man kann es nicht anders sagen - Sharpe in Richtung seines Gegners und packt ihn am Schädel. So wird Robert Breads auf die Beine gezerrt, und der Titelträger hebt ihn in die Höhe...

Double Handed Chokebomb!

Der Kanadier wird auf die Matte gedonnert, und mit was für einer Gewalt - kann das endlich die Titelverteidigung sein?

Eins...

 

 

Zwei...

 

 

Kick-Out von Breads! Fluchend packt sich Sharpe an den Schädel, schlägt auf die Matte, setzt sich auf und schüttelt den Kopf. Er will doch einfach nur so schnell wie möglich Schluss machen, will diese Qual für sich und sein Bein endlich beenden, doch es geht einfach nicht - Robert Breads wird sich hier, vor SEINEN Fans, nicht geschlagen geben. Er wird SEINEN Titel zurück holen, auch wenn Sharpe jetzt hier und heute Abend schon bewiesen hat, dass er sich wohl durchaus auch als WRESTLING Champion bezeichnen könnte.

Der Mann aus Nashville benutzt erneut und inzwischen schon Standard-mäßig die Ringseile, um wieder nach oben zu kommen. Es würde sonst einfach zu lange dauern, und zu schmerzhaft sein... denn mit jedem bisschen Belastung für das Bein und speziell das Knie wird es langfristig natürlich schlimmer. Selbst falls er - und das steht ja nun bei Weitem noch nicht fest - dieses Match dann letztlich gewinnen sollte nützt ihm das wenig, wenn er sich dabei völlig das Knie zerstört und irgendwelche Bänder reißt.

Doch er muss diese Partie hier irgendwie gewinnen, und er wird alles dafür tun. So wartet er nun auf Robert Breads, der sich quälend langsam wieder aufrichtet, der nun auch ausgepowert und schwer angeschlagen ist. Irgendwie kommt er auf alle Viere, dann auf die Knie und schließlich auch irgendwie auf die Beine. Er schwankt, dreht sich um...

Uppercut von Kevin Sharpe!

Der Kanadier ist übel getroffen, kippt nach hinten über... doch direkt hinter ihm sind die Seile, und so wird er wieder nach vorne gefedert... und wirft seinen gesamten Körper einfach nach vorne!

LARIAT!

Er reißt Kevin Sharpe beinahe den Schädel ab, der geht zu Boden und Breads pinnt ihn sogleich...

Eins...

 

KICK-OUT!

Mike Garland: "Was?!"

Das Adrenalin setzt noch einmal ungeahnte Kräfte frei, und Breads reißt die Augen weit auf als Sharpe sich den Frust und den Schmerz von der Seele schreit und sich wieder aufrichtet - ohne die Seile, aus eigener Kraft! Die Fans hält es nun nicht mehr auf den Sitzen, diese Demonstration des Willens von Kevin Sharpe hat endgültig dafür gesorgt dass es nun keinen klaren Favoriten mehr im Match gibt - die Zuschauer wollen am Liebsten einfach Beide siegen sehen. Und so steht Kevin Sharpe wieder, ignoriert die Schmerzen, will noch ein letztes Mal alles in eine letzte Offensive werfen...

Superkick!

Das wird aber gleich mal beendet, denn Breads schiebt dem einen Riegel vor, knallt Sharpe gleich den Fuß ans Kinn - seine berüchtigten Kicks sind eben immer und immer wieder ein Mittel, und so wird Sharpe hier übel getroffen.

Und bleibt einfach stehen!

Vincent Craven: "Das ist doch nicht zu fassen!"

Kevin Sharpe bleibt einfach stehen, und Breads ist viel zu verdattert um noch einmal nachzusetzen. Warum fällt er bitte nicht um? Warum steht er noch da, nach allem was passiert ist?

Und dann feuert Kevin Sharpe los. Er verpasst Breads Forearm Strikes.

Einen.

Zwei.

Drei.

Vier.

Fünf.

Sechs Stück.

Dann lässt er es gut sein, denn der Kanadier ist quasi stehend ausgeknockt. Sharpe schreit noch einmal seinen Schmerz hinaus, und dann holt er so weit aus wie er es nur irgendwie kann.

EINE UNFASSBARE LARIAT!

Breads duckt sich! Breads duckt sich weg!

DROPKICK GEGEN DAS LINKE KNIE!

Sharpe schreit auf! Sharpe geht zu Boden! Doch Breads ist direkt da, packt ihn und zieht ihn nach oben. Er ruft einmal laut "This is it!", und dann hakt er die Arme ein.

RB Driver! Der Double Underhook Piledriver!

...

.....

.........

BACKDROP!

Tatsächlich kann Kevin Sharpe kontern! Breads fliegt auf die Matte, während Sharpe sich umdreht und sich seinen Gegner schnappt, sobald dieser auch nur ansatzweise wieder auf die Füße kommt. Er hakt seinerseits ein, bei Breads jedoch das Bein und stemmt ihn hoch...

MAXIMUM VIOLENCE!

Doch Kevin Sharpe bricht ein! Sein linkes Bein kann kaum das eigene Gewicht tragen, und das Gewicht von ihm selbst plus Robert Breads ist nicht zu stemmen. Während er Breadss in der Luft hat knickt sein Standbein weg und wie ein nasser Sack fällt Sharpe nach hinten über... und Breads landet direkt auf ihm!

Eins...

 

 

Zwei...

 

 

 

Kick-Out!

This is wrestling!

This is wrestling!

This is wrestling!

Die Fans in Toronto sind ob dieser kompletten Konter-Sequenz nun völlig aus dem Häuschen - sei es ob der Art und Weise, wie man sich hier auskontert, sei es ob der unfassbaren Moral und dem beinahe übermenschlichen Kampfeswillen von Kevin Sharpe oder ob der Tatsache, wie Breads' methodische Bearbeitung über das gesamte Match ihm hier den entscheidenen Vorteil eingebracht und vor der Niederlage bewahrt hat. Dieses Match ist auf so vielen Ebenen einzigartig, dass man es kaum wirklich in Worte fassen kann.

Einfacher ist da das Bild einzufangen, wie Anna Richmond am Ring steht und applaudiert - OBWOHL ihr Freund hier gerade am Ende dieser Sequenz den Kürzeren gezogen hat. Aber auch sie kann die sportliche Leistung von Robert Breads hier vollstens anerkennen und hält nicht mit Lob für ihn hinter'm Zaum, auch wenn sie sicherlich einen Sieg ihres Geliebten deutlich präferieren würde.

Doch jetzt ist es erst einmal wieder an Robert Breads, sich aufzurichten. Kevin Sharpe ist de facto nun völlig am Ende. Er hat alles an Adrenalin in diese letzte Offensive gelegt, und nun ist es fraglich ob er überhaupt noch stehen kann. Er rollt ein wenig hin und her auf der Matte, hat beide Arme am linken Bein und wirkt allgemein nicht so, als würde er noch große Sprünge versuchen - in doppelter Hinsicht.

Und so taumelt Breads auf Sharpe zu, und während er nachdenkt was er nun als Nächstes tun soll - was nicht unbedingt einfacher wird durch die vielen Forearms, die Sharpe verteilt hat - macht er einfach das Naheliegendste, um Zeit tot zu schlagen: Er stellt sich neben Kevin Sharpe und tritt ein paar Mal auf das linke Bein ein.

Die Tritte kosten Breads kaum Anstrengung, die aufzuwenden ihm wohl auch nun in diesem Stadium unglaublich Kraft kosten würde, richten dank seiner vorherigen Bearbeitung aber verheerenden Schaden hat. Gewinnt er dieses Match letztlich doch kann er auf jeden Fall sagen, dass er die richtige Taktik gewählt hat... aber noch hat er dieses Match nicht gewonnen. Noch ist völlig unklar, wer hier irgendetwas gewinnen kann. Niemand weiß, wer Toronto als PCWA Cryption Crown Träger verlässt.

Schließlich stoppt Breads die Tritte und blickt auf Kevin Sharpe herab. Er wirkt fast ein wenig mitleidig, dass er immer noch weiter auf Sharpe einprügeln muss... doch wenn der einfach nicht liegen bleibt muss Breads eben weiter machen. So packt er seinen Opponenten am Schädel und zieht ihn nach oben.

Es ist offensichtlich, dass Breads endlich Schluss machen will. Und so werden erneut die Arme eingehakt. Es soll den Move geben, mit dem Breads noch jedes Match gewonnen hat. Noch nie ist jemand ausgekickt. Und das wird sich auch heute nicht ändern, so viel ist Breads klar. Wenn er diesen Move nun durch bringt hat er gewonnen.

Also reißt er mit aller Kraft, die er aufbringen kann an Kevin Sharpe und stemmt ihn gerade hoch genug.

RB DRIVER!

Doch Sharpe zappelt wie wild! Er kann ihn nicht hoch genug bekommen, es fehlt die Höhe für den Double Underhook Piledriver, denn Sharpe versucht sich frei zu zappeln. Breads hebt ihn dennoch einfach aus!

...und dann zuckt Sharpe noch mehr umher. Er kämpft wahrlich um sein Leben, und nicht zuletzt um seinen Titel. Er versucht einfach alles, und so muss Breads wieder absetzen... was Sharpe die Gelegenheit gibt, Breads wegzuschubsen!

Mike Garland: "Breads wankt rückwärts... und trifft Charlie Swanson!"

Vincent Craven: "Oh nein... Robert Breads trifft den Referee und der geht zu Boden!"

Mike Garland: "Das muss in diesem Match doch nun wirklich nicht sein."

Da kann man aber nun nichts machen. Breads blickt schockiert auf das, was da gerade passiert ist, was Kevin Sharpe so gar nicht mitbekommen hat. Der Referee ist down, und der Kanadier schüttelt ihn kurz, doch er hat ihn da anscheinend recht unglücklich beim zurückstolpern mit dem Ellbogen am Schädel getroffen, sodass zumindest für einige Sekunden das Licht aus ist beim armen Charlie Swanson. Das bringt so alles nichts, und so guckt sich Breads um, was Kevin Sharpe macht.

LARIAT!

In der Zeit, in der Breads sich um den Referee kümmerte, was Sharpe aufgestanden und vollkommen orientierungslos gewesen, hatte gar nicht mitbekommen, dass hier irgendetwas mit dem Referee passiert ist. Er stand einfach nur irgendwie auf - nicht zuletzt wieder mit Hilfe der Seile - und erblickte dann irgendwann Robert Breads, der ihm den Rücken zuwandte. Er hatte nun keine Zeit über das "Warum?" nachzudenken, sondern wankte einfach zu ihm herüber und schleuderte irgendwie den Arm nach vorne, um ihn zu treffen - gerade, als Breads sich umdrehte.

Und abtaucht.

Mit einem unglaublichen Reflex kann der Kanadier sich noch irgendwie wegducken und hinter Kevin Sharpe zum Stehen kommen, wo er ihn um die Hüften packt.

GERMAN SUPLEX!

Der Kanadier lässt den Mann, dessen Titel er zu gewinnen gedenkt, mit voller Wucht auf die Matte krachen, wobei dessen Schädel auch noch unglücklich aufkommt und auf das den Untergrund knallt. Dabei geht er jedoch nicht in die Brücke, da er ja im Gegensatz zu Sharpe weiß, dass ein Pinversuch nun nichts bringen würde. Nichtsdestotrotz kann er seinen Gegner hier auf die Matte krachen lassen, bleibt dann jedoch erst einmal einige Sekunden lang selbst auf dem Ringboden liegen statt aufzustehen. Er selbst nimmt sich eine Pause, und das kann er in diesem Moment auch. Sharpe scheint genauso Sterne zu sehen wie der Ringrichter, nachdem sein Hinterkopf von der Matte abgeprallt ist - ironisch, dass ein mehr oder minder verunglückter Move ihn hier kurzfristig ausschaltet, ähnlich wie die Situation um ihn und Grizz Lee beim Brawlin' Rumble, als Letzterer auf die Polster in der Ringecke krachte.

Nun steht Breads jedoch langsam wieder auf und blickt sich um. Sharpe am Boden, Swanson am Boden... nur er steht noch. Da wird er auf etwas aufmerksam. Jemand ruft ihm etwas zu. Es ist Anna Richmond. Irritiert schaut Breads zu der jungen Dame, die "Vorischt!" zu rufen scheint. "Canada's Own" versteht das nicht, doch Richmond deutet hinter ihn. Also dreht breads sich um. Richmond ruft "Nein!".

Zu spät.

SPEAR!

Vincent Craven: "Wiley Cuts!"

Mike Garland: "Das darf nicht wahr sein! Er lässt sich nicht blicken... und dann ist er auf einmal da und muss in dieses Match eingreifen!"

Die Buhrufe in der Arena sind so laut wie den ganzen Abend noch nicht. Egal, wer hier bisher im Ring stand und was er getan hat: Dass Wiley Cuts, ohnehin Rivale des Lokalmatadoren, Robert Breads nun im Titelmatch angreift ist unverzeihlich. Cuts erhebt sich und steht demonstrativ über dem gefallenen Robert Breads, reckt noch provokativ die Arme in die Höhe und grinst so höhnisch wie nur irgendwie möglich.

Die Halle explodiert beinahe vor negativer Energie. Die Buhrufe und Pfiffe sind laut genug als dass sich das eine oder andere Kind die Ohren zuhält, während Cuts in aller Seelenruhe aus dem Ring und die Rampe hinauf geht. Mittelfinger werden ihm entgegen gestreckt, er wird beleidigt, auf Deutsch und auf Englisch, man pfeift besonders laut wenn er vorbei geht... doch das ist ihm egal. Nein, er genießt es sogar. Er geht einfach wieder. Seine Arbeit ist getan. Wiley Cuts war bei dieser Show vielleicht eine Minute lang zu sehen. Und in dieser einen Minute hat er alles erledigt, was er erleidgen wollte.

Charlie Swanson ist der Erste, der sich wieder regt. Er war durch den Ellbogen nicht schwer verletzt, sondern nur kurz außer Gefecht. Nun hält er sich zwar den Schädel, kann aber immerhin die Lage analysieren - wobei es da nicht viel zu analysieren gibt. Beide Männer liegen auf der Matte und sind platt.

Ehe er jedoch dazu kommt, die Beiden anzuzählen, regt sich Kevin Sharpe wieder. Beinahe in Zeitlupe bewegt sich sein Arm zum untersten Ringseil, an dass er sich verzweifelt klammert, ehe er sich quälend langsam mit dessen Hilfe in die Nähe der restlichen Seile zieht und robbt. Stück für Stück wuchtet er seinen Körper nach oben, während Robert Breads sich nun auch ganz langsam wieder hoch kämpft. Er ist von diesem Spear vollkommen überrascht und kaputt gemacht worden und kann immer noch nicht so richtig glauben was gerade geschehen ist. Aber er muss weiter machen. Das Match läuft noch.

So stehen schließlich beide wieder. Wir haben uns quasi einmal im Kreis gedreht und sind wieder da, wo wir am Anfang waren - zwei Wrestler stehen sich im Ring gegenüber, bereit alles zu geben, um dieses Match zu gewinnen. Und Breads rennt los.

Er kann noch rennen, er hat noch das linke Bein, er will vor heimischer Kulisse siegen. Er rennt direkt auf Kevin Sharpe zu.

Und in einen Spinebuster hinein!

Sharpe fängt ihn ab und donnert seinen Herausforderer mit voller Wucht auf die Matte, wo Breads dann schließlich liegen bleibt, reglos, vernichtet. Sharpe greift ihn sich noch einmal am Kopf, zieht ihn noch einmal nach oben. Die Kraft in seinem Bein reicht nicht mehr, um den Maximum Violence zu zeigen, um Breads über sich zu stemmen... also muss er sich etwas Anderes überlegen.

Er packt den Kanadier um die Hüften, als dieser vor ihm kniet, und hebt ihn zu einem Move aus, den er Grizz Lee beim Brawlin' Rumble auch verpasst hat, wenn auch dort auf eine Treppe. Er bekommt Breads die paar Zentimeter hoch, die es noch braucht, und kippt dann hinten über.

Piledriver von Kevin Sharpe!

Breads bleibt reglos auf der Matte liegen und Sharpe legt sich auf ihn.

Eins...

 

 

Zwei...

 

 

Drei!

Jane Nelson: "Sieger des Matches durch Pinfall und somit WEITERHIN PCWA Cryption Crown Champion... Keviiiiiiiiiiiiiiiiiin Shaaaaaaaaaaaarpe!"

Die Fans sind sauer. Richtig, richtig sauer. Nicht, weil Sharpe gewonnen hat. Nicht weil er es nicht vielleicht sogar verdient hätte. Sondern wegen dem, was hier mit Wiley Cuts passiert ist. Vielleicht hätte Kevin Sharpe das Match auch so gewonnen... vielleicht aber eben auch nicht. Man weiß es nicht. Und das ist ein unwürdiges Ende für ein Match, das man so nicht sehen wollte. Nichtsdestotrotz wissen sie, dass keiner der beiden Athleten für diesen Fakt etwas kann. Sie haben ein tolles Match geboten, sie haben gekämpft, gefightet und alles gegeben. Und deshalb tun sie das, was Breads zuvor von Ihnen verlangt hatte: Sie zeigen Respekt. Sie buhen nicht etwa, sondern klatschen aufgrund der gezeigten Leistung.

Erschöpft rollt sich Kevin Sharpe von seinem Gegner herunter und reckt im Liegen die Faust in die Höhe. Die Fans sitzen schon längst nicht mehr und spenden donnernden Applaus für die beiden Athleten, die dieses Hammermatch durchgezogen haben. Langsam kommt Kevin auf die Beine und bekommt vom Zeitnehmer seinen Gürtel in die Hand gedrückt. Er dreht sich nochmals zu Robert Breads um... annerkennendes Nicken. Er hatte ihm alles abverlangt.

Dann rollt er sich aus dem Ring. Sofort fällt ihm Anna um den Hals und Beide umarmen sich. Noch weiß Kevin Sharpe nicht, was genau hier eigentlich alles vor sich ging, und das ist nicht der richtige Moment für Anna, um es ihm zu sagen. Unter dem Jubel und Applaus der Fans verlassen beide Arm in Arm die Halle. Sharpe kann nichts dafür, dass dieses Match geendet ist wie es eben geenedet ist.

Dann richtet sich der Fokus wieder auf Robert Breads, der sich gerade wieder aufgesetzt hat. Er sitzt in der MItte des Rings und starrt ins Leere. Ins Nichts. Seine Augen sind völlig leer, leblos, seelenlos. Er hat verloren. Er hat seinen Titel nicht wieder geholt. Er hat in seiner Heimatstadt gegen den Mann verloren, den er als "Pflichtaufgabe" bezeichnet hatte.

Er hat schon wieder versagt.

Und schon wieder ist ein Mann Schuld daran. Und in diesem Moment kehrt das Leben in Robert Breads zurück. Er springt - so gut es geht - auf. Er tritt gegen das unterste Ringseil. Rüttelt am Obersten. Flucht. Schreit. Und dann deutet er auf einen der Mitarbeiter am Ring. Er verlangt ein Mikrofon. SO wird Vendetta 105 aus Toronto sicherlich nicht enden. Dann gibt man ihm das Mikrofon und er beginnt zu sprechen...


------------------ PCWA ------------------

Robert Breads: "Nein! So nicht! So nicht!"

Das kann hier so nicht enden. Robert Breads steht allein im Ring und schreit nun. Er schreit wütend, voller Hass und mit einer Bestimmtheit in der Stimme, die man so wohl kaum jemals gehört hat.

Robert Breads: "Wiley Cuts! Raus hier!"

Die Fans feiern Breads nach diesem Match noch mehr als vorher sowieso schon, auch wenn er nun ohne Titel dasteht. Und jetzt hassen sie Wiley Cuts sicherlich noch mehr als ohnehin schon. Als nach 20 Sekunden noch immer nichts passiert ist kickt Breads nur wütend vor das untereste Ringseil. Er keucht, und das nicht nur wegen des anstrengenden Matches.

Robert Breads: "RAUS HIER!"

Und dann passiert es. Einige Sekunden später passiert es wirklich - da ist er.

Wiley Cuts.

Die "Wild Cat" kommt mit einem süffisanten und überaus selbstgefälligen Lächeln zum Ring marschiert... und das unfassbar langsam. Er lässt sich Zeit. Und das macht die Fans nur noch wütender. Die Buhrufe und Pfiffe für Cuts erreichen inzwischen ein beinahe gruseliges Ausmaß.

Robert Breads: "Beweg dich gefälligst, Wiley... Komm hier rein!"

Aber Cuts denkt nicht daran schneller zu gehen. Er provoziert Breads noch weiter, und dieser kocht beinahe buschstäblich.

Robert Breads: "LOS!"

Und endlich ist er angekommen. Mehr als nur entspannt lässt sich der frühere Partner und Freund von Robert Breads das Mikrofon geben.

Wiley Cuts: "Was möchtest du mit mir bereden?"

Er stellt diese Frage völlig neutral, als würde er das nun komplett ernst meinen. Als wüsste er nicht was gerade passiert ist. Und Breads starrt einfach nur. Er starrt einfach nur völlig entgeistert. Er nimmt es sich nun auch noch heraus ihn jetzt zu provozieren, nachdem er ihm gerade den Titel gekostet hat?!

Robert Breads: "Wiley Cuts... du bist zu weit gegangen. Eindeutig zu weit."

Davon lässt Cuts sich nicht beeindrucken.

Robert Breads: "Und deshalb müssen wir das hier klären. Hier und jetzt. Ich fordere dich heraus... Robert Breads vs Wiley Cuts, One on One... genau jetzt!"

Begeisterung brandet in der Halle auf. Wird man so vielleicht doch noch zu sehen bekommen, wie Breads dem Mann, der ihn gerade um seinen Titel brachte, den Schädel eintritt?

Wiley Cuts: "Ich sehe keinen Grund gegen dich anzutreten. Das habe ich doch schon gesagt. Ich habe dich beim Brawlin' Rumble eliminiert. Ich bin besser als du. Das ist ein Fakt, und das muss ich kein weiteres Mal beweisen. Wenn du mich unbedingt verprügeln willst tu' das doch jetzt."

In dem vollen Wissen, dass Breads nichts unternehmen wird, breitet Cuts demonstrativ die Arme aus und schließt die Augen. Und tatsächlich beißt Breads die Zähne zusammen. Er WILL Wiley Cuts schlagen. Er WILL ihm weh tun. Aber er KANN einfach nicht.

Robert Breads: "Feigling."