Die NR.1 PRE-SHOW im Wrestling Business!

Exklusives Material von VENDETTA 103.

Nur für ECHTE Fans!

Today's Pre Show Theme:

M.I.A. - Bad Girls

Live fast, die young
Bad girls do it well
Live fast, die young
Bad girls do it well

Während in Brasilien die Fußball Weltmeisterschaft ihrem Höhepunkt entgegen geht, steht in Berlin die letzte Show vor dem zehnten Jubiläum des größten PPVs des aktuellen Wrestlingkalenders auf dem Programm. Und trotz starker Konkurrenz dieser beiden Großereignisse, strömen wie jeden Monat tausende Fans zur Berliner Promotion, um ihre Stars vor der Haustüre zu bejubeln, sie mit ihren Rufen nach vorne zu peitschen oder sie mit Schmährufen in den Abgrund zu singen.

Auf dem Gelände der Phoenix-Promotion herrscht eine angenehme Sommerstimmung. Während einige Fans noch draußen an den hiesigen Essenständen feste und flüssige Stärkung zu sich nehmen, gehen die PCWA-Trons an. Die Lichter der Halle leuchten kurz auf und lenken den Fokus auf das Pre-Show Kommentatoren Duo. Luke Tyler und Anna Richmond sitzen freudig strahlend an ihrem Platz und schauen gebannt in die Kamera, um auch die Fans vor den heimigen Fernsehern zu begrüßen.

Luke Tyler: "Hallo, liebe Wrestling-Fans aus Deutschland... mal wieder ist es soweit. Mal wieder steht PCWA Vendetta an. Nummer Hundertunddrei."

Anna Richmond: "Auch von mir ein herzliches Hallo zur Pre Show... der letzten vor dem zehnten Brawlin' Rumble."

Luke Tyler: "Einige Weichen sind bereits für das große Event gestellt. Viele haben sich auch schon für die Battle Royal angekündigt und wollen die prestigeträchtige Battle Royal für sich entscheiden."

Anna Richmond: "Auch heute werden sich noch einige Wrestler zum Rumble äußern und auch bezüglich der Matches wird es spannend."

Luke Tyler: "Deshalb sollten wir keine Zeit mehr verlieren und gleich in die Action springen."

Anna Richmond: "Einen Monat haben wir gewartet. Jetzt heißt es Vendetta 103... Rising Phoenix."


------------------ PCWA ------------------

Die Tiefgarage unter dem PCWA Theatre ist nicht unbedingt ein Ort, der zum langen Verweilen einlädt. Eine ganze Etage der unterirdischen Anlage ist für die Fahrzeuge der Wrestler und Angestellten reserviert. Nur wer über eine spezielle Chipkarte verfügt, der kann die Schranke zu diesem abgetrennten Bereich überhaupt passieren und dann mit einem Fahrstuhl, abgeschirmt von den Blicken der neugierigen Fans, direkt in den Backstage-Bereich gelangen. Meistens benutzen die Wrestler den öffentlichen Parkplatz, denn „Sehen und Gesehen werden“ bedeutet zugleich auch Publicity. Manchmal aber, da möchten einige der vielumjubelten Stars lieber ungestört sein und in genau diesen Momenten kommt die Tiefgarage ins Spiel.

Einer dieser Stars, der in just diesem Augenblick die Abgeschiedenheit sucht, steigt gerade aus seinem Fahrzeug. Weiße Sneakers klatschen auf den nackten Betonboden und als die allgegenwärtige Überwachungskamera das Gesicht des Neuankömmlings erfasst, erkennen wir ihn. Alistair Brunswick stöhnt leicht, als er sich aus seinem Wagen schwingt.

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FINAL SIN LARIAT

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Der selbsternannte Superstar ist immer noch gezeichnet von den Geschehnissen der letzten Vendetta. Zwar hat er für die heutige Show die Ringfreigabe erhalten, aber die brutalen Aktionen seines Schwiegervaters Azrael Rage haben ihre Spuren hinterlassen. Einige der blauen Flecken in seinem Gesicht sind noch vage als dunkle Schatten und diverse Schürfwunden an den Gliedmaßen noch nicht ganz abgeheilt. Ganz zu schweigen von den Verletzungen, die man nicht sofort auf den ersten Blick erkennt.

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FINAL SIN LARIAT

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Aber neben den körperlichen Blessuren, die Alistair immer noch leicht behindern, kreisen seine Gedanken wieder um ein Thema, das ihn auch innerlich schmerzt: Warum ist ihm niemand zu Hilfe gekommen, als er vor laufenden Kameras attackiert wurde?

Genau diese Kernfrage beschäftigt Alistair auch, als er seine Schritte in Richtung des Fahrstuhles lenkt und dabei mit einem Druck auf die Fernbedienung seines elektrischen Wagenschlüssels den weißen Porsche verschließt, mit dem er gekommen ist. Ein paar Schritte und einen Knopfdruck auf einen beleuchteten Button später öffnet sich auch bereits die stählerne Fahrstuhltür. Alistair tritt ein. Die Kabine ist geräumig, vielleicht zweimal zwei Meter groß. Trotzdem fühlt er sich nicht wohl darin, denn er mag keine verschlossenen Räume.

Alistair drückt auf den Knopf mit der Beschriftung „Backstage-Bereich“, der sich drei Stockwerke über der Tiefgarage befindet. Mit einem leisen Surren schließt sich die Tür des Aufzugs.

Fast zumindest.

Als gerade nur noch ein schmaler Spalt geöffnet ist, greift eine Hand dazwischen und zieht die Tür wieder auf. Eine etwas abgehetzt wirkende Person tritt zu Alistair in die Kabine.

Mad Dog: „Hey...“

Der verrückte Hund wirft seine Sporttasche auf den Boden und mustert Alistair Brunswick kurz, ehe sich sein Blick wieder von ihm abwendet. Der Night Fighter trägt bei diesem warmen Wetter eine beige, kurze Hose und ein dunkles T-Shirt. Es ist ein älteres Oberteil, welches den Schriftzug "Inflection Scale" trägt - jene Gruppierung, die einst aus Blaze, MD und Blake Milton bestand und die letzterem seinen Weg in die PCWA bahnen sollte. Nun wird Mad Dog seinem alten Schützling beim Brawlin' Rumble X ein zweites Mal im Ring gegenüber stehen. Und dieses Mal soll es endgültig sein. Final.
Der Night Fighter schaut in der Aufzugkabine umher und bemerkt einen Schriftzug an der Wand.
"Viel Glück, Hund. Denn Glück ist das einzige, worauf du hoffen kannst..."

Wütend ballt MD seine Faust. Blake kennt seine Wege im PCWA Backstage und tatsächlich hat er vor dem zehnten Rumble heute noch einen anderen Brocken vor sich: Robert Breads. Mit einem Gewinn der PCWA Cryption Crown könnte MD aber die Niederlagen der letzten Monate vergessen machen und außerdem Blake Milton eins auswischen. Immerhin würde Blake dann beim Rumble um den Titel antreten, den der verrückte Hund eigens für ihn vorgesehen hatte. Diesem Anliegen Mad Dogs war Milton allerdings nie ernsthaft nachgegangen - wie bei so vielem, was der Fighter ihm empfohlen hatte.

Alistair antwortet dem Hund mit einem knappen Nicken. Aber auch seine Gedanken sind ganz woanders.

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FINAL SIN LARIAT

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Mit einem leisen Klacken schließt sich die Fahrstuhltür. In der Kabine ist es so still, dass man eine Stecknadel fallen hören könnte. Man spürt förmlich, dass zwischen den beiden etwas unausgesprochen in der Luft liegt, aber keiner traut sich das Wort zu ergreifen.

Mit einem ‚Bing‘ bleibt der Fahrstuhl im ersten Untergeschoss stehen. Langsam öffnet sich die Tür.
Auch für die Beiden, die draußen derweil warten..

SVC: „Ich hab’s dir doch gesagt, dass wir eine Etage zu früh ausgestiegen sind.“

Thera: „.. ich kenn mich doch hier noch nich’ aus in dem Laden. Das war in Frankfurt alles übersichtlicher. Oben: Dach. Mitte: Arena. Unten: Getränke-Grundversorgung. Ganz unten: Friedhof.“

SVC: „Nein, das liegt daran, dass du versuchst, mit deiner Prothesenhand die Knöpfe zu betätigen und zwanzig Tasten auf einmal drückst.“

Thera: „Keine Beleidigungen gegen Behinderte, bitteschön! Wir wollen doch ethisch korrekt bleiben. Der Tag kommt, an dem ich mir die iLimb-Prothese umschnalle und soviel Knöppe drücke und Fahrstuhl fahre, bis mir lustig im Kopp wird und mein Mittagessen aus der Kabine gemoppt werden muss. Hätte auch schlimmer kommen können. Wir hätten im Keller aufschlagen können, bei dem bösen Urviech und deiner optisch ansprechenden, aber innerlich gestörten Emo-M...“

SVC: „Michael..“

Thera: „Vielleicht wär das ja sogar Absicht gewesen. Ich sag’s nochma im Guten. Nur über meine gepflegt aussehende LEICHE werden wir mit der Pest da unten zusammen arbeiten.“

SVC: „Michael! Klappe! NIEMAND will mit denen.. Vergiss’ es.“

Die Fahrstuhltür ist jetzt offen und gibt die Sicht frei … und auf einmal stehen Stevie Van Crane und sein Schwager Michael Thera direkt vor Alistair und Mad Dog.

Merkwürdiger Moment. Stevie Van Crane steckt verlegen die Hände in die Seitentaschen seines weißen Kapuzenshirts, während er mit einem knappen Nicken den menschlichen Inhalt der Aufzugskabine begrüßt. Michael Thera hat mit der noch vorhandenen Hand gerade die Mixerybüchse zum Schluck angesetzt, hält aber inne, als er die beiden vor sich sieht.

In immer noch sehr seltsamer Atmosphäre entern Michael und Stevie die Kabine. Die Tür schließt sich, man hört das Mixery in die Kehle von Thera gluckern. Verstohlene Blicke zueinander und auf die digitale Etagenanzeige. Und Zeit, die endlos wirkt.

Mitten in das Schweigen hinein, drückt Alistair auf den Nothalteknopf. Mit einem Ruck bleibt der Fahrstuhl stehen. Stevie, Michael und Mad Dog blicken Alistair erstaunt an. Dieser atmet einmal tief ein und aus und hebt dann die Stimme.

Alistair: „Bullshit. Was ist los? Wir stehen hier auf engstem Raum und schweigen uns an? Ist das eure neue Definition von Freundschaft, verdammt nochmal?“

SVC: „Alistair, pass auf..“

Alistair hebt die Hand und stößt einen Zischlaut aus.

Alistair: „Zzzt, compadre. Keine Ausflüchte, keine Ausreden, bevor nicht wenigstens die Anklage erhoben worden ist.“

Michael zieht eine Augenbraue hoch, aber Alistair fährt ihm ins Wort, noch bevor er etwas sagen kann.

Alistair: „Ja, ihr habt richtig gehört. Anklage. Oder wie nennt ihr es, wenn jemand, der vor laufenden Kameras übel zugerichtet wurde, das Wort erhebt? Der sich im Ring gegen ein echtes Scheusal und zugleich gegen einen Angreifer von außen verteidigen musste? Oh, boys, das ist kein gutes Gefühl, gehört aber zum Business. Muss ich mit leben. Ich glaubte mich gut vorbereitet zu haben und erinnere mich noch gut an eure Worte. ‚Klar, Alistair. Natürlich helfen wir dir, Alistair. Wir sitzen am Ring und passen auf dich auf, Alistair‘. Leere Versprechen, nicht als Worthülsen? Ist das euer Verständnis von Freundschaft?“

Er wendet sich zu Mad Dog um.

Alistair: „Nun tue nicht so unschuldig. Die Kameras haben es doch aufgezeichnet. Du bist direkt vor meinem Match zu Azrael Rage gestiefelt. Ein Schelm, wer böses dabei denkt. Was habt ihr in seiner Kabine gemacht? Auch wenn ihr vielleicht nicht nett beim Tee zusammen gesessen und dabei beschlossen habt ‚Hey, lasst uns diesen Trottel gemeinsam verarschen‘, war das extrem dämlich von dir, verrückter Hund. Du kannst es immer noch nicht ertragen, dass ich nun anstelle von dir Undisputed Gerasy Champion bin, huh?“

Mad Dog grummelt irgendetwas, doch ohne auf diese Antwort zu warten, wendet sich Alistair zu Stevie und Michael um.

Alistair: „Was mich zu euch beiden bringt. Wisst ihr, was mir für eine lustige Geschichte zugetragen wurde? Zwei Stunden nach der Show hat man euch beide in Virchowas Lounge eingesammelt. Eingeschlafen seid ihr dort und wart kaum wach zu bekommen. Was war’s? Dachtet ihr, nach eurem Versprechen sei noch schnell Zeit für zwei, drei oder vielleicht fünfzehn Drinks?“

Er wirft einen vorwurfsvollen Blick auf die Dose Mixery, die Michael noch immer in der Hand hält. Dann blickt er Stevie direkt an.

Alistair: „Das hätte ich gerade von dir nicht erwartet. Ich bin einfach nur… enttäuscht.“

Er wendet sich ruckartig ab, den Blick starr ins Leere gerichtet.

SVC: „Erstens.. ich bin immer noch trocken. Kein Plan was da passiert ist. Ich habe keinen Alkohol getrunken, ich bin nicht an irgendeiner Bar versackt. Klar, wir haben keine echten Erinnerungen an diesen Moment. Und das lässt uns in keinem guten Licht erscheinen.“

Thera: „Ich war zum Glück oft besoffen genug, um das einschätzen zu können, mein Freund mit dem World Title. Ich habe mich diesmal nicht auf’m Thresen bis zur Frosch-Boxershorts ausgezogen und ‚Copacabana’ gesungen. Von daher is’ das schon verdächtig. Irgendein Affe muss uns was in die Getränke gemischt haben.“

Michael schnippst mit den Fingern.

Thera: „Da, die Kellnerin, die uns bekannt vorkam. Von der Stevie sagte, sie sah genau so aus wie Peking Osama.“

SVC: „Eri Osada..“

Thera: „So isses, mein Freund der Sonne. Die hängt doch mit Azrael Rage rum und wenn die Cosplay-Ente ihm nich’ grad Pudelmützen für den Herbst strickt, dann verpanscht sie unschuldigen Wrestling-Legenden den Absacker an der örtlichen Bar. Das is’ alles irgendein Masterplan, den wir noch zu doof sind zu durchblicken. Deshalb sollten wir uns hier nich’ streiten, sondern eine Runde friedlich machen. Schließlich sind wir Vier sowas wie die UNO in der PCWA. Wir sind fast alle gern blau, keine Sau hört auf uns und trotzdem finden wir uns wichtig für’s Allgemeinwohl.“

MD hat den Worten Stevies und Michaels gut zugehört, ebenso wie Alistair.

Mad Dog: "Könnte schon was dran sein - Azrael ist alles zuzutrauen."

Versucht er eine Überleitung und zieht die Aufmerksamkeit der Bagage auf sich.

Mad Dog: "Denn auch mich hat Azrael ausgetrickst - in unserem kleinen Geplänkel hatte er plötzlich die Handschellen in der Hand und konnte mich in seiner Kabine festketten. Ich habe alles versucht, um loszukommen, Alistair... aber es ist mir nicht gelungen."

SVC: "Aber.. Wir haben dich doch noch mit Blake Milton gesehen."

Missmutig blickt Dog zu Stevie, fixiert ihn kritisch, während Thera, SVC bestätigend, nickt.

Mad Dog: "Unter dem Einfluss welcher Substanzen, huh?! Vielleicht hat sich eure Zeitwahrnehmung nach diesem Wachkoma etwas verschoben, denn Blake hat mich erst nach dem Match befreit."

Mit diesen Worten wendet er sich wieder Alistair zu, der ihn immer noch misstrauisch beäugt.

Mad Dog: "Alistair, ich kann deinen Unmut verstehen, schließlich bin auch ich schon häufig durch die Hölle gegangen und niemand ist mir zu Hilfe gekommen. Aber ich muss mir von dir nicht vorwerfen lassen, dämlich zu agieren! Ich muss mich nicht vor dir rechtfertigen, warum ich Azrael besucht habe. Oder habe ich nun immer wenn du ein Match bestreitest Ausgangssperre, huh?! Muss ich dir aufschreiben, mit wem ich mich wann abgebe? Vielleicht war mein Spruch mit Cinderella zu provokant... leichtsinnig... what ever. Aber ebenso leichtsinnig war es wohl, Azrael nach dem Match gegen Krueger den Gerasy demonstrativ vor das Gesicht zu halten."

Fragend zieht MD die Augenbraue hoch. Will, dass Alistair einsieht, dass er sich ähnlich wie der Hund verhalten hat.

Mad Dog: "Mit der Inflection Scale wollten wir damals Sicherheit in der PCWA garantieren. Aber diese Liga wird niemals eine sichere Umgebung sein - selbst wenn wir Freunde oder Verbündete haben, Alistair. Wenn du denkst, dass wir dir hier die Sicherheit garantieren können, dass du nie hinterrücks attackiert wirst, dass du niemals zu Schaden kommst und deinen Gerasy immer fair verteidigen kannst, dann ist das eine Illusion. Azrael Rage findet Mittel und Wege; genauso wie Blake Milton... Es tut mir leid, dass ich dir nicht helfen konnte! Heute werde ich dir gegen Blaze beiseite stehen, so wie ich es letzten Monat ebenso vorhatte. Denn ich stehe zu dir als Gerasy. Ich habe es dir bei Vendetta 101 im Ring gesagt; aber es war nicht ich, der dieses, mein Wort gebrochen hat. Es war Azrael - und hätte er nicht gewusst, dass ich dich im Ring unterstützen würde, hätte er mich ja wohl kaum festgekettet."

Thera: „Pass’ uff, World Champ. Angebot von der sympathischsten Drückerkolonne ever. Du tust dein bestes, um im Angesicht deines Titles nich’ komplett die Bodenhaftung zu verlieren und uns Vorschriften zu machen. Und im Gegenzug fassen wir uns alle an den Händen, damit wir die Dorfstraße überqueren können, ohne umgefahren zu werden wie Oma Gertrud mit der Geh-Hilfe auf’m Weg zum Altersheim.“

Stevie merkt den fordernden Blick seines Freundes und Schwagers.
Es ist nicht alles vergessen zwischen ihm und Alistair. Aber jetzt ist es an der Zeit, Kompromisse zum Wohle Aller zu schließen.

SVC: „Ich meine, wir müssen nicht die besten Freunde sein. Wir müssen nicht lügen und etwas vorspielen, was wir nicht sind. Aber wenn tatsächlich Azrael Rage, Eri und Blake diese Spielchen mit uns treiben wollen, dann sollte wir genau hier den Kreidestrich ziehen. Bis hier hin und nicht weiter. Denn es betrifft uns alle. Und es ist dann auch unsere Pflicht zusammen zu stehen, egal welche Unterschiede uns auch offensichtlich trennen mögen. Und zwar nicht nur in deinem Match gegen Blaze. Sondern all dem gegenüber, was noch kommen mag.“

Alistair schweigt für einen Moment. Wer genau hinsieht, bemerkt, dass er die rechte Hand kurz zur Faust ballt. Erst als er die drei anderen wieder anblickt, entspannt er sich etwas.

Alistair: „Blaze...“

Verachtung schwingt in seiner Stimme mit.

Alistair: „Dinge sind geschehen, die anders hätten laufen können. Ich habe eure Entschuldigungen gehört und muss erst einmal darüber nachdenken, wie ich damit umzugehen habe. Lasst uns heute Abend erst einmal ein wenig Abstand halten, okay? Vielleicht habt ihr ja recht und ich fordere zuviel. Ich habe mein Match gegen Blaze alleine zu bestreiten und möchte keinen von euch am Ring sehen.

Mad Dog nickt. Er akzeptiert diese Entscheidung Alistairs.

Während er seine drei Kameraden und ihre Reaktionen genau im Auge behält, betätigt Alistair erneut eine Taste auf dem Display neben ihm. Mit einem Rumpeln setzt sich der Aufzug wieder in Bewegung.

Alistair: „Ich werde es diesem kubanischen Bastard zeigen. Anstatt sich auch nur einmal bei mir zu melden und sich nach meinem Gesundheitszustand zu erkundigen, ist er direkt zu Jona Vark gelaufen und hat sich ein Match um den Titel gesichert. Dafür wird er nachher büßen. Büßen…“

Die Fahrstuhltür öffnet sich. Ohne sich noch einmal zu Stevie, Michael und Mad Dog umzuwenden, stapft Alistair auf den Flur hinaus. Dabei humpelt er leicht. Augenblicke später ist er auch schon um eine Ecke gebogen und nicht mehr zu sehen.

Thera knüllt seine Mixerydose mit der gesunden Hand zusammen und wirft sie achtlos in die Fahrstuhlkabine.
Er lässt einen gewaltigen Rülpser los, der nahtlos in das erste Wort des nun folgenden übergeht.

Thera: „Aaaaber wollen wir echt auf ihn hören? Der World Champ der Firma hier scheint ein wenig durch’n Wind zu sein. Der konnte sich noch mit Ach und Krach auf’s Klo zum Kacken retten, dabei kommen ihm grad die Feinde nur so zum Arsch raus und langsam is’ auch kein Papier mehr auf der Rolle.“

Stevie reibt sich über die Stirn, als hätte er Zahnschmerzen und Migräne zugleich, und verflucht sein bildliches Vorstellungsvermögen.

SVC: „Es ist sein Wunsch, dass wir uns im Kampf gegen Blaze nicht sehen lassen. Die Frage ist jetzt: Hören wir auf ihn, zum Wohle unseres neu gewonnenen Friedens? Oder ignorieren wir seine Bitte, auch wenn es wieder Gräben zwischen uns aufreißt?“

Schweigen.
Decisions, decisisons..

Anna Richmond: "Wow, da haben wir gleich die ganz großen Stars zu Beginn unser Pre Show am Start!"

Luke Tyler: "Allerdings scheint es zwischen unseren Dachterassen-Freunden gar nicht so gut zu laufen. Dass es in letzter Zeit etwas kriselt, haben wir ja schon mitbekommen. Die mangelnde Hilfe letzte Show scheint nun allerdings der Tropfen auf den heißen Stein gewesen zu sein."

Anna Richmond: "Wenn wir Stevie, Thera und Mad Dog glauben, hätte Azrael Rage damit allerdings sein Ziel erreicht."

Luke Tyler: "Die Freunde geschickt auseinander getrieben und Alistair Brunswick damit isoliert."

Anna Richmond: "Und so 'dämlich' werden unsere Männer ja wohl nicht sein, dass sie das mit sich machen lassen?!"

Luke Tyler: "Geschichte wiederholt sich, Anna. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Gerasy Champion plötzlich alleine und verlassen da steht."


------------------ PCWA ------------------

Mein Name tut nichts zur Sache.

Ich ziehe die Kapuze meines weiten Pullovers etwas tiefer ins Gesicht, als ich die Einlasskontrolle passiere. Zum Glück erkennt der Mann am Eingang mich nicht, als er mein Ticket prüft und eine Ecke davon abreißt. Somit bleibt mir die Peinlichkeit erspart, mich mit ihm unterhalten zu müssen. Was hätte ich ihm auch berichten sollen?  Vielleicht hätte er gelacht, mit dem Finger auf mich gedeutet und laut zu seinen Freunden gesagt: „Hey, guckt euch diese Versagerin an.“

Ich war 14, als Jackson in unser Dorf kam und mich meiner Familie abkaufte. Mädchen wie ich sind in meiner Welt nicht viel mehr wert als eine Schüssel mit Reis und so konnte meine Mama meinen kleinen Bruder wenigstens in die Schule schicken, damit aus ihm einmal etwas Besseres wird.  Er war immer ihr ganzer Stolz, ganz im Gegenteil zu mir, denn ich war nur eine unnötige Esserin mehr in einer Familie, die viel zu viele hungrige Münder zu stopfen hatte.

Anfangs hatte ich Angst vor Jackson. Ich werde nie den Tag vergessen, als er das erste Mal über mich herfiel, mich zu einer Frau machte. Anschließend schlug er mich, weil mein Blut das Bettlaken ruinierte und er einen Viertel Dollar für die Reinigung ausgeben musste. Aber irgendwann lernte ich, nicht mehr zu weinen, wenn er mit seinem schwitzenden Körper auf mir lag, in mich eindrang. Ich lernte, in diesen Momenten an etwas Schöneres zu denken. Ich dachte an Mama, an meinen kleinen Bruder und dass ich eines Tages vielleicht ein Engel sein könnte. Ja, ein Engel, wie die, von denen sie in der Kirche immer erzählen. Dann könnte ich fliegen und hätte eine wunderschöne weiße Haut und blondes Haar, um das mich alle beneiden würden.

Klingt traurig? Das ist mein Leben. Das war mein Leben.
Mein Name tut nichts zur Sache.

Schließlich brachte Jackson mich nach Europa. Er hatte mein Talent erkannt und bildete mich zur Kämpferin aus. Und so bestritt ich meine ersten Matches, meist in schummrigen Untergrundklubs und verrauchten Kneipen. Die Anzüglichkeiten der Zuschauer konnte ich damals noch nicht verstehen und eigentlich war es mir auch egal, was sie über mich sagten. Gewann ich, dann schlug Jackson mich nicht und so lernte ich, dass nur Gewinner es im Leben zu etwas bringen. Je brutaler ich im Ring agierte, desto mehr Geld brachte ich Jackson ein. Einmal, da wollte mich eine meiner Gegnerinnen im Ring überraschen und mir den sicher geglaubten Sieg nehmen. Ich brachte sie zu Fall und trat solange auf ihren Kopf ein, bis sie sich nicht mehr bewegte. Noch heute höre ich das Grölen und Johlen der Zuschauer in meinen Ohren, als sie meine Gegnerin aus dem Ring trugen. Ich weiß bis heute nicht, ob sie den Vorfall überlebt hat, aber ab diesem Abend sah Jackson mich mit anderen Augen an. In der Nacht fiel er sogar einmal nicht über mich her. Das war der schönste Abend meines Lebens.

Wäre doch jeder Abend so.
Mein Name tut nichts zur Sache.

Jackson meldete mich schließlich zur Newbie Challenge in der PCWA an. Das ist gut ein Jahr her mittlerweile. Ich konnte mich an diesem Abend nicht beweisen, weil die Fans an meiner statt eine kleine Asiatin mit Ponyfrisur und Schulmädchendress in das Match gegen Ophelia wählten. Europäische Männer stehen auf Unschuld, das begriff ich an diesem Abend. Und ich bin nicht unschuldig.

Ich habe Jackson an diesem Tag zum Teufel gejagt. Niemals wird jemals wieder ein Mann über mein Leben bestimmen können. Niemals, denn ich bin frei. Und so ergriff ich die letzte Chance und meldete mich bei den Berlin Wrestling Heroes. Als einzige Frau, vollkommen alleine in dieser furchtbaren Stadt zwischen all den Fremden, konzentrierte ich mich auf das, was ich am besten konnte: Das Kämpfen. Ich musste ganz unten beginnen, aber inzwischen habe ich mir dort einen Namen gemacht. Als Gewinnerin der Prestige Challenge habe ich mir sogar einen Startplatz beim Brawlin‘ Rumble ergattert.

Meiner vielleicht letzten Chance, doch noch in das große Rampenlicht zu gelangen.
Mein Name ist Mara Johari.

Luke Tyler: "Und hier haben wir gleich eine der Teilnehmerinnern für den Brawlin' Rumble! Mara Johari wird sich im Teilnehmerfeld versuchen."

Anna Richmond: "Bei den Berlin Wrestling Heroes hat sie ihr großes Talent bereits unter Beweis gestellt und die Prestige Challenge gewonnen, mit der ihr eine Teilnahme am Rumble Match sicher ist."

Luke Tyler: "Nächsten Monat kann sie also zeigen, ob sie auch bei den ganz Großen mitspielen kann."

Anna Richmond: "Zu gönnen wäre es ihr ja..."

Luke Tyler: "Ich fürchte nur, dass die anderen Teilnehmer da nicht so viel Mitleid haben werden wie du, Anna."

Anna Richmond: "Natürlich. Johari wirkt allerdings zäh! Und das ist schonmal eine gute Vorraussetzung, um sich im Rumble Match einen Namen zu machen." 


------------------ PCWA ------------------

Die Kamera blendet auf, zeigt Bilder einer kleinen Halle, die man schon zu der einen oder anderen Gelegenheit zu Gesicht bekam. Der Ring in der Mitte, die Trainingsgerätschaften im Hintergrund, Holzbänke, Matratzen, schwitzende Männer und Frauen, nicht zuletzt die Ringschürze und die verschiedenen Plakate an der Wand, die allesamt die drei Buchstaben "BWH" tragen, lassen keinen Zweifel daran aufkommen, dass es sich hierbei um die Wrestlingschule von Marc Stevens handeln muss.

Und auch im Ring sehen wir eine Person, die für die Fans keine Unbekannte darstellt. Im Squared Circle befindet sich Jiao Chengzho, die bei Vendetta 102 ihr offizielles Inring-Debüt feierte, und bei der Prestige Challenge für den Brawlin' Rumble einen beachtlichen zweiten Platz einfahren konnte. Sie trägt lediglich eine billige Hose und T-Shirt. Ihr gegenüber steht ein unbekannter Partner, offenbar einer der noch nicht debütierten Rookies der Farmliga, welcher Jiao ein paar Wrestling-Kniffe beibringt. Sie sind gerade dabei einige Wurftechniken zu erlernen, nehmen einander in den Front Facelock, wuchten sich gegenseitig in die Luft, und lassen sich mit eingezogenem Kopf krachend auf die Ringmatte fallen, kommen wieder zurück auf die Beine und wiederholen den Prozess. Ermüdungserscheinungen? Fehlanzeige. Zumindest lassen sie nicht zu, dass man sie ihnen anmerkt.

Dabei bemerken sie nicht, wie neben all den anderen fleißig trainierenden Wrestlern und solche, die es werden wollen, noch eine andere Person die Halle betritt, die die PCWA-Fans bereits bei der letzten Vendetta-Ausgabe kurz zu sehen bekamen. Ashley Stanton betritt die Halle, zusammen mit zwei jungen, muskulösen Herren, die offenbar ebenfalls ihrer Zunft angehören, wirken sie mit ihren Muscleshirts und Basketball-Shorts doch wie zum Inventar dieser Örtlichkeit gehörend. Auch die junge Frau aus Kansas City ist mit einem bauchfreien, grauen Sporttop und schwarzen Yogapants dem Anlass entsprechend gekleidet. Die ATHENA Championesse wirkt jedenfalls nicht so, als ob sie die Trainingshalle der BWH nur besucht, um einen freundlichen Plausch mit ein paar Kollegen abzuhalten.

Die Dreiergruppe nähert sich dem Zentrum, dabei lässt die brünette Frau immer wieder ihren Blick über die an den Hanteln und Trainingsgeräten arbeitenden Männern und Frauen schweifen, lächelt jedesmal freundlich und winkt zum Gruße. Ihr Blick fällt dabei auch auf den Ring und die sich darin befindliche Akteurin. Jiao Chengzo. Ihre heutige Gegnerin.

Sie bedeutet den beiden Herren in ihrer Gesellschaft mit einer kurzen Geste, dass man sie für einen Moment entschuldigen möge und nähert sich daraufhin dem Ring. Jiao scheint sie überhaupt nicht wahrzunehmen, trainiert wie eine Bessessene, als würde sie sich in einem Zustand tiefer Trance befinden. Snap Suplex, Snap Suplex, Snap Suplex, Vertical Suplex. Die Chinesin lässt sich wieder und immer wieder von ihrem Trainingspartner in die Höhe wuchten und absorbiert den Fall daraufhin mit ihrem zierlichen Körper, bloß um im nächsten Augenblick wieder auf die Beine zu schnellen und von ihrem Gegenüber mit einer kämpferischen Ansage die nächste Suplesse einzufordern.

Ashley lächelt bei diesem Anblick in sich hinein. Jiao zeigt so viel Hingabe. Vielleicht mehr noch, als sie selbst in ihren Anfangstagen.

Trainingspartner: "Hey, Jiao. Wart' mal ne Sekunde. Ich brauch' ne Pause."

Die Angesprochene legt den Kopf schief, mustert den völlig verschwitzten, angehenden Wrestler und ist augenscheinlich nicht begeistert darüber, dass sie ihr Training unterbrechen muss. Wortlos rollt sie sich aus dem Ring und landet dabei direkt vor Ashley. Diese setzt sogleich ein freundliches Lächeln auf und streckt ihr die Hand entgegen.

Ashley Stanton: "Hi, Jiao. Was für ein Zufall, dass ausgerechnet wir zwei uns hier treffen, nicht wahr?"

Die Chinesin sieht erstaunt aus. Erstaunt und eben auch ein wenig misstrauisch. Vorsichtig nimmt sie Ashleys Hand und schüttelt diese.

Jiao: "Guten Tag. Darf ich Ihren Namen erfahren?"

Nun ist es Ashley, die ihr Gegenüber erstaunt, ja beinahe schon perplex anblickt. Meint sie das wirklich ernst oder macht sie sich über sie lustig? Ihr fehlen für einen Moment die Worte. Erst nach einer Sekunde der Überraschung folgt ihre Antwort.

Ashley Stanton: "Ashley. Ashley Stanton. Wir haben heute Abend ein Match gegeneinander?"

Die aufsteigende Intonation klingt weniger wie eine Frage, vielmehr wie ein Vorwurf. Der neutralen Miene der schwarzhaarigen Frau mit den mandelförmigen Augen ist jedoch nicht zu entnehmen, ob die Asiatin diesen Vorwurf herausgehört hat.

Jiao: "Ich bin Jiao Chengzho. Wie kann ich Ihnen helfen?"

Abermals zeichnen die Züge der Amerikanerin Befremden auf ihrem blassen Antlitz nach. Sie weiß doch schon längst, wer sie ist. Spielt ihre Gegnerin ihre Rolle nun so oskarverdächtig gut oder ist es ihr schlichtweg egal? Jiao wartet nicht erst darauf, dass sich ihr Gegenüber eine passende Antwort zurechtlegen kann und behält ihren schroffen, distanzierten Ton bei.

Jiao: "Entschuldigung, aber ich bin beim Üben und ich möchte nicht gestört werden."

Nun machen sich auch auf Ashleys Gesicht Zeichen der Verärgerung bemerkbar und finden in sich kontinuierlich nach unten ziehenden Mundwinkeln Ausdruck. Jede Person, die sie in der PCWA und der BWH traf, behandelte sie mit dem gegebenen, professionellen Respekt. Egal, ob sie dabei mit einem "Facility Manager" vom Schlage eines Hans-Peter Neumann, einem Road Agent oder einem Wrestler sprach. Wenn es sich dabei nicht gerade um ATHENAs selbsternannte Regentin Ophelia handelte, reflektierte dieses Verhalten sich in der Regel auch darin, wie man ihr im Gegenzug gegenübertrat. Nicht so in Jiaos Fall! Und dennoch, als offizielle Repräsentatin ATHENAs galt es, ruhig und vor allen Dingen friedlich zu bleiben.

Ashley Stanton: "Ich bin nicht hier, um dich zu stören, Jiao. Wie du sehen kannst, bin ich, genau wie du, hier, um mich auf unser Match vorzubereiten."

Jiao: "Was? Sie können hier nicht bleiben!"

Plötzlich schlägt Jiao einen aggressiveren Ton an.

Jiao: "Ich bitte Sie, zu gehen! Ich kann es mir nicht leisten, dass meine kommende Gegnerin mich ausspioniert!"

Ashley Stanton: "Bitte, WAS?"

Jetzt reicht's! Der kleine Ausbruch der braunhaarigen Amerikanerin scheint auch die Aufmerksamkeit der hier trainierenden Wrestler auf sich zu ziehen. Einige von ihnen schauen interessiert zu den beiden streitenden Frauen.

Ashley Stanton: "Nochmals, ich bin nicht wegen dir hier und ganz sicher nicht, um dich 'auszuspionieren'. Deine Anschuldigungen sind nicht nur völlig absurd, sondern auch ganz schön frech."

Ein flüchtiger Blick geht zu den zwei muskelbepackten Herren, mit denen sie auf dem Weg in die Trainingshalle ins Gespräch gekommen ist. Aber die wissen es besser und heben unschuldig ihre offenen Handflächen nach oben. Sich als Unbeteiligte in einen anbahnenden Streit zwischen zwei Frauen einzumischen ist nie eine gute Idee!

Jiao: "Das sagen doch alle! Vielleicht wissen Sie es nicht, aber ich bin in China geboren und aufgewachsen. Dort ist es Ihnen nicht mal erlaubt, nach dem Grund des Spionierens zu fragen! Meine Großeltern wurden und werden regelmäßig von der Sicherheitsbehörde belästigt und... und mein Vater Zaodeng hat sogar mein Schlafzimmer mit Kameras und Mikrofonen ausgerüstet, damit ich mich ja nicht mit 'kapitalistischen Gedankengut' beschäftige! Ich bin aus China geflohen, um meine Freiheit und meinen Frieden zu finden! Und jetzt fangen Sie an, mir hinterher zu spionieren!"

Ashley macht einen Schritt auf Jiao zu. Drohgebärden gehören normalerweise nicht zu ihren charakterlichen Eigenschaften, aber diese Frau aus Fernost versteht es scheinbar meisterlich, ihre Knöpfe an den richtigen Stellen zu bedienen. Die Chinesin gibt sich unbeeindruckt, rührt sich nicht vom Fleck.

Ashley Stanton: "Wenn das so ist, warum kämpfen wir heute Abend dann nicht mit den gleichen Voraussetzungen. Ein kleines Sparringsmatch vor unserer ersten offiziellen Begegnung. So wie gegen Eri. Das war bei Vendetta 102 ja offensichtlich auch von Erfolg gekrönt, als du sie bei der Battle Royal eliminiert hast."

Eri. Allein das Aussprechen dieses Namens scheint den unüberwindbaren Eiswall ihrer Fassade zum Bröckeln zu bringen. Ihre Miene verfinstert sich zunehmends.

Jiao: "Nein, danke. Ich verzichte! Außerdem habe ich nichts mit diesem japanischen Flittchen zu tun! Sie sagen ja selbst, dass sie bei der Prestige Challenge kläglich gegen mich gescheitert ist. Die Volksrepublik China mag viele Fehler haben, aber Japan war und ist immer noch der Klassenfeind. Die haben schließlich uns Unrecht angetan, nicht wir ihnen! Ich habe nur einen Teil zur Begradigung alter Fehler geleistet."

Es wird immer schwieriger, sich zusammenzureißen. Ashley steht quasi kurz vor der Explosion und inzwischen hat ihr Gesicht auch einen vergleichsweise ungesunden Rotton angenommen. Will diese eingebildete und vollkommen weltfremde Zicke die Prestige Challenge hier wirklich zu einem Politikum machen?! Ashley beißt sich auf die Lippe. Eine Maßnahme, um nicht Gefahr zu laufen, in der Trainingshalle einen Ausraster zu bekommen.

Ashley Stanton: "In Ordnung. Du hast gewonnen. Ich gehe. Spinn du dir ruhig deine James Bond-Verschwörungstheorien zusammen. Ich werde mich stattdessen irgendwo im Theatre aufwärmen gehen. Es wird trotzdem nichts am letztendlichen Ergebnis unseres Matches ändern. Ich werde dich besiegen, Jiao. Ich werde dich in der Mitte des Rings pinnen und dich von deinem hohen Ross runterholen."

Aber Jiao Chengzho hört ihrer Gegnerin längst nicht mehr zu, ist schon wieder in den Ring geklettert und übt Griffe mit ihrem Trainingspartner. Ashley kann sich ein erzürntes Kreischen nicht verkneifen, fährt herum und steuert schnurstracks den direkten Weg zur Eingangstür der Halle an.

Ashley ist fort. Was Jiao dazu veranlasst, ihren Partner aus dem gerade angesetzten Wrist Lock zu entlassen und blickt ihrer Konkurrentin nachdenklich hinterher.

Trainingspartner: "Was ist los, Jiao?"

Abwesend verlassen die Worte ihre Lippen. Sie sind jedoch nicht an ihn gerichtet.

Jiao: "Wenn das nun auch noch in Deutschland losgeht mit Spionage..."

Doch sie schüttelt ihre Gedanken ab und wendet sich wieder zu ihrem Trainingspartner, um die Übungen fortzusetzen.

Luke Tyler: "Oh oh oh, ganz dünnes Eis zwischen Ashley Stanton und Jiao Chengzho."

Anna Richmond: "Ashley ist es allerdings noch gut gelungen die Fassung zu wahren. Die Klügere gibt eben nach."

Luke Tyler: "Ob das in der PCWA immer sooo angebracht ist, wage ich zu bezweifeln. Allerdings hat Ashley gleich im Opener die Möglichkeit, ihre Wut an Jiao rauszulassen."

Anna Richmond: "Das wird sicherlich nicht leicht, wenn du dir angesehen hast, wie verbissen die Chinesin ans Werk geht..."

Luke Tyler: "Klar, sie ist nicht von schlechten Eltern - aber gedanklich hängt sie wohl noch dort. Also in China. Das könnte ein Pluspunkt für Ashley sein."

Anna Richmond: "Mal sehen, wie das Match gleich in der Hauptshow ausgehen wird. Lange dauert es nicht mehr, denn unsere Pre Show ist hiermit schon vorbei."

Luke Tyler: "Wir verabschieden uns und wünschen viel Spaß mit Vendetta 103."

Anna Richmond: "Viel Spaß."


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Ausgabe 103

Live aus dem PCWA Theater / Berlin, Deutschland (Phoenix Center)

 

Card

Showbeginn: 20 Uhr

Zuschauer: 12.500 (ausverkauft)
Wetter: 27°C, sonnig und sommerlich


Opener
-Reife trifft Jugend-
Singles Match





(Sieg durch Pin oder Aufgabe, Disqualifikation oder Count Out - Referee: Kim Feyerbach)

2nd Match
-Der erste PCWA Schritt-
Singles Match





(Sieg durch Pin oder Aufgabe, Disqualifikation oder Count Out - Referee: "Yoshi" Funaki)

3rd Match
-Das Finale-
PCWA Cryption Crown Match
Singles Match




Träger der PCWA Cryption Crown

(Sieg durch Pin oder Aufgabe, Disqualifikation oder Count Out - Referee: Nelson Frider)

Main Event
-Fighting Champion-
Undisputed Gerasy Title Match
Singles Match






(Sieg durch Pin oder Aufgabe, Disqualifikation oder Count Out - Referee: Charlie Swanson)

Außerdem angekündigt:
Aleks G., Azrael Rage, PCWA Cotatores Champion Blake Milton, Bob Mile, Cinderella Rage, Diego Alejandro Sanchéz, Eleven, Grizz Lee, Jacob Kwabena, Kevin Sharpe, Kriss Dalmi, Marc Stevens, Michael Thera, PCWA Cotatores Champion Robert Barker, Rolan, Stevie Van Crane, Sunukkuhkau, Wiley Cuts sowie die PCWA Geschäftsführerin Jona Vark.

Wie immer überstrahlt ein riesiges Feuerwerk das PCWA Theater, in allen Farben leuchten die Raketen auf und verpassen dem Eingangsbereich eine rauchige Athmosphäre. Die Fans geben ihr Übriges dazu. Laute Rufe und Schreie übertönen fast die Geräusche der Feuerwerkskörper und während die Kamera mit schnellen Schwenks über die Zuschauerreihen fährt, erkennt man die Vorfreude und Spannung in den Gesichtern der PCWA Fans, die dieses Ereignis hier mitverfolgen. Wieder ragen einige Plakate in die Höhe und die meisten Menschen im PCWA Rund sind mit entsprechenden Fanartikeln gekleidet. 

Es ist die letzte Show vor dem PCWA Brawlin' Rumble X - die letzte Show vor dem größten Event der Wrestling Welt. Und dieses Gefühl scheint auf die Zuschauer übergeschwappt zu sein... Ein letztes Mal heißt es noch Vendetta. Eine Show noch, in welcher der Rumble vorbereitet wird. Ein letzter Fingerzeig sozusagen. Was wird uns heute noch erwarten?
Während sich der Rauch des Feuerwerks langsam legt und das Vendetta Thema verklingt, schaltet die Regie zu unseren beiden Kommentatoren. Und auch der fein gekleidete Vincent Craven begrüßt uns mit seinem vorfreudigsten Lächeln. Aber auch der Blumenhemdträger Mike Garland scheint von einer inneren Spannung befallen, als ihn die Linse der Kamera das erste Mal für den heutigen Abend einfängt.

Vincent Craven: "Hallo und herzlich Willkommen, liebe Fans, zu Vendetta 103! Wir sind auf der Zielgeraden vor dem Brawlin' Rumble angekommen und dürfen die letzte Ausgabe Vendetta vor diesem Großereignis genießen."

Mike Garland: "Auch von mir ein herzliches Hallo, liebe Garlander. Der Rumble wirft seine Schatten schon in weiten Teilen voraus, sodass diese Ausgabe, wie auch die beiden anderen Vendettas zuvor, sicherlich größten Teils im Zeichen des BR X stehen wird"

Vincent Craven: "Mit anderen Worten: Sie sollten Vendetta 103 nicht verpassen."

Mike Garland: "Richtig, Vincent. Zum Glück aber bin ich als unaustauschbare Ikone am Kommentatorenpult immer automatisch dabei. Du solltest froh sein, dass ich dir den Platz neben mir gönne."

Vincent Craven: "Zu gnädig von dir - allerdings befinden sich die Hauptprotagonisten unserer Liga zwischen den Seilen und da haben wir heute wieder vier Matches auf dem Programm."

Mike Garland: "Im ersten Kampf wird es Eri Osada mit Bleed zu tun bekommen. Wenn du mich fragst, dürfte es Bleed recht leicht mit der Japanerin haben."

Vincent Craven: "Dann vergisst du sicherlich, dass Eri Bleed schon einmal bezwungen hat. Damals noch im Team mit NEON LOVE konnte sie Bleed und Blake Milton schlagen. Heute erhält Bleed also ihre Revanche."

Mike Garland: "Damals war es sicherlich mehr Glück als Können - Eri Osadas einzige Chance besteht doch heute darin, dass sie in der Zwischenzeit mit Azrael Rage geübt hat."

Vincent Craven: "Das liegt sicherlich im Bereich des Möglichen, Mike. Bleed hat aber bisher im PCWA Ring noch nicht all zu viel gezeigt, sodass das Match heute eine weitere Bewährungsprobe für sie ist. Ein Sieg wäre daher für beide Seiten Pflicht."

Mike Garland: "Das selbe gilt wohl im zweiten Match des Abends. Stanton gegen Chengzho."

Vincent Craven: "Beide haben wir bereits in unserer Pre Show gesehen und da konnten sie sich noch so gerade aus dem Weg gehen."

Mike Garland: "Jiao wirkte sehr fokussiert, während Ashley noch den Verstand angeschaltet hatte, um einer direkten Konfrontation auszuweichen. Dafür hat sie nun im Ring alle Zeit der Welt."

Vincent Craven: "Beide sind noch nicht lange in der PCWA, sodass dieses frühe Aufeinandertreffen durchaus eine Weichenstellung für die kommenden Monate sein könnte."

Mike Garland: "Apropos Weichenstellung: In unserem dritten Match des Abends kommt es auch zum dritten Aufeinandertreffen von Robert Breads und dem Night Fighter."

Vincent Craven: "Ihr erstes Match aus dem Dezember 2012 bei Vendetta 90 ist nun schon längere Zeit her. Einige Fans erinnern sich aber noch sehr gut daran, schließlich befand sich Mad Dog damals auf dem Höhepunkt seines Schaffens in der PCWA und verteidigte standesgemäß seinen Gerasy Titel."

Mike Garland: "Robert Breads zeigte dort aber schon, was in ihm steckt und schaffte es dann bei ihrem zweiten Match zu Beginn diesen Jahres Mad Dog ein Unentschieden abzuringen."

Vincent Craven: "Heute steht also die Entscheidung in dieser Matchserie an!"

Mike Garland: "Die Zeichen der Zeit deuten eigentlich auf Robert Breads. Während der verrückte Hund nach dem Verlust des Undisputed Gerasys nur noch Niederlagen einsteckte, konnte der Kanadier zum zweiten Mal die Cryption Crown gewinnen und setzte damit seine starke Entwicklung in Richtung Main Event fort."

Vincent Craven: "Allerdings ist Mad Dog weiterhin die unbekannte Konstante. Wenn jemandem ein Comeback gelingen kann und eine Rückkehr in den Main Event, dann sicherlich ihm."

Mike Garland: "Dort stehen allerdings heute zwei seiner Freunde. Obwohl? Können wir Alistair und MD momentan noch als Freunde bezeichnen?"

Vincent Craven: "In guten wie in schlechten Tagen! Die beiden werden sich mit Stevie van Crane und Michael Thera schon wieder zusammenraufen. Zwar herrscht heute erst einmal Abstand, aber das wird nicht auf Dauer sein."

Mike Garland: "Blaze hat derweil die Chance Alistair seinen Gerasy Champion abzunehmen. Der Pyromane stand schon so oft kurz davor; momentan fällt mir allerdings kein Argument ein, weshalb es heute anders kommen sollte, als bisher."

Vincent Craven: "Die Leistungskurve spricht zur Zeit sicherlich für Alistair Brunswick - trotzdem ist Blaze nicht abzuschreiben. An einem guten Tag kann er jeden im PCWA Roster schlagen, also auch den Gerasy Champion. Da bin ich mir sicher."

Mike Garland: "Ich würde an seiner Stelle eher auf Eingriffe von außen hoffen. Vielleicht gibt es ja erneut ein kleines Tohuwabohu am Ende der Show, so wie das letzte Mal. Dadurch könnte er vielleicht seinen Vorteil ziehen. Aber will er das?"

Vincent Craven: "Letzte Show hat Azrael Alistair stark zugesetzt. Wir haben gesehen, dass der Champion noch immer gezeichnet ist. Wir wissen nicht, wie eingeschränkt Brunswick im Ring sein wird. Dies könnte auf jeden Fall auch ein Argument für Blaze sein."

Mike Garland: "Der Kubaner hat allerdings nicht nur den Main Event vor Augen, sondern ebenso mit Kriss Dalmi zu tun. Der Serbe könnte sicherlich auch eine Rolle spielen und damit wären wieder alle Titelträume dahin." 

Vincent Craven: "Hin oder her... Eine spannende Show liegt vor uns und wir können gespannt sein, was sich neben den Matches noch so alles zuträgt."

Mike Garland: "Wie immer kann das in der PCWA nur eine Menge Action, Spaß und Verrücktes sein."

Vincent Craven: "Lass uns dort eintauchen."


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Er ist nicht wütend.

Kaum zu glauben, doch Keek Hathaway hat tatsächlich einmal gute Laune. Lächelnd marschiert der namibianische Athlet durch die Backstage-Gefilde der Berliner Halle.
Nur eine Vendetta hat er verletzungsbedingt verpasst, ihm kam es dennoch wie eine halbe Ewigkeit vor, denn während seine Kollegen die Road zum Brawlin' Rumble einleiteten, musste er daheim bleiben und konnte vor lauter Kopfschmerzen nicht einmal darüber nachgrübeln, wer ihm diese schreckliche Kopfverletzung angetan hatte.
Noch immer beschäftigt diese Frage ihn. Deshalb ist er nun auf dem Weg zum Büro seiner Präsidentin – Jona Vark. Dort hofft er, die Antwort finden zu können.

Er hat seine Hand schon erhoben, will gerade an die Tür Varks Klopfen, als er Schritte hinter sich hört. 

Keek Hathaway: "Hallo?"

Hektisch dreht sich Keek herum. Seit dem Angriff - auch wenn er sich nicht mehr an den genauen Tathergang erinnern kann - reagiert er zuweilen paranoid auf Alltägliches. Doch das wird sich noch legen - sagt sein Arzt zumindest.
Vor Keek steht Robert Breads.

Robert Breads: "Hallo."

Keek Hathaway: "Was machst du hier?"

Robert Breads: "Nunja, eigentlich wollte ich etwas mit Jona Vark besprechen, bezüglich meines Matches mit Sharpe... aber das wird sich wohl nun verschieben. Ich wurde hier hin bestellt, und ich vermute mal, dass es bei dir nicht anders aussieht. Da gerade wir beide hier sind, hoffe ich einmal, dass es um das hinterlistige Attentat auf dich geht."

Ein durchaus ernst gemeinter, mitfühlender Blick vom Mann aus Toronto zu seinem Ex-GFCW-Kollegen.

Robert Breads: "Bestenfalls hat Wiley etwas heraus gefunden. Zuzutrauen wäre es ihm. Er hat sich da ziemlich... reingesteigert."

Keek Hathaway: "Ich bin für seinen Einsatz dankbar. Vielleicht war ich bisweilen zu kritisch mit ihm. Er ist mit dem Herzen dabei."

Robert Breads: "Ja... und als Einer von wenigen auch mit einem Kopf, der nicht völlig verdreht ist. Wie dem auch sei, ich schlage vor wir finden nun selbst heraus, was hier vor sich geht..."

...spricht Breads und Keek öffnet die Tür. Breads hebt kurz die Augenbrauen und tritt hinterher in das Büro von Jona Vark. Die Geschäftsführerin der PCWA wirkt ein wenig überrumpelt und blickt mit grooßen Augen von einem Batzen Papier auf. Doch dann erhellt sich ihr Geschichtsausdruck und sie lächelt freundlich.

Jona Vark: "Mister Hathaway. Wie geht es Ihnen? Ich hoffe doch etwas besser?"

Keek Hathaway: "Deutlich besser. Körperlich bin ich wieder voll dabei. Ich fühl' mich bloß nicht wohl dabei, hier in der Liga zu sein, wenn es ein Unbekannter auf mich abgesehen hat. Da kommt aber hoffentlich bald Aufklärung. Deshalb sind wir doch hier, oder?"

Erwartungsvoll blickt Keek Jona Vark an. Diese nickt, allerdings auch nur zögerlich, wobei ihr Pferdeschwanz hin und her wandert.

Jona Vark: "Ja, schon. Zumindest fehlt wohl noch eine Person."

Robert Breads und Keek Hathaway starren Jona Vark an, doch die winkt ab.

Jona Vark: "Ich weiß leider auch nicht mehr..."

Also richten sich drei Augenpaare - was bleibt auch sonst übrig? - gespannt wartend in Richtung der Tür. Perfektes Timing, nur Sekunden später kann man Schrittgeräusche vor dem Büro vernehmen. Dann ein Klopfen. Auf Vark "Herein" tritt die Person ein, die man sehnlichst erwartet hat. Wiley Cuts. Wieder einmal in eng geschnittenem Anzug und akkurater Krawatte. Seine langen, fettigen Haare sind nach hinten gelegt, der Vollbart wirkt noch länger und scheint seit längerer Zeit nicht mehr wirklich getrimmt worden zu sein. Der Amerikaner lächelt, fast ein wenig schüchtern, in Richtung Vark, Breads und Hathaways. Dann tritt er vor, geht auf die PCWA-Geschäftsführerin zu, reicht ihr die Hand. Kaum hat Vark eingeschlagen, da verbeugt sich die 'White Cat' und gibt der Dame einen Kuss auf die Hand.

Es scheint fast, als müsste Miss Vark erröten, doch sie behält die Fassung und zieht die Hand schnell wieder weg. Seinen Partner Robert Breads begrüßt Cuts mit einem kurzen Handshake, dann geht er zu Keek Hathaway. Mitfühlend schaut er den Afrikaner an und legt fragend den Kopf schief, stumm liegt die Frage "Wie geht es dir?" in seiner Gestik. 

Wiley Cuts: "Es ist schön, dass es dir besser geht."

Davon offensichtlich gerührt, greift Cuts nach dem überrachten Afrikaner...und umarmt diesen. Er klopft Keek dabei auf die Schulter, tritt dann aber erschrocken zurück. Er wirkt untröstlich.

Wiley Cuts: "Ich hoffe, ich habe dir nicht weh getan?"

Keek Hathaway: "Mir geht es gut, Wiley. Und ich war auch während meiner Verletzung nicht aus Watte."

Zufrieden lächelt Cuts, dann blickt er sich etwas orientierungslos im Büro um. Schlussendlich entdeckt er, was er gesucht hat und geht darauf zu, scheint die Umwelt fast vergessen zu haben. Es ist das Bild, das er Jona Vark anlässlich der 100.Vendetta geschenkt hat. Die wirren Pinselstriche, rote und schwarze Farbgebung, undeutlich erkennbare Figuren. In der Mitte - kontrastreich im Vergleich zur Umgebung - zwei weiß gezeichnete Wesen, möglicherweise als Katzen deutbar. Seufzend verliert sich Cuts in seinem eigenen Werk. Breads, Keek und Vark betrachten ihn fragend.

Robert Breads: "Ähem..."

Vorsichtig räuspert sich der Kanadier, um Wiley ins Hier und Jetzt zu holen.

Robert Breads: "Ich möchte dich nicht stören, Wiley, aber ich glaube speziell Keek wartet ziemlich sehnsüchtig darauf zu hören, was du heraus gefunden hast. Das Bild hängt da auch noch, wenn wir der Gerechtigkeit einen Schritt näher gekommen sind."

Cuts blickt Breads einige Momente lang starr in die Augen, dann dreht er sich zu Vark und Keek. Seine Mimik ist schwer zu deuten, trägt sie etwa Züge von Enttäuschung?

Wiley Cuts: "Oh, ja. Die Ermittlungen in dieser schrecklichen Sache. Das furchtbare Attentat auf Keek Hathaway. Wie ihr alle wisst, habe ich bei Vendetta 102 alle Hebel in Bewegung gesetzt. Meine gesamte Kraft habe ich in die Aufklärung dieses Falls gelegt. Helfer rekrutiert, Verhöre geführt..."

Ein scharfer Blick von Breads. Er unterbricht seinen Partner nicht, aber man sieht ihm an, dass seine Begeisterung über DIESE Methode sich dann doch eher in Grenzen hielten.

Wiley Cuts: "Dalmi, van Crane, Thera und viele andere. Alle haben ein Motiv und ich schwöre, dass ich und meine Helfer alles gegeben haben, der Wahrheit auf die Spur zu kommen."

Keek Hathaway wird sichtlich angespannter und vorfreudiger. Er kann es kaum erwarten, endlich den Namen des Täters zu erfahren. Wieso muss es die 'White Cat' nur so spannend machen.

Wiley Cuts: "Wir haben die Überwachungsvideos ausgewertet, Gesprächsprotokolle geschrieben, alle Leute befragt, die auch nur in der Nähe waren, jeden Stein umgedreht. Und schlussendlich haben wir studenlang zusammengesessen und alle Beweise und Indizien zusammengeführt..."

Er atmet tief durch.

Wiley Cuts: "Das Resultat ist..."

Vark, Breads und Hathaway halten die Luft an, kleben förmlich an den Lippen der 'White Cat'.

Wiley Cuts: "Ich bin schuldig."

Jona Vark: "Bitte WAS?"

Robert Breads: "...WAS bitte?"

Die 'White Cat' schluchzt und kneift die Augen zusammen, Robert Breads macht einen Schritt auf seinen Partner zu.

Wiley Cuts: "Schuldig des Versagens. Trotz aller Bemühungen konnte ich den Täter nicht finden."

Der Amerikaner wendet sich ab und vergräbt das Gesicht in den Händen. Jona Vark atmet dagegen beruhigt aus.

Wiley Cuts: "Es... es tut mir leid."

Seine Stimme versagt. Man kann es schwer erkennen, es scheint aber so, als ob er mit den Tränen zu kämpfen hat. Cuts lässt die Schultern hängen und stützt sich, das Gesicht von der Dreiergruppe abgewandt, an eine Wand, sein Körper bebt. Die drei Anderen im Raum tauschen Blicke aus. Enttäuschung mischt sich mit Mitgefühl, schließlich kann man Wiley vieles vorwerfen, aber nicht, dass er nicht alles versucht hätte.

Keek Hathaway: "Ist schon gut, Wiley. Du hast dennoch weit mehr getan, als man erwarten konnte."

Robert Breads: "Du hast vielleicht die Schlacht verloren, aber nicht den Krieg. Rückschläge passieren. Ich habe den Titel zwischenzeitlich gegen Kriss Dalmi verloren und kam stärker zurück als je zuvor. Wir sind noch lange nicht am Ende, Wiley. Nicht mal im Ansatz. Wir stehen direkt vor dem Brawlin' Rumble. Es geht gerade erst los."

Cuts löst sich von der Wand, schafft es aber vor Scham kaum, in die Augen der Anderen zu blicken. Als Vark vor ihn tritt, fällt er auf die Knie und will sich erklären. Die Stimme versagt ihm aber. Miss Vark wechselt den Blick mit Robert Breads und Keek Hathaway und scheint nicht zu wissen, wie sie darauf reagieren soll. Breads nickt ihr verhalten zu und sie... TÄTSCHELT CUTS DEN KOPF. Say what?

Jona Vark: "Ehm, ja. Mister... Mister Cuts. Es ist... es ist schon in Ordnung. Die PCWA und Vark Enterprises danken Ihnen... eh... für ihren Einsatz. Das war nicht enttäuschend, sondern eine gute Tat. Eine große Tat."

Wiley Cuts: "Danke. Aber ich bezweifel, meinen Namen nach dieser Schmach noch reinwaschen zu können."

Robert Breads: "Du kannst ihn beim Rumble schon auf ein noch viel höheres Level heben, Wiley."

Jona Vark: "Ja, unter anderem der Rumble. Aber auch darüber hinaus können sie bestimmt viele gute Dinge für die PCWA tun."

Mit großen Augen blickt Wiley Jona an.

Wiley Cuts "Heißt das, ich bin nicht meiner Position enthoben?"

Welche Position? Er hat nie offiziell eine bekommen... man sieht deutlich, wie es in Jona Vark rattert, aber aufgrund der emotionalen Lage der Katze, kann sie ihn ja wohl nun nicht... also...

Jona Vark: "Ja nun... Mister Cuts. Die Firma ist ihnen auf jeden Fall dankbar. Und wir haben weiterhin Vertrauen in sie..."

Beinahe schlagartig hellt sich die Miene der 'White Cat' auf. Er lächelt und richtet seine Krawatte.

Wiley Cuts: "Danke, wirklich. Das bedeutet mir viel. Doch nun weiß ich, dass meine Mission noch nicht am Ende ist. Ich werde der PCWA dienen. Ich werde diese Liga in eine bessere Zukunft führen."

Nickend antwortet die Geschäftsführerin.

Jona Vark: "Genau das ist es, was ich hören will."

Von Euphorie ergriffen, packt Wiley die Präsidenten an den Schultern und bedankt sich abermals. Dann bereut er diese Impulshandlung aber schon wieder und lässt von ihr ab.

Wiley Cuts: "Ich werde meinen Fehler wieder gut machen..."

Robert Breads: "WIR werden das machen. Wir sind ein Team."

Ist das so eine Art... "Versöhnung"? Nunja, hatte man sich wirklich gestritten? Schwer zu sagen. Auf jeden Fall will Breads das Team wohl vor dem Rumble eindeutig stärken.

Robert Breads: "Du bist nicht allein. Und WIR können die PCA verändern."

Die 'White Cat' schenkt seinem Partner ein schiefes Lächeln.

Wiley Cuts: "Ja, so ist es. Schon heute Abend wird die PCWA verbessert werden, das verspreche ich."

Er nickt Keek zum Abschied und lächelt erst Vark und dann Breads an.

Wiley Cuts: "Und WIR beide werden unseren Anteil daran haben. Noch heute Abend."

Mit einem knappen Nicken empfiehlt sich Cuts. Der 'Sheriff' wirkt plötzlich sehr geschäftig, von Tatendrang erfasst. Dann verschwindet er durch die Tür.

Vincent Craven: "Breads, Cuts und Hathaway zusammen bei Jona Vark, um zu erfahren, wer Keek bei Vendetta 101 so schändlich attackierte."

Mike Garland: "Schlauer sind wir jetzt allerdings immer noch nicht. Cuts hat versagt!"

Vincent Craven: "Er hat sich immerhin bemüht..."

Mike Garland: "Sich stets bemüht zu haben, ist das gleiche wie versagen."

Vincent Craven: "Immerhin sind die drei Männer durch die Angelegenheit wieder näher bei einander gerückt und stellen damit ihre Weichen für den Brawlin' Rumble."

Mike Garland: "Da werde sie auf kurz oder lang allerdings auch gegeneinander kämpfen müssen. Schließlich kann nur einer gewinnen und Nummer Eins Herausforderer auf den Undisputed Gerasy Champion werden."

Vincent Craven: "Kleine Absprachen und Bündnisse haben aber noch keinem Sieger auf dem Weg dorthin geschadet."


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Im Gegensatz zu den vorangegangenen, vergingen die letzten Wochen nicht wie im Flug. Immer wieder hatte Kevin Sharpe den Drang, seinen Freund anzurufen. Ihn zu fragen, was das alles eigentlich sollte. All die Erklärungen waren ihm noch immer nicht genug. Nacht für Nacht dachte er über Alternativen nach. Immer wieder hatte Grizz Lee das Verlangen, seinen Freund nach der Platzwunde zu fragen, die ihm Eleven verpasst hatte. Natürlich würde sie schon längst verheilt sein. Natürlich wäre sie schon längst nur Eines der vielen Andenken, die er in seiner Karriere schon verabreicht bekommen hatte. Aber das war ja nicht wirklich das Thema.

Die Tür wird, ohne Anklopfen, geöffnet und Kevin Sharpe betritt die gemeinsame Kabine. Der Grizzer hat es sich im Ledersessel der Kabine gemütlich gemacht und schaut kurz auf. Der Titel des Buches, in das er sich bis eben vertieft hatte, ist nicht zu erkennen.

Grizz: "Hey Kev. Alles klar?"

Kevin nickt knapp und steuert direkt auf den Kühlschrank zu, während die Sporttasche beiläufig auf den Boden gestellt wird. Sharpe nimmt sich ein Wasser aus dem Kühlschrank und bewegt sich in Richtung Couch. Dabei lässt er den Grizzer nicht aus den Augen und grinst über das ganze Gesicht. Dann setzt er sich auf das Sofa und nippt, immer noch grinsend, an der Flasche.

Grizz: "Was ist? Warum grinst Du so debil?"

Was bis eben eigentlich eine ganz normale Sache war, wird vom ehemaligen Blackheart im nächsten Moment erwähnt. Besser gesagt: darauf gedeutet. Lee versteht, nimmt die Brille von seiner Nase und legt sie mitsamt dem Buch auf den Glastisch. 

Grizz: "Die Vergänglichkeit geht nunmal an Keinem vorbei. Beim Einen werden die Haare lichter..."

Bei ihm.

Grizz: "...beim Anderen werden sie grauer."

Bei Sharpe.

Grizz: "Die Reflexe werden langsamer, die Sehkraft schwächer. Nächsten Monat wirst Du VIERZIG, und wenn ich Dich so im Ring seh', bin ich fast dazu geneigt, Dir so 'n tragbares Sauerstoffding zu schenken."

Sharpe neigt kurz den Kopf.

Sharpe: "Deine dir eigene Art mir zu sagen, dass ich ein alter Sack bin und stark nachgelassen habe ist wirklich herzallerliebst."

Urplötzlich verschwindet das Grinsen aus Sharpes Gesicht und weicht einem ernsten Gesichtsausdruck. Verwirrt blinzelt der Trouble Magnet.

Grizz: "Ist was passiert?"

Sharpe: "Was? Nein... ach was. Ich habe... nachgedacht... "

Mit einem 'Wow, das kannst Du?'-Blick stützt Grizz sein vollbärtiges Gesicht in eine Handfläche.

Sharpe: "Ist dir eigentlich schon einmal in den Sinn gekommen, dass wir gar nicht gegeneinander antreten müssen? Du willst die Cryption Crown. Ich will Breads und der ganzen Welt beweisen, dass die Vergangenheit nicht nur Schlechtes hervor gebracht hat. Aber heute treten sie gegeneinander an. Um den Titel. Also... wenn wir da ein wenig nachhelfen, dass... ich meine, stell es dir doch nur mal vor!"

Nur knapp und beinahe unmerklich rümpft Grizz die Nase. Sein Blick bleibt starr auf seinem Partner. Er will es ihn sagen hören. Sharpe fühlt sich sichtlich unwohl. Er hatte selbst lange darüber nachgedacht. Aber schlussendlich war es die logische Konsequenz.

Sharpe: "Wenn Mad Dog die Cryption gewinnt, kannst du gegen ihn um das Ding ran. Und ich kann Breads in aller Ruhe ohne irgendwelche Stipulations die Fresse polieren. Zwei Matches. Money-Matches! Grizz Lee gegen Mad Dog um die Cryption und Kevin Sharpe gegen Robert Breads. Jona wird das gefallen. Die Leute wollen das mit Sicherheit sehen."

Für einige Momente lässt Lee seine Gedanken in die Ferne schweifen. Im Prinzip keine schlechte Idee. Er ist sich ziemlich sicher, dass er Mad Dog besiegen, die Cryption Crown um seine Hüften schnallen und so in die nächste Season gehen könnte. Nur...

Grizz: "Du vergisst da was. Mad Dog tritt beim Rumble gegen Blake an. Und wenn er sich den Gürtel holt, wird es bei ihnen wohl darum gehen."

Kevin stockt kurz, dann fliegt die Wasserflasche in hohem Bogen durch die Kabine. Wütend schlägt er mit der Faust auf die Sofalehne.

Sharpe: "Verdammter Mist! Dass diese halbe Portion aber immer irgendwo mit von der Partie sein muss!"

Grizz: "Hast Du Angst?"

Er schaut nicht abwertend. Nur abwartend. Provoziert weiter.

Grizz: "Traust Du Dich nicht gegen mich anzutreten?"

Sharpe lacht kurz auf.

Sharpe: "Ist das dein Ernst? Nein, ich habe keine Angst. Ja, ich bin mir absolut sicher, dass ich dich noch einmal schlagen könnte. Aber darum geht es hier doch nicht. Müssen wir uns wirklich auf unsere alten Tage nochmal beweisen, wer der Bessere ist? Ich denke nicht. Vielmehr sollten wir uns HELFEN. Wir sind schließlich ein Team. Das gottverdammt beste Team in der Geschichte des Business. Also finde ich es absoluten Schwachsinn, wenn wir... "

Grizz: "Blacky!"

Mit einem Ruck springt der Trouble Magnet auf die Beine, so als wolle er seinem Nickname in den nächsten Sekunden alle Ehre machen.

Grizz: "Wir helfen uns doch! Siehst Du das nicht!?"

Mit zwei schnellen Schritten ist er beim verdutzten Sharpe und packt ihn bei den Schultern.

Grizz: "Das ist Robert Breads, Mann! Der Typ war eine ganze Stunde lang im letzten Brawlin' Rumble. Er hat die Cryption in einem Schlachtfest an Dalmi verloren. Aber er ist aufgestanden, hat sich den Mund abgeputzt... und sie sich zurückgeholt. Er hat Stevie bei der Hundert besiegt. Stevie Van Crane! Der mich beim CORE geschlagen hat."

Kevin runzelt die Stirn. Von der Seite hatte er es noch gar nicht betrachtet. Aber dennoch...

Sharpe: "Denkst du, ich schaffe ihn allein nicht? Ist es das, worum es hier geht? Du bist hier nicht mehr als der strahlende Retter, der den verwirrten, alten Mann unterstützt, weil er es allein nicht auf die Kette kriegt?"

Lautstark atmet Grizz Lee aus.

Grizz: "Wir sind der Blues. Wir standen und stehen für Fairness. Und wenn Fairness gerade nicht der richtige Begriff dafür war, dann haben wir uns das so hingebogen, DASS es wieder so war. Wir haben die PEST besiegt. Und es hat viel gekostet."

Die Gedanken an Keith Hamilton und Bim Sims lassen Beide gleichzeitig nicken.

Grizz: "Wir werden... schau' mich an!"

Sharpe wollte sich abwenden, aber mit beiden Händen wird sein Blickfeld wieder auf Lees Gesicht gerichtet.

Grizz: "Wir werden das bekommen, was wir wollen. Aber wir werden dafür NICHT auf unlautere Mittel zurückgreifen. Sollen sie kämpfen. Soll Mad Dog die Cryption gewinnen. Soll er sie gegen Blake verteidigen. Du hast dann trotzdem Dein Match. So oder so. Aber ich... ich brauch' das nicht. Wenn er ein Mann ist, dann wird er zu seinem Wort stehen. Dann wird er mich zu seiner ersten Titelverteidigung einladen. Aber vor allem will ich mir nichts mehr nachsagen lassen."

Sharpe nickt. Es klingt alles so richtig, was sein Freund und Partner da sagt. Aber trotzdem ist Option 2 immer noch in seinem Kopf. War es nicht an der Zeit, sich die Dinge nur zum eigenen Vorteil zu drehen und auf die Meinung von anderen einfach zu scheißen? Sharpe will den Kopf zur Seite drehen, aber Lee ist noch nicht fertig. Noch immer hält er Sharpes Gesicht im Schraubstock seiner Hände.

Grizz: "Wenn ich Bündnisse dafür schließen muss, um im Ring erfolgreich zu sein, dann werd' ich die schließen. Und um den Rumble zu gewinnen brauchen wir die. Aber das ist eine ganz, GANZ andere Sache. Andere Regeln, andere Gesetze."

Schlagartig lässt er seinen Buddy frei. Ein wenig erschrocken von sich selbst geht er einen Schritt zurück.

Grizz: "Alleine wirst Du nicht gegen ihn gewinnen. Tut mir leid. Aber mit mir zusammen kannst Du das. Und dafür musst Du was in Kauf nehmen. Dass Du auch gegen mich antrittst. Und das ist das Einfachste, das Dir in den letzten Jahren widerfahren ist. Denn Du kennst mich wie keinen anderen. Wir machen das. Wir lassen die Beiden fair kämpfen."

Sharpe windet sich innerlich, das erkennt auch sein Partner. Aber Grizz hört nicht auf auf ihn einzureden.

Grizz: "Und wenn es so kommt, wie Du es Dir erhoffst... dann soll es so sein. Aber wenn es so kommt, wie ich denke, dann treffen wir uns im Ring, sind Kontrahenten, prügeln uns die Scheiße aus dem Leib... und sind danach wieder Buddies im Rumble. Partner. Freunde! So wie es schon immer war."

Sharpe blickt zu Boden und atmet lautstark aus. Stemmt die Arme in die Hüften, schüttelt immer wieder den Kopf.

Grizz: "Faust?"

Sharpe zögert. Aber dann krachen die Knöchel aufeinander.

Sharpe: "Denke nur nicht, ich mache es dir leicht. Aber du hast recht. Wir ziehen das so durch!"

Nickend atmet der Trouble Magnet aus.

Grizz: "Wusst' ich's doch. Und nun ab zu Jona."

Nach ein paar Metern will Kevin Sharpe es dann doch wissen.

Sharpe: "Was liest du da eigentlich?"

Grizz: "Edmund Burke."

Sharpe fährt sich mit Daumen und Zeigefinger über die Augenbrauen und lässt zum Abschluss ein "Aha" im Raum.

Mike Garland: "Das sind ja ganz erfrischende Töne von Kevin Sharpe. Er will tatsächlich Mad Dog helfen, um einem Triple Threat Match beim Rumble aus dem Weg zu gehen."

Vincent Craven: "Manchmal spinnt man sich eben schon mal so seine Dinge zurecht. In Wirklichkeit setzt man das aber dann nie um."

Mike Garland: "Wenn er nur Breads will, ist das doch die beste Variante. Zumal ihm Grizz scheinbar ein Match alleine gegen Breads nicht zutraut. Das ist doch die Geringschätzung schlechthin... Wenn er das Single Match jetzt nicht macht, bestätigt er doch nur, ein Versager zu sein."

Vincent Craven: "Blödsinn. Die beiden sind immer offen und ehrlich zueinander. Es ist mir klar, dass das für dich fremd ist. Aber Breads hat nunmal eine starke Serie hingelet und..."

Mike Garland: "...Sharpe will sich gegen diese starke Serie beweisen. Allein! Und dafür ist ihm jedes Mittel Recht. PCWA Stile. Ich weiß nicht, was du dagegen hast."

Vincent Craven: "Ich habe nichts gegen den PCWA Stil - aber dass ich einen anderen Stil gut finde und pflege als du, ist doch wohl offensichtlich."

Er deutet auf seinen Anzug und dann auf das Hawaii-Hemd seines Kollegen.

Mike Garland: "Vielleicht sollten sich Sharpe und Lee auch mal das Offensichtliche eingestehen..."


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Die Tür springt auf. Ein Mann springt ins Zimmer. Er sieht mega-behindert aus. Es ist also Maximilian Lunenkind.

Maximilian Lunenkind: "Da bin ich!"

Das sieht man. Der Mitarbeiter der GEMA und der persönliche Berater (auch wenn nur er selbst das so sieht) von Robert Breads steht breitbeinig im Raum, als wäre er Cristiano Ronaldo und wolle einen Freistoß treten, nur dass er nicht gegen einen BALL TRETEN, sondern seine BÄLLE ins TOR bringen will, bis nach ihm GETRETEN wird. Seine Zunge, die ihm bis über das Kinn reicht, baumelt wild umher und reicht ihm dabei bis über das Kinn. Das kann sie, weil sie ihm bis über das Kinn reicht, wenn sie aus seinem Mund baumelt, also genauso wie jetzt gerade.

Maximilian Lunenkind: "Ich bin gekommen, meine Mission zu beginnen!"

Eine hohle Wrestling-Phrase, die gefühlt jeder zweite Wrestler wohl bei seinem Debut so oder so ähnlich von sich gibt. Fast so HOHL, wie die FILZSTIFTDECKEL, die Lunenkinds MAL-UTENSIL normalerweise stopft. Dementsprechend wenig beeindruckt sitzt auch die werte Dame da an ihrem Schreibtisch, in deren Büro Lunenkind gerade geplatzt ist. Der Zopf noch immer gestriegelt und die Fassung wieder erhalten, nachdem sie den Kopf der Katze tätscheln musste.

Jona Vark: "Ehm, ja. Hallo Mister Lunenkind. Was kann ich... für sie tun?"

Maximilian Lunenkind: "Es freut mich sehr, dich zu SEHEN... auch wenn ich nichts dagegen hätte, noch MEHR zu SEHEN!"

Charmant wie ein Lineal, aber eins aus Plastik, weil die aus Holz noch einen gewissen nostalgischen Charme haben, nicht so wie Lunenkind oder Plastik oder Promos von Chris McFly.
Jona Vark sieht ziemlich verwirrt aus, so direkt wurde sie in ihrem Leben selten angesprochen. Noch nie. Und noch nie war jemand so... rüde.

Maximilian Lunenkind: "Doch bevor wir uns meinem Fachgebiet ZU WENDEN und ich dich dazu auffordere, dich ZU WENDEN, müssen wir uns über das Fachgebiet dieser Liga unterhalten... das Wrestling!"

Die Frage, warum gerade Robert Breads mit ihm nichts zu tun haben will, hätte sich damit auch geklärt. Jona Vark, die eigentlich Lunenkind unterbrechen und ihm direkt mitteilen wollte, dass er seine sexuellen Gelüste in andere Etablissements unterbringen sollte, blickt jedoch nur mit wesentlich kleineren Augen zu ihrem Gegenüber.

Maximilian Lunenkind: "Bald schon steht der BRAWLIN' RUMBLE an... ein Haufen verschwitzter Männer auf ENGSTEM RAUM sind zwar eher nicht mein FALL, da ich selbst meist auf den ENGSTEN RAUM verschwitzter Frauen FALLE, aber ich habe bereits meine Teilnahme angekündigt... nicht zuletzt weil es dort wohl auch Frauen gibt... aber das ist nicht der PUNKT, genauso wie in meiner Hose, denn da ist eher eine GERADE! Es geht darum, dass ich TEIL NEHMEN muss, so wie normalerweise mein TEIL in die Hand GENOMMEN wird, um meine Mission zu erfüllen. Sicherlich weißt du, wie meine Mission aussieht, nicht wahr?!"

Jetzt räuspert sich die Geschäftsführerin, denn immerhin lässt ihr Lunenkind nun mal die Möglichkeit durchzuatmen und nach Worten zu suchen. In den Fingern der rechten Hand jongliert Jona Vark einen schwarzen Kugelschreiber, mit dem sie dann - mit ordentlich angefressenem Gesichtsausdruck übrigens - auf den konkreten Checker zeigt.

Jona Vark: "Also erstens... wenn das hier irgendeine Zukunft haben soll, dann sind sie für mich Mister Lunenkind, meinetwegen auch Herr Lunenkind und ich bin für sie Miss Vark. Und zweitens... das mit dem mehr sehen und so, das können sie sich umgehend abschminken, weil das Niemals passieren wird. Und was ihre Mission... und ihr Teil? Worum geht es hier? Das hier hat doch wohl nichts mit Robert Breads zu tun, oder?"

Die Ironie hätte auch eine Kakerlake erkannt.

Maximilian Lunenkind: "Doch, hat es. Bist du dumm oder so? LOL?"

Vor lauter Verzweiflung über die scheinbare Dummheit der PCWA-Chefin schlägt sich Lunenkind selbst ins Gesicht.

Jona Vark: "Wie bitte?"

Maximilian Lunenkind: "Ich bin hier, um Robert Breads VOLL IN DIE EIER zu treten, ehe ich es feiere indem ich VOLL AUS DEN EIERN um mich schieße. Und deshalb verlange ich, dass ich die Startnummer direkt nach Robert Breads bekomme, damit ich ihn heraus werfen kann!"

Perplex über die Beleidigung sucht Miss Vark kurz nach Worten, doch dann schüttelt sie den Kopf.

Jona Vark: "Das geht nicht, die Nummern werden ausgelost. Da haben wir keinen Einfluss darauf..."

Maximilian Lunenkind: "Dann verlange ich ein Match gegen Robert Breads und diesen komischen Titel von ihm!"

Jona Vark: "Das geht nicht, schließlich hat er beim Rumble selbst bereits ein Match gegen Grizz Lee und Kevin Sharpe um die PCWA Cryption Crown..."

Maximilian Lunenkind: "Dann verlange ich ein Match gegen Robert Breads heute Abend!"

Jona Vark: "Das geht auch nicht, schließlich hat er heute bereits einen Kampf gegen Mad Dog. Sind sie eigentlich irgendwie im Bilde, was hier passiert?"

Maximilian Lunenkind: "ALTER! Behindert? Gebt mi... den FANS doch, was sie wollen.. also außer meinem LADEKABEL, um ihre STECKDOSEN zu füllen."

Jona Vark: "Also bei aller Liebe, Mister Lunenkind. Ich bin nicht ihr Alter, und behindert sagt man nicht mehr. Und darüber hinaus denke ich doch, dass ein Match mit der Beteiligung von Mad Dog, dem ehemaligen Undisputed Gerasy Champion weitaus mehr Menschen interessiert, als dass sie in den Ring steigen."

Maximilian Lunenkind: "Pah! Du hast doch keine Ahnung... du RAUCHMELDER! Du..."

Lunenkind überlegt sich die schlimmste Beleidigung, die ihm einfällt.

Maximilian Lunenkind: "...findest bestimmt auch die GWS gut! Jona, ich meine es ernst..."

Der GEMA-Mitarbeiter springt vor, beugt sich über den Schreibtisch und seine Zunge berührt fast das Gesicht der leicht unter ihm sitzenden Jona Vark.

Maximilian Lunenkind: "...es ist Schicksal. Robert Breads, Maximilian Lunenkind... es muss passieren. Setz' das aktuelle Match ab. Oder setze das Match beim Rumble ab. Oder setzte das zufällige Los-System ab. Es ist mir egal. Aber meine Rache für das unendliche Leid, das mir Robert Breads angetan hat, muss schrecklich sein. Ich brauche dieses Match. Ich brauche ES. So wie du ES..."

Maxim untermauert sehr subtil, worauf er hinaus will, indem er seine Hose öffnet.

Maximilian Lunenkind: "...brauchst!"

Die Geschäftsführerin der PCWA scheint nun genug zu haben und erhebt sich von ihrem Stuhl. Ein finsterer Gesichtsausdruck der an sich bildhübschen Frau, der sichtlich macht, dass sie auf ihr Instrument auch ganz andere Saiten aufziehen kann.

Jona Vark: "Mister Lunenkind. Es gibt für sie nur zwei Optionen. Entweder gehen sie mit leeren Händen aus meinem Büro und mir nicht mehr auf die Nerven. Oder aber sie nehmen am Brawlin' Rumble teil. Der ist offen für alle, unter anderem auch für den amtierenden PCWA Cryption Crown-Träger. Robert Breads hat gemeldet und sie können auch melden und wenn sie Glück haben, können sie dort auch auf Robert Breads treffen. Das ist alles, was ich ihnen anbieten kann. Damit können sie sich abfinden... es annehmen. Oder eben gehen."

Maximilian Lunenkind: "Schon gut, schon gut!"

Beschwichtigend hebt er die Hände und streichelt dabei zärtlich seine Ohrläppchen.

Maximilian Lunenkind: "Du bist eine Frau, die weiß was sie will. Ich verstehe. Das ist cool. Das ist nice. Das ist tight. Das ist echt geil. Weißt du, Jona... eigentlich könnten wir Homies sein. Krasse Homies. Denn weißt du, Jona... ich habe heute meinen SCHLÜSSEL noch in keinem SCHLÜSSELLOCH versenkt. Und glaub mir, niemand dreht seinen SCHLÜSSEL so gut wie ich! Und du..."

Ein Augenaufschlag, der so erotisch ist wie deine Mutter.

Maximilian Lunenkind: "...bist das allerschönste SCHLÜSSELLOCH, das ich je gesehen habe."

Entnervt stößt Jona Vark ihren Atem aus und schüttelt dann den Kopf.

Jona Vark: "Ich denke, dass das jetzt alles war, Mister Lunenkind. Verlassen sie mein Büro. Und ich spare mir absichtlich die Höflichkeitsfloskel."

Maximilian Lunenkind: "Na gut!"

Er wirbelt herum, wobei seine Hose sich gefährlich dem Boden nähert.

Maximilian Lunenkind: "Du wirst schon noch einsehen, dass ich Recht habe. Und wenn ich den Brawlin' Rumble gewonnen habe, feiern wir zu dritt. Maximilian Lunenkind, JONA VARK..."

Die Tür wird mit Schwung aufgerissen.

Maximilian Lunenkind: "...und JONA's VARKina!"

Mit diesen Worten stürmt Lunenkind samt einem extrem beknackten Kampfschrei heraus, schlägt die Tür hinter sich zu und lässt die Zuschauer mit dem Wunsch nach mehr NEON LOVE/Keek Hathaway-Skits zurück.

Vincent Craven: "Oh mein Gott, was war denn das?"

Mike Garland: "Maximilian Lunenkind möchte von Robert Breads im Kinderparadies abgeholt werden."

Vincent Craven: "Eigentlich will er ja gegen ihn antreten, versucht das aber so bizar ungeschickt, dass es schon fast wieder süß ist."

Mike Garland: "Was auch immer. Sollte Lunenkind tatsächlich im Ring auf Robert Breads treffen, wird es so oder so einen kurzen Prozess geben. Vielleicht bringt ihn DAS auf den Boden der Tatsachen zurück."

Vincent Craven: "Wieso? Vielleicht überrascht er uns ja?! Seine Schlüsseltechniken auf das Wrestling bezogen haben wir doch noch gar nicht gesehen."

Mike Garland: "Hast du etwa seine anderen SCHLÜSSEL-Techniken gesehen?"

Vincent Craven: "Öhm... äh. Next."


------------------ PCWA ------------------

Auch jemand wie sie klopft an, um hereingelassen zu werden. Es ist die Höflichkeit von Nicotine & Bacteria, die keine Dämme niederreißen müssen, damit die Sintflut kommen kann. Ihnen werden die Pforten geöffnet. Für sie werden die Türen entriegelt. Weil das Land bestellt ist, lange bevor sie kamen.

Bleed hat zweimal angeklopft. Sie wischt sich schnell eine Strähne aus dem Gesicht, als müsste sie für irgendwen perfekt aussehen.

Die Tür schwingt auf. Und es ist der Augenblick, auf den Bleed gewartet hat. Das überraschte Gesicht von Eri Osada. Die Mandelaugen, die sich für einen Moment weiten, bevor sie sich zu Verachtung verziehen.

Und dieses Lächeln ist nur für sie. Bleed schiebt sich an ihr vorbei, der schwarze Stoff ihres schulterfreien Shirts gleitet mit jeder Bewegung angenehm über ihre Haut. Sie fühlt den Boden unter den Sohlen ihrer schweren Dockers. Und sie nimmt den Raum ein, in den sie tritt - allein mit ihren Augen.

Wütend eilt Eri zur Tür, die Bleed hinter sich einfach sperrangelweit offen gelassen hat, und schließt diese. In Japan ist es unhöflich ein Heim zu betreten, in das man nicht gebeten wurde, aber so gesehen ist wohl fast jeder in der PCWA unhöflich. Aber es war genau so unhöflich, einen Gast nicht willkommen zu heißen, egal wie man zu diesem steht. Nicht einmal ihre Schuhe hatte diese unverschämte Frau ausgezogen. 

Bleed: „Honey..“

Bleed lässt ihren Zeigefinger über einen Tisch wandern und checkt ihn nach Staubresten.

Bleed: „Ihr habt uns nicht hierher gebeten.. ihr habt nach uns geschrien. Dieses Haus hat solange die Lippen zusammengepresst, bis das Blut aus den Fugen quillte.. Diese Erde schickte Würmer und Käfer als Boten in die Nacht, sie gebahr Heuschrecken, die ins Dunkel flogen, um den Hilferuf hinauszutragen.“

Bleed schaut zu Azrael Rage, der sich betont im Hintergrund hält. Er sagt nichts, beäugt die Situation nur. Lauernd, abwartend. Wie ein Herrchen, das überprüft, ob er seine Hündin gut abgerichtet hat. In seinen Augen ist mehr Leben als noch vor ein paar Wochen.

Eri Osada: "Altes japanisches Sprichwort sagen: Stehen Sonne tief, dann auch werden Sprössling langen Schatten. Vielleicht hier nicht... alles gut. Vielleicht auch hier mehr Gegen- als Miteinander. Du haben Spaß an diese Spiele, ich nicht. Ich nur will sein gute Kämpferin, ich will meine... Eltern Stolz auf mich machen. Und deshalb ich dich heute besiegen werde."

Bleed funkelt die Japanerin sichtlich entspannt an.
Ihre Lippen zucken, öffnen für einen kurzen Moment verführerisch den Moment.

Bleed: „Meinst du etwa, dieses Match wäre das Ende? Selbst wenn du es gewinnen solltest.. du kommst nicht mehr los. Du bist in diesem Spiel – genau wie alle anderen, die sich verzweifelt dagegen wehrten.. die kein Teil davon sein wollten. Wo sehen sie alle hin, Eri? Nicht hinauf zu den Sternen, wo Hoffnungen glitzern und Durchhalteparolen geschrieben stehen. Sie sehen nicht zu Azraels Muse hoch, um ihren Weg an die „Spitze“ nicht zu verpassen. Nein, Kitty. Sie sehen hinab in die Tiefe. Zu uns. Sie sehen ihre Zukunft - wie einen Autounfall mit Enthaupteten auf dem Asphalt..  und doch können sie nicht wegsehen.“

Mit einem Nicken gleitet der Blick aus ihren schwarzen Augen zu Azrael Rage.
Fordernd, zielgerichtet und absolut selbstsicher, aber dieser reagiert immer noch nicht.

Bleed: „Denn im Keller steht eine Kiste, in dem das Ende des Widerstands ruht.. bis zu dem Abend, auf den sich hier grad alle am meisten freuen. You know, Eri.. wir tanzen diesen Tanz, du und ich. Wir werden grosse Mädchen sein und uns weh tun.. Und so sehr wir beide uns darauf freuen, so ändert es nichts an dem Inhalt der Kiste. Es ändert nichts an der Existenz des Wesens im Keller, das ihr fürchtet, weil es IMMER seine Versprechen hält. Und es ändert nichts an dem Fakt, dass das hier ..“

Sie deutet abfällig auf Azrael und Eri.
Bleed will fortfahren, atmet aber theatralisch aus. Fast bedauernd gräbt sich ihr Blick in den von Rage.

Bleed: „Sein wir ehrlich.. das hier ist nichts, was die nächsten kalten Nächte überleben wird. Es sieht falsch aus, es fühlt sich falsch an.. weil es falsch ist. Genauso wie eure Zungen und eure Maskeraden. Fleischgewordenes Sushi mit einem Extra-Shot Klischee gegen das Selbstmitleid eines Ex-Champions. Das hier ist kein Händchenhalten, bei dem man gern zum Popcorn greift. Das hier wirkt wie der alte Mann im Schaukelstuhl auf der Veranda eines gemiedenen Hauses, dem die gelangweilte Asiatin das Essen vorkaut und ihm für den Fall der Fälle den Revolver auf den Schoß legt.“

Azrael Rage: „Pinocchio, wo ist der Puppenspieler? Seitdem bist Du nur zum Postboten des Kellerkindes verkommen… Ach ja, von wegen verkommen… Du bist ja von Anfang an nur eine seelenlose Sklavin an der Seite dieses selbst inszenierenden Plagegeists gewesen. Da Du weder einen eigenen Willen, eigene Ideen, Kraft, Inspiration oder Gefühle hast, weißt Du doch weder etwas über falsch oder richtig? Du bist kein Bringer der Apokalypse. Wenn Ich Dich ansehe, sehe Ich keine Zerstörerin, Ich sehe nur eines… Lassy, mit miesen Haarschnitt, an kurzer Leine gehalten.“

Bleeds Lächeln ist frei von Wut.

Bleed: „Du hast noch nie an seiner Seite gestanden, Azrael Rage. Du weißt nicht wovon du redest, solange du nicht die Welt durch seine Augen gesehen hast. Selbst MD hat es genossen.. er hat es geliebt, bis es ihn zerrissen und verbrannt hat.“

Zerrissen.
Eri bekommt eine Gänsehaut. Im Kopf hört sie noch einmal das schreckliche Geräusch von zerfetztem Stoff, als Bleed Shiawase den Arm abgesägt hat. Und sie spürt eine Emotion in ihr aufkommen, die sie in dieser Form so noch nie gespürt hat.
Blanken Hass.

Eri Osada: "化物!"

Mit einem Satz ist Eri bei Bleed und blickt diese von unten mit funkelnden Augen an.

Eri Osada: "Ich dich werden... besiegen... und dann du geben mir Shiawase wieder!"

Bleed beisst sich auf die Unterlippe.
Stolz und geheimnisvoll zugleich hebt sie das Kinn. Lauernd schauen ihre schwarzen Augen.

Bleed: „Dein Teddy ist.. sagen wir mal so. Er ist ‚nicht mehr hier’.“

Eri Osada hält wie erstarrt inne. Sie spürt, wie ihr Tränen in die Augen steigen und unterdrückt den Impuls.

Eri Osada: "W-was soll das heißen? Wo ist Shiawase?"

Bleed: Er ist .. an einem besseren Ort. Und ja.. du wirst ihn wiedersehen, Eri.“

Triumphal lässt sie die Worte im Raum liegen, wie Messer, die man aufnehmen und damit spielen kann wie man möchte.
‚An einem besseren Ort’. Das klingt besser als zerfetzter, verbrannter Plüsch, vergraben in undankbarer Erde.

Eri funkelt Bleed an, als sich diese Richtung Kabinentür umdreht.

Unerwartet ist da die Hand, die Bleed am Arm packt und sie zurückhält.
Der Griff ist nicht sonderlich hart, aber bestimmt und duldet kein Entkommen für den Moment.

Bleed ist stehengeblieben, neigt den Kopf zur Seite und schaut in das Gesicht von Azrael Rage, der sie immer noch festhält.

Azrael Rage: „Ach, immer wieder herrlich… Ich bin seit über eine Dekade der Herr des Seins hier und dennoch schießen die Emporkömmlinge immer wieder in Meine Stube und Meinen Mir von neuen Gesetzen, neuen Göttern und neuen Unheil prophezeien zu müssen… Genau wie Du eben, Bleed. Ich habe das Falsche als Befriedigung stets empfunden, wie auch das Richtige…“

Blick zu Eri, kurz aber bestimmend.

Azrael Rage: „Nachdem Du aber all diese unheilvollen Vorhersagen in Umlauf gebracht hast, habe Ich einen kleinen Blick für Dich in die Kristallkugel, Meine kleine Bleed. Die Sache ist doch die, dass Du weder weißt was richtig, was falsch, was unnatürlich oder was wichtig ist. Natürlich weißt Du das alles nicht, denn ER meint, dass Du es nicht wissen brauchst. ER meint, dass es vollkommen reicht Dich wie Spam durch die Gegend zu schicken, denn ER gibt eigentlich einen FICK auf Dich. Du meinst, sein Segen, lässt Dich tanzen, kleine Bleed, aber ein falscher Schritt, ein klitzekleines Abrutschen und Du wirst erkennen, dass der Boden mit Messer und Rasierklingen gespickt ist. Dann wirst Du Deinem Namen gerecht, dann wirst Du bluten… Und Wir…“

Wieder der kurze bestimmende Blick zu Eri.

Azrael Rage: „… werden lachend zusehen, während Du Dich bei jeder neuen Bewegung in Deinem Leiden SCHNEIDEST!“

Bleed drückt sich – zum Missfallen von Eri – dicht an Azrael Rage heran. Sie fühlt seine Statur vor sich, seine Aura. Und er spürt die Kälte ihres Körpers unter dem schwarzen Stoff.

Bleed: „Du hast recht. Ich werde mich schneiden.. sehr bald schon. Und es wird ein tiefer Schnitt sein. Es ist wie.. in einer dunklen Küche. Soviel zu tun.. soviel zu teilen, in Streifen zu schneiden.. zu halbieren, zu trennen, neu zu ordnen. Irgendwann starre ich auf den Schnitt im Daumen. Und ich werde fallen – und an dich denken, Azrael Rage. Und wenn du das Messer siehst, was neben mir liegen wird, weißt du genau wie ich – genau wie ER - .. das deine Zeit kommen wird.“

Unerwartet schiebt sie ihren Kopf nach oben, schließt die schwarzen Augen.
Dann empfangen Azraels Lippen die ihren, kalt und weich zugleich. Wie ein Hauch am Morgen eines Tages, deren Kälte man nicht erwarten konnte. Mehr eine flüchtige Berührung als ein Kuss.

Aber genug für sie. Azrael konnte gar nicht schnell genug reagieren. Er überlegt sie einfach in zwei Hälften zu brechen, aber das ist Eri’s Kampf… eigentlich. Eines Tages kümmert sich Rage lieber, wenn Hunde und Schlächter versagt haben, um den Puppenspieler, aber bis dahin ist noch viel Zeit.
Sie nickt ihm zu, dann verlässt sie die Kabine.

Zurück bleiben Azrael und seine kleine japanische Freundin. Für einen Moment herrscht Schweigen. Vielleicht einen Moment zu lange. Keiner weiß, was er sagen soll.
Dann stürmt auch Eri Osada aus dem Raum. Niemand soll ihre Tränen sehen, erst recht nicht Azrael.

Vincent Craven: "Die arme Eri Osada..."

Mike Garland: "Vermutlich ist die PCWA doch etwas zu viel für sie. Zuerst muss sie ihren Shiawase aufgeben und nun küsst Bleed auch noch ihren Azrael Rage."

Vincent Craven: "Vielleicht hat Bleed damit auch erreicht, was sie eigentlich bei den beiden wollte. Zeigen, dass hier kein wahres Bündnis besteht."

Mike Garland: "So eines wie im Keller!?"

Vincent Craven: "Wenn wir Bleed Glauben schenken, besteht zumindest zwischen ihr und Eleven so eins. Gut aber, dass Eri gleich die Möglichkeit hat, Bleed vom Gegenteil zu überzeugen."

Mike Garland: "Es dürfte ganz interessant sein, zu sehen, wie eine wütende Eri wrestlet."


------------------ PCWA ------------------

Ihre blondes Haar hat sie heute streng zu einem Zopf gebunden und kaut auf einem Kugelschreiber herum, während sie versucht Herr (oder Frau) ihrer Zettelwirtschaft zu werden. Der Schreibtisch hat generell auch schon bessere Tage gesehen. Bleistifte, Kugelschreiber, mehrere ungeöffnete Briefumschläge, dazu mehrere Flecken von Kaffeetassen, die sich wenigstens nicht stapeln. Nur eine einzige Tasse, eine schwarze mit dem roten Phönix-Symbol der PCWA. Ob sich dieses Symbol wohl irgendjemand bereits tätowiert hat? Ganz billig war das ja nicht, als sie das bei dieser kleinen Berliner Werbeagentur in Auftrag gegeben hat. Wie hieß die noch...? Irgendwas mit... Meister?

Zwischen den Unterlagen sind auch Anfragen, E-Mails, Notizen, Muster für Verträge. Die Anmeldephase für den zehnten Brawlin' Rumble hat begonnen und die Interessenten rennen ihr die Türen ein. Probleme das Teilnehmerfeld voll zu bekommen, hatte die PCWA noch nie. In diesem Jahr scheint man allerdings tatsächlich selektieren zu müssen, was allerdings auch kein Wunder ist. Ein Jubiläum. DAS Jubiläum der vielleicht wichtigsten Veranstaltung.

Auch sie selbst hat sich bemüht und bei anderen Ligen angefragt. Schließlich gibt es noch andere Titel und andere Champions auf der Welt. Trent Miral, Raging Cobra, Extreme Fighter Levy, um nur einige Personen zu nennen, die vielleicht interessant wären. Bei anderen Ligen hat es bereits geklappt. Die wie immer fantastische Beziehung zu ATHENA hat Ashley Stanton in die PCWA gebracht und Gespräche mit der GFCW brachten Raphaellus Krueger zu Vendetta 102.

Doch heute ist ein anderer Tag. Und ein anderer Tag bedeutet manchmal auch... ein neuer Champion.

Plötzlich ist ein Klopfen an der Bürotür zu hören und die hübsche Blondine wird aus ihren Gedanken gerissen… Sie hebt ihren Kopf und blickt über ihr Bürochaos für einen Moment hinweg… ein leises „herein“ ist zu vernehmen und die Türklinke wird nach unten gedrückt. Langsam öffnet sich diese und zum Vorschein kommt ein Mann ganz in weiß. Ein Mann, den man noch nie zuvor bei einer Vendetta Ausgabe gesehen hat… es dauerte mehr als 102 Ausgaben, bis er sich mal in der PCWA blicken lässt. Die Rede ist von einem ganz bestimmten Mann! Auch wenn er noch keinen Fuß in diese Liga gefasst hat, dürfte Zereo Killer jedoch jedem Wrestlingfan ein Begriff sein.Langsam tritt er durch die Türschwelle und sieht seine neue Gesprächspartnerin vor ihm auf den Stuhl sitzen.

Die Geschäftsführerin der PCWA scheint ein wenig aufzutauen und setzt ihr freundlichstes Lächeln auf. Per Handschlag begrüßt sie den neuen, den amtierenden World Heavyweight Champion der GFCW.

Jona Vark: "Willkommen Mister... eh... Killer. Freut mich, dass sie es so kurzfristig einplanen konnten. Nur zwei Tage nach War Evening."

Natürlich ist auch der Champion gut gelaunt. Auch die Tatsache, dass er immer noch diese durchsichtige Gesichtsmaske wegen angebrochener Nase tragen muss, ändert nichts daran. Er hat ja schließlich DAS DA, seinen eigens angefertigten GFCW World Heavyweight Title.

Zereo Killer: „Ach, das passt schon, immerhin hast du ja schon was Wichtiges mit mir zu besprechen, oder?!“

Mike MacKenzie räuspert kurz und bittet gleichzeitig um Verzeihung.

Zereo Killer: „ Auch wenn es mit Sicherheit besser in dieses Geschäft passen würde… ich bin kein Mensch, der gerne herumsiezt… Ich sage prinzipiell immer „du“ zu den Menschen, ich hoffe, dass du kein Problem damit hast? Wie dem auch sei, ich hab im Moment noch nicht die Erlaubnis in den Ring zu steigen wegen meiner angebrochenen Nase, trotzdem war die erste Show, die ich als Champion quasi anführte, fantastisch! Ich bekam schon immer gute Reaktionen, aber die Stimmung, die diese tausend Menschen machten… es fühlte sich an, als währen zehntausend Menschen in der Halle gewesen! Das waren für mich Gänsehautmomente pur…“

Es sieht schon so aus, als würde sie sich die Nägel feilen und nickt, damit ihr Gesprächspartner doch noch merkt, dass sie bei der Sache ist… irgendwie zumindest…

Zereo Killer: „Doch da mag ich jetzt nicht weiter ausholen… Sorry, dass ich dich ein wenig vollquatsche. Aber das ist nun mal meine Art. Ich bin ein kommunikativer Mensch… Dennoch, du hast mich sicher nicht hier her bestellt um Kaffeekränzchen mit mir zu halten…“

Kritisch blickt der GFCW World Heavyweight Champion auf ihren unaufgeräumten Schreibtisch…

Zereo Killer: „Aber wie ich sehe, hattest du schon einige Kaffeekränzchen am heutigen Tage…“

Die Geschäftsführerin nickt. Natürlich hatte es einen speziellen Grund, warum sie den neuen Champion zu Vendetta 103 eingeladen hatte. Abgesehen davon, dass es ein Novum war. Abgesehen von wenigen Namen... wie Fireball Hikari, der GFCW Champion war, allerdings gut zweieinhalb Jahre später, nachdem er in der PCWA Cotatores Champion war, abgesehen von Eric Fletcher, der selbst im Januar 2011 beim Brawlin' Rumble VIII aufgetreten ist, sich erst eineinhalb Jahre später GFCW Champion nennen durfte und abgesehen von Robert Breads überschneiden sich die Geschichte der PCWA und die Historie der GFCW World Champions überhaupt nicht. Es war Zeit, dies zu ändern.

Vendetta 102. Raphaellus Krueger.
Vendetta 103. Zereo Killer.

Jona Vark: "Ich freue mich natürlich, wenn wir das C in unserem Namen so richtig ausleben können. Crossover. Und wenn der amtierende GFCW World Heavyweight Champion hier auftritt, ist das Crossover. Wenn der amtierende GFCW World Heavyweight Champion dann noch Teil des zehnten Brawlin' Rumbles ist, kann es kaum besser sein. Deswegen möchte ich Ihnen die Gelegenheit geben, vorab, vor dem Brawlin' Rumble sich bereits an die Fans zu wenden."

Noch ist Jona Vark allerdings nicht fertig damit, dem höchsten Titelträger der GFCW Honig um den Mund zu schmieren.

Jona Vark: "Sie sind Champion, sie sind ein Aushängeschild der GFCW. Mehrfacher Intercontinental Champion. Aber auch vorher, Aushängeschild der WWCA, die immer noch auf der Weste von unserem ehemaligen Undisputed Gerasy Champion Azrael Rage klebt. Ein Wrestler wie sie, der so viel gesehen, so viel erlebt hat, würde der PCWA sehr gut tun, Mister... eh... Zereo."

Ein nicht allzu ernst gemeintes Augen verrollen ist in der Mimik des Kaliforniers zu erkennen… Sie ist eine Dame der alten Schule wie es scheint… dieses “Du” nimmt sie definitiv nicht an… Aber “Mr. Killer” oder “Mr. Zereo” oder so ähnlich hört sich doch richtig blöd an…

Zereo Killer: „MacKenzie… Mein richtiger Name lautet Mike MacKenzie… Ich habe dich mit dem „du“ überrumpelt wie ich sehe… Dennoch bin ich kein Mensch, der dieses „sie“ praktiziert… wir müssen einen Mittelweg finden. Ich duze dich weiterhin, du siezt mich, so wie es aussieht… Mr. MacKenzie hört sich nicht so ungeheuer blöd an wie… Mr. Killer…“

Er lacht und hofft, dass die gute Laune auf die Engländerin überschwappt… doch im besten Falle entlockt er ihr ein kleines Lächeln, das alles Andere als ernst gemeint zu sein scheint… eine etwas ungewohnte Situation für den immer sehr gut gelaunten „Mr. Killer“… Anstatt ihm zu antworten bittet die Geschäftsführerin den Mann aus den Staaten an sich zu setzen… reichlich spät, das Gespräch hat ja schon längst stattgefunden… Naja, der Killer hatte sie zuvor mit seinen Erfahrungen als GFCW Lockerroomleader „gelangweilt“… dann kommt sie leider erst jetzt auf die Idee… Mike scheint dies aber gar nicht zu stören, bedankt sich und setzt sich tatsächlich…

Zereo Killer: „Der GFC… Pardon… der PCWA Brawlin Rumble, die zehnte Auflage… Wahrlich eine besondere Veranstaltung… Dass ich dieses Jahr dabei sein darf, ich kann es selbst kaum glauben! Ich freue mich sehr auf die Herausforderungen, denen ich während dieses Matches begegnen werde!“

Euphorisch bildet er mit einer Hand eine Faust und schaut der PCWA Chefin direkt in die Augen.

Zereo Killer: „Selbstverständlich werde ich die Chance nützen mich dem Publikum vorzustellen! Die PCWA wird Zereo Killer heute Abend kennenlernen!"

Die Geschäftsführerin scheint ein wenig aufzutauen, wenn man davon sprechen kann. Sie nickt und lächelt nun tatsächlich freundlich.

Jona Vark: "Gut, Mister MacKenzie. Sie sind nicht zufällig verwandt mit einem gewissen Graham MacKenzie? Der wanderte bis vor ein paar Monaten noch zusammen mit seinem... leicht bekleideten Schützling Declan O'Kelly als Celtic Clan in der PCWA herum?"

Doch der GFCW World Heavyweight Champion schüttelt den Kopf.

Jona Vark: "Die Welt wäre dann auch einfach zu klein. Jedenfalls müssen sie wissen, auch wenn sie Beide mit Sicherheit nicht die besten Freunde sind, Raphaellus Krueger hat bei der letzten Vendetta einen fantastischen Eindruck hinterlassen und hat unseren Undisputed Gerasy Champion Alistair Brunswick an die Grenzen gebracht. Sie treten in große Fußstapfen, Mister MacKenzie. Eine ganze Liga hegt große Hoffnungen in sie, schließlich möchte die GFCW optimal repräsentiert werden. Ich hoffe, dass sie sich dessen bewusst sind."

Nachdenklich kratzt sich der Mann aus Los Angeles Kalifornien an der Kinnspitze und schaut ein wenig durch den Raum, um die richtigen Worte zu finden… ein kurzes Seufzen später scheint er die richtige Antwort gefunden zu haben.

Zereo Killer: „Ich erklärte es auch schon bei War Evening: Viele meiner Fans fragten mich, weshalb ich Krueger nach dessen Match auf die Schulter geklopft hab, obwohl wir uns wirklich abgrundtief hassen… Er mag zwar ein furchteinflößender, rücksichtsloser Charakter sein, der vor Nichts und Niemanden zurückschreckt… doch wenn ich alles, was seine Person betrifft ausblende, und lediglich den „Kämpfer“ vor mir sehe, weiß ich ganz genau, was für ein großer Kämpfer er ist! Niemand hatte diese Reaktion von mir erwartet… doch das war ein Schulterklopfer der Anerkennung… Ja, Jona Vark, ich bin mir bewusst, in wessen Fußstapfen ich trete und ich werde so gut wie möglich die GFCW vertreten, sei es bei Vendetta 103, oder auch beim Brawlin Rumble X oder eventuell auch für weitere Auftritte nach dem großen PPV!“

Der Champion blickt mit seinen Augen intensiv die englische Ligenleiterin an, als wolle er sie durchbohren, wenn nicht sogar an die Wand nageln… Die Botschaft scheint angekommen zu sein, Zereo Killer ist sich seinen Aufgaben bewusst… mit einem einfachen Nicken drückt auch Mrs. Vark aus, dass sie verstanden habe. Die Botschaft ist angekommen.

Jona Vark: "Ich bin ehrlich zu Ihnen. Ich freue mich, dass sie heute hier sind, ich freue mich noch mehr auf ihren Auftritt beim Brawlin' Rumble. Und selbstverständlich drücke ich Ihnen die Daumen. Schließlich wäre es mal wieder an der Zeit, dass eine externe Person den Rumble gewinnt und in die Fußstapfen von solchen Superstars wie Ares, Creed H. Quinn oder Vlad Amarov tritt. Brawlin' Rumble X-Sieger... Zereo Killer? Warum nicht! Und wenn sie möchten und einen Vertrag unterschreiben... steht ihnen automatisch ein Undisputed Gerasy Title Match beim nächsten PPV, dem Out of Ashes zu."

Das Glänzen in den Augen von Zereo Killer ist natürlich zu sehen… Undisputed Gerasy Champion und GFCW World Heavyweight Champion… Hat es so etwas schon einmal in der Geschichte der beiden Ligen gegeben? Wohl eher nicht! Der Amerikaner scheint sich ein wenig in diesem wunderschönen Gedanken zu verlieren, in zwei Ligen gleichzeitig an der Spitze zu stehen… Jona Vark weiß aber auch genau, wie man einen Top Draw einer anderen Liga Honig ums Maul schmiert… Sie ist eben eine eiskalte Geschäftsfrau…

Zereo Killer: „Das hört alles sehr gut an! Doch gehen wirs Schritt für Schritt an! Ich werde mich heute dem PCWA Publikum vorstellen… Bin sehr gespannt, wie sie auf mich reagieren. Dann steht der Rumble an… Vielleicht die größte Herausforderung meines Lebens! Ich werde, wie immer, mein Bestes geben…“

Er hält kurz inne und geht für einige Sekunden in sich… Die Augen sind geschlossen, ein Grinsen wird immer breiter und breiter…

Zereo Killer: „… und wenn ich tatsächlich den Rumble gewinnen sollte, dann kannst du dir sicher sein, dass ich den Undisputed Gerasy Champion herausfordern werde!“

Nun schiebt er seinen Stuhl zur Seite, steht auf und fügt noch folgendes hinzu…

Zereo Killer: „Ich darf wohl anmerken, dass ich hoffe, dass Azrael Rage dann der Champion sein wird! Ein Match gegen ihn, das würde ich mir in Zukunft wünschen!“

Die Geschäftsführerin der PCWA wird hellhörig und macht sich Notizen… Zereo Killer vs. Azrael Rage, das wäre doch ein tolles Match! Auch sie erhebt sich von ihrem Stuhl und die Blicke kreuzen sich… Ein freundliches Lächeln ist im Gesicht des GFCW World Heavyweight Champions zu sehen… genauso wie bei Mrs. Jona Vark… Sie lächelt, weil sie die Kassen klingeln hört… Zereo Killer vs. Azrael Rage… hört sich doch auch gut an, oder?

Vincent Craven: "Und hier haben wir bereits eine weitere Ankündigung für den Brawlin' Rumble. Der GFCW World Heavyweight Champion Zereo Killer wird mit von der Partie sein."

Mike Garland: "Dass er im Falle eines Sieges aber lieber gegen Azrael Rage antreten will, als gegen Alistair Brunswick, wird dieser nicht so gerne hören."

Vincent Craven: "Vermutlich wird es dem Gerasy Champ trefflich egal sein. Wenn er nämlich Rage beim Rumble besiegt, hat er alle Argument auf seiner Seite."

Mike Garland: "Richtig... 'Wenn'!"

Vincent Craven: "Nun, ob Zereo Killer den Bann brechen kann und nach langer Zeit als Auswärtiger den Rumble gewinnen kann, ist natürlich auch mehr als fraglich."

Mike Garland: "Da gebe ich dir Recht. Die PCWA hat im Laufe der Zeit an Qualität zugenommen, während das Umfeld doch merklich geschrumpft ist."

Vincent Craven: "Wenn es aber eine Konstante im Umfeld gibt, dann ist es die GFCW. Und wenn es jemand schaffen kann, dann sicherlich der GFCW World Champion."

Mike Garland: "Zumal er in der gleichen Liga war wie Azrael Rage. Das ist schon etwas anderes, als wie Brunswick aus dem Nirgendwo zu kommen." 


------------------ PCWA ------------------

Blake Milton: „Rate doch mal!“

Rücksichtslos, weil völlig in Gedanken versunken, tritt Blake die Tür hinter sich zu. Bevor sie allerdings lautkrachend ins Schloss schlagen kann, fängt Robert Barker sie ab und schließt sie ganz konventionell mit dem Betätigen der Türklinke. Aus irgendeinem Grund hatte er schon immer etwas gegen das sinnlose Zuhämmern von Türen. Blake interessiert das alles nicht, weil er ein Paket in den Händen trägt, das ihm deutlich wichtiger ist, als irgendeine bedeutungslose Tür der PCWA. Schnell ist er beim einzigen Tisch in der Kabine seines Tag Team Partners und legt das Paket darauf ab.

Robert Barker: „Verdammt, ich rate nicht.“

Dann halt nicht, scheint Blake sich zu denken und zaubert ein Teppichmesser aus einer Tasche hervor, die man nicht sieht, wenn man nicht genau weiß, dass sie da ist. Mit dem typischen Ratschen gleitet die Klinge hervor und rastet ein. Ein Schnitt links, einer rechts und einer durch die Mitte. Blake arbeitet schneller, sauber und ruhig. Wer Blake kennt, weiß wie beunruhigend dieser Gedanke ist.

Robert Barker: „Was ist das an dem Messer?“

Jetzt hält Blake doch kurz inne. Sieht den Flecken am Messer, den er beim oberflächlichen Reinigen scheinbar ignoriert hat und gibt Robert einen Blick, der sarkastisch „Farbe“ sagt. Robert antwortet mit einer Miene, die spöttisch erwidert „Farbe. Natürlich.“. Und bevor Blake etwas über sein neuestes Treffen mit Dalmi erzählen muss und über die Skizze, die sie gezeichnet haben, öffnet er das Paket und holt einen glänzenden Holzkasten heraus. Politurgeruch steigt beiden in die Nase, während Blakes Hände gefühlvoll über das helle Holz gleiten.

Blake Milton: „Mach es auf!“

Robert hebt zwar kurz eine Augenbraue, doch dann öffnet er das Klappschloss an der Seite des Kastens und hebt den Deckel an. Zum Vorschein kommen drei vollkommen identische, mattschwarze Baseballschläger.

Robert Barker: „Was willst du mit drei Schlägern auf einmal?“

Blake Milton: „Du musst sie dir angucken!“

Blakes Begeisterung ist deutlich spürbar und so greift Robert sich einen der Bats und wiegt ihn in der Hand. Er liegt perfekt. Sieht ganz nett aus, aber eben genauso wie die anderen beiden. Bevor er selber darauf kommen kann, hat Blake den Schläger an der Spitze gefasst und dreht ihn, sodass Barker eine Gravur erkennen kann. Zwölf weiße Buchstaben. Robert Barker. Auch wenn er weiß, was er finden wird, dreht Robert die anderen beiden Schläger im Kasten und sieht, dass die anderen beiden für Blake Milton und, selbstverständlich, Eleven gemacht sind. Blake’s große, glückliche, geisteskranke Familie. Mit einem schwermütigen Schnaufen legt Robert den Schläger zurück.

Robert Barker: „Du weißt, dass ich trotzdem gegen ihn kämpfen werde, nicht wahr?“

Blake Milton: „Aber warum?“

Robert Barker: „Weil ich das tun muss.“

Blake Milton: „Nein, das musst du nicht. Du kannst den Kampf absagen, Eleven will dich nicht vernichten, er will… er will…“

Robert Barker: „Er will den Schlächter und den bekommt er auch. Kein Erbarmen, keine Grenzen.“

Blake schüttelt wild mit dem Kopf.

Blake Milton: „Neinneinnein! Das will er nicht und du auch nicht. Ihr respektiert euch doch, das weiß ich und wen interessieren denn die anderen? Wenn du meinst, dass dort draußen jemand sein Maul aufreißen wird, weil du das Match absagst, dann… dann… dann kämpfen wir wieder zusammen! Wie bei der letzten Vendetta. Eleven und du und ich! Und dieses Mal werde ich euch nicht enttäuschen!“

Für einen Moment schaut Robert in die flehenden Augen von Blake und am liebsten würde er ihm seinen Wunsch erfüllen. Er wäre gern ein großer Bruder für den Jungen, aber solange Eleven in der PCWA herumgiftet, wird Robert ihm niemals geben können, was er verlangt.

Robert Barker: „Nein, Blake. Ich tue das für mich selbst und für niemanden sonst. Die Zeiten, wo ich versucht habe irgendjemanden da draußen glücklich zu machen, sind vorbei. Ich werde mit Eleven meine Sünden begleichen. Quit pro quo. Genau, wie ich es beim letzten Mal verspochen habe.“

Blake presst seine Lippen fest aufeinander. Sucht ein neues Argument.

Blake Milton: „Du machst einen Fehler. Du wolltest den Schlächter doch kontrollieren und jetzt willst du ihn einfach wieder übernehmen lassen? Warum bist du dann überhaupt zu mir gekommen? Wofür das Ganze?“

Robert Barker: „Nein, der Schlächter wird mich nicht erneut übernehmen. Nie wieder. Es ist mittlerweile anders. Der Schlächter… hängt jetzt an einer unsichtbaren Leine.“

Robert deutet gestikulierend eine Leine um seinen eigenen Hals an. Blake gefällt die Vorstellung, aber davon darf er sich jetzt nicht ablenken lassen.

Blake Milton: „Sei vernünftig! Er wird dich zerreißen! Du weißt nicht, auf was du dich da eingelassen hast."

Will Blake nun seinen Stolz angreifen?

Robert Barker: „Ich habe eine Karriere daraus gemacht mehr Blut zu vergießen als jeder PCWAler vor mir. Man mag mich vielleicht in einem einfach Singles Match besiegen können, aber in einem Blutbad gibt es hier niemanden, der es mit ihr aufnehmen kann. NIEMAND! Auch nicht fuckin Eleven."

Blake Milton: „Ich rede nicht von Eleven. Ich rede vom Schlächter!"

Barker blickt ihn stoisch an.

Robert Barker: „Ich bin nicht dumm, ich gehe nicht da raus und benehme mich so wie damals, heute kontrolliere ich den Schlächter. Er ist lediglich für eine einzige Person eine Gefahr… Eleven. All meine Perversität, all meine kranken Gelüste und all meinen Blutdurst... werde ich auf Eleven konzentrieren."

Blake schluckt. Er mag den Schlächter, aber er mag auch Eleven. Er will sie beide besitzen, doch er weiß, dass das niemals möglich sein würde. Eleven und Robert Barker allerdings sind eine Paarung, die nicht nur in seinen Träumen existieren muss und deshalb gibt er nicht auf, obwohl er weiß, wieviel Robert an diesem Kampf liegt.

Blake Milton: „Wie kommst du auf die Idee, dass du ihn kontrollieren kannst? Du hast mich angebettelt dir zu helfen, weil du ihn eben NICHT kontrollieren kannst!"

Robert geht auf ihn zu. Auf den Mann, der ihm doch all die Werkzeuge in die Hand gegeben hat, die er benötigt.

Robert Barker: „Weil ich ihn nicht kontrollieren konnte. Vergangenheit, Blake! Jetzt kann ich ihn kontrollieren! Durch deine Hilfe!"

Blake wird getroffen von seiner angeblichen Teilschuld an diesem riesengroßen Fehler, der zum Zerfall seiner gerade erst zusammengefundenen Familie führen wird und weicht von Barker ab.

Robert Barker: „Du hast mir geholfen den schwachen Teil in mir zu töten und den Schlächter einzufangen. Ich bin in Kontrolle. Ohne diesen schwachen Teil in mir ist Robert Barker stärker als der Schlächter und das werde ich ausnutzen!"

Robert steht am Tisch und greift sich einen der Baseballschläger.

Blake Milton: „Woher willst du das wissen? Woher willst du wissen, dass du das wirklich kannst, dass du dir das nicht einfach nur schönredest?"

Die Antwort bekommt Blake nicht ins Gesicht. Robert spricht viel mehr mit dem Schläger in seinen Händen, als er sagt…

Robert Barker: „Weil der Schlächter seit Monaten nicht mehr durchgedreht ist. Weil ich Match für Match ohne ihn bestreiten konnte, weil ich Niederlagen wegstecken konnte und weil ich Eleven gegenübertreten konnte, ohne durchzudrehen, egal wie sehr ich es gewollt habe!"

Blake Milton: „Und in jedem einzelnen dieser Momente war ich an deiner Seite! ICH bin deine Leine!"

Vor ein paar Wochen hätte Robert ihm vermutlich einfach zugestimmt.

Robert Barker: „NEIN!“

Aufbrausend prügelt Robert den Schläger auf den Tisch. Und während der Tisch deutliche Schäden davon trägt, ist der schwarze Schläger ohne jeden Kratzer. Blake bestellt schließlich nur das Beste.

Robert Barker: „Du hast mir geholfen, das werde ich niemals abstreiten, Blake, aber ICH habe ihn unter Kontrolle!"

Blake Milton: „Das KANNST du gar nicht wissen! Woher auch?"

Robert Barker: „Du willst also einen Beweis?"

Er dreht sich ab.

Blake Milton: „NEIN! Ich will, dass du aufhörst. Ihr sollt nicht kämpfen, ihr sollt-"

Robert hat genug. Er unterbricht Blake, knallt ihm die finale Weisheit an den Kopf.

Robert Barker: „Wir werden aber kämpfen und es gibt nichts, was du tun oder sagen könntest, um mich davon abzuhalten!"

Den Baseballschläger in der Hand verlässt Robert den Raum. Die Tür hinter ihm knallt lauthals in das Schloss. Er mag das zwar nicht, aber manchmal muss man Dinge tun, die einem nicht gefallen. 

Mike Garland: "Der Schlächter will gegen Eleven in den Ring steigen. Ohne Wenn und Aber!"

Vincent Craven: "Blake Milton schien noch Hoffnung zu haben, seinen... Freund?... davon abzuhalten, aber es ist ihm nicht gelungen. Der Schlächter ist fest entschlossen."

Mike Garland: "Die Frage ist nur, was Blake in seinem kran... in seinem auf Sicherheit achtenden Köpfchen damit macht."

Vincent Craven: "Er wird es wohl oder übel akzeptieren müssen."

Mike Garland: "Akzeptanz ist aber nicht Miltons Stärke."

Vincent Craven: "Die der anderen beiden im Keller auch nicht. Aber zumindest Bleed ist von einer Einheit dort unten überzeugt."

Mike Garland: "Blake ja auch... ansonsten hätte er nicht diese Schläger besorgt. Wenn er aber nicht bekommt, was er will, dann endet das meistens böse..."

Vincent Craven: "Ich denke das Match Schlächter vs. Eleven ist mit das Böseste, was man sich in der PCWA vorstellen kann. Von daher endet es so oder so... böse." 


------------------ PCWA ------------------

Das Auge zuckt. Vor Nervosität. Er sitzt vor einem Laptop und spult die selbe Szene wieder und wieder ab. Ein langer Strich. Ein ovaler Kreis. Drei Kurven. Immer und immer wieder. 1. 0. 3. 1. 0. 3. Die fahle Gestalt, sie sich wie ein Schleier des Schreckens über die Berlin Wrestling Heroes legte, kündigte sich selbst für Vendetta 103 an. Aleks G. drückte auf die Leertaste und stoppte das Bild genau in dem Moment, als die Gestalt ihren Kopf hob und direkt in die Kamera blickte.

Ein kalter Schauer jagte über seinen Rücken, er würde dieses Gesicht nie vergessen. Niemals. Wie es zähnefletschend über ihm Stand, Speichel zwischen den Zähnen hervorblitzte und er einfach die Lichter ausknipste. Instinktiv greift sich der Boss an den Kiefer, wo er etliche Schläge einstecken musste.

Doch seinem Kumpel geht es nicht sonderlich besser. Bob Mile hängt auf einer Couch, hat die Augen geschlossen und versucht sich mit etwas Marihuana zu entspannen. Zu vergessen. Beide haben in ihrer Karriere schon einiges durchgemacht, aber dieser Angriff... sie müssen die PCWA warnen. Sie müssen ihn aufhalten. Doch Aleks hat keine Ahnung, wie.

Aleks G.: "Ich habe keine Ahnung."

Keine Reaktion von Bob Mile.

Aleks G.: "Bob? BOB!"

Immer noch keine. Der jamaikanische Jugoslawe, der sein Glück in den Discos und Straßen von Berlin versucht hat und es zu nichts Besserem gebracht hat, als zu einem Edel-Jobber mit Schizophrenie (wobei meine Mitbewohnerin, die Psychologin ist, nun sagen würde, dass Schizophrenie und eine Persönlichkeitsstörung nicht das Gleiche sind... aber was weiß ich? Ich habe nicht studiert, genauso wenig wie Bob Mile. Aber Aleks G. Lebensmitteltechnologie. Fetter Reim, Bitches!), sitzt noch immer mit geschlossenen Augen auf der Couch und bemerkt den zusammengeknüllten Zettel, den Aleks ihm an den Schädel wirft, erst, als er auf seinen Schädel trifft. Wäre Bob Mile anstatt Wrestler nun Fußballspieler geworden, würde er sich vor Schmerzen wimmernd auf dem Boden krümmeln. Doch er guckt einfach nur blöd drein.

Bob Mile: "Was ist?"

Aleks G.: "Ich habe keine Ahnung. Keine Lösung. Der Typ hat uns fertig gemacht. Fertig. Wie sollen wir ihn aufhalten?"

Der Brother from another Mother zuckt mit den Schultern.

Bob Mile: "Ich weiß es nicht, Mann. Wie hältst du etwas auf, was eigentlich nicht hier sein sollte?"

Beim Überlegen kratzt sich Aleks G. am haarigen Kinn, dann greift er die biologisch abbaubare, selbst gedrehte "Zigarette" seines Kumpels, der vor einigen Monaten noch sein Gegner war. Und davor sein Kumpel. Kumpelception. Ach ja, einen gehörigen Zug nimmt er auch noch und bläst den Qualm in die Mitte des Raumes.

Bob Mile: "Gibt es denn schon Proton Packs? Die Dinger von den Ghostbusters? Das Ding und eine von diesen Geisterfallen und wir könnten ihn... ZACK, BUMM!"

Der Wolf - nicht der Wolf von ICH - verzieht das Gesicht.

Aleks G.: "Ich denke, das kommt erst wie das Hoverboard erst im Oktober 2015. Und diese coolen Nike MAG mit der Powerlasche. Weißt du noch?"

Bob Mile: "Future Shit!"

Aleks G: "Defo! Da kommen geile Sachen auf uns zu, Mann. Wer braucht eine Brille, die mit einem redet, wenn man endlich was gegen Schnürsenkel erfinden kann? Powerlaschen for the Win!"

So schnell kann man von einem Problem zu einem Gimmick aus einem Hollywood-Streifen kommen, welches 25 Jahre alt ist. Merken auch die Mad Boiiz, die sich nun wieder auf das Thema zurückbesinnen.

Aleks G.: "Aber das hilft uns alles nichts im Kampf gegen das Böse. Bob... du weißt, was das bedeutet?"

Sieht nicht so aus.

Bob Mile: "Nein... eigentlich nicht."

Aleks G.: "Wir müssen ihn suchen. Wir müssen in den Wald."

Bob Mile: "In den Wald?"

Aleks G.: "In DEN Wald."

Bob Mile: "Uh oh."

Uh oh ist absolut richtig. In DEN Wald. Sie müssen ihn suchen. Sie müssen ihn finden. Wenn wenn eine Person das Böse aufhalten kann, dann ist es zumindest in den Köpfen der vollkommen bescheuerten MAD-X'ler die einzige Person, das einzige Wesen, welches das Böse komplett auffressen kann. Gut, wer auch immer dieses widerlich hagere, fahle Gesicht fressen will. Doch immerhin haben MAD-X einen Plan. Einen Lebensinhalt. Eine Mission.

Aleks G.: "Dann sollten wir keine Zeit mehr verschwenden. Auf geht's!"

Vincent Craven: "MAD-X haben wieder eine Mission! Das Böse bekämpfen und dafür müssen sie in den Wald. DEN Wald!"

Mike Garland: "Sieht aber auch scheußlich aus... das Ding auf dem Foto."

Vincent Craven: "Bob und Aleks scheinen auch in großer Aufruhr zu sein. Ob sie im Wald fündig werden?"

Mike Garland: "Du fragst, ob sie IHN finden?"

Vincent Craven: "Ihn!"

Mike Garland: "Uh oh."


------------------ PCWA ------------------

српског наркоман

Die PCWA ist seine Leinwand.

Das Blut seine Farbe.

Rumpelnd und dahinsiechend schleppen sich die synthetischen Klänge durch die Soundanlage, die wie verdammte Seelen, welche zu Hunderten in einem See aus leuchtendem Karmin waten, sich mit knorrigen Fingern in den aufgeweichten Morast des Ufers krallen und heulend und jammernd versuchen, sich vergeblich an Land zu ziehen, im nächsten Moment aber von den Wogen wieder in die kochenden Fluten gezogen werden. Das ist eines der Bilder, das er mit der PCWA verbindet, eine der zahlreichen Fantasien, die er sich ausmalt, die er mit diesem nimmersatten Ungetüm einer Liga verbindet und der er bald sein nächstes Werk widmen will.

Sie empfangen den Mann, der mit leicht nach vorn gekrümmten Gang hinter dem Vorhang erscheint und mit einem Mikrofon in der Hand den Ring ansteuert, mit Abscheu. Die Körperhaltung verrät es: Jeden einzelnen Federstrich, jeden Pinselschwung, der seine ekstatische Verwandlung in Kunst herbeigeführt hat, kann er nachfühlen. Und die Erinnerungen an diesen Moment lassen seine Mundwinkel sich auseinanderziehen und seine gelblichen Zähne zum Vorschein bringen, während er an ihnen vorbei schreitet. Sein gebeutelter Geist nimmt sie schon lange nicht mehr als Fans wahr. Die Aisle ist eine Gallerie, gesäumt von Gemälden, die Gewalt, Vernichtung und Tod in ihrer unaussprechlichen Quintessenz darstellen.

Er rollt sich in den Ring, wabert wie hypnotisiert zu den grauenhaften Klängen, tänzelt leichtfüßig wie eine Elfe im Seilgeviert umher. So lange, bis die Klänge im akustischen Wust des Hasses untergehen. Dann lässt er sich rücklings in die Seile fallen, lässt sich von ihnen auffangen. Seine Augen sind zur Hallendecke gerichtet.

Kriss Dalmi: "'Vendetta 102 war ein beschissener Abend für Kriss Dalmi'. Ist es das, was ihr denkt, wenn ihr mich so seht? Oder vielleicht denkt ihr auch, dass ich nach Monaten der Gewalt und des Wahnsinns endlich das bekommen habe, was ich so sehr verdient habe. Karma's a bitch! Die Fotze hat sich endlich gegen mich zur Wehr gesetzt, nachdem ich sie tagelang beleidigt und geschlagen habe. Und ihr seid alle von euren Sitzen aufgesprungen und habt gejubelt und applaudiert, als das passiert ist. Gekidnappt, gefesselt und geknebelt vom selbstgerechten Meisterdetektiv Wiley Cuts, gedemütigt von Elevens Lidschatten-tragendem Spielball Bleed, gerichtet von der Rache höchstpersönlich. Der gestürzte König der Gewalt, nunmehr ein in Müllcontainern hausender, verwahrloster Landstreicher, an einer Mauer lehnend und mit einer Herospritze im Arm sein aus den Fugen geratenes Leben bejammernd. Eine enorme Fallhöhe für einen einstigen König, nicht wahr? Ist dies das Bild, das ihr in euren Gedanken von mir zeichnet?!"

Rhetorische Frage. Natürlich. Und sonderlich weit von der Realität derer, die ihn auf den Plätzen umgeben, ist diese von ihm erdachte Darstellung sicherlich nicht. Gleichzeitig scheint es den drogensüchtigen Serben aber auch zu amüsieren, wie all diese Banausen über ihn denken, was zumindest seine schwärmerisch grinsenden Gesichtszüge verraten. Mit einem Ruck stößt er sich von den Ringseilen ab und beginnt damit, elegant wie eine Fee durch den Ring zu flanieren.

Kriss Dalmi: "Wie falsch ihr doch alle liegt! Wie ihr immer noch nicht versteht, was ich hier Monat für Monat mache, warum ich das mache, was ich mache! Eure Zweifel sollen meinen wunderschönen Werken ihre Existenzberechtigung entziehen, sie als degeneriert und sinnentleert entlarven und doch schafft es keiner von euch, hinter die abstrakte Fassade zu blicken."

Er stoppt, starrt mit leicht nach unten geneigtem Kopf in die Zuschauerreihen. Würde man sein Gesicht nun mit einem in die Tür geschlagenen Loch umrahmen, wäre für den Belgrader das Finale in einem Jack Torrance-Imitatorenwettbewerb mindestens drin!

Kriss Dalmi: "Sieht so jemand aus, der besiegt wurde? Sieht so jemand aus, der erniedrigt wurde?"

Mit dem Zeigefinger seiner freien Hand streicht der Serbe über seine Lippen, zeichnet sein krankhaftes Grinsen nach.

Kriss Dalmi: "Ich war bereit, mich dafür zu opfern, meine Arbeit auf eine neue Stufe zu heben. Ich war bereit, Hass und Zorn über mich ergehen zu lassen, war bereit, mich dem Schmerz zu stellen und wäre sogar bereit gewesen, dafür zu sterben! Ein Erschaffer, der sich seinem Handwerk vollkommen unterordnet, ein Künstler, der subversive Kunst schafft. Um jeden Preis! Das hebt mich auf eine Stufe mit den Großen der Kunstgeschichte, die Veränderung gebracht haben, Grenzen gesprengt haben, Umdenken herbeigeführt haben. Leid schafft Leidenschaft und mein Leid hat sein Feuer erneut zum Lodern gebracht. Er ist der Beweis dafür, dass meine Arbeit nicht umsonst ist. Er ist der Beweis dafür, dass der Virus, mit dem ich die PCWA infiziert habe, beginnt, sich unnachgiebig auszubreiten. Aus Zweiflern werden Gläubige, Kritiker werden zu Verehrern, und es beginnt bereits! Die Ästhetik der Gewalt wächst mit jedem Tag und frisst sich unaufhaltsam durch den Phönix wie ein aggressiver Tumor. Wer hätte gedacht, dass ich ausgerechnet im Angesicht meines Feindes auf einen Seelenverwandten stoßen würde, der mir dabei hilft, meine Heilsbotschaft einer radikalen und von euren Moralvorstellungen befreite Kunst zu verbreiten?!"

Mengte sich ob des raumschiffartigen Geblubbers dieses Wahnsinnigen im Ring verwirrtes Getuschel unter die Buhrufe der Crowd, so ruft vor allen Dingen letztere Anmerkung weiteren Unmut bei den PCWA-Fans hervor. Auf wen der Serbe hier anspielen will, ist unmissverständlich. Auch wenn er seinen Namen in diesem Zusammenhang noch nicht genannt hat. Begeistert klatscht Dalmi mehrmals in die Hände bevor er fortfährt.

Kriss Dalmi: "Ich habe Hammer und Meißel in die Hand genommen, habe damit so lange auf den formlosen Marmorblock eingehauen, bis seine Züge ein Ebenbild der meinen darstellten. Und nun gleicht er mir bis aufs Haar, auch wenn er es nicht wahrhaben will, auch wenn ihr es nicht wahrhaben wollt. Ich habe aus ihm mein Spiegelbild erschaffen, gleichwohl ein Verzerrtes von dem, was ihr in ihm seht... aber mit ein wenig mehr Detailarbeit, mit ein wenig mehr Feinschliff und Sorgfalt wird er... wird er..."

Kriss Dalmi senkt das elektronische Sprechgerät ab und wendet sich kurzzeitig ab. Ein feuchter Glanz ist in den blutunterlaufenen Augen zu erkennen, als er den Blick auf sein gerührtes Antlitz erneut preisgibt. Keine Frage: Dieser Irre ist von dem, was er sagt, komplett überzeugt.

Kriss Dalmi: "...wird er die Schönheit bluttriefender Künste in die Welt tragen. Jede Erinnerung an ihn wird in einem Meer aus kochendem Blut untergehen, jede Hoffnung, die ihr für ihn hegt, wird von einem Sturm überwältigendem Irrsinns hinweggefegt, ich werde aus ihm ein unbändiges, unkontrollierbares Tier schaffen, einen unbarmherzigen, nach Blut lechzenden Aktionskünstler, einen formvollendeten Unmenschen. Das ist mein Beitrag für die Kunst, DAS ist Blaze."

wArUm … eIgEnTliCH NiChT

B L A Z E

C2C – F.U.Y.A.

oOoOoOoOoooOoooOoOoOoOo

Die ersten Töne der Entrance Theme setzen ein, orientalisch anmutende Streicher, eine chorale Stimme, unterlegt von Hi Hats und fließendem Schellen. Das Licht in der Halle wird abgedunkelt und in einen rötlichen Schein getaucht. Auf den Trons erscheint das Logo des Kubaners.

Mit den wiederkehrenden Bassdrums wirft sich zuckendes Blitzlicht in den rötlichen, dunklen Schein, dass punktgenau den Rhythmus des Lieds trifft. Da erscheint der Kubaner auch schon in der Halle, keine Feuersäulen und kein minutenlanger Einzug.

...RaChE...

Dalmi legt amüsiert den Kopf schief, als er Blaze dabei beobachtet, wie dieser zum Ring eilt und von den Fans gefeiert wird. Ohne Abelia, dafür mit einem Mikrofon. Der Serbe rührt sich nicht von der Stelle, scheint sich sogar auf eine erneute Tracht Prügel von Blaze zu freuen, würde dies seine aufgestellten Theorien über Blaze doch erneut untermauern. Statt sich jedoch für eine verfrühte, körperliche Auseinandersetzung zu bewaffnen oder in Kampfposition zu gehen, hebt er nur das Mikrofon an seine spröden Lippen.

Kriss Dalmi: "Na, du kubanisches Kind einer US-Hure?!"

Das Publikum macht durch hagelnde Pfiffe und Buhrufe deutlich, was es von Dalmi hält.

Blaze: "Na, du serbisches Kind einer Bosnien-Hure?!"

Der trockene Konter des Kubaners bringt das Publikum dagegen zu frenetischem Grölen. Zwei Seiten einer Medaille. Blaze slidet in den Ring, baut sich vor dem Belgrader auf, welcher sich nicht von der Stelle rührt und den Kubaner schief anlächelt. Sie stehen sich gegenüber, starren einander an. Der Osteuropäer ist der Erste, der die Sekunden des Schweigens bricht.

Kriss Dalmi: "Bist du gekommen, um mich erneut zu richten? Willst du mich wieder in ein Gemälde aus Blut und Gedärmen verwandeln, obwohl wir unser Nachhol-Date erst beim Rumble haben? Komm schon, bestätige alles, was ich über dich gesagt habe. Zeig denen, dass wir vom gleichen Schlag sind. Du brauchst mehr! Du kriegst nie genug, so wie deine kleine, schlampige Schwester."

Blaze reagiert nicht auf die Provokationen, starrt ihm bloß in die Augen, atmet schwer. Ein leichter Schubser gegen die Schulter. Er wehrt sich nicht dagegen.

Kriss Dalmi: "Und ich dachte, ich hätte einen wunden Punkt bei dir getroffen. Du enttäuscht mich, hombre! Mach mich doch endlich fertig! Bring mich zum Schweigen! Das ist es schließlich, was die Fans sehen wollen. Das ist es, wofür sie mit ihrem hart erarbeiteten Geld ihre Tickets bezahlt haben."

Ein weiterer Schubser gegen die Schulter. Doch diesmal schlägt José Cayetano Gomêz die Hand seines Feindes weg und tritt mit bedrohlicher Miene noch näher an den geisteskranken Serben heran, sodass sie Auge in Auge stehen. Das Grinsen in Kriss Dalmis Gesicht wird nur noch breiter. Demonstrativ dreht der Wahnsinnige sein Gesicht zur Seite, deutet mit seinem Zeigefinger wiederholt auf seine Wange, will, dass Blaze ihn erneut niederstreckt.

Aber er tut es nicht. Er geht einige Schritte zurück, ohne den Blick von dem Serben abzuwenden, der augenscheinlich wirklich enttäuscht darüber ist, dass es jetzt zu keiner blutigen Schlägerei kommt.

Blaze: "Du hast Recht, Dalmi. Ich habe die Kontrolle verloren, als ich dich bei Vendetta 102 mit dem Stuhl niedergeschlagen habe. Aber du überschätzt deine Rolle. Das war schon am Anfang von Vendetta 102 der Fall. Es war ohne dich der Fall. Weil ich es leid bin, mich beweisen zu müssen, weil ich es leid bin, mich rechtfertigen zu müssen. Es scheint mir, dass ich seit meiner Rückkehr bei allen den gleichen wunden Punkt treffe, den du bei mir getroffen haben willst. Allein meine Anwesenheit bringt sie in Rage, sie verlieren die Kontrolle über sich. Auf jeden bin ich zugegangen, offen und ungefährlich, geschwächt und verkrüppelt, demütig habe ich mich vor sie gestellt und mich entschuldigt!"

Ein Stechen fährt durch seinen Körper, einmal nicht durch sein Knie, einmal nicht zurückgeführt auf körperliche Schwäche.

Blaze: "Ich wollte Wiedergutmachung leisten für all die Dinge, die ich getan habe. Den ganzen Arm habe ich ihnen hingestreckt und mich vor sie gekniet, denn ich habe gelernt aus meinen Fehlern. Sie aber haben die Gefahr gewittert, ihre tiefe Unsicherheit hat sie zu Arroganz und Bosheit verführt. Sie erinnerten sich. Sie sahen wie du nur das Feuer, welches wieder am wachsen war, sie sahen die Gefahr für ihre Siege, Titel und Zukunft. Du willst ein Kunstwerk erschaffen haben, Dalmi? Du hast lediglich das Fass zum Überlaufen gebracht. Du bist ein Pinselstrich auf einem Gemälde, dass mein Feuer verbrennt, in Asche verwandelt, aus der ich mich selbst neu erschaffe. Das ist nichts, worauf du stolz sein kannst."

Die Rache wartet einen Moment ab, bevor sie fortfährt, versucht in dem Gesicht ihres Gegners zu lesen, dem diese Relativierung seiner Tat offensichtlich überhaupt nicht schmeckt. Ein kurzes Lächeln huscht über die Lippen des Kubaners, dann spricht er weiter.

Blaze: "Sicher ist es aber tatsächlich so, wie du es gesagt hast. Ich bin wie du. Ich verliere die Kontrolle. Das Herz des Phoenix schlägt wieder in mir... Ein Herz, das in uns allen schlägt. Ein Herz, das du nicht erschaffen hast."

Eine weitere Spitze, bei der man förmlich hören kann, wie diese Dalmi trifft und in ihm etwas zerbricht. Er will etwas entgegen aber ihm wird das Wort abgeschnitten.

Blaze: "Eines werde ich dir aber lassen, Dalmi. Du hast nie versucht, mich am Boden zu halten, mich zu treten und brechen, du hast es darauf angelegt, mein Feuer wieder zu wecken. Das war töricht von dir, denn du hättest hoffen sollen, dass es begraben bleibt. Jetzt wirst du feststellen, warum mein Name Rache lautet und welches Vermächtnis Azrael Rage, Robert Breads und all die anderen fürchten, welches Vermächtnis Alistair heute fürchten sollte, wenn ich mein Titelmatch um den Gerasy einfordere."

Ein Lächeln, das auch Dalmis sein könnte, bildet sich wie eine Fratze im Gesicht des Kubaners.

Blaze: "Sie fürchten die unbändige Stärke, von der meine Geschichte in der PCWA erzählt. Ist mein Feuer einmal geweckt, stehe ich einmal am Abgrund, bin ich nicht mehr zu schlagen. Ich war die exekutive Gewalt, habe gewütet und anschließend das Quest 4 The Best gewonnen. Als Barqas mich verriet, habe ich seine Karriere beendet. Das gleiche ist auch Robert Barker widerfahren, den ich blutend am Boden zurückließ, als er mein Vertrauen missbrauchte. Diesmal ist es jedoch ein wenig anders als in alten Zeiten. Diesmal kam der Verrat von meiner eigenen Schwester und du, Kriss Dalmi, warst ihre exekutive Gewalt."

Er nähert sich dem Serben wieder. Dieser kann den aufkommenden Zorn unter seiner brodelnden Miene kaum verbergen. Er ballt seine Fäuste, die unter der Anspannung beginnen zu beben. Die Rache deutet mit dem Zeigefinger an seine eigene Schläfe, lächelt Dalmi immer noch an.

Blaze: "Es ist nach wie vor alles hier drin gespeichert, jede deiner Taten gegen mich, jeder Angriff, jedes Wort, jeder missglückte Versuch, meine Karriere zu beenden. Und für jede dieser Taten werde ich dich beim Brawlin' Rumble bluten lassen. Ich werde dich exekutieren und im Anschluss werde ich dir danken. Ich werde dir dafür danken, dass du mich befreit hast, denn dann wird Blaze wieder leben, dann werde ich wieder wüten. Tröste dich mit dem Gedanken, dass du die Chance haben wirst, aus dir selbst ein Kunstwerk zu machen. Du kannst in die Historie eingehen als das Bildnis von Dorian Gray der PCWA. So besessen von seinem eigenen Spiegelbild, hast du aus den Augen verloren und vedrängt, was hinter diesem Bildnis steht, eine kümmerliche, verbrauchte Gestalt, deren Zeit abgelaufen ist."

Das ist einer dieser Augenblicke, an den man sich erinnern wird - Kriss Dalmi ist sprachlos. Seine Lippen bewegen sich, aber kein Wort will ihnen entrinnen. Wie ein Goldfisch im Glas ist er unfähig, sich mitzuteilen.

Blaze: "Mit etwas Glück wird dir noch eine andere Ehre zu teil. Nach zu vielen Jahren des Wartens wirst du vielleicht das erste Opfer des neuen Undisputed Gerasy Champions Blaze, ein Titel, den ich schon zu lange verdient habe und den ich mir heute um die Hüfte werde schnallen können. Wenn mir das Glück einmal hold ist und dieser Sieg gelingt, dann freu dich, Dalmi, denn zumindest einen Pinselstrich weit, ist das auch dein Verdienst. Ich nehme mir den Respekt zurück, den ich verdiene. Es wird Zeit, Zeit für die Rückkehr der Rache."

Dann lässt er das Mikrofon fallen, wendet sich von dem sprachlosen Serben ab und rollt sich aus dem Ring, ohne ihm noch weiter Beachtung zu schenken. Es ist alles gesagt worden. Heute kehr er zurück. Sein Stern wird erneut aufsteigen und den Himmel in gleißendes Licht hüllen, am Brawlin' Rumble wird er am Höhepunkt stehen.

Die Kamera fokussiert noch mal Kriss Dalmis wutverzerrte Fratze, dann melden sich die Kommentatoren aus dem Hintergrund.

Vincent Craven: "Feurige, ja zu allem entschlossene Worte von Blaze. Ich spüre wie sich der Wind dreht, Mike. So wie Blaze heute drauf ist, hat er tatsächlich gute Chancen Alistair Brunswick den Titel abzunehmen."

Mike Garland: "Dalmi scheint die richtigen Knöpfe gedrückt zu haben."

Vincent Craven: "Und hat damit die Rache wieder gefestigt und so stark gemacht wie lange nicht mehr."

Mike Garland: "Das muss sich jetzt erst noch zeigen, Vincent. Blaze mag starke Worte gesprochen haben, ob er aber im Ring Taten folgen lässt, steht offen. Ich glaube nicht, dass sich Dalmi nur von Sätzen einschüchtern lässt - im Gegenteil."

Vincent Craven: "Was will er denn noch alles versuchen, Blaze anzutun?"

Mike Garland: "Glaub mir, dem fällt schon was ein. Vielleicht wird Blaze alsbald diese Worte eben bereuen."

Vincent Craven: "Wohl kaum, wenn er sich am Ende des Tages endlich Undisputed Gerasy Champion nennen darf."


------------------ PCWA ------------------

„Wer sind sie und was haben sie in meinem Büro verloren?“

Als durchaus wütend kann dieser Ausspruch von Jona Vark interpretiert werden. Kaum hatte die PCWA-Geschäftsführerin nämlich ihr Büro betreten, erblickte sie jemanden auf ihrem Chefstuhl. 

Erkennen kann sie diese Person bis jetzt nicht, denn die hohe Rückenlehne ist ihr vom Schreibtisch aus zugewandt. Allerdings ertönt nun zumindest die dazugehörige Stimme.

„Ein schönes Büro haben Sie hier. Schicke Einrichtung. Sie scheinen Geschmack zu haben, Jona. Die Farben sind für meinen Geschmack zwar etwas zu hell, aber es ist ja auch nicht mein Büro – nicht mehr.“

Der Stuhl dreht sich langsam in Jonas Richtung und wenige Sekunden später blickt sie in die schwarzen Augen eines ihrer Vorgänger als Führungskraft dieser Liga. Ihre Mimik bleibt jedoch starr. Kein Ausdruck der Verwunderung.

Jona Vark: „Und ich soll jetzt wahrscheinlich überrascht sein, sie hier zu sehen? Nein, Mister Lucifer. Bin ich nicht. So kurz vor der Jubiläumsausgabe des Brawlin' Rumble. Das war abzusehen. Doch wie sie sich vielleicht vorstellen können - auch wenn ich meine Tätigkeit wahrscheinlich etwas anders interpretiere als sie - habe ich nur begrenzte Zeit zum Plaudern. Kommen sie also zum Punkt... was wollen sie hier?"

Der langjährige Principal der PCWA beugt sich ein wenig nach vorn. Es ist äußerst gewöhnungsbedürftig ihn mit raspelkurzen grauen Haaren und einem Dreitagebart zu sehen.

Gabriel Lucifer: „Sie gefallen mir. Gut, machen wir es kurz. Wie alle anderen Männer, die bei Ihnen vorsprechen, bin ich…“

Er stoppt kurz und räuspert sich.

Gabriel Lucifer: „…auf schnellen und billigen Sex aus! War das kurz und konkret genug?“

Jetzt verändern sich die Gesichtszüge von Jona Vark dann doch. Ihre Augen verziehen sich zu engen Schlitzen. Ehe Sie jedoch etwas sagen kann, winkt Lucifer lächelnd ab und erhebt sich vom Stuhl der Geschäftsführerin. Aus der Tasche seines schwarzen Leinenjacketts holt er ein weißes Taschentuch hervor.

Gabriel Lucifer: „Entschuldigen Sie bitte diese bodenlose Unverschämtheit…“

Während er spricht, wischt er mit dem Taschentuch über die Armlehnen des Stuhls.

Gabriel Lucifer: „…Auf Ihrem Stuhl Platz zu nehmen, gebührt sich nicht für einen Gentleman wie mich.“

Elegant tritt er seitwärts ab und präsentiert der Geschäftsführerin mit ausgebreiteten Händen ihren frisch gesäuberten Stuhl. Die hofierte Dame nimmt jedoch nicht dort Platz. Sie bleibt stehen.

Jona Vark: „Glauben sie wirklich, diese billige Provokation bewirkt etwas? Ich habe keine Lust auf Spielchen, Mister Lucifer. Verschwinden sie."

Die Reaktion Lucifers überrascht Jona dann doch. Er nickt verständnisvoll und geht am Schreibtisch vorbei in ihre Richtung. Direkt neben ihr bleibt er dann jedoch stehen. Sein Blick wandert seitwärts zu ihr. Für einen kurzen Moment herrscht absolute Stille.

Jona Vark: „Worauf warten sie?"

Gabriel Lucifer: „Auf den Sicherheitsdienst!“

Jona Vark: „Damit ich ihnen den großen Auftritt beschere, den sie sich herbeisehnen? Glauben sie wirklich, ich bin so dumm?“

Gabriel Lucifer: „Glauben Sie, von mir geht keine Gefahr aus?“

Ein lautes Lachen erhellt den Raum. Gemächlich setzt Jona Vark sich in Bewegung und nimmt nach einer Weile auf ihrem Stuhl Platz. Lucifer verharrt hingegen immer noch auf dem gleichen Fleck.

Jona Vark: „Von Ihnen geht ganz sicher immer Gefahr aus, Mister Lucifer. Gefahr bedeutet allerdings nicht, dass sie unberechenbar sind. Und ich bin längst nicht so unerfahren, wie sie glauben. Man konnte viel über sie lesen, viel erfahren. Und vielleicht lässt es mich einfach kalt, weil ich mir ausmalen kann, was sie als nächstes vorhaben.“

Der angesprochene Gabriel dreht sich zu seiner Gesprächspartnerin.

Gabriel Lucifer: „Ok. Sie haben gewonnen. Lassen wir die diese Psycho-Spielchen. Die Nummer funktioniert anscheinend nicht mehr. Ob Sie es glauben oder nicht, aber Anfang dieses Jahrtausends war ich damit noch der große Hit. Entweder ist also meine Aura dahin oder aber mittlerweile sind wir alle durch die Taten von einem Blake Milton, einem Robert Barker, einem Kriss Dalmi oder einem Eleven so dermaßen abgestumpft, dass es kaum noch möglich ist, über Schock-Momente oder gar nur ein bisschen subtilen Horror zu überzeugen.“

Jona Vark: „Mich überzeugen vor allem alte Wrestler nicht, die lange über ihren Zenit hinaus sind und eine Million Euro in den Sand setzen."

Damit spielt Jona Vark auf Gabriel Lucifers Auftritt beim One Million Ring-Turnier an. Zwar wuchs er über sich hinaus, am Ende reichte es jedoch nicht zum Sieg. Die Mundwinkel Lucifers verziehen sich – angesprochen auf dieses Ereignis – urplötzlich zu einer gefährlich dreinschauenden Fratze.

Katzenartig macht er einen Satz nach vorn und stützt sich mit beiden Händen bedrohlich auf dem Schreibtisch auf.

Gabriel Lucifer: „Ich trinke nicht…mehr!“

Jona Vark: „Und warum sollte mich das interessieren?“

Seine Hände lösen sich von der Tischkante. Bedächtig geht er rückwärts einige Schritte zurück, senkt demütig sein Haupt.

Gabriel Lucifer: „Weil ich einen Vertrag möchte!“

Gespielt irritiert schaut Jona ihn an.

Jona Vark: „Und dann hätten sie mir nicht eine Mail schicken können? Ein Telefonat? Dazu muss diese sinnlose Konversation herhalten?"

Lucifer zuckt entschuldigend mit den Schultern.

Jona Vark: „Doch leider, Mister Lucifer, ist die vakante Stelle des Hausmeisters bereits besetzt."

Ungewohner Sarkasmus der Geschäftsführerin. Das Haupt Gabriels neigt sich leicht nach links.

Gabriel Lucifer: „Demütigen Sie mich nicht! Das habe ich nicht verdient.“

Jona Vark: „Ach wirklich? Und was haben sie ihrer Meinung nach verdient?“

Ein grimmiges Brummen dringt aus der Kehle des als Mythos bekannten Mannes.

Gabriel Lucifer: „Respekt! Ich bin Gabriel Lucifer und das zählt in der PCWA etwas! Das muss einfach etwas zählen!“

Er sagt diese Worte zwar bestimmt aber bewahrt die Contenance.

Jona Vark: „Ja, bestimmt. Bei irgendwelchen Fans, die einen Tribune Title-Gewinn von Wild Thing feiern. Bei Fans, die zusammen mit einem Tom Orion ihren Hass herausbrüllen. Bei Fans, die wir vor Jahren verloren haben. Die schalten vielleicht wieder ein, wenn sie ihren kaputten Körper durch den Ring schleppen, doch wem bringt das etwas? Sie sind in alten Mustern gefangen, die heute nichts mehr zählen. Immer das Gleiche. Dieses ständige Scheitern. Und meiner Meinung nach haben wir uns alle, insbesondere die Fans, daran satt gesehen."

Ein heiseres Lachen verfinstert das Büro.

Gabriel Lucifer: „Ständiges Scheitern? Wissen Sie wie lange, ich diese Liga beherrscht habe? Über ein Jahrzehnt habe ich alles und jeden beeinflusst. Das war kein ständiges Scheitern, sondern pure Macht!“

Die Geschäftsführerin erhebt sich von ihrem Platz und setzt sich mit verschränkten Armen auf die Tischkante.

Jona Vark: „Und weil Sie so erfolgreich waren, stehen Sie nun hier vor mir und betteln um einen Vertrag?“

Fast wie ein Kleinkind, das zu Weihnachten nicht das von seiner Mutter bekommen hat, was es sich gewünscht hat, steht Gabriel vor ihr.

Jona Vark: „Hören Sie, Mister Lucifer. Ich kann mir Schöneres vorstellen, was ich mit meiner Zeit anfangen kann, als sie vorzuführen. Und genau aus diesem Grund werden sie von mir keinen Vertrag erhalten. Jeder würde nur darauf warten, dass sie in der Ringmitte liegen, die Schultern nicht mehr hochbekommen und... scheitern. Sie sind abgestürzt, Mister Lucifer. Und sie sind kein Phoenix, der einfach wieder hervorsteigt. Sie werden nicht jünger. Finden sie sich damit ab, dass es vorbei ist. Machen sie Schluss, bevor nichts mehr von der Legende... vom Mythos übrig ist."

Er nickt verständnisvoll.

Gabriel Lucifer: „Es gibt da draußen keinen Gabriel Lucifer. Er ist eine Fabelgestalt, die nur in dem Märchen namens PCWA vorkommt. Das normale Leben erträgt mich nicht und ich ertrage dieses  Leben nicht. Nur hier in der PCWA existiere ich überhaupt. Lediglich hier bin ich wahrhaftig real. Hier bin ich lebendig. Sobald ich die U-Bahn verlasse und das Phoenix-Centre betrete, spüre ich wie das Leben in mich zurückkehrt, gespeist durch Erinnerungen und Erfahrungen, die so weit weg und dennoch so nah sind. Wie in einem Fiebertraum bewege ich mich vorwärts, mit dem Unterschied, dass ich, egal wie viel Schmerz ich ertragen muss, nie wieder aufwachen will. Jona, Lassen Sie mich beweisen, dass es keine Rolle spielt, wie alt man ist, um an Märchen glauben zu dürfen.“

Kurz atmet er durch. Keinerlei zusätzliche Theatralik, die man sonst von ihm gewohnt ist. Jona schnauft, dreht sich um. Ihre Finger tippen nachdenklich auf den Schreibtisch.

Jona Vark: „Okay, einverstanden. Sie bekommen ihre letzte Chance. Sie sind hiermit einer der Teilnehmer beim zehnten Brawlin' Rumble. Das ist ihre Paradedisziplin, Niemand hat mehr Gegner eliminiert als sie. Damit können wir werben, sie bekommen ihr Spotlight. Allerdings... dies ist nur ein One Night Only-Auftritt. Sie müssen mir beweisen, dass es sich lohnt an Märchen zu glauben.“

Fragend blickt Lucifer Jona an.

Gabriel Lucifer: „Wie genau kann ich es Ihnen denn beweisen?“

Jona Vark: „Kommen Sie unter die Final Four des Rumbles und wir sprechen über ein längerfristiges Engagement.“

Jetzt muss Gabriel schlucken.

Gabriel Lucifer: „Unter die letzten Vier?“

Jona Vark: „Meine Aussage war eindeutig! Viel Glück… und vielleicht bis bald, Mister Lucifer.“

Er verdreht die Augen und macht auf dem Absatz kehrt. Kurz vor der Tür stoppt er nochmal und setzt sein unnachahmliches Lächeln auf.

Gabriel Lucifer: „Ach, erwähnte ich schon, dass mir Ihr Büro ausgesprochen gut gefällt? Märchenhaft schön. Au revoir, Jona Vark.“

Mike Garland: "GABRIEL LUCIFER!!! ER LEBT!"

Vincent Craven: "Und wird beim Brawlin' Rumble im Ring stehen! Wenn du mich fragst, sieht er verdammt gut aus. Ich habe ihn noch als den Chianti Säufer in Erinnerung... aber dieses Bild scheint sich tatsächlich gewandelt zu haben. Er ist fit."

Mike Garland: "Wie kann Vark IHM einen Vertrag ausschlagen? Ist sie dumm?"

Vincent Craven: "Sie denkt an die Zukunft, Mike. Lucifer ist die Vergangenheit, egal wie gut er für sein Alter und seine Vergangenheit im Moment aussieht. Ihm gehört sicherlich nicht die Zukunft der PCWA - und darum muss es einer Geschäftsfrau wie Jona Vark gehen."

Mike Garland: "Aber Maximilian Lunenkind darf einfach so teilnehmen? Also bitte..."

Vincent Craven: "Lucifer wird ebenfalls teilnehmen. Er sollte aber beweisen immer noch besser zu sein als ein Lunenkind. Und das dürfte schwer werden. Trotzdem gehört Gabriel Lucifer sicherlich zum zehnten Brawlin' Rumble. Mehr dann aber auch nicht."

Mike Garland: "Eine absolute Frechheit. Vielleicht sollte nochmal jemand Jona Vark ins Gewissen reden." 


------------------ PCWA ------------------

Jane Nelson: "Meine Damen und Herren, ich präsentiere ihnen die erste Teilnehmerin dieses Matches. Mit einer Größe von 170 cm... hier ist BLEEEEED!"

Dunkelheit überfällt die Arena wie ein heimtückischer Attentäter, der eine gewaltige schwarze Decke über das Licht zerrt. Dann feuert das kalte, weisse Stroboskoplicht los und es prügelt ALEC EMPIRE mit „MAKE ’EM BLEED“ auf das Volk nieder.

Ein Song wie ein Sägewerk, in der Knochen und Gehörgänge zu blutigem Elend verarbeitet werden.
Für sie eine Symphonie der Bestimmung, die richtigen Worte für eine dunkle Seele wie sie, die einst als Amiya Jenelle geboren, von Eleven vernichtet und als Bleed aus der Asche geformt wurde.

 

IT HAS BEEN GOING ON FOR YEARS
THEY ATTACKED MY DREAMS
TO MAKE ME FIT THE SYSTEM

AND THEN THEY RIPPED MY IDEAS

TWISTED THEM, PISSED ON THEM
SOLD THEM OUT TO THE MASSES
CORRUPTED THE SCENES, WRECKED SOME SOULS
BUT I'M HERE AND I STILL STAND

 

Bleed tritt in die Halle hinein, hebt die Fäuste in die Höhe als sarkastisches Imitat eines siegesgewissen Boxers.
Das Stroboskoplicht reisst ihre Gestalt aus dem Dunkel, spielt mit Lichtreflexen, die die Stahlringe an ihren Fingern verursachen.
Sie lächelt, sie geht, sie tänzelt zum Ring. Das Wesen, das einst als Amiya Jenelle orientierungslos in die Welt geworfen wurde.

 

START THE FIGHT!
FUCK THE POWER!
FIGHT IT DOWN!

YOU KNOW I'M RIGHT!

START THE FIGHT!
FUCK THE POWER!
FIGHT IT DOWN!
YOU KNOW I'M RIGHT!

 

 

Bleed trägt heute ein langes, blutrotes Shirt mit der höhnischen Aufschrift CINDERELLA FAN CLUB MEMBER#11. Ihre Schultern liegen frei und geben weisse, doch zugleich verlockende Haut preis. Schwarze und rote Strähnen hängen über ihren schwarz geschminkten Augen. Selbst in ihren schweren Stiefeln vermag es das Apocalypse Girl, sich tänzelnd und leicht füssig zum Ring zu bewegen. Wie ein Irrlicht auf dem Weg zur Lichtung des Waldes.

Sie wirft sich in einer letzten schnellen Bewegung durch das unterste Seil in den Ring hinein, baut sich zum Stakkato der Beats zur unscheinbaren Grösse auf.
Dann schnappt sie sich das Mikrofon, das ihr gelangweiligt durch die Ropes gereicht wird.
Niemand will sie hören. Niemand will sie sehen. Doch alle wollen sie küssen, bevor sie sie zerstören wollen.
This is Bleed.

Bleed: „Eri und Azrael. Die tausendste Ausgabe von ‚Junge trifft Mädchen’.. das zehnte Skript mit Tom Hanks im God-Mode und der asiatischen Meg Ryan vor der gesichtschirurgischen Totalentstellung. Ihr haltet euch fest, damit die Welt euch nicht fallen lässt. Ihr sitzt in eurem Tree-House, damit niemand an dem Baum sägt.. Dein Teddy ist tot, Bitch. Doch deine Liebe lebt. Sie schlingt sich um Azrael’s Hals und würgt den letzten Funken Respekt aus ihm, den sich ein ex-Gerasy Champ noch bewahren konnte, bevor der letzte Fahrstuhl in die Tiefe gleitet.“

Deutlich weniger Buhrufe als sonst bei der Erwähnung von Azrael.
Times, they are a-changing, Bob..

Bleed: „Gebt mir Eri Osada.. gut gekühlt in Algentang gewickelt.. gebt mir Stäbchen und Soja-Sauce. I’m hungry.. Mich dürstet. Lasst mich trinken von eurem verliebten, warmgekochten Blut.. Lasst mich speisen am Tisch, von dem ihr jegliche Glaubwürdigkeit gefegt habt, damit ihr darauf ficken könnt. Du bist so verschossen in dieses japanische Geisha-Imitat, Azrael, dass du alles über Bord wirfst was dir noch von deinem respekteinflössendem Dasein geblieben ist. Ich liebe Stevie Van Crane. Und gehe dennoch mit Eleven auf dem Pfad des unausweichlichen, süss schmeckenden Untergangs. Du verrätst dich für ein ein bisschen Feng Shui und eine Portion getröst-werden. Ich werde bluten, bevor ich mich spalte. Ich werde an den Baum genagelt und entsteige als Schmetterling, der über verbrannte Erde fliegt. Also gebt mir dieses Match.. gebt mir mehr. Gebt mir eure Stiefel in mein Gesicht. Und ich spucke euch das Blut so sehr in die Augen, dass alles was euch bleibt, nur noch das warme Händchenhalten und die verlogene Stimme des Gegenübers ist.“

Und – in Richtung von Eri Osada.

Bleed: „You wanna be like me? You better work, BITCH.”

Vincent Craven: "Bleed ist bereit. Und wir sind bereit für dieses Aufeinandertreffen, das nun endlich stattfindet!”

Mike Garland: "Bitchfight, Here we go.“

Jane Nelson: "Aus Shizuoka, Japan... mit einem Gewicht von 42 Kilogramm bei einer Größe von 1,52 Metern... hier ist ERI OSADA!"

Ein Glitzerregen umhüllt den Entrance. Quietschend laut ertönt Eris Einzugsmusik aus den Boxen, 'Chance' von Koharu Kusumi. Die englische Übersetzung des Textes wird dabei auf dem Screen am Entrance eingeblendet.

Chaca chance! With an invincible energy
Chacha chance! With a strong will
I'll say goodbye, ah, to the days that have gone before

Der Vorhang am Entrance öffnet sich und spuckt die unglaublich zierliche Japanerin aus. Sie trägt ein buntes kurzes Kleidchen, artige Kniestrümpfe und dazu passende schwarze Lackschuhe. Das erste Mal in ihrer Zeit in der PCWA lächelt sie nicht, sondern wirkt deutlich angespannt. Bleed hatte ihr nicht nur Azraels Geschenk genommen, nein, sie hatte vorhin auch versucht, ihr Azrael selbst zu nehmen. Hatte ihn einfach auf den Mund geküsst, während Eri mit dem Teufel der PCWA bisher nur Händchen gehalten hatte.

Das würde Bleed ihr büßen.

Entschlossen huscht Eri zum Ring. Nun gilt es.

 

Opener
-Reife trifft Jugend-
Singles Match





(Sieg durch Pin oder Aufgabe, Disqualifikation oder Count Out - Referee: Kim Feyerbach)

 

Kim Feyerbach erklärt noch einmal den beiden Damen, dass sie ein ordentliches Match will. Noch bevor die Belehrungen von Feyerbach durch sind, tritt Bleed der aufmerksam zuhörenden Eri in den Bauch. Kim Feyerbach, in ihrer Funktion als Ringrichterin, drängt Bleed, die sich eins grinst, in die Ringecke zurück und gibt somit Eri Osada Zeit zum aufstehen und durchatmen. Die mahnenden Worte von Feyerbach scheint Bleed gekonnt zu ignorieren. Wütend erhebt sich auch die kleine Japanerin langsam wieder. Sie gibt einige japanische Worte in die Richtung des Apokalypse Girls. Was diese Worte sind, kann sich wohl jeder denken. Kim Feyerbach checkt noch einmal, ob Eri nach dieser hinterhältigen Attacke auch kämpfen kann, und diese scheint wild entschlossen zu sein.

Der Gong gibt das Match frei.

Sofort wirft sich Eri Osada mit all ihrem bisschen Kampfgewicht in auf Bleed und deckt diese mit mehreren Schlägen und Forearms ein. Wie ein Furie wirkt sie dabei und schreit laut auf, doch auch das Kreischen von Bleed ist deutlich herauszuhören.

Mike Garland: „Lange ist es her und ich freu mich, dass ich es endlich mal wieder machen kann.“

Vincent Craven: „Was denn, Mike?“

Mike Garland: „CATFIGGGGGGGHHHHHHHTTTTTTTT! CATFIIIIIGGGGGGGGGGGGGGGGGGGGHHHHHHHHHHHHHHTTTTTTTTTTTTTTT!!!!“

Vincent Craven: „Verdammt, Mike, meine Ohren!“

Mike Garland: „Ein kleiner Preis, der locker gezahlt werden soll. Ich will das ganze Paket. Kratzen, Haareziehen, Titten kneifen.“

Vincent Craven: „Das sind ehrliche und gute Kämpferinnen und nicht dein BlueMovie Paket. Wenn du so eine Scheiße mit Frauen sehen willst, musst du die GWS angucken.“

Mike Garland: „Diese Snuff-Filme sind aber auch immer dein Totschlagargument, oder?“

Vincent Craven: „Funktioniert doch und nun zum Match. Eri scheint hier Bleed gar nicht mehr hochkommen lassen zu wollen. Sie deckt sie einfach immer weiter mit Schlägen ein.“

Mike Garland: „Auch Bleed erkennt, dass sie so auf verlorenen Posten ist und kann nur mit Kraft, während Eri weiter auf sie einhämmert, aus dem Ring krauchen.“

Bleed muss draußen erst einmal Luft holen. Irgendwie nimmt man Eri die Sache mit dem wrestlen immer nicht ganz ab, bis sie einem ins Gesicht schlägt und das mit großer Wucht. Auch Bleed musste sich das auf diesem schmerzhaften Wege erst wieder zu Gedächtnis rufen. Doch keine Zeit für weitere Denkanstöße. ERI OSADA KOMMT MIT EINEM SUICIDA ANGEFLOGEN UND TRIFFT!

Vincent Craven: „Großartig! Das Mädchen fliegt wie ein Vogel.“

Mike Garland: „Und schlägt ein wie eine Atombombe in Hiroshima.“

Vincent Craven: „Mike! Unpassend!“

Mike Garland: „Herr Gott. Scheiß Political Correctness!“

Aber so ganz Unrecht hat unser mehr oder minder taktlose Mike Garland aber nicht. Eri trifft punktgenau und das Apokalypse Girls muss hart mit einem Aufschrei in die Sicherheitsabsperrung. Doch Eri Osada wird scheinbar nicht müde weiter auf Bleed Jagt zu machen. Sie ist sofort wieder auf den Beinen. Sie greift die Frau aus dem Keller und will sie wohl in den Ring zerren, aber Bleed scheint kräftiger. Sie hält gegen und zieht Eri erst einmal in die Sicherheitsabsperrung und danach gleich in die Ringtreppe. Durch das Publikum geht ein lautes „Ohhh“ als Eri Osada über die harte Stahltreppe knallt. Mit der Handoberseite wischt sich Bleed, wie ein zähnefletschendes Tier, die Lippen ab und lächelt kurz. Auf welcher Seite die Fans in diesem Kampf sind, ist nicht schwer zu sagen. Eri Osada hat bis auf wenige Eleven-Fanboys die ganze Halle auf ihrer Seite. Diese feuert die kleine Japanerin laut an, die sich mühevoll erhebt. Der Zusammenstoß mit der Ringtreppe hat erst einmal das Tempo aus dem Match genommen. Dafür beschleunigt Bleed, welche angelaufen kommt, über die Ringtreppe springt und mit einem harten Flying Elbow angeflogen kommt. Trifft und Eri geht sofort zu Boden.

Sofort greift sich Bleed wieder die aktuelle Begleitung von Azrael Rage und rollt sie in den Ring. Kim Feyerbach hatte beide nämlich schon kräftig angezählt und war bereits bei der Acht. Auch Bleed rollt sich sofort nach und zerrt die kleine Japanerin in die Ringmitte. Jetzt kann sie endlich ihre Art des Kampfes Eri aufzwingen. Die schmutzige Art des Kampfes. Mit harten Knee Strikes gegen Eri zeigt sie jetzt deutlich, dass sie am Drücker ist. Sie steht noch einmal auf, rennt in die Seile, aber Eri erhebt sich, oder besser gesagt, springt auf – Spinning Leg Lariat. Volltreffer und sofort ein Pin.

 

Eins

.

.

.

Zw… Kick out!

 

Bleed steht schneller wieder, als Eri und nutzt dies für einen Faustschlag ins Gesicht. Kim Feyerbach ist sofort zur Stelle und ermahnt wieder einmal Bleed.

Vincent Craven: „Ich kann es nicht oft genug betonen – Auch wenn Leute wie Azrael Rage sie regelmäßig benutzen, sind Faustschläge ins Gesicht im Wrestling nicht erlaubt!“

Mike Garland: „Selbst ich finde das gut. Wir sind hier nicht im Boxen.“

Wirklich zur Kenntnis nimmt Bleed die Ermahnung aber nicht. Sie ist mehr damit beschäftigt eine Strähne aus dem Gesicht zu wischen, als Kim Feyerbach zuzuhören. Doch schon ist Eri Osada wieder zur Stelle. Die war plötzlich ins Seil gesprungen und kam zurückgefedert mit einem Crossbody den wohl auch Bleed nicht vorhersah. Wieder das Cover.

 

Eins

.

.

.

Zwei

.

.

Kick out!

 

Wieder soll dasselbe Spiel folgen. Wieder steht Bleed schneller auf, als Eri, und wieder soll es einen harten Schlag geben, aber dieses Mal war Eri wohl darauf vorbereitet. Sie blockt den Schlag und setzt ihrerseits einen Schubser an, der Bleed in die Seile wirft. Sie federt zurück und kann nur in letzter Sekunde sich wegrollen, bevor der Yakuza Kick von Eri Osada sie trifft. Stattdessen nutzt Bleed die Gunst der Stunde und den Moment und greift sich Eri von hinten. RUNNING BULLDOG!

Mike Garland: „Autsch! Der hat gesessen.“

Sofort der Pinversuch von Bleed.

Eins

.

.

.

Zwei

.

.

Kick out!

Bleed zieht sofort an den Haaren Eri Osada wieder hoch, aber sofort ist wieder Kim Feyerback zur Stelle, die anmahnt das auch Haare ziehen nicht im Sinne des Wrestlings ist. Genervt rollt Bleed die Augen. Scheiß Regeln.

Vincent Craven: „Bleed muss aufpassen, dass sie keine Disqualifikation hier bekommt.“

Mike Garland: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie das groß stören würde.“

Vincent Craven: „Ach, so sicher bin ich da nicht. Sie will ja klar Eri zeigen, dass sie die bessere Kämpferin ist und das erreicht sie nicht mit einer Disqualikation.“

Mike Garland: „ERI! HARTER KONTERKICK!“

Wieder griff Bleed nach Eri, aber damit hatte das Apokalypse Girl wohl nicht gerechnet, dass sie hier einen so harten Kick aus dem Nichts kassieren muss. Bleed schwankt! Auch Eri sieht hier ihre Zeit gekommen. Sie rennt in die Seile und federt zurück.

SCHOOLGIRL SENSATION!

Vincent Craven: „Ist es das?“

Mike Garland: „Aus dem Nichts!“

Der Sunset Flip gelingt und tatsächlich ist Bleed scheinbar so überrascht das sie nichts tun kann. Kim Feyerbach ist sofort zur Stelle.

 

Eins

.

.

.

Zwei

.

.

.

Dr… BLEED DREHT DAS COVER. UMGEDREHT. WIEDER MUSS FEYERBACK ZÄHLEN!

 

Eins

.

.

.

Zwei

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.

.

Dr… BEINSCHERE VON ERI. DER PIN WIRD WIEDER UMGEDREHT!

 

Eins

.

.

.

Zwei

.

.

.

Dre… WIEDER DREHT BLEED DAS COVER!

 

Eins

.

.

.

Zwei… Eri zappelt wie wild.

.

BLEED GREIFT INS SEIL. SIE HÄLT DAMIT SICH UND DAS COVER STABIL!

.

Drei!

Bleed siegt!!!

 

Vincent Craven: „Betrug! Bleed gewinnt nur mit Beschiss!“

Mike Garland: „Kim Feyerbach hat es nicht gesehen. Sie war so auf das Hin und Her bei diesen Pinfestival konzentriert, dass sie die Hand von Bleed im Seil nicht sah.“

Vincent Craven: „Dennoch, das kann doch nicht sein.“

Jane Nelson: "Die Gewinnerin dieses Matches... nach 8:48 Minuten: BLEED!"

Bleed hat sich ganz schnell aus dem Ring gerollt, während Eri noch die Welt nicht versteht? Sie soll verloren haben? Eben gerade war sie doch noch mitten im Match und kurz vor dem Sieg und nun hat Bleed gewonnen?!

Das Theme von Bleed startet und diese ist auch schon auf der Rampe und grinst kräftig, während ihr Blick im Ring die kleine Eri Osada gehässig fixiert. Diese diskutiert inzwischen mit der Ringrichterin, die sich immer noch keines Fehlers bewusst ist. Eri kann es selber auch kaum fassen. Wie konnte sie nur so versagen? Sie muss doch stärker aussehen gegen Bleed. Für Shiavase. Für Azrael…

Mike Garland: „Ich sag dir wie es ist. Für mich sieht die Sache noch nicht vorbei aus.“

Vincent Craven: „Auf keinen Fall. Auch wie Rage darauf reagiert, bin ich noch nicht sicher.“

Mike Garland: „Ich glaube, er mag Eri so gerne, dass er für sie auch in den Keller geht.“

Vincent Craven: „Du meinst das könnte irgendwann auf Rage gegen Eleven hinauslaufen?“

Mike Garland: „Oder Azrael Rage gegen Bleed.“

Vincent Craven: „Scherzkeks. Wir müssen weitermachen.“


------------------ PCWA ------------------

„Frau Vark empfängt sie direkt, Herr Rage. Bitte gehen sie einfach durch.“

Ein Nicken von ihm zu der Sekretärin Madeleine Grimm, während er mit seinen „Begleitern“ weitergeht. Jona Vark hatte eine kleines „Eskorte“ auffahren lassen in Form von vier Securities, die ihn abholten. Kurzzeitig hatte er überlegt per Teleskopschlagstock die Einladung auszuschlagen, aber seine Neugierde war dann stärker, als der Wunsch nach Chaos im System PCWA. Er muss sich auf das Ziel konzentrieren… Gerasy… Dennoch wirkt das Ziel so unglaublich weit weg. Es dauerte ein paar Tage, aber dann realisierte er das wirklich ALLES weg ist. Cinderella, seine Tochter, sein geliebtes Kind… Weg, verschwunden, will ihren alten Herren nicht sehen. Der Gerasy ist fest bei Alistair… dieser dreckige Hund ist tough. Andere hätten sich nach der Tracht Prügel bei der letzten Vendetta die Sachen gepackt, oder wären zumindest vorsichtig heute, aber Alistair läuft schon wieder durch diesen Sauhaufen von einer Wrestlingliga, als ob alles ihm gehören würde. Bis auf ein paar kleinere Wehwehchen keine Spuren vom letzten mal… Es ist vollkommen einerlei, ob es List ist, die ihn ins Hintertreffen bringt. Er katapultiert sich selbst nach vorne. Oder blinde Gewalt, die ihn zu Boden wirft. Er springt wieder auf… Er wirkt so… so… so unstopbar… wie Azrael Rage… in jungen Jahren.

Die Tür wird geöffnet und man lässt den Herausforderer Nummer Eins auf den Undisputed Gerasy eintreten. Zwei weitere Securities warten nach dem letzten Auftritt von Rage hier. Jona war fleißig. Die Tür ist durch eine schwere Metalltür ausgetaucht worden, die selbst ein Rage nicht mehr einrennen kann. Er blickt sich skeptisch um, während Jona hinter ihrem Schreibtisch sitzen bleibt und nichts sagt. Sie beobachtet ihn aufmerksam. Erst nach einigen Sekunden erhebt sie ihre Stimme.

Jona Vark: „Mister Azrael Rage… Ich weiß noch nicht so recht, ob ich mich freuen soll, dass sie meiner Einladung gefolgt sind. Aber... doch, irgendwie schon. Das zeugt von Respekt."

Missmutig blickt sich der gefallene Gott um.

Azrael Rage: „Sie war ja auch ganz… unverbindlich.“

Ein leichtes Lächeln kann sich Jona nicht verkneifen. Bei all den Frechheiten und Drohungen, die sie sich von Azrael Rage gefallen lassen musste, ist es schön mal den Spieß umzudrehen.

Jona Vark: „Kommen wir doch gleich zum Wesentlichen. Ich habe hier etwas sehr Interessantes für sie, Mister Rage."

Sie schiebt ein Schriftstück nach vorne. Sofort geht Azrael zwei Schritte vorwärts und bückt sich. Er spricht kein Wort, während er über die Zeilen fliegt.

Azrael Rage: „Das… das… kann nicht Dein Ernst sein?“

Jona Vark: „Ihr Ernst, wollten sie wohl sagen und... natürlich, das ist es. Hier, sehen sie. Ein leeres Feld. Ein leeres Feld, wo sie eintragen können, was auch immer sie möchten, Mister Rage. Mehr Gehalt? Obwohl sie ohnehin schon der höchstdotierte Wrestler der PCWA sind? Vielleicht ein neues Plätzchen auf dem Phoenix Centre, nachdem das mit Anathema nicht so gut geklappt hat? Vielleicht ein riesiges Refugium in Dome, oder Theatre? Oder wie wäre es mit einem riesigen Jahresurlaub auf PCWA-Kosten? Tragen sie es ein und ihr Wunsch wird erfüllt.“

Mit einem bittersüßen Lächeln schiebt sie ihm einen goldenen Füllfederhalter herüber.

Azrael Rage: „Du glaubst doch wohl nicht allen Ernstes, dass Ich das unterschreibe. Das ist eine Verzichtserklärung auf den Gerasy.“

Jona lächelt, lässt sich heute nicht in die Karten gucken.

Jona Vark: „Ja, in der Tat. Aber keine Sorge. Natürlich wird der Kampf gegen Alistair Brunswick beim Brawlin' Rumble stattfinden, schließlich haben wir bereits damit geworben. Sie dürfen also in Würde langsam die Fackel überreichen, Mister Rage.“

Er knallt die Faust auf den Tisch, während er brüllt.

Azrael Rage: „ICH UNTERSCHREIBE GAR NICHTS!“

Sie faltet die Hände, während die Securities zu Rage aufrücken, so dass er nicht mehr handgreiflich werden kann. Er merkt langsam das hier alles bis ins Detail geplant ist und er ging blindlings in die Falle, indem er seine Neugierde folgte. Lektion gelernt, Jona. Azrael Rage unterschätzt dich nie wieder…

Jona Vark: „Oh doch, das werden sie.“

Sie blickt noch einmal auf den Vertrag.

Jona Vark: „Und es ist vollkommen egal, wie das Match beim Rumble ausgeht - sie werden auf den Undisputed Gerasy Title verzichten."

Er grinst.

Azrael Rage: „Alles Geld der Welt würde Mich nicht dazu bringen, um zu unterschreiben. Du hast nichts was Mich dazu bringen würde.“

Sie grinst zurück, ahmt ihn nach.

Jona Vark: „Das mit dem Respekt vorhin war wohl etwas vorschnell, nicht wahr? Ich sieze sie, sie siezen mich. Das sollte doch auch für sie gar nicht so schwer sein, oder? Und ob ich nichts in der Hand habe, was sie dazu bringen würde? Ich glaube sie täuschen sich da, schließlich habe ich ihren Vertrag. Ihren eigentlichen. Der im Januar ausläuft. Unterschreiben sie nicht, wird der auch nicht verlängert."

Azrael Rage: „Weil es sehr peinlich für die PCWA aussehen würde, wenn sie so ihren Gerasy verlieren würde.“

Jona Vark: „Sie glauben also wirklich, dass sie Alistair Brunswick aufhalten können? Weil das bisher auch so gut geklappt hat, nicht wahr? Aber ich bin noch nicht fertig und... ich möchte betonen, dass ich mich von ihnen dazu genötigt fühle. Ich bin nicht die böse Hexe in diesem Spiel, Mister Rage. Aber sie sollten sich erinnern, dass auch der Vertrag von Miss Eri Osada in einem halben Jahr auslaufen wird. Und im Gegensatz zu ihnen wird Miss Osada nicht so ein Vermögen angehäuft haben wie sie. Hat noch nicht viel erreicht und wird vielleicht woanders nie so viel Geld verdienen, wie hier. Der Arbeitsmarkt ist grausam in unserem Geschäft.“

Man kann richtig sehen wie ein Zähnefletschen bei Azrael Rage die Ausmaße eines Wolfs annimmt.

Jona Vark: „Und dann wäre da noch ihre Tochter. Ihr Vertrag läuft noch eine Weile, da ist alles in Ordnung. Aber sie ist trotz von unserer Seite werbender Maßnahmen nicht aufgetaucht. Das gilt nicht nur als Vertragsbruch. In ihrem Vertrag ist eine Konditionalstrafe von 2 Millionen Euro vorhanden. Kann ihre Tochter das bezahlen?“

Er stößt einen Security von sich, aber die anderen fünf sind sofort zur Stelle und halten den gefallenen Gott fest.

Azrael Rage: „Ich bin einigen der bösesten Männer der PCWA begegnet, Vark. Da lasse Ich Mich bestimmt von Dir nicht einschüchtern, oder erpressen. Du weißt ganz genau, dass Mein Privatvermögen reicht, um Eri und Mir ein komfortables Leben zu ermöglichen und die 2 Millionen für Meine Tochter zahle Ich ohne das Gesicht zu verziehen. Also, was hast Du noch?“

Nun hat sie Rage da, wo sie ihn haben wollte. Ungewohntes, kaltes Kalkül der Geschäftsführerin, für die Azrael Rage mehr als nur eine Sonderrolle einnimmt. Zu keinem anderen Angestellten ist sie so kalt, so herzlos. Bei keinem anderen Angestellten zeigt sie ihr zweites Gesicht und lächelt mit gekräuselter Nase, als würde sie die Situation genießen.

Jona Vark: „Vergessen wir die Verträge, Mister Rage. Ich habe die nackte Wahrheit. In Kürze zelebrieren sie ihren 41sten Geburtstag. Die Zeit nagt an ihnen und die jungen Wilden stehen im Ring schon auf einer Stufe mit ihnen oder haben sie übertrumpft. Alistair Brunswick, Blake Milton, Robert Breads... es gibt keinen Tribune Title mehr, also keine Trophäe für sie in der Midcard. Dann rutschen sie ab und rutschen sie ab und vielleicht hätten sie bald gegen einen Fatman Wallace antreten müssen? Vielleicht gegen Jiao Chengzho? Neulinge, für sie sie als Aufbaugegner herhalten müssen. Erinnern sie sich noch an Gabriel Lucifer? Er klammert sich an seine Legende, an seinen Mythos, so wie sie sich an ihren Status klemmen, hier als Gottkönig zu regieren. Doch sein Mythos endete, so wie auch ihre Legende irgendwann enden wird. Wollen sie wirklich wie Gabriel Lucifer enden? Betteln um Aufmerksamkeit zu bekommen?"

Die Securities halten ihn immer noch fest.

Jona Vark: „Ich bin nicht grausam, ich bin nicht die Böse hier, Mister Rage. Ich spiele nur in ihrem Spiel mit, zu welchem sie mich eingeladen haben. Ich versuche fair zu spielen, aber es geht hier um die PCWA. Ich denke nur an das Beste für die PCWA und ich weiß natürlich, dass jeder Held nur so gut ist, wie sein Widersacher."

Sie legt noch einmal den Vertrag ein paar Zentimeter näher an den Nummer Eins Herausforderer.

Jona Vark: „Denken sie doch nur an sich selber. Es ist für alle das Beste. Für Frau Osada, für ihre Tochter, für sie, für mich und für die PCWA.“

Die Reaktion war zu erwarten.

Jona Vark: „Nehmen sie sich ruhig einige Tage Zeit, um darüber nachzudenken. Ich schicke ihnen den Vertrag zu. Und nun, Mister Rage, verlassen sie bitte mein Büro.“

Von einer Bitte kann hier keine Rede sein. Die Securities stoßen und schubsen ihn in Richtung Ausgang. Jetzt hat das System PCWA endlich sein wahres Gesicht gezeigt. Die Mauer steht bereit, um ihn aufzuhalten. Er ist derjenige, den die PCWA nie an der Spitze wollte. Warum sollte es jetzt anders sein?

Azrael Rage: „Fick Dich, Du miese Fotze. Ich mach Dich fertig, und wenn es das Letzte ist, was Ich…“

Da wird die Tür auch schon geschlossen.

Draußen wird nach dem Eingang zur Abteilung Vark Rage endlich von seinen Begleitern losgelassen. Wie gerne hätte er ihnen allen die Genicke gebrochen, aber damit hätte er nur seine Verzweiflung gezeigt. Jetzt steht er hier. An der Gerasy-Wand. Das Bild von Brunswick starrt ihn an. Mit der Hand greift er danach und reißt es herunter…

Azrael Rage: „Scheiße…“

Mike Garland: "Hat Jona Vark nun völlig den Verstand verloren? Erst gibt sie Lunenkind eine Chance und nun will sie, nachdem sie Lucifer im Regen stehen ließ, Azrael Rage verprellen!?"

Vincent Craven: "Ich finde es gut."

Mike Garland: "GUT? Azrael hat seine Marotten, ok. Aber es ist Azrael Rage, verdammt! Zweifacher Gerasy Champion. PCWA Retter und aktuell der Nummer Eins Herausforderer. DER Azrael Rage!"

Vincent Craven: "Und es ist die Jona Vark. Geschäftsführerin der PCWA... Lange dachte ich, sie würde neben all den Wrestlern und alten Hasen in diesem Geschäft untergehen. Heute aber zeigt sie, dass sie hier nicht nur wahnsinnig schnell dazugelernt hat. Sondern dass sie sogar richtig Klasse hat. Dass sie hier ihre Frau steht."

Mike Garland: "Es geht aber nicht darum, dass sie ihre Frau steht. Es geht um die PCWA."

Vincent Craven: "Und in der PCWA braucht es eine Führungsposition. EINE. Keine Machtspielchen mehr. Weder mit Lucifer, noch mit Rage. Jona Vark ist der Boss."

Mike Garland: "Wenn das mal gut geht..."


------------------ PCWA ------------------

Blaze

… steht auf dem kleinen Emaille-Schild rechts neben der Tür. Wir hören sich nähernde Schritte, eine Hand, die eilig zur Klinke greift und schließlich den Zugang zur der Umkleidekabine ruckartig aufreißt.

„Du lausige kleine Ratte!“

Der Kubaner sitzt ruhig in einem braunen Ledersessel in der Ecke seiner Kabine. Sein Blick richtet sich auf Alistair und die Tür. Der nächste, der ihn verlässt. Selbst all die Helden der PCWA dulden ihn nur so weit, wie er ihnen keinen Ärger macht. In diesem Sinne waren Rage und Breads vielleicht sogar ehrlicher gegenüber ihm. Sie versuchten erst gar nicht, ihm etwas vorzuspielen. Kein falsches Lächeln, keine Unterdrückung durch gespielte Freundschaft. Am Ende des Tages sind wir alle einsam, denkt sich José und mustert den Gerasy Title. Das Gold steht jeder Freundschaft im Weg. Gut genug als Freund war er für Alistair nur so lang, da er das Gold nicht vor Augen hatte. Gut genug als Bruder war er für seine Schwester nur so lang, da er zu schwach war, seinem Traum wieder zu folgen. Ohne mit der Wimper zu zucken, deutet er Alistair einzutreten.

Der Kalifornier steht immer noch im Türrahmen. Er hat bereits seine Ringkleidung in Form einer stone washed Jeans, Kampfstiefeln und einem weißen Rüschenhemd angelegt. Um die Hüften trägt er demonstrativ den blank polierten Gürtel des Undisputed Gerasy Champions. Mit einem süffisanten Lächeln fährt er sich kurz durch das blondgesträhnte Haar und legt den Kopf etwas schief. Dabei bemerkt er, dass der Blick des Kubaners sich kurz auf den Titelgürtel richtet. Mit einem großen Schritt entert er den Raum.

Alistair: „Genau auf den hast du es abgesehen, hm?“

Wie aus der Pistole geschossen kommt es zurück.

Blaze: "Und wenn dem so wäre? Dann wäre ich nicht mehr das zahme Lamm, dass du wolltest? Dann würde unsere Zweckfreundschaft enden, nicht wahr?"

Aber Alistair lässt sich nicht beirren. Ein weiterer Schritt und er steht direkt vor Blaze, der sich nun ebenfalls erhebt. Wenige Zentimeter stehen die beiden nun voneinander entfernt.

Alistair: „Zweckfreundschaft..."

Alistair lässt sich dieses Wort auf der Zunge zergehen. Will der Kubaner ihm hier tatsächlich Vorwürfe machen? Dabei war er es doch, der ihn im Stich gelassen hatte.

Alistair: "Ein schönes kleines Spielchen hast du dir da überlegt, José. Ist es nicht ein seltsamer Zufall, was sich in der letzten Show zugetragen hat? Da meint man sich gut abgesichert zu haben, aber was passiert? All die Freunde, die man hinter sich glaubte, fallen ausgerechnet in dem Moment aus, in dem man sie am dringendsten benötigt hätte…“

Blaze entfährt ein Schnauben, dass sich zwischen Lachen und Entrüstung nicht entscheiden kann. Hatte Alistair nicht gesehen, was zwischen seiner Schwester und ihm passiert war? Ein Freund würde erkennen, wie es den Kubaner mitnimmt, aber darum war es Alistair ja offensichtlich nie gegangen...

Blaze: "Ein schönes, kleines Spielchen hast du dir da überlegt, Alistair. Ist es nicht ein seltsamer Zufall, dass ich dir so lang ein Freund bin, wie ich als Schutzschild fungiere? Da meint man, du hättest es ehrlich meinen können mit mir, aber was passiert? All die Freunde, die man hinter sich glaubte, wenden sich doch wieder gegen einen, sobald man einmal nicht funktioniert."

Man sieht wie Alistair Blazes Hohn verarbeiten muss und in eine kurze Schockstarre verfällt, die Stück für Stück Zorn weicht.

Blaze: "Aber wenn du es genau wissen willst, Alistair, ich hätte dir sehr gerne geholfen. Du bist mir zwei Menschenleben lieber als ein Azrael Rage oder Robert Breads. Du bist ein guter Mann, aber auch ich bin nur ein Mensch. Du weißt, was meine Schwester getan hat, wie sie mich erneut verraten und in meine eigene Kabine eingeschlossen hat. Ich wäre gerne an deiner Seite gewesen, aber ich konnte es nicht. Dafür Entschuldigung, dafür..."

Alistair unterbricht ihn.

Alistair: „Genau. Ein Kämpfer wie du, der sich von einer Frau davon abhalten lässt, einem Freund zu helfen? Ich habe selten eine derart dämliche Ausrede gehört. Weißt du, genau dieses Gespräch habe ich vorhin mit Stevie, Michael und Mad Dog geführt und ihre Entschuldigungen waren wenigstens halbwegs plausibel. Deine Worte aber widern mich einfach nur an.“

Jetzt fällt auch Blaze' Maske. Seine Hand ballt sich zur Faust.

Blaze: "Tun sie das, Alistair? Deine Worte widern mich ebenfalls an, Familie ist schließlich ganz offensichtlich wie ein Windhauch für dich. Sie kommt, sie geht. Loyalität kennst du nicht. Alles, was dich kümmert, das bist du selbst. Das Scheinwerferlicht darf nur Alistair Brunswick erhellen, für andere ist dort kein Platz. Ich bin nicht wie du, Alistair! Familie ist etwas wert. Meine Schwester, sie war alles für mich, sie war mein Herz, mein Blut. Jemand wie du kann das nicht verstehen. Wir sind nur Marionetten für dich, die du wegwirfst, sobald ihre Fäden einmal ausreißen."

Alistair verzieht das Gesicht.

Alistair: „Bla bla. Bla. Ich höre immer wieder das Wort ‚Familie‘ und je häufiger es mir zu Ohren kommt, desto mehr widert es mich an. Familie hier, Familie da. Was ist aus diesem Business geworden, weshalb uns unsere sogenannte ‚Familie‘ wichtiger ist als Versprechen, Ehrlichkeit und ein fairer Kampf? Abelia mag deine Schwester sein, aber darf sie sich deshalb alles erlauben? Sie hat dir Kriss Dalmi auf den Hals gehetzt und du tust hier so, als wäre das eine kleine Kabbelei unter Geschwistern. Eine richtige Familie unterstützt einen bei dem, was einem wichtig ist."

Jetzt muss Blaze ehrlich lachen.

Blaze: "Ja, das bist gerade ganz du, Alistair, ganz du. Nur das Gold im Blick, weil du selbst nicht glänzt, weil du nichts kennst außer dich selbst und keine Liebe größer ist als die Liebe in dir für dich. Vielleicht bin ich einfach naiv gewesen, zu glauben, es gäbe nur einen Menschen, der sein Ego abschalten kann und sich selbst nicht als das wichtigste nehmen muss. Ich hätte für Abelia aufgehört mit dem Wrestling, weißt du? Wenn das Wrestling über der Familie steht, ist es Zeit zu gehen..."

Einen kurzen Moment fallen alle Schutzmechanismen im Kubaner. Sein Blick dreht sich nach rechts zur Kommode, wo Abelias Tasche steht. Abelia, seine Schwester, die ihn ein zweites mal verraten hat und seit Vendetta 102 nicht mehr gesehen war. Er weiß bis jetzt nicht, wo sie ist, nur eins: es ist vorbei. Ihre Liebe ist zerstört und die Familienbande gebrochen. Das hat sie ihm deutlich gemacht in der letzten Show, als die Kameras nur noch ein Rauschen von sich gegeben haben. Mit ganzer Gewalt verdrängt er den Gedanken, bevor eine Träne seine Augen verlässt. Stattdessen formt er aus der Trauer Zorn und richtet ihn auf Alistair. Der interpretiert das kurze Schweigen des Kubaners als Aufforderung, selbst wieder zu sprechen.

Alistair: „Erzähle mir  nichts von Prioritäten. Es ist gerade einmal einen Monat her, da habe ich mich für dieses Business und gegen meine eigene Frau entschieden? Glaube mir, diese Wahl ist mir nicht einfach gefallen. Aber je mehr Abstand ich davon gewinne, desto sicherer bin ich, dass ich das richtige getan habe. Und du…“

Er tippt Blaze zweimal direkt auf die Brust.

Alistair: „… solltest das vielleicht auch einmal tun, du mieses kleines Arschloch.“

Da vollendet der Kubaner seinen vorherigen Satz.

Blaze: "...natürlich war das vor Abelias zweitem Verrat. Natürlich zeigt sich jetzt auch der Schall und Rauch, aus dem unsere Freundschaft geformt war."

Alistair stößt ein kurzes bitteres Lachen aus und breitet theatralisch die Arme aus.

Alistair: „Oh ja, ganz offensichtlich. Natürlich bin ich der Schuldige. Wo warst du, als ich im Krankenhaus lag und behandelt werden musste? Ein Freund hätte sich wenigstens kurz nach meinem Befinden erkundigt. Aber was machst du, José? Stiefelst direkt zu Jona Vark und sicherst dir ein Match um den Undisputed Gerasy Title.“

Blaze nickt ganz selbstverständlich.

Blaze: "Ja, Alistair, ich bin zu Jona und ich habe mir den Kampf zusichern lassen, den ich verdiene. Weißt du, Alistair, ich habe dich ganz einfach durchschaut, euch alle! Du bist nicht anders als die anderen, dir bin ich auch nur so lang gut genug gewesen, wie mich mein Knie unten gehalten hat und ich dir jeden Wunsch von den Lippen abgelesen habe. In der Hinsicht war Azrael ehrlicher als du. Er hat wenigstens keinen Hehl daraus gemacht, dass er mich hasst. Kannst du mich wirklich leiden, Alistair? Ich bezweifle es! Ich habe Sanchéz geschlagen und deine Bedingungen aus der Open Challenge damit erfüllt. Es ist nur fair, dass ich diesen Kampf bekomme. Und ich... ich liefere dir einen fairen Kampf! Ich werde deine Angeschlagenheit nicht ausnutzen. Ich werde mich aber nie wieder kontrollieren lassen, jetzt stehe wieder ich an erster Stelle!"

Alistair zieht eine Augenbraue nach oben.

Alistair: „Das hast du dir aber fein überlegt. Denkst du, ich wäre noch angeschlagen? Denkst du, dass es nun ein leichtes für dich wäre, diesen Titel abzustauben?“

Er schnallt mit einer fließenden Handbewegung den Titelgürtel ab und hält ihn Blaze direkt vors Gesicht.

Alistair: „Sieh ihn dir genau an. Du läufst ihm schon so lange hinterher, hm? Muss verdammt hart für dich sein, einen jungen Typen wie mich mit diesem Gürtel zu sehen? Jemand, der erst Jahre nach dir in die PCWA gekommen ist, dich mittlerweile allerdings überholt hat. Liegt das vielleicht daran, dass ich einfach mehr Glück habe als du… oder daran dass ich hier seit dem ersten Tag verdammt hart für meinen Erfolg arbeite? Denke einmal darüber nach."

Jetzt bricht auch Blaze' Zorn aus. Seine Stimme, die bisher ruhig geblieben ist, verzerrt sich zum Brüllen.

Blaze: "Du sprichst mir also wirklich ab, alles für die PCWA gegeben zu haben? MIR?!? Ich war im Gefängnis für die PCWA, ich setze meine Gesundheit aufs Spiel für die PCWA, ich habe meine Schwester verloren für die PCWA! Allen bin ich offen und demütig entgegen getreten, als ich vor einigen Monaten zurückkam, habe Buße getan und jedem verziehen, der mir Unrecht getan hat! Ich habe dir verziehen! Und was bekomme ich zurück?!? Hohn, Arroganz und falsch vorgespielte Freundschaft, die da endet, wo ich zum ersten mal wieder mich selbst in die erste Reihe rücke. Ja, ich will diesen Titel, Alistair, denn ich habe ihn genauso verdient wie du selbst. Ich habe geblutet dafür! Aber klar, das kennst du nicht. Dir wurde dein erster Titel ja damals von Gabriel geschenkt! Ich habe für meinen ersten Titel im Inferno gestanden und Feuer hat meine Haut verbrannt. Ich habe für jeden meiner Siege gekämpft, während du dir selbst den Gerasy ergaunert hast. Ich verspreche dir einen fairen Kampf, Alistair, aber wenn mir das Glück hold ist, dann nehme ich dir diesen Gürtel ab und fahre als Champion zum Rumble. Ich habe lang genug gebüßt für meine Fehler."

Die letzten Worte hat er leise und bedächtig, allerdings mit einem latent aggressiven Unterton in der Stimme gesprochen. Die beiden stehen sich nun direkt gegenüber, Auge in Auge.

Alistair: „Main Event… da werden den Worten auch Taten folgen.“

Er starrt ihn noch für einen kurzen Moment schweigend an, dann wendet er sich ruckartig ab. Beim Hinausgehen knallt er die Tür hinter sich so fest zu, dass ein Bild direkt daneben von der Wand zu Boden fällt und zerspringt.

Als Blaze herantritt und die Scherben nachdenklich aufsammelt, erkennen wir, wessen Bild da gerade zu Bruch gegangen ist.

Es zeigt Abelia.
Seine Schwester.

Vincent Craven: "Alistair sagt es! Alistair sagt es... Im Main Event müssen die Taten folgen."

Mike Garland: "Und dann weiß er seinen Aggressionen doch nicht anders Herr zu werden, als die Tür zu zuschlagen und damit das Bild von Blaze' Schwester zu zerstören."

Vincent Craven: "Fast schon sinnbildlich für die Beziehung der beiden Main Eventer... noch vor kurem dachten sie Freunde oder zumindest auf der gleichen Seite zu sein."

Mike Garland: "Das zerbrach aber schneller, als sie sehen konnten. Wenn es um den Gerasy geht, sind eben alle blind."

Vincent Craven: "Das ist zumindest die Erkenntnis von Blaze. Alistair ist der Gerasy und fühlt sich verraten."

Mike Garland: "Das fühlt er sich vermutlich schon sein ganzes Leben lang..."

Vincent Craven: "Vielleicht hat er nicht bedacht, dass sich bestimmte Dinge ändern, wenn man Gerasy Champion wird. Plötzlich stellen sich eben nicht mehr alle neben einen, sondern plötzlich stehen die meisten sogar gegenüber."

Mike Garland: "Von diesem Elend könnte er ja heute von Blaze schon wieder erlöst werden. Vielleicht doch noch ein Freundschaftsdienst der Rache!?"

Vincent Craven: "Ich glaube das würde selbst der Kubaner nicht so sehen... Nichtsdestotrotz hat er heute die ultimative Chance. Das nimmt ihm keiner mehr."

Mike Garland: "Der Hauptkampf der heutigen Show. Alistair Brunswick gegen Blaze. Undisputed Gerasy Championtitle." 


------------------ PCWA ------------------

Es bleiben höchstens noch 20 Minuten bis zu ihrem Match gegen Jiao Chengzho. Ihr Ring Gear, bestehend aus einer violett-schwarzen Kombination aus Hotpants und einem knappen Top, schwarzen Wrestlingboots und dazugehörigen Kickpads, die sie unter farblich angepassten Beinstulpen trägt, hat sie bereits angelegt. Trotz ihrer Verbannung aus der Trainingshalle der BWH durch ihre heutige Gegnerin, fühlt sie, dass sie sich auf Jiao angemessen vorbereitet hat. Sie wird nicht den Fehler begehen, ihre Gegnerin zu unterschätzen. Schließlich ist diese bei der Prestige Challenge nicht ohne Grund auf dem zweiten Platz gelandet und auch wenn sie es sich nach diesem unverschämten und respektlosen Betragen der Rookiedame nicht eingestehen mag: In den wenigen Monaten, in denen sie das Training in Marc Stevens Wrestlingschule aufgenommen hat, machte sie unglaubliche Fortschritte. Kein Vergleich mit ihren eigenen ersten Schritten in der Wrestlingwelt...

Eigentlich nervt sie diese ständige Tendenz, Vergleiche zu anderen Frauen ihrer Zunft ziehen zu wollen. Sie kann trotzdem nicht davon ablassen. Die ATHENA-Championesse schüttelt diesen Gedanken ab. Nein. Sie ist angemessen vorbereitet. Punkt. Ein Blick an die Wanduhr verrät ihr, dass sie sich in der Tat langsam auf den Weg zur Gorilla Position machen muss. Sie schnappt sich den ATHENA Title, der brav zusammengelegt auf einem Tisch dabei zugesehen hat, wie sie eben noch letzte Dehnübungen gemacht hat, fixiert ihn lose auf der Schulter und geht los.

Sonderlich weit kommt sie aber nicht. Denn irgendetwas weckt ihre Aufmerksamkeit. Ashley hält inne und horcht.
War das gerade ein leises Schluchzen, das an ihr Ohr gedrungen ist? Angestrengt lauschend blickt sie sich um, aber außer ihr befindet sich niemand auf dem langgezogenen Flur. Wenn man einmal von den geräumigen Wandschränken absieht.

Und genau auf einen dieser Wandschränke geht Ashley nun zu, denn aus dieser Richtung kommt das Schluchzen eindeutig. Vorsichtig klopft sie gegen jene Tür, hinter der sie die Schluchzgeräusche vermutet und augenblicklich verstummen diese.

Ashley Stanton: "Brauchst du Hilfe?"

Eine Antwort bleibt aus. Sie wartet die geduldig weiter. Erst eine Sekunde, dann zwei, dann drei. Immer noch tut sich nichts, also beschließt sie den Schrank einfach zu öffnen und siehe da!

Ashleys Augen weiten sich vor Erstaunen. Im Schrank, direkt vor ihr auf dem Boden, sitzt Eri Osada. Die kleine Japanerin hat auf einem Stapel gefalteter Handtücher Platz genommen. Ihr Antlitz ist verweint und im Arm hält sie einen einzelnen abgetrennten Arm eines Teddybären, den sie verzweifelt an sich presst und immer wieder mit den Fingern durch das Plüschfell streichelt. Mit großen braunen Augen blickt sie zu Ashley hoch.

Ashley Stanton: "Hey, Kleine. Alles in Ordnung bei dir?"

Eri nickt, aber diese Geste überzeugt Ashley nicht. Sie überlegt. Sie muss sich eigentlich beeilen. Vielleicht könnte sie nach ihrer Konfrontation mit Jiao wieder zu ihr zurückkehren. Dann wiederum konnte sie dieses kleine Häufchen Elend doch nicht einfach so hier sitzen lassen! Also bedeutet sie der Japanerin, ein wenig zur Seite zu rutschen und lässt sich, so gar nicht elegant, direkt neben ihr auf den Handtuchstapel plumpsen. Schnell zieht sie die Schranktür hinter sich zu, so dass die beiden nun im Dunkeln sitzen und kaum noch zu erkennen sind. Warum auch immer im Wandschrank eine Überwachungskamera hängt. Tröstend legt Ashley ihren Arm um Eris Schultern, drückt sie fest an sich und schaut ihr dabei in die Augen.

Ashley Stanton: "Sag schon, was ist los? Warum versteckst du dich in einem Schrank und weinst in der Dunkelheit vor dich hin?"

Eris Antwort kommt zögerlich und leise.

Eri: „Ich… mich so schämen…“

Ashley Stanton: "Ist es, weil du gegen Bleed verloren hast?"

Eri nickt heftig. Immer wieder schießen dabei neuerliche Tränen in ihre rehbraunen Kulleräuglein, was Ashley erneut zum Anlass nimmt, ihre neue Freundin - konnte man sie denn schon so nennen? - an sich zu drücken und ihr dabei beruhigend über den Oberarm zu streicheln.

Ashley Stanton: "Aber das passiert nun mal! Es ist vollkommen normal zu verlieren."

Sie zupft eines der Handtücher unter ihnen hervor und reicht es Eri, damit diese sich schnäuzen kann. Was diese nach kurzem Zögern auch macht.

Eri: „Sie immer noch haben… Shiawase.“

Shiawase. Der Teddybär, den Eri von Azrael geschenkt bekommen hatte. Ashley hat es gesehen. Die psychologische Folter, die Bleed Eri unterzogen hat, als sie dem überdimensionalen Kuscheltier mit einer Kettensäge den Arm abtrennte. Bei dem Gedanken an diese Grausamkeit legt sich ein verständnisloser Ausdruck auf das Gesicht der jungen Frau aus Kansas City. Sie zwingt sich zu einem zuversichtlichen Lächeln.

Ashley Stanton: "Dein Freund Azrael kann dir sicherlich helfen, den Bären zurückzubekommen. Und selbst wenn es nicht klappen sollte, würde er dir sicherlich einen neuen kaufen, der mindestens genauso groß und flauschig ist wie Shiawase!"

Eri blickt Ashley verwundert an. Zumindest, soweit man das in der Dunkelheit erahnen kann.

Eri: „Natürlich er können neu… kaufen. Aber Shiawase etwas… besonderes. Er ist Geschenk von Azrael. Und ich kann nicht einmal darauf aufpassen.“

Einmal mehr bekräftigt Ashley ihre Zuversicht mit einem Lächeln und drückt Eri sanft an sich, die ihren Kopf seitlich auf ihrer Schulter bettet.

Ashley Stanton: "Ich verstehe, warum dir Shiawase so wichtig ist. Und ich finde es toll, dass du versuchen willst, ihn alleine aus Bleeds Keller zu retten. Ich mag deine Einstellung. So wirst du es in diesem Geschäft noch sehr weit bringen. Du kannst alles erreichen."

Eri: „Azrael auch immer… sagen, dass Ziele das wichtigste im Leben seien.“

Ashley nickt zustimmend.

Ashley Stanton: "Und er hat recht. Auch wenn ich mit seinen Methoden nicht ganz einverstanden bin. Es ist diese Einstellung, dieses Hinarbeiten auf ein großes Ziel im Leben, das mich dazu geführt hat, den ATHENA Title zu gewinnen, obwohl ich im ganzen Turnierteilnehmerfeld sicherlich nicht die größte, kräfigste oder gerissenste Wrestlerin war. Ich..."

Weiter kommt sie nicht, denn auf einmal packt Eri ihren Arm und rüttelt daran, so als sei ihr gerade eine ganz wichtige Idee gekommen.

Eri: „Ich weiß! Ich weiß, wie ich Azrael überzeugen kann, dass ich genau so… zielstrebig sein wie er!“

Ashley Stanton: "Nun... Also, das ist doch toll! Solltest du dabei Hilfe benötigen, dann werde ich dich nach Leibeskräften dabei unterstützen."

Die Amerikanerin streicht sich ein paar Strähnen ihres gewellten, kastanienbraunen Haares aus dem Gesicht. Eine Verlegenheitsreaktion. Wie so oft. Sie sollte sich für Eris neugefundene Motivation eigentlich freuen, und doch kann sie sich nicht dem Gefühl erwehren, dass der Einfluss dieses megalomanischen Soziopathen, der bis vor wenigen Monaten noch der höchste Champion in dieser Liga war, schlecht auf die kleine Japanerin abfärbt. Und doch schien sie ja irgendwie glücklich zu sein. Glücklicher als sie es mit NEON war.

Ashley Stanton: "Willst du mir deine große Idee verraten?"

Eri: „Azrael immer… sagen, dass Gerasy am wichtigsten. Also ich auch sollten holen Titel!“

Ashley Stanton: "W-was?"

Eri erhebt sich und schiebt die Schranktür auf. Sie baut sich direkt vor der sitzenden Ashley auf.
Was die beiden in etwa auf Augenhöhe bringt. Und deutet mit ihrem Zeigefinger auf den Titel, der sich nach wie vor in Ashleys Griff befindet.

Eri: „Ich wollen ATHENA World Title gewinnen!“

Sie versucht, bei dieser Herausforderung möglichst bedrohlich zu wirken, so wie sie es bei anderen immer wieder gesehen hat.
Das gelingt ihr allerdings nicht einmal halbwegs. Wie ein Staredown mit einem Kätzchen, das versehentlich in der Wäschetrommel gelandet ist. Ihr könnt euch das sicherlich vorstellen.

Trotzig schiebt Eri die Unterlippe nach vorne und unterstreicht ihre Worte, indem sie einmal mit dem rechten Fuß aufstampft. Dann wirbelt sie herum und hüpft von dannen, ohne auf eine Antwort zu warten.

Ashley seufzt.
Gleich diese Chinesin und in naher Zukunft diese plötzlich titelgeile Japanerin?
Die PCWA ist wirklich ein heißes Pflaster.

Vincent Craven: "Eri Osada verzweifelt nach der Niederlage gegen Bleed und den Taten an Shiawase, allerdings gibt ihr die Möglichkeit auf den ATHENA World Title wieder Hoffnung."

Mike Garland: "Jetzt mal ganz ehrlich... Das Mädchen ist doch hier fehl am Platze. Wie oft will sie noch gegen Mauern laufen? Wäre Ashley Stanton nicht so nett, hätte sie Eri doch gleich an Ort und Stelle erneut niederschlagen können."

Vincent Craven: "Vielleicht muss Eri eben mehrmals anlaufen. Auch gegen Stanton. Bis sie stark ist. Es gibt viele Athlethen in der PCWA, die längere Zeit erstmal gescheitert sind. Prominente Leute, wie Blaze oder Mad Dog... Und schließlich standen sie ganz oben. Oder haben wie Blaze heute die Chance dazu. Warum also sollte Eri Osada nicht ATHENA World Champion werden?"

Mike Garland: "Die einzige Hoffnung, die ich bei Eri habe, ist der Einfluss von Azrael Rage. Aber der hat, wie wir gesehen haben, momentan auch andere Sorgen."

Vincent Craven: "Osada bedeutet ihm schon etwas. Das merkt man - aber ob er der richtige Einfluss ist, wage ich zu bezweifeln. Ich wünsche eher, dass Eri einen guten Einfluss auf Azrael hat."

Mike Garland: "Gott bewahre!"


------------------ PCWA ------------------

Jona Vark: "Herein."

Und dann öffnet sich auch schon die Tür und in das Büro der obersten Instanz der Phoenix Crossover Wrestling Association tritt ein Mann, den wir alle gleichermaßen kennen als auch unsympathisch finden.

Robert Breads: "Einen wunderschönen guten Tag."

Die Geschäftsführerin der PCWA greift sich an die Schläfe und scheint Kopfschmerzen zu haben. Heute dürfte wohl der ereignisreichste Tag in ihrer bisherigen Laufbahn in der PCWA gewesen sein und sie kommt kaum dazu, die unzähligen Akten auf ihrem Schreibtisch zu sitzen.

Jona Vark: "Sagen sie... Mister Breads... sie waren doch vorhin schon hier!? Was gibt es? Geht es um Keek Hathaway? Oder etwas um die Forderung von Grizz Lee zu einem 3-Way Match beim Brawlin' Rumble?"

Robert Breads: "Genau darum geht es."

Der Kanadier nickt seiner Vorgesetzten zu.

Robert Breads: "Für viele Leute wäre es ja schon eine Leistung den Titel gegen Kevin Sharpe zu verteidigen... warum auch immer irgendwelche "Experten" ihn auch nur im Ansatz für gut halten. Seinen Titel zu verteidigen und anschließend auch noch den Brawlin' Rumble zu gewinnen ist eine Leistung, die beinahe unrealistisch erscheint. Seinen Titel gegen gleich zwei Gegner zu verteidigen und dann den Brawlin' Rumble zu gewinnen ist eine Leistung, die extrem unrealistisch erscheint. Seinen Titel gegen zwei Partner zu verteidigen, die wohl gemeinsame Sache machen, und dann den Brawlin' Rumble gewinnen, ist eigentlich unmöglich."

Kurz zögert Breads... dann beginnt er zu lächeln.

Robert Breads: "Das Unmögliche zu schaffen, ist genau das, was ich will. Ich würde sagen wir können den 3-Way dann einmal offiziell ansetzen."

Jona Vark: "Ehm, okay? Dann vielen Dank für diesen Hinweis. Wollen sie mir dann auch gleich mitteilen, wie sie gedenken, ihren Gürtel zu verteidigen? Schließlich darf sich der Träger der Crown ja selbst aussuchen, in welchem Modus er den Gürtel verteidigt."

Robert Breads: "Ich hätte ausnahmsweise einmal tatsächlich einen Wunsch.'

Hui, das ist ja mal etwas Neues. Was denn?

~~~ Meanwhile ~~~ 

Kevin Sharpe lauscht mit einem Ohr an der neuen Metalltür und zeigt seinem Partner den nach oben gereckten Daumen.

Sharpe: "Ich verstehe jedes Wort, das die da drin reden. Ist die Tür aus Papier?"

Kopfschüttelnd deutet der Trouble Magnet auf einen Fernseher, der im Flur hängt. Natürlich wird aus dem Büro von Jona Vark live übertragen. Mit Ton!

~~~ Zurück in das Büro der liebreizenden PCWA Chefin ~~~

Robert Breads: "Es wird ein 3-Way-Match sein, bei dem der erste Pin oder die erste Submission das Match entscheidet... keine Elimination-Regeln oder ähnliches. So kann es zwar passieren, dass ich den Titel verliere ohne dass ich gepinnt werde... aber so kann es nicht passieren, dass man sich gegen mich verschwört, mich eliminiert und so unwürdig meinen Title-Run beendet, weil einmal mehr der Sportsgeist vergessen wird. Außerdem ist es doch so viel interessanter. Weder Lee noch Sharpe können mich allein pinnen, aber zusammen können sie es auch nicht, weil nur einer gewinnen kann... mal sehen wie lange das Teamwork da hält."

"Die Stipulation, die du suchst ist 'Triple Threat'. Sollte der selbsternannte 'Mister Wrestling' der PCWA eigentlich wissen."

Auftritt Lobotomy Blues. Grinsend lümmelt sich Kevin Sharpe in den freien Sessel neben Robert Breads.

Sharpe: "Und mach dir keine Sorgen um unseren Teamgeist. Der zerbricht ganz bestimmt nicht. Mach dir lieber Sorgen, ob der Kreuzzug von Robert Breads nicht so langsam dem Ende entgegen geht."

Robert Breads: "Wenn er nicht wegen mir zerbricht, wie sieht es dann mit dem Titel aus?"

Der Unterton, der da bei Breads mitschwingt ist ziemlich eindeutig. Er ist sich ziemlich sicher, dass die Risse in diesem Team tiefer sind als es Lee und Sharpe gerne hätten. Er wendet sich an den Hardcore Superstar.

Robert Breads: "Du solltest mir doch eher dankbar sein, Grizz, wenn es letztlich dazu kommt."

Verwirrte Gesichter im Raum.

Robert Breads: "Ihr seid seit zehn Jahren ein Team, habt noch mehr Erfahrung und Kevin wrestlet seit 39 Jahren scheiße. Ich würde dich nur von einer Last befreien."

Sharpe ist bereits wieder kurz davor hautfarbenmäßig zu einem Hummer zu mutieren, als er vom Grizzer an der Schulter gepackt wird. Das reicht zur Beruhigung. Zunächst.

Grizz: "Du verstehst doch überhaupt nicht, was es bedeutet in einem Team zu arbeiten. Du bist ein Einzelgänger, Breads, dann am besten, wenn Du Dein Ding durchziehen kannst. Wenn Keiner ankommt und Dir sagen will, was Du zu tun hast."

Kleiner Seitenhieb. Sharpe reagiert allerdings nicht, ist noch immer zu beschäftigt damit seinen Blutdruck zu senken.

Grizz: "Sieht man doch an Deiner Zusammenarbeit mit Wiley Cuts. Ist schon einmal gescheitert und läuft momentan auch nicht ideal, oder?"

Robert Breads: "Das ist ja alles schön und gut. Der Punkt ist, dass euch doch völlig egal sein kann, ob ich nun mit irgendwem im Team funktioniere oder nicht. Ich trete völlig allein in diesem Match an, Ich nehme keine Rücksicht, muss mir keine Gedanken machen. Ich komme, zerstöre, gewinne und gehe, um mich auf den Brawlin' Rumble vorzubereiten und ihr seid froh wenn man euch danach sagt "es war knapper als man gedacht hätte!". Und wisst ihr was man denkt? Dass ihr in der Luft zerfetzt werdet, alle beide. Und wisst ihr warum man das denkt? Weil ich besser bin als ihr. Es tut mir fast ein wenig Leid um die zahlenden Zuschauer, dass man diesmal keinen Showstealer von mir bekommen wird, denn dazu gehört nun einmal Spannung und für die ist dieses Match eindeutig zu schwach besetzt. Wobei..."

Wieder wendet sich Breads Lee zu, ein Grinsen im Gesicht, für das allein man ihm ins Gesicht schlagen möchte.

Robert Breads: "...wenn du willst, Grizz, können wir auch immer noch ein Singles Match abhalten. Das wäre um einiges interessanter als zu gucken, wer letztlich zuerst Kevin Sharpe pinnt."

Der Kanadier hält ganz offensichtlich nicht viel vom "Blackheart". Er hält ihn offensichtlich für leicht provozierbar. Und offenbar springt Sharpe darauf an.

Sharpe: "JETZT HABE ICH ABER GENUG!"

Wütend trümmert Sharpe seine Faust auf den Schreibtisch von Jona Vark.

Sharpe: "Sonne dich ruhig in deiner Arroganz, Robert Breads. Aber beim Rumble nützen dir deine ganzen beschissenen Reden einen SCHEISSDRECK! Was ich überaus interessant finde... ist MAD DOG etwa Laufkundschaft? Was, wenn die Töle dir heute den Titel abnimmt? Dann werde ich trotzdem beim Rumble gegen dich antreten und mit dir den Ringboden aufwischen. Und, wie du sicher auch weißt... Mad Dog hat überhaupt nichts dagegen seinen Titel gegen Grizz, mich oder auch uns beide zu verteidigen... SOLLTE er gewinnen. Und wie ich schon mehrfach sagte... die Cryption ist nicht mein primäres Ziel. Das ist einzig und allein die Perversion die sich Robert Breads schimpft! Gewöhne dich an die Eventualitäten, die passieren können. Vielleicht heißt es beim Rumble Robert Breads gegen Kevin Sharpe und Mad Dog gegen Grizz Lee um die Cryption Crown!"

Toll. Hatten sie nicht gerade vorhin darüber gesprochen, dass das nicht ganz so einfach werden würde mit der Cryption? Und trotzdem bringt Kev es wieder auf den Tisch. Als würde er Miss Vark geradezu anflehen. Grizz schaut leicht zur Seite und beißt sich auf die Lippe.

Jona Vark: "Ja, hallo. Schön, dass die Fronten hier nun noch mehr verhärtet sind, als vorher schon. Das sind ja alles sehr interessante und frische Paarungen, die sicher eine Menge Geld generieren könnten.."

Robert Breads: "Meint ihr das jetzt Ernst?"

"Canada's Own" wirkt angepisst. Ziemlich angepisst. Das ist doch schon mehr oder minder eine Drohung... oder?

Robert Breads: "Das würdest du tun, Sharpe? Ich habe diesen Titel mit fairen Matches und guten sportlichen Leistungen auf ein neues Level gehoben... und dann würdest du ihn nur, weil du mich zusammen schlagen willst, mit einem Drecks-Ende für ein lange erwartetes Match wieder zurück auf das alte Level bringen, auf das unterirdische Level... und DANN darf dein Partner darum antreten? Meine Güte, seid ihr ein tolles Team."

Mit wütendem Seitenblick Richtung Sharpe schaltet sich Lee nun doch ein.

Grizz: "Hey, langsam, keine Verschwörungstheorien hier! Niemand hat gesagt, dass wir den Matchausgang beeinflußen wollen. Vielleicht hat... irgendjemand diese Idee heute schon vorgebracht, aber es wurde ganz deutlich zu den Sachen gepackt, die nicht passieren werden. Wir halten uns 'raus, Du kümmerst Dich um Mad Dog, und wenn Du dann immer noch den Titel hast, dann kannst Du Dir Sorgen um den Blues im Ring machen. Aber ich versprech' Dir, dass keiner von uns später eingreift!"

Robert Breads: "Ich glaube dir, dass du das ernst meinst, Grizz."

Entschlossen tritt der Mann aus Toronto zur Tür.

Robert Breads: "Aber wer glaubt schon jemandem, der sich nicht nur Wrestling-technisch bevorzugt im Keller aufhält...?"

Eine abschließende Provokation vom Wrestling-Champion, ehe er sich mit einem Nicken von Jona Vark verabschiedet und den Raum verlässt. Sharpe hatte kurz gezuckt, aber der eiserne Griff auf seiner Schulter lässt ihn stehenbleiben und nur vor Wut schnauben.

Sharpe: "Ich reiße dieses verdammte Schwein in Stücke!"

Grizz: "Beim Rumble, Pal, beim Rumble."

Doch fast könnte man meinen, dass man ein schwaches Kopfschütteln beim Sickman sehen kann.

Vincent Craven: "Kevin Sharpe lässt sich von Robert Breads provozieren und plötzlich scheint die eben noch ausgeschlossene Möglichkeit, in das Cryption Match einzugreifen, wieder greifbar nahe."

Mike Garland: "Breads spricht nur die Wahrheit aus, kein Wunder, dass Sharpe daraus ausbrechen will. Er will neue Verhältnisse schaffen."

Vincent Craven: "Mit einem Eingriff gegen Breads? Der Grizzer ist von der Sache nach wie vor nicht beeindruckt und ich auch nicht."

Mike Garland: "Grizz Lee ist von nichts begeistert, was Kevin Sharpe eigenständig machen will. Wenn Sharpe aber wirklich eine Chance gegen Breads haben will, muss er selbstständig werden, sonst wird er wieder scheiern und für immer am Nagel von Grizz Lee hängen."

Vincent Craven: "Sofern Mad Dog gleich nicht die Cryption Crown gewinnt, sehen wir in jedem Fall ein Triple Threat Match beim Rumble. Momentan sieht es in der Tat nicht so aus, als könne es ein Handicap Match für Robert Breads werden."

Mike Garland: "Das hängt alles von Kevin Sharpe ab. Entweder er bleibt ein langweiliger Mitläufer oder aber er löst sich vom Grizzer und könnte so auch Breads schlagen."


------------------ PCWA ------------------

Momentan befindet sich die Chinesin in einem Gang in der Nähe von ihrem Lockerroom. Nach außen wirkt sie recht ruhig, aber wir als Zuschauer können irgendwie merken, dass sie doch ziemlich nervös ist. Warum wohl?

Warum bin ich so nervös? Ist doch nur ein Kampf... nicht mal ein besonders bedeutender. Plötzlich erinnere ich mich an die Worten meines Großvaters, der mir die Grundlagen des Kämpfens beigebracht hat: Jeder Kampf ist von Bedeutung. Wäre dem nicht so, könnte man auch gleich darauf verzichten. Wo er Recht hat, hat er Recht. Also nehme ich den kommenden Kampf doch besser ernst. Aber ich muss doch nicht nervös sein! Wie beruhige ich mich ...? Ah, ich könnte ja mal meine Großeltern anrufen!

Sie holt ihr Handy aus und wählt eine Telefonnummer. Nach dem vierten Kingeln wird abgenommen.

Verschlafene Stimme: "Mein Herr, wissen Sie, wie spät es ist?"

Uh-oh. Da Jiao noch nie zuvor im Ausland gewesen ist, hat sie die Zeitzonen komplett vergessen. Deutschland plus 6 Stunden. Ach, dort ist ja Nacht.

Jiao: "Hallo, ich bin's, Jiao! Ich entschuldige mich vielmals für das Wecken!"

Edô: "Ach, du bist es. Ach, komm, es passiert jedem mal."

Jiao: "Äh.. ehm...wie geht's dir?"

Edô: "Abgesehen davon, dass ich jetzt wach bin? Ganz gut. Wie kann ich dir helfen, meine liebste Enkelin?"

Jiao: "Ja... wie soll ich sagen? Ich bin total aufgeregt und ich kann mich nicht beruhigen."

Edô: "Dann mach' dir doch einfach einen schönen Beruhigungstee. Du kennst meinen Chi-Na-Tee. Nimm' den."

Jiao: "Oma Edô, ich bin gerade in einer Show und in wenigen Minuten bin ich dran. Da kann ich mir keine Tee-Stunden vornehmen!"

Edô: "Na denn, wie du denkst. Oh, jetzt ist Wu auch wach geworden. Er möchte jetzt gerne mit dir sprechen. Ich gebe das Telefon jetzt weiter..."

Wu: "... danke, Honigbiene. Hallo, Jiao! Ich habe gehört, dass du Schwierigkeiten hast, Geduld und Ruhe aufzubringen."

Jiao: "Ja, Großvater."

Eine Pause entsteht. Nach einigen Momenten glaubt Jiao, dass die Telefonverbindung unterbrochen ist... doch sie ist es nicht.

Wu: "Die größten Krieger Chinas haben vor einer Schlacht verschiedene Methoden gekannt, um mit Ruhe und Gewissheit in einen tödlichen Kampf zu gehen. Unter anderem hatte die Feldherrin Mulan - der Sage nach - einen kleinen Spaziergang gemacht und die Natur um sie - sei es Dschungel, Wüste, Dörfer, Wiesen oder Felsen - auf sich einwirken lassen. Nur ein paar Minuten. Was ich dir sagen will: Warte nicht, bis der Kampf auf dich zu kommt. Sondern lass' den Kampf auf dich zukommen."

Hä? Sie versteht es nicht ganz. Beides ist doch inhaltlich gleich, oder?

Wu spürt, dass noch Erklärungsbedarf besteht.

Wu: "Das bedeutet: Die Schlacht kommt immer, egal was du machst. Statt darauf so nervös und unsicher zu warten, sollst du die verbliebene Zeit darauf verwenden, dich mit etwas Nützlichem oder etwas, was dir Spaß macht, zu beschäftigen. Du wirst es nicht verpassen. Hat es dir geholfen?"

Was? Ich habe doch noch gar nicht angef... tatsächlich bin ich so ruhig. Ach, wie kriegt mein Großvater das nur hin?

Sie lächelt vor sich her.

Jiao: "Du bist einfach ein toller Großvater. Vielen Dank!"

Wu: "Das freut mich sehr. Ich werde dir kein Glück wünschen, denn Glück brauchst du nicht und Glück entscheidet selbst, ob dir geholfen wird. Stattdessen wünsche ich dir viel Wissen und Fähigkeiten, die du nutzen kannst."

Jiao: "Nochmals vielen Dank!"

Wu: "Oh, ich habe es fast vergessen. Ich und Oma Edô werden dich im Juli in Deutschland besuchen. Auf Wiederhören!"

Jiao: "Was hast du..."

Die Leitung ist bereits tot. Wu und Edô kommen mich besuchen! Ja! Jaa! Das ist so toll! Auf geht's!

Die ganze Zeit hat sich Jiao Chengzho stoisch verhalten, doch jetzt geht sie mit deutlich entschlossenerer Miene duch den Gang und verschwindet so aus dem Bild...

Vincent Craven: "Jiao Chengzho bereitet sich mit einem Telefonat mit ihren Großeltern auf das anstehende Match vor."

Mike Garland: "Das hast du gut zusammengefasst, meine Honigbiene."

Vincent Craven: "Ach, Blümchen."

Ein verwegener Blick Cravens auf das geblümte Hemd seines Kollegens tut sein Übriges.

Mike Garland: "Jiao scheint jetzt auf jeden Fall bereit. Ashley wurde ja eher durch Eri aus ihrer Konzentration gerissen."

Vincent Craven: "Ob sich diese unterschiedlichen Herangehensweisen auf das Match auswirken, sehen wir in wenigen Minuten."


------------------ PCWA ------------------

Es ist mal wieder Zeit. Alle Monate wieder ist es soweit, und wir bekommen ein - inzwischen - ganz besonderes Match aufgetischt. Zum dritten Mal heißt es "Night Fighter vs Canada's Own", zum dritten Mal heißt es Robert Breads vs Mad Dog. Bevor wir aber zum Match selbst kommen, kommen wir erst einmal zu unserem Lieblingskanadier. Der steht nämlich Backstage bei Vendetta 103 in einem Flur herum. Nun, bis gerade stand er nicht, sondern lief durch die Flure, auf der Suche nach jemandem. Da er den entsprechenden Herren aber nun gefunden hat, kann er natürlich stehen bleiben... Logisch, nicht?

Robert Breads: "Buh."

Der Schockeffekt dieser Aktion hält sich in Grenzen, aber wahrscheinlich wollte sich Breads ohnehin nur über den Mann lustig machen, der ihm den Rücken zugedreht hatte. Es ist wohl nicht schwer zu erraten, um wen es sich dabei handelt.
Mit einem vorfreudigen Lächeln im Gesicht, dreht sich die unbekannte Konstante um, mustert seinen heutigen Gegner. Dieser zeigt aber keinerlei Auffälligkeiten, auf welche er heute im Ring eingehen könnte. Allein die Cryption Crown sticht dem geneigten Betrachter ins Auge. Wer hätte auch etwas anderes erwartet? Nüchtern zieht MD also eine Augenbraue hoch.

Mad Dog: "Der werte Herr Breads - doch noch ein bisschen psychologische Kriegsführung, huh?!" 

Der Wrestler aus Toronto setzt das falscheste Lächeln auf, das man sich nur irgendwie vorstellen kann.

Robert Breads: "Ich dachte, ich vergewissere mich einmal was so bei dir los ist, Mad Dog. Wie du ja sicherlich weißt, haben wir gleich ein Match... ja, beinahe schon gleich, und nicht im Main Event, wie es sich gehören würde... und ich möchte diese Sage, diese Trilogie, die wir uns aufgebaut haben, hier zu Ende bringen. Es gibt da nämlich ein Problem."

Und es ist völlig unzweifelhaft, dass er uns gleich wissen lassen wird, was eben dieses Problem ist.

Robert Breads: "Ich will diese Sache zu Ende bringen. Ich will den Prozess zu Ende bringen. Ich habe verloren, wir trennten uns unentschieden... ich will diesen Generationenwechsel endlich vollziehen, endlich gewinnen, einen Schlusspunkt ziehen. Der Punkt ist nicht, dass ich mir Sorgen mache, dass ich gewinne. Ich werde gewinnen; das steht gar nicht zur Debatte, Mad Dog. Der Punkt ist... wird mein Sieg etwas wert sein?"

Wie das nun gemeint sein soll, muss er dann aber doch noch einmal erklären.

Robert Breads: "Ich bin auf einer kleinen Mission. Ich bin dabei, eigenhändig eine bereits tote Liga noch einmal zu beerdigen, diesmal allerdings ein für alle Mal. Keine Revivals, keine Comebacks mehr, und dafür muss ich jeden Wrestler, der in diese eine, bestimmte Kategorie gehört besiegen. Und ich wil sie auf dem Höhepunkt ihres Könnens besiegen. Ich habe einen starken Stevie van Crane geschlagen, der nicht ganz stark genug war. Ich werde gegen einen starken Grizz Lee antreten und gegen einen Kevin Sharpe, der gar nichts kann, aber das darf man wohl als seinen Zenit betrachten. Und jetzt will ich gegen einen starken Mad Dog antreten, den besten Mad Dog, den man kriegen kann.. aber wo ist der eigentlich?"

Rhetorische Frage... oder?

Robert Breads: "Der beste Mad Dog, den man kriegen kann, würde sicherlich nicht gegen einen Mann verlieren, der sich selbst viel mehr als pubertärer Anti-Held präsentiert als an seinem In-Ring-Können zu arbeiten, das seit 10 Jahren vor sich hin rostet... aber das hast du. Du hast verloren. Okay, in einer Farce von einem Wrestling-Match, sicher... aber trotzdem. Bist du dir sicher, dass du mir die Herausforderung bieten kannst, die dein Name verspricht, lieber Mad Dog? Man gewinnt nämlich zunehmend den Eindruck, dass du viel weniger ein verrückter Hund... als viel mehr ein verbrauchter Hund bist. Aber das stimmt doch hoffentlich nicht... „Old Yeller“?“

Mad Dog: "Oh boy..."

Genervt rollt MD seine Augen in die Höhlen, zieht die Nase hoch und blickt verstohlen beiseite. Den K.O. gegen Eleven und auch die Niederlagenserie hat er letzte Show zwar nicht umbiegen können, jedoch mehr als das, hasst er die Konsequenzen, die sich daraus ergeben.

Mad Dog: "Auch du hast scheinbar nichts bessers zu tun, als mich vor unserem Match nochmal daran zu erinnern, dass ich in den letzten Matches kein Mal das Feld als Sieger verlassen habe. Meinst du das wüsste ich nicht? Oder gehört es doch plötzlich zum guten kanadischen Ton auf diejenigen, die am Boden liegen, einzutreten? Huh? Was unterscheidet einen Stuhlschlag nach einem Match von deiner blöden Frage?"

Der Night Fighter gibt sich eine Ohrfeige. Zeigt auf die weiße Wand neben ihnen.

Mad Dog: "Glaub mir... der kalte Stahl auf meiner Stirn und mein warmes Blut an dieser verschissenen Wand wären mir lieber als deine verkappt aggressive Überheblichkeit."

Leicht irritiert schaut Breads auf ihn, als sich der zähneflätschende Hund nährt.

Mad Dog: "Ja, ich habe nun häufig verloren. Du hast oft gewonnen. Und? Give a fuck... keine Serie ist ewig. Die Karten sind weiterhin so gemischt wie zuvor. Unsere Gehaltchecks bleiben gleich. Morgen gibt es also für dich und meinen Sohn den gleichen klebrigen Haferschleim zum Frühstück. Meinem Jungen wirds munden, du hingegen wirst mich und deine dicke Lippe verfluchen. Deine blaue Zunge und deinen fehlenden Zahn beweinen... Aber am tiefsten wird es dich treffen, dass du nach all den Monaten des Aufstiegs, nach all den Wrestling Matches und triumphgeschwängerten Reden erneut gegen mich verloren hast. Du hast mich noch nie geschlagen, Breads. Und solange stellen dich alle weiterhin ins Abseits, während ich nach dem Ende meiner Negativ-Serie und mit dem Gewinn des Brawlin' Rumbles zurück im Mittelpunkt angekomme." 

Robert Breads: „Ich bin der Mittelpunkt dieser Liga, Mad Dog. Das steht nicht einmal zur Diskussion.“

Der Kanadier hebt die Hand und zählt, während er spricht, mit den Fingern mit.

Robert Breads: „Nehmen wir doch einmal die letzte Show. Blaze kommt heraus und fängt an, indem er auf das eingeht, was ICH gesagt habe. Du hast mich schon längst im Hinterkopf und sprichst mit diesem Vollidioten Azrael Rage über mich. Der Blues bekommt sich fast in die Haare, nur weil ich auf einmal in ihrem Weg stehe. Selbst Mr. „Wrestling interessiert mich nicht“ kommt heraus und meint, ich verdiene seine Aufmerksamkeit nicht, nur um dann eine halbe Stunde lang über mich herzuziehen. Wiley Cuts hat sich mit MIR zusammen geschlossen. Ich bin der Fixpunkt, die Messlatte, der Mann an dem sich alle messen und dir schon längst entlaufen. Selbst als Gerasy Champion... als WICHTIGSTER CHAMPION, wie du zu glauben scheinst... warst du nicht einmal im Ansatz so im Spotlight wie ich. Und wenn du mir nun damit kommen willst, du hättest dich zurück gehalten... ich habe auch nicht viel mehr gemacht als einfach gewrestlet. Nur eben besser als du.“

Diesen Satz lässt er eine Sekunde im Raum stehen, ehe er fort fährt.

Robert Breads: „Natürlich sehen die Leute das alles nicht ein, und aus Gründen von geistiger Verblendung unserer werten Vorgesetzten stehen heute Blaze und Brunswick im Main Event... der Mann, der sich an mir messen muss, und der Mann, der den wertlosesten Titel der Welt trägt. Ich habe nicht einmal mehr Lust, über das zu reden was da letzte Show passiert ist, es ist doch ohnehin immer der gleiche Mist: Ein Titelmatch als Missbrauch, um private Spielchen aufzuziehen. Brunswick zittert doch nicht vor Azrael Rage, sondern vor Robert Breads, der den Brawlin' Rumble gewinnen wird, und selbst wenn nicht: Ich habe ohnehin schon Anspruch auf ein Titelmatch. Ich bin nicht nur verbaler Fixpunkt allen Geredes, ich bin ein unerreichbarer Wunschstandard vom Rest der PCA. Und somit auch von dir. Ihr alle wünscht doch, ihr wärt ich. Und wäre ich nicht schon ich, wünschte ich das auch.“

Robert Selbstverliebtheit zwingt Mad Dog zu einem kurzen, lauten Lachen.

Mad Dog: "Um so zu sein wie du, müsste ich notwendiger Weise vier Jahre jünger sein, huh?! Drei Jahre weniger PCWA- und acht Jahre weniger Profierfahrung würden ebenso vonnöten sein. Vielleicht müsste ich auch in Kanada aufgewachsen, Student und währenddessen Amateurringer gewesen sein... Du siehst, ich habe meine Hausaufgaben gemacht - allerdings nur, weil Azrael den selben Mist geredet hat. Vermutlich erliegst auch du dem Irrglauben, all die Jahre und Einflüsse seien nur Beiwerk, aber mich hat die Zeit geprägt... Und ich sie."

MD legt nachdenklich seine Hand ans Kinn.

Mad Dog: "Oder geht es um deine Erfolge, die ich dir neiden könnte? Oder gar deine Einstellung? Pah... du wirst bald fallen! Heute das erste Mal, und bald schon das nächste. Und DANN! Dann erst wird sich zeigen, was du wirklich in der Hose hast. Dann erst trennt sich die Spreu vom Weizen - wirst du dich dann vollkommen bestätigt sehen? Die PCWA verlassen, huh?! Wirst du dann deine Karriere beenden? Oder wirst du dich tatsächlich auf die Hinterbeine setzen und einen Neuanfang wagen? Du hast eine gute Serie hingelegt und ich schätze den fairen Kampf genauso wie du. Alles kein Thema. Aber ich soll mir auch wünschen überall an die Türe zu klopfen und mich selbst als den Leuchtturm zu verkaufen, obwohl ich noch nie in der PCWA Gosse gelegen habe? NEIN, Breads. Kein Mal, wo ich unten war, will ich missen! Auch jetzt, diese Zeit nicht... Ich mag die PCWA, du nicht. Ich mag es auch, auf andere einzuprügeln."

Der Kanadier verzeiht angewidert sein Gesicht.

Mad Dog: "Was ich nicht mag sind selbstgerechte Spinner. Vielleicht bist du gerade oben - ja und? Beweis dich, wenn du unten bist. Oder wirst du dann auch, wie Rage, zum depressiven Regenläufer, schummelst dir deinen Weg zurück an die Spitze und vergisst all das dann schnell wieder? Huh?! Wenn du dich doch jetzt schon wie er verhälst, liegt der Schluss nahe, oder? Ein Wrestling Gott steht vor mir; so preist du dich an. Du erzählst das Gleiche wie unser ach so toller ehemaliger Gerasy, als er noch den Titel hatte. Dein Weg dahin ist angenehmer, aber das Ergebnis, dein Selbstbild, ist für mich keinen Deut besser als das des Teufels..."  

Die Augen des Trägers der Cryption Crown verengen sich. Das hört er nicht gern.

Robert Breads: „Azrael Rage ist die mit Abstand größte Witzfigur der PCA, und das sage ich als jemand der letzte Show Jiao Chenzko gesehen hat und bald gegen Kevin Sharpe wrestlen muss. Der Typ ist so verdammt dämlich, der beleidigt mich damit dass ich 5-Sterne-Matches wrestle... wobei er auch zu dumm ist einen PC zu bedienen, sonst würde er mal im Netz nachlesen, dass ich meine Matches nicht feiern muss, das machen die letzten vier Fans, die er noch hat, für mich. Aber gut, dass er Wrestling „Pussyscheiße“ nennt, so als Wrestler. Er will auch gar nicht gut wrestlen, sondern nur gewinnen. Mit dieser Einstellung zum Wrestling war er hier Gerasy Champion, und die Leute fragen sich, warum ich diese Liga scheiße finde. Ich meine, ich kann ihn irgendwo verstehen, an seiner Stelle würde ich auch keinen Takedown zeigen... was man nicht kann, soll man lassen. Mich mit Azrael Rage zu vergleichen, Mad Dog, ist eine Frechheit.“

Und dann, ohne Vorwarnung – ein süffisantes Lächeln.

Robert Breads: „Zum Glück kann ich mich heute dafür revanchieren. Denn weißt du, ich denke Azrael Rage hatte wohl nicht so ganz Recht. Du willst nicht sein wie ich. Du bist ja nicht dumm.“

Einen Schritt näher tritt Breads noch heran. Nicht bedrohlich, nur um noch eindringlicher zu werden.

Robert Breads: „Du weißt, dass du das nicht mehr schaffen kannst.“

Der Night Fighter nickt.

Mad Dog: "Zum Glück bin ich schon den Schritt weiter..."

Glück? Das einzige, worauf er noch hoffen kann? So wie Blake es ihm in den Aufzug schrieb?

Vincent Craven: "Und hier knallen auch noch die beiden Männer aneinander, die im heutigen Co Main Event aufeinander treffen werden."

Mike Garland: "Mad Dog vergleicht Breads mit Azrael Rage... die vielen Niederlagen scheinen ihm zu Kopf zu steigen."

Vincent Craven: "Beide Männer sind sehr von sich überzeugt, dass wird wohl niemand bestreiten. Mad Dog bestreitet hingegen, so sein zu wollen wie Robert Breads..."

Mike Garland: "Nun ja. Beiden geht es auf jeden Fall darum, besser zu sein als der andere."

Vincent Craven: "Richtig! Und deshalb sehen sie sich heute ein drittes Mal bei einer Vendetta im Ring. Beide haben sich in dieser Zeit zwar mehr verfeindet, als ihnen das lieb sein mag, aber für einen fairen Kampf stehen sie nach wie vor. Und den dürfen wir erwarten."

Mike Garland: "Wenn denn nicht Kevin Sharpe das Zünglein an der Waage ist..."

Vincent Craven: "... dann dürfen wir uns auf dieses Duell wahrlich freuen. Denn wird Mad Dog seine Niederlagenserie endlich umwenden können? Oder wird Robert Breads gegen den Mann siegen, den er noch nie bezwang?"


------------------ PCWA ------------------

Sie hat um eine kurze Auszeit gebeten. Einfach mal ein paar Minuten für sich, ohne Kameras, ohne Schnickschnack. Also kann sie auch mal die Füße hochlegen und den Ledersessel nach hinten kippen lassen. Wer nun mit Turnschuhen gerechnet hat, der kennt Jona Vark scheinbar nicht, denn sie macht sich mit gold glitzernden ganze zehn Zentimeter größer. Man muss ja auf seine Angestellten auch etwas imposanter wirken.

Früher, als sie noch jünger war und dazugehören wollte, hatte sie geraucht. War ja eine coole Sache. Hat jeder gemacht. Sie hatte allerdings in den Folgejahren damit aufgehört, war nicht ganz so einfach. In ihrem Heimatland schon ein längerer Trend, während hier in Deutschland immerhin nun gut zwei Millionen Menschen dazu greifen sind elektronische Zigaretten. Ein sogenanntes Liquid wird verdampft. Kein Tabak, kein Teer. Wenn man möchte auch kein Nikotin. Kann trotzdem entspannend sein. Und so zieht Jona Vark an ihrer schwarzen E-Zigarette mit Apfelgeschmack. Atmet tief ein, atmet tief aus, als es an der Türe klopft. Sie schmeißt die E-Zigarette in eine Schublade, nimmt die Füße vom Tisch und zupft ihr Oberteil zurecht, als sich die Tür öffnet und zwei Personen ins Büro spazieren, mit denen Jona Vark höchstpersönlich einen Termin ausgemacht hatte, diesen allerdings komplett vergessen hatte.

Souveränität. Einfach ausstrahlen, auch wenn man diese im Augenblick nicht besitzt. Also zeigt sie Raffael Schneider und Rolan die Plätze und wartet, bis sie sich hingesetzt haben, um das Gespräch unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu beginnen.

Jona Vark: "Sie wissen, warum ich sie herbestellt haben?"

Der breitbeinig im Sessel herumlümmelnde Raffael Schneider zuckt mit den Schultern und schürzt nachdenklich die Lippen.

Raffa: „Gehaltserhöhung vielleicht?

Wenn das die Zuschauer sehen könnten, wie Jona Vark von einem Moment auf den anderen umschalten kann. Eben noch lümmelte sie auf ihrem Sessel und nun ist sie wieder die knallharte Businessfrau.

Die Geschäftsführerin stiert den Mann in Jeans und Jackett für zwei, drei Augenblicke förmlich in den Boden. Schneider quittiert das schließlich mit einem verlegenen Augenrollen und einem gemurmelten „wohl eher nicht“. Vark wühlt in ihren Unterlagen und schnappt sich zwei DIN A4-Schriftstücke und reicht die über den Tisch.

Jona Vark: "Das hier sind Auszüge aus den Verträgen, die sie mit der PCWA unterschrieben haben. Können sie bitte die markierten Passagen vorlesen, Mister Schneider?"

Nach einem kurzen Moment der Stille und hochgezogenen Augenbrauen des Managers, kommt dieser der Aufforderung dann doch nach.

Raffa: „Der Arbeitnehmer hat.. pünktlich am Arbeitsplatz zu erscheinen. Anwesenheitspflicht gilt im Falle einer Show auch dann, wenn der Arbeitnehmer in dieser nicht für einen Auftritt im Ring eingeplant ist...“

Jona Vark: "Richtig. Und jetzt die Quizfrage: Wo waren sie bei Vendetta 102?"

Unangenehm berührt, rutscht Rolan in seinem Sessel hin und her, übermittelt dann mit flinken Händen einen Einwand an seinen Manager.

Raffa: „Naja, wissen Sie... der Marcos hatte eine echt üble Magenverstimmung. Der hatte gekotzt und geschissen wie ein Puma auf Brandy.. den hätte ich nie ins Auto, geschweige denn, hierher bekommen. Die Prestige Chall...“

Jona Vark: "Wir leben nicht im 18. Jahrhundert, sondern in Zeiten der Kommunikation. Eine SMS, eine Kurzmitteilung, eine E-Mail über das Smartphone... oder etwas altmodisch: Ein Telefonanruf. Sie sind dazu verpflichtet, ihrem Arbeitgeber Bescheid zu geben."

Vark lässt den Blick zwischen beiden hin und her wandern. Martinez, offensichtlich mehr denn je peinlich berührt, senkt den Blick. Betretenes Schweigen der Beiden. Jona Vark setzt nach.

Jona Vark: "Dazu kommt die zerstörte Kamera bei Vendetta 101. Auch wieder so ein Fall, bei dem sie scheinbar nicht nachdenken. Haben sie eigentlich eine Vorstellung, wie teuer solches Equipment ist? Mutwilliges Zerstören vom Eigentum des Arbeitgebers, unentschuldigtes Fehlen am Arbeitsplatz... und sexuelle Belästigung von anderen Arbeitnehmern."

Bei letzterem Anklagepunkt verharrt der Blick der Frau auf Schneider. Der gibt sich entrüstet.

Raffa: „Sie meinen die Reinigungs..mutti? Ganz ehrlich, ich war gestolpert und hatte mich aus dem Reflex heraus an ihrem Kittel festgehalten und da...“

Vark donnert mit der Faust auf den Tisch.

Jona Vark: "Wenn sie glauben, dass sie mich für dumm verkaufen dürfen, Mister Schneider, dann sind sie auf dem Holzweg. Ich verbitte mir das."

Ein Ausbruch, der sich gewaschen hat und auch seine Wirkung nicht verfehlt. Marcos, der den Kopf nach wie vor leicht gesenkt hält, dreht diesen mit bitterbösem Blick leicht zum Partner. Dem steht der Mund sprichwörtlich offen. Sich einen Moment später wieder unter Kontrolle habend, werden die Lippen zu einem schmalen Strich aufeinander gepresst. Aus Raffaels Augen blitzt der Ausdruck purer Angriffslust.

Jona Vark, davon völlig unberührt, lässt einige Momente vergehen und nimmt dann ein weiteres Dokument vom Tisch auf. Dieses Mal ist jedoch Sie es, die vorliest.

Jona Vark: "Ihr Glück ist, dass Mister Martinez über enormes, wrestlerisches Potential verfügt. Ich habe mich lange mit unserem Trainer und Leiter der Entwicklungsliga unterhalten. Marc Stevens hat mir bestätigt, dass er solch ein Talent selten gesehen hat. Komplizierte Manöver, die er sehen muss und nach zwei, drei Versuchen selbst sauber ausführen kann. Ein ausgeprägter Instinkt bei Problemsituationen im Ring. Überdurchschnittliches Repertoire. Selbst das Grundproblem - die Fitness - wird in Angriff genommen und zeigt Besserungen. Nun... ein Problem besteht und wird wohl für immer bestehen: Ein Mikrofon brauchen wir ihm nicht in die Hand zu drücken..."

Miss Vark lässt sich in ihren Sessel zurückfallen, und schaut die beiden Angestellten an.

Jona Vark: "Nicht nur Marc Stevens ist dieser Meinung. Ich habe mir auch die Meinungen unserer anderen Trainer eingeholt. Sie fällen alle dasselbe Urteil. Und dieses Urteil ist der einzige Grund, warum ich sie Beide nicht wie heiße Kartoffeln fallen lasse, sondern ihnen eine weitere Chance gewähre."

Ein dankbares Kopfnicken Rolan´s auf der einen Seite, stoische Bewegungslosigkeit und aggressiver Blick auf der anderen Seite.

Jona Vark: "Mister Martinez, sie werden an einem Kurs für Gebärdensprache teilnehmen und diesen erfolgreich abschließen. Wir müssen besser mit ihnen arbeiten können. Es ist keine Lösung, dass wir nur über Mister Schneider mit ihnen kommunizieren können. Diese damit einhergehende Unabkömmlichkeit ist für die PCWA keine Lösung."

Raffaels Nasenflügel weiten sich, die Oberlippe zuckt.

Raffa: „Wollen Sie mich etwa feuern?“

Jona Vark: "Das ist nicht unser Ziel, nein. Aber wir wollen auf alle Eventualitäten vorbereitet sein. Wenn sie, Mister Schneider, ein professionelles Verhalten an den Tag legen, haben wir keine Probleme. Falls sie das nicht schaffen: Dann werden wir dieses Vertragsverhältnis noch einmal überdenken."

Raffa: „Ich wa..."

Jona Vark: "Und kommen wir nun zum letzten Punkt, meine Herren: Ihre Auftritte nach dem Schema 'Guter Wrestler, Böser Manager' haben auf die Fans der PCWA eine polarisierende Wirkung. Ich war skeptisch, doch es scheint zu funktionieren. Das werden wir nutzen, um das Spotlight mehr auf sie zu lenken, ihnen noch mehr Gewicht zu verleihen. Für den Brawlin' Rumble X werden wir gemeinsam eine Promo vorbereiten, in welcher wir unseren Fans erklären, wie sie zur PCWA gekommen sind. Das muss nicht unbedingt die wahre Geschichte sein, schließlich wollen wir den Aspekt von Gut und Böse noch ein wenig verdeutlichen."

Kurze Pause, angesichts der skeptischen Blicke, die sich die beiden Herren zuwerfen.

Jona Vark: "Keine Sorge, man wird sie schon ins rechte Licht rücken. Natürlich können sie jederzeit auch eigene Vorschläge anbringen."

Wieder eine kurze, abwartende Pause. Nachdem auch jetzt offensichtlich keiner der Beiden etwas zu sagen hat...

Jona Vark: "Nun, da Niemand mehr etwas zu sagen hat... war es das für den Augenblick. Viel Spaß beim Training... und vergessen sie die Integration ins Gesamtgefüge nicht."

Eine etwas rüde Entlassung, aber angesichts des Kontextes durchaus angebracht, zumindest aus Arbeitgebersicht. Beide Hände ineinander verschränkend, stützt sich Jona Vark mit den Unterarmen auf den Tisch und wirft auffordernde Blicke zu den Gesprächspartnern, die sich erheben, wie geprügelte Hunde aus dem Büro schleichen und die Tür hinter sich schließen. Nachdenklich nimmt Jona Vark die Beurteilung Marcos Martinez´ erneut in die Hand, um sie zum x-ten Male zu lesen. Doch weit kommt sie dabei nicht, denn an der Tür klopft es erneut. Und nur Sekunden später steht Raffael Schneider wieder im Raum.

Raffa: „Mordlust, Todbringer, Knochenbrecher, Karrierentöter!“

Vark stutzt.

Jona Vark: "Bitte was?"

Raffa: „Sie meinten, man könne Vorschläge einreichen. Ich hatte einst einige abgerichtete Wachhunde für mein.. also ich hatte diese Wachhunde. Ziemlich übel aussehende Viecher. Die mir einen gewissen..Leumund einbrachten.“

Jona Vark: "Worum geht es hier bitte?"

Raffa: „Sie wollen, dass wir den Kontrast im Team verstärken. Dann will ich einen oder zwei Dobermänner. Oder halt Kampfhunde. Richtig übel aussehende, dressierte Viecher. Die werden meine Begleiter und wir lassen durchblicken, dass nur ich sie kontrollieren kann. Ein Arschloch mit Angst einflößenden Hunden. Das bringt massigst Heat, glauben sie mir. Für die Viecher verwenden wir dann auch richtig üble Namen. Wie zum Beispiel Knochenbrecher oder Karrierenkiller. Da ich früher eigene Hunde hatte, weiß ich mit denen auch umzugehen und die entsprechend einzusetzen."

Ein kurzer Moment des Überlegens, dann kritzelt die PCWA-Geschäftsführerin etwas auf ein Papier.

Jona Vark: "Ehm... ich... ich werde es mir noch überlegen."

Raffa: „Gut. Dann wäre da noch etwas. Ich möchte Marcos als Headliner für den Brawlin´ Rumble XI anmelden.“

Jona Vark: "Wie soll das bitte gehen? Sie können nicht hier und jetzt bestimmen, dass Mister Martinez beim nächsten Brawlin' Rumble im Main Event steht. Das muss man sich verdienen, nicht einfach anmelden."

Raffa bohrt sich mit dem kleinen Finger der rechten Hand in der Nase, zieht dann den Finger raus und begutachtet wie beiläufig seine Beute.

Raffa: „Sie wollen ein professionelleres Verhalten von mir? Von uns? Nun, nennen wir es nicht >Anmeldung<, sondern Ankündigung. Planen Sie damit. Rolan wird das Gesicht des Rumble XI werden.“

Raffael nimmt die Klinke in die Hand, und als er auf der Türschwelle steht...

Raffa: „Sie können mich bei meinem professionellen Wort nehmen, Miss Jona Vark.“


------------------ PCWA ------------------

Mike Garland: "Doch vor unserem dritten Match, steht erst das zweite Match des Tages an!"

Vincent Craven: "Es geht wieder ans Eingemachte!"

Mike Garland: "Ganz genau, Vince! Nachdem Bleed Eri Osada im Opener schon so grandios abgefertigt hat, kriegen wir direkt noch ein zweites Mismatch zu sehen!"

Vincent Craven: "Na na na, Mike! Du verkaufst unser japanisches Nesthäkchen hier aber deutlich unter Wert! Eri hat gegen Bleed gekämpft wie eine richtige Kriegerin und am Ende nur knapp verloren. Von einem Mismatch kann hier also gar nicht die Rede sein. Höchstens, von einem Miss-Match!"

Mike Garland: "Töhö! Die dummen Sprüche überlässt du besser wieder mir, ich bin in diesen Dingen wesentlich erfahrener und besser als du..."

*BUUUURRRRP*

Vincent Craven und Mike Garland halten inne, verziehen in einer vollkommen synchronen Bewegung ihre linke Augenbraue und wenden daraufhin (ebenfalls vollkommen synchron) ihre Köpfe nach rechts. Das Kamerabild folgt den Blicken der Kommentatoren. Ohne dass es jemand bemerkt hat, hat sich ein Mann zu Vincent Craven und Mike Garland gesellt, der es sich auf einem Klappstuhl gemütlich gemacht hat. Eine wunderschöne Platte glänzt im Bühnenlicht zwischen seinen kurzen Haaren hervor. Zudem trägt er ein weißes Feinrippunterhemd, eine Jogginghose, Asiletten, hält eine offene Bierdose in der Rechten, hat sich scheinbar von irgendwoher ein Headset geschnappt und sich dieses auf seinen kahlen Kopf gesetzt. Mit seiner freien Hand winkt er dem vollkommen perplexen Kommentatorenduo zu.

Vincent Craven: "Wer bist du und was machst du hier?"

"Ei, ich bin de' Brian un'..."

Der Mann, der, seinem Dialekt nach zu urteilen, wohl ein Badener sein muss, nimmt einen kräftigen Schluck aus seiner Bierdose und stößt ein weiteres Mal demonstrativ und lautstark auf.

Brian: "...ich hab' mich dazu entschlosse', euch beim Kommentiere' vom Match mit meiner kompetente' Meinung zu understütze'. Prost!"

Abermals lässt der Partycrasher am Kommentatorenpult das kühle Blonde in seinen Rachen fließen und macht es sich bei Vincent Craven und Mike Garland so richtig gemütlich, indem er seine Beine auf dem Tisch ablegt und den Zuschauern vor den Fernsehern seine mit Hornhaut bedeckten Zehen präsentiert. Mike Garland sieht aus, als hätte er einen Geist gesehen. Auch Vincent Craven fühlt sich außer Stande, etwas über die Lippen zu bringen. Also erledigt das Jane Nelson für die beiden... für die drei!

Jane Nelson: "Als Erste auf dem Weg zum Ring... aus Quingpidu, China... mit einem Gewicht von 59 Kilogramm, bei einer Größe von 1,58 Metern... Bitte begrüßen Sie mit mir... 'FLYING ROSE' JIAO CHENGZHO!!"

晚上打

Jiao Chengzho

Gesagt, getan! Beruhigende, fernöstliche Klänge erfüllen das PCWA Theatre. Der Alieratron kündigt es mit sich wiederholenden Animationen stilisierter Blütenmuster an: Dies ist Jiao Chengzho Einmarschmusik! Und genau jene Jiao Chengzho tritt hinter dem sich teilenden Vorhang hervor, als rhythmisch, donnernde Perkussion einsetzt und der kleinen Chinesin den Weg zum Ring weist. Die Dame aus Fernost trägt einen etwas staubig wirkenden Quipu, der extra für diese Sportart so modifiziert worden ist, dass keine hinderlichen Stofftücher abhängen. Ansonsten wirkt das Kleid mit dem Blumenmuster auf dunkelrotem Hintergrund recht konservativ. Sie hat ihre lange Haare zu einem strengen Pferdeschwanz zurückgebunden. Von der Rampe aus, bestaunt sie das Halleninnere, all die versammelten Fans, das Blitzlichtgewitter und die Größe des PCWA Theatres.

Brian: "'N bissche' mehr Haut könnte das junge Fräulei' scho' zeige'. Es muss ja irgendeine' Grund gebe', warum ich mei' Zeit mit so'a DRRRECK wie Fraue'wrestling' verschwende."

Mike Garland: "Vielleicht solltest du dann einfach gehen, wenn es dir nicht passt."

Brian: "Haha! Nee, nee. Hier isses grade so gemütlich un' vielleicht gibt's ja bei de' nächste' Olle mehr T'n'A zu bestaune', als bei de' Reisfresserin!"

Vincent Craven: "Total Nonstop Action?"

Brian: "Bei Frauewrestling?! MUHAHAHA!! Guder Scherz! Ich spreche natürlich von TITS'N'ASS. Prrrrrost!!"

Und während der Badener mit der Platte auf dem Kopf damit beschäftigt ist, seine Bierdose endgültig zu leeren, läuft Jiao Chengzho gemächlichen Schrittes in den Ring, steigt, am Seilgeviert angekommen, die Ringtreppe empor und schlüpft sanft durch die Seile. Von den PCWA Fans gibt es währenddessen verhaltenen Jubel. Ihren ersten Achtungserfolg, den zweiten Platz bei der Brawlin' Rumble Prestige Challenge, haben die Zuschauer natürlich noch gut in Erinnerung und so kann sie trotz ihres distanzierten und bisweilen sogar ablehnenden Verhaltens gegenüber ihrer Konkurrentinnen einige Sympathiepunkte bei der Crowd sammeln. Ohne großartige Show begibt sich die junge Asiatin zu ihrer Ringecke und schaut zum Vorhang, von wo in Kürze ihre Opponentin auftauchen wird. Ihre Musik fadet langsam aus. Dann meldet sich wieder Jane Nelson zu Wort.

Jane Nelson: "Und ihre Gegnerin... aus Kansas City, Missouri, USA... mit einem Gewicht von 56 Kilogramm bei einer Größe von 1,68 Metern... Sie ist die erste und amtierende ATHENA CHAMPIONESSE... 'THE HIGH SCHOOL SWEETHEART' ASHLEY STANTON!!"

That’s What You Get

First Ever ATHENA Champion

Ashley Stanton

Das Bühnenlicht taucht das PCWA Theatre in ein unstetes Lichtermeer aus violetten und weißen Spots, die durch die Halle flirren wie ein gigantischer Schwarm aufgescheuchter Leuchtkäfer, angeführt von den kraftvollen Gitarrenriffs des Paramore-Songs "That's What You Get". Kurz darauf erscheint hinter dem Vorhang die Frau, die von diesem Lied ankündigt wird - Ashley Stanton, "The High School Sweetheart", erste ATHENA Championesse. Die junge Frau aus Kansas City trägt als Ringoutfit Hotpants und ein knappes Top in der Farbkombination Violett und Schwarz, farblich angepasste Beinstulpen unter denen sich Kick Pads abzeichnen und schwarze Wrestlingboots. Um ihre Hüften schmiegt sich der ATHENA Title, der gesamte Stolz der jungen kanadischen Wrestling-Promotion.

Mike Garland: "Hier ist sie also nun! Jiaos Gegnerin! Aus dem Nichts an die Spitze des Women's Wrestling! ATHENA's very own: Ashley Stanton! Ein ganz schöner Brocken für unsere kleine Chinesin, findest du nicht auch, Vince?"

Brian: "Ei, so fett is' die doch eigetlich gar ned', dass du se jetz' als 'Brocke' beschimpfe' muss'! xD"

Mike Garland: "FINDEST DU NICHT AUCH, VINCE???"

Vincent Craven: "Man kann sich für sein zweites Match auch leichtere Gegner aussuchen, das stimmt! Ein großes Argument für die Chinesin ist aber immer noch ihre sehr gute Platzierung bei der Prestige Challenge, noch VOR Mad Dog, noch VOR Robert Breads und noch VOR ihrer Intimfeindin Eri Osada."

 No sir, well, I don't wanna be the blame, not anymore

It's your turn, so take a seat

We're settling the final score

And why do we like to hurt so much?

Die Amerikanerin wird mit verhaltenem Jubel von den anwesenden Fans begrüßt. In der RSW-Arena kennt und schätzt man sie inzwischen für ihre Fähigkeiten im Ring. Hier in Berlin ist es anders. Hier ist sie ein unbeschriebenes Blatt und genau wie Jiao Chengzho, Rolan oder Eri Osada einer von vielen Rookies. Nun gilt es, die Berliner Fans bei ihrem ersten PCWA-Match genau so zu überzeugen wie die kanadischen und dabei für ihre wrestlerische Heimat eine gute Figur im Ring abzugeben. Nichtsdestotrotz können diese Überlegungen, die ihr durch den Kopf gehen, während sie auf der Bühne mit dem ATHENA Title posiert und den Zuschauern ein zuckersüßes Lächeln schenkt, ihre Vorfreude nicht abmildern. Neue Herausforderungen bedeuten neue Erfahrungen. Einer der Gründe, weshalb sie sofort zusagte, als Irene Young sie fragte, ob sie sich ein Kurzzeit-Engagement in Übersee vorstellen könnte.

Vincent Craven: "So oder so ist dieses Match für beide Frauen nicht unbedeutend. Jiao und Ashley haben bereits klargemacht, dass sie am Rumble teilnehmen wollen. Mit einem Sieg im Rücken, ist es natürlich möglich, etwas selbstbewusster in so ein kolossales Match zu gehen. Die beiden Damen werden also nicht zimperlich miteinander umgehen."

Brian: "Ja, un' bestimmt verpasse' se sich dabei viele, HARTE STRIKES!!!! xDDDDDDDDDDDDDDD"

Mike Garland: "KANN VIELLEICHT ENDLICH MAL JEMAND DAFÜR SORGEN, DASS DIESER VOLLIDIOT HIER VERSCHWINDET!!!!"

Brian: "Nu' lass mich doch mei' Sprüche mache' un' gemütlich mei' Bier saufe'! Hey! HEYYY!!! LASST MICH LOS!!!!"

Das Kamerabild lässt nicht von Ashley Stanton, die über die Aisle marschiert und dabei jene Hände abklatscht, die sich ihr aus den ersten Reihen entgegenstrecken. Aus dem Hintergrund kann man währenddessen ein Knacken vernehmen, so als ob gerade jemand ein Headset auf dem Kopf justiert... oder es vom Kopf gerissen bekommt, anschließend vom Kommentatorenpult weggezerrt wird, aus der Halle fliegt, Hausverbot im PCWA Theatre bekommt und hoffentlich nie, nie, nie, nie wieder kommt!

I can't decide, you have made it harder

Just to go on

And why, all the possibilities

Well, I was wrong

Als sie am Ring ankommt, verdüstert sich ihr Blick. Vom Apron aus starrt sie nach oben, zu Jiao Chengzho, die die ernste Miene ihrer Kontrahentin mit indifferenter Miene erwidert. Mit einem Satz springt Ashley auf den Apron. Mit einem weiteren Sprung katapultiert sich die Amerikanerin über die Ringseile. Positioniert sich im Zentrum des Seilgevierts. Schnallt die ATHENA Championship, reckt sie mit einem Arm stolz über ihren Kopf.

Mike Garland: "Meine Güte! Endlich ist dieser Kerl weg. Das war ja nicht zum Aushalten!"

Vincent Craven: "Jetzt weißt du, wie ich mich manchmal neben dir fühle."

Mike Garland: "Was soll das denn bitteschön heißen?!"

That's what you get

When you let your heart win

That's what you get

When you let your heart win

Langsam faden die Klänge des Paramore-Songs aus. Ashley begibt sich, so wie Jiao, in ihre designierte Ringecke und überreicht dem Ringrichter "Yoshi" Funaki den Titel und lässt sich im Anschluss auf versteckte Foreign Objects überprüfen. Das gleiche Prozedere wird bei ihrer Kontrahentin wiederholt. Funaki hat bei beiden Damen nichts zu beanstanden, also gibt er dem Zeitnehmer das Zeichen, das Match anläuten zu lassen. Es kann beginnen!

*Ding Ding Ding*

2nd Match
-Der erste PCWA Schritt-
Singles Match





(Sieg durch Pin oder Aufgabe, Disqualifikation oder Count Out - Referee: "Yoshi" Funaki)

Sofort geht Jiao in Kampfposition, lauert wie eine Raubkatze im Dickicht, bereit für den Angriff... Und schaut ihre Gegnerin verwundert an, als diese sieht, wie sie die offene Hand nach ihr ausstreckt.

Mike Garland: "Awww, wie süß! Ashley bietet Jiao vor dem Kampf einen sportlichen Handshake an. Und das obwohl sie sich heute nachmittag doch noch so sehr in den Haaren hatten."

Vincent Craven: "Die Dinge, die außerhalb des Ringes und in ihm passieren, scheinen für Ashley zwei Paar Schuhe zu sein, so wie es in einem Sport auch sein sollte. Eine wirklich faire Geste von der ATHENA-Championesse, aber nicht unbedingt gebräuchlich in der PCWA."

Mike Garland: "Und das aus gutem Grund! In der Regel wird das bei uns nämlich schamlos ausgenutzt, um dem Gegner direkt Eine zu verpassen. Würde hier Azrael Rage, statt Ashley Stanton stehen, würde der Jiao kurz darauf mit einer Final Sin Lariat umholzen!"

Ein berechtigter Einwand, den Mike Garland da, vorbringt, denn auch Jiao Chengzho scheint sich nicht sicher zu sein, wie sie die Geste ihrer Gegnerin interpretieren soll. Will sie sie hier wirklich übers Kreuz legen oder ist das ernst gemeint? Sie zögert, schaut ratlos zu den Fans. Die scheinen zu wollen, dass Jiao die Hand annimmt. Zögerlich tut sie das dann auch, was dem anwesenden Publikum einige Jubelrufe entlockt. Auch Sportsgeist wird bei den blutrünstigen PCWA-Fans honoriert! Beide nehmen daraufhin wieder Abstand voneinander und dann kann es endlich offiziell mit dem Match los gehen.

Die zwei Frauen umkreisen sich einmal flott, verlieren darüber hinaus aber keine Zeit und gehen sofort in den Lock-Up über. Ashley und Jiao stemmen sich gegeneinander und es dauert nicht mal zwei Sekunden, da der Collar & Elbow Tie-Up schon wieder aufgelöst wird - von Ashley! Die Brünette, schnappt sich einen Arm ihrer Gegnerin, dreht diesen mit einem Arm Wringer ein, der wiederum fließend in einen Hammerlock verwandelt wird. Die Asiatin probiert sogleich, aus dem Griff zu entfliehen, greift mit ihrem freien Arm hinter sich und versucht den Kopf ihrer Opponentin zu fassen zu bekommen, was jedoch nicht von sonderlich großem Erfolg gekrönt ist. Ashley reagiert auf die Befreiungsversuche, stemmt ihren Fuß in die linke Kniekehle der Asiatin und drückt sie so ganz langsam auf die Knie. Abermals versucht Jiao Chengzho hier entgegenzuwirken, versucht wieder, Ashleys Kopf zu umgreifen, indem sie nach hinten packt und tatsächlich! Sie kriegt ihn zu fassen, will Ashley nach vorn über ihre Schulter werfen und eine Art Headlock Takedown durchführen.

Aber die Amerikanerin macht sich schwer, muss allerdings, um ihre Balance zu halten, den Hammerlock lösen. Jiao reagiert blitzschnell, stemmt sich nach oben, verwandelt mit einer eleganten Drehung um die eigene Achse den Umgriff zu einem traditionellen Side Headlock, wie er im Buche steht. Die Freude für die Frau aus Quingpidu über den erfolgreichen Konter ist aber nur von kurzer Dauer, denn Ashley kann mit ihrem rechten Arm unter den linken Arm, welcher ihren Kopf umschlungen hält, hindurchschlüpfen, packt jenes linke Handgelenk, macht einen Umgriff und vollführt eine schnelle 180°-Drehung, sodass aus dem Side Headlock nun plötzlich ein Figure Four Armlock geworden ist. Ohne auch nur die Möglichkeit zu haben, mit einem eigenen Griff darauf zu reagieren, zieht die ATHENA-Championesse mit dem Ihren eines von Jiaos Beinen weg. Diese kann die Balance nicht halten und fällt rücklings auf die Matte. Ohne den Hold dabei zu lösen, geht Ashley mit, positioniert sich in der Hocke um und fixiert die Asiatin, über ihr thronend, mit dem Knie auf ihrem Hals.

Mike Garland: "Wow. Ashley Stanton läuft Jiao Chengzho in diesem Match beinahe komplett den Rang ab. Wie war das doch gleich noch mal mit dem Mismatch?"

Vincent Craven: "Das hat noch nicht unbedingt etwas zu bedeuten. Ashley kann ihren größeren Erfahrungsschatz als Vorteil ausspielen, gerade was die Wrestling-Basics angeht, Jiao hat dafür andere Qualitäten."

Mike Garland: "So wie harte Stri..."

Vincent Craven: "Reicht."

Mike Garland: "Okay."

Jiao rudert mit ihrem freien Arm umher, boxt immer wieder gegen den Oberschenkel der Hals und Kopf auf der Matte hält, zerrt an dem Knäuel verhakter Finger, was aber nur dazu führt, dass Ashley ihren Griff nur noch fester anzieht und der kleinen Asiatin so ein leises Ächzen entlockt. Sie muss die Situation anders bewältigen und das schnell, denn jedes Ankämpfen gegen jeden neuerlich angesetzten Hold ihrer Kontrahentin wird ihr langsam aber sicher Ausdauer und Kraft für den weiteren Verlauf dieses Kampfes rauben. Nun machen sich auch die Fans bemerkbar, klatschen und stampfen rhythmisch, um Jiao hier anzufeuern, ihr Energie zu spenden. Und das zeigt scheinbar auch Wirkung. Die Frau aus Quingpidu holt Schwung aus dem Becken, lässt ihre Beine in einer Bewegung, die an ein rotierendes Windmühlenrad erinnert, kreisen und nutzt diesen Schwung dazu, sich gleichzeitig zu drehen und sich selbst und ihre Opponentin in eine sitzende Position zu zwingen.

Ashley will den Griff nicht aufgeben, was ihr aber sogleich zum Verhängnis wird. Mehrmalig versenkt Jiao ihre rechte Faust in der linken Nierengegend der ATHENA-Championesse und bringt sie so dazu, den Hold zu lösen. Sofort nutzt die flinke Asiatin das Fenster, weicht nach hinten aus und versucht Abstand zu gewinnen, um sich neu zu sortieren. Ashley folgt ihr NICHT! Sie steht da... und applaudiert? Ja, sie applaudiert Jiao für ihre Leistung. Ob dieser Applaus aber aufrichtig oder doch eher spöttisch ist, kann man dem Schmunzeln auf ihren Lippen nicht gänzlich entnehmen. Jiao geht nicht darauf ein, versucht ihre Verunsicherung zu überspielen und nimmt stattdessen wieder ihre Kampfposition ein. Sie signalisiert, dass sie bereit ist für Runde 2.

Die junge Frau aus Kansas City nickt ihrer Opponentin zu, dann geht es wieder von vorne von los. Das Umkreisen, das Suchen einer Schwachstelle in der gegnerischen Verteidigung, der kleine Fehler, den man ausnutzen kann, wobei die Fans die beiden Athletinnen kontinuierlich mit rhythmischem Klatschen unterstützen. Wieder ist es die Frau aus dem mittleren Westen der USA, die mit einem Ausfallschritt den Vorstoß wagt. Diesmal scheint Jiao aber besser vorbereitet zu sein und reagiert mit einem blitzschnellen Side-Kick gegen den äußeren Oberschenkel ihrer Gegnerin. Die droht für einen Moment, an der Seite einzuknicken und darf dafür direkt einen weiteren Kick an die gleiche Stelle einstecken, antwortet daraufhin jedoch gleichermaßen mit einem stiff ausgeführten Side-Kick, der Jiao kurzzeitig den sicheren Stand raubt...

Vincent Craven: "Ashley setzt nach - Forearm Smash und anschließender Side Headlo... Jiao kann sich rauswinden... Uuuhh, harter Kick gegen die Brust ihrer Gegnerin. Ashley wankt zurück. Jiao nun am Drücker. Noch ein Side-Kick! Aber Ashley hält Jiaos Bein fest. BACK ELBOW VON JIAO!! Schneller Konter der Chinesin!"

Sich das getroffene Gesicht haltend, stolpert die ATHENA-Championesse nach hinten in die Ringecke und wendet ihrer Opponentin dabei unweigerlich den Rücken zu. Diese wittert eine Chance, sprintet in die gegenüberliegende Ringecke, um dort Anlauf zu holen, und stürmt dann Ashley entgegen.

Vincent Craven: "FLYING DAGGER VON JIAO!!"

Mike Garland: "WAS ZUM?! ASHLEY HECHTET AUS DEM WEG!!"

Der Running High Knee-Move, mit dem Jiao schon zu diesem frühen Zeitpunkt ein Ende dieser Begegnung herbeiführen wollte, ist missglückt. Relativ hilflos hängt die Rookiedame nun zwischen Middle- und Toprope in einer Art Tree of Woe und versucht sich zu befreien. Ashley will aus dieser Situation natürlich Profit schlagen, eilt zu ihrer Gegnerin, packt sie an den Handgelenken, zieht sie aus der Ringecke in die Mitte, lässt sich zu einem schnell ausgeführten Elbow Drop auf Jiaos Brust fallen und legt sich im Anschluss auf sie. "Yoshi" Funaki zählt das erste Cover.

ONE

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KICK OUT!

Vincent Craven: "Ein opportunistischer Versuch, hier einen schnellen Sieg einzufahren! Ganz so grün hinter den Ohren ist unsere Nachwuchs-Wrestlerin aus Fernost dann aber doch nicht."

Mike Garland: "Nicht ganz so grün hinter den Ohren?! Hast du gerade nicht mitbekommen, was für einen kapitalen Fehler sie begangen hat? Wie konnte sie denn bitteschön annehmen, dass ihr Flying Dagger in einer solchen Phase des Matches durchgehen würde?! Mit so was kann man seine Gegner in der BWH vielleicht noch kalt erwischen, aber hier?!"

Vincent Craven: "Jiaos Ansatz war sicherlich nicht verkehrt. Je länger dieses Match andauert, desto geringer werden die Chancen auf einen Sieg für sie. Die Strapatzen eines längeren Matches ist sie bisher noch nicht gewohnt und Ashley hat bereits gezeigt, dass sie ihre Rivalin outwrestlen kann. Wir können also davon ausgehen, dass sie die Strategie beibehalten wird und sich eher auf klassisches Chain Wrestling beschränken wird, um sich hier den Sieg gegen Jiao zu sichern."

Nun geht es aber erst mal weiter, denn beide Wrestlerinnen springen zeitgleich auf und kehren in den Stand zurück. Jiao Chengzho ergreift diesmal die Initiative, feuert eine Kombination von Jabs und Kicks ab, die man in dieser Form wohl auch in einem Kung Fu-Film erwarten würde, und das in einer Geschwindigkeit, die es für die Frau aus dem mittleren Westen der USA kaum möglich macht, etwas davon zu blocken. Immer weiter wird sie zu den Seilen getrieben und als sie diese mit ihrem Rücken berührt, packt sie Ashley am Handgelenk und zieht sie wieder schwungvoll aus den Seilen heraus...

Vincent Craven: "Irish Whip! Reversal von Ashley! Jiao jetzt auf Reisen! Sie federt zurück... Armdrag von Ashley!"

Der Überwurf gelingt und die Chinesin kommt mit einem lauten Poltern auf der Ringmatte auf. Ihre Kontrahentin lässt den Arm nicht los, dreht ihn ein und verwandelt daraus flugs einen Arm Bar, was der kleinen Chinesin einen stillen Schrei entlockt. Unverzüglich probiert sie, sich aufzurichten, wobei ihre zerknautschten Gesichtszüge erahnen lassen, dass dieses Unterfangen mit einigen Schmerzen verbunden ist. Leider umsonst! Ashley will den Fehler, den sie machte, als sich Jiao Chengzho aus ihrem Figure Four Armlock befreien konnte, nicht ein weiteres Mal wiederholen und so lehnt sie sich mit dem Oberkörper nach hinten, zieht dabei kräftig am umschlungenen Arm, forciert die Asiatin somit zurück in eine liegende Position und setzt zusätzlich noch eine Beinschere an.

Vincent Craven: "Ashley macht aus dem generischen Armbar einen Cross Armbar und nun ist Jiao wirklich in Schwierigkeiten!"

Mike Garland: "Das macht die ATHENA-Championesse hier allerdings auch ziemlich geschickt. Wann immer ihre Opponentin in irgendeiner Form Momentum aufbauen kann und Geschwindigkeit in das Match bringen will, entschleunigt sie das Match und neutralisiert Jiaos Stärken so."

Vincent Craven: "Du bist aber kein Fan davon?"

Mike Garland: "Sicherlich ist das nicht die spektakulärste Art und Weise, ein Match zu bestreiten, nichtsdestotrotz verdammt effektiv gegen eine unbedarfte Wrestlerin wie Jiao Chengzho. Letztendlich geht es ja darum, zu gewinnen, also ist das schon legitim. Aber du hast recht: Mir fehlen eindeutig Tische, Stühle und Leitern. Wo bleibt der Blues, wenn man ihn mal braucht?!"

Jedenfalls nicht hier. Denn im Seilgeviert ringt Jiao mit ihrem eigenen Körper und der Entscheidung, einfach abzuklopfen. Wie umbarmherzige Flammen durchzüngeln Schmerzen ihre Schulter und ihren Ellenbogen. Es muss sich anfühlen, als ob Ashley ihr den Arm ausreißen wolle. Sie prustet, sie stöhnt, presst die Augenlider zusammen, will ihrer Opponentin aber nicht die Genugtuung verschaffen, ihr einen lauten Schmerzensschrei entlockt zu haben. Sie wird keine Schwäche zeigen, so wie man es sie zu Hause gelehrt hat.

Vincent Craven: "Das müssen Höllenqualen sein, die Jiao Chengzho hier durchstehen muss. Aber sie scheint auf Anfrage von 'Yoshi' Funaki auch nicht aufgeben zu wollen."

Mike Garland: "Vielleicht sollte sie das aber besser, wenn sie keine schwereren Verletzungen riskieren will."

Vincent Craven: "Das wird für Jiao keine Option sein. Ihr Stolz verbietet es ihr. Wie würde sie dastehen, wenn sie jetzt aufgibt?"

Mike Garland: "Mit einem gesunden Arm?!"

Eigentlich ein No-Brainer, aber wie lange hat Jiao dazu noch die Möglichkeit bis es zu spät ist? Sie muss jetzt etwas unternehmen, also versucht sie die Schmerzen auszublenden und beginnt, sich robbend zum rettenden Bottom Rope zu kämpfen. Ashley reagiert, indem sie den Griff noch fester durchzieht, kann das Vorankommen ihrer Gegnerin aber letztendlich nur verzögern. Jiao schafft es, packt das Bottom Rope an und sogleich gibt es von "Yoshi" Funaki die Aufforderung, den Cross Armbar zu lösen, was dann auch, ohne dass ein Count erfolgen muss, so geschieht.

Beide Frauen kehren in die Vertikale zurück, wobei sich Jiao Chengzho an den Seilen hochzieht und in der Tat ein wenig abgekämpft wirkt. Bisher hat Ashley Stanton dieses Match klar diktiert. Zwar fand die Asiatin auf alles eine Antwort, aber das würde nicht ewig gut gehen. Sie musste in die Offensive, auf einen Anfängerfehler ihrer Gegnerin konnte sie hier nicht hoffen. Zeit für weitere Überlegungen bleibt ihr aber nicht, denn da kommt schon wieder die ATHENA-Wrestlerin angerannt - Clothesline!

Vincent Craven: "Jiao auf Tauchgang! Ashley läuft ins Leere. Konter mit einem Neckbreaker! Gelungene Aktion von Jiao! Direkt das Cover hinterher."

ONE

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.

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T... KICK OUT!

Dass das Match an dieser Stelle noch nicht endet, dürfte wohl niemanden überrascht haben. Weder in der Crowd, noch im Ring. Trotzdem war diese Aktion ein weiteres Ausrufezeichen gegen Ashley Stanton. Die Asiatin befindet sich in einer guten Position und nun gilt es, diese Position auch beizubehalten. Jiao Chengzho steht, so wie Ashley, wieder auf. Letztere holt zu einem Schlag aus, der jedoch ins Leere läuft, als plötzlich ein Sturm pfeilschneller Kicks auf sie einprasselt. Eins, zwei, drei, vier, fünf. Ein stiffer Kick folgt dem nächsten, trifft die ATHENA-Wrestlerin in die Seite und treibt sie nach hinten in die Seile. Die Gesichtszüge der Chinesin können bei der Ausführung dieser Kaskade von Kicks den unterdrückten Zorn kaum verbergen. Hier lässt die Frau aus Fernost ihrem Frust darüber freien Lauf, wie sie in den letzten Minuten von ihrer Gegnerin regelrecht vorgeführt wurde.

Mike Garland: "Auweia! Jiao hat sich in eine Furie verwandelt. Whip-In von Jiao! Ashley kommt zurück. JUMPING SOLE KICK!!!"

Direkt ins Gesicht! Die junge Frau aus Kansas City geht augenblicklich zu Boden und liegt reglos auf der Matte. Eine Chance, die sich die Chinesin nicht entgehen lassen kann. Sie legt sich auf ihre Kontrahentin und will ein erneutes Cover versuchen. Funaki zählt.

ONE

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.

TWO

KICK OUT!

Wieder nichts! Jiao starrt in hockender Position ihre Gegnerin an. Was sie denkt, was sie Ashley mit dieser neuerlichen, ungerührten Miene mitteilen will, kann man nicht genau deuten. Ashley unternimmt den Versuch wieder aufzustehen, Jiao kommt ihr dabei jedoch zuvor und zerrt die ATHENA-Championesse hoch in den Stand. Ein Kick in die Magengrube lässt Ashley sich nach vorn beugen, woraufhin Jiao ihren Kopf in den Schwitzkasten nimmt - Front Facelock, Ansatz zu einem DDT!

Vincent Craven: "Ashley kann Jiao wegschubsen! Sie antwortet mit einem Ki... Nein! Ashley hält ihr Bein fest. ENZUIGI... ASHLEY DUCKT SICH!"

Jiaos Enzuigiri verfehlt sein Ziel und die Rookiedame knallt bäuchlings auf die Matte, schaltet in ihrem Kopf jedoch schnell genug, um zu wissen, dass sie sich, auf dem Boden liegend und ohne Sicht auf ihre Gegnerin in einer gefährlichen Lage befindet. Sie will sich hochkämpfen, aber da wird schon eines ihrer Beine gepackt.

Vincent Craven: "Das sieht nach einem Single Leg Boston Crab aus. Aber Jiao wehrt sich nach Leibeskräften. Strampelt panisch umher, krabbelt zu den Seilen! JA! Sie schafft es! Ashley kann ihre Submission nicht ansetzen."

Mike Garland: "Ich weiß ja nicht, ob ich mir das gerade einbilde, aber machen sich da auf Ashleys Gesicht erste Anzeichen einer Verärgerung breit?"

Vincent Craven: "Diesen Kampf hat sich die amtierende ATHENA-Championesse sicherlich auch anders ausgemalt. Wahrscheinlich hatte sie nicht mit so viel Widerstand von einer Anfängerin gerechnet. Da ist es nur logisch, wenn ihr dann irgendwann mal der Geduldsfaden reißt."

...was sich nun auch darin äußert, dass die Brünette ihrer schwarzhaarigen Konkurrentin keinerlei Verschnaufpause zugestehen will. Sie wartet nicht einmal, bis sich Jiao zu ihrer vollen Größe aufgerichtet hat, packt die Chinesin am Handgelenk und schleudert sie mit einer Irish Whip in die entgegengesetzte Richtung zu den Seilen. Mit weiten Schritten sprintet diese durch das Seilgeviert, federt in die Seile, kommt sogleich wieder zurückgeschossen... und läuft in einen Calf Kick! Die Rookiedame findet sich augenblicklich auf dem Boden wieder. Aber Ashley covert nicht! Nein, ihr ist offenbar bewusst, dass solch ein Move nicht reichen wird, um ihre Rivalin auszuschalten. Ihr Blick schweift zu der nächsten Ringecke und prompt wird das Publikum daraufhin auch lauter. Sie wissen, was das bedeutet: Top Rope Action!

Ashley begibt sich zur nächstgelegenen Ringecke, erklimmt sie und stellt sich behutsam auf die angrenzenden, obersten Seile. Sie wirft einen kurzen Blick zur Kontrolle über ihre Schulter. Jiao Chengzho liegt nach wie vor da und sieht in diesem Augenblich wahrscheinlich immer noch Sterne vor ihren Augen explodieren. Der Moment ist perfekt. Sie holt Schwung aus den Sprunggelenken...

Top Rope Moonsault!

Mit einer grazilen Rückwärtsdrehung segelt Ashley durch die Luft und landet passgenau auf ihrer Gegnerin, um ihre Beine sogleich für ein Cover einzuhaken. Das muss es doch sein, oder?

ONE

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TWO

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KICK OUT!

Nein, muss es nicht. Als die Kamera auf das Gesicht der Frau aus Kansas City zoomt, kann man erkennen, wie ihre Lippen ein ungläubiges "What?!" formen. Ungläubig ist zudem auch der Blick, mit dem Ashley erst den Ringrichter und danach ihre Gegnerin anstarrt. Aber es ist eindeutig. Noch vor der entscheidenden Drei konnte Jiao ihre Schultern hochreißen, um dem drohenden Ende zu entfliehen. Und das lässt die amtierende ATHENA-Championesse so langsam in Keek Hathaway'sche Gefilde abgleiten. Wütend schlägt sie mit der flachen Hand auf die Matte, richtet sich wieder auf und zerrt auch ihre Kontrahentin in den Stand...

Mike Garland: "Backpfeife von Jiao! Was sich die ganze Zeit schon abgezeichnet hat, eskaliert nun endlich! Ich wittere einen Catfight."

Vincent Craven: "Und das freut dich?"

Mike Garland: "Ist diese Frage ernst gemeint? Natürlich freut mich das! Gibt es etwas Besseres, als einen Catfight?!"

Man wird es wohl gleich erfahren, denn die Fassungslosigkeit im Blick von Ashley Stanton, während sie sich die schmerzende Wange hält, spricht Bände. Und dann folgt auch schon gleich der Vergeltungsschlag. Natürlich in Backpfeifenform. Die Wucht dieser Ohrfeige bringt Jiao dazu, ihren Kopf abzuwenden. Langsam richtet sie ihren Blick wieder nach vorn, starrt ihre Gegenspielerin mit eiskalter Miene an. Und antwortet dann ihrerseits mit einem Slap! Worauf Ashley ebenso mit einem Slap reagiert. Noch einer von Jiao. Und einer von Ashley. Die beiden Frauen, deren Wangen mit jedem Schlag ihrer flachen Rechten eine immer rötlichere Färbung annehmen, haben an diesem Punkt offenbar kein Interesse mehr, den Angriffen auszuweichen oder sie zu blocken. Es scheint nur noch darum zu gehen, wer in diesem Ping Pong-Spiel der Respektlosigkeiten den Matchball hat. Und so motiviert, wie sich die beiden Athletinnen hier gegenseitig backpfeifen, wird das wohl auch noch so lange andauern, bis einer von ihnen die Hand abfällt. Ausgerechnet Jiao, die sich in der Preshow gegenüber Ashley so sturköpfig gezeigt hat, sorgt dafür, dass nicht noch zwei weitere Akteurinnen in der PCWA Geld für die iLimb-Prothese zusammensparen müssen. Allerdings nicht, weil sie nachgibt...

Roundhouse Kick!

Ashley duckt sich weg, nutzt das soeben geöffnete Zeitfenster und umfasst die Taille der kleinen Chinesin von der Seite. Die wehrt sich tapfer, mit wiederholten Ellenbogenschlägen in die Rippen des "High School Sweethearts". Am Endergebnis kann sie jedoch nichts ändern. Die Schmerzen durch Jias Störversuche ignorierend, nimmt sie alle Kraft zusammen und reißt die Asiatin in die Luft...

Saito Suplex!

Der vertikale Überwurf endet auf Jiaos Nacken, von der daraufhin keine Rührung mehr ausgeht. Das muss es gewesen sein. Das muss es einfach gewesen! Wieder wird das Bein eingehakt, wieder ist Funaki zur Stelle und wieder wird gezählt. Diesmal zum letzten Mal?

ONE

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TWO

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THRKICK OUT!

Vincent Craven: "KICK OUT!!! Im letztmöglichen Moment, meine Güte! Ich fasse es nicht!!"

Mike Garland: "Da bist du nicht allein! Schau dir nur mal Ashley Stanton an. Die versteht die Welt nicht mehr."

Mit ihren geweiteten, himmelblauen Augen starrt sie den Unparteiischen an, fragt immer wieder nach, ob er sich wirklich sicher ist, dass das eine Zwei war. Am Ergebnis ändert sich aber nichts. Bis zur Zwei und nicht weiter. Verzweiflung zeichnet sich in ihrem Gesicht ab. Wie kann sie mit einem Rookie solche Probleme haben? Wie ist das nur möglich? Kopfschüttelnd und mit einem Ausdruck auf dem Gesicht, als hätte sie einen Geist gesehen, taumelt sie zurück auf die Beine. Auch Jiao, inzwischen deutlich erschöpft, geht wieder in die Vertikale und schwankt dabei auf der Stelle. Man sieht es der Chinesin an: Länger hält sie das nicht durch. Wenn sie noch gewinnen will, dann muss es jetzt geschehen. Sie blendet die Erschöpfung aus, sammelt ihre bündelt ihre letzten Kraftreserven, und holt Anlauf in den Seilen.

FLYING DAGGER!

Mike Garland: "NEEEINN!!!"

Ein wenig hat es etwas von einer Tanzanführung, einem Schauspiel, einem gewaltsamen Ballett. Jiao Chengzho rast auf Ashley Stanton, springt, mit dem Knie auf Kopfhöhe voran, in die Luft, doch noch bevor Knie und Gesicht aufeinandertreffen, weicht Ashley mit einer eleganten Drehung aus. Jiao springt ins Nichts und landet auf ihrem Hosenboden. Das Adrenalin, das ihren Körper elektrisiert, lässt sie sofort wieder auf die Beine springen. Arme umschließen ihren Bauch von hinten, sie fühlt, wie sie kurzzeitig den Boden unter den Füßen verliert und verlagert daraufhin ihr Gewicht. Back Elbows. Die Arme lösen sich über ihrem Bauch. Sie dreht sich um, will nachsetzen, wird aber schon zu ihrer Gegnerin gezogen. Ein Arm legt sich um ihren Hals, eine Hand greift das Kleid im Taillenbereich. Der Moment.

Small Package von Jiao!

ONE

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TWO

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Reversal!

Small Package von Ashley!

ONE

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TWO

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THREE!!!

*Ding Ding Ding*

Es ist passiert. "Yoshi" Funaki läutet das Match ab und damit ist Ashley Stanton ganz offiziell die Siegerin dieses Matches, was von Ringsprecherin Jane Nelson auch noch mal für alle bestätigt wird.

Jane Nelson: "Die Siegerin dieses Matches nach 12 Minuten und 41 Sekunden via Pinfall… 'THE HIGH SCHOOL SWEETHEART' ASHLEY STANTON!!!!"

Es gibt verhaltenen Jubel, während der Referee ihr ihren ATHENA Title wieder aushändigt und im Zentrum des Squared Circles ihre rechte Hand siegreich gen Hallendecke reckt. Ein flüchtiger Blick geht zu ihrer Gegnerin, die einen enttäuschten, ja beinahe schon resignierenden Gesichtsausdruck zeigt. Und das kann sie nachvollziehen. Sie kann es in diesem Moment so sehr nachvollziehen!

Mike Garland: "Na, da hat es am Ende doch noch mit dem Sieg geklappt!"

Vincent Craven: "Wirklich glücklich über diesen Sieg wirkt Ashley allerdings nicht. Wer will es ihr verübeln?! Auf dem Papier sah diese Begegnung sehr viel eindeutiger aus, als sie es letztendlich geworden ist. Das wirft natürlich wiederum ein sehr gutes Licht auf Jiao Chengzho, die nach ihrer phänomenalen Platzierung bei der Brawlin' Rumble Prestige-Challenge, hier schon wieder bewiesen hat, dass in Zukunft absolut mit ihr zu rechnen ist."

Ashley ermahnt sich zu einem Lächeln, nachdem sie sich unspektakulär aus dem Ring gerollt hat, und nun an den Fanscharen vorbei zur Entrancerampe schreitet.

Vincent Craven: "Meine Damen und Herren, liebe PCWA-Fans, das zweite Match des Abends ist offiziell Geschichte aber natürlich haben wir hier bei Vendetta 103 noch weit mehr auf dem Programm stehen. Unter anderem zwei Titelmatches, um die Cryption Crown und den Undisputed Gerasy Title."

Mike Garland: "Würdest du also sagen, dass es sich lohnt, noch dranzubleiben?"

Vincent Craven: "Aber unbedingt!"


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Stevie Van Crane hat die Kapuze des weißen Sweatshirts über den Kopf gezogen, so dass nur seine Haarsträhnen unter dem Saum hervorschauen. Darunter blicken seine Augen unruhig in alle Richtungen, während er sich mit seiner Begleitung über den Parkplatz bewegt.

Neben ihm geht Michael Thera, der ausnahmsweise sehr ruhig gewesen ist bis hierher. In seiner noch vorhandenen Hand fehlt das MiXery, ab und zu kratzt er sich mit der Prothese am Hinterkopf. So als wolle er mit der Geste unterstreichen, das er das hier für keine gute Idee hält.

Aus dem Mundwinkel der Purity Machine hängt eine halb gerauchte West Ice. Der Qualm und das Geräusch der Schritte der beiden Freunde werden vom Abendwind davongetragen.

Dieses Treffen ist von Stevie Van Crane ausgegangen. Und wenn er ehrlich zu sich selbst war, dann nicht unbedingt aus direkter Sorge um das Wohlergehen einer Liga, die ihm trotz allem noch fremd geblieben ist. Es hat ihn geschmerzt, wie wenig Sympathien und Unterstützung Mad Dog erhalten hatte, in seinem Versuch, das letzte grosse Übel unter dem Zeichen des Phönix bereits im Keim zu ersticken.

Thera flüstert die nächsten Worte, ohne die Kippe aus dem Mundwinkel zu nehmen.
Die Zigarette bewegt sich dabei auf und ab wie ein nervöser Zeigefinger.

Thera: „Da is’ schon unser Scheiß Empfangskomitee.“

In einem Bereich des Parkplatzes, der mit am wenigsten vom Licht der Straßenlaternen erfasst wird, stehen sie Spalier. Schattenhafte Gestalten, manche von ihnen in schwarzen Lederjacken, blutroten Hoodies, schweren Stiefeln. Mindestens genauso viele weibliche Schatten, dunkel geschminkte Augen, die ihre Ankunft beobachten.

Das Dying Culture Network steht zwischen den Autos, hockt auf Motorhauben wie zum Sprung bereit oder lehnt betont gelassen an den Fahrzeugen, die Ellenbogen auf den Seitenspiegeln, während Michael Thera und Stevie Van Crane an ihnen vorbeigehen.

Stevie hält das Kinn aufrecht. Thera schiebt die Kippe von einem Mundwinkel in den anderen.
Und beide sehen den aufragenden Schatten in der Finsternis, direkt vor ihnen, der im Dunkeln aussieht wie eine lebensgroße Statue auf einem Friedhof.

Eleven steht dort. Und es wirkt, als wären die Sohlen seiner schweren Stiefel im Asphalt festgewachsen. Selbst im kühlen Abendwind trägt er nicht mehr als ein schwarzes Shirt, dessen Ärmel abgerissen wurden. Auch wenn es wohl eine Täuschung ist, so macht es auf Stevie und Michael den Eindruck, als würden seine kalten Augen in der Finsternis funkeln wie blutrote Sterne.

Die Craft bleibt stehen, mit Absicht eine Distanz zwischen sich und dem Herrscher des Kellers lassend.

E11: „Du wolltest reden.“

Stevie bekämpft das Gefühl von Gänsehaut, das diese ihm bekannte Stimme verursacht.
Er kennt sie schon zu lange. Doch das Frösteln ist immer noch da.

SVC: „Darum bin ich hier.“

Eleven rührt sich zum erstenmal. Er breitet die Arme aus.

E11: „Well then.. Erheitere mich.“

Stevie Van Crane schaut auf die Mitglieder des Dying Culture Networks, die Follower von Eleven. Sie in seinem Rücken zu haben, sorgt für Unbehagen. Wie bei einem Triple Threat Match, in dem man ständig den Feind hinter sich spürt.

SVC: „Nicht vor deiner Armee. Es ist nicht nötig, dass du dein Fußvolk hier aufbaust. Du musst keine Angst vor uns haben. Im Gegensatz zu dir kamen wir im Frieden – und bleiben auch im Frieden.“

E11: „Wow.. Zweimal das verfluchte F-Wort. Leckst du deine Teenie-Tochter mit diesem Mund, Van Crane?“

Stevie ist bereit, jede gute Absicht und Beherrschung schon nach dieser Bemerkung über Bord zu werfen, doch er fühlt rechtzeitig Thera’s linke Hand beruhigend auf seiner Schulter.
Die Purity Machine wirft die fertig gequalmte Kippe weg.

Thera: „Ja, is’ schon okay, wir haben jetzt festgestellt, das wir alle lange Schwänze haben. Wir müssen uns hier nich’ bei Nacht und Zigarettennebel greilich verhalten, dafür haben wir genug Affen in dem Spekulationsobjekt hinter uns. Punkt is der, Häuptling der Kellerasseln. Stevie war mal in der Pest, des is aber scho’ paar Jahrhunderte her. Auch wenn er ab und zu mal ’n Eis schleckern geht mit deiner Azubine, so wird er nie wieder für dich den Tisch dekorieren und die Teller hinstellen. Warum nich’? Weil er mich gebeten hat, ihn bei ALLEN Entscheidungen zu beraten. Damit is’ der gute Mann bisher besser gefahren als Michael Schumacher die Piste von Grenoble runter Richtung Glühweinstand. Ich sag’ an was Sache is’, und die Sache is’ – Stevie Van Crane und ich werden IMMER zusammenhalten. Und er wird nie wieder an deiner Seite stehen, um das ma’ gleich hier akurat in der Überschrift festzuhalten.“

Stevie Van Crane hebt die Schultern.

SVC: „Du hast den Mann gehört.“

Eleven lacht leise in die Dunkelheit hinein.
Amüsiert deutet er auf Michael Thera.

E11: „Was wäre ein alter König ohne einen Hofnarren.. was wäre ein grauer Altstar wie Van Crane ohne den Wicht, der ihm in letzter Sekunde den Scheißtopf unter den Arsch schiebt und den anschließenden Gestank für lohnendes Karma hält. Ich hasse es, dir diese Breaking News ins Sichtfeld zu halten.. aber – take a look at you.. Dir fehlt eine Hand. Du kannst dir kaum die Hose nach dem Pissen zumachen oder dir den Arsch abwischen. Wenn du deine Heimfotze fingern willst, endet es mit einer Anklage von häuslicher Gewalt. Und wenn du mir den Mittelfinger zeigst, sieht es aus, als wolltest du fünf Bier bestellen.“

Eleven wartet ab, lässt die Worte sinken, begleitet von schmerzender Stille.
Dann schaut er zu Stevie.

E11: „Wenn du reden willst, dann reden wir. Allein.“

Stevie Van Crane versteht die Aufforderung. Er hat Michael gebeten, ihm einen Großteil seiner Entscheidungen abzunehmen. Hier steht wieder eine wichtige an. Und deshalb schaut er zu seinem Freund.

Michael Thera zieht eine neue Kippe hervor. Dann brennt das Feuer in der Dunkelheit und der Weg zur Lunge wird geteert.

Thera: „Zieh’ deine Fuzzies hier ab. Dann geh’ ich auch nach Hause, kraul' mir gepflegt den Sack und ihr könnt ’ne Runde quatschen. Wie alte Kumpels, die mal zur Schule gingen und jetzt einer ’nen beschisserenen Job hat als der andere.“

Eleven hebt die rechte Hand in die Höhe. Daumen und Zeigefinger zucken kurz auf, dann erwachen die umstehenden Mitglieder des Dying Culture Networks. Wie die Schatten verschwinden sie mehr und mehr im Dunkel zwischen den geparkten Autos.

Thera wartet kurz, dann schlägt er Stevie Van Crane noch kurz auf die rechte Schulter, bevor er sich selbst zurückzieht. Einmal dreht er sich noch kurz Richtung Eleven um.

Thera: „Irgendwann, mein Freund, werden wir dich zerstören.“

Eleven nickt ihm verabschiedend zu.

E11: „Irgendwann.. ‚Freund’.. werdet ihr es zumindest versuchen.“

Dann kehrt Stille ein, nachdem die letzten schweren Schritte der Purity Machine verhallt sind.
Und es gibt nur Eleven und Stevie Van Crane, Auge in Auge, zwischen den Autos, die in der Dunkelheit wirken wie schlafende Monstren aus Glas und Metall.

Stevie Van Crane ist jetzt nicht nur allein, er fühlt sich auch so.
Hier zu stehen, ist – gelinde gesagt – gelebter Optimismus bis zum Untergang.

SVC: „Ich bin hier, um zu verhandeln.“

Er hat das Gefühl, als würde Eleven gleich in furchtbares Gelächter ausbrechen.
Und wenn die Großen der PCWA hier stehen würden, als Geister der Vergangenheit, sie würden sich ihm wohl anschließen.

SVC: „Wenn ich auch nur das Geringste dazu beitragen kann, dieser Liga eine ähnliche Ära des Chaos, der Anarchie, der Dunkelheit zu ersparen, dann ist es mir jeden Versuch wert. Sie mögen vielleicht denken, dass du deine Gegner gleichgültig auswählst. Wir beide wissen es besser. Es wird nicht mit Mad Dog und Robert Barker enden.“

E11: „Du willst verhandeln? In wessen Namen..“

SVC: „Im Namen der PCWA.“

Als er den Satz ausgesprochen hat, kommt Stevie sich selbst lächerlich vor.
Im Geiste sieht er Azrael Rage, Alistair Brunswick, Breads vereint die Köpfe schütteln.
Er sieht Fans in der ausverkauften Arena, die sich am Kopf kratzen oder ein Schmunzeln verkneifen müssen.
Und er sieht mitleidige, verurteilende Blicke von Legenden und Gralshütern aus der Historie der PCWA.

E11: „Yeah? Und wer hat dich ernannt, das zu entscheiden.. hier zu stehen und im Namen einer Fabrik zu sprechen, die nichtmal deinen Namen fehlerfrei auf T-Shirts drucken kann.. Meinst du etwa, nur weil du dich auf deinen alten Knien zum Stoßgebet auf den Asphalt geschleppt hast, bekommst du da drinnen ein Essen umsonst? Sie verhandeln nicht mit Terroristen. Und ich verhandle nicht mit Opfern. Was soll ein Schlachter dem Lamm sagen, wenn es in die geschärfte Klinge blickt? Dass alles gut wird..? Dass es nicht weh tun wird?“

SVC: „Dann lüge. Zerstöre Robert Barker, i don’t fucking care. Wahrscheinlich hat er es am Ende des Tages sogar verdient, nach allem was er einst getan hat. Dann hattest du deinen Moment, aus deiner Sicht sogar ein paar sehr, sehr gute schwarze Tage, gekrönt vom Sieg über den Schlächter. Und du hast damit einen Platz in der Geschichte dieser Liga. Du weißt.. Ich habe den Scheiß aus alles Perspektiven gesehen. Ich habe für dich geblutet und unbekannte Seiten an mir entdeckt. Wir haben im Keller gegen die Übermacht des Widerstands gefightet.. zusammen mit Bleed, mit Seann, mit Serge, Swat Member 2 und MD. Und ich habe gegen dich gekämpft. Und es hat der Liga Jahre geraubt, die ihr gut getan hätten. Ich möchte einfach der PCWA dieses Schicksal ersparen..“

Das Feuerzeug klickt und die kleine Flamme spiegelt sich für einen Moment in Eleven’s schwarzen Augen.

E11: „You still don’t get it, boy.. Es ist genau anders rum.. Ihr seid nicht auf die Mine getreten, auf der meine Zahl steht. Sie wurde unter euch vergraben, während ihr Wurzeln geschlagen habt. Es gibt NIEMANDEN, der noch nicht nach mir gerufen hat.. in euren dunkelsten Stunden habt ihr die Mittelfinger gefaltet und nach unten gefleht, das jemand kommen mag und euch zum Soundtrack aus Sodom und Gomorrah aus diesem Alptraum des Gutmenschentums befreit.. Diese widerliche Gestalt vor euch, ekelhaft geschminkt mit verschmiertem Lippenstift, abfallenden Wimpern, schiefem Grinsen und verfaulenden Fingernägeln, die ihr ‚Existenz’ getauft habt und deren kaltes Fleisch ihr zu einem ewigen, widerwärtigen Tanz an euch klammert, bis ihr zusammen irgendwann als tote Einzelteile auf das Parkett kippt..“

Stevie gefriert zu Eis, als ihm Eleven eine frisch angezündete, zweite Zigarette hinhält.
Es dauert gefühlte Minuten, bis Van Crane die Kippe nimmt, während sich Eleven – sichtlich entspannt – an die Motorhaube des Wagens hinter ihm lehnt.

E11: „Dass hier ist kein gefickter Compo Formio-Moment.. Tilsit ist weit weg.. Und Versailles brennt, Stevie. Niemand will dich hier haben.. Napoleon schickt keinen stinkenden Stallburschen zu den Herren im Mieder in den Verhandlungssaal. Denkst du wirklich, du sprichst für sie? Ihre Namen sind in ihren gutgläubigen Augen gewaltige Leuchtfeuer, fackelnd durch Generationen.. genährt vom Benzin ihrer eigenen Ego’s und erfundener Überlegenheit.. Deine Initialen dagegen, sind für sie nichts als flackernde Glühbirnen, die von der Kellerdecke baumeln.. und die niemand wechseln will, wenn sie für immer ausgehen. Denkst du wirklich, du darfst den Rumble gewinnen? Denkst du wirklich, du wärst hier zu Hause? You fool..“

Stevie Van Crane zieht mit leicht zittrigen Fingern an der Zigarette.
Die Worte, die er eben noch hatte.. die verhandeln sollten, einreden, argumentieren. Sie fehlen ihm. Und er vermisst sie nicht einmal.

SVC: „Ja, möglicherweise sind es egozentrische Arschlöcher, die in deiner Gestalt endlich bekommen was sie verdienen.“

Er erschrickt über diese Aussage.

SVC: „Aber du machst es nicht besser.. egal was nach dir kommen sollte. Egal ob du den Inhalt deiner viel beschworenen Kiste im Keller beim Rumble auspackst und damit die Decke wegsprengst.. Nichts ist dann BESSER. Es ist eine andere Art Dunkelheit. Es ist ein Blutrot statt einem gewohntem Schwarz. Und du unterschätzt genau DIESE Eigenschaft, die du als ihre Schwäche ausgemacht hast.. ihre Ego’s, ihre alles ignorierende Selbstsicherheit. Egal wie sie heißen. Breads. Rage. Brunswick. Blaze. Sie werden ihren Platz NIEMALS teilen. Nicht mit Außenseitern wie mir. Und erst recht nicht mit Gestalten wie Nicotine & Bacteria. Die PCWA'ler sind vielleicht nicht die Schlauesten. Aber ihre schreienden Egozentren machen aus Diven Besitzstandswahrer und aus ihrer Eitelkeit Überlebenswille. Ich habe keine Ahnung, was dein Endgame hier sein soll.. Was immer dein Plan ist.. ein Psychopath wie Blake und eine zweigeteilte Bleed sind nicht genug Bakterien, um diesen Körper zu vergiften.“

Eleven richtet seinen finsteren Blick nur zu den Sternen.
Gerade so als sollte Stevie Van Crane dort oben die Antworten suchen, die zu seinen offenen Fragen passten.

E11: „Funny story, Van Crane: Da war dieses alte Ehepaar, durch niemals enden wollende Zeit aneinander gekettet.. vereint in Hassliebe und gegenseitiger Verachtung. Ewig verbunden, alte tote Hände, die trotz alles zerreißendem Schmerz zu müde sind, um sich zu trennen. Irgendwann .. nach all der Zeit und all dem Leid, holt die Frau den Hammer aus der Schublade und schlägt ihm in der Nacht den Schädel ein.. Und am nächsten Morgen, während sie noch im Blut ihres Ebenbürtigen kniet, klicken die Handschellen um ihre ausgemergelten Gelenke. Und der herangerufene Cop sieht sie an und fragt: ‚Fuck, all die Jahre ward ihr zusammen, geht durch Gut und Böse. Warum ausgerechnet jetzt? Warum ein so plötzliches Ende?’ Und sie sieht ihn verständnislos an und sagt: ‚Ich verstehe sie nicht, Officer. Was ist daran plötzlich? Der Hammer lag doch schon seit Ewigkeiten in der Schublade.’

Er zieht an seiner Zigarette und deutet verächtlich mit der glühenden Spitze auf seinen Gegenüber.

E11: „Ihr hockt vor diesem gewaltigen Bild wie vor einem beschissenen Dalmi-Gekrakel und seht nichts als verwirrende Linien aus Blut.. Ich atme das Nikotin in diese Liga als einen Nebel aus Todesurteilen.. doch die ‚Bacteria’ ist schon lange hier.. Du bist hier nicht zu Hause, Stevie.. Du bist immer noch in Frankfurt, genau wie Thera, dessen Hand dort noch vor sich hinfault und dessen Fleisch nach ihm ruft.. MD hat für seine falschen Freunde im Ring gebrannt wie eine stolze, vergessene Fackel.. und während man ihm in seinem einstigen Zuhause dafür zumindest einen Scheißhaufen an Respekt an die Stiefel geschmiert hätte, so bekommt er in dieser toten Fabrik nur ein Achselzucken und ein mitleidiges Grinsen aus schadenfrohen Augen. Er sucht seine Heimat.. genau wie du und Michael.. Und genau wie die Blues. Denn auch sie sind hier NICHT zu Hause.. denn auch Grizz Lee trägt diese drei Brandzeichen, die mit ‚G’ beginnen, und marschiert durch diese Liga unter dem verwässernden Image des netten Hardcore-Onkels.. doch sein Herz schreit gepeinigt von Heimweh genauso nach Freiheit wie deines..  Wie das vom Artist formerly known as fucking BLACKHEART, für den man hier nichts als die Rolle des sympathisch-wütenden Pausenclowns übrig hat.. und dem die Phönix-Faschisten Bananen in den Käfig werfen, solange er die Füße still hält und zur Belustigung der Belegschaft Cotatores-Matches upfuckt.. Ich brachte das Nikotin. Doch meine Bakterien sind längst hier.. Sie liegen im Fleisch dieser verurteilten Fabrik und warten darauf, endlich aufzuwachen, um sie zu töten.. weil sie Antikörper sind, weil sie fremd sind in diesem Wirt.. bereit, sich eine Heimat zu nehmen, die sich mit Zähnen und Klauen gegen sie wehrt.“

Stevie Van Crane zieht an seiner Zigarette.
Zug um Zug, die Worte seines Gegenübers inhalierend, verarbeitend. Gedanken wühlen in ihm.

SVC: „Yeah, wir sind hier nicht zu Hause. Und ja, es mag sein das man uns GCW’ler nichtmal mit Plastikhandschuhen begrüßen will.. weil keine Geschichte in der PCWA etwas wert ist, solange es nicht ihre eigene ist. Vermisse ich die alten Tage? Vermisse ich eine Heimat, vermisse ich das Gefühl, wahrhaft zu Hause zu sein, den Respekt zu bekommen, der mir durch meine hart erarbeitete Vergangenheit VERDAMMT NOCHMAL zusteht? Natürlich. Aber selbst wenn sich MD in seiner Verzweiflung am Ende doch noch dir zuwendet.. Grizz und Kevin deinen Ruf erhören, um etwas anderes zu werden als die braven Ringarbeiter, die hier hauptsächlich angestellt sind um Blues-Shirts zu verkaufen und keine Tag Team Champs zu werden.. ich werde diesen Weg nicht mit dir zusammen antreten. Das Wort meines Freundes Thera gilt. Und es ist bindend.“

Eleven nickt und wirft seine Zigarette zur Seite.
Ein letztes Mal funkeln seine Augen Stevie Van Crane an, als würden sie direkt in seine Seele blicken.

E11: „Du wirst dich wehren.. und du wirst versagen. Wie sie alle. Ihr fallt vor mir als verirrte, flackernde Glühwürmchen in den Staub und werdet durch meine Hand wiedergeboren, aufsteigen, um als stachelbewehrte Insekten auszuschwärmen.. um zu formen, was unformbar ist.. Um zu zerstören, was zu lange als unzerstörbar galt.. Wir sind die Überlebenden eines Existenzkampfes.. vereint im Hass auf dieses Konstrukt. Diese Fabrik braucht uns. Nicht als gefickten Stable, der brav zum Ring marschiert und artige Matches bestreitet. Sondern als beschissenen, scharfkantigen Eisberg, mitten im Kurs der unsinkbaren Titanic. Wir reißen das Schiff in Stücke.. wir verbrennen die Rettungsboote.. wir werfen Kate und Leo über Bord - und der verdammte OZEAN wird UNS gehören.“

Stevie Van Crane rasen tausend Gedanken durch den Kopf, während er sich umdreht.
Es gibt nichts mehr zu verhandeln. Eleven wird nicht gehen. Und er selbst wird auch nicht an seine Seite zurückkehren.

Und während er geht, kann er den Ozean, den Eleven beschrieben hat, vor sich sehen.
Kalt und schwarz. Und alles verschlingend.

Genau so fühlt sich Heimweh an.

 

„Wir schleichen durch deine Adern und Schwarz färben sich die Wege, welche wir gegangen sind. Y’know...we’re young, we’re beautiful and we’re full of crack....how much better can life get anyway?! ...das was hier abgeht, hätte niemals geschehen dürfen. Eigentlich könnte man in diesem Moment aufhören. Es ist wie der beste Orgasmus deines Lebens. Doch dann wiederum…wenn ich mir vorstelle, dass das Dessert noch ansteht…oh baby…“

(Tresalem Avelino über sein Bündnis mit Eleven)

Vincent Craven: "Oh man, Stevie van Crane wagt sich zu Eleven. Und sagt ihm das, was eigentlich schon klar ist."

Mike Garland: "Zeigt ihm also den Hammer in der Schublade?"

Vincent Craven: "Vielleicht hätte van Crane gewollt, dass sein Bekenntnis zu Thera wie ein Hammer in Elevens Gesicht ist. Allerdings ist es mal wieder nur an ihm abgeprallt."

Mike Garland: "Eleven ist eine Gestalt für sich... und ich will eigentlich gar nicht wissen, was er beim Rumble vor hat."

Vincent Craven: "Eine Veranstaltung vom Ausmaß des zehnten Brawlin' Rumbles wirkt auf den ersten Blick wie geschaffen für einen Terroristen wie Eleven."

Mike Garland: "Also wird dort die beschworene Kiste geöffnet?"

Vincent Craven: "Ich weiß es nicht, Mike. Aber Stevie van Crane ist auf unserer Seite - das weiß ich." 


------------------ PCWA ------------------

LiViNG DEAD SOCiETY
T-1
piano.

 

 

Crawl on me
Sink into me
Die for me
Living Dead Girl

 

Mein Name war Patricia Selladore.
Sie nannten mich das 'Living Dead Girl', aber diese Zeiten sind lange vorbei.

Einst war ich das kaputteste Stück Scheiße, das man sich vorstellen konnte. Ich lebte meinen Traum, den Traum absoluter Freiheit, ohne Zwänge und ohne Regeln. Wer mir in die Quere kam, hatte schneller meinen Stiefel in der Visage als als pubertierender Teenager beim Anblick seines ersten Paars Mädchentitten abspritzt. Die Anzahl meiner Tattoos überstieg die meiner guten Taten. Sie hätten mich hassen sollten, doch in in Wirklichkeit liebten sie mich. Weil sie mich bewunderten. Weil sie mich ficken wollten. Alistair. Barker. Blaze. Austauschbare Namen, die mir nichts bedeuteten. Schade, dass ich diesen Eleven nie kennen gelernt habe, wir wären sicherlich begeistert voneinander gewesen.

All das endete am 21. November 2012.
Der Mann, der vorgab mich zu lieben, zog die Schläuche, die meine unselige Existenz noch am Leben erhielten. Vielleicht sollte ich ihm dankbar dafür sein. Vielleicht auch nicht. Nach dem Sterben kommt der Tod und ehrlich - der Tod ist nicht so schön, wie ihr ihn euch vielleicht vorstellt. Begraben in einer Holzkiste und den Maden zum Fraß ausgeliefert. Würdet ihr es lange darin aushalten? Kein Wunder, dass mein Grab leer aufgefunden wurde.

Ein Mensch mag sterben, aber die Idee, sie lebt weiter.
Und manchmal, da ist diese Idee so stark, dass sie ihren Weg zurück unter die Lebenden findet.
Manchmal, da ist der Hass so stark.

Ihr wollt es doch auch, gebt es zu.
Ein letzter Tanz.
Wollt ihr ihn mit mir tanzen?

 

Patricia Selladore
Brawlin' Rumble X


------------------ PCWA ------------------

Der Vorhang fliegt zur Seite und eine Gestalt entert den Innenraum. Ohne Musik, ohne großen Zirkus. Das war immer nur Beiwerk einer riesigen Show, das er nun nicht braucht. Nicht mehr braucht. Es dauert einige Augenblicke bis die Fans registrieren, was sich hier nun anbahnt. Verwirrte Blicke. Offene Münder. Augen werden gerieben.

<<DÍEGO! DÍEGO! DÍEGO!>>

Díego Alejandro Sanchéz marschiert zum Ring. Ohne Abklatschen, ohne die große Show. Jetzt ist keine Zeit für solche Spielereien.

Doch das erzeugt nicht diese Reaktionen. Nein! Viel mehr ist es sein Outfit, das diese Verwunderung auslöst: glänzende, schwarze Designerschuhe, ein maßgeschneiderter Anzug, feuerrote Krawatte, leuchtender PCWA-Pin (in Phönix-Optik) am Revers, die Haare als leuchtend roter Irokese gestyled.

Er hebt die Ringschürze an und nach einem kurzen Blick findet er, was er sucht: einen simplen Klappstuhl. Ein kurzer Blick zu Jane Nelson reicht aus und schon bekommt er ein Mikro gereicht. Beides schiebt er in den Ring und steigt dann selbst über die Ringtreppe ins Seilgeviert.

<<DÍEGO! DÍEGO!>>

Vincent Craven: „Siehst du, wie er vermeidet ins Publikum zu gucken?“

Mike Garland: „Ja, das ist in der Tat sehr auffällig.“

Schnell ist der Stuhl aufgebaut und das Mikro ergriffen. Langsam setzt er sich auf den Stuhl und lässt seinen Kopf hängen.

<<DÍEGO! DÍEGO!>>

Ein kleines Lächeln huscht über seine Lippen, doch es kann sich nicht halten.

„Gracias amigos!“

Unruhig nestelt er an seinem Jackett herum.

„Mit dem Ende von ‚Kerry & Gaelic‘ hatte ich geschworen, dass ich für niemanden mehr einen Anzug anziehen werde. Dass ich mich niemals mehr in so eine Kluft zwängen werde.“

Die Schultern zucken hoch und fallen gleich wieder runter.

„Nun ja…manchmal erfordern besondere Anlässe eben auch ein besonderes Outfit.“

Natürlich hinterlässt er mehr Fragezeichen, als Antworten. Doch jetzt, hier und heute, nimmt er sich seit langer Zeit mal das Spotlight. Heute nimmt er sich Zeit und wird die Antworten noch liefern.

„Außerdem… was ist typischer PCWA als das? Was kümmern mich die Dinge, die ich gestern gesagt oder getan habe? Gestern predige ich den fairen Wettkampf, pures Wrestling. Und morgen schlage ich meinem Gegner den Schädel ein und werde das, was ich eigentlich bekämpfe. Übermorgen ist doch eh wieder alles vergessen.“

Er hebt den Kopf und fixiert die Kamera.

„Aber was einmal passiert ist, kann und wird erneut passieren. Die Geschichte wiederholt sich in der PCWA. Immer und immer wieder. Du machst alles nieder, was sich PCWA nennt, Breads. Du erhebst dich über uns alle, adressierst deine Spitzen quer durch den Lockerroom in dem Glauben kein Teil von uns zu sein. Doch ob es dir passt oder nicht, cabron. Der Phönix zeigt sich in deinem Handeln. Du gehörst längst der PCWA.“

Die Fans wissen nicht, wie sie reagieren sollen, also wird vorsorglich mal gejubelt. Worte gegen Robert Breads sind schließlich immer gut.

„Als Veteran, der ich innerhalb dieser Hallen hier bin, nehme ich mir jedoch das Recht heraus, aus diesem ewigen Kreis auszubrechen. Ich könnte sagen, was interessiert mich die Niederlage von Vendetta 102? Scheiß drauf, ich werde den Rumble trotzdem rocken. Ist doch egal, was gestern war.“

Díego lässt seinen Blick langsam über die ersten Fanreihen schweifen. Verbitterung zeigt sich auf seinen Gesichtszügen.

„Mierda! Es ist verdammt nochmal nicht egal. Es ist die größte Scheiße, die passieren konnte. Der Brawlin‘ Rumble steht kurz bevor und ich bin soweit unten, wie ich es in fast neun Jahren PCWA noch nie war.“

Ruckartig steht er auf und stapft unruhig durch den Ring. Mit einer ungewöhnlichen Faszination beobachten die Fans ihren einstigen Tribunen.

<<DÍEGO! DÍEGO!>>

Der Deutschmexikaner bleibt stehen und seine Augen wandern zur Videowand. Seine Stimme ist klar, aber dennoch irgenwie weit entfernt.

„Neun lange, verdammte Jahre. Eine Verletzungspause, eine Entlassung. Doch insgesamt war die PCWA in den letzten neun Jahren meine Heimat. Neun Jahre, in denen ihr mich immer unterstützt habt. Hier hatte ich ein Debüt, bei dem ich neben den beiden besten – damaligen – Wrestlern stehen durfte.“

Er - zusammen mit John Smith und Keevan im Ring. Beim Out of Ashes 2005. Das war die erste Provokation, das erste Aufbegehren gegen den großen Keevan. Es war Hass auf den ersten Blick.

„Direkt danach hieß es Vendetta 40. Ich durfte mich gleich gegen den großen Keevan beweisen. Es endete mit einem Double Count Out und Johnny kam zum Ring. Eine herrliche Schmierenkomödie haben wir abgezogen und El Keevnommenon ist voll drauf eingegangen. Das war der Moment für mein Outing. Díego Alejandro Sanchéz als Teil der New Era.“

Ein wehmütiges Lächeln legt sich auf seine Lippen, als er sich auf das oberste Seil vor ihm stützt, während die Fans gemischt reagieren. Anfangs war der Name Kerry & Gaelic durchaus positiv behaftet, doch auch das ist nur ein Teil der Vergangenheit.

„Dann der lange Konflikt mit Gabriel Lucifer und mein wohl größter Erfolg in der PCWA, für den ich fast mit meinem Augenlicht bezahlen musste. Vielen Dank an dieser Stelle noch mal an Miss Brunswick.“

Niemals wird er vergessen wie ihn Mai Eht alias Gabriel Lucifer mit dem - von Cindy präparierten - Feuerlöscher atackiert hatte. But who cares? Er hatte den Tribune und nahm dafür alles Leid im Krankenhaus auf sich.

„Der silberne Schatz war mein Ein und Alles. Ich habe es geliebt der Kronprinz der PCWA und euer Tribune zu sein. Ich habe den Tribune geprägt wie niemand vor oder nach mir. ICH habe ihn zu dem begehrten Stück Metall gemacht, das mein Amigo Johnny nun für immer sein Eigen nennen darf. 5xx verdammte Tage habe ich den Phönix repräsentiert. Bis…ja, bis Keevan mir meine schlimmste Niederlage verpasst hat. Und das ausgerechnet in Mexico City! Doch auch wenn du mich dort entthront hast, Kev. Face facts. Der Tribun der Fans warst du nie. Für dich war dieser Titel doch nur ein weiteres Stück Blech in deiner tollen Sammlung. Mir dagegen hat er die Welt bedeutet.“

Er senkt den Kopf. Noch heute schmerzt der Verlust. Wohl auch aufgrund der Umstände damals. Die Fans jubeln ihm zu, versuchen ihn vielleicht sogar aufzumuntern? Sie bekommen hier im Schnelldurchlauf nochmal die PCWA-Karriere von Díego A. Sanchéz zu sehen und schwelgen in Erinnerungen. Pure Nostalgie. Liebt sie oder skippt weiter.

„Immer wieder war ich auch in der Nähe des Gerasys. Ich habe daran gekratzt, gehofft und geblutet. Doch das Glück war nie auf meiner Seite. Zu viele Dinge sind zusammen gekommen: Verletzungen, Machtkämpfe innerhalb der Firma…“

Wieder dieses Bild. Mad Dog steht in der Mitte des Raumes. Links von ihm Gabriel Lucifer und Blaze. Rechts von ihm James Godd und Díego A. Sanchéz. Der Anfang vom Ende.

„Vielleicht sollte es einfach nicht sein. Stattdessen kam der Imperial Impact 7 und meine Schlacht mit Gabriel Lucifer. Gegen den Mythos um die Macht innerhalb der Firma.“

Das wohl härteste Match seiner Karriere. Gabriel Lucifer hat ihm alles und noch mehr abverlangt. Am Ende war es Gabriel Lucifer, der um Gnade gebettelt hatte, doch Díego war längst über diesen Punkt hinaus. Er konnte nicht anders an diesem Abend. Gabriel wurde förmlich hingerichtet.

„Meine größte Schlacht, die größte Herausforderung. Der größte und wichtigste Sieg bis zu diesem Zeitpunkt. Ich musste alles geben und über meine eigenen Grenzen hinausgehen. Ich habe in dieser Nacht einen Teil von mir verloren. Das Monster PCWA hat sich diesen Teil geholt. Doch bereue ich, was ich damals getan habe? Tun musste? NEIN! Würde ich es wieder tun? Natürlich, verdammt! Bestimmte Situationen erfordern spezielle Maßnahmen.“

Sein Blick ist entschlossen. Vielleicht eine Botschaft an alle dort draußen. Steht zu euren Fehlern, zu eurer Vergangenheit. Sie ist ein Teil von euch und macht euch zu dem, was ihr heute seid.

„Ich habe vieles in der PCWA erreicht. Mehr als viele andere, die hier durch diese heiligen Hallen gewandelt sind. Und nun steht uns also der Brawlin‘ Rumble bevor. Der wohl größte in der Geschichte der PCWA. Ein Ereignis auf das sich jeder freut. Aber was geht mir durch den Kopf? Werde ich wieder sang- und klanglos untergehen? Mache ich mich wieder zum Gespött?“

Díego richtet erneut seinen Anzug. Ein Fussel wird entfernt, dann atmet er einmal tief durch.

„Darum habe ich eine Entscheidung getroffen.“

Die Fans beschleicht eine Ahnung. Die werden unruhig, laut und rufen alle durcheinander. Zu sorgfältig ausgewählt sind die Worte von Díego, als dass man nicht wissen kann, was nun kommen wird.

„Bevor ich ende wie die Jungs von Mad-X. Von euch bejubelt und von allen anderen mitleidig belächelt. Als Lückenfüller, damit ihr euch was zu Essen und zu Trinken holen könnt, bis der nächste wichtige Kampf anfängt.“

Ein Blick zu Mike Garland, der aber nur gelangweilt mit der Schulter zuckt.

„Als Notlösung. Als jemand, den man raus schickt, wenn Zeit überbrückt werden muss. Das werde ich mir nicht antun. Das könnte ich einfach nicht ertragen.“

Nochmals eine Pause.

<<PLEASE DON’T GO! PLEASE DON’T GO!>>

Rufe, die mittlerweile schon zum Standard-Repertoire der Fans gehören.

„Deswegen beende ich hiermit und mit sofortiger Wirkung meine Karriere. Vielen Dank für die vielen schönen Momente, für diese schöne Zeit. Adios mi amigo…“

Die Stimme bricht, aber er ist auch endlich fertig. Zu lang hat er sich mit Allem herum geschlagen. Nun ist es endlich vorbei. Das Mikro legt er auf den Boden und atmet dann erleichtert auf. Endlich ist es vorbei. Keine Sorgen mehr, kein Druck. Er ist schon zwischen den Seilen, als er plötzlich inne hält.

Vollkommen überraschend übertüncht "Till I Collapse" von Eminem die Rufe der Fans und tatsächlich reagieren ein paar Fans. Aleks G., der vorhin noch entschieden hat, mit Bob Mile auf die Suche nach Jemanden zu geben um Jemand anderen aufzuhalten, erscheint auf der Rampe, schüttelt den Kopf und blickt erbost auf den Mexikaner im Ring. Was will er hier?

Aleks G: "Vielleicht fragt sich ja die ein oder andere Person, was der Boss, der Mindless One, der Wolf, Mr. A to the Gizzle hier will. Ich bin wegen dir hier, Díego Alejandro Nacho. Es war so klar, dass du deine Klöten in Guacamole tunkst und wenn es dann ein bisschen brennt, du sofort abziehst. Okay, ciao. Adios. Wäh wäh, ich will nicht so enden wie MAD-X und deswegen gehe ich. MAD-X gehen nicht, du Arschgesicht. Wir sind immer hier. Immer. Immer und immer und immer wieder. Egal ob wir zwischendurch mal auf Weltreise sind oder nicht in Hallen gelassen werden, oder es irgendwem auf die Nerven geht, was wir für eine Scheiße bauen. WIR. SIND. HIER. Scheiß auf Siege, scheiß auf Titel. Scheiß darauf, dass dein Tribune schon ein paar Jährchen hin ist, aber wenn du jetzt gehst, bist du kein Tribune. Dann bist du kein Held."

Er deutet auf die Fans, die sofort wieder lauter werden.

Aleks G.: "Du gehst nicht als der Mann, der du hättest sein sollen. Nicht als hombre, der viel geleistet hast. Sondern als Versager. Und das letzte, woran sich die Fans erinnern, wenn sie deinen Namen hören, Nacho, ist Feigling. El Feigling grande."

Aleks redet sich scheinbar direkt in Rage, was man an seinem hochroten Kopf sieht.

Aleks G.: "In der PCWA verschwindet man nicht einfach, außer man möchte in einer Spur mit Namen genannt werden wie PD Styles. Wie Pierre Saint-Judas. Wie Mr. Pay-Per-View. Den gab es wirklich. Stattdessen könntest du ein Chris McFly Jr. sein - mit endgültigem Karriereende, natürlich. Oder ein Adam Reynolds. Gehe, wie es sich für einen PCWA'ler gehört und verliere deine Karriere. Verliere ein Match. Nicht ein paar Tränen und dann, Adios."

Sanchéz: "Was schlägst du vor?"

Aleks G.: "Wir beide sehen uns in einem Monat. Wir sehen uns beim Brawlin' Rumble. Und wir beide sehen uns in einem Kampf, bei welchem der Verlierer seine Karriere beendet. Ich will, dass du darum kämpfst, zu gehen. Ich will, dass du allen beweist, ob du es noch kannst. Oder ob du so tief gesunken bist, dass du sogar gegen mich verlierst. Beweise es dir. Beweise es deinen Fans, die du noch hast."

Mit versteinerter Miene hat der Deutschmexikaner seinem Kollegen zugehört. Genervt senkt er den Kopf, lässt die Worte wirken. Seine Körpersprache ist eindeutig. Er hat abgeschlossen. Er WILL einfach nicht mehr.

Sanchéz: "Deine Worte sind gut, Aleks. Sie treffen da, wo sie es müssen. Ich BIN ihr Tribun. Und deswegen sei dir dein Spotlight auf der größten Bühne, die die PCWA bieten kann, gegönnt. Wenn das mein letzter Dienst für die PCWA sein soll, dann sei es so. Du hast dein verdammtes Match."

Vincent Craven: „WAS? Diego… Diego Alejandro Sanchéz will seine Karriere beenden. Das gibt es doch nicht. Zum Glück kommt ihm Aleks in die Quere und besteht auf ein Match beim Rumble…“

Mike Garland: „Tja, wenn es nicht mehr weitergeht, sollte man eben aufhören. Oder eine Pause einlegen. Diego zieht hier zur richtigen Zeit die Reißleine… und Aleks G. tut es ihm gleich.“

Vincent Craven: „Die Leine, die Lucifer nun wieder ergreifen will? Ehrlich gesagt hatte ich in den letzten Monaten immer die Hoffnung, dass Diego wieder hoch kommen wird. Noch bei CORE als er im Finale des QftB gestanden ist…“

Mike Garland: „Auch das war schließlich eine Enttäuschung. Für ihn. Für uns.“

Vincent Craven: „Aber eine PCWA ohne Diego Sanchéz? Er war doch immer der weiße Fleck in einem Meer aus schwarzen oder grauen Punkten.“

Mike Garland: „Vor einigen Jahren war er stark, keine Frage. Jetzt ist er aber nur noch blass gewesen; auch neben dem Seilgeviert. Dort hatte ihm sein früherer Gegner Gabriel Lucifer schon immer einiges voraus.“

Vincent Craven: „Für mich war Sanchéz immer eine Bereicherung. Ich hoffe also, dass er beim Brawlin' Rumble seiner Chance doch noch einmal ergreifen wird. Ich denke viele hier, unter anderem auch ich, würden es ihm sehr gönnen.“


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Die Kamera blendet auf und zeigt Maximilian Lunenkind, der vor einer kahlen, weißen Wand im Backstagebereich steht und mit gefühlskalter Miene in die Kameralinse starrt und ihr entgegengeht.

Freilich könnte man erwarten, dass er, erfolgreicher Wrestler in der GFCW, mehrfacher GEMA-Mitarbeiter des Monats, Robert Breads' persönlicher Assistent in der PCWA und Größtes-Baguette-der-Welt-Besitzer das Leben in vollen Zügen genießen kann... doch wie so oft trügt der Schein. Und genau darüber gilt es jetzt zu sprechen. Er muss sein Schweigen brechen, es geht nicht anders. Ansonsten könnten schlimme Dinge geschehen.

Maximilian Lunenkind: "Hey. Maximilian Lunenkind hier."

Seine Stimme klingt sad wie die Sad Boys. :( Seufzend richtet er den Kragen seines modischen, dunkelblauen Kragenhemdes, in dem eine zusammengeklappte Sonnenbrille steckt. Wüsste man nicht um seine abscheulichen Taten im Auftrag der GEMA, dann könnte man in diesem Moment fast so etwas wie Mitleid für den jungen Münchner empfinden aber es ist hinreichend bekannt, wie viele Menschen er mit überzogenen GEMA-Gebührenforderungen in den Ruin getrieben hat. Darum hassen ihn die PCWA-Fans auch.

Maximilian Lunenkind: "Ich stehe hier auf diesem Flur, dieser wunderschönen und ruhigen Umgebung."

Er blickt um sich, versucht sich ein Lächeln abzuringen.

Maximilian Lunenkind: "Aber selbst die schönste Umgebung kann die dunkelste Hölle sein... wenn man nicht DEN DÜBEL IN DAS BOHRLOCH STECKEN kann."

Er lacht schallend, wobei seine riesige Zunge pendelartig umherschwingt und sein Hemd mit seinem umherfliegenden Speichel benetzt. Doch so plötzlich und schnell es kam, erstirbt es auch wieder, denn es kann nicht über den Fakt hinwegtäuschen, dass sich die dunkelste Hölle in seiner düsteren und verdrehten Gedankenwelt widerspiegelt. Er greift in seine Hosentasche, holt daraus ein zusammengerolltes Magazin, auf dessen Umschlag sich nackte, weibliche Körper andeuten.

Maximilian Lunenkind: "Traurigerweise konnte ich schon sehr lange nicht mehr DEN TIGER IN DIE WILDNIS ENTLASSEN."

Mahnend wedelt er mit dem Tittenheft vor der Kamera umher.

Maximilian Lunenkind: "Drei Monate! Drei Monate ist es her, dass EINE MAUS DEN CHEDDAR ANGEKNABBERT hat. Und ich weiß nicht woran es liegt!!"

Vor Wut stampft der GEMA-Rechtsaufseher auf und schmeißt die Zeitschrift mit der Titelstory "RUCHLOSE ORGIE IM SCHWESTERNWOHNHEIM" zu Boden.

Maximilian Lunenkind: "Wie ist es möglich, dass diese ganzen PCWA-Eimer mit ihren KAKAOBOHNEN DIE HEISSE SCHOKOLADE ANRÜHREN dürfen und ich seit drei Monaten SELFIES SCHIESSEN muss?!"

Der Erzfeind von Mohi, dem Fasan Gottes, schüttelt voller Unverständnis den Kopf und abermals schwingt seine heraushängende Zunge unkontrolliert nach allen Seiten aus wie bei der Ziege im Goat Simulator.

Maximilian Lunenkind: "Ich mache wirklich alles mögliche, damit ich auf euch ANZIEHEND wirke, um euch im Anschluss AUSZUZIEHEN."

Mit einer präsentierenden Geste wirft der Mann mit dem größten Baguette der Welt die Arme auseinander und schaut verführerisch in die Kamera.

Maximilian Lunenkind: "Ich ziehe mich schick an. Das Louis Vuitton-Hemd, das ich trage, hat 500$ gekostet. Sehe ich darin nicht gut aus?"

Um diesen Fakt noch weiter zu unterstreichen, nimmt er die zusammengeklappte Sonnenbrille aus seinem Hemdkragen, klappt sie auf und setzt sie sich auf.

Maximilian Lunenkind: "Diese Brille von Giorgio Armani ist 300$ wert. Schaut euch an, wie fantastisch ich damit aussehe! Ich bin wunderschön, ich fahre BMW, ich war ein halbes Jahr lang GFCW Tag Team Champion mit Max Mustermann zusammen, bin maßgeblich für den Erfolg von Robert Breads verantwortlich und verdiene allein durch das Eintreiben von GEMA-Gebühren ein Vermögen. Ich bin intellektuell, höflich, habe das größte Baguette seit Menschengedenken und trotzdem macht ihr BITCHES eure BEINE nur für diese ganzen BRIEFBESCHWERER BREIT."

Der GFCW-Repräsentant nimmt die Brille wieder ab und hängt sie zurück an seinen Hemdkragen. Seiner Miene kann man entnehmen, dass er kurz vor dem Amoklauf steht, so wütend und frustriert ist er über den Fakt, dass sein Baguette seit drei Monaten nicht mehr geschmiert wurde. Er holt tief Luft, will zu einer nächsten Hasstirade ausholen und stoppt plötzlich, als er aus dem Augenwinkel bemerkt, wie ihm jemand entgegenkommt. Er dreht seinen Kopf zu der Person, die sich ihm nähert. Und fängt an, zu grinsen.

Bei der Person handelt es sich um Ashley Stanton, die soeben ihr Debütmatch gegen Jiao Chengzho bestritten hat und nun offenbar auf dem Weg zu ihrer Kabine ist. "Sie ist eine cute Hoe!", geht es durch seinen Kopf, während in seiner Hose DIE ALARMGLOCKEN anfangen, zu LÄUTEN. Niemand sonst ist hier, nur er und sie (und vielleicht noch das Kamerateam im Hintergrund aber das zählt nicht!). Es ist seine Chance, etwas an diesem untragbaren Zustand zu ändern und endlich wieder das BAGUTTE GESCHMIERT zu bekommen.

Sie begrüßt den Fremden mit einem knappen Nicken und der Andeutung eines Lächelns, geht an ihm vorbei, denkt sich nichts weiter. Als er sie plötzlich am Handgelenk packt. Ashley fährt herum, reißt sich augenblicklich von ihm los und schaut den GEMA-Mitarbeiter erschrocken an.

Ashley Stanton: "What the?! Was soll das?"

Maximilian Lunenkind: "Hallo, mein süßes Sahnetörtchen!"

Er setzt ein charmantes Lächeln auf. Zumindest versucht er das, allerdings wirkt es eher wie das Lächeln eines Serienkillers.

Ashley Stanton: "Wer zum Teufel bist du? Und was willst du von mir?"

Die junge Frau aus Kansas City geht einen zögerlichen Schritt zurück, hebt kampfbereit ihre Fäuste, schaut den Münchner verunsichert an. Gehört er etwa zu diesen Verrückten, von denen es heißt, dass sie die PCWA überbevölkern und denen sie bis zum jetzigen Zeitpunkt erfolgreich aus dem Weg gegangen ist? Maximilian Lunenkind lacht und abermals könnte es statt von ihm auch von einem durchgedrehten Axtmörder kommen. Mit stolzgeschwellter Brust baut sich der Sympathieträger vor Ashley auf.

Maximilian Lunenkind: "Ich bin Maximilian Lunenkind, Rechtsaufseher der GEMA und ich bin hier, um ROBERT BREADS AUS DEM BRAWLIN' RUMBLE ZU SCHMEISSEN!!!"

Um letzteren Fakt zu unterstreichen, ballt Lunenkind drohend seine Faust. Ashley, hingegen, lässt ihre Fäuste wieder sinken und schaut den Münchner einfach nur verwirrt an.

Ashley Stanton: "Du... Du bist ein Wrestler?"

Maximilian Lunenkind: "Natürlich bin ich das! Sieht man das nicht?!"

Der GEMA-Mann lässt verführerisch seine Hüften kreisen, woraufhin die amtierende ATHENA-Championesse ihre Augenbraue verzieht. Nein, eigentlich kann man das dem Hüftschwung einer Person nicht ansehen. Aber das spricht sie nicht aus.

Ashley Stanton: "Okay... Also dann, Maximilian! Einen schönen Abend noch."

Sie erklärt dieses kurze Intermezzo für beendet, will sich dem Gehen zuwenden, ihre Kabine aufsuchen, duschen, umziehen, den Abend ausklingen lassen und vor allen Dingen: Weg von diesem Typen. Aber nicht, wenn es nach Maximilian Lunenkind geht! Der springt mit katzenhafter Eleganz vor sie und stellt sich ihr breitbeinig in den Weg, was von Ashley mit einem genervten Augenrollen quittiert wird.

Maximilian Lunenkind: "WARTE!"

Ashley Stanton: "Was ist denn noch?"

Er mustert sie von oben bis unten. Die nicen Tits, die durchtrainierten Beine und der sexy Ass. Lunenkind lächelt dabei wie jemand, der am Down Syndrom leidet, und muss sich bei diesem Anblick zusammenreißen, nicht sofort DEN MUTO ZU ENTFESSELN und SEINE EMP-WELLEN ZU VERSENDEN. Man braucht kein Hellseher zu sein, um zu wissen, dass sich Ashley bei den gierigen Blicken, die ihr der Münchner zuwirft, zunehmends unwohler fühlt.

Maximilian Lunenkind: "Dein Erscheinungsbild und der Titel, den du mit dir herumträgst, verraten mir, dass du eine Wrestlerin bist."

 

 

Ashley Stanton: "Und?"

Maximilian Lunenkind: "Du bist nicht von hier, sondern machst so wie ich einen Gast-Auftritt in der PCWA. Du bist wegen des Rumbles hier, stimmt's?"

Eine Frage, die sich erübrigt. Mit einer kreisenden Geste ihres Handgelenks will die Brünette ihrem Gegenüber begreiflich machen, dass er endlich zum Punkt kommen soll.

Maximilian Lunenkind: "Ich habe dir einen Vorschlag zu machen, schöne Unbekannte!"

Ashley Stanton: "Ashley."

Maximilian Lunenkind: "Wir verbünden uns, Ashlynn!"

Ashley Stanton: "Ashley!!"

Maximian Lunenkind: "Für das Rumblematch gehen du und ich eine Zweckallianz ein!!"

Einmal mehr sind die Züge der amerikanischen Wrestlerin von Fassungslosigkeit gezeichnet.

Ashley Stanton: "Was denn?! Wir? Niemals. Ich kenne dich ja nicht mal."

Luni schaut sie aus großen Augen voller Begeisterung an und nickt heftig, um zusätzlich zu verdeutlichen, dass das eine grandiose Idee ist.

Maximilian Lunenkind: "Denk doch nur mal dran, wie chaotisch diese Art von Matches ablaufen und wie viele Leute gleichzeitig im Ring sein werden. Jeder tritt gegen jeden an und es wird schwierig sein, im Ring den Überblick zu behalten. Du bist ein Außenseiter aus einer fremden Liga, genau wie ich. Und außerdem bist du eine Frau! Nichts gegen euch Frauen, schließlich sorgt ihr regelmäßig dafür, dass ich MEINEN FLUGZEUGTRÄGER IN EURER BUCHT VERSENKEN kann, aber ihr seid nun mal körperlich unterlegen. Es kann also nur von Vorteil sein, wenn ich dir ein bisschen RÜCKENDECKUNG GEBE, wenn du verstehst, was ich meine."

Auch wenn der grundsympathische GEMA-Rechtsaufseher mit der "Rückendeckung" sicherlich etwas anderes gemeint hat, so sind seine Aussagen, wie sie sich leider eingestehen muss, nicht gelogen. In der Tat würde es schwer werden, besonders schwer für sie als Frau. Darüber hinaus hatte sie sich bisher auch nicht darum gekümmert, sich Verbündete für den Rumble zu suchen, so wie es Jona Vark ihr empfohlen hatte. Sie verstand sich mit Eri Osada gut, die ihr von ihrer Idee erzählte, den ATHENA Title gewinnen zu wollen. Von ihr? Das konnte man durchaus als Herausforderung verstehen. Und wenn es so wäre, würde es etwas an ihrem Verhältnis ändern? Selbst wenn das nicht der Fall wäre, kannte sie außer der quirligen Japanerin niemanden, den man als Verbündeten zählen konnte. Sie musste den Tatsachen ins Auge blicken. Dieser Kerl kam ihr hochgradig suspekt vor, aber besser ein Maximilian Lunenkind als Verbündeter im Rumble, als kein Verbündeter. Oder?

Ashley Stanton: "In Ordnung."

Sie gibt sich Mühe, ihm ein Lächeln zu schenken, was Maximilian Lunenkind mit seinem unwiderstehlichen Psychokiller-Lächeln erwidert.

Ashley Stanton: " Wir arbeiten beim Brawlin' Rumble zusammen."

Begeistert klatscht der GEMA-Mitarbeiter in die Hände und reibt daraufhin grinsend seine Handflächen in Zeitlupe aneinander, so als ob er in einem Rap-Musikvideo gerade das grüne Papier regnen lässt.

Maximilian Lunenkind: "Ausgezeichnet! Das ist die beste Entscheidung deines Lebens! Falls du heute abend nicht noch etwas vor hast, dann könnten wir auch schon mal 'unsere Matchstrategie besprechen'!"

Luni zwinkert Ashley zu und schaut ihr tief in die Augen, doch die ATHENA Championesse kann schnell genug schalten, um in dieser Situation keinen Fehler zu begehen. Sie tut das einzig richtige: Die Beine in die Hand nehmen. Maximilian Lunenkind schaut ihr perplex hinterher, während sie ihm aus dem Lauf noch etwas zuruft.

Ashley Stanton: "Tut mir leid! Ich habe vollkommen vergessen, dass ich noch ein Meeting mit Jona Vark habe! Vielleicht beim nächsten Mal. Sehen uns dann spätestens beim Rumble!"

Eilig verschwindet die junge Frau im nächsten Gang. Der Münchner wartet noch einen kurzen Moment, um sicherzugehen, dass sie ihn nicht mehr hören kann. Dann erfüllt Lunenkinds dämonisches Gelächter den Korridor, wobei seine überdimensionale Zunge dabei wild umherschlabbert. Ein Blitz schlägt im Hintergrund ein, gefolgt von unheimlichem Donnergrollen. Sein Plan ist genial! Sein Plan ist genial und er wird funktionieren! Noch beim Rumble wird er sie davon überzeugen, dass er der ultimative Gentleman ist. Erst wird er diese Gurke Robert Breads aus dem Rumble schmeißen, danach wird er dieser Ashlynn dabei helfen, den Rumble zu gewinnen. Und aus Dank wird sie ihm dann sein Baguette schmieren. Wieder und immer wieder. Die ganze Nacht lang. Vorfreudig lächelnd, setzt er sich seine 300$-Giorgio-Armani-Sonnenbrille auf und zieht ebenfalls von Dannen. Im Wissen, bald wieder DEN TELESKOPSCHLAGSTOCK AUSZUFAHREN.

Mike Garland: „Wie kann sie nur?? Mit dem? Mit dem Typen? Teamen? Ashley Stanton ist gerade in meinem Ranking ganz weit abgestürzt.“

Vincent Craven: „Dieses Zweckbündnis sah mir eher wie Verlegenheit aus. Zumindest von Ashleys Seite aus.“

Mike Garland: „Würde erklären, warum sie am Ende so fluchtartig abzischt.“

Vincent Craven: „Vielleicht ist sie aber auch auf dem Weg zu dir, Mike. Ich meine, wenn Lunenkind Chancen bei ihr hat, dann dürfte sie dich auch nicht im Regen stehen lassen.“

Mike Garland: „Rrrrr.“

Vincent Craven: „Dann könntest auch du noch mal deinen Schirm aufspannen. Du suchst ja auch schon seit läng…“

Mike Garland: „Wir haben es verstanden, Vincent.“


------------------ PCWA ------------------

Schäfchenwolken am Himmel verschleiern den Sonnenuntergang über der Berliner Skyline und ein lauer Wind fegt durch die Straßen. Auf den Ästen, der stolzen Berliner Bäume, sitzen Vöglein und zwitschern ihre Oden an den lauen Sommerabend. Auf einer Wiese tollen einige Kinder umher, treten einen Ball durch die Gegend und jagen ihm dann nach. Auf einer Bank sitzt ein altes Ehepaar und hält schweigend einander die Hand. Es ist ein wunderschöner Abend, praktisch ein Idyll.

Durch den lauen Wind wird ein Luftballon umher geweht und ein kleines Mädchen versucht ihn zu fangen. Sie jagt ihn über eine Wiese, einen Weg entlang, zwischen einigen Bäumen hindurch und direkt zu auf die Tore der Hölle – Das PCWA Theater. Unweit des Eingangs, auf dem Vorplatz zum Vorplatz der Hölle, greift eine zarte Hand nach dem Band, welches an den Ballon gebunden ist, und hält ihn, zur großen Freude des kleinen Mädchens, fest.

Fast wie ein Engel mutet die junge Frau an, welche den Ballon aufhielt. Wie sie einfach da steht, im zarten Abendrot, ihre schwarze locken Mähne tanzt im leichten Wind gemeinsam mit ihrem weißen Sommerkleidchen. Ihre Augen sind braun wie Schokolade, riesengroß und rund. Ihre Lippen sind blutrot, bilden einen wunderschönen Mund. Ihr Lächeln ist dezent, man könnte es fast übersehen, doch so wunderschön, dass man(n) wünscht die Zeit bliebe stehen. Alles in allem sieht sie aus wie ein Traum. Ein Engel, der vom Himmel gestiegen ist und jetzt vor den Toren der Hölle wartet. Was sucht sie nur hier?

Egal, wer sie ist und warum sie ausgerechnet hier, in diesem Moment, an diesem Ort steht, den Ballon, den hat sie jedenfalls gerettet. Sie hockt sich neben das kleine Mädchen und bindet diesem das Band ans Handgelenk, auf dass der Ballon ihr nicht wieder entwischen kann und trotzdem noch mit dem Wind tanzen kann.  Die junge Frau streicht dem Mädchen noch einmal über das goldblonde Haar und flüstert ihr dann etwas in das Ohr. Mit großen Augen und ungläubiger Stimme wiederholt das Mädchen die Worte.

Kleines Mädchen: „Ein neue Sonne wird die Dunkelheit durchschneiden?!“

Die schöne Frau lacht, erhebt sich vom Boden und vergräbt dann ihr bezauberndes Gesicht in ihren Händen. Ihr lachen wird lauter und lauter, verkommt von Freude zu Hysterie... dann rennt sie einfach los. Aus der ferne klingt ihre Stimme durch den Wind.

Schöne Frau: „Die Sonne wird kommen!“



------------------ PCWA ------------------

Mein Name ist Mara Johari.

Gebannt verfolge ich die Show. Fast hatte ich vergessen, wie viel größer hier in der Phoenix Crossover Wrestling Associaton alles ist als bei den Berlin Wrestling Heroes. Lichteffekte, Pyrotechnik, die perfekte Inszenierung. Insbesondere die Kämpfe der Damen faszinierten mich. Sie waren so selbstbewusst, so wunderschön anzusehen und doch so zerbrechlich. Ich weiß, dass ich jede einzelne von ihnen besiegen könnte, aber musste vorsichtig sein. Dies ist kein schummriger Hinterhof, hier verkauft man Illusionen. Hier bestreitet man Kämpfe und ist Entertainer zugleich.  Die Massen wollen unterhalten werden und wenn dabei etwas Blut fließt, dann umso besser. Aber nicht bei den Damen, denn die haben in erster Linie gut auszusehen. Manche Dinge ändern sich nie.

Aber mein großer Tag ist noch nicht gekommen.
Und so beobachte ich und lerne, mich an die Umgebung zu gewöhnen. Präge mir die Stärken und auch Schwächen der Kontrahenten im Ring ein, denn schon in einem Monat könnten sie auch meine Gegner sein. Eine gute Vorbereitung ist der erste Schritt zum Sieg. Im Kopf lege ich mir kleine Notizen zurecht, um sie bei Bedarf abrufen zu können.

Osada: Agiert passiv und lauert auf ihre Chancen.
Bleed: Ungestüm, keine fundierte Ausbildung.
Chengzho: Saubere Moves, aber sehr unflexibel.
Stanton: Enthusiastisch. Zu enthusiastisch.

Ob eine von ihnen überhaupt am Rumble teilnehmen wird?

Ich wende den Kopf, als sich eine Person auf den freien Platz neben mir setzt. Sofort huscht ein Lächeln über mein Gesicht. Das Leben in einer fremden Stadt, in einem fremden Land ist vor allem eines: Einsam. Auch wenn ich Jackson gehasst habe, so war er doch so etwas wie eine Konstante in meinem Leben. Eine widerliche Konstante, aber wenigstens ein vertrautes Gesicht. Jemand, den man einschätzen konnte.

Als die Person neben mir den Kopf wendet, erkenne ich auch ihr Lächeln. So wie am ersten Tag, als wir beide uns das erste Mal begegnet sind. Ich erinnere mich noch genau an diesen Tag. Ich trainierte damals in Marc Stevens‘ Wrestling-Schule, als dieser wunderbare Mensch auf einmal in die Halle kam. Unsere Blicke streiften sich und von diesem Moment an spürte ich mich vielleicht zum ersten Mal in meinem Leben geborgen.

Kennt ihr dieses Gefühl? Wisst ihr, wie es sich anfühlt, Schmetterlinge im Bauch zu haben? Ich glaubte früher nicht, jemals solche Emotionen empfinden zu können. Dass es noch etwas anderes geben kann als Hass und Verachtung. Gemeinsam sind wir stark und können alles erreichen.

Ich greife nach ihrem Arm und berühre ihre Haut. Ich rutsche an ihr herunter, suche ihre Finger, und mein Blick stößt auf ihren Mund. Ein schlauer lebendiger Mund mit anmutig geformten Lippen.

"Meine Hübsche, Du wirst beim Brawlin' Rumble erstrahlen. In Dir steckt mehr als die Augen der anderen sehen. Du weißt, sonst wäre ich nicht hier bei Dir. Mara, mein unberechenbares Wunder."

Ihr selbstbewusstes Lächeln entzündet wieder dieses Feuer in mir. Wo ich einst immer frohr. Ein Feuer, das aus mir herausbrechen will...

Ihr Name ist Sushi.


Vincent Craven: „Sushi ist zurück und scheint mit Mara Johari eine Art Team zu bilden, wenn ich das richtig verstehe.“

Mike Garland: „Zumindest für den Rumble, so wie es Sushi andeutet.“

Vincent Craven: „Eine interessante Konstellation, wenn du mich fragst. Mal sehen, was die beiden so zusammen zustande bringen.“


------------------ PCWA ------------------

Seit einem Monat hat sie sich in diesem Hotelzimmer irgendwo in Berlin-Neukölln verscharrt. Der Streit mit ihrem Bruder ist eskaliert. Was an Vendetta 102 passiert ist, das war nicht wieder umzukehren, zumindest nicht für sie. Einer Phase des Weinens folgte eine Phase des Zorns, folgte eine weitere Phase der Tränen, bis Abelia endlich wusste, was sie tun wollte.

Ihre Hand greift zum altmodischen Telefonhörer.

 

Wenige Stunden nach ihrem Telefonat erreicht Abelia das Phoenix Center. Sie trägt eine Sonnenbrille und, ganz untypisch für die Kubanerin, eine Jeans und T-Shirt, alles Vorsichtsmaßnahmen, um nicht entdeckt zu werden. Ganz vorsichtig kämpft sie sich ihren Weg durch zur Kabine ihres Bruders. Dort angekommen, atmet sie tief durch und klopft an der Tür. Es dauert einige Zeit, da öffnet ihr Bruder die Tür. Er trägt bereits sein Ringoutfit und sein Blick verrät nicht, ob er erstaunt, wütend, glücklich oder traurig ist, seine Schwester zu sehen. Ohne etwas zu sagen dreht er sich wieder um und setzt sich zurück auf seinen Ledersessel.

Abelia folgt ihm und setzt sich auf den Tisch daneben. Ihre rechte Hand fährt durch seine dunkelblonden Haare und sie lächelt. Lässt Blaze es einfach geschehen oder genießt er die Nähe zu seiner Schwester? Abelia kann es selbst nicht deuten.

Abelia: "Es tut mir leid."

Blaze erinnert sich an die bösen Worte, die er heute auch gegen seine Schwester verloren hat. Nachdem sie ihm einen Monat den Rücken gekehrt hat, und nach ihren unmissverständlichen Worten während ihrem kamerafernen Streit in der letzten Show, hatte der Kubaner sie bereits aufgegeben, hatte sich gegen Familie und für seinen Traum entschieden, heute erneut nach dem Gerasy zu greifen.

Abelia: "Ich weiß, ich darf deinem Traum nicht im Weg stehen. Ich verstehe es jetzt. Bitte glaube mir, ich will doch nur meinen Bruder zurück."

Während sie spricht, berührt sie Blaze' Wange.

Abelia: "Sag doch etwas!"

Ein langes Schweigen folgt. Eindringlich mustert er seine Schwester, kann ihr kein Wort glauben, aber bringt es auch nicht übers Herz, sie rauszuwerfen. Denkt einen Gedanken über sein Gerasymatch nach, driftet über zu seiner Schwester und dann wieder zurück zu Alistair und dem Gerasy. Nach einer endlos erscheinenden Wartezeit, zumindest für Abelia endlos, fasst er seine Gedanken endlich in Worte.

Blaze: "Ich habe gleich mein Match um den Gerasy und ich werde es dir nicht erlauben, mich noch einmal abzulenken von dem, was mein Leben, Traum und mein Job ist. Wenn du glaubst, dass du hier einfach wieder auftauchen kannst und schon ist alles wieder gut, liegst du falsch."

Sie unterbricht ihn.

Abelia: "Das weiß ich doch!"

Nähesuchend presst sie ihre Wange an seine. Die Mauer in seinem Herzen bröckelt. Seine Stimme wird zutraulicher und leiser.

Blaze: "Lass mich aussprechen..."

Er räuspert sich.

Blaze: "Wenn ich meinen Ansprüchen an mich selbst gerecht werden will, wenn ich allen beweisen will, dass es nicht nur leere Worte sind, die meinen Mund verlassen, dann muss ich dir vergeben. Nicht einmal vergeben, aber ich muss dich wieder aufnehmen... meine Schwester, meine Familie, mein Blut."

Ihre Hände umschließen seinen Kopf. Sie drückt ihren Bruder fest an sich.

Blaze: "Also bleib hier, bleib hier... bleib hier, Schwester."

Ganz offensichtlich hatte sie nicht vor zu gehen. Der Kubaner selbst umarmt seine Schwester jetzt zurück, löst dann ganz sanft den Griff um sich und steht auf.

Blaze: "Ich muss mich jetzt auf mein Match konzentrieren, auf den Gerasy und Alistair. Versteh, dass das gerade nur geht, wenn ich allein bin."

Abelia nickt eifrig und unterwürfig lächelnd. Blaze erwidert das Nicken weniger euphorisch, aber er merkt, wie ihre süße Art ihn einzulullen beginnt und er das liebevolle Wesen in seiner Schwester innerlich wiederentdeckt. Er würde sie so unendlich gern verdammen und damit den einfachen Weg gehen, aber in seinen Augen muss er den schweren gehen und Verantwortung für sein Blut übernehmen. Alles andere wäre heuchlerisch und würde seiner nicht gerecht. Bevor er die Kabine verlässt, drückt Blaze Abelia noch einen Kuss auf die Wange, den sie liebevoll erwidert, dann dreht er sich endgültig zur Tür, öffnet sie und überschreitet die Schwelle nach außen.

Nur ein Gedanke bleibt ihm jetzt noch erhalten.

Gerasy.

 

Einige Stunden früher greift jemand in seine Hosentasche und geht ans Handy. Eine weibliche Stimme meldet sich. Einige Minuten später ist das Gespräch beendet. Seine vorher ausdruckslose Mimik hat sich zu einem Grinsen verwandelt, das sonst nicht einmal hundert Katzenbabys, die lebend in einen Mähdrescher geworfen würden, bei ihm auslösen könnten. Bald wird sein Kunstwerk vollendet sein.

Abelia greift währenddessen nach dem Zimmerschlüssel neben dem Telefon, steht auf, öffnet die Tür, übertritt die Schwelle nach außen und knallt sie zu.

Zurück bleibt das Echo des Knalls.

Mike Garland: „Wieso vergibt er ihr?“

Vincent Craven: „Sie ist sein eigen Fleisch und Blut. Sie ist seine Schwester und sie hat sich entschuldigt. Das ist alles, was zählt.“

Mike Garland: „Sie hat ihn hintergangen. Daher sollte sie doch erstmal ein paar Beweise anschaffen, dass sie noch zu ihm steht, bevor er ihr vergibt.“

Vincent Craven: „Es soll Menschen geben, für die das gesprochene Wort noch ausreichend ist, Mike. Blaze ist so ein Mensch.“

Mike Garland: „Aber ist es Abelia auch?“

Vincent Craven: „Davon müssen Blaze ebenso wie wir wohl ausgehen.“


------------------ PCWA ------------------

Vincent Craven: „Ich glaube es nicht! DIEGO ORTEGA wird beim zehnten Rumble dabei sein!“

Mike Garland: „Muss er es auch unter die letzten vier schaffen?“

Vincent Craven: „Vermutlich ist er gewissenhaft genug, um zu wissen, dass er nur bei dieser Show antreten sollte. Er muss nur noch einmal die alte Zeit hochleben lassen, nicht auf ewig…“

Mike Garland: „Na ja… natürlich gehört er zur PCWA Geschichte und das ist eine tolle Ankündigung.“

Vincent Craven: „Schade nur, dass dieser Auftritt von Ortega mit dem letzten des anderen Diegos zusammenfallen könnte. Ich würde die beiden beim Rumble noch mal gerne zusammen sehen.“

Mike Garland: „Nach dieser Ankündigung hier durchaus im Bereich des Möglichen...“


------------------ PCWA ------------------

O Fortuna wird eingespielt, das Licht der Halle ein wenig abgedunkelt. An der Rampe kommt Bewegung auf, einen Moment später betritt Raffael Schneider, der Manager von Rolan, das Geschehen, gekleidet in schwarze Schuhe, blaue Jeans und schwarzes Jackett, verkleidet mit dunkler Sonnenbrille, geziert mit einem arroganten Lächeln, und bewaffnet mit Mikrofon und Stoffbeutel.

Schneider hält kurz inne und betrachtet die sich ihm bietende Atmosphäre, dann schließt er die Augen und lässt die Hymne auf sich wirken. Eine gefühlte Ewigkeit später geht’s zum Ring.

Mike Garland: „Raffael Schneider mit Mikrofon und Stoffbeutel.“

Vincent Craven: „Und ohne seinen Schützling.“

Mike Garland: „Schaut ein wenig aus, als wäre er einkaufen gewesen. Was er wohl in dem Beutel hat?“

Vincent Craven: „Hmm, Möhren vielleicht?“

Schneider, mit Spitznamen Raffa, klettert nun unter dem obersten Seil hindurch in den Ring, schlendert zur Ringmitte, legt den Stoffbeutel dort ab und schaut, auf der Stelle verharrend, erneut in die Zuschauermassen. Was er zu sehen bekommt, ist keineswegs ungeteilte Aufmerksamkeit, sondern Fans, die sich angeregt miteinander über die bisherigen Showerlebnisse unterhalten. Fans, die ihren Kindern was zu futtern organisieren. Fans, die, hysterisch Transparente hochhaltend, den Namen ihres Lieblingsakteurs in die Halle brüllen. Und auch Fans, denen die Show einfach zu langweilig erscheint und die kieferknackend vor sich hin gähnen. Alles in allem eine mehr oder minder lautstarke und unruhige Kulisse.

Mike Garland: „Mir scheint, dem Schneider geht die Aufmerksamkeit seines Publikums etwas ab.“

Vincent Craven: „Ach, so ein Mikrofon wird das schon richten. Vorausgesetzt Raffael Schneider wird sich daran erinnern, dass er eines in der Hand trägt.“

Als hätte der Angesprochene dies gehört, wandert dessen Mikrofon an die Lippen.

Raffa: „Guten Abend!“

Erwartungsvoll schaut Schneider wieder ins Rund. Doch an dem Verhalten des Publikums hat sich nichts geändert, vollkommene Missachtung schlägt ihm entgegen. Einzig, aus einer der vorderen Reihen kommt ein gebrülltes „ROBERT, MACH MIR ENDLICH EIN KIIIIIND!“

Der recht gequält klingende Ausruf zieht die Aufmerksamkeit von Schneider auf sich. Was er zu sehen bekommt, ist eine hässliche Frau in echt düsteren Klamotten und einer abartigen Gesichtsbemalung. Mit purem Entsetzen in den Gesichtszügen, macht Schneider unwillkürlich einen Satz nach hinten, und ein angewiderte „Uuh“ geht über das Mikrofon in die Halle. Sichtlich schaudernd, löst er den Blick von der gruseligen Erscheinung und konzentriert sich wieder auf das Wesentliche. Die Mundwinkel wandern nach unten...

Raffa: „EEEEEEEEYYYYYH! IHR VERSOFFENENNN SCHISSEEEER!!

Schlagartige Ruhe in der Halle. Tausende Augenpaare folgen dem zornigen Ausruf und richten den Blick auf den Ring, auf einen Mann mit Stoffbeutel, Mikrofon und nunmehr zufriedenem Gesichtsausdruck.

Raffa: „Na geht doch!“

Seitens der Kommentatoren gibt es ein Schmunzeln.

Mike Garland: „Genau...“

Vincent Craven: „..so macht man das!“

Im Ring hat sich Schneider wieder zentral positioniert.

Raffa: „In einer zivilisierten Gesellschaft erwartet man, dass, wenn man jemandem einen Guten Abend wünscht, man eine höfliche Erwiderung erfährt.“

Vorwurfsvoller Blick in die Halle.

Raffa: „Aber das ist bei euch offensichtlich zu viel verlangt.“

Aufkommende Buh´s und „You sucks!“ - Rufe machen die Runde. Schneider lässt sich davon nicht beirren.

Raffa: „Nachdem ich bei der letzten Vendetta..leider.. nicht zugegen sein konnte, möchte ich nun die Chance nutzen und mich bei euch bedanken. Hier und jetzt! Für das, was ihr Rolan und mir bei Vendetta 101 gegeben habt.“

Schneider gewährt sich eine kurze Pause, damit die Ankündigung ihre Wirkung entfalten kann. Dann hebt er den linken Zeigenfinger und wedelt diesen verneinend hin und her.

Raffa: „NEIN... ich meine damit NICHT eure vermeintliche Unterstützung im Kampf gegen Styles und Kwabena, ihr Nullen. Die war sowieso für´n Arsch!“

Mike Garland: „Häh?“

Vincent Craven: „Psst..“

Raffa: „Ich meine das, was ihr uns, oder besser gesagt, meinem Schützling, MITgegeben habt.“

Mike Garland: „What?!“

Vincent Craven: „Psst..“

Doch das „Psst!“ hätte sich Craven auch sparen können, versteht man aufgrund der lautstarken Pfiffe und „Halt Dein MAUL!“ - Chants der Zuschauer sowieso kaum noch ein Wort. Schneider sieht´s offensichtlich gelassen. Der Blick wandert zum im Ringzentrum abgelegten Stoffbeutel, ein fieses Grinsen umspielt seine Lippen.

Raffa: „Fass diese Freaks nicht an! Fass sie bloß nicht an! Ja, das habe ich Rolan vor seinem Kampf gesagt. Ich habe ihn gewarnt. Ich habe ihm gesagt, dass es gefährlich ist, mit Idioten wie euch auf Tuchfühlung zu gehen! Aber neeeiiinn, der Kerl musste ja bei euch abklatschen und Hände schütteln.“

Wie zur Unterstützung, erscheinen auf dem großen Bildschirm Szenen von Rolans Einzug zu seinem Match gegen P.D. Styles und Jacob Kwabena. Sie zeigen einen Mann, der lächelnd entgegen gestreckte Hände abklatscht und Hände schüttelt.

Raffa: „Und wie habt ihr ihm seine Freundlichkeit, sein Vertrauen in euch gedankt? NA?!“

Ein Bierbecher landet neben Schneiders Füßen, die Flüssigkeit über die Matte verspritzend. Schneider antwortet mit einem zackig rausgebrachten Stinkefinger der Linken.

Raffa: „Ihr habt ihn über eure Berührungen ANGESTECKT! MIT EUREM SCHEISS-VIRUS! JAWOLL!“

Vincent Craven: „Alle Achtung, der Mann versteht es, die Leute auf seine Seite zu ziehen.“

Mike Garland: „Was? Welcher Virus? Ich bin nicht krank!“

Aggressiv nickend, zieht Schneider seine Bahnen im Ring, von links nach rechts und zurück. Aus dem vorderen Bereich der Fans kommt erneut ein weinerlich ausgerufenes „ROOOBEEEERT, UHHUHUHU....“

Raffael stoppt sein Bahnen-ziehen und schaut das vorhin schon negativ aufgefallene Gruselkabinett an.

Raffa: „Hältst du jetzt endlich dein Maul, Frau? Oder sehe ich etwa aus wieder dieser Robert-Futzie?!“

Brutal stiert er die Frau nieder, die nun ihrerseits das Gesicht in den Händen vergräbt, offenbar einfach nur noch maßlos enttäuscht über ihre Situation. Von den Fans kommt derweil geistig wertvoller Sing-Sang.

Fans: „DUU BIIIST EIN AHAAARSCH....“

Raffa macht mit der Linken eine herrische Geste, versucht den Lärm einzudämmen.

Raffa: „WOCHENLANG...w-o-c-h-e-n-l-a-n-g... lag mein Schützling, der arme Kerl, nach seinen Vendetta-Kampf, sich dank eures Magen-Darm-Virus´ die Seele aus dem Leib kotzend und scheissend, herum, nicht fähig, auch nur an etwas anderes zu denken als an Scheisse und Kotze. Scheisse und Kotze! An EUCH! Die Ihr ihn infiziert habt mit eurem Getatsche, mit euren verfaulten Griffeln!“

Fans: „HAU-AB! HAU-AB! HAU-AB! HAU-AB!....“

Raffa: „DER MANN HAT DIE TEILNAHME AN DER PRESTIGE CHALLENGE VERPASST! EINEM KAMPF, DEN ER GEWONNEN HÄTTE, IHR MISSGEBURTEN!“

Trotz Mikro geht hier ohne Schreien offensichtlich nichts mehr. Die Halle ist genervt, sie tobt.

Raffa: „ABER WAS DAS SCHLIMMSTE IST: ICH WAR ZUM NICHTSTUN VERDAMMT! KEIN MATCH BEI VENDETTA 102, KEIN MATCH AM HEUTIGEN ABEND! WEGEN EUCH! WOZU BIN ICH MANAGER EINES WRESTLERS?! UM KLO´S ZU SCHRUBBEN? MIR IST VERDAMMT LANGWEILIG! DIE PCWA IST LANGWEILIG! SIE STINKT! IHR STINKT!“

Schneider lässt das Mikrofon sinken, schnauft sichtbar durch und versucht offensichtlich, sich wieder unter Kontrolle zu bringen. Dann hebt er erneut den Zeigefinger zu einem Achtungszeichen.

Mike Garland: „Aggro-Schneider geht nun zum Stoffbeutel, der noch immer in der Mitte des Rings liegt..“

Dort geht der Mann in die Hocke, breitet den Beutel etwas aus, sodass dessen Öffnung relativ groß ausfällt. Eine Kehrschaufel sowie eine in Klarsichtfolie eingepackte, leicht bräunliche Masse kommt zum Vorschein. Schneider schneidet die durchsichtige Folie mittels eines Taschenmessers auf und entlässt ein paar miteingepackte Fliegen in die Freiheit. Eine der über dem Ring angebrachten Kameras bringt das ganze zudem auf den großen Bildschirm.

Vincent Craven: „Was-ist-DAS?“

Mike: „Sieht aus wie.. nee...Äh, geh doch mal hin und riech dran, Vincent!“

Vincent Craven: „Mach das doch selbst!“

Der nunmehr völlig ungern gesehene Gast der Halle nimmt die Kehrschaufel in die Hand, gräbt in der braunen Masser herum, zieht dann aber ruckartig den Kopf ein, um einem aus den Augenwinkeln bemerkten Schuh-Geschoss auszuweichen, das ein erboster Fan wohl nicht mehr braucht. Polternd kommt der Schuh unweit von Schneider im Ring auf und bleibt liegen. Schneider lädt nun erneut einen Teil der braunen Masse auf die Schaufel und erhebt sich dann, das Mikro in der Rechten, die beladene Schaufel in der Linken. Den liegen gebliebenen Schuh kickt er lässig aus dem Ring.

Raffa: „Und...“

Die Halle tobt und tobt und tobt...

Raffa: „UND WEIL MIR SOOOO LANGWEILIG IST – DANK EUCH - HABE ICH KEINE MÜHEN GESCHEUT UND BIN STUNDENLANG AN WEGESRÄNDERN UND AUF WIESEN UNTERWEGS GEWESEN . UND SO BRINGE ICH EUCH ZURÜCK, WAS IHR ROLAN UND MIR GEGEBEN HABT! GEQUIRLTE SCHEISSE!“

Schlagartig nimmt die Lautstärke ab. Fäkalien auf nem Bildschirm, das kann lustig sein. Fäkalien auf ner Kehrschaufel, gebündelt mit dem Verhalten eines Irren? Eher weniger. Vermutungen bringen irritierte Gesichter zu Tage, Rätselraten mit dem Nachbarn ist die Folge. „Der wird doch nicht wirklich?“ ist vielerlei auf den Gesichtszügen abzulesen. Raffaels Gesichtsausdruck hingegen spiegelt puren Triumph und Gehässigkeit wider. Doch, der wird!

Raffa: „Jahaa.. genau...“

Bewegung kommt ins Publikum. Wer verstanden hat, was Raffael Schneider hier tatsächlich bereit ist zu tun, verlässt zögerlich seinen Platz und begibt sich aus der Gefahrenzone. Hier und da kann man auch ganz abgebrühte Exemplare sehen, die einfach nur einen Regenschirm aufspannen. Den beiden Kommentatoren stehen Entsetzen und Unglauben ins Gesicht geschrieben.

Vincent Craven: „Das macht der nicht. Niemals.“

Mike Garland: „Ist das wirklich... Also ich mach mich vom Acker. Ehrlich..“

Nur einen Augenblick später ist Mike Garland bereits ein paar Meter vom Kommentatorenpult entfernt, während sich Vincent Craven hektisch umschaut. Im Ring stolziert der Schneider etwas näher zum Seil, legt in einem arg fiesen Grinsen die Zähne frei und holt mit der Linken aus. Gekreische ist die Reaktion des Publikums...

Raffa: „AAAAACHTUNG! ICH SCHEISS AUF EUCH! IHR HACKFR..“

Eine Hand umschließt von hinten Schneiders Handgelenk, und die gefürchtete Fäkalienschleuder kommt nicht zum Zuge. Verdutzt dreht sich Raffa um und schaut in das Antlitz eines Maskierten.

Vincent Craven: „Rolan! Mike? MIKE!“

Der kommt genau in diesem Augenblick zum Pult zurück. Im Ring stehen sich nun Manager und Schützling gegenüber, wortlos, mit starrem Blick.

Mike Garland: „Wo kommt der denn her? Was geht da vor sich?“

Vincent Craven: „Ich glaube, Rolan versucht hier das Schlimmste zu verhindern.“

Mike Garland: „Oder auch nicht. Vielleicht will er ja die Schaufel haben, um sie selbst zu schleudern.“

Das Publikum ist ebenso zweigeteilter Meinung wie die beiden Kommentatoren. Rolan-Rufe setzen nun ein, erst vereinzelt, dann aufgenommen von immer mehr Kehlen. In der Hoffnung, dass der Wrestler hier das Richtige tun wird. Und in der Tat schüttelt Rolan, den Blick noch immer auf Schneider geheftet, den Kopf. Ein bejubelndes Kreischen geht durch die Halle. Hier und da sieht man auch aufgebrachte Menschen, die ihre Agression mit wutverzerrtem Gesicht rauslassen. Deren Lippen unter anderem immer wieder das Wort „Schneider“ formen. Aber der Jubel überwiegt und hält sich.

Vincent Craven: „Beide stehen noch immer im Ring in einem wahren Stare Down, in einem stumm ausgetragenen Konflikt!“

Mike Garland: „Schneiders Hand öffnet sich, die Schaufel fällt auf den Ringboden! Uh, ich mach das nicht weg!“

Nur einen kurzen Moment noch hält Marcos „Rolan“ Martinez, begleitet von Anfeuerungsrufen, mit verstärktem Druck das Handgelenk seines Managers, dann lässt er los. Schneider nutzt dies sofort und geht mittels der, zwischen beiden entwickelten, eigentümlichen Zeichensprache auf Rolan los. Der schüttelt abermals den maskierten Kopf, gestikuliert nun ebenfalls mit den Händen. Für den Zuschauer, der Kommunikation im Ring eigentlich über das Mikrofon gewohnt ist, durchaus eine merkwürdige Situation.

Mike Garland: „Was auch immer die beiden da bereden, Rolan scheint die Oberhand zu behalten!“

Vincent Craven: „Naja, angesichts der deutlich physischen Unterschiede der beiden wird sich sein Manager wohl sehr stark hüten, die Konfrontation eskalieren zu lassen.“

Und wie zur Bestätigung lässt Raffael Schneider nun auch das Mikrofon fallen. Ein letzter, lang gezogener Blick zu seinem Schützling, dann dreht er sich an Ort und Stelle um, klettert aus dem Ring und stapft wutentbrannt, von zahllos geworfenen Bechern und Lebensmitteln begleitet, davon.

Mike Garland: „Was für ein beschissenes Erlebnis das wohl hätte werden können...“

Sein Kollege bricht in schallendes Gelächter aus. Im Ring stehend, unweit der noch immer brach liegenden Portion Hundefäkalien, dreht sich Rolan um die eigene Achse, betrachtet seine Umgebung. Es wird ruhiger. Augenblicke vergehen. Dann hebt der Mann beide Arme über den Kopf und formt mit den Fingern ein Herz, sich dabei weiter um die eigene Achse drehend. Ein Bild, das auch über den großen Bildschirm ausgestrahlt wird. Jubel brandet erneut auf. Unzählige Male wird die Geste von den Rängen zurückgeworfen, Rolan-Rufe machen die Runde.

Vincent Craven: „Ein relativer Neuling der PCWA gewinnt mit einer einzigen Aktion unzählige Herzen.“

Mike Garland: „Den armen Mike und seine Garlander mit Scheiße bewerfen zu wollen! Ich glaube, ich werde mal meinen Anwalt anrufen müssen...“

Noch immer dreht sich Martinez im Ring um die eigene Achse und verkündet seine Botschaft, tausendfach reflektiert. Dann, schließlich, slidet er aus dem Ring und macht sich daran, die vielfach entgegen gestreckten Hände abzuklatschen. So dreht er seine Runde um den Ring.

Mike Garland: „Müssen wir jetzt davon ausgehen, dass er ab morgen wieder kotzen wird?“

Vincent Craven: „Naja, er trägt ja Handschuhe.“

Ein Grinsen wird ausgetauscht, dann dem Rolan zugeschaut, wie der sich zur Rampe begibt und im Backstagebereich verschwindet.


------------------ PCWA ------------------

Azrael Rage

… steht auf dem Namensschild neben der Tür im Backstage-Bereich, die gerade aufgerissen wird. Alistair Brunswick ist auf seinem persönlichem Rachefeldzug und bei diesem darf natürlich auch der werte Herr Schwiegervater nicht fehlen. Und tatsächlich trifft der sonnengebräunte Kalifornier mit dem blitzblanken Gürtel um die Hüften auf genau diesen.

Er war selber gerade erst zurückgekommen in seine Kabine… vorher war er einfach umher geirrt – hatte mit dem Gedanken gespielt in seiner Wut die Himmelsbar von Alistair und seinen lustigen Spießgesellen zu vernichten. Aber das wäre kontraproduktiv. Das würde sie wieder einen gegen ihn, gegen den Einen, den Keinen, Azrael Rage, zusammenrotten.

Ohne Eri wirkt es hier leer und trostlos. Der Kuss mit Bleed hat sie offenbar doch gestört, oder warum ist sie nicht hier? Scheiße… Die Mauer steht gegen ihn. Sie bewacht das Gold und König Alistair kann in ihr stolzieren und herrschen, wie er will. Das System PCWA, dieses Mal in Form dieser Fotze Jona, hat mal wieder gezeigt, dass es Azrael Rage nicht will. Nicht als Teil der Liga, nicht als Teil von etwas Wichtigem und schon gar nicht als Undisputed Gerasy. Wie immer liegt alles im Argen und wie immer steht der Rumble vor der Tür… Rage möchte niemanden sehen. Damit ist es wohl hervorragendes Timing, dass nun jemand durch die Tür tritt. Er rollt die Augen. Scheiß Alistair… es ist immer dieser scheiß Alistair Fuckin’ Brunswick!

Alistair tritt furchtlos auf ihn zu. Bei genauem Hinsehen erkennt man allerdings das leichte Humpeln, das ihn schon den ganzen Abend lang begleitet. Theatralisch breitet er die Arme aus, so als wolle er ihn umarmen.

Alistair: „Papa!“

Sofort Reaktion von Rage, der seinen Schwiegersohn ein paar Schritte wegschubst.

Azrael Rage: „Nenn Mich nicht so und komm Mir nicht zu nah, Du Hodenschlemmer!“

Er blickt auf die Bewegung von Alistair. So ohne Wirkung wie Alis es der Welt weißmachen will, war der Angriff letzte Vendetta wohl doch nicht. Mit dem linken Zeigefinger zeigt der gefallene Gott auf die Beine von Brunswick.

Azrael Rage: „Ich sehe, Du hast Dich zumindest etwas wieder erholt? Hast Du Eri auch eine Dankeskarte geschrieben, dafür das sie Deinen jämmerlichen Arsch aus Meinen göttlichen Klauen gerettet hat?“

Unvermittelt bleibt Alistair stehen. Seine Finger streichen übertrieben deutlich über den Gerasy Title.

Alistair: „Warum denn so unfreundlich? Die kleine Asiamaus fehlt dir und nun bist du schlecht gelaunt? In der letzten Show warst du noch so versessen darauf, mir nahe zu sein, dass du mich sogar direkt nach meinem Match im Ring… besucht hast. Da dachte ich mir: Eine kleine Stippvisite bei dem alten Herrn kann nicht schaden. Und ich… oh, verdammt.“

Er verzieht das Gesicht und fasst sich an die Stirn.

Alistair: „Ich habe das Gastgeschenk vergessen. Weißt du, das einzige, was ich dabei habe, ist dieses kleine Baby hier…“

Er löst den Titelgürtel von seiner Hüfte und schwenkt ihn direkt vor Azraels Gesicht. Dann aber zieht er ihn mit einem Ruck weg.

Alistair: „Aber weißt du: Das ist kein geeignetes Geschenk für dich. Ich weiß, du hast diesen Titel früher einmal besessen, aber die Zeiten haben sich geändert. Dieser Belt ist die Auszeichnung für den besten Wrestler hier und nicht für alternde Greise wie dich. Das sieht Jona ja genau so."

Er grinst Azrael breit an.

Genervt ist hingegen der Gesichtsausdruck von Rage.

Azrael Rage: „Du meinst der beste Wrestler, der nicht einmal in der Lage war…“

Vorzeichen mit den Fingern…

Azrael Rage: „… den alten Mann…“

Er hasst es sich so zu nennen, aber was soll man machen? Es dient der Situation.

Azrael Rage: „… der Dein Vorgänger war fair zu schlagen? Aber die Ansprüche für den Main Event haben sich eh wieder sehr verkleinert, oder wie kommt Blaze zu einem Titelmatch?“

Langsam sieht Rage zu, wie er selber vor seiner Brust die Faust ballt.

Azrael Rage: „Aber genug Smalltalk. Kommen Wir zum Wesentlichen, denn Du Arschficker bettelst ja schon wieder um mehr Schläge. Masochistisch, wie? Also welcher Knochen darf es heute sein? Welches Organ darf heute bluten, Jungchen?“

Wieder einmal lügt Azrael Rage wie gedruckt. Weder fühlt er sich in der Lage, noch hat er die Lust, aus Alistair die Scheiße rauszuprügeln. Am liebsten würde er ein Loch graben und darin stehen, bis er versinkt. Wie sollte er die PCWA aufhalten? Vor allem, wie kann er es? Wenn er nicht an sich glaubt, wer sollte dann noch an ihn glauben? Dennoch muss er diese Schmierenkomödie aufrecht erhalten… Es könnte seine letzte Gelegenheit zum Schauspielern sein.

Azrael tritt mit drohend erhobenen Fäusten auf Alistair zu. Der aber bleibt ganz locker stehen.

Alistair: „Tzt. Aber nicht doch, Pops. Du wirst mich nicht schlagen.“

Azrael hält inne. Eigentlich war dieser Einwand klar, aber um Brunswick in Sicherheit zu wiegen, muss er weiterhin das stumpfe und dumme Monster spielen… Zudem könnte er Alistairs Spiel sabotieren… aber dazu später mehr.

Azrael Rage: „Sicher, Arschloch?“

Alistair: „Ich kenne dich zu gut. In nicht einmal einer Stunde soll ich da raus gehen und meinen zweitwertvollsten Besitz…“

Er klopft erneut kurz auf den Title Belt.
Der ihm fast so wichtig wie die Atomrakete ist, die zwischen seinen Schenkeln baumelt.

Alistair: „… gegen Blaze aufs Spiel setzen. Den ich übrigens heute auch schon besucht habe. Und in einer Sache bin ich mir verdammt sicher: Du kannst den Kubaner auf den Tod nicht ausstehen. Mich möglicherweise zu schwächen würde bedeuten, ihm vielleicht den Titel zuzuschanzen. Wie wäre das? Blaze gegen Dalmi beim Rumble um den Gerasy Title, während unser Match irgendwo in der Midcard als Pinkelpause für die Fans dient? Puff – so schnell wären deine Träume geplatzt und damit in deinem Alter auch die vermutlich letzte Chance auf das ganz große Spotlight bei der größten Show dieses ganzen gottverdammten Business'. Falls ich mich täusche und es anders ist: Los, schlag mich!“

Gespieltes, schallendes Gelächter.

Azrael Rage: „Was? Das ist Dein großes Argument? Bist Du sicher, dass Du nichts anderes hast oder vortragen willst?“

Alistair legt die Arme ineinander und den Kopf etwas zurück.

Alistair: „Ich möchte, dass du mich so hart schlägst wie du kannst. Verpass mir eine Final Sin Lariat und gib mir damit den Rest! Und du wirst nie wieder eine Chance auf den Gerasy bekommen!“

Azrael Rage: „Oder Ich könnte einfach hier und jetzt mit Deinem abgerissenen Schwanz die Wände rot streichen und Du könntest gar nicht gegen Blaze antreten, weil Du bei Doc Häuser zu Gast wärst… zum Rumble spritzt der Dich schon wieder fit.“

Wütendes Ausspucken.

Azrael Rage: „Da Ich allerdings Blaze fast genauso gerne versagen sehe, wie Dich in einer Lache aus Blut und Exkrementen, lasse Ich Dich heute. Also verpiss Dich. Du hattest Deinen Spaß – Wir sehen Uns beim Rumble, Du Arschwichser! Da wirst Du leiden. Nun raus hier. Wir sind fertig!“

Alistair entspannt sich wieder und zuckt mit den Schultern.

Alistair: „Oh, ich bin noch nicht fertig. Weißt du, Azrael, ich werde das Match heute genießen. Ich kann eigentlich gar nicht verlieren. Natürlich werde ich Blaze besiegen, daran habe ich keinerlei  Zweifel. Aber selbst wenn der Fall eintreten sollte, dass er einen Pinfall ansetzen kann… so bin ich mir doch sehr sicher, dass ein Mann ihn verhindern wird. Und dieser Mann bist du, Azrael. Ist es nicht herrlich, einen Papa zu haben, der sich so liebevoll um einen kümmert?“

Die Fäuste von Rage ballen sich schon wieder.

Azrael Rage: „NENN MICH NICHT SO! ICH BIN NICHT MIT DIR VERWANDT!“

Alistair: "Habe ich einen wunden Punkt erwischt? Ist scheiße, auf seine Vaterrolle angesprochen zu werden, wenn man vor einem Monat von der eigenen Tochter für immer verlassen wurde. Du hast sicherlich gesehen, dass sie auch zu mir gekommen ist und mir ein unmoralisches Angebot gemacht hat. Ich sollte den Gerasy sausen lassen und mit ihr zusammen gehen. Gott, für einen Moment habe ich tatsächlich überlegt, auf ihr Angebot einzugehen. Dann aber wurde mir eines bewusst: Was, wenn du dahinter steckst? Verdammt, wie sollte ich mein Leben im sonnigen Südkalifornien genießen, wenn du hier wieder mit meinem Titel herumrennst? Also bin ich geblieben und weißt du was? Es fühlt sich gut an. Sehr gut sogar. Ich habe selten soviel gevögelt wie seit dem Tag, als dein kleines Töchterchen die Fliege gemacht hat..."

Weiter kommt er nicht. Mit einem Wutschrei packt Azrael Alistair und die gewaltige Pranke drückt Alistair gegen die Wand und dieser hängt mit den Füßen 10 Zentimeter über dem Boden.

Azrael Rage: „Das ist es also? Der große Held Alistair Brunswick versteckt sich hinter Meiner Tochter? Du hinterlistiger, kleiner Wichser hast heute den größten Fehler Deines Lebens gemacht. Ich habe Dich gewarnt die Finger von Meinen Sachen zu lassen. Du wolltest nicht hören… deshalb wirst Du fühlen!“

Alistair aber bleibt fast gelassen ruhig, auch wenn sein Gesicht langsam rot anläuft. Er wehrt sich nicht einmal.

Alistair: "Na los... schlag zu... du willst es... doch nicht... anders..."

Azrael Rage: „So einfach mache Ich es Dir nicht… Heute nicht. Verschwinde! Du hast genug getan… Denn bis eben lag Ich am Boden. Bis eben…“

Er öffnet die Hand und Alistair fällt an der Wand entlang auf seinen Allerwertesten. Sicherlich hat er gut Lachen. Die Worte eben klangen wie der verzweifelte Versuch eines zahnlosen Löwen zu brüllen… vielleicht waren sie das, denn Rage fühlt etwas das er hasst. Etwas das er nur zu gut kennt, aber immer von sich abschütteln konnte. Er fühlt sich besiegt.

Alistair hält sich den schmerzenden Hals, aber in seiner Miene liegt ein höhnisches Grinsen.

Alistair: "Das ist er also, der große Azrael Rage. Alt. Hilflos. Umso mehr zeigst du mir, dass deine Zeiten vorbei sind. Du magst mich so oft attackieren wie du willst, am Ende werde ich doch immer triumphieren. Deine kleine japanische Freundin kann sich noch so häufig verkleiden und Leuten Schlafmittel in die Drinks kippen, heute wird es dir nichts nützen. Heute werde ich ganz auf mich alleine gestellt sein und mich auf niemanden außer mich selbst verlassen. Jeder bekommt das, was er verdient. Ich wünschte, es wäre anders gekommen, aber du hast es so gewollt. Am Ende werde ich triumphieren und dir alles nehmen, was dir wichtig ist."

Verzweiflung und Leugnung ist der letzte Widerstand der Hilflosen.

Azrael Rage: „Niemals!“

Alistair: "Deinen geliebten Titel..."

Azrael Rage: „Fick Dich einfach, Alistair!“

Alistair: "... und auch alles andere."

Innerlich lacht Alistair laut auf.
Warum, das soll uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst sein. Auch Azrael nicht.

Anstatt zu antworten, packt Rage einfach Alistair an seinem Rüschenhemd und zerrt ihn zur Tür. Der Schwiegersohn macht noch immer keine Anstalten sich zu wehren. Die Tür wird geöffnet und mit etwas Schwung wird Alistair rausgeworfen und landet wieder auf dem Boden.

Spöttisch wirft der Kalifornier noch einen letzten Blick zurück.

Alistair: "Wir sehen uns dann zum Main Event."

Die Tür wird einfach zugeknallt und an ihr sackt Rage zusammen. Nur kurz warten bis Alistair verschwunden ist. Danach muss er auch an die frische Luft. Ohne Eri ist es hier so leer und trostlos. Aber ist es wirklich nur das? Allgemein scheint die ganze Welt, seine Welt, die PCWA, ihn zu hassen und endlich nach all den langen Jahren, der Dekade des Diablos, haben sie einen Weg und einen Streiter gefunden, der den Job erledigen kann… Fuck.

Wenn doch nur irgendwas wie früher wäre. Früher war es so schön. Früher war alles besser.

Vincent Craven: „Alistair Brunswick, dieser Teufelskerl. Wagt sich zu Rage und provoziert ihn nach Maß.“

Mike Garland: „Weil er weiß, dass Azrael nichts machen kann. Schließlich will er beim Rumble selbst um den Gerasy antreten und nicht Blaze eine Steilvorlage bieten.“

Vincent Craven: „Trotzdem kann man sehen, dass Azrael mit dem Rücken zur Wand steht. Seine Nerven sind nicht mehr so dick wie Drahtseile.“

Mike Garland: „Müssen sie auch nicht sein. Er muss Brunswick beim Rumble schlagen. Darauf kommt es an.“

Vincent Craven: „Darauf kommt es an, davon hängt es aber auch ab.“

Mike Garland: „Alistair sollte den Mund aber auch nicht zu voll nehmen. Klar kann er beim Rumble mehr gewinnen als verlieren, aber gewonnen hat er noch nicht. Und auch Blaze hat er noch nicht besiegt.“

Vincent Craven: „Zwei Matches, zwei Entscheidungen. Alistair wird sich ihnen stellen, keine Frage. Doch was spielt Rage? Hat er noch etwas in der Hinterhand?“

Mike Garland: „Bisher war es jedenfalls immer so.“


------------------ PCWA ------------------

Robert Barker steht im direkten Laufweg dieses Backstagekorridors. Jeder der hier entlang will, muss ihn entweder ansprechen, sich an ihm vorbeizwängen, oder einen Umweg laufen. Er geht langsam durch diesen langen Gang und sieht aus, als würde er sich wünschen, dass irgendjemand den Fehler macht, ihn genauso respektlos zu behandeln, wie bei Vendetta 102, als der sinkende Respekt vor ihm seinen vorzeitigen Tiefpunkt erreicht hat. Doch bisher hat sich niemand getraut, den ehemaligen Undisputed Gerasy Champion in irgendeiner Weise zu stören. Sein Auftritt am Ende der letzten Show gegen Eleven scheint Eindruck hinterlassen zu haben und die Leute daran erinnert zu haben, wer er ist.

Der schwarze Baseballschläger in seiner rechten Hand und das Gefühl, dass er jeden Moment ausholen könnte tun ihr Übriges.

Robert fühlt sich gut. Oder zumindest besser, als noch vor einigen Wochen. Er hat wieder das Gefühl, dass ihn zumindest die Maden im Backstagebereich respektieren. Ein bisschen Furcht im Gefühlscocktail der Unwürdigen würde nicht schaden, aber für den Anfang reicht–Ruckartig wird sein Kopf nach vorne geschleudert. Neben ihm fällt ein angebissener Apfel zu Boden.

Barker schleudert sofort herum, Baseballschläger erhoben, Wut im Magen.

Kriss Dalmi: "Schlächter! Oder warte. Barker ist sicherlich angemessener, bedenkt man, was einmal war und was jetzt ist."

Der Serbe, der bis eben noch mit Apfel und Smartphone an einer Wand lehnte, steckt letzteren Gegenstand ein, stößt sich von der Wand ab und geht auf Robert Barker zu. Sein musternder Blick gleitet über den Baseballschläger und ein Lächeln huscht über sein Gesicht.

Kriss Dalmi: "Sehr modisches Accessoire! Steht dir sogar als ehemaliger Messertyp ausgesprochen gut. Oder hast du etwa vor, mich damit zu schlagen?"

Robert senkt den Schläger.

Robert Barker: "Nein, nicht wirklich."

Kriss Dalmi: "Ooooch!"

Der enttäuschte Unterton in der kratzigen Stimme des Meister der Geschmacklosigkeiten ist kaum zu überhören.

Kriss Dalmi: "Nicht du auch noch! Erst stellt sich Blaze wie ein kleines Mädchen an und jetzt wächst auch dir noch eine Pussy?! Bin ich dir vielleicht nicht gut genug?! Hältst du dich wie dein Kellerfreund Eleven ebenfalls für etwas Besseres? Aber ich verstehe schon! Ihr wollt mit eurem elitären N&B-Fightclub unter euch bleiben, huh?!"

Robert Barker: "Ich gehöre nicht zu Elevens Seuche, ich bin…"

Kriss Dalmi: "Bullshit! Ich hab es bei deinem Match gegen den Blues und Mad Dog selbst gesehen. Und auch Blakey erzählt etwas ganz anderes!"

Blake. Robert weiß, dass Blake nichts mehr lieben würde, als eine große, glückliche Familie. Blake, Eleven und Barker. Aber das wird niemals passieren.

Robert Barker: "Ich arbeite mit Blake zusammen, aber niemals werde ich mich dazu herablassen, mit einem Stück Scheiße wie Eleven zu arbeiten. Wenn du die letzte Show so genau verfolgt hast, wirst du gegen Ende der Show gesehen habe, wie ich ihm gegenüber stehe."

Unmerkliches Zähneknirschen. Für Sekundenbruchteile blitzen die Zähne des Serben hervor.

Kriss Dalmi: "Verdammter Glückspilz."

Robert Barker: "Huh?"

Kriss Dalmi: "Eleven hat einen Narren an dir gefressen und du weißt es nicht mal wertzuschätzen… du merkst es ja nicht einmal. Warum verschwendet er soviel Zeit und Aufmerksamkeit an dich, obwohl ich ihm so viel mehr zu bieten habe. Warum ausgerechnet du? Deine Taten als Schlächter liegen in der Vergangenheit und seit du hier wieder aufgetaucht bist, hast du absolut nichts Bedeutsames geleistet, was dieses unnatürliche Interesse in irgendeiner Form erklären könnte. Wie viel Blut muss ich denn noch vergießen, um zu Leuten wie dir oder Blakey aufzuschließen?! Wie viele Menschen in der PCWA muss ich denn noch pervertieren, wie viele Kunstwerke muss ich noch schaffen, damit er begreift, dass nicht DU der bist, dem sein Interesse gelten sollte, sondern ICH! ICH, ICH, ICH!!!"

Der Serbe scheint sich hier regelrecht in Rage zu reden und auch sein Kopf nimmt eine ungesund rote Hautfarbe an. Frust, der sich über Monate aufgebaut hat. Durch Eleven, durch Bleed, durch Jeffrey Ron Arrow, neuerdings durch Blaze. Und nicht zuletzt durch den, der vor ihm steht und offensichtlich vom Schicksal begünstigt ist. Anders lässt es sich nicht erklären, warum Eleven ihn ihm vorzieht. Die Miene des Angesprochenen ist von Unverständnis gezeichnet.

Robert Barker: "Wovon zum Teufel redest du?"

Kriss Dalmi: "Ach, jetzt tu doch nicht so! JEDER kennt die Geschichte… oder zumindest die Gerüchte. Die Gerüchte über Elevens Besuch im Krankenhaus, kurz nachdem Blake versucht hat, dich zum schönsten Kunstwerk aller Zeiten zu machen. Die Gerüchte darüber, dass Eleven dich rekrutieren wollte, obwohl du gerade alles verloren hattest!"

Vollkommen überrascht stellt Robert fest, dass Dalmi neidisch ist. Auf die Aufmerksamkeit, die Eleven Barker gegeben hat und selbst auf das kommende Match beim PPV, das ohne jeden Zweifel für beide Teilnehmer zu einem Krankenhausaufenthalt führen wird.

Robert Barker: "Ich will dein Weltbild nur ungern zerstören, aber Eleven wollte mich quälen. Nicht mehr und nicht weniger. Er hat einen Hund am Boden gesehen und spaßeshalber noch ein bisschen auf ihn eingetreten."

Kriss Dalmi: "Und warum?"

Eine Antwort, die aus der Pistole geschossen kommen sollte. So fühlt es sich zumindest an. Warum hat Eleven ihn aufgesucht und gequält? Barkers Karriere schien am Ende. Die Wege der beiden hatten sich nie gekreuzt. Ihre einzige Verbindung waren die Meinungen der Idioten, die den Schlächter mit Eleven verglichen hatten. Bisher hat Robert immer nur genau das vermutet, was er gerade gesagt hat: Eleven ist krank und wollte jemanden quälen, der sich nicht wehren konnte.
Aber steckte vielleicht doch mehr dahinter?

Kriss Dalmi: "Warum? Warum sollte irgendjemand den verdammten Robert Barker wollen, wenn er genauso gut Kriss Dalmi haben könnte?"

Bevor Robert irgendetwas tun kann, springt ihn Dalmi viel an, ansatz- und rücksichtslos. Hämmert ihm eine harte Rechte an den Schädel. Perplex reibt Robert sich über den Mund. Fixiert Kriss Dalmi. Die Zeit scheint still zu stehen.

Er nutzt die unendliche lange Zeit des Augenblicks und führt sich vor Augen, wer da vor ihm steht.
Kriss fuckin Dalmi. Meister der Geschmacklosigkeiten. Kreuzigt Leute. Hat Blaze Schwester in deren Streit involviert. Schreckt vor nichts zurück und ist alles in allem krank. Hat schlechten Einfluss auf Blake. Kriss wird gefeiert für seine Perversität und würde am liebsten mit der Pest zusammenarbeiten, wenn sie ihn nur ließen. Ist eine Gefahr. Ein Sünder. Ein würdiges Opfer.

In Sekundenschnelle schießen diese Gedanken durch den Kopf, während das Blut seiner aufgeplatzten Lippe zu Boden fällt.

Kriss Dalmi: "Na, willst du dich wieder verprügeln lassen? So wie von Bleed? Oder wirst du endlich wie ein echter Mann den Baseballschläger benutzen?"

Robert schüttelt den Kopf.

Robert Barker: "Weder noch."

Sorgsam lehnt er Blakes Baseballschläger an die Wand neben ihnen und dreht sich ab. Erst langsam, dann auf einmal blitzschnell! Er tacklet Dalmi um. Sofort prügelt er auf den serbischen Freak ein. Der wehrt sich von unten mit Schlägen, die allerdings von Anfang an nicht so heftig wirken können, wie Barkers Hammerfists. Dalmi versucht sich zu befreien. Ein schneller Eyepoke tut seine Pflicht. Er kann Barker von sich stoßen. Dalmi richtet sich auf und auch Barker steht wieder. Robert blinzelt ein paar Mal, Zeichen genug für Dalmi wieder nach vorne zu stürmen und diese Schwäche auszunutzen, doch Barker sieht ihn trotzdem kommen.
Dalmi schlägt, trifft Barker erneut hart und dieses Mal sorgt er für Blutfluss aus einem Cut über dem rechten Auge. Robert lächelt, während er den Konterschlag setzt. Dalmi gibt sich mit langweiligen Nebensächlichkeiten wie einer Deckung nicht ab und beantwortet jeden Schlag Barkers mit einem eigenen. Barker taucht unter einem der Schläge hindurch und steht auf einmal hinter Dalmi, aber der reagiert schnell, jagt einfach einen Back Elbow nach hinten, trifft Barker im Gesicht und lässt diesen damit nun auch aus der Nase bluten. Robert wischt sich durchs Gesicht um Nase und Augen von Blut frei zu bekommen, doch statt sich zu reinigen, verteilt er das rot nur großflächig in seinem Gesicht.
Dalmi verschwendet keine Zeit, dreht sich um und will Barker weiter bearbeiten, doch der holt ansatzlos aus und Tritt Dalmi vollkommen schmucklos in die Eier. Hart. Selbst ein Meister der Geschmacklosigkeiten ist gegen diesen Schmerz nicht gewappnet. Er sackt auf die Knie und hält sich sein AstroHappy-Zentrum. Aus kurzer Distanz jagt Barker ihm seinen schweren Stiefel mit einem Yakuza-Kick mitten ins Gesicht. Dalmis Kopf schnellt zurück und er landet rücklings auf dem Boden. Barker richtet sich wieder auf, spuckt Blut auf den Boden vor Dalmi, welcher sich bis auf seine flache Atmung nicht rührt. Dann erklingt ein schwaches Husten. Und ein Kichern.

Kriss Dalmi: "Ich muss mich korrigieren. In dir steckt ja doch noch ein bisschen von dem Schlächter. Ich fühle mich ja fast geehrt endlich in die lange Liste von Opfern des ach so großen Schlächters eingeführt zu werden. Das ist ein besonderer Moment. Mach ihn nicht kaputt!"

Schon wieder dieses ekelhafte Kichern vom Serben, der sich in eine sitzende Position bringt und seinen Schlächter mit euphorisch glänzenden, weit geöffneten Augen anstarrt, während Robert den Baseballschläger ergreift. Der Serbe versucht nicht einmal zu flüchten. Der Gedanke, geschlachtet zu werden, erfüllt ihn mit Freude und Genugtuung.

Kriss Dalmi: "Dieser eine letzte Schritt noch, damit du wieder ganz der Alte bist, den wir alle in der PCWA so sehr vermisst haben. Mach schon! Gib mir den Rest!"

Barker, mit blutverschmiertem Gesicht, sieht ihn an und weiß, dass es in der PCWA nur wenige Leute gibt, die diesen finalen Schlag mehr verdient hätten, als Kriss Dalmi. Er selbst vielleicht. Eleven ganz sicher. Er könnte ihn rechtfertigen, wenn er wollte. Die Leute würden zustimmend nicken und fragen, warum es überhaupt so lange gedauert hat, bis jemand Dalmi ausgeschaltet hat. Sowohl Robert Barker, als auch der Schlächter dürfen Kriss Dalmi beenden.
Doch Robert ist nicht hier, um Dalmi zu beenden, er ist hier um sich und vielleicht auch Blake etwas zu beweisen. Die Kontrolle über den Schlächter. Die Kraft den leichtesten Schlag seines Lebens vor sich zu haben und ihn dann nicht durchzuziehen.

Anstatt ihm den Schläger gegen den Schädel zu schlagen, geht Robert deshalb einfach an Dalmi vorbei, sodass dieser den eingravierten Namen auf dem Bat lesen kann.

Robert Barker: "Ein anderes Mal vielleicht, Kriss."

Und geht weiter. Er lässt den Serben am Boden liegen, ignoriert ihn. Vielleicht die einfachste, die sinnvollste Art, mit einer Aufmerksamkeitshure wie Kriss Dalmi umzugehen. Wie falsch die Entscheidung war, ihn nicht zu schlachten, ihn stattdessen zu verschonen, würde sich erst später am Abend herausstellen.

Mike Garland: „Wow, was für ein Gespräch. Da ging es ordentlich zur Sache.“

Vincent Craven: „Dalmi kann Barker tatsächlich dazu bringen, sich mit ihm zu prügeln, aber den letzten Gefallen tut er ihm nicht.“

Mike Garland: „Eine Schlachtung war es nicht, sondern ein erfrischender Fight im Backstage. Muss auch ab und zu mal sein. Vielleicht sogar eine gute Vorbereitung auf Eleven.“

Vincent Craven: „Um den Dalmi Barker sogar ein Stück weit beneidet.“

Mike Garland: „Der Serbe tut eben alles, um die Aufmerksamkeit von Eleven zu bekommen. Und eigentlich würden die beiden doch auch ganz gut zusammen passen...“

Vincent Craven: „Eleven sieht in sich aber nicht nur einen Künstler oder Schlächter, wenngleich sein letzter Kampf mit Mad Dog auch mehr eine Prügelei als ein Wrestling Match war.“

Mike Garland: „Vielleicht schon ein Vorgeschmack auf den Kampf gegen Barker. Vermutlich wird auch dieser Fight ganz im Gegensatz zu dem stehen, was uns nun erwartet.“

Vincent Craven: „Im nun folgenden Match trifft Mad Dog nämlich auf Robert Breads, der für das Wrestling steht wie kein Zweiter.“

Mike Garland: „Und damit hat der Night Fighter eine ganz andere Aufgabe vor sich.“

Vincent Craven: „Aber keine, die er nicht schon einmal bewältigt hätte.“


------------------ PCWA ------------------

Als die ersten Klänge eines bekannten Einzugsliedes aufklingen, ertönt großer Jubel im Rund des PCWA Centers. 

Broken bones, broken hearts
Stripped down and torn apart
A little bit of rust -
I'm still runnin'

Countin' miles, countin' tears
Twisted roads, shiftin' gears
Year after year -
it's all or nothin'

Bei Mad Dog zeigt sich ein entschlossener und fokussierter Blick als er hinter dem Vorhang hervortritt. Auf dem Kopf trägt er weiterhin die Mütze, welche seine Stirn und damit die Folgen aus dem Kampf gegen Eleven verdeckt.

Jane Nelson: "Aus Deutschland mit einem Gewicht von 112 Kilogramm und einer Größe von 1.94m... unser ehemaliger Undisputed Gerasy Champion... MAAAAAD DOOOOOOOOG!"

But I'm not home, I'm not lost
Still holdin' on to what I got
Ain't much left

No there's so much that's been stolen

Der Night Fighter entert den Ring.

Und nun kommt – wie es sich für ein traditionelles Match gehört – der Champion zuletzt in die Halle. „Einer gegen Alle“ von Samsas Traum sagt uns, dass Robert Breads, selbsternannter Wrestling Champion und ganz offiziell PCWA Cryption Crown Träger nun die Arena betreten wird. Unter den wenig begeisterten Reaktionen des Publikums geht er, gewohnt unspektakulär, gewohnt fokussiert, die Rampe herunter und hat den Blick fest auf seinen Gegner gerichtet. Es geht hier heute nicht um coole Entrances, Feuerwerk oder die große Show vor dem Match. Die große Show IST hier das Match. Und deswegen sei nur noch gesagt, dass „Canada's Own“ nun den Ring entert, ehe wir voll durchstarten – Robert Breads vs Night Fighter Mad Dog, PCWA Cryption Crown!

 

3rd Match
-Das Finale-
PCWA Cryption Crown Match
Singles Match




Träger der PCWA Cryption Crown

(Sieg durch Pin oder Aufgabe, Disqualifikation
oder Count Out - Referee: Nelson Frider)

 

 

Mike Garland: „Der Referee bekommt den Gürtel von Robert Breads überreicht. Das hier ist so oder so das Ende der Trilogie, und wir werden so oder so ein spannendes Ergebnis bekommen.“

Vincent Craven: „Entweder sehen wir hier die zweite Regentschaft von Robert Breads früher enden, als er das gerne hätte, was auch dazu führt dass die Card des Brawlin' Rumble sich noch einmal verschieben könnte und gleichzeitig die Negativ-Serie von Mad Dog beenden könnte... auf der anderen Seite kann Breads hier den Mann schlagen, den er bisher nie schlagen konnte und sich wohl endgültig als einen der Favoriten für den Sieg im Rumble etablieren.“

Ein letztes Mal wird das Silber in die Höhe gestemmt, der Ringrichter senkt es dann, übergibt es dem Zeitnehmer und lässt die Glocke läuten. Es geht los.

Und es kracht direkt.

Beide Wrestler rennen aus gegenüberliegenden Ringecken sofort los und machen direkt da weiter, wo sie im letzten Match aufgehört haben – sie wrestlen nicht nur, sie zerstören sich. Beide krachen sofort mit Clotheslines aus vollem Lauf in der Ringmitte gegeneinander und prallen voneinander ab, wanken je ein paar Schritte zurück... und reißen dann jeweils das linke Bein hoch und verpassen sich gegenseitig einen Big Boot!

Vincent Craven: „Holy Shit. Bei ihrem letzten Match haben die Beiden eine unglaubliche Härte an den Tag gelegt, um sich gegenseitig zu besiegen... und es sieht aus als hätten sie das auch heute vor. Nut gab es letztes Mal immerhin noch Lock-Up-Versuche zu Beginn. Das spart man sich hier kaputt.“

Mike Garland: „Und beide bleiben schon wieder stehen. Das hier ist viel mehr als „nur“ ein Titelmatch. Das ist für Beide ein Match von ungeheurer Bedeutung... als ob der Titel als Anreiz nicht reichen würde.“

Erneut wanken sowohl Breads als auch Mad Dog rückwärts, halten sich das Gesicht... und dann ist es Mad Dog, der eher die Initiative ergreift. Er holt aus, springt nach vorne und es gibt die Ohrfeige gegen Breads!

Nein, dieses Mal nicht. Was im letzten Match zu Beginn der Partie noch funktioniert hatte, um den Wrestling Champion zu provizieren, klappt nun nicht. Breads duckt sich weg und tritt hinter MD – der Kanadier ist als Wrestler intelligent genug um sein Wissen aus vorherigen Matches zu seinem Vorteil zu verwenden. Der verrückte Hund wirbelt sofort herum, da hat „Canada's Own“ aber schon das Bein oben.

ROUNDHOUSE KICK!

Mad Dog duckt sich! Breads muss den Schwung mitnehmen, dreht sich einmal um die eigene Achse, ehe er dem Night Fighter wieder gegenüber steht.

SUPERKICK!

Aber mit beiden Händen fängt der Mann aus Toronto den Fuß seines Opponennten auf, stößt MD mit Wucht nach Hinten, sodass dieser das Gleichgewicht suchen muss. Er landet mit dem Rücken in der Ringecke, und Breads rennt sofort auf ihn zu...

...kassiert aber einen ausgefahrenen Elbow des Hundes. Breads taumelt zurück, und MD hechtet nach vorne.

LARIAT!

Über den Schädel von Breads, der sich noch bücken kann. MD schiesst über seinen Gegner hinweg, dreht sich dann blitzschnell wieder auf dem Absatz um... und beide Wrestler stehen sich wieder gegenüber.

Mike Garland: „Unfassbare Sequenz. Die zwei kennen scheinbar so gut wie JEDEN Trick des Anderen.“

Vincent Craven: „Kein Wunder, nach zwei langen und intensiven Matches... mal sehen, ob sich die Beiden auch etwas Neues einfallen lassen können.“

Tatsächlich wirken sowohl Herausforderer als auch Champion nicht ganz unbeeindruckt vom jeweils Anderen, und Breads lässt sogar ein kures anerkennendes Nicken springen, ehe er an MD heran tritt und einen Forearm nach vorne wirft, der den Night Figher im Gesicht trifft.

Der verzieht aber keine Miene. Das alles hier sind noch mehr oder minder Mindgames, keiner will auch nur den Hauch von Schwäche zeigen. Und so kontert MD gleichermaßen, will zeigen dass er Breads ins Nichts nachsteht, und packt gleich einmal einen Forearm aus.

Doch auch Robert wankt nicht, zuckt nicht zusammen, sondern kassiert ihn einfach und bleibt stehen, scheinbar ungerührt – um dann wieder los zu schlagen. Ein Duell entbrennt, begleitet von den Rufen der Fans.

 

Yeah!

 

Boooh!

 

Yeah!

 

Boooh!

 

Yeah!

 

Boooh!

 

Yeah!

 

Yeah!

 

Yeah!

 

Der ehemalige Undisputed Gerasy Champion kann eine Kombination landen, die Breads nun doch ins Taumeln bringt – und sofort packt MD zu, hakt den Schädel ein.

DDT!

Breads knallt mit dem Kopf voran auf die Matte, und Mad Dog versucht zum ersten Mal in diesem Match ihm seinen Titel abzunehmen...

 

Eins...

 

 

Zwei...

 

 

Kick-Out!

 

Kurz nach zwei befreit Breads sich schon, das reicht natürlich noch nicht. Das weiß der verrückte Hund auch, und so zieht er Robert gleich wieder am Schädel auf die Beine, als er sich erhebt. Am Arm wird der Kanadier gepackt, dann schleudert der Night Fighter ihn in die Ringecke. Kaum dass Breads mit dem Rücken gegen die Polster gekracht ist ist MD auch schon da.

Running Corner Dropkick!

Mit Wucht knallt der Herausforderer dem Wrestling Champion beide Füße gegen die Brust, sodass Breads so gut wie sämtliche Luft aus den Lungen gepresst wird. Er sackt in sich zusammen und landet auf dem Hosenboden, bleibt in sitzender Position vor den Polstern mit den Rücken gegen eben jene gelehnt dort liegen. Doch MD nimmt schon wieder Anlauf.

Tiefgesprungener Dropkick! Ins Gesicht!

Breads kassiert die volle Packung. Mit voller Wucht werden ihm im Flug beide Beine ungebremst an den Schädel geballert, sein Kopf knickt ein wenig zur Seite und einige Fans ziehen zischend die Luft ein – das war ein Move der beweist, dass man keine Stühle oder Tische braucht um seinen Gegner ernsthaft in Gefahr zu bringen. Keine Rücksicht auf Verluste.

Breads wirkt ziemlich ausgeknockt, wie er da nun in der Ringecke herum liegt, während Mad Dog sich erhebt und die Arme in die Luft hebt, das Publikum jubelt ihm zu. Er will dem Kanadier nun ordentlich zusetzen, und so packt er ihn erneut und zerrt ihn zu sich heran, greift um die Hüften von „Canada's Own“...

Fighter's Powerbomb! Die Gutwrench Powerbomb!

Doch Breads rutscht in der Luft aus dem Griff, dreht sich heraus und landet hinter Mad Dog. Sofort reagiert der Kanadier.

SUPERKICK!

Breads knallt MD den Fuß in den Nacken, dieser kippt nach vorn, wird aber gepackt...

GERMAN SUPLEX! IN DIE BRÜCKE!

 

Eins...

 

 

Zwei...

 

 

 

Kick-Out!

 

Vincent Craven: „Breads hat das Match in wenigen Sekunden komplett gedreht – zwei kurze Aktionen und schon ist das Momentum verschoben.“

Mike Garland: „Die beiden wrestlen hier quasi ein 30 Minuten Match, nur ohne die ersten 20 Minuten."

Robert Breads pustet erst einmal ordentlich durch. Nach dem üblen „Headshot“ gerade eben ist er ganz froh, sich nun einmal sammeln zu können. Schnaufend richtet er sich auf, blickt auf seinen Gegner herab und wartet erst einmal. MD stemmt sich hoch, ist wieder auf den Füßen und wird sogleich empfangen.

Roundhouse Kick!

Direkt an den Schädel des Night Fighters. Der Hund kippt um, wird gepinnt... ist das die Titelverteidigung?

 

Eins...

 

 

Zwei...

 

 

 

Befreiung!

 

Der Kanadier zieht genervt die Luft ein, er schüttelt den Kopf und erhebt sich ächzend. Der Kanadier blickt in die Reihen der Fans und lässt ein arrogantes Grinsen folgen, um zu verdeutlichen: „Guckt her, ich bin gerade dabei, euren Helden zu besiegen.“ Breads macht sich bereit, um weiter zu...

Mike Garland: "Moment, da tut sich was am Entrance..."

 

 

KEVIN SHARPE!!

 

 

Gemächlich schreitet Kevin Sharpe die Rampe herunter. Beinahe abwesend werden Hände abgeklatscht. Fokussiert... der Blick zum Ring. Und Blackheart platziert sich genau an eben jenem... um das Geschehen direkt verfolgen zu können.

Mike Garland: "Oh oh oh, Robert Breads, da hast du es mit deinen Provokationen wohl doch ein bisschen zu weit getrieben!"

Vincent Craven: "Verstehe ich nicht. Sie haben vorhin ihr Versprechen gegeben, hier nicht einzugreifen. Und gerade von Sharpe dachte ich, dass er zu seinem Wort steht!"

Mike Garland: "Also erstens hat nur Grizz das gesagt, und zweitens ist ja noch gar nichts passiert. Vielleicht will er nur der erste sein, der Breads zur Titelverteidigung... gratuliert, hehe."

Der Kanadier blickt zu Sharpe, der nichts großartig tut, der nicht eingreift, sondern nur da steht. Eine Sekunde zögert er, doch das reicht völlig – denn da packt MD von hinten zu.

SCHOOL BOY!

 

Eins...

 

 

 

Zwei...

 

 

Kein Titelwechsel! Im letzten Moment packt Breads es noch, aus dem Cover auszubrechen – aber das war VERDAMMT knapp.

Vincent Craven: „Sharpe beeinflusst das Match – was soll denn so etwas?“

Mike Garland: „Ach ja? Er macht doch gar nichts. Er steht nur da und guckt sich ein sehr interessantes Match eines potentielles Gegners aus der Nähe an. Das ist Vorbereitung.“

Beide Wrestler springen auseinander, auf die Füße, und der Kanadier ist eine halbe Sekunde schneller, nutzt das aus...

LARIAT!

Der Arm wird nach vorne geschleudert, dass es MD den Kopf fast abreißt... oder das tun würde, würde Breads treffen. Denn der Hund senkt den Kopf... nur um ihn in verdammt schnellem Tempo wieder nach ohne zu rammen.

HEADBUTT!

Mike Garland: „Oh Gott, nicht schon wieder!“

Wir erinnern uns an das letzte Match zwischen Breads und Mad Dog, das letztlich im Draw endete weil MD vollkommen rücksichtslos mit seinem Körper umging und seinen Kopf gegen den von Breads stieß, mehrfach, bis Beide einfach fertig waren. Und nun ist da wieder dieses Geräusch: Kein lautes Knacken oder Krachen, sondern ein dumpfes Geräusch, widerlich, und augenblicklich reißen beide Wrestler die Hände zum Kopf und fallen rückwärts auf die Matte.

Vincent Craven: „Der Referee zählt beide Männer an, und bis jetzt regt sich nur Mad Dog...“

Kevin Sharpe hat sich inzwischen zum Ringrand begeben und stimmt die Fans mit Klatschen auf dem Apron so wie „Let's go Mad Dog!“-Rufen auf seinen Favoriten ein – es ist wohl nun endgültig klar, wen Blackheart hier siegen sehen will.

Und bevor der Ringrichter bei sieben ist steht Mad Dog wieder, während Breads sich erst langsam wieder regt. Der frühere Maskenträger krallt sich die Haare von Robert und zerrt ihn unsanft daran nach oben, packt ihn um den Hals...

REVERSE DDT!

Der Kanadier knallt auf die Matte, und Mad Dog legt sich auf ihn, unter den Anfeuerungen von Kevin Sharpe – kann er sich den Titel holen?

 

Eins...

 

 

Zwei...

 

 

 

Kick-Out!

 

Doch MD lässt gar keine Zeit verstreichen. Er ärgert sich gar nicht, sondern springt einfach direkt wieder auf, zerrt den Kanader mit sich und hebt ihn aus.

ENTER NIGHT!

Doch im Ansatz kann Breads sich heraus winden, Mad Dog genau im richtigen Moment greifen...

SMALL PACKAGE!

 

Eins...

 

 

 

Zwei...

 

 

 

Kick-Out!

Beide Wrestler springen wieder auseinander...

ROUNDHOUSE KICK VON MAD DOG!

Der verrückte Hund will Breads tatsächlich mit seinen eigenen Waffen schlagen, ihm hier die Grenzen aufzeigen und ihm ein richtiges Zeichen vor die Nase setzen – allerdings duckt sich Breads, nimmt gleich Schwung und zeigt Mad Dog, wie man das macht.

ROUNDHOUSE KICK! NUMMER ZWEI!

Der frühere Undisputed Gerasy Champion sinkt getroffen zu Boden, während Breads sich aufrichtet und in die Halle ruft „Das üben wir nochmal!“, die Arroganz in seinen Worten springt einen förmlich an. Nun steht er dort und wartet, deutet mit den Armen schon an was es geben soll, sobald MD sich wieder aufrichtet – den Canadian Cutter.

In diesem Moment aber springt jemand auf den Apron. Kevin Sharpe klettert nach oben und schreit Mad Dog aus nächster Nähe Anfeuerungsrufe zu, klatscht in die Hände und motiviert den Night Fighter so gut er kann.

Vincent Craven: "Er hält sich nicht an das Versprechen! Sharpe ist auf den Apron gestiegen! Es ist so verdammt offensichtlich, dass er Breads beim BRAWLIN' RUMBLE für sich alleine will!!"

Mike Garland: "Da ist doch noch überhaupt... Moment! Da ist wieder Action am Entrance!"

 

 

GRIZZ LEE!!

 

 

Mike Garland: "Da ist das zweite Mitglied des Blues! Jetzt wird's interessant, denn er sprintet mit mörderischem Tempo die Aisle hinunter!"

Und dabei bleibt es natürlich nicht. Als er am Ring angekommen ist schnappt er sich die Beine seines Buddies und zieht sie ruckartig nach hinten. Sharpe hat nicht die geringste Chance zur Gegenwehr und landet ungeschützt mit dem Gesicht auf dem Apron.

Mike Garland: "HOLY... die Nase muss Matsch sein!!"

In der Tat ist der erste Reflex, die Hände an die Nase zu führen. Und ja, es blutet. Blutet und blutet. Grizz Lee weicht einen Schritt zurück, schaut dennoch weiterhin auf seinen Partner. Sein geschockter Gesichtsausdruck lässt vermuten, dass er vielleicht doch einen Schritt zu weit gegangen ist. Nur einen einzigen. Und der reicht schon, um den Sickman hervorzubringen.

Vincent Craven: "Kev blutet aus der Nase! Und wie!"

Aber er hievt sich dennoch auf die Beine. 'Rot sehen' ist die angebrachte Metapher.

Fassungslos starrt Sharpe abwechselnd auf das Blut, das auf seine Hände tropft und in Richtung seines Partners.

Sharpe: "Du dreckiger.. "

Mike Garland: "SHARPE GEHT AUF LEE LOS!! DAS IST DAS ENDE DES BLUES!!"

Vincent Craven: "Der Eine macht Versprechen, der Andere hält sie nicht..."

Während Vince seinen Kopf in den Händen vergräbt, geht Sharpe auf den Trouble Magnet los. Der hat aber noch immer seine Instinkte.

Mike Garland: "Lee weicht aus! Kevin Sharpe kracht ungebremst in die Guarding Rail!"

Breads steht währenddessen im Ring und grinst so breit wie man es nur irgendwie vorstellen kann. Mit einer lächerlich-überzogenen Geste winkt er den kämpfenden Partnern zu und „verabschiedet“ den Blues damit wohl mehr oder weniger. Belustigt blickt Breads noch zwei Sekunden zu Sharpe und Lee, dann dreht er sich um.

CANADIAN CUTTER!

Mike Garland: „Mad Dog ist da! Er steht wieder!“

Vincent Craven: „Und er zeigt den Finisher von Robert Breads!“

Mike Garland: „DER GEHT DURCH! CANADIAN CUTTER GEGEN BREADS! Ist das der Titelwechsel?“

 

Eins...

 

 

 

 

Zwei...

 

 

 

 

Drei!

 

NEIN! Das Bein ist auf dem Seil!

MD schreit seinen Frust in die Halle, die Fans seufzen kollektiv auf Breads weiß wohl selbst nicht so genau, wie er das gemacht hat – er hat einfach einen unglaublichen Ring-Instinkt und wusste irgendwo im Unterbewusstsein noch, wo er gerade liegt.

In der Zwischenzeit hat sich der Grizzer am Kopf seines Partner festgekrallt, ihn erst von den Matten gehievt, um ihn dann wieder die Aisle Richtung Backstage hochzuschleudern.

Vincent Craven: "Ich glaube, das war's mit dem Blues. Sowohl in diesem Match, als auch..."

Mike Garland: "NEIN!! Sharpe rennt Lee wieder entgegen! Er will wohl unbedingt, dass Mad Dog dieses Match gewinnt. Die CRYPTION CROWN um seine Hüften schnallt!"

Doch wieder ist Lee Herr der Lage und empfängt Blacky mit einem FAUSTSCHLAG! Sharpe kann nicht anders, er dreht sich weg, was Lee zu einigen FOREARMS auf den Rücken seines 'Gegners' nutzt, um ihn weiter die Rampe hochzutreiben. Dann verschwinden sie aus dem Halleninneren.

Im Ring nimmt sich Mad Dog nun Breads wieder vor, zieht ihn widerwillig auf die Füße... und Breads schubst ihn mit voller Wucht weg! Und springt hinterher!

BICYCLE KICK!

Mad Dog bekommt den Fuß mitten ins Gesicht gedonnert, fällt hinten über und wird gepinnt – das muss die Titelverteidigung sein!

 

Eins...

 

 

KICK-OUT!

 

Mike Garland: „WAS? Er befreit sich bei eins! Mad Dog springt auf!“

Vincent Craven: „Er steht einfach wieder auf, man kann ihn nicht unten halten!“

Breads schaut vollkommen ungläubig, sein Mund steht offen... und dann zuckt sein Bein hoch.

Superkick gegen Mad Dog!

Das hat ihm nun doch ordentlich Schmerzen verursacht. Der verrückte Hund geht auf die Knie, und Breads tritt direkt vor ihn. Er blickt auf seinen Rivalen herab, den Mann, den er noch nie besiegen konnte. „Das war's für dich, Mad Dog!“, ruft er ihm zu... ehe dieser ihm einen Forearm in die Magengegend verpasst!

Breads wankt rückwärts, und das nutzt Mad Dog, schießt aus der knienden Position nach vorn – mit dem Kopf voran.

 

Headbutt!

 

CANADIAN CUTTER!

 

Vincenct Craven: „Unfassbar!“

Tatsächlich. Erneut wollte Mad Dog hier seinen Headbutt einsetzen um das Match quasi auf „Reset“ zu stellen – aber in dem Moment als er seinen Kopf nach vorne streckt ist dieser völlig ungeschützt. Und das nutzt Breads im Bruchteil einer Sekunde. Er hat sich einen Konter für diese üblen Headbutts überlegt, gegen die er letztes Mal nicht ankam, indem er seinen eigenen Move mit der Schwäche des Headbutts – der kurzen Ungeschütztheit des Kopfes – kombiniert hat. Der Wrestling Champion hat zugeschlagen, und so kracht jetzt der verrückte Hund auf die Matte, und Breads setzt den Pin zur Titelverteidigung an.

 

Eins...

 

 

 

Zwei...

 

 

 

 

Drei!

 

Jane Nelson: „Sieger des Matches durch Pinfall und somit WEITERHIN PCWA Cryption Crown Träger... Roberrrrrrrrrrrrrrrrrrt Brrrrrrrrrrrrrrrrreads!“

Der Kanadier richtet sich auf und blickt auf den Night Figher Mad Dog herab, der sich gerade aus dem Ring rollt, geschlagen, besiegt... von Robert Breads. Robert Breads hat Mad Dog besiegt. Er hat seinen Titel verteidigt. Er hat seinen persönlichen Fluch gebrochen.

Mike Garland: „Titel verteidigt, Mad Dog besiegt, trotz kurzer Ablenkung durch Sharpe... Robert Breads ist auf einem Siegeszug, der momentan seines Gleichen sucht.“

Doch noch während man dem Kanadier seinen Titel reicht, den er mit einem ekelhaft-selbstzufriedenen Blick in die Luft stemmt, schaltet man bei der Regie backstage...

Jeder hat die Ringglocke gehört. Grizz Lee, der Kevin Sharpe gerade wieder gegen eine Wand geschleudert hatte, so dass er ja nicht wieder an den Ring rennt. Kevin Sharpe, der sich im nächsten Moment ein klein wenig beruhigt, um sich das Blut aus dem Gesicht zu wischen. Was ihm nicht so wirklich gelingt, er verteilt es eher. Und auch die Typen von Gabriel-Security, die sich mittlerweile um sie gescharrt haben.

Sharpe: "Ist es das was du willst?"

Er deutet auf einen Monitor an der Decke, auf dem das Matchende zu sehen war.

Sharpe: "So soll es sein. Aber denke nicht, dass ich DAS hier vergessen werde!"

Er deutet auf seine Nase, dann auf seinen Freund.

Grizz: "Komm schon, Buddy. Ich hab' nur versucht, unseren Namen..."

Sharpe: "ICH SCHEISSE AUF DEN GANZEN MIST HIER!!"

Er schüttelt den Kopf. Klare Gedanken fassen... nur nicht komplett durchdrehen.

Sharpe: "Nicht auf Lobotomy Blues. Aber für diesen Pay Per View... für dieses Match... werden wir keine Freunde sein. Du verstehst das, denn das ist genau dass, was du wolltest. Also musst du auch mit den etwaigen Konsequenzen leben. "

Der Grizzer nickt nur knapp.

Womit wir wieder zurück in der Halle bei Robert Breads sind. Mit stolzgeschwellter Brust steigt der Kanadier auf die Ringseile und reckt dem Hallenpublikum sein Gold entgegen. Das ist natürlich wenig begeistert über den Ausgang dieses Matches und macht seinem Unmut auch Luft, wird aber auf einmal leister. Köpfe werden gedreht, und Breads bleibt das natürlich nicht verborgen.

Hastig und mit überraschter Miene steigt Breads vom Pfosten und blickt sich in Richtung des Entrances um. Schnell entspannt sich sein Gesichtsausdruck aber wieder, da ihm niemand entgegenstürmt, der dem Kanadier an den Kragen will.

Vielmehr stolziert mit euphorischem Gesichtsausdruck die 'White Cat', Wiley Cuts, über die Rampe in Richtung des Rings. Schon aus der Ferne lächelt er seinem Partner entgegen und applaudiert Breads nach dessen Sieg. Die Fans reagieren auf das Erscheinen des gescheiterten 'PCWA-Detektivs' eher gemischt. Viele finden den Auftritt des Rückkehrers mit den ausschweifenden Monologen nicht unbedingt sympathisch. Von den vereinzelten Buhrufen aber unbeeindruckt, lässt sich die weiße Katze zwei Mikrofone geben und slidet dann zu seinem Partner und Bruder im Geiste in den Ring.

Vincent Craven: „Ein Duo, dass nicht nur heute Grund zum Feiern haben könnte. Die Allianz war schon beim letzten Brawlin' Rumble kurz vor dem Sieg und ist seitdem sicher nicht schlechter geworden.“

Grinsend umarmt Wiley den Kanadier, der die liebevolle Geste mit einem Schulterklopfen erwidert. Dann nimmt Breads das von Wiley gehaltene Mikrofon entgegen. Was er damit nun anfangen soll, scheint er hingegen nicht wirklich zu wissen. Also blickt er etwas unsicher zur 'White Cat', die sich bereits geräuspert hat und ganz offensichtlich eine Ansprache an die Zuschauerhaft halten wird.

Wiley Cuts: „Welch' große Tat!“

Damit ist natürlich Breads gemeint, auf den Cuts deutet. Er will Applaus im Publikum anstimmen, hat damit aber nur teilweise Erfolg.

Wiley Cuts: „Was ihr eben in diesem Ring gesehen habt, meine Freunde, das ist nur ein Vorgeschmack auf eine Zeit der Umwälzungen. Die PCWA steht vor einer Veränderung, die gleichbedeutend mit ihrer Rettung ist. Wir alle sollten sie mit offenen Armen empfangen!“

Selbige Geste vollführt die 'White Cat' auch sogleich, bevor sie fortfährt.

Wiley Cuts: „Robert Breads ist zum wiederholten Male im Ring über sich hinausgewachsen und heute ist es ihm gelungen, einen Mann zu besiegen, der wie kaum ein anderer für die PCWA stand. Der 'Night Fighter' Mad Dog stellte sich meinem guten Freund Robert entgegen um seinen Keil in die Zahnräder des Fortschritts zu rammen. Doch er scheiterte, lag schlussendliche mit den Schultern auf der Matte und wurde fair und eindeutig in der Mitte dieses Ringes gepinnt.“

Lächelnd schlendert Cuts durch das Geviert zu der Stelle, an der der Pinfall gezählt wurde.

Wiley Cuts: „Natürlich ist Mad Dog keinesfalls ein so großer Feind unserer neuen PCWA wie manch anderer. Und gab es auch in den Zeiten, in denen er diese Liga führte, keinen Fortschritt im Kampf gegen Gewalt und Brutalität. Deshalb musste er weichen. Breads hat dafür gesorgt.“

Ein süffisantes Lächeln von Breads bei diesen Worten, das hört er natürlich gern – das Publikum eher nicht so.

Wiley Cuts: „Dieser glorreiche Sieg war aber nur ein Vorbote. Schon bald ist Vendetta 103 Geschichte. Dann wird sich der Fokus auf den Brawlin' Rumble richten. Auf den Tag, an dem eine neue Ära in der PCWA beginnt. Eine Ära des Wrestlings. Abseits von Gewalt, Verrat und Backstagepolitik.“

Zustimmendes Nicken seitens des Kanadiers.

Wiley Cuts: „Eine Zeit des Schreckens wird enden. Die PCWA wird gerettet werden. Denn nach und nach werden alle Feinde der neuen Struktur fallen. Leute wie Kriss Dalmi.“

Der Kanadier braucht nicht lange, um in das Spiel der weißen Katze einzusteigen.

Robert Breads: „Oder Blake Milton.“

Wiley Cuts: „Stevie van Crane“

Robert Breads: „Azrael Rage“

Wiley Cuts: „Oder Robert...“

In der Halle wird es still. Hat Wiley wirklich diesen Vornamen genannt?
Robert Breads zuckt zusammen, dreht sich dann mit fragendem Gesichtsausdruck zu seinem Partner um.
Die 'White Cat' grinst und setzt der Verwirrung mit einem neckischen Zwinkern ein Ende.

Wiley Cuts: „Robert Barker natürlich. Der Schlächter.“

Erleichterung. Das Entsetzen des Kanadiers schwindet und lächelnd schüttelt er den Kopf. Fast hätte er es mit der Angst zu tun bekommen.

Robert Breads: „Eleven“

Eifrig nickend stimmt Cuts seinem Partner in dieser Einschätzung zu, dann hebt er seinerseits wieder das Mikrofon.

Wiley Cuts: „Oder Robert Breads.“

Breads setzt zum nächsten Namen an.
Doch dann stockt er. Momente verinnen.

Hat er sich verhört? Ihm scheint es, als ob der letzte Name noch immer in seinem Gehört nachhallt. Und doch kann er den Klang nicht vollends deuten.

In Zeitlupe dreht sich Breads zu seinem Partner um.

Das Lächeln ist aus dem Gesicht der Katze gewichen.

Der Mund Roberts öffnet sich, doch bekommt er keinen Ton heraus.

Vincent Craven: „SPEAR! HOLY SHIT!“

Cuts reißt Breads zu Boden.

In der Halle ist es totenstill.

 

„YOU SUCK!“


„YOU SUCK!“

 

Der Amerikaner packt Breads am Haarschopf und reißt ihn hoch, bis sich die Gesichter der 'Freunde' berühren.
Das Eine zeigt Schmerz und Verwirrung, das andere ist zu einer undeutbaren Fratze verzogen.

Mit der flachen Hand schlägt die 'White Cat' ins Gesicht des Kanadiers und lässt den Schopf los. Der Kopf fällt auf die Matte zurück. Cuts richtet sich zu seiner vollen Größe auf. Er entledigt sich langsam, ohne jede Eile, seines Jacketts und legt es feinsäuberlich über die Ringseile. Die Katze stiert mit regungsloser Miene auf ihre über die Matte krabbelnde Beute. Cuts legt auch seine Uhr ab, während Breads sich schmerzverzerrt wieder aufrichten will.

Mit dem Stiefel rammt Wiley den Kopf des Kanadiers auf die Matte zurück. Er lächelt. Es ist ein Lächeln der Erleichterung. Das Lächeln eines Mannes, der weiß, dass er das Richtige tut.

Dann tritt er solange in die Seite des Anderen, bis sich dieser über den Apron rollt und nach draußen fällt.

Euphorisch geht – nein, schwebt! - Cuts zur anderen Seite des Ringes, durchquert die Ringseile und stolziert über die Ringtreppe nach draußen und von dort auf Robert Breads zu, der noch immer am

Boden liegt und mit den Händen nach irgendetwas tastet, an dem er sich aufrichten kann.

Er findet das Bein des PCWA-Erreters. Ihre Augen treffen sich. In Breads' Augen liegt Verwirrung, Kälte in denen der 'White Cat'. Die Lippen des Kanadiers formen eine Frage.

 

„Warum?“

 

Wiley Cuts greift nach dem Nacken seines Bruders im Geiste. Er zieht ihn auf die Beine. Mit dem Mund kommt er ganz nah an das Ohr von Robert Breads. Doch was dieser hört ist keine Erklärung. Er hört Lachen.

Die Katze hat genug mit ihrer Beute gespielt. Sie schleudert sie von sich.

Vincent Craven: „Oh mein Gott!“

Robert Breads andet in der Absperrung, begräbt Teile davon unter seinem Körper und bleibt regungslos liegen.

Wiley Cuts lässt seinen Blick über die Zuschauer schweifen und versteht die Fassungslosigkeit in ihren Gesichtern aus.

Fragend breitet er die Arme aus.

Er hatte doch gesagt, dass noch heute die PCWA verbessert wird.


------------------ PCWA ------------------

Beste Stimmung herrscht in einer der besten Ligen der Welt. Ist auch kein Wunder, denn in der PCWA sind bekanntlich eine der besten Wrestler, die es auf diesem Gott verdammten Planeten gibt, untergekommen! Die Fans bekommen seit mehr als über 100 Ausgaben Monat für Monat die beste Show geliefert, da können sich die PCWA und die Fans selbst auch feiern… bestes Beispiel war das soeben zu Ende gegangene Match zwischen Robert Breads und Mad Dog. Oh mein Gott, was war das für eine Schlacht?! Können sich die PCWA-Verrückten Berliner überhaupt noch auf das konzentrieren, was unmittelbar nach dem Match passieren wird!?!? Ein fieser berliner Fettsack in der ersten Reihe, der aus der Ecke Reinickendorf kommt, wie sein offensichtlich zu kleines T-Shirt verrät, lässt sich aber von nix unterkriegen! Er frisst seine Chips und Pommes simultan weiter, stopft sie gierig in den Schlund seiner offen gehaltenen Kauleiste! Immer mehr und mehr scheint er gleichzeitig in sich hineinzuscheffeln… Von einem lauten Knall aus den Boxen ist er extrem erschrocken, woran er beinahe an seiner eigenen Gier erstickt!!! Keiner kümmert sich um diesen Reinickendorfdeppen, jeder blickt gespannt auf den Alieratron um zu sehen, was es dort zu sehen gibt.

Der Tron bleibt schwarz, lediglich Jubel vieler Fans ist im Hintergrund zu hören… eine Ringglocker ertönt und eine Stimme drängt sich in den Vordergrund und übertönt die Freudengesänge der Anhängerschaft. Lediglich rechts unten im Eck ist „2003“ zu lesen.

 

And the winner of this match and new

WFWL WORLD HEAVYWEIGHT CHAMPION…

 

Das schwarze Bild wird durch ein Standbild ersetzt… eine Hand wird gen Hallendecke gestreckt, in der Anderen hält dieser Mann den WFWL World Title… Für einige Sekunden bleibt dieses Bild bestehen, damit es auf die PCWAler wirkt, ehe es wieder verschwindet… Die Zahl, welche offensichtlich das damalige Jahr anzeigen sollte, wird durch „2004“ ersetzt und dasselbe Spielchen beginnt noch mal von vorn… Viele Fans sind zu hören, welche überglücklich und überschwänglich jubeln… Erneut eine Ringglocke, die scheinbar das damals stattfindende Match beendet hatte… Langsam aber sicher ist auch hier wieder der Ringsprecher zu hören…

 

And the winner of this match and new

WWCA WORLD HEAVYWEIGHT CHAMPION…

 

Bei einigen Zuschauern in der PCWA scheinen sich die imaginären Fragezeichen bereits in Rufzeichen umzuwandeln… Bei dem ein oder anderen scheint es bereits klick gemacht zu haben um wen es sich dabei handelt… Ein Raunen geht durch die PCWA Zuschauerreihen, denn der Großteil hat noch immer keinen blassen Schimmer… Das Standbild, welches im Anschluss gezeigt wird, gibt auch keine eindeutige Auflösung über diese Person… erneut wird eine Hand in die Höhe gestreckt, in der Anderen befindet sich der WWCA World Heavyweight Title.

Langsam werden die Fans unruhig, als das Bild einzufrieren scheint… doch als wieder Bewegung in die Szenerie kommt, fesselt der Alieratron sämtliche Zuschauer, zieht sie in seinen Bann und alle Augenpaare sind darauf gerichtet… Der Jahrgang 2004 rückt in den Hintergrund, denn zwei Worte ersetzen diese Zahl, deutlich und groß über den gesamten Tron geschrieben:

 

AND NOW

 

Eine Show, die noch nicht lange in der Vergangenheit liegt… zugegeben, ein PPV einer fremden Liga, für die PCWAler eine fremde Liga, dennoch ist es seine Heimat… In bewegten Bildern wird der Main Event des vergangenen GFCW PPV’s näher betrachtet… Highlights aus dem Match, welche En Masse vorhanden waren, werden gezeigt… Die meisten der PCWA-Anhängerschaft scheinen dieses Match genau mitverfolgt zu haben… Unvergessen bleibt der Sprung von Raphaellus Krueger von diesem Gerüst in Richtung der Auftrittsrampe auf Zereo Killer! Er plättete den GFCW Publikumsliebling mit einem Big Splash, die Rampe war nicht stabil genug um den Aufprall standhalten zu können und die halbe Entrance Stage stürzte komplett ein! Doch was noch viel bemerkenswerter als dieser Sprung war: Zereo Killer konnte sich aus dem Pinversuch befreien und das Denkmal der Unvollkommenheit erreichte lediglich einen Near Fall! Ein kurzer Cut in der Szene und die beiden Erzfeinde finden sich auf dem Hell in a Cell Käfig wieder… Zereo Killer wurde mit einem Two Handed Chokeslam auf den Käfig befördert… Die Käfigdecke hat nachgegeben, Zereo Killer fiel in den Ring, die Ringmatte machte das auch nicht mit und ZK riss mit seinem Körper ein riesiges Loch in den Ring und wurde von der Trage weggetragen… Herzschläge sind aus den Boxen zu hören, mit jedem weiteren Herzschlag wird ein neues Standbild gezeigt wie ZK abtransportiert wird… das Match war dem Abbruch nahe, Raphaellus Kruegers Titelverteidigung nur noch reine Formsache…

Das Match wird erneut geschnitten, die Herzschläge hören auf, Krueger ist im Ring zu sehen, wie er bei zwei Sanitätern handgreiflich wird, weil diese ZK geholfen hatten auf die Trage zu gelangen… Minutenlang gingen diese Attacken weiter… Sanis, welche ZK in den Backstagebereich bringen wollten, blieben plötzlich in der Schockstarre auf der halb zerstörten Entrance Stage stehen… Sie wollten ihren Kollegen helfen… doch sie konnten nicht, hatten Angst… Sie wussten, sie würde dasselbe Schicksal erfahren wie ihre beiden Arbeitskollegen… ZK erhob sich, wie Phönix aus der Asche!!! Krueger war in seinem Element, war in einem Rausch! Er hatte einen Rettungsmann lange im Os Impurum… Zereo Killer schleppte seinen kaputten Körper zurück in den Käfig und befreite den Sanitäter von diesem gefürchteten Aufgabegriff mit einem nie für möglich geglaubten Konter: The Big Hit in das Loch im Ring!!!

Ein weiterer Cut in diesem Match: Das Match war mittlerweile schon sehr weit vorangeschritten… Eine Käfigwand ist bereits zerstört, der Ring ist schon komplett zusammengebrochen, Kakteen liegen herum, Stacheldrahtstühle, Baseballschläger… Bolzenschneider, alles liegt herum… Beide Wrestler sind außerhalb des Ringes… Kruegers Körper ist von Schnitt- und Schürfwunden übersät und er blutet vor allem aus seinem kaputten, rechten Arm, welchen er sich während es Matches verletzte… Aus der Nase des Killers quoll der rote Lebenssaft, er musste einen European Uppercut mithilfe des Bolzenschneiders einstecken… doch nun, just in diesem Moment, just in dieser Szene, hat ZK das Heft in der Hand: Mit dem Bolzenschneider hämmert er auf den angeschlagenen, wenn nicht schon verletzten Arm von Raphaellus Krueger…

Cut! ZK schneidete mit dem Bolzenschneider ein kleines Loch in den HiaC-Käfig… Er testet sogar, ob sein Arm durch das Loch passt… zufrieden nickt er… Im Anschluss wird noch gezeigt, wie er das Scheusal dazu zwang seinen Arm durch das Loch zu stecken… So schnell er nur konnte, rannte er im Anschluss auf die andere Seite des Stahlgerüsts… Mit seinem gesamten Gewicht hing ZK nun an dem Arm von Krueger… Mithilfe des Hell in a Cell Käfigs zeigte er den brutalsten Cross Armbreaker in der Geschichte des Sports Entertainments… und zwang Krueger tatsächlich zur Aufgabe!

Cut!

 

And the winner of this match and new

GFCW HEAVYWEIGHT CHAMPION

 

Nun ist es offensichtlich jedem klar… Auch wenn man noch so ein PCWA Hardcore Anhänger ist… Zereo Killer ist in aller Munde, denn er hatte Raphaellus Krueger bei GFCW Finest Hour 2014 besiegt! In einem der brutalsten Matches aller Zeiten! Zereo Killer ist hier in der PCWA!!! Ein weiteres Bild auf dem Tron bestätigt dies und zum größten Teil bricht auch hier für den Sympathieträger großer Jubel aus.

Die Hallenbeleuchtung wird nun in dunkelblau gehalten. Ein mächtiges Pyro rund um den Alieratron erhellt für einen Moment die Szenerie, bevor das Theme des groß angekündigten Wrestlers startet… Blauer Rauch bildet sich auf der Auftrittsrampe und der Song Bring me to life der Band Evanscence dröhnt aus den Boxen! Gespannt blicken sämtliche Augenpaare in Richtung der Auftrittsrampe, wird er wirklich erscheinen??? Der GFCW Heavyweight Champion!?!? Er lässt sich definitiv aufreizend viel Zeit… Plötzlich ertönt der Refrain des Songs… Gleichzeitig mit den Worten „WAKE ME UP“ kommt der Mann, der es immer noch drauf hat, durch den Rauch hindurch und das erste Mal betritt er das PCWA Theater!!! Und er wird hervorragend empfangen!!! Wie dem ein oder anderen auch bekannt sein durfte, hat Zereo Killer den GFCW Heavyweight Title während seiner Regentschaft durch einen Custom Title ersetzt, den er selbst als GFCW WORLD Heavyweight Title bezeichnet! Natürlich hat er das prächtige Stück Titelgold mitgenommen und reißt es energisch und wild entschlossen in die Höhe. Er genießt die Atmosphäre der fremden Liga, hatte sich nicht gedacht, dass er so gut empfangen wird… Mike MacKenzie, so sein bürgerlicher Name, trägt seine Wrestlingklamotten… ein weißes Kapuzenshirt mit einer goldenen Aufschrift auf den Rücken: #ISGI… Dem Zereo Killer Fan dürfte bekannt sein, dass „ISGI“ nichts Anderes bedeutet als I STILL GOT IT… und dass er es immer noch drauf hat, hat er definitiv bei Finest Hour bewiesen. Die Trainingshose ist auch in weiß gehalten, mit jeweils zwei goldenen Streifen an der Seite von der Hüfte bis zum Schuhwerk… Dazu passend natürlich die weißen Sneaker… Die vergangene War Evening Show liegt erst zwei Tage in der Vergangenheit, somit ist es nicht verwunderlich, dass der Mann aus Los Angeles Kalifornien noch immer seine durchsichtige Gesichtsmaske trägt… Immerhin ist seine Nase durch das bereits angesprochene Match angebrochen.

Eine angebrochene Nase tut seiner guten Laune aber keinen Abbruch… Er lässt sich sehr viel Zeit wie man es von den GFCW Shows gewöhnt ist und klatscht bei allen Fans ab… Diejenigen, die ein Foto machen, posiert er stolz mit seinem Custom Belt, sogar ein Selfie für manche Fans ist drin! Im Punkto Autogramme verteilen ist er auch ein Vorzeigechampion… Um den Squared Circle geht es auch noch und klatscht mit den seinen Fans ab, die er erreichen kann… Ein kleiner „Mini Killer“ darf sich extrem glücklich schätzen, denn sein Idol zieht sein Kapuzenshirt aus und schenkt es dem Fan!!! Doch im Anschluss nimmt er das Seilgeviert ins Visier… Über die Ringtreppe geht es rauf auf das oberste Seil… Er beweist seine absolute Körperbeherrschung und marschiert in bester Slackline-Manier über das Seil und macht in der Mitte Halt! Eine gekonnte Shooting Star Press folgt in die Mitte des Ringes und er landet auf seinen Beinen… Zeitgleich mit den Kontakt mit der Ringmatte wird die Halle wieder normal beleuchtet und die Musik fadet aus… Die Fans können es nicht fassen. Zereo Killer ist in der PCWA!

Es dauert nur einen kleinen Augenblick, dann wird dem GFCW Superstar der Schallwandler gereicht, doch bevor ZK dazu in der Lage ist irgendetwas zu sagen, lässt er die Stimmung auf sich wirken… Ein bis zwei Mal klopft er gegen das Mikrofon um dessen Funktionalität zu testen… Er setzt an, atmet tief ein, doch die YOU STILL GOT IT – Chants lassen ihm keine Möglichkeit etwas zu sagen… Es ist extrem laut im PCWA Theater geworden… Auch wenn er ein Star einer fremden Liga ist, so bleiben seine Leistungen doch nicht unbemerkt und hin und wieder blickt auch ein PCWA Vollblutfan bei anderen Ligen vorbei… Mike MacKenzie hält sein Sprechgerät in Richtung der Fans und dreht sich langsam im Kreis, er scheint die Stimmung förmlich aufsaugen zu wollen, genau das ist es, wofür er steht, darum macht Zereo Killer genau das, was er machen will! Er macht seine Show für die Fans, für solch tolle Reaktionen, die ihm entgegenkommen! Zereo Killer, der GFCW World Heavyweight Champion, badet im Jubel der Menschenmassen…

Nach einiger Zeit wird es langsam aber sicher etwas ruhiger und dann ist es endlich so weit. ZK hebt das Mic zu seinen Lippen um etwas zu sagen.

Zereo Killer: „Ich bin hier, in der PCWA! Ich bin im PCWA Theater!!! Und es ist mir eine Ehre vor so einem tollen Publikum aufzutreten!“

Logischerweise pusht er mit diesen Worten die Crowd und er lässt es sich auch nicht nehmen, noch einmal abzusetzen und mit seinem Custom Belt bei den vier Ringecken zu posen. Nachdem diese Zeremonie auch vorüber ist, bittet er die Fans der PCWA etwas leiser zu werden, denn er habe einige wichtige Ankündigungen zu machen…

Zereo Killer: „Die PCWA, eine Liga mit großer Tradition, sie besteht schon seit gefühlten Ewigkeiten… Vor vielen, vielen Jahren öffnete diese besondere Liga ihre Pforten, unter einem anderen Namen. Mitte November 2000 wurde diese Liga unter dem Namen German Crossover Wrestling Federation gegründet und am 7.12.2000 lief die erste Episode der damaligen Sendung „Smackdown“.“

Der World Heavyweight Champion geht, wie man es von ihm gewohnt ist, während seiner Ansprache im Ring hin und her, ebenfalls nickt er mit dem Kopf und sucht Augenkontakt mit den Fans.

Zereo Killer: „Ja, ich habe meine Hausaufgaben gemacht… Diese Liga hat viele große Momente kreiert, Legenden in diesem Sport wurden hier in dieser Liga geboren… andere wechselten von anderen Ligen in diese damals noch neue junge, unverbrauchte Liga und verhalf ihr zu dem Glanz, in der sie heute erstrahlt… Einen von diesen kenne ich noch sehr gut…“

Plötzlich bleibt er in der Mitte des Ringes stehen und schaut ehrfürchtig in Richtung Auftrittsrampe.

Zereo Killer: „Heutzutage verwendet er den Zusatz „Azrael“ in seinem Namen… damals in der WWCA war er mir nur als „Rage“ bekannt… Auch in der WWCA, in der wir eine gemeinsame Vergangenheit hatten, hatte dieser Mann alles erreicht… ich ebenfalls! Ich kann mich noch genau erinnern, dass ich vor ungefähr 10 Jahren dafür sorgte, dass Zereo CooL seinen WWCA TV Title an Azrael Rage verlor… Ich und Rage hatten nie sehr viel gemeinsam, das war lediglich Zufall, dass Rage diesen Titel bekam… Dennoch: Seine Leistungen im Ring waren schon damals bemerkenswert… Auch wenn er heutzutage schon über 40 ist, er ist immer noch einer der Besten Performer, die ich jemals gesehen habe!“

Eine Huldigung eines großen Mannes, welcher sein Zuhause in der PCWA gefunden hat…

Zereo Killer: „Mir fällt natürlich auch speziell Blake Milton ein… ein junger Wilder, der schon sehr viel erreicht hat und auch zu den Besten dieses Sports gehört… Er verhält sich oft etwas eigenartig, aber da mag ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, dafür kenne ich ihn zu wenig um wirklich darüber urteilen zu können… Er hat das sagenumwobene Brawlin Rumble Turnier bereits gewinnen können, und das in seinen jungen Jahren… Wie alt ist er? 23 oder 24 wenn ich mich recht entsinne?!? Auf jeden Fall muss man seine Leistungen mich höchstem Respekt zollen…“

Respekt, das ist das Wort, worum es in seiner Rede geht. Mr. #ISGI richtet sich seine Gesichtsmaske kurz zurecht, legt dabei gleichzeitig eine kleine Redepause ein und versucht in sich zu gehen… Er denkt nach, denn diese Liga hat viele besondere Wrestler zu bieten…

Zereo Killer: „Als ich in der GFCW angefangen hatte, gab es einen Wrestler, den ich bis aufs Blut nicht ausstehen konnte… Damals fühlte ich mich sehr unterlegen, war sehr unsicher… Immerhin war ich der Neue, auch wenn ich vor vielen Jahren mal ein gefeierter Star war… Ich hatte dennoch mit meiner eigenen Vergangenheit zu kämpfen… Hatte einen Unfall, litt unter Amnesie, irgendwann kam alles wieder hoch… Ich habe eine Tochter, meine Frau ist bei einem Autounfall kurz nach unserer Scheidung gestorben und so weiter… ich will jetzt nicht meine ganze Geschichte hier aufs neue Aufrollen, doch ich möchte auf die Person zu sprechen kommen, die ich absolut nicht leiden kann: Kriss Dalmi!“

Ein schallendes Buhrufkonzert übertönt jegliche Laute aus dem Schallwandler, doch der GFCW Publikumsliebling bittet die befremdliche Audienz um Ruhe, denn er würde gern weitersprechen.

Zereo Killer: „Ja… genau so denke ich auch über diesen Mann. Kriss Dalmi und seine Droge, Astro Happy! Ich fragte mich damals schon wie kann es Dynamite nur zulassen, dass ein solch beknackter Drogenjunkie in einer Wrestlingliga Geld verdienen darf??? Gut, er ist dann gegangen, ich war ehrlich gesagt sehr erleichtert, denn solch Abschaum braucht die GFCW nicht…“

Er schaut düster in die Publikumsreihen…

Zereo Killer: „Solch Abschaum braucht die PCWA aber genauso nicht! Warum zum Geier darf dieser Mann hier frei herumlaufen? Er war doch Champion oder? Oder ist er sogar noch Champion? Ganz ehrlich: Ich weiß es nicht genau! Ist mir aber auch egal… Solch ein Monster wie es Dalmi nun mal ist gehört eingeseperrt…“

Ein tiefer Seufzer ist zu hören, während er im Anschluss für einen Moment die Augen schließt und weiters über seine Worte nachdenkt…

Zereo Killer: „Vielleicht haben die Offiziellen ihm eine Chance gegeben, weil er einfach ein verdammt guter Wrestler ist?! Das muss es sein, anders kann ich es mir nicht erklären, dass so ein Psycho frei herumlaufen darf…“

Mit einem Räuspern will er das Kapitel Kriss Dalmi beenden und kommt auf einen weiteren Wrestler zu sprechen.

Zereo Killer: „Doch weiter im Text: Ich war über ein halbes Jahr in der GFCW ungeschlagen… Bekam immer mehr und mehr einen Höhenflug, konnte es kaum glauben, dass es so gut läuft für mich… Lange war das Gefühl nicht mehr da bei einer Wrestlingshow im Co Main Event zu stehen, doch dann war es so weit... Ein großes Match bei War Evening: Zereo Killer vs. Robert Breads!!!“

Ein Grinser huscht dem Amerikaner über seine Lippen, ehe er fortfährt.

Zereo Killer: „Dieser verdammte Breads brachte mir meine erste Niederlage bei… damals war es für mich das Schlimmste überhaupt… Nicht weil ich verloren hatte, sondern weil Breads im Vorfeld emotionslos ankündigte, dass er mich besiegt, dass es für ihn aber absolut nichts bedeute… ich bin einfach nur eine Durchlaufstation… und genauso verhielt er sich auch nach dem Match… der Jubel über seinen Sieg gegen mich blieb aus… es war von Anfang an klar für ihn, dass er mich besiegte…"

Ein dunkles Kapitel in Zereo Killers Matchhistorie, an die er sich nicht sehr gerne zurück erinnert…

Zereo Killer: „Doch einige Zeit später erhielt ich meine Revenge… Überraschend konnte ich mich für dieses Match revanchieren und ich glich aus… 1:1 steht es zwischen Robert Breads und mir… und nun ist er hier! Das berühmteste Brötchen der Wrestlinggeschichte!“

Der Los Angelino blickt entschlossen zur Rampe, seine Augen formen sich zu Schlitze, ein weiteres kleines Grinsen bildet sich auf seinen Lippen…

Zereo Killer: „Ich bin beim diesjährigen Brawlin Rumble dabei! Ich werde mein Bestes geben! Ob ich gewinnen werde, das weiß ich nicht, doch vielleicht fällt im Rumble eine Entscheidung: Werfe ich Robert Breads und/oder Kriss Dalmi raus, oder gelingt es einen von den beiden mich zu eliminieren?! Wie dem auch sei, viele große Namen werden wie immer an diesem Rumblematch teilnehmen und…“

Plötzlich wird der Monolog des GFCW World Heavyweight Champions unterbrochen. „Wikluh Sky - Balcan Sex God“ dröhnt aus den Boxen und der geneigte PCWA Fan weiß natürlich genau wer sich nun blicken lässt… oder etwa nicht?!?! Imaginäre Fragezeichen bilden sich in den Gesichtern der Zuschauer, als die Musik abrupt abgewürgt und durch „Samsas Traum – Einer Gegen Alle“ ersetzt wird… doch auch jetzt ist niemand auf der Auftrittsrampe zu sehen und die Zuschauer sind verwirrt… ebenfalls scheint dies das falsche Theme zu sein, welches gespielt werden sollte… Die Fans halten sich die Ohren zu, als im Anschluss beide Themes gleichzeitig gespielt werden… doch dann bricht Gelächter in den Publikumsreihen aus… Kriss Dalmi und Robert Breads erscheinen auf der Auftrittsrampe und gehen Hand in Hand in den Ring!!!

 

………………

 

Zugegeben, nur kleinwüchsige Versionen von den beiden Originalen… doch es kommt ein Mini Dalmi und ein Mini Breads in Richtung Geviert gerannt… Kriss Minidalmi hat eine kleine Plastikspritze in einer Hand, welche mit Wasser gefüllt zu sein scheint… Robert Minibreads hat ein Stück Brot mit, welches verdächtig einem Lidl Aufbackbrötchen ähnelt (der Schreiber dieser Szene muss es wissen, er ist Lidl-Chef :D ). Schnurstacks finden die Kleinwüchsigen ihren Weg in den Ring und stellen sich Zereo Killer gegenüber…

Zereo Killer: „Was zum Geier!?!?“

Bevor ZK überhaupt noch irgendwas sagen kann, hat ihn der Minibreads das Sprechgerät aus der Hand gerissen und schaut grimmig in die Crowd…

Robert Minibreads: „Du dachtest wohl, dass du Unfug über mich und meinen Freund hier sagen kannst und dass du ungestraft davon kommst?!“

Minidalmi spritzt das Wasser, welches sich in seiner gefährlichen Water Happy Spritze befindet – dieser Schriftzug befindet sich auf der Spritze – auf das Wrestlingoutfit des Gastes. Im Anschluss reißt er das Mikrofon an sich, was dem Minibreads sichtlich nicht gefällt… Kurz Entschuldigung, eine Umarmuntg unter BFF’s und dann geht’s sofort wieder in die Offensive gegen den aus ihrer Sicht ungebetenen Gastes.

Kriss Minidalmi: „ Du hast wohl geglaubt, dass wir nur drei Mal pro Show auftreten dürfen, huh?!?!“

Zereo Killer: „Ja, das dachte ich wohl, so siehts aus…“

Der GFCW Champion hat mittlerweile ein eigenes Mikrofon ergattern können, denn das seine wurde ihm ja geklaut… Verlegen schaut er nun drein… was soll er denn nun machen??? Damit hätte er nicht gerechnet, dass Dalmi und Breads doch noch rauskommen, obwohl im Vertrag steht „nur 3 Auftritte pro Show“.

Kriss Minidalmi: „Wir sind verdammt noch mal Kriss Dalmi und Robert Breads…

Robert Minibreads: „Und wir scheißen auf die Regeln, die uns vorgeschrieben werden! Wir machen die Regeln! Wir sind das Gesetz!“

Entschlossen gehen beide auf ZK zu, welcher nur zurückweicht… Plötzlich spürt er die Seile in seinem Rücken, Schweißtropfen scheinen über sein Gesicht zu laufen… er ist sichtlich nervös…

 

… really??!?!

 

Zereo Killer: „Ich dachte wirklich, ich kann jetzt noch etwas über euch reden, die Fans ein wenig unterhalten und dann hau ich wieder ab… Doch mit so geballter Gegenwehr konnte doch niemand rechnen!?!?“

Entschlossen schmeißen die Minis das Mikrofon gemeinsam weg… Robert Minibreads schultert Kriss Minidalmi und gemeinsam sind sie nun fast so groß wie Zereo Killer… Auf ihn mit Gebrüll!!!

Sie stürzen sich auf Zereo Killer und es gibt einen „wilden Brawl“ im Ring, von dem sich der GFCW Champion nur mit viel Mühe lösen kann… Er rollt sich aus dem Squared Circle und kann das Mikrofon gerade noch retten…

Zereo Killer: „Breads, Dalmi, wisst ihr was?!?! Es tut mir Leid, was ich über euch gesagt habe! Lasst es uns einfach beim Brawlin Rumble austragen!“

Die Miniaturversionen der Origiinale atmen schnell ein und aus. Ihr Brustkorb hebt und senkt sich sehr rasch, doch sie sind mit den Vorschlag von Zereo Killer einverstanden… Sie sliden aus den Ring und es gibt zwischen allen Beteiligten einen Handshake… Zereo Killer lacht und die Fans wurden auch ein wenig erheitert. Alle drei, Händchen haltend, marschieren in Richtung Backstagebereich, doch bevor sie hinter dem Vorhang verschwinden, bleiben sie noch mal stehen, drehen sich um und verbeugen sich vorm Publikum… Applaus für diese Showeinlage erntet das dynamische Trio… Zereo Killer erhebt noch einmal das Mikrofon…

Zereo Killer: „Spaß beiseite, Freunde… Ich respektiere jeden PCWA Akteur, egal wen ich mag und wen nicht: Großartige Wrestler sind sie allesamt! Ich freue mich beim diesjährigen Brawlin Rumble dabei zu sein und werde mein Bestes geben! Man sieht sich, PCWA!“

Evanescence – Bring me to life ist nun wieder zu hören und unter tosenden Jubel verlässt der Killer mit seinen beiden neu gewonnenen Freunden die Halle.

Vincent Craven: „Ha ha, ein kleiner Mini Dalmi und ein kleiner Mini Breads. Zereo Killer weiß, wie er die Leute zum Toben bringt.“

Mike Garland: „Hoffentlich weiß er auch, wie man im Ring arbeitet. Gegen die Midgets hatte er ja bereits seine Schwierigkeiten.“

Vincent Craven: „Alles nur gestellt. Er ist GFCW Heavyweight Champion, das sollten wir nicht vergessen.“

Mike Garland: „Und will es scheinbar beim Rumble mit Breads und oder Dalmi zu tun bekommen. Mal sehen, wer dann die Nase oben behält.“

Vincent Craven: „Bis hierhin hat Zereo Killer alles richtig gemacht. Jona Vark gesprochen und sich den Fans vorgestellt. Der Rumble kann für ihn kommen.“


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Eine Schalte.

Backstage. Nicht sein Backstage Bereich. Er kennt diesen Backstage Bereich nicht, denn zu der Zeit, als er auf dieser Oberfläche wandelte, gab es keinen festen Ort. Keinen festen Platz. Er war ein Reisender in der Zwischenwelt. Damals wie heute ist er in diesem wertlosen Körper gefangen, der durch aufwändige Maßnahmen über eine Dekade lang am Leben erhalten wurde. Leben. Das hier kann man nicht Leben nennen.

Seine leeren Augen starren aus seiner Hülle heraus in die Kamera. Er fletscht die Zähne, offenbart den Alptraum jedes Dentisten. Jedes Stomatologen. Scharfe Reste eines Gebisses, angefault, über die sich die Zunge windet als würde eine saftige Mahlzeit auf sie warten. Ein diabolisches Grinsen, welches jedem Serienkiller einen kalten Schauer über den Rücken jagen würde. Eine Gestalt, die sich an ihre Existenz klammert und doch keine mehr hat. Seit Jahren nicht mehr.

"Tick... Tack... Tick... Tack... Tick... Tack..."

Mit dem dunklen Nagel des rechten Zeigefingers kratzt sich die fahle Gestalt von der Stirn über die Schläfe, den Wangenknochen und bohrt sich die Spitze des Endes seines Fingers in die Wange, während er weiterspricht.

"Der Gesang der Maschinen verkommt zu nervigem Geschrei.

Das Pumpen ist kein Rhythmus mehr, sondern eine springende Platte des Wahnsinns.

Wenn das Piepen im Ohr keine Melorie, sondern zu einer alten Gewohnheit verkommen ist. Zu einer Marotte, die man ablegen will, aber nicht ablegen kann. Zu einer Sucht, die man nicht bezwingen kann, weil man dazu genötigt wird, sie in immer wiederkehrender Abfolge zu hören.

Wenn der Einklang der Technik kommt... und geht... und kommt... und geht... je nachdem, wie das schwache Herz schlägt. Mal schneller, mal weniger schnell. Mal näher, mal weiter weg.

Jedes Lebewesen braucht eine Konstante. Der Auf- und Untergang der Sonne. Das Klingeln des Weckers um 08:00 Uhr morgens. Das Bier zum Feierabend.

Meine einzige Konstante... Tick... Tack... Tick... Tack..."

Im Takt presst die fahle Gestalt den Zeigefinger und den Daumen der rechten Hand nah vor dem eigenen Gesicht zusammen. Immer und immer wieder. Immer und immer fester.

"Kein Chronometer, sondern eine billige, weiße Wanduhr. Alles, was mir blieb."

Wehmütig... wütend.

"Dreihundertsiebenundvierzig Millionen. Einhundertsechsundzwanzigtausend. Einhundertsechsundachtzig. Sekunden."

Ein kurzer Moment der Stille. Ein kurzer Moment des Durchatmens.

"Elf.

Elf Jahre.

Denn was vor vor einem Jahr in einem hermetisch abgeriegelten Krankenhaus erwachte, konnte vor zwölf Jahren nicht beendet werden.

Elf Jahre lag ich da. Wach. Und doch verschlossen, wie eine Truhe auf einem Dachboden. Das Schloss verriegelt, der Deckel fest auf dem Rumpf. Gefangen zwischen Gedanken und dem Unvermögen zu handeln. Elf Jahre im Koma"

Das eingefallene Gesicht, abgemagert, die Haare ausgefallen. Die tiefen Augenhöhlen, die schmale Nase, das spitze Kinn. Alles an diesem Patienten wirkte surreal.

"Und ein Jahr auf der Suche nach der Vergangenheit."

Der Komapatient auf der Reise.

"Ich habe euch gefunden. Ich habe mich belesen. Ich weiß mehr über eure Geschichte, als jeder einzelne, der hier herumwandert und denkt, die Fäden in der Hand zu halten.

Ihr seid sesshaft geworden, voller Ruhe. Weil ihr immer und immer wieder dem Tod entkommen seid. Jeder Schreckensherrschaft. Immer und immer wieder der Sense ausgewichen, immer und immer wieder den Sprung von der Klippe verhindert."

 

"Ich bin gesprungen. Vor zwölf Jahren. Doch es ist mir nicht gelungen zu beenden.

Ich lebe.

Ich bin das Ende.

Und in einem Monat werden sich die Toten erheben.

Keine Helden, um euch zu retten.

PCWA... das Gift ist zurück."

Mike Garland: "Vor... vor zwölf Jahren? Also 2002?"

Vincent Craven: „Ganz genau. Was ist vor zwölf Jahren passiert? Da waren wir schließlich auch hier?!"

Mike Garland: "Er ist gesprungen? Wer ist er? Wer ist dieser Komapatient? Warum ist er hier? Und was haben Aleks und Bob Mile damit zu tun?"

Vincent Craven: "Ich... muss mich noch einmal in unsere Geschichte reinlesen. Ich habe da einen Gedanken... aber das ist unmöglich."

Mike Garland: "Unmöglich? Ich habe keinen Schimmer, wovon du redest."

Vincent Craven: "Ich muss da was nachprüfen..."


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Achtung, lieber Leser! Ich werde die direkte Rede des stummen Charakters Marcos "Rolan" Martinez von nun an kursiv und in Klammern eingefasst darstellen. :-)

Ok, here we go...

 

Raffael Schneider ist zufrieden mit sich und seiner Welt. Er hatte heute alles gegeben, was in seiner noch zu geringen Macht steht. Und nun, ja nun war es an der Zeit, nach Hause zu gehen. Klar, der sogenannte Main Event des heutigen Abends steht ja noch aus. Aber da es ihn nicht interessiert, wer oder was sich dort gegenseitig die Zähne in den Rachen kloppt, muss er ja nicht zugegen sein. Etwas anderes wäre es gewesen, wenn sein Partner einer der Teilnehmer gewesen wäre. Aber das kommt noch. Der Gedanke an seinen Schützling und die kommende Aussprache bezüglich der eigenen Einzelaktion lässt die Feierabendstimmung etwas verblassen. Na, mit etwas Glück ließe sich das Gespräch auch auf morgen verschieben. Den Schritt etwas beschleunigt, sucht sich Schneider den Weg zu seinem Auto, situationsgebunden noch immer eine echte Rostkarre. Den vor sich liegenden Weg zur Hälfte geschafft, wird er dann aber doch von Marcos "Rolan" Martinez eingeholt. Schneider seufzt in sich hinein. Er hätte es wissen müssen. Mit flinken Fingern stellt Marcos seinen Manager zur Rede.

Rolan: („Was sollte das denn?!“)

Raffa: „Was meinst du?“

Rolan: („Frag nicht so blöd! Deine Showeinlage!“)

Schulterzucken als Antwort.

Raffa: „Ich habe getan, was die verdammte Vark gesagt hat: den bösen Buben gespielt.“

Rolan: („Und da fällt dir nichts Besseres ein, als in den Park zu gehen, Hundescheisse einzusammeln und auf die Zuschauer zu werfen?! Das ist krank, Raffa!“)

Schneider schnaubt belustigt und schüttelt leicht den Kopf.

Raffa: „Nein, nicht krank. Zielorientiert!“

Rolan: („Achso...“)

Rolans Körpersprache sagt alles. Resignierend hebt Raffael die Hände auf Kopfhöhe.

Raffa: „Weshalb sind wir hier, Marcos? Weshalb waren wir zu diesem Fanfest der PCWA gegangen? Weshalb hast du dich diesen, diesen.. Jobbern im Ring entgegengestellt. Und wo stehst du jetzt?“

Marcos rollt mit den Augen.

Rolan: („Um etwas zu Beißen zu organisieren, das weißt du genau! Und wo ich jetzt stehe? Ich bin Wrestler...“)

Schneider schaut sich vergewissernd um. Man weiß ja nie, wer ungebeten zuhören könnte.

Raffa: „Falsch, Marcos! Du denkst zu kurzfristig. Du bist JETZT ein Wrestler, dessen vertragliches Entgelt schon BALD nicht mehr seinem Leistungsvermögen und erst recht nicht seinem gesundheitlichen Risiko entsprechen wird. Und du bist ein Wrestler, der in diesem PCWA-Zirkus schon JETZT viel weiter sein könnte. Und mit deinen 37 Jahren bist du auch kein junger Kerl mehr, deine Zeit ist begrenzt.“

Rolan vermittelt Unverständnis.

Raffa: „Schau dir mal an, was um dich herum passiert. Du stehst auf einem Fest ein paar Minuten lang gegen einen gestandenen Wrestler im Ring, was damit endet, dass man dir eine Perspektive als Wrestler in Aussicht stellt und dir einen Vertrag anbietet. Gleichzeitig baue ich den größten Mist, den man sich als Arbeitnehmer erlauben kann, ohne fühlbare Konsequenzen. Marcos, ich hätte die gesamte Küchenbelegschaft vögeln und anschließend mit dem nackten Hintern auf die heiße Herdplatte setzen können, die Vark hätte uns trotzdem nicht gefeuert.“

Rolan: („Und weil dich die Belegschaft nicht rangelassen hat, wirfst du mit Scheisse...“)

Raffa: „Alter.. echt.. nein, ich werfe damit, weil ich erkannt habe, was die Vark in dir sieht. Und weil ich erkannt habe, dass die Vark damit recht hat, wenn sie sagt, dass wir einen Kontrast bieten müssen. Sie hat recht: du wirst umso besser wahrgenommen, je stärker der Kontrast zwischen uns ist. Du bist nicht wie ich, dich kann man nicht verändern. Du..du bist ein verdammter Jedi in einem verdammten Schneckenhaus.“

Ungläubig reisst Marcos die Augen auf. Es hat offensichtlich geklickt.

Rolan: („Du hast das gemacht, damit ich Publicity bekomme? Publicity durch Fäkalien?! Spinnst du? Und überhaupt, was hättest du getan, wenn ich dich nicht aufgehalten hätte?“)

Ein lässiges Achselzucken Schneiders.

Raffa: „Uns bietet sich hier eine Chance auf mehr als nur ein paar Kröten. Ich glaube, Du und ich, wir könnten innerhalb kurzer Zeit diese Liga prägen, aufsteigen bis ganz nach oben und all den anderen selbstverliebten Spinnern in diesem Zirkus in den Hals kacken. Und richtig Geld verdienen! Da lohnt sich das Spiel mit dem Feuer. Und meine Aktion gibt mir recht: die Leute haben dich heute das erste Mal richtig GESEHEN. Und sie beginnen, dich nicht nur wahrzunehmen, sondern dich zu lieben. Weil sie mich hassen. Deine trashige Aktion mit dem geformten Herzen war übrigens allererste Sahne.“

Rolan: („Es gibt andere Möglichkeiten..“)

Raffa: „Und die wären? Sich in den Ring oder vor die Kamera stellen und dumm rumlabern, in der Hoffnung, etwas Spotlight zu generieren? So, wie es die anderen hier alle machen? Völlig passiv abwarten, bis die Etablierten mit ihren langweiligen Bookings und Pseudostänkereien durch sind und in Rente gehen? Selbst nur hoffen, dass man endlich auch mal an der Reihe ist, die großen Kämpfe bestreiten zu können und bis dahin zu allem Ja und Amen zu sagen, was einem diktiert wird? Um dann irgendwann einmal, nach 5 bis 10 Jahren, einen Vertrag zu bekommen, von dem man auch anständig leben kann? In 10 Jahren bist du fast 50! Wach auf! Nee, Marcos. Ich bin für die aggressive Variante. Wenn du etwas willst, dann nimm es dir, so schnell du nur kannst. Und ohne Rücksicht auf andere. Und wenn dir deine Taten erlauben, anderen die Pistole auf die Brust zu setzen, umso besser. Erst recht, wenn die Brust deinem Arbeitgeber gehört. Klar, umso extremer die Maßnahmen, umso größer das Risiko. Aber umso größer kann auch der Erfolg sein. Glaub mir, ich sehe mich nicht umsonst als dein Manager befähigt.“

Rolan schüttelt leicht den Kopf, dann fliegen wieder die Finger.

Rolan: („Ist dir schon mal in den Sinn gekommen, dass mir all das egal sein könnte und dass ich einfach nur meinen Vertrag erfüllen will, weil ich offensichtlich wrestlen kann und mir das mein tägliches Brot auf den Tisch bringt? Das mir ausreicht, wo ich jetzt bin?“)

Raffa: „Und weil dir das alles sooo egal ist, hast du mich vorhin da draußen aufgehalten und anschließend dein Herz verschenkt? Ja, schau nicht so, ich konnte es backstage in einem der Monitore beobachten. Und komm mir bloß nicht wieder mit deinem Unrechts-Argument.

Ein paar Augenblicke der Stille.

Raffa: „Davon abgesehen, was meinst du, wird passieren, wenn du dich verletzt und du deine Karriere beenden müsstest? Wovon würdest du dann leben, wenn du dich vorher mit so einem pissigen, kleinkarierten Vertrag zufrieden gegeben hast? Es ist ein Unterschied, ob man mit Tausend Euro pro Monat nach Hause geht, oder mit ner Million. Ich glaube, die Vark hat erkannt, was du bist: ein potentieller Megaseller. Ich hab echt keine Ahnung von Wrestling, und ich weiß auch nicht, warum du in so einem abartigen Affentempo lernst. Was mir eigentlich auch egal ist. Aber, verdammte Asche, ich rieche Erfolgschancen gegen den Wind. Und ich sage dir, dass man dir schon sehr bald nichts mehr beibringen können wird. Und was machst du dann mit deinem Megaarsenal an technischem Können, wenn du kein Spotlight, keine Fanbase, kein Druckmittel für einen richtig guten Vertrag hast? Genau. Nichts. Abgammeln und warten, bis die anderen bereit sind, dir einen Krümel vom Kuchen abzugeben. Also, vertrau´ mir. Denn ich bin dein Manager. Und ich weiß, was ich tue.“

Martinez scheint überzeugt.

Rolan: („Gut..solange du nicht wieder mit Fäkalien wirfst und mich zukünftig in deine Pläne als mein Manager einweihen wirst...“)

Ein Lächeln umspielt Schneiders Mundwinkel.

Raffa: „Wir gehen jetzt erstmal was essen. Das haben wir uns heute redlich verdient... Übrigens: weißt du, was das Besondere an uralter Schokolade ist? Wenn man sie zerbröselt und dann etwas bearbeitet, ähnelt sie aus etwas Abstand betrachtet, alter, verrottender Hundescheisse.“


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Wie Hühner auf der Stange sitzen sie da.
Aufgereiht auf einer Bank direkt im Vorzimmer von Jona Varks Büro. Madeleine Grimm, die Sekretärin des Offices, hackt einige Schriftsätze in ihren Computer und kann sich ein Schmunzeln bei diesem Anblick nicht verkneifen. Die vier höchst unterschiedlichen jungen Damen versuchen sich krampfhaft so gut es geht gegenseitig zu ignorieren, was ihnen aber nur halbwegs gelingt. Und so liegt eine stille Anspannung in der Luft.

Sehen wir uns die Sitzbank einmal von rechts nach links an.

Ganz außen hat Eri Osada Platz genommen. Das bunte Kleidchen, das sie vorhin noch im Ring trug, hat sie mittlerweile durch eine weiße Bluse mit Seemannskragen, einen karierten Rock, Kniestrümpfe und dunkle Lackschuhe ersetzt. Irgendwo hier in Berlin muss es einen Laden geben, der stereotypische Klamotten für kleine Japanerinnen verkauft. In ihren Ohren stecken Kopfhörer, deren weiße Kabel unter ihrem Oberteil verschwinden. Zu poppigen J-Pop-Sound kaut sie auf einem Kaugummi herum, bemüht möglichst gelassen auszusehen. Dabei können wir uns denken, wie aufgewühlt sie nach den Ereignissen dieser Show sein muss.

Links von ihr sitzt Ashley Stanton, frisch geduscht und umgezogen, hat sich die Amerikanerin für eine legere Garderobe entschieden, hatte sie entgegen ihrer Notlüge für Maximilian Lunenkind  eigentlich nicht mehr damit gerechnet, an diesem Abend noch für ein Meeting einberufen zu werden: Schwarze Röhrenjeans im Used-Look, ein weißes Top, darüber ein offen getragenes, rotes Flanellhemd im Grunge-Style und schwarze Ankleboots. Immer wieder überschlägt sie das eine über das andere Bein, kann sich scheinbar nicht entscheiden, welche Position diese seltsam angespannte Atmosphäre vor dem Büro der Ligaleitung erträglicher macht, und wagt dabei auch immer wieder verstohlene Blicke zu den Frauen, die neben ihr sitzen.

Wie zum Beispiel Bleed. Sie wirkt wie das schwarze Schaf in der Familie mit ihrem finsteren Look und dem abschätzig ins Leere gleitenden Blick aus schwarzen Augen.
Sie trägt ein schulterfreies, blutrotes Shirt, das an provokanten Stellen eingeritzt ist und kühle, weisse Haut durchblitzen lässt. Ihre mit glänzenden Stahlringen geschmückten Finger spielen mit den Haarsträhnen ihrer rebellischen Undercut-Frisur, während ihre Gedanken überall zu sein scheinen.
Nur nicht hier, an diesem Ort, mit dieser seltsamen Konstellation.
Aus den Augenwinkeln lässt sie hin und wieder ihren Blick schweifen. Und sie fühlt sich wie in einem Stall, in dem das Geflügel über den Eiern brütet.

Jiao hat ihren Kleidungsstil bereits an die westliche Kultur angepasst, auch wenn es auf den ersten Blick nicht ganz passt: Jeans, flache Schuhe, dunkelblaues Tanktop und Lederjacke. Ihre langen Haare sind zu einem Pferdeschwanz zurückgebunden. Nach außen hin wirkt sie ziemlich ausdrucklos.

Ein leises Rauschen ertönt aus dem Sprechgerät, das vor Madeleine auf dem Schreibtisch steht. Sie drückt auf einen Knopf und eine leise Stimme ertönt.

„Du kannst sie jetzt herein lassen.“

Madeleine blickt auf.

Madeleine Grimm: „So, die Damen. Jona erwartet sie. Ihr könnt direkt durchgehen.“

Mehr oder weniger sofort stehen alle vier auf. An der Tür kommt es kurz zu einem Gedrängel, als vier Hände zugleich nach der einzigen Türklinke greifen wollen.
Niemandem würde der kurze Blick auffallen, den sich Bleed und Madeleine austauschen. Flüchtig, nur für einen Bruchteil einer Sekunde, treffen sich ihre Augen.
Und das angedeutete Nicken kann auch nur Einbildung sein.

Jiao: "Ich muss doch Euch bitten! Seid nicht so eilig!"

Bleed: "Bin ich dir etwa auf die Manolos getreten? Bitte fang nicht an zu weinen.. es bricht einem das Herz."

Ashley Stanton: „Wären die Damen so freundlich?!“

Eri: „Ich gehen zuerst!“

Es ist ein Anblick für die Götter, wie sich alle vier Damen gleichzeitig durch die nunmehr offene Tür quetschen. Augenblicke später stehen sie allerdings im Büro direkt vor Jonas Schreibtisch. Da dort kein Besucherstuhl steht (den hat Jona aus psychologischen Gründen entfernen lassen), müssen alle vier erst einmal stehen bleiben.

Die blonde Chefin der PCWA blickt alle vier lächelnd an.

Jona Vark: "Herzlich Willkommen, meine wertgeschätzten Damen. Ich habe die Sitzgelegenheiten entfernen lassen, damit sie sich hier alle auf Augenhöhe begegnen. Ich möchte ihnen auch nicht allzu viel ihrer Zeit rauben und sie nur über ihren Status beim Brawlin‘ Rumble in Kenntnis setzen. Wie sie wissen, steht der größte Event der PCWA in etwa einem Monat bevor und sicherlich haben sie sich alle schon gefragt, welche Rolle sie dabei spielen werden."

Erwartungsvolle Blicke. Vier Augenpaare, die Jona fragend anblicken. Der Brawlin‘ Rumble ist schließlich etwas Besonderes und jeder in der PCWA möchte gerne ein Teil davon sein. Jona fällt dies natürlich auf und ein Lächeln huscht über ihr Gesicht.

Jona Vark: "Ich hatte vor einigen Tagen eine überaus interessante Unterredung mit einer Geschäftspartnerin…"

Sie greift zu einer kleinen Fernbedienung und betätigt einen Knopf. Augenblicke später erscheint ein Bild auf dem großen Flachbildschirm, der direkt hinter ihr an der Wand hängt. Ashley Stanton kann einen überraschten Laut nicht vermeiden.

Ashley Stanton: „Irene!“

Irene Young, die General Managerin von ATHENA, in der Tat. Tolle Sache, diese Videokonferenzen, und hier erfreuen sich wohl Sender und Empfänger einer flotten Internetleitung, denn die Bild- und Tonqualität wirkt wirklich gut. Die ATHENA GM sitzt offenbar in ihrem kleinen Büro in Vancouver und lächelt freundlich durch ihre kantige Brille, die glatten Haare offen, aber recht streng über einen symmetrischen Mittelscheitel gekämmt. Der dunkle Blazer rundet das seriöse Bild ab.

Jona Vark: "Danke, Miss Young, dass sie an dieser Konferenz teilnehmen. Wie sieht es bei Ihnen in Vancouver aus?"

Irene: "Guten Morgen, Guten Abend, Miss Vark. Ich kann nicht klagen. Es ist wunderbarer Tag, und das Wetter ist auch gut!"

Jona Vark: "Das klingt doch gut. Kommen wir aber zum eigentlichen Grund unserer kleinen Besprechung: Ich habe mich mit Miss Young über den geplanten Auftritt von Miss Ashley Stanton beim Brawlin' Rumble unterhalten. Miss Young konnte mich davon überzeugen, dass es eigentlich nicht Sinn der Sache sein kann, die ATHENA World Championesse in eine Battle Royal zu stecken, bei der von der Aufmerksamkeit her vielleicht untergehen würde. Viel zu viel Potential, das wir verschenken würden. Also haben Miss Young und ich uns entschieden, dass der ATHENA World Title beim Brawlin‘ Rumble auf dem Spiel stehen sollte. In einem Match."

Ashley Stanton: "Was? Aber ich dachte..."

"...ich sollte am Rumble teilnehmen!", beendet sie den Satz in ihren Gedanken, realisierend, dass sie sich nicht in der Position befindet, die Entscheidung ihrer momentanen Vorgesetzten zu hinterfragen, senkt den Blick und murmelt ein leises "Sorry." hervor.

Irene: "Das ist richtig. ATHENA verdient sich immer mehr einen guten Ruf. Unter anderem weil große Promotions unser Angebot featuren, wodurch ATHENA wiederum profitiert und für die nächste Zusammenarbeit noch mehr Rückenwind mitbringt. Dementsprechend bin ich hoch erfreut über die Idee, die Jona Vark mir präsentiert hatte, die erste Titelverteidigung des ATHENA Championships bei einem großen PPV wie dem PCWA Brawlin' Rumble X stattfinden zu lassen. Allein das Wissen, dass Ashley den Titel und ATHENA vor Tausenden von Fans showcaset, füllt mich mit immenser Vorfreude."

Bleed: "Bored now, Buffy.."

Bleed will nicht zuhören, sie mag nichts wissen über ATHENA oder Promotion oder Vorfreude.
Niemand sollte das Recht auf Vorfreude haben - ausser sie selbst. Sie hasst dieses Büro, den Gestank von Ralph Lauren und Haarspray von Taft, die Papiere und Verträge mit den bunten Logo's drauf.

Bleed: "Kann ich gehen? Oder muss ich vorher ein Gedicht aufsagen, meinen Schwestern hier vom Sonderangebots-Bordstein Respekt bekunden und in meiner Rolle als 'Death Spice' eine Girl Power-Speech schmettern? Packen wir die Pottery Barn-Kataloge aus, wachsen unsere unterschiedlich beanspruchten Intimzonen und lackieren uns nachher die Nägel in den ATHENA-Farben? Warum dieses Vorspiel, diese Eitelkeiten, diese Präsentationen, wenn wir alle am Ende des Tages einfach nur gefickt werden wollen?"

Fast traurig schlägt sie die Augen nieder. Wie ein Teenager mit Heimweh.

Bleed: "Ich will nach Hause. Ich will mich mit Blake streiten. Ich will in die Tiefe, zum spielen. Ich will den Altar des grossen Teddybären schmücken, mit Knochen und Fleisch aus Plüsch und Garn.."

Alleine die Erwähnung Shiawases lässt Eri fast aus der Haut fahren. Sie schnauft laut hörbar auf, blickt Bleed mit zusammen gekniffenen Augen an und ballt ihre kleinen Fäuste, was… nun ja, in etwa so bedrohlich wirkt wie ein kleines Kätzchen, das man in einen Kinderwagen gesteckt und eine Mütze aufgesetzt hat.

Jona Vark: "Nicht so ungeduldig, die Damen. Ich habe sie nicht umsonst alle hierher bestellt. Wir haben uns nämlich gemeinsam überlegt, dass es für die Fans ein viel größeres Spektakel wäre, wenn Ashley ihren Titel gegen eine Gegnerin aus der PCWA aufs Spiel setzen müsste. Nur, fragten wir uns dann, welche von ihnen hätte einen Titelkampf am ehesten verdient."

In der siebten Klasse eines katholischen Mädcheninternats würden jetzt sicherlich vier Arme schnipsend nach oben gehen. Aber auch so sieht man den vieren ihre Neugier sichtlich an.

Jona wendet sich schließlich an Jiao.

Jona Vark: "Miss Chengzho. Sie haben im Training einen hervorragenden Eindruck hinterlassen und bei der Prestige Challenge den zweiten Platz belegt, noch vor renommierten Wrestlern wie Mad Dog und Robert Breads. Heute standen sie gegen Miss Stanton bereits im Ring und… lassen sie es mich einmal so formulieren… das Ende ihres Matches lässt noch viel Spielraum offen. Die Fans lieben klare Entscheidungen und ihr Match endete alles andre als klar. Miss Chengzho, deshalb habe ich sie als mögliche Gegnerin für Ashley ins Auge gefasst."

Jiao: "Vielen Dank, hochwürdige Frau Vark. Ich fühle mich geehrt!"

Nun aber meldet sich Irene Young per Monitor wieder zu Wort.

Irene: "Nicht vergessen sollten wir allerdings Sie, Miss Osada. Immerhin sind sie bereits bei ATHENA angetreten und haben durch einen Sieg gegen Ophelia von sich reden machen. Die ATHENA-Fans mögen sie und, wenn ich mir diese Bemerkung erlauben darf: Ihre Beziehung zu Mister Rage tut ihnen sichtlich gut. Ihre Umfragewerte bei den Internet-Fans sind wirklich phantastisch."

‚Beziehung zu Mister Rage‘. Eri wird augenblicklich knallrot, hält die Hand vor den Mund und beginnt zu kichern. Sie wirft einen verstohlenen Seitenblick auf Bleed, die Azrael niemals so nahe sein könnte wie sie. Trotz des Kusses.

Jona Vark: "Was uns auch direkt zu ihnen bringt, Miss... eh... Bleed. Auch wenn es nicht unbedingt zu unserer Firmenpolitik gehört, Stofftieren Gewalt anzutun und viele ihrer Entscheidungen sehr kritisch betrachtet werden…"

Bleed: "Ich weiss, ich bin der Kontrast, right? Der kleine Teelöffel voll Teer, der in Ashley's Fass mit Honig getaucht werden soll.. Damit dieses Match bittersüss schmecken kann.. Damit der Tag noch heller scheint. Die dornige Distel, neben den wunderschönen Rosen in der Erde versenkt. Der schwarze Schwan, neben dem das schneeweisse Gefieder der anderen in der Sonne strahlt wie Schnee auf einem dunklen Massengrab. Das ist die Rolle, die für mich bestimmt ist.. hab ich Recht, Jona? Niemand will mich jemals gewinnen sehen.. niemand ausser mir selbst und den Wesen in der Tiefe. Und das ist okay, Jona. Denn dafür bin ich geboren worden, dafür hat er mich erschaffen. Um Opfer zu bringen.. wie dieses. In einem Raum mit einfältigen Hühnern zu hocken, dem Gestank ihrer Naivität standzuhalten, ohne mich über dem Mahagonischreibtisch zu erbrechen. Um das Kanonenfutter zu spielen, für Pin Up-Bitches wie Ashley Stanton."

Ashley Stanton: "What?!"

Jona Vark: "Unterlassen sie bitte diesen Streit. Das führt an dieser Stelle zu Nichts. Miss Young und ich haben uns schlussendlich ohnehin schon auf eine Gegnerin geeinigt, nicht wahr?"

Sie will gerade wieder an ihre Kollegin abgeben, als der Summer ihres Telefons anspringt. Mit einem genervten Blick drückt sie auf eine Taste.

Jona Vark: "Jetzt nicht, Miss Grimm."

Nachdem die Sekretärin abgewimmelt ist, hat Irene Young wieder das Wort.

Irene: "Das haben wir. Und ich darf ihnen mitteilen, dass Jona Vark mich…"

Sie legt eine kurze Kunstpause ein, um die Spannung zu erhöhen. Alle vier Damen können es in der Tat kaum erwarten.

Irene: "Wir haben uns dazu entschlossen, sie allesamt in ein Match um den ATHENA World Title zu stecken. Und deshalb wird es beim Brawlin‘ Rumble X heißen: Ashley Stanton vs. Eri Osada vs. Jiao Chengzho vs. Bleed, um die ATHENA Championship!"

Ashleys Mund formt ein stummes "Woah!". Darüber hinaus gibt sie sich aber die beste Mühe, betont ungerührt zu wirken und stützt eine ihrer Hände auf ihrer Hüfte ab. Ihr Blick schweift zu ihren Konkurrentinnen ab.

Jiao: "Das... das ist großartig!"

Bleed entgegnet nichts. Sie reibt sich nur über die Augen, als das jubilierende Geschrei losgeht.
Hooray for Boobies..

Eri Osada: „Ich werden gewinnen ATHENA Title!“

Die kleine Japanerin stapft trotzig mit dem rechten Fuß auf den Boden. Just in diesem Moment öffnet sich die Tür. Wir hören Madeleine Grimms Stimme.

Madeleine Grimm: „Sorry, Miss Vark, aber ich konnte sie einfach nicht zurück halten!“

Eine junge Dame ist ins Büro geplatzt. Rote, durchgestufte Haare, etwas aufgebrachte Mimik, ein genervtes Augenrollen von Ashley Stanton... Das ist Ophelia!... Die Französin blickt sich kurz um, erspäht Ashley und dann Irene Young auf dem Monitor.

Ophelia: "AHA!... Voilà! Comme je l'avais craint... Ich wusste, dass hier was ausgeheckt wird... Ashley auf dem Weg nach Berlin. MIT dem Belt... Das hat mir keine Ruhe gelassen, jetzt bin ich wieder an diesem komischen Ort, musste mir so ein komisches Ticket kaufen, 35 Euro, ist das Euer Ernst?..."

Sie hält Jona Vark eine Eintrittskarte vor die Nase. Vark bleibt - noch - gelassen und lässt die Aufgebrauste erst mal sprechen.

Ophelia: "...und habe mich durch dieses Labyrinth hierher durchgekämpft... Also, was ist hier los... Was für ein Top Secret Meeting ist das hier??"

Irene meldet sich vom Monitor zu Wort.

Irene: "Das ist ja unfassbar... Ophelia... Das ist wirklich nicht der geeignete Moment, um…"

Bleed: "What the fuck.. War schon wieder Freigang in der Transen-Klinik?"

Ophelia: "Calme-toi, ma gamine... ICH muss mich fragen, was das hier für eine Versammlung ist. Zwei zu kurz geratene Asiatinnen und ein Möchtegerne-Punk-Girl. Was ist hier los?? Sind das Deine neuen Contenders für den Titel, Irene? Ist es das, was Du ausheckst?"

Irene: "Meine Güte... Ja, Ophelia, Du weißt genau, dass wir bewusst die Zusammenarbeit mit anderen Promotions suchen. Dein Match gegen Eri Osada war ein Riesen Erfolg, ebenso das Turnier, was von Damen aus SIEBEN Promotions wahrgenommen wurde. Und jetzt ein Titelmatch bei einem der größten PPV's im Wrestling."

Ophelia: "Und was ist mit mir? Ich war bisher bei jeder einzelnen Show von ATHENA, reiße mir den Allerwertesten auf, nur um dann von so einem Früchtchen wie Ashley Stanton überschattet zu werden."

Ashley will intervenieren, aber Jona Vark beruhigt sie, lehnt sich mit zum Dach gefalteten Händen im Sessel zurück.

Ophelia: "Und jetzt bekommen diese Missgeburten hier einen Shot, die wohl noch nichtmal wissen, wie man ATHENA buchstabiert??... Warum tust Du das? Warum verrätst Du die Leute, die WIRKLICH für Deinen Erfolg sorgen?"

Bleed blendet das Geschrei aus.
Ihre Finger mit den umschmeichelnden, glitzernden Stahlringen berühren den Schreibtisch, fühlen das Holz.
Irgendwo hatte es einst einen Baum gegeben, der für diesen Tisch sein Leben liess. Wie es wohl ist, dahinter zu sitzen.. hinter dem Kadaver des gestorbenen Baumes..
Das Geschrei geht weiter, während sie das Holz streichelt, es wird neben ihr wild gestikuliert, sie wird sogar aus Versehen angestossen, angerempelt.
Doch in Wirklichkeit ist Bleed längst nicht mehr hier.

Irene: "Ich fasse das immer noch nicht, was DU hier treibst... Ophelia, Du hattest bereits eine große Chance auf den Titel. Du warst im Halbfinale des Turniers, wo Du gegen Ashley Stanton verloren hast, die dann weiterziehen und Championesse werden sollte. Wenn Du jetzt wieder einen Shot willst, musst Du ihn Dir verdienen! Ganz einfach! Und da ich ohnehin gerne noch jemanden in das Match bringen wollte, sage ich: Überzeuge mich bei Amazone 09! Besiege Deine Gegnerin Lara Lee, und wir kommen ins Geschäft!... Sollte Lara gewinnen, ziehe ich in Erwägung, ihr den Spot zu geben."

Ophelia: "Bitte was?? Lara Lee?? Diese GWS Neanderthalerin?? Was ist bloß in Dich gefahren, verdammt!... Aber nur zu, gib mir diese Mutantin, und ich werde an ihr ein Exempel statuieren... Und Ihr... Früchten!... kommt doch nach Vancouver, schaut Euch das Schauspiel an, damit Ihr einmal eine richtige Wrestlerin in Aktion erleben könnt. Aber Vorsicht: Danach könntet Ihr Euch dieses Titleshots unwürdig fühlen!"

Richtige Wrestlerin?
Das lassen die anderen natürlich nicht auf sich sitzen. Und während sich die fünf Damen allmählich in Rage reden, zwinkert Jona Vark ihrer Kollegin Irene Young zu.

So muss Crossover aussehen.

Vincent Craven: „Und wieder einmal WOW für Jona Vark und ihre Kollegin von ATHENA. Beim Rumble sehen wir Bleed vs. Eri vs. Jiao vs. Ashley. Was für ein tolles Match!“

Mike Garland: „Nur Ophelia scheint es nicht zu mögen.“

Vincent Craven: „Verständlich, denn sie ist eine der Aushängeschilder von ATHENA.“

Mike Garland: „Das kommende ATHENA Championship findet aber in der PCWA statt und damit haben gleich drei PCWAlerinnen die Chance zu einem Titelgewinn.“

Vincent Craven: „Das ist außergewöhnlich. Vielleicht holen wir das Gold in unsere Reihen… wobei wir Bleed da ausklammern können.“

Mike Garland: „Sie wirkte auch etwas abwesend, aber was soll es. Wir können auf Amazone 09 schauen – vielleicht ergibt sich dort noch etwas.“

Vincent Craven: „Und dann vorfreudig auf den Rumble schielen. Frauenpower. Solche Crossover-Matches brauchen wir.“


------------------ PCWA ------------------

YOU LET ME VIOLATE YOU

YOU LET ME DESECRATE YOU

YOU LET ME PENETRATE YOU

YOU LET ME COMPLICATE YOU

 

 

HELP ME, I BROKE APART MY INSIDES

HELP ME, I'VE GOT NO SOUL TO SELL

HELP ME, THE ONLY THING THAT WORKS FOR ME

HELP ME, GET AWAY FROM MYSELF

 

Robert Barker tritt schwungvoll hinter dem Vorhang hervor und füllt sofort mehr Raum, als sein Körper eigentlich zulassen sollte. Sein Gesicht ist eine einzige Maske aus Rot. Die Schlägerei mir Dalmi war kurz, intensiv und blutig. Genau das, was Robert wollte. Der verachtenswerte Gegner, das Blut, die Lust und doch konnte er sich zurückhalten. Der Schlächter hat gegiert, hat gebettelt, doch Robert hat ihn zurückhalten können, als es darauf ankam. Und deshalb hat Robert sich das Blut, obwohl es deutlich sanitärer wäre, nicht aus sondern durch das Gesicht gewischt.

 

I WANNA FUCK YOU LIKE AN ANIMAL

I WANNA FEEL YOU FROM THE INSIDE

I WANNA FUCK YOU LIKE AN ANIMAL

MY WHOLE EXISTENCE IS FLAWED

 

Er hat noch immer den Baseballschläger in der Hand den er zu Beginn der Show aus Blakes Besitz entwendet hat und seitdem mit sich herumträgt. Es ist eine Sonderanfertigung, mit persönlicher Gravur, doch es ist nicht sein Name, der darauf steht, es ist der Name seines Gegners und in seinem Kopf der seines Opfers. Einmal halb um den Ring herumgegangen, lässt er sich ein Mikro zuwerfen - dichter möchte gerade niemand an ihn heran - und slidet dann in den Ring.

 

YOU GET ME CLOSER TO GOD

 

 

 

Robert blickt in die Runde. Gibt jedem Fan in der Halle ihn von allen Seiten zu sehen. Den Overall, das Blut, den Baseballschläger.

Robert Barker: „Mein Name ist Robert Barker.“

Pause. Nichts Neues. Eigentlich.

Robert Barker: „Ich sage das, weil ihr…“

Er deutet mit dem Baseballschläger in die Fanreihen.

Robert Barker: „…ganz offensichtlich vergessen habt, wer ich bin.“

Vorwurfsvoll bleibt sein Blick schlussendlich in Richtung der Entrance Bühne hängen.

Robert Barker: „Und dennoch.. habt ihr mich nie vergessen lassen, was ihr von mir haltet… habt mich nie vergessen lassen, was ich wegen meiner Taten doch für ein wertloses Stück Scheiße bin. Niemals habt ihr mich das vergessen lasen… Niemals… Jede Nachricht, jedes Gespräch, jede Show triefte von eurer tiefen Abscheu für das Monster namens Robert Barker. Für den Schlächter von Mythen, Regenläufern und Hunden.. Für den Mann, der jeden Titel, um den er jemals angetreten ist, gewonnen hat.. Für den Mann, der jedes Turnier und jedes Event um das er sich je bemühte, gewonnen hat.. Und warum? Weil ihr mich am Boden vermutet habt, weil ihr in euren schwarz und weiß gemalten Welten zu beschränkt wart um den neuen Robert Barker zu verstehen.. und was der Idiot nicht versteht, das macht ihm entweder Angst, oder er verspottet es.“

Er leckt sich über die Lippen. Schmeckt Blut. Leckt nochmal.

Robert Barker: „Also begannt ihr zu spotten. Jeder von euch. JEDER! ... Rage? Stevie? Alistair? Breads? Ihr habt klar und deutlich gemacht, wie wenig ihr noch von dem Mann haltet, den ihr einst als ultimativen Antagonisten bezeichnet habt… als die ANGST… als ein krankes, perverses Monster… und als den größten Terroristen der PCWA.. Ihr habt mir in die Augen gesehen, IHR ALLE!“

Die Zähne fest aufeinandergepresst atmet er heftig aus. Blut und Speichel bilden kleine Blasen.

Robert Barker: „…und habt mich gleichermaßen für all meine Taten geächtet und für mein neues, friedlicheres Ich verspottet. Jeder verdammte Bastard von euch. Egal ob ihr das Glück hattet dem Schlächter nie begegnen zu müssen, ob ihr ihn live miterlebt oder sogar mit ihm zusammen gekämpft habt.. jeder Einzelne von euch hat es sich angemaßt über mich zu urteilen. Solange bis die Fans anfingen sich mit ihren Shirts über mich lustig zu machen.. bis die Legionen an Niemanden im Backstagebereich aufhörten mich zu fürchten.. bis selbst jemand wie Bleed es wagte ihre Hand an mich zu legen. An MICH! ...obwohl ich dieses gottverdammte Miststück doch so problemlos mit einer einzigen Schlachtung beenden könnte... Einfach. So.“

Er begleitet die letzten beiden Worte mit einer einfachen Bewegung des Baseballbats. Die Fans sind geteilter Meinung darüber. Aber der Jubel überwiegt. Schlachtungen sind Old School. Bleed ist eine Bitch. Gewalt ist immer in Mode.

Robert Barker: „Und so wie ich sie beenden könnte, könnte ich genau das gleiche mit jedem anderen hier machen. Mit absolut jedem! Denn was ihr gottverdammt noch mal verdrängt habt, ist, dass ich all diese Dinge, all diese Siege, all diese Titel, all diese Schlachtungen, all diese Gewaltakte, Regelbrüche und sinnlose Blutorgien tatsächlich gefeiert habe!“

Und in diesem Moment tut es ihm immer weniger leid. Die Reaktionen der Crowd waren schon immer pures Adrenalin für ihn und deshalb auch einer der Gründe, warum er seit seinem Comeback  keine Promos mehr im Ring gehalten hat, doch jetzt glaubt er den Schlächter unter Kontrolle. Zeit sich eine seiner Drogen zurückzuholen. Nur eine kleine Dosis und dann würde er wieder aufhören.

Robert Barker: „Ihr wollt mich dafür ächten, dass ich den Topstars der PCWA Jahre ihrer Lebenszeit genommen habe? Knock yourselves out! Ihr wollt mich hassen, weil ich mir mit Gewalt alles genommen habe, was ich jemals haben wollte? Fine by me! Aber niemals, NIEMALS! wieder will ich sehen, wie mir einer von euch wertlosen Bastarden mit irgendetwas anderem als Angst und Respekt entgegentritt!“

Er hat die Kamera, die ihn filmt genau im Blick, ganz so als wolle er jeden einzelnen Wrestler, der gerade zuschaut persönlich anhassen.

Robert Barker: „Und weil ich weiß, wie wenig ich auf irgendwelche Versprechungen von euch geben kann, werde ich höchstpersönlich dafür sorgen, dass ihr diese Botschaft nie wieder vergessen könnt! Ich werde euch ein letztes Mal das Gesicht der ANGST in eure erbärmlichen Hirne brennen! Glaubt mir, eure schlimmsten Alpträume sind nichts gegen meine Fantasie und deshalb werde ich beim Brawlin Rumble X einen Moment für die Ewigkeit schaffen!“

Die Fans gehen apeshit für ihren heißerwarteten Event.

Robert Barker: „Denn während ihr eure Soap Opera Spielchen treibt und euch lieber darum kümmert, wer wen gefickt hat und wer vielleicht wen als nächsten ficken wird, hat es einen einzigen Mann in euren Reihen gegeben, der es wirklich wert ist als Mann bezeichnet zu werden. Einen Mann, der nicht nur davon gesprochen hat nicotine & bacteria ausrotten zu wollen, sondern tatsächlich mit der Pest in den Ring gestiegen ist... Mad Dog.“

Fan Favorite = Jubel im Publikum + Nightfighter Chants.

Robert Barker: „Und was war der Dank dafür? Er wurde verbrannt und niemanden hier hat es interessiert.“

Und damit verstummen die Nightfighter Chants deutlich schneller als erwartet.

Robert Barker: „Niemanden… außer mich.. denn seit diesem Moment wusste ich was ich zu tun habe. Nicht länger war ich in der Lage mir einzubilden, dass sich jemand in seinen Weg stellen würde, sondern es war mir klar – so klar wie an dem Tag, als ich zum ersten Mal wieder diesen Ring betreten habe – das ich es sein muss. Robert fuckin‘ Barker. Der Schlächter.“

Er deutet mit dem Baseballschläger auf sich selbst.

Robert Barker: „Und weil ich im Gegensatz zu all den Breads‘, Brunswicks und Rages schon vor langer, laaanger Zeit verlernt habe, was es heißt Angst zu haben, werde ich beim Brawlin‘ Rumble X mein finsterstes Inneres nach außen kehren und dieser wandelnden Seuche endgültig Einhalt gebieten. Ich werde nicht versuchen ihn mit Worten zu beeindrucken, ich werde ihm kein Duell der beschissenen Metaphern bieten und ich werde keine wochenlangen Mindgames spielen… Beim Brawlin Rumble X werde ich ihm genau das geben, was er sich angeblich so sehr wünscht. Gewalt. Grenzenlos. Erbarmungslos. Sinnlos. Ich werde ihm das blutrünstige Ende bieten, was er sich so sehr wünscht, denn eine Wahrheit hatte in der PCWA schon immer Bestand: man mag Robert Barker in einem Pure Wrestling Match besiegen können, doch in einem Schlachtfest gibt es NIEMANDEN, der den Schlächter besiegen, NIEMANDEN, nicht einmal…“

Bevor irgendjemand dreimal den Namen in einen Spiegel sagen kann und eine Sichel seinen Hals perforiert, geht das Licht in der Arena aus und alle Blicke richten sich gebannt auf den Screen.
Dort flackert eine Szene aus dem Film ‚Twelve Monkeys’ über den Schirm, während im Hintergrund MY WEAKNESS von Moby erklingt..
 

 

aha, du kannst reden.

warst Du freiwilliger?

wo steckst Du

vielleicht..  in einer anderen zelle

Es ist das Amen in der Kirche.
Der Blitz, der in diesen Ort einschlagen muss. Egal wie oft, solange bis verbrannte Erde hinterlassen ist. Im Schatten der Filmszenen, im Einklang mit der surrealen Zerbrechlichkeit seines Themes, taucht Eleven aus dem Entrance auf.

Und er verharrt keinen Augenblick in diesem klischeehaften Moment, stehenzubleiben und den Feind im Ring zu betrachten. Er tut das was er immer tut, seit er in dieser Liga aufgeschlagen ist wie Unheil, das vom Himmel fiel.

Eleven geht voran. Er überwindet Distanzen.
 

vielleicht - was meinst Du damit - was soll ich damit anfangen

vielleicht bedeutet - vielleicht bin ich in der nachbarzelle

 

oder warte

vielleicht bin ich auch überhaupt nicht da


Er IST da.
Und sie werden ihn auch nicht los. Wie Pferde, die mit den Hufen ausschlagen, doch das Insekt nicht erreichen können, das seinen Stachel in ihr Fleisch versenkt. Wie eine Krankheit, die durch ihre Adern pumpt und sie mit jedem Tag schwächer werden lässt.

Eleven steht vor dem Ring wie fleischgewordenes Übel.
Schwarze Compatpants, Stiefel mit getrocknetem Blut. Die Hoffnung auf den Schlächter im leeren Blick. Dazu ein schwarzes Shirt mit weissen Buchstaben, die drei Worte formen:

One Man Evangelium.

Remember, remember, the fifth of whateverfuckingmonth comes next..

Neben Eleven tänzelt Bleed, wie immer voller Stolz in ihren Augen. Wie ein kleines Mädchen, das endlich bis spät nachts zum Tanz darf, um die Jungs zu küssen und sterben zu lassen.
 

vielleicht gibt es mich nur in deinem kopf

wer kann das alles so genau wissen

 

Eleven betritt den Ring, während das Licht wieder angeht und erwartungsfreudige Schreie in der Arena die Initialzündung für einen Jubelsturm geben, der alles in sich trägt. Die Erwartung dieses epischen Aufeinandertreffens. Die Hoffnung auf sein baldiges Ende durch den Schlächter und das damit verbundene Abschlusskapitel der Nicotine & Bacteria. 

Der Meister aus dem Keller bekommt ein Mic gereicht.
Dann ist es an der Zeit für.. you know.. Tod, Verwesung, Partyhüte – in Worte verpackt.

E11: „You know.. Bob.. Das hier ist dein Abschied. Du hast hier für uns ein letztes Mal die Überreste deiner Tapferkeit aus den Scherben deiner Gestalt gefegt, die niemand mehr zusammenkleben möchte. Truth is.. Keiner hat ein Interesse an der ermüdenden Geschichte des Menschens Robert Barker. Du konntest klagen und mit Tränen der Wut um Mitgefühl pokern, mit dem Verleugnen deiner Angst um beeindruckte Schulterklopfer werben.. NIEMAND wollte dich mehr sehen. Ausser mir. NIEMAND gab einen Scheiss auf dich. Bis zu diesem Augenblick.. dem Moment, der kommen musste, der Sekunde, an dem ich dich fand und du zu mir aufschautest, als wäre ich aus der Hölle gestiegen, um dir den Shotgun-Platz neben mir zu verkaufen, wenn es auf deine letzte Reise geht.. Du bist kein Idol der Gestörten mehr, du stehst hier als Bittsteller.. winselnd, damit dich ich befreie. Als trauriges Opfer, das verzweifelt wieder laufen lernen will und in der Nacht nach den Dämonen schreit, die ihn einst fast getötet hätten. “

Eleven tritt ganz dicht an Robert Barker heran.
Seine undeutbaren, leeren, schwarzen Augen versenken sich in der Seele seines Gegenübers.

E11: „DENN.. all das, was du als Schlächter mit spitzer Feder ins Fleisch dieser Fabrik gekritzelt hast, ist eine Botschaft ohne Wert, solange du sie mir nicht vorgetragen hast. Alle verachtenswerten Schlächter-Fabeln von vorgestern, die die nostalgischen Fotzen dieses Unternehmens feucht werden lassen, ist nichts als leeres Papier unter meinen Stiefeln. Diese Geschichten über dich.. getragen von billigen Opfern, ausgeschmückt durch kreatives Storytelling und willig verkauft von einer sterbenden Liga, die dich mit Handschuhen als das böseste Product Placement in die Kameras hielten wie einen tollwütigen Köter vor dem Gnadenschuss. Ohne den Schlächter und die Schenkelkopfer über seine tollen Tage als Schreckgespenst dieses Inzenstvolks kann es keinen Eleven im Endzeitalter der PCWA geben. Denn ich habe dich nicht in meine Suite bestellt, damit mir dein Schwanz deine ‚Untaten’ von ‚ist schon länger her’ in die Luft pantomiert.. ich habe dich bestellt, um dich zu zerstören, Boy.  Du stehst hier vor mir, zu dumm und unempfänglich für die gefickte Ironie, das diejenigen, die dich so gern hassten, dich jetzt nach vorn schieben, damit du dich als letzte gute Tat in das Sägeblatt wirfst… das diejenigen, denen von PCWA-Seite befohlen war dich zu  fürchten, einen gefickten SCHEISS auf Robert Barker Goodwill-Matches geben.. es sei denn du kratzt die verschmorten Reste von Mad Dog aus dem Ring, in dem ich ihn verbrannte, und bastelst dir ein letztes, würdiges Ziel in deinen verirrten Radar. Keine bösartige Ausgabe von Bobby Barker ist komplett - ohne die Klinge, die ihn führt und am Ende des Tages verrät. Und kein Schlächter dieser Welt ist komplett ohne die Finsternis, die die Gedanken erschaffen hat, von denen er zehrte wie eine hässliches Kind an Nippeln aus totem Fleisch. Ich bin dein Anfang, lange bevor du auf die Idee kamst, Papa’s Besteck aus dem Keller zu stehlen. Und ich werde dein Ende sein, lange bevor die letzten Erinnerungen an Robert Barker im Desinteresse der Geschichte versinken. Ich bin gekommen, damit du gehen kannst. Ich gebe dir den Rest von dir, um dir nehmen zu können was dir geblieben ist. Denn am Ende wirst du nur einer von den ersten Zweien sein.. Mad Dog, das Idol und das tapfere Schutzschild einer undankbaren Liga.. Zerschlagen, verbrannt und bedauernd hinterher gewunken. Und als letzte Instanz der Schlächter, das Urböse der PCWA-Geschichte. Wirf’ dich in Schale beim Brawlin Rumble, lern ein letztes Mal deinen Text, entstaube die Klingen und blick nicht zurück – denn ich werde dich schlachten wie ein Stück Vieh, das noch nie einen WAHREN FEIND GESEHEN HAT. Zeig mir den verdammten Schlächter. Ich zeige dir ELEVEN. Und alles was von deinem Ruf und deiner Legende übrig bleiben wird, ist dein beschissenes Blut auf meinen Stiefeln.“

Unter dem Raunen des Publikums senkt Eleven das Mic.
Die schwarzen Augen vernichten den Schlächter bereits hier, an Ort und Stelle.
Beim Rumble werden seine Hände nachziehen.

Bleed hat noch nicht genug.
Sie tänzelt nach vorn. Schließt die Augen, während sie Robert Barker etwas zuflüstert.

Bleed: „Und es wird sich niemand in der Arena finden, der sich Aidshandschuhe anziehen mag, um die stinkenden Reste deiner verfaulten Fassade aufzusammeln, damit man sie endlich hinter dem Dome in irgendeinem Hundegrab verscharren kann..“

Genug der Worte. Barker hat keinen Bock mehr, dem Bullshit der beiden zu lauschen. Zeit einen keinen Vorgeschmack auf den Rumble zu präsentieren. Mit unnötiger Härte schubst er Bleed aus dem Weg. Eleven im Visier. Gewalt im Sinn.
Er holt aus. Weit.
Schlägt zu. Trifft.
Bleed.

Mit einem dumpfen Krachen fällt sie leblos zu Boden. Bleed hat sich lebensmüde in  den Schlag geschmissen und wurde frontal am Schädel getroffen. Eine klaffende Platzwunde drängt in einem unaufhaltsamen Puls Blut aus ihrer Stirn.

Alle Augen sind auf Bleed gerichtet, doch es sind vier Augen im Besonderen, die ihren Fokus auf sie gerichtet haben.

Robert Barker blickt auf sie herab. In seinen eisblauen Augen findet man weder Reue noch Mitleid. Bleed gehört zur Pest. Sie verdient was sie bekommen hat. Dummheit ist Versagen. Und Versagen verdient Bestrafung. So einfach ist das in der Welt des Mannes, den Eleven heraufbeschwören will. Langsam hebt er den Baseballbat in die Höhe, dirigiert die Aufmerksamkeit der Masse darauf. Die Kameras erfassen den Kopf des Schlägers. Dort wo das Blut der bewusstlosen Bleed über die von Blake eingelassene Gravur rinnt. ‚Eleven‘ steht da. Einst in weißen Buchstaben, jetzt nach und nach in feinstem Rot.

Eleven geht vor Bleed in die Knie. Seine in schwarze Tücher gewickelte Hand streicht in einer schnellen Bewegung Blut zur Seite. Er achtet nicht auf Barker, dem er bewusst den Rücken zugedreht hat.

E11: „Nice shot.. Du wirst bereit für mich sein. Schlächter.“

Der Hinterkopf von Eleven ist ein verlockender Anblick. Wehrlos präsentiert. Wieviel Blut würde aufspritzen, wenn er jetzt den Baseballschläger dort hineinschlug? Oder würde Eleven in einem entscheidenden Akt Bleed vor sich ziehen? Konnte er so einen Schlag überhaupt kommen sehen?

E11: „Diese Gedanken in dir sind der Auftakt zu einer Schlacht, die Schatten auf diese Liga fallen lässt.. wie der Beginn einer letzten, ewigen Nacht. Du wirst fallen.. und die Glocken werden läuten. Und die Türen werden zugesperrt.. und die Straßen leer sein. Und alles, was dann noch zählt, entsteigt der Tiefe. Oder wird aus einer Kiste gehoben und als Geschenk übergeben, in einem Moment, der als Nullpunkt in die Geschichte eingehen wird. Dem Ende.“

Er streicht über die Stirn der heftig atmenden Bleed.

E11: „Wie ein Meer aus Blut auf einen staubigen Stein.“

Robert deutet lediglich mit dem Schläger auf Elevens Hinterkopf, so als würde er irgendetwas abmessen oder sich den perfekten Schlagpunkt suchen.

Robert Barker: „Fanfuckintastisch. In deinen Worten kann ich hören, wie sehr dich der Kampf mit dem Schlächter inspiriert. Deine Prosa klingt mal wieder so verdammt... spektakulär? Nichtssagend? Allessagend? Verrat es mir nicht, ich will mich lieber überraschen lassen. Ich hoffe allerdings wirklich, dass du dir etwas besonderes für mich ausgedacht hast... ich habe mir nämlich etwas überlegt. Ich habe dir schließlich einen Wunsch erfüllt, Eleven, indem ich dir beim Brawlin Rumble X den Schlächter schenke.“

Er streckt den Schläger noch ein Stück weiter nach vorne, berührt Eleven beinahe.

Robert Barker: „Deshalb finde ich es nur fair, wenn du dich revanchierst und dem Schlächter ebenfalls ein Geschenk machst, denn es gibt ein Geschenk, das wie für ihn geschaffen ist.. so als hättest du schon vor Jahren gewusst, dass dieser Moment kommen würde..“

Der letzte Zentimeter wird überbrückt. Barker stößt Eleven den schwarzen Baseballschläger, der im wahrsten Sinne des Wortes, wie für ihn geschaffen ist, in den Hinterkopf.
Seine Antwort auf Elevens Provokation.

Robert Barker: „Ein Match, geschaffen, um einen von uns beiden ans Ende zu bringen.“

Er fletscht die blutumzeichneten Zähne.

Robert Barker: „Schenk mir Teil 4! Schenk mir… BODYPARTS FOR SALE!“

Eleven sieht, wie Bleed ihre Augen aufschlägt. Ihre Lider zittern leicht. Dennoch liegt ein Lächeln auf ihren blutbesprenkelten Lippen.
Jetzt, wo die Tage endlich dunkler werden.
Er nickt ihr zu. Sie schaut auf seine blutbespritzte Hand.

Eleven richtet sich auf. Dreht sich zu Robert Barker um.

E11: „You got it.. fool.“

Das ist der Moment, in dem die Halle förmlich explodiert.
Bis auf diejenigen, die ratlos dreinschauen, weil sie von so einem 'Match' noch niemals gehört haben.

Auch sie werden belehrt werden, was dieser Augenblick bedeutet.
 

Mike Garland: "Was zum Teufel...!"

Vincent Craven: "Ein Bodyparts For Sale-Match in der PCWA? Das ist der absolute Wahnsinn! Und das in mehrfachem Sinne, denn erstens gab es diese Matchart bisher nur in der GCW. Und zweitens kann man es eher als Gewalt-Porno bezeichnen denn als eigentlichen Kampf."

Mike Garland: "Wird Jona Vark das überhaupt zulassen? Wann ist der Moment gekommen, an dem der PCWA in Sachen Eleven die Kontrolle vollends entgleitet? Wollen wir so etwas wirklich sehen? Wo ziehen wir die verdammte Grenze in unserer Liga?"

Vincent Craven: "Allesamt gute Fragen. Ich sitze hier seit langem auf diesen Platz, kommentiere mit dir das Geschehen in der PCWA und erfreue mich an dem sportlichen Geschehen im Ring, an den Auseinandersetzungen, die zu diesen Aufeinandertreffen führen. Und ich habe ebenfalls - vielleicht zum ersten Mal überhaupt - das Gefühl, als würde sich die Ereignisse hier unangenehm verselbstständigen."

Mike Garland: "An den Reaktionen kann man ablesen, dass natürlich ein Grossteil der Fans diese Matchart in der PCWA sehen wollen. Wir hören auch grad, wie sogar 'Bodyparts For Sale'-Chants die Runde machen. Aber irgendwo muss Schluss sein.."

Vincent Craven: "Jona Vark und die gesamte Führung der PCWA stehen vor einer schwierigen Entscheidung. Ziehen sie hier eine Grenze, zum Wohle der gesamten PCWA, zum Wohle der Gesundheit ihrer Athleten. Auch wenn es eventuell ein paar Zuschauer kostet. Oder lassen sie den Schlächter und Eleven von der Leine, lassen sie sie gewähren?"

Mike Garland: "Ich glaube, so wird es kommen. Vielleicht lautet die Devise ab jetzt: Augen zu und durch. Koste es was es wolle."


------------------ PCWA ------------------

Dr. Häuser lässt ihn noch eine Weile auf der Pritsche sitzen. Er hat diesen Mann schon häufiger untersucht, als er dies zählen könnte; vor jedem seiner Matches und auch meistens noch danach. Beide sind zwar nicht allzu oft ins Gespräch gekommen - meist war ihre Beziehung rein professioneller Natur. Medizinische Details haben den Wrestler eher selten interessiert, meistens war die Frage vorherrschend, wann er wieder in den Ring steigen kann. Doch Häuser glaubt die emotionale Verfassung seines Patienten zu kennen; den Gesichtsausdruck, die hängenden Schultern, der gedankenversunkene Blick. Es ist das Verhalten eines Routiniers, der womöglich das Ende seiner In-Ring Zeit kommen sieht. Mit einem empathischen Lächeln klopft der Arzt Mad Dog auf die Schulter.

Dr. Häuser: "Sie werden auch bald wieder Glück haben."

Mit der Zunge wischt sich MD über die Lippe. Drückt mit seinen Fingern an der Wange herum, so als würde es die Schmerzen lindern. So als wolle er eine Verbesserung bewirken. In der Tat provoziert er aber gezielt Haut und Knochen, um ein anderes Gefühl in seinen Kopf zu bekommen, um die erneute Niederlage zumindest für einen kurzen, heftigen Schmerzimpuls aus seinem Gedächtnis zu löschen. Robert Breads hat ihn im Ring besiegt, die Triologie mit einem Triumph abgeschlossen. Damit fährt der Mann aus Kanada mit einem Sieg zum zehnten Brawlin' Rumble, während er selbst mit einer weiteren Niederlage im Gepäck zur größten Veranstaltung der PCWA Geschichte und zum Höhepunkt des Wrestling Jahres kommt. 

Wie nach der Niederlage gegen Rage, wie nach dem K.O. gegen Eleven, wie nach der letzten Show... muss er sich nun erneut wieder aufrichten, wieder hinstellen, erneut kämpfen. Um seine Motivation, seine Zielstrebigkeit... um Hoffnung, dass er doch noch einmal alle Lügen strafen kann. Dass seine Zeit doch noch nicht abläuft, dass er immer noch an der Zeit ist. Immer noch. Oder wieder. Seine Zeit darf noch nicht abgelaufen sein, es sind noch nicht die letzten Sandkörnchen in seiner Uhr. Bleibt ihm tatsächlich nur noch das Glück, um all das umzuwenden. Wie Häuser meint. Wie er zu Beginn der Show im Aufzug gelesen hat.

Während Mad Dog erschöpft und geschlagen auf der Liege sitzt, hat Dr. Häuser längst das Zimmer verlassen. Herein kommt nun allerdings ein ganz anderer Mann. Um nicht zu schreiben, ein Junge. Zumindest war dies einst die Bezeichnung, die zutreffend war.

Blake Milton: "Wie lange noch, Mad Dog?"

Es ist erneut dieselbe Frage, die Blake ihm stellt. Und wieder trifft sie ihn kalt.
'Wie lange noch?' ist die Frage, die ihm im Kopf herum geistert. Wie lange noch, bis er wieder gewinnt. Wie lange noch, bis er den Scheiß nicht mehr machen will. Wie lange noch, bis er doch in die Arme von Blake Milton zurück wankt. Wie lange noch Mad Dog?

Mad Dog: "Bis zum Brawlin' Rumble..."

Blake schmunzelt, aber eher wehmütig denn vorfreudig. Er kennt seinen Hund und weiß, was diese Worte alles bedeuten können. Und was sie nicht bedeuten.

Blake Milton: "Eigentlich wollte ich immer nur in deiner Nähe sein..."

Ein erstes Mal schaut der Fighter hoch. Betrachtet Milton und verengt die Augen zu kleinen Schlitzen.

Mad Dog: "'Eigentlich' heißt 'Nein'."

Blake zuckt mit den Schultern.

Blake Milton: "Ich weiß, es klingt… verrückt… aber vielleicht will ich mich einfach nur meinen Ängsten stellen und mich mit dem auseinandersetzen, vor dem ich wirklich Angst habe. Und glaub mir, diese scheiß Maske war überall! Sie war da, als sie mich als Schwächlich bezeichnet haben, als sie mir mein Spielzeug kaputt gemacht haben, als sie mir den Enter Night verpasst haben – DU warst immer da und hast EINFACH nur zugesehen… auch dann noch, als mein scheißbeschissener Vater und meine beiden scheißbeschissenen Brüder ein Foto mit dir zusammengemacht haben – DU hast NICHTS unternommen… weil es dir einfach scheiß egal war und immer noch egal ist! Du hast mich nicht vor Gabriel gerettet, nicht vor Robert und auch nicht vor Eleven! Ich hab dir eine zweite Chance gegeben und du hast sie nur soweit genutzt, wie es dir angenehm war. Nämlich genau bis zu dem Punkt, als es um Verantwortung ging. Oooh, es ist ja so viel leichter zuzusehen und es ist ein geiles Gefühl zu wissen, dass du es bereust.“

Blake tippt sich gegen den Kopf.

Blake Milton: „Das ist eigentlich sogar viel besser, als das was ich wollte. Aber wir hatten uns bei ‚eigentlich‘ ja schon auf ‚nein‘ geeinigt, oder?“

Er fährt sich mit der Hand durch das Gesicht.

Blake Milton: „Es sind meine Ängste, die um mich haben will, denn nur so kann ich sie kontrollieren. Nur so weißt du, was du mir angetan hast und wie du es eigentlich wieder hättest gutmachen können. Nur so kann ich meinen Dad lieben und so kann ich meine Brü… Robert und Eleven ertragen. Ich brauche das alles, weil die PCWA DAS ist, wo ich meine ganzen Ängste unter Kontrolle habe… außer denjenigen, der mir immer noch Alpträume beschert. Und jetzt stehst du wieder nur da und glotzt mich an…“

MD schaut wieder weg.

Blake Milton: "Oder schaust weg. Ist eh alles dasselbe. Und ich weiß auch warum du das tust, weil ich nicht gut genug für dich bin. Weil ich dir zu schwierig bin, hab ich Recht? Gabriel sieht das anders. Robert sieht das anders. Eleven sieht das anders. Nur DU nicht! Woran liegt das? Weil du Anfangs nur eine Maske auf einem T-Shirt meiner Brüder warst? Oder weil ich der Number One Contender war und du der Gerasy Champion? Was war es, dass du sogar Robert benutzen musstest, um mich loszuwerden? Um mich abzuschlagen. Und dann hatte ich wieder nur eine Funktion für dich... zuerst als dein Kämpfer der Nacht im Keller. Du hast mir deine Maske geschenkt, um Eleven zu bekämpfen. Aber nicht so. Nicht so. Nicht ICH habe die Maske bekommen, nein, die Maske ging an mich, weil..."

Mad Dog: "...ICH wollte, dass du wieder auf meiner Seite bist und nicht an der von Eleven!"

Blake schüttelt den Kopf

Blake Milton: "Nein, ich sollte für dich Eleven bekämpfen. Eine Funktion übernehmen. Das war kein Geschenk. Du hast mich so angesehen... wie ein Instrument. Ich war dir egal. Nur die Dinge, die ich für dich übernehmen konnte, waren wichtig."

Mad Dog beißt sich auf die Lippe und springt auf.

Mad Dog: "NEIN, BLAKE! Eleven ist nicht gut für dich! DESWEGEN! Deswegen... das Business war nicht gut für dich. DAS! Das habe ich gesehen. Deshalb habe ich dich abgewiesen. Nicht, weil ich dich nicht ehre oder würdigen kann. Das hat damit nichts zu tun. Gerade, weil ich dir das BESTE der Welt gegönnt habe, wollte ich nicht, dass du in dieses Business kommst! Ich wollte es verhindern, Blake. Ich wollte diesen Prozess nicht in Gang setzen. NEIN! So habe ich dich angesehen... Ich habe einen Jungen mit all seinen Möglichkeiten gesehen. Einen Jungen, dem ich den größten Gefallen damit tue, ihn nicht in dieses Geschäft zu lassen!"

Blake lacht gestört. Geht auch an MD heran.

Blake Milton: "Vermutlich damit ich dir nicht irgendwann den Platz als Gerasy Champion streitig mache, huh?!"

Der Fighter schüttelt inbrünstig mit dem Kopf.

Mad Dog: "SCHWACHSINN, BLAKE! Als du dann Wrestler wurdest, habe ich meine Taktik geändert. Versucht dich auf den rechten Weg zu bringen, dich möglichst nah an mich zu binden... aber ich war nicht der einzige, dessen Zuneigung du wolltest, Blake. Gabriel Lucifer hat dort auch eine Rolle gespielt. Blaze hat eine Rolle gespielt und schließlich auch Eleven und Barker. Ich habe gewiss nicht alles richtig gemacht..."

Blake Milton: "Du hast NICHTS richtig gemacht, EXAKT!"

MD stockt. Das hat ihn getroffen.

Blake Milton: "Du delegierst, wenn es dir zu schwierig wird, denn der einzige, der mich vom Business wirklich fernhalten wollte, war Gabriel! Der einzige, der wirklich einen Gegner in mir gesehen hat, war Barker! Und der einzige, der mich WIRKLICH JEMALS gefördert hat, war ELEVEN! Hier also mein Angebot: Wenn ich beim Brawlin' Rumble verliere… werde ich dich in Ruhe lassen. Keine SMS mehr, kein Nachspionieren, keine Besuche mehr... nichts. Ich werde einfach aufgeben, nach Erklärungen zu suchen. Dann musst du dich nicht mehr darum bemühen den Anschein zu wahren.“

Emotional wirft die unbekannte Konstante seinen Kopf zurück.

Mad Dog: "DU HAST MIR WAS BEDEUTET! Du warst... mein Junge."

Ungläubig starrt Blake ihn an.

Blake Milton: "Wann? Als du mich die paar Male hast fallen lassen? Als du all die anderen hast fallen lassen? Dir bedeutet die PCWA doch schon lange nichts mehr – gib’s doch einfach zu! Und das nur, weil du Niederlagen erlebst? Was glaubst du, wie oft ich am Boden lag, Mad Dog? Wie oft ich im Krankenhaus lag… und wie oft ich schon meinen Glauben verloren habe…“

Er lächelt.

Blake Milton: "Deine Niederlagenserie wird sich auch beim Brawlin' Rumble fortsetzen und dann erst wird sich das Blatt wenden. Denn ich bin nicht so wie deine bisherigen Gegner, wie Rage, Breads und ich bin auch nicht wie Eleven. Nein, wenn ich gewinne, wirst du endlich wieder die Bedeutung bekommen, die dir EIGENTLICH zusteht: Wenn ich gewinne, wirst DU aufgeben und genau DAS tun, vor dem du dich seit Jahren drückst. Du wirst nicht mehr weglaufen können. Kein Delegieren mehr, denn da bin dann nur noch ich, Mad Dog. ICH!“

Der Night Fighter schaut Blake an. Es war klar, dass auch er eine Bedingung für seinen Sieg stellt, nachdem MD seine Bedingung bereits in der letzten Show genannt hatte.

Blake Milton: "Derjenige, der verliert, wird also etwas aufgeben. Und das soll er auch ins Mikrophon sagen... I QUIT MATCH, Mad Dog. Wenn ich gewinne, gebe ich dich auf. Und wenn du gewinnst, gibst du dich auf."

Die unbekannte Konstante betrachtet Blake und damit das Angebot, was ihm der Junge unterbreitet. Kurz wägt er den Kopf hin und her.

Mad Dog: "I Quit Match beim Brawlin' Rumble, Blake. Du gibst auf und damit breche ich meine Niederlagenserie... Wenn ich dich nicht besiegen kann, bin ich es auch nicht mehr wert, alleine in die Zukunft der PCWA zu schreiten. Ich werde dich aber besiegen und damit den Fluch brechen. Die Serie beenden und doch noch gestärkt in das Rumble Match gehen. Ein Abend, Blake. EIN ABEND um alles vergessen zu machen. Die PCWA ist mir nicht egal, Blake - denn ich vereine immer noch alles von ihr in Persona. Ein einziger Abend, der zehnte Brawlin' Rumble, um wie sie als der Phoenix aus der Asche empor zu steigen. Ein Abend, an dem Tod und Leben zusammenkommen. Ein Abend der den Unterschied macht und besiegelt."

Milton nickt.

Blake Milton: "Tod oder Leben? Ende oder Anfang, huh?! Für dich und für mich."

Der Junge klopft seinem ehemaligen Mentor auf die Schulter.

Blake Milton: "Welcome to our Nightshow."

Vincent Craven: „Blake Milton und Mad Dog bestreiten ein I QUIT Match gegeneinander!“

Mike Garland: „Und wer aufgibt, wird nicht nur den Kampf verlieren, wie sie sagen.“

Vincent Craven: „Wenn Mad Dog seine Niederlagenserie weiterhin nicht brechen kann, steht er auf der Seite von Blake Milton.“

Mike Garland: „Wenn er es schafft, muss Blake ihn in Ruhe lassen.“

Vincent Craven: „Es wird also definitiv etwas zu Ende gehen. Beim Brawlin’ Rumble.“

Mike Garland: „Mad Dog hat seit dem Imperial Impact alles verloren, was es zu verlieren gibt. Er braucht diesen Sieg, sonst ist er echt verloren…“

Vincent Craven: „Das scheint ihm bewusst zu sein.“

Mike Garland: „Und Blake auch. Einer von beiden wird es zu Ende bringen. Wie auch immer das Ende aussehen wird.“


------------------ PCWA ------------------

Seine Kabinentür steht einen Spalt weit offen. Noch mehr Besuch offenbar… der Tag will nicht enden. Er war bis eben noch draußen. Eine Zigarre rauchen und in der Hoffnung Eri zu finden. Er hat Eri nicht gefunden. Trotz klarer Ansagen ist sie irgendwie böse auf ihn. Es war der verwünschte Kuss von Bleed… nie hätte er gedacht, dass Eri offenbar „mehr“ für ihn fühlt, oder ist er nur der Lückenbüßer für NEON? Als ob das nicht alles schon kacke genug wäre, ist da auch noch Alistair FUCKIN’ Brunswick! Dieser Hurenbock hatte es nicht nur geschafft ihm Cinderella und SEINEN Titel abspenstig zu machen, nein, er ist auch in den Kopf des Halbgottes eingedrungen und dieser scheint endgültig zu Boden geworfen zu sein. Der letzte Weg in den Sonnenuntergang scheint unausweichlich… Früher, ja früher, hätte er einen solchen Plagegeist zerrissen, aber heute? Heute wird alles gegen ihn verwendet. Vollkommen gleich wie gut es ist, sie pervertieren es gegen ihn. Das System PCWA steht geschlossen vor ihm und wirkt unüberwindbar. Dabei hat er doch dafür gesorgt, dass diese Plage und Pestilenz erst überlebt. Fuck! Wie sehr wünscht er sich das Früher zurück. Einen Hauch goldene Vergangenheit, wo alles, alles so gut und leuchtend war.

Ach ja, da ist ja noch die offene Tür, die nicht offen sein sollte. Vorsichtig öffnet er sie und tritt in den Raum hinein. Azrael Rage traut seinen Augen kaum als er sieht, wer sich in seiner Umkleide befindet. Ist das eine Fata Morgana, oder eine Halluzination? Hat jemand etwas in seine Zigarre geträufelt? Nein, es wirkt zu echt, doch wie und wieso? Die Augen eindringend stellt er einfach plappernd die Fragen, die ihm auf dem Herzen liegen.

Azrael Rage: „Was? Wie zur Hölle? Und was willst Du in Meinem Reich? Was suchst Du in Meiner Kabine… Gabriel?“

Der auf dem Boden in der Ecke sitzende Adressat der Frage erhebt sich. Langsam nährt Lucifer sich Azrael Rage, welcher sofort in Abwehrstellung geht.

Gabriel Lucifer: „Begrüßt man so seinen ältesten Freund?“

Es klingt merkwürdig, aber wie gerne würde Rage diese Worte ernst nehmen und seinen Freund in die Arme schließen. Aber das wäre doch verrückt und hier in der PCWA ist niemand verrückt… wirklich niemand. Besonders nicht Azrael Rage und Gabriel Lucifer. Ein gespieltes abfälliges Lachen ist die Reaktion von Rage – kurz, prägnant, böse.

Azrael Rage: „Leidest Du noch immer an diesen höllischen Rückenschmerzen, oder?“

Die Anspielung auf den letzten Imperial Impact, bei dem Azrael dem Mythos den Rücken brach, ist eindeutig. Gabriel nickt gequält.

Gabriel Lucifer: „Das mit deiner Million tut mir leid.“

Jetzt lächelt Azrael verschlagen, würde so unendlich gerne die Reumütigkeit seines alten On/Off Freundes glauben, aber das wäre so einfach. So unglaublich einfach und vor allem so unglaublich schön. Endlich ein erlösender Hauch von früher. Leider ist die PCWA kein Wunschkonzert und das weiß niemand besser als diese Beiden merkwürdigen Gestalten. Sie reden von Hölle, von Leiden, von Geld und doch meinen sie meistens was anderes. Aber diesmal ging es wirklich um Geld. Immerhin war es Azraels Geld, welches Lucifer beim One Million Ring als Vertreter der PCWA verloren hat. Dies war irgendwie auch der Mitauslöser für die fürchterliche Attacke von Rage auf Lucifer, die letzteren im Grunde die Karriere kosten sollte… aber selbst Rage war klar, dass dies den traurigen Clown nicht ewig vor der Tür halten würde. Gabriel Lucifer hat halt mehr Leben als eine Katze… Beneidenswert, dieser unbändige Wille.

Azrael Rage: „Scheiß auf das Geld! Kommen Wir lieber zur Sache! Sag was Du willst oder verpiss Dich einfach… ach ja, und falls das jetzt das Lippenbekenntnis zur Rache wird, stell Dich hinten an. Ich habe deutlich wichtigeres zu tun… Ich werde der erste dreifache Gerasy.“

„… wenn die Kraft finde den verfickten Brunswick zu besiegen!“, denkt er sich, spricht es aber nicht aus, während er wieder in Abwehrstellung geht.

Gabriel Lucifer: „Ich bin nicht hier um Rache zu nehmen. Wäre dies der Fall, würdest du vermutlich gerade von einem schleichenden Gift durchtränkt werden..." 

Ein fieses Lächeln ziert Lucifers Lippen als Azrael leicht nachdenklich seinen Hals berührt.

Gabriel Lucifer: "...Keine Sorge. Du hast nichts zu befürchten. Keine Rachegedanken. Einen Dank hast du vielmehr verdient. Du bist im Grunde mein einzig echter Freund, hast mir die Augen geöffnet, wenn auch auf die höchst möglich brutale Art und Weise.“

Der einstige oberste Teufel ist leicht irritiert.

Gabriel Lucifer: „Ohne dich wäre ich heute noch dieser umher wandelnde Geist, der nicht zu schätzen weiß, was er an der PCWA hat. Ich wollte nur noch weg, weil ich meinen Einfluss und meine Macht hier verloren hatte. Für ein Nichts hielt ich mich in dieser von mir erschaffenen Liga und wollte hinaus ins wahre Leben, weit weg von hier, hinfort, ohne Blick zurück auf meine Heimat. Doch so weit kam ich gar nicht. Mein Weg führte direkt ins Krankenhaus und von da aus…“   

Rage unterbricht den ehemaligen Principal, indem er ihm einfach die flache Hand vor das Gesicht hält Er kann es nicht ertragen… das alles klingt zu gut um wahr zu sein. Viel zu gut. Was will Gabriel. Freundschaftsbesuche waren nie die Stärke des Lucifer.

Azrael Rage: „...Ich sagte, Du sollst zum Punkt kommen… oder gehen. Wäre wohl eh das Beste für Dich, denn die PCWA hat sich… Nein, anders, Ich habe die PCWA verändert. Alles an Ihr. Ich bin nun ihr Dreh – und Angelpunkt und auch wenn sie noch etwas zickt…“

Zickt… die Untertreibung des Jahrhunderts.

Azrael Rage: „… am Ende wird endlich alles und jeder sehen, warum Ich und nur Ich der einzig wahre… Gott… der PCWA bin.“

Worte, wie auswendig gelernt, ohne Emotion, ohne Wahrheitsgehalt. Aktuell könnte dieser Gott wohl nicht einmal die Jobber ängstigen… obwohl doch. Die kann man immer ängstigen, aber sonst wirkt er kraftlos. Auch sein einstiger Freund bemerkt dies, überspielt dies aber wohlwollend.

Gabriel Lucifer: „Das freut mich, Azrael. Wirklich. Es ist wunderbar dich auf dem Höhepunkt zu sehen, wenngleich dein wahrhaftiger Höhepunkt vermutlich erst noch vor dir liegt. Weißt du, ich habe dich immer sehr schlecht behandelt. In meinen Augen warst du nie mehr als mein ewiger Protegé, der nie meinen Ansprüchen genügen würde. Und nun. Schau dich an, du Prachtkerl. So fantastisch hast du dich in meiner von dir hervorgerufenen Abwesenheit entwickelt. Ganz ohne mein Zutun. Du bist mittlerweile vielleicht gar ‚mehr‘ PCWA als Ich. Es wäre mir eine unfassbare Freude, dich beim Brawlin‘ Rumble wieder als Undisputed Gerasy Champion zu sehen. Ja, Azrael Rage, erster dreifacher Undisputed Gerasy Champion der PCWA - das klingt nach Poesie, ein multipler Orgasmus des Ringsports!“  

Skeptisch blickt Rage seinen einstigen Widersacher an. Insbesondere das letzte sprachliche Bild widert, da es aus Gabriels fauligem Mund kommt, leicht an.

Azrael Rage: „Ich bin sicher, dass Du mein Misstrauen verstehst. Warum bist Du so scheiße freundlich? Wo ist der Haken? Was hast Du vor? Eine weitere Demütigung für Mich, eine weitere Stichelei gegen Mein Ansehen, gegen Mich? Welch teuflischer neuer Plan ist das?“

Gabriel Lucifer: „Es gibt keinen Plan. Ich möchte einfach nur Teil der PCWA sein, egal wie. Am liebsten jedoch an der Seite eines Gottes, der anscheinend - und das sei mir als schnelle Analyse meiner heutigen Beobachtungen erlaubt - von der Mehrheit des Pöbels völlig fehl interpretiert wird. Ich kenne dieses Gefühl. Es ist bedrückend. Nun, ich will nicht überheblich klingen, aber ich bilde mir ein, zu wissen, wann es an der Zeit ist, sich auf die Seite der Sieger zu begeben. Du, Azrael, bist ein Sieger und ich möchte Seit an Seit mir dir von Triumph zu Triumph schreiten. Dafür muss ich allerdings unter die letzten vier in der großen Battle Royal beim Brawlin‘ Rumble kommen. Allein schaffe ich das Niemals. Da sind wir uns doch beide einig, oder?“

Rage mustert Lucifer. Er sieht nicht so schlecht aus, wie früher, aber seine Muskeln wirken abgeschlafft und seine Haltung zeigt, dass er lange nicht mehr trainiert hat. Das muss aber nicht viel heißen. Dieser alte Bastard verfügt über die vermutlich größte Erfahrung überhaupt in diesem Business.

Azrael Rage: „In Ordnung, Ich spiele für einen Augenblick mit…“

Und auch wenn er der Situation nicht traut, genießt er es unendlich… es ist so greifbar, so stärkend… es ist… großartig… wie früher. Aber es ist kein Versinken in Nostalgie, sondern fühlt sich dennoch frisch an.

Azrael Rage: „Ich denke Du hast mit Deiner Einschätzung Recht, dass Du es alleine SO nicht schaffen wirst. Aber was hat das mit Mir zu tun? Willst Du ausgerechnet Meine Hilfe? Wäre Dein Ziehsohn, dieser Antimensch und Missgeburt, Milton da nicht geeigneter?“

Die Frage nach Milton ignorierend spricht Lucifer einfach weiter und zwar ohne eine Miene zu verziehen. Der einstige Principal tickt mit dem Zeige – und Mittelfinger gegen seine Schläfe. Flüsternd und scheinbar freudig spricht er aus seiner heiseren Kehle weiter.

Gabriel Lucifer: „Es hat Klick bei mir gemacht. Ich trinke nicht mehr, ernähre mich gesund…“

Ein wenig Spott sollte sich Rage hier wohl verkneifen. Sollte… tut er aber nicht.

Azrael Rage: „Oh nein, Du hast Deine 24/7 Chianti Diät aufgegeben? Dabei waren es doch immer diese Annehmlichkeiten, die Dich so…“

… Versifft, dreckig, lallend…

Azrael Rage: „… einzigartig gemacht haben. Wie hältst Du das nur aus? Du musst es hassen?“

Kurzzeitig hasst Rage sich selbst für diese Worte? Was ist wenn Lucifer ausgerechnet hier mal die Wahrheit spricht und sich die goldene Vergangenheit gerade auf einem Silbertablett zur Wiederholung präsentiert, während er alles zerstört mit seinen Worten?

Gabriel Lucifer: „Ich hasse so vieles und ertrage es dennoch gern. Alles ist am Ende besser als Nichts.“

So allmählich könnte ein wenig Licht dem Dunkel gut tun. Es wird Zeit für Klartext, denn die Neugierde zerreißt den gefallenen Gott geradezu.

Azrael Rage: „Wohl an, aber dann sprich doch endlich Dein Begehr aus, denn dieses verfickte Drumherum macht Mich wahnsinnig. Das hat es schon immer. Also werde endlich konkret. Was willst Du von Mir, Gabriel?“

Das unnachahmliche Lachen von Lucifer schlüpft kurz über seine eingefallenen Lippen.

Gabriel Lucifer: „Ah, dieses unkontrollierbare Feuer. So sehr ich mich auch davor fürchte, so magisch zieht es mich an. Wie ein Märchen, welches ich immer und immer wieder vorgelesen haben möchte, obwohl es mich ängstigt und schlecht schlafen lässt. Aber ich brauche genau diese Magie, um für die Battle Royal fit zu sein. Ich brauche einen Trainer. Niemand ist dafür besser geeignet als du. Du kennst meine Schwächen, meine Stärken. Du kennst diese neue PCWA.“

Trainieren mit Lucifer. Alleine der Gedanke lässt Azraels Augen aufstrahlen. Dennoch muss er das Pokerface aufsetzen. Jedes Gespräch und jeder Moment mit Gabriel Lucifer ist ein Verhandeln.

Azrael Rage: „Das könnte Ich natürlich, aber warum sollte Ich? Wieso sollte Ich unterstützen, dass Du wieder durch Meine Korridore wandelst? Wie kommst Du darauf, dass Ich Dich wieder hier haben wollte und vor allem – WAS HABE ICH DAVON?!“

Die Augen Lucifers leuchten jetzt auf. Er mag diese Gespräche mit Rage. Es ist als ob man mit einem Tiger eingesperrt ist. Durch die Gefahr fühlt man sich so lebendig… endlich wieder lebendig.

Gabriel Lucifer: „Nun, wie man es dreht und wendet. Es gibt Niemanden, der häufiger für Entscheidungen in Undisputed Gerasy Title Matches gesorgt hat wie ich. Und für den Brawlin‘ Rumble selbst habe ich einen Vertrag. Dein Schaden soll es nicht sein, wenn ich auf deiner Seite stehe!“

Kurz geht der Retter der PCWA einige Schritte auf und ab. Man erkennt an seinem Gesicht, dass er nachdenkt.

Azrael Rage: „Reizvoll, aber dabei ist und bleibt die Frage des Vertrauens… Außerdem und das will Ich klarstellen, schaffe Ich es auch alleine.“

Vielleicht kann er es wirklich schaffen. Irgendwie fühlt er sich in diesem Augenblick zum ersten Mal wieder wohl… fühlt sich jünger. Vielleicht kann er das System PCWA, die Mauer, ja zum Einsturz bringen.

Gabriel Lucifer: „Sieh mich als deine Lebensversicherung, nicht mehr, aber auch nicht weniger! Und wie ich hörte, ist dein Standing bei der von uns beiden höchst geschätzten Jona Vark auch nicht mehr das Beste.“

Verschlagen schaut Gabriel zu Azrael, der das Gesicht verzieht und die Augen rollt. 

Azrael Rage: „Jona… diese dreckige Fotze… Sie hat keine Ahnung von dieser Welt… die PCWA mag ein Sauhaufen von einer Wrestlingliga sein, aber sie ist Mein Sauhaufen… Mein Eigentum, aber Sie versteht es nicht.“

Väterlich fasst Gabriel seinem Freund auf die Schulter.

Gabriel Lucifer: "Diese Frau versteht nicht, wie sehr sie uns braucht. Vor allem Dich. Aber das ändert alles nichts... ihr Büro ist wirklich hübsch."

Rage geht nicht auf den Satz mit dem Büro ein, aber sieht - so eigenartig das ist - durchaus einen Sinn darin, Gabriel als Versicherung an seiner Seite zu haben. Nicht nur die Versicherung, auch diese Nostalgie scheint ihm so viel Kraft zu geben. Ein Lächeln, zum ersten Mal heute Abend nicht gespielt, zeichnet Sich auf seinem Gesicht ab.

Azrael Rage: „Du wirst das schlimmste und härteste Training aller Zeiten erleben, ohne Gnade, ohne Pause, ohne Mitleid… wenn Du versagst, kannst Du Dich verpissen. Wenn Du durchhältst, bist Du bereit für den Rumble.“

Gabriel Lucifer: „Nicht anderes erwarte ich, mein Freund. Das wird ein Spaß!“

Lucifer streckt Rage die Hand aus, doch dieser ergreift sie nicht gleich. Er blickt sie an und lächelt diabolisch.

Azrael Rage: „Dafür bleibst Du an Meiner Seite, einverstanden?“

Nicken bei Lucifer und Rage ergreift die Hand.

Azrael Rage: „Religion of Death 2014… klingt gut!“

Klingt wie früher und plötzlich greift eine kleine Hand die sich dazu geschlichen hatte auch in den Handschlag und legt sich über die blassen Hände von Rage und Lucifer. Eri lächelt die beiden Herren an und vor allem Azrael Rage lächelt, denn plötzlich wirkt alles gut, wirkt alles wie früher, wirkt alles möglich…

… selbst der erste dreifache Gerasy!

Vincent Craven: „Habe ich das gerade richtig gesehen? Azrael Rage und Gabriel Lucifer wieder vereint?“

Mike Garland: „Und Eri!“

Vincent Craven: „Azrael wird Gabriel dabei helfen für das Rumble Match fit zu werden und im Gegenzug soll Lucifer für den dritten Titelgewinn des Teufels sorgen.“

Mike Garland: „Klingt nach einem Masterplan.“

Vincent Craven: „Alleine die Vorstellung scheint ja die Stimmung von Rage merklich gesteigert zu haben. Alistair Brunswick kann sich also warm anziehen.“

Mike Garland: „Das sollte er auch. Lucifer und Rage sind ein so kreatives und einflussreiches Team, das die PCWA sie einfach gut gebrauchen kann.“

Vincent Craven: „Ob dies noch so ist, muss sich erst herausstellen. Vielleicht wird auch hier der zehnte Brawlin’ Rumble eine Antwort geben. Erleben wir eine Renaissance oder streben wir wirklich einer neuen PCWA entgegen, in der das Alte keinen Platz mehr oder zumindest nicht mehr den von vorher hat.“


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Ein Handschlag. Ein Trio Infernale. Ein Mexican Standoff der Händedrücke.

Eine kräftige Hand, die viel zerstören kann. Und es über Jahre hinweg getan hat.

Eine schlacksigere Hand, die viele Strippen gezogen und viele Entscheidungen beeinflusst hat.

Eine unscheinbare Hand, vollkommen unbekannt. Nackt. Formbar.

Doch es ist die zweite Hand, die der fahlen Gestalt ins Auge gefallen ist. Mit weit aufgerissenem Maul blickt sie starr auf den Bildschirm. Sieht das vertraute Gesicht. Es ist alt geworden. So anders. Und doch so gleich.

Zwölf Jahre hat sie es nicht mehr gesehen. Gedacht, sie würde es nie wieder sehen. Gelesen, dass er fort wäre. Dass er seine Schreckensherrschaft verpasst hat. Doch er ist wieder da. Er lebt. Er lebt.

Gabriel Lucifer lebt.

Brawlin' Rumble X.

Gabriel. Nach zwölf Jahren sehen wir uns endlich wieder.


------------------ PCWA ------------------

Kevin beäugt kritisch seine geschwollene Nase im Spiegel. Gott sei Dank war sie nicht gebrochen, aber es tat trotzdem höllisch weh. Ein bißchen Eis und in den nächsten Tagen keinen Sport, hatte Dr. Häuser gesagt. Nun ja. Heute hatte er sowieso nichts mehr vor. Es war alles gesagt zum Match beim Rumble, er und Grizz hatten ihre Positionen klar gemacht.

Sharpe: "Sportlicher Wettbewerb. So soll es sein. Aber die Schmerzen, die ich jetzt im Moment gerade habe, werde ich bis zum Match beim Rumble sicher nicht vergessen!"

Er grinst. So konnten die Fans sich zumindest auf ein ehrliches Match freuen. Aber heute war es genug. Er hatte sich von Grizz bereits verabschiedet, hatte hier nichts mehr zu tun. Also konnte er ebenso gut ins Hotel, sich einen Eisbeutel auf die Nase packen und vielleicht noch ein wenig über die Minibar herfallen. Er schultert seine Tasche, die er vor dem Arztbesuch bereits gepackt hatte und verlässt das Vorzimmer des PCWA-Arztes.

Zielstrebig steuert der ehemalige Blackheart durch die heiligen PCWA-Hallen in Richtung Parkplatz. Sein Wagen war nicht zu übersehen. Er hatte durch Zufall dasselbe Modell bei einem Gebrauchtwagenhändler entdeckt, wie er zu Hause fuhr. Blauer Pick-Up, sogar fast mit den gleiche Beulen. Ein absolutes Schnäppchen.

Er will gerade das Auto aufschliessen, da legt sich eine Hand auf seine Schulter und krallt sich fest. Mit rollenden Augen lässt Shapre die Tasche fallen und dreht sich langsam um.

Sharpe: "Ich bin gerade im Begriff zu gehen, aber wenn du unbedingt... "

Abrupt bricht er ab, als er erkennt, wer da vor ihm steht. Augenblicklich ändert sich sein Tonfall.

Sharpe: "Anna! Ähm, ich hatte dich nicht gesehen, also... äh... nicht erwartet. Wie... "

Anna: "HALT DEINEN MUND!"

Überrascht klappt der ehemalige Blackheart den Mund zu. Anna Richmond stemmt wütend die Arme in die Seite und funkelt ihn mit ihren tiefblauen Augen an.

Anna: "Was zur HÖLLE ist eigentlich los mit dir?"

Sharpe schüttelt verwirrt den Kopf.

Sharpe: "Habe ich irgend etwas verpasst? Was meinst du damit?

Genervt wirft die rothaarige Schönheit die Arme in die Luft.

Anna: "Was ich damit meine? Herrgott nochmal, Kevin! Ich habe seit über EINEM MONAT nichts mehr von dir gehört! Du antwortest nicht auf meine SMS, du gehst nicht an dein Handy, du hörst deine Mailbox nicht ab. Ich mache mir SORGEN um dich und dann sehe ich dich hier fröhlich herum spazieren? Matchansetzungen bei Jona... traute Zweisamkeit mit deinem besten 'Freund', mit dem du dir demnächst wahrscheinlich den Schädel einschlagen wirst. Ich will eigentlich nur wissen... "

Sie fasst sich mit der Hand an die Stirn. Sicher, das erste Date war ein absolutes Desaster gewesen. Aber alles was danach kam... wie Kevin im strömenden Regen mit einem Blumenstrauß vor ihrer Wohnung gestanden hatte. Er hatte ausgesehen wie ein verlegener Schuljunge... und sie hatte seine Entschuldigung akzeptiert.

Danach hatten Sie sich fast jede Woche getroffen. Und es war wunderschön gewesen. Spaziergänge im Park, Abendessen, Kino... das, was man eben so tut wenn man sich regelmäßig trifft und eine gewisse Anziehung verspürt. Sie wusste nicht einmal mehr welchen Film sie damals gesehen hatten, sie erinnert sich nur noch, wie er den Arm um sie gelegt hatte und sie sich selig an ihn gekuschelt hatte.

Und dann, die Woche vor der letzten Vendetta, als er sie nach Hause gebracht hatte... der erste Kuß. Zaghaft, wie zwei Teenager, aber dennoch voller Leidenschaft. Mit leicht feuchten Augen hebt Sie den Blick und schaut Kevin direkt an.

Anna: "Was geht in dir vor? Hatten wir keine schöne Zeit zusammen? Ist das deine Art mir zu sagen, dass du mich nicht mehr sehen willst?"

Kevin greift nach ihrer Hand und drückt diese sanft. Dann streicht er mit der anderen Hand eine Locke aus ihrem Gesicht.

Sharpe: "Die Wochen vor der letzten Vendetta waren wundervoll. Und ich möchte noch mehr von solchen Wochen erleben... mit dir zusammen. Aber im Moment konzentriere ich mich nur auf das Match beim Rumble. Ich muss da mit hundert Prozent rein gehen... ohne Ablenkung."

Verdammt. Er beißt sich auf die Lippe. Das war genau die falsche Begründung. Auf Anna Richmond´s Stirn bildet sich eine pulsierende Ader.

Anna: "Eine ABLENKUNG? DAS also bin ich für dich... eine Ablenkung??? Ich bin kein verdammter Teenager mehr, Kevin. Genauso wenig wie du! Wenn ich dir 'lästig' bin und deine geheiligte Konzentration störe, dann SAG es einfach. Aber eins  lass dir gesagt sein. Wenn ich einmal weg bin, dann bin ich weg. Ich laufe dir sicherlich nicht wie eine verknallte Siebzehnjährige hinterher. Also sag es einfach! Sag... 'Anna... ich möchte dich nicht mehr sehen'."

Sie fixiert ihn mit ihrem Blick... fürchtet sich aber auch gleichzeitig ein wenig vor seiner Antwort. Ja, es war nicht zu leugnen. Sie hatte sich in diesen Mann verliebt. Aber noch war es Zeit, das ganze als Spinnerei abzutun. Er hatte seine Frau verloren, sie war allein. Vielleicht wollten beide einfach nur nicht allein sein. Forsch hebt sie ihr Kinn.

Anna: "Also. Sprich mit... "

Weiter kommt sie nicht. Kevin nimmt ihr Gesicht in beide Hände und gibt ihr einen langen Kuss. Ihre Arme wandern um seinen Hals und all das Nebenrauschen ist im Moment ausgeblendet. Es gibt nur Kevin Sharpe und Anna Richmond in diesem Moment. Kevin löst seine Lippen von den ihrigen und schaut ihr fest in die Augen.

Sharpe: "Ich möchte nicht, dass du wieder aus meinem Leben verschwindest. Ich möchte so viel Zeit mit dir verbringen, wie nur möglich. Lass mich dieses Match beim Rumble durchziehen... danach wird alles anders. Ich verspreche es dir!"

Sie presst ihre Lippen wieder auf seine, möchte ihn nicht mehr los lassen. Stunden scheinen zu vergehen, dabei sind es nur wenige Minuten. Dann tritt sie einen Schritt zurück und nimmt seine Hand.

Anna: "Lass mich dir helfen."

Kevin legt seine Hand auf ihre.

Sharpe: "Und wie möchtest du mir helfen?"

Sie lächelt und streicht mit ihrer Hand über seine Wange.

Anna: "Ich werde beim Brawlin´ Rumble am Ring sein. Bei dir."

Sharpe runzelt die Stirn. Er wusste nur zu gut, was das letzte Mal passiert war, als Anna an einem Wrestlingring stand. Er sieht auch in ihren Augen, dass sie sich daran erinnert. 

Sharpe: "Und du willst das wirklich tun? Ich meine... erinnere dich an das letzte... "

Sie legt ihren Finger auf seine Lippen.

Anna: "Ich werde da sein."

Mike Garland: „Oh… ich sehe die Chancen wieder sinken für Sharpe.“

Vincent Craven: „Wieso? Eine Beziehung kann immer eine gute Stütze sein. So hat es bei Alistair Brunswick ja schließlich auch geklappt. Erst als er sich in Cinderella verliebte, ging es richtig los.“

Mike Garland: „Und als er sie hinterging, wurde er Champion…“

Vincent Craven: „Das hing ja nun mit seinem Gegner Azrael Rage zusammen.“

Mike Garland: „Trotzdem, eine Liebelei ist…“


------------------ PCWA ------------------

Es wird an dieser Stelle nicht mehr dazu kommen, dass Mike Garland seinen Satz beenden kann. Statt der beiden Kommentatoren zeigt das sich aufklarende Bild den Überwachungsraum der Nicotine & Bacteria.

Bleed sitzt im Zentrum dieser Einrichtung. Das Kamerabild erfasst sie, zoomt heran, während die Lichter der sie umgebenden Screens das Apocalypse Girl noch bleicher als sonst aussehen lassen. Ihre Füße lagern auf dem Tisch, eine Zigarette in ihrem Mundwinkel lässt bläulich-graue Rauchfäden nach oben steigen. Sonst ist niemand da.
Sie raucht nicht gern vor Blake und Eleven. Es gibt Dinge, die behält sie für sich.
Ihr Blick gleitet wieder einmal zum fast unscheinbaren Karton, der dort drüben steht. Ein Lächeln umschmeichelt ihre Lippen.

Vorfreude.

Zwischen Daumen und Zeigefingern haltend, betrachtet sie eine Schachfigur – die schwarze Dame. Sie nimmt die Zigarette aus ihrem Mund, bläst den Rauch in die Atmosphäre und lächelt bittersüß. Ihre Art von Humor. Sie und die schwarze Dame haben so viel gemein. Auf dem Schachbrett ist sie die Regentin, die über allen anderen thront, die Spielmacherin, in jeder erdenklichen Partie das Zünglein an der Waage. Und obwohl sie so spielentscheidend ist, bleibt sie so wie der Bauer, der Läufer oder der Turm: Letztendlich nur eine Figur in der Hand des Spielers. In seiner Hand.

Sie wusste es immer. Eleven ist der, der sie führt. Und wohin er sie führt, weiss nur er. Dass sie aber immer ankommen würden, daran bestand nie ein Zweifel.
So war es auch eben mit Robert Barker gewesen. Auch wenn ihr Schädel jetzt brummte, die Platzwunde war getrocknet. Das Blut weggewischt. Das Ziel erreicht.
Das Soll erfüllt.
Und die Zigarette danach schmeckte umso besser.

Sie würde IMMER bluten, Opfer bringen. Und es würde hier und da aussehen, als hätte sie komplett die Kontrolle verloren in der Balance zwischen Loyalität zu IHM und der Zerstörung, die im Kreuzfeuer auf das Mädchen wartete, dass einst Amiya Jenelle hiess.

Ein weiterer knisternder Zug folgt, schickt weiteren Qualm in die Atmosphäre. Bis das kreischende Geräusch der sich öffnenden Zugangstür sie aus ihren Gedanken reißt.

„Du?!“

Er ist da.
Hinter ihren Augen funkelt es. Wie bei einer Darstellerin, die sich in Sekundenschnelle den passenden Text vor Augen führt.

Bleed: „Oh Gott.. siehst du beschissen aus. In meinen Augen keine großartige Neuerung, trotzdem schaffst du es irgendwie, dich immer wieder selbst zu unterbieten.“

Die Kamera zoomt zurück, gibt somit den Blick auf den Neuankömmling frei. Kriss Dalmi. Sein Antlitz ist noch immer gezeichnet von seiner Auseinandersetzung mit Robert Barker. Mit dem Schlächter. Geronnene Schürfwunden, getrocknetes Blut, mehr nicht. Leider. Der Belgrader ignoriert die Provokationen der Vorbotin des Untergangs und schlurft mit verärgerter Miene auf sie zu und kommt auf der gegenüberliegenden Seite des Tisches zum Stehen. Sie schaut ihn nicht an, ist immer noch in die Schachfigur zwischen ihren Fingern vertieft.

Kriss Dalmi: „Wo ist Eleven?“

Sie antwortet nicht direkt, schließt die Augen und nimmt wieder einen Zug aus der Zigarette.

Bleed: „Wusstest du, dass Schach eines der wenigen absolut fairen Spiele ist? Wir bekommen Karten geteilt.. und sie sind beschissen oder ideal. Unsere Würfel fallen schlecht oder gut. Aber beim Schach gibt es keine Zufälle. Es hängt nur an uns selbst... keine Ausreden. Nur wir selbst und unsere Entscheidungen, unser Können bestimmen Erfolg oder Misserfolg. Leblose Figuren.. auf einem Brett.. auf einem Tisch. Es ist eine völlig kontrollierte Spielumgebung. Im Schach gibt es keine Überraschungen. Denn die Besten unter uns.. sehen die Figuren. Und wissen genau wo sie hinwollen."

Bleed zieht betont langsam an ihrer Zigarette.

Bleed: "Du kannst uns nicht überraschen, Junkie. Weder du, noch irgendjemand sonst, der glaubt uns durchschaut zu haben. Während ihr noch die Risiken eures nächsten Zuges abwägt, sind wir schon drei Züge weiter und arbeiten bereits daran, euch Schachmatt zu setzen.“

Sie lächelt wieder, drückt die Zigarette aus und stellt die Dame auf dem Schachbrett auf genau der Position wieder ab, auf der sie sie aus dem laufenden Spiel aufgehoben hat. Kriss Dalmi schaut sich das gemächliche, ihn beinahe komplett ausklammernde Schauspiel mit stetig wachsendem Zorn in seinen Gesichtszügen an.

Kriss Dalmi: „Hör mir zu, du Fotze! Heute ist nicht der richtige Tag für deine scheiß Spielchen. Ich habe dich gefragt, wo Eleven ist und du wirst mir gefälligst verraten, wo er sich befindet, egal ob er gerade auf dem Scheißhaus sitzt oder Jona Vark in ihrem Büro die Fresse wundfickt. Er wollte, dass ich in seinen Keller komme und hier bin ich. Warum beordert er mich erst hierher und empfängt mich dann nicht?!“

Bleed katapultiert sich mit Schwung aus dem Sessel und steht dem Junkie nun gegenüber. Zum ersten Mal in diesem Gespräch sieht sie den Serben an und mustert ihn mit abfälliger Miene von Kopf bis Fuß. Ihre Augen funkeln. Wie bei einem Mädchen, das duch ein Gitter hindurch ein Raubtier mit Stöckchen ärgert.

Bleed: „Keine Ahnung, Krissy. Vielleicht kommt er noch. Vielleicht will er dich warten lassen, dich zappeln lassen. Vielleicht will er testen, ob du genau so hörig bist wie Mad Dog. Vielleicht will er nur deinen Gesichtsausdruck sehen, wenn du merkst, dass du diese Treppen für NICHTS hinabgestiegen bist. Vielleicht bist du inzwischen aber auch so unwichtig für ihn geworden, dass er nicht mal mehr Lust hat, dir persönlich ins Gesicht zu sagen, wie wertlos du für uns bist. Would be my guess.“

Ihre feingliedrigen Finger greifen zu Zigarettenschachtel und Feuerzeug, fischen eine neue Kippe hervor, die sie sich in den Mund steckt und entzündet. Kriss Dalmis rechtes Augenlid zuckt. Er spürt, wie seine Fingernägel in seine Handinnenflächen schneiden. Das Apocalypse Girl umrundet den Tisch, schließt zu Dalmi auf, kann sich ein spöttisches Lächeln nicht verkneifen.

Bleed: "Hier ist niemand, um sich deine rührseligen Geschichten über Trivialkunst und von Stacheldraht umwickelte Gore-Fetischträume anzuhören. Du bist allein. Wiedereinmal allein, wie so oft in deinem Leben. Sind das die Momente gewesen, Kriss? Die Augenblicke, an denen du festgestellt hast, dass niemand jemals da sein wird, der deinen Gestank überwinden kann und Interesse an dem Irrwesen vor sich findet? Irgendjemand, der dir wenigstens vorlügt, dass deine Bilder Kunst seien, irgendwer, egal wer.. hauptsache jemand anderes als immer nur diese hässliche Gestalt im Spiegel? Du kommst hierher, in Eleven's Reich, und weißt nicht wirklich, was du hier zu suchen hast. Fällt dir die Ironie des Ganzen auf? Du bist die Sorte Typ, die zum Vorstellungsgespräch auftaucht und auf die Frage, was ihn von seinen Mitbewerbern positiv abhebt, nur ein Stottern herausbekommt. Fragt man dich dann nach deinen Qualifikationen, kramst du Wachsmalkritzeleien auf Papier heraus und beteuerst, wie sehr du diese Stelle haben willst. Sollen wir das ernst nehmen?"

Kriss Dalmi: "Halt dein Maul!"

Bleed: "Willst du das? Soll ich das wirklich? Giert es nicht tief in dir danach, genau DAS hören zu wollen, was du fürchtest? Braucht ein Künstler nicht konstruktive Kritik, auch wenn sie ein alles vernichtendes Urteil über Werk UND Künstler darstellt? Du willst dich der Wahrheit nicht stellen, läufst wieder davon, ballerst dir Dreck in die Venen und konstruierst im Fiebertraum die x-te Version deiner Parallelrealität zusammen. Erst Rage, danach Arrow, und was kommt als Nächstes? Fuckin' Alistair Brunswick?! Deine Armseligkeit ist so faszinierend ekelhaft, Kriss."

Kriss Dalmi: "Halt endlich dein Maul!!"

Die pure Verzweiflung spricht aus den Zügen des Serben, Tränen der Wut schießen in seine Augen, laufen an seinen Wangen hinab. Sie zieht ein weiteres Mal mit ungerührter Miene an ihrer Zigarette, bläst ihm den Rauch ins Gesicht. Und schnippt sie im Anschluss gegen die Brust des Serben...

Ein gellender Schrei hallt durch den Keller. Einer ausgehungerten Hyäne gleich, stürzt sich der Serbe auf die Vorbotin des Untergangs. Sie reagiert eine Sekunde zu spät und wird von den Füßen gerissen. Er will ihr Schmerzen zufügen. Er will sie bluten lassen. Er will sie entstellen. Sie soll büßen. Für jede Demütigung, die sie und Eleven ihm zugefügt haben. Sie raufen und rollen über den harten Betonboden. Sie landet im Tumult auf ihm und versenkt, auf ihm sitzend, sogleiche ihre Fäuste in seinem Antlitz. Die Kamera zoomt weiter heran, will diesen Moment ekstatischer Gewalt aus nächster Nähe für all die Zuschauer einfangen. Jeder Schlag scheint das bereits malträtierte Gesicht des Belgraders noch weiter zu deformieren. War das ein Knacken? Kriss Dalmi heult auf, brüllt wie von Sinn, bündelt seine Kräfte, stößt das Apocalypse Girl von sich herunter und schmeißt sich ihr im nächsten Moment wieder entgegen. Sie verlassen den Sichtbereich der statischen Überwachungskamera. Sie zoomt heraus, um dem Kampf, den sie sich einander liefern, weiter zu folgen, doch es ist ihr nicht möglich.

Man kann sich nur vorstellen, wie der Tollwütige das schwarze Mädchen zurichtet, nach jedem Schrei der Wut in ihr Gesicht schlägt, sie wieder zum Bluten bringt. Wie sie ihrerseits in dieser Situation nicht aufgibt, die bereits ledierten Gesichtszüge des Junkies nach Kräften weiter bearbeitet und ihn ebenfalls wieder zum Bluten bringt. Wie feiner roter Nebel durch die Luft spritzt, ihr Blut mit dem seinen vermengt, sein Blut mit dem ihren.

Die Schreie, der schwere Atem, beide nehmen stetig ab. Sowohl von Kriss Dalmi, als auch von Bleed. Bis ihre Frequenz nach nur wenigen Sekunden komplett erstirbt. Nulllinie. Außer flachen, kaum hörbaren Atemzügen bedächtige Stille.

Dann ein leises Kichern. Hell, mädchenhaft, amüsiert. Kein gesprochenes Wort. Und trotzdem eine Beleidigung. Eine letzte Beleidigung.

Kriss Dalmi: "Du... Du lachst mich aus. Du liegst umgeben von deinem eigenen Blut im Keller deines Meisters und LACHST MICH IMMER NOCH AUS???"

Es erwächst ein Lachen daraus. Laut und schallend. Er, hingegen, jammert und flennt. Wie ein kleiner Junge, den die übermächtigen Bullies in den Spind gesperrt haben.

Bleed: "Ich lache dich nicht allein aus. Die ganze Welt tut es, du armes Stück Sch.."

Das dumpfe Geräusch eines Schlags lässt ihre Bemerkung ins Leere laufen. Kriss Dalmi weint weiter. Warum schaltest Du nicht um?

Kriss Dalmi: "Wenn es wahr ist, was du sagst... Wenn ich wirklich so wertlos bin... und alle Welt über mich lacht..."

Er bricht ab, verfällt erneut in Jammern.

Kriss Dalmi: "Dann gibt es für mich keinen Grund mehr, noch weiter Kunst zu produzieren. Dann werde ich aus ihr ausbrechen, diese letzte Grenze überschreiten."

Ein plötzlich angehaltener Atem. Röcheln. Gurgeln. Warum schaltest Du nicht um?

Kriss Dalmi: "Ich mache dich nicht zu einem Kunstwerk, Bleed. Nein, du wirst so viel mehr sein! Du hast mir den Weg gewiesen. Mehr noch als Eleven es jemals tat."

Würgen. Ein metallisches Klimpern. Eine sich öffnende Gürtelschnalle? Das dumpfe Rauschen reißenden Stoffes.
Die Welt taumelt vor ihren Augen auseinander.

Kriss Dalmi: "Mach deine verdammten Beine auseinander oder ich schwöre dir, ich bringe dich hier und jetzt um, Bleed! MACH DEINE VERHURTEN BEINE AUSEINANDER!!!"

Ein unterdrücktes Schluchzen von Bleed. Dann ein Schrei, der sich in feurigen Tränen ergießt. Kriss Dalmi stöhnt auf. Schau nicht weiter!

Kriss Dalmi: "Du beschissene, kleine Nutte! Wer... ist... jetzt... wertlos?"

Stoßartiges Atmen. Erregtes Grunzen. Klagendes Heulen. Der Verstand zeichnet grauenhafte Bilder. Schalt doch endlich um!

Kriss Dalmi: "Niemand... wird mich... jemals... wieder... auslachen... Nicht... du... nicht... Eleven... NIEMAND!"

Sie fleht. Vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben überhaupt. Sie fleht ihn an, dass er damit aufhört. Aber er macht weiter. Er ist gnadenlos. Er ist eine Bestie. Befreit von jeglicher Menschlichkeit.

Es dauert nicht lang. Bleed weint nicht mehr.
Ihre Augen starren nur wie tot ins absolute Nichts.

Weitere Sekunden der Totenstille verrinnen. Dann torkelt Kriss Dalmi wie in Trance zurück in den Bildbereich der Überwachungskamera und bleibt stehen. Sein Mund steht offen, sein Blick gleicht dem einer Leiche.

Er beugt sich nach vorn, übergibt sich auf der Stelle und erbricht einen Schwall unverdauten Mageninhaltes auf den betonierten Grund. Er stützt sich mit seinen entweihenden Händen auf seinen Knien ab. Wischt sich den Mund mit dem Handgelenk ab. Als ihn die plötzliche Erkenntnis ereilt. Klarer als jemals zuvor. Er blickt auf. Seine feuchten, geweiteten Augen bilden einen scharfen Kontrast zu seiner bluttriefenden Fratze. Angst.

Kriss Dalmi: "Was habe ich nur getan???"

Cut.

„Du hast recht.
Ich werde mich schneiden.. sehr bald schon. Und es wird ein tiefer Schnitt sein. Es ist wie.. in einer dunklen Küche.
Soviel zu tun.. soviel zu teilen, in Streifen zu schneiden.. zu halbieren, zu trennen, neu zu ordnen.
Irgendwann starre ich auf den Schnitt im Daumen.
Und ich werde fallen – und an dich denken, Azrael Rage.
Und wenn du das Messer siehst, das neben mir liegen wird, weisst du genau wie ich – genau wie ER -
.. das deine Zeit kommen wird.“


------------------ PCWA ------------------

Jane Nelson: "Heißen sie mit mir den ersten Teilnehmer des Main Events willkommen... mit einem Gewicht von 105 kg bei einer Größe von 187 Zentimetern... aus Havanna, Kuba... hier ist... BLAAAAAZE!"

wArUm … eIgEnTliCH NiChT

B L A Z E

C2c – F.U.Y.A.

oOoOoOoOoooOoooOoOoOoOo

Die ersten Töne der Entrance Theme setzen ein, orientalisch anmutende Streicher, eine chorale Stimme, unterlegt von Hi Hats und fließendem Schellen. Das Licht in der Halle wird abgedunkelt und in einen rötlichen Schein getaucht. Auf den Trons erscheint das Logo des Kubaners. Ein erstes Raunen und Jubeln geht durch das Publikum.

Mit den wiederkehrenden Bassdrums wirft sich zuckendes Blitzlicht in den rötlichen, dunklen Schein, dass punktgenau den Rhythmus des Lieds trifft. Vom Kubaner ist noch nichts zu sehen. Stattdessen erheben sich Feuersäulen am Rande der Rampe aus dem Boden.

Vom PyrOmAneN...

Der besiegte Gabriel Lucifer am Boden. Tom Nowak, gepfählt durch den Burn Out. Blaze über dem Schlächter Robert Barker, der geschlagen an den Seilen hängt. Eine gemeinsame Szene mit Mad Dog und Blake Milton aus der Zeit der Inflection Scale. Dann die exekutive Gewalt im Ring. Bilder wie diese und andere Szenen aus der Karriere des Kubaners erscheinen auf dem Monitor. Dann Stille im Lied, kein Blitzlicht, vollkommende Dunkelheit. Nur die Feuersäulen sprießen weiter. Mit dem Einsetzen der Grundmelodie betritt José Cayetano Gômez endlich die Halle. Die Fans grölen, jubeln und feiern.

...zur ExeKutIven GeWalT

...zum RäcHeR...

...zur RaChE...


Am Ring angekommen, rollt sich Blaze durch das unterste Seil in den Ring. Als nächstes spannt er seine Arme an, lässt sie auseinander gleiten, ballt die eine Hand zur Faust und lässt sie krachend in die andere knallen. Ein zufriedenes Lächeln bildet sich auf seinen Lippen. Er ist zurück.

zuRücKgEkeHrT

Jane Nelson: "Und sein Gegner... aus Long Beach, California... er bringt 88 Kilogramm bei einer Größe von 1,84 Metern auf die Waage... hier ist der UNDISPUTED GERASY CHAMPION... 'SUPERSTAR' ALISTAAAAIR BRUNSWICK!"

Jubel brandet auf. Der Vorhang öffnet sich und heraus tritt der Prototyp des perfekten Athleten. Auch wenn Viddy ihn in keiner möglichen Welt anfeuern würde, die PCWA-Fans tun es. Instant moisture, meine Damen.

Alistair trägt seine typische Ringkleidung: Verwaschene Blue Jeans, knöchelhohe Combat Boots und den eingeölt-definierten Oberkörper frei. Sein einziges Accessoire ist der blankpolierte Undisputed Gerasy Title, den er stolz mit der Rechten in die Höhe reckt. Für einen Moment verharrt er am Entrance, streicht sich durch das blondgesträhnte Haar. Dann setzt er sich aufreizend langsam in Bewegung.

NO respect
NO loyality
NO regrets

Nur wer genau hinsieht, erkennt das leichte Humpeln, das Alistair seit Azraels Attacke vor einem Monat begleitet. Die Schmerzen sind auszuhalten und behindern ihn nur noch ein wenig, vielmehr ist es eine leichte Schonhaltung. Nichts, weswegen man ein Match wie dieses absagen sollte. Nichts, das ihn aufhalten könnte. Genau wie abgetauchte Skitpartner, unzuverlässige Mitspieler und das ganze Gedöns. Liest eigentlich jemand von euch ernsthaft Entrances?

where do i put the shame?
it feels like a broken toy
i can't play with anymore
where do i put the hate?
to a pixilated screen
i can't watch anymore

Wie auch immer: Alistair erreicht den Ring und der Jubel schwillt noch einmal an, so wie die Schwellkörper von Boyloch bei jedem Peitschenhieb. No homo! Alistair klettert auf eine der vier Ringecken, breitet dort die Arme aus und genießt die Anfeuerungsrufe seiner Fans. Und guckt sich nebenbei schon einmal nach den Groupies um, die er heute nach der Show mit nach Hause nehmen könnte. Von seiner Frau getrennt zu leben hat auch Vorteile.

Einige Momente später springt er wieder in den Ring zurück, übergibt seinen Titel einem Mitglied der Crew und macht sich zum Kampf bereit.

Mike Garland: "Das ist es nun, das letzte Match vor dem Brawlin' Rumble!"

Vincent Craven: "Blaze gegen Alistair Brunswick, ein Kampf um den Undisputed Gerasy Title. Nun entscheidet sich, wer als Champion zur größten Show des Jahres fährt."

Mike Garland: "Ringrichter Charlie Swanson lässt den Kampf anläuten. Los geht's!"

 

Main Event
-Fighting Champion-
Undisputed Gerasy Title Match
Singles Match






(Sieg durch Pin oder Aufgabe, Disqualifikation oder Count Out - Referee: Charlie Swanson)

Mike Garland: „Charlie Swanson hat das Match freigegeben! Und das betrachten Alistair und Blaze auch korrekterweise als Startsignal!! Beide stürmen aufeinander zu – mit einem LOCK UP wird das Match standesgemäss eröffnet!“

Vincent Craven: „Beide ringen verbissen um den Vorteil, schieben sich quer durch den Ring!! Die beiden schienen sich zuletzt versöhnt zu haben, dieses Band scheint nach den Vorkommnissen der letzten Show allerdings zerschnitten. Beide wollen sich hier nichts schenken.“

Mike Garland: „Kein Wunder, hier geht es schließlich um den Undisputed Gerasy Title.“

Vincent Craven: „Beim Entrance hat man Alistair noch leicht die Nachwirkungen der Attacke von Azrael Rage angesehen, hier im Ring scheint er aber die Zähne zusammen zu beißen. Auf jeden Fall merkt man ihm nichts an.“

Mike Garland: „Auf dieses Match konnte er sich viel besser vorbereiten als auf seinen letzten Kampf, indem Raphaellus Krueger erst während der Show als Gegner enthüllt wurde. Gegen Blaze stand unser Champion dagegen schon im Ring.“

Alistair Brunswick hat Blaze im Rahmen des Lock Ups in eine Ringecke gedrückt – und wird jetzt auch von Charlie Swanson, den Lock zu lösen. Alistair tut das auch, hebt beide Hände. Blaze stösst sich aus der Ringecke ab! Nächster Lock Up! Alistair gewinnt diesen, verdreht Blaze den Arm! Der kontert! Schöner Hip Toss gegen den Undisptued Gerasy Champion! Der kommt aber auf den Füssen auf, wirbelt herum! Blaze geht ihm entgegen!! Armdrag Takedown gegen den Kalifornier, wunderbar ausgeführt! Aber wieder ist Alistair sofort auf den Beinen.

Mike Garland: „Technisch guter Auftakt! Alistair schenkt Blaze ein kurzes, anerkennendes Nicken, so fair ist er dann doch. Aber nun jagt er auf diese zu! Wieder geht Blaze gleichzeitig in die Offensive!“

Vincent Craven: „Elbow Strike aus dem Lauf heraus! Alistair duckt sich ab, taucht unter dem Elbow ab! Jetzt wirft er sich hinter Blazes Rücken nach oben!! Crucifix Takedown!“

Mike Garland: „Alistair zieht Blaze zum Cover auf die Schultern!!!!!!! Der Referee ist zur Stelle!“

 

… 1 …
 

… 2 …
 

KICKOUT!!

 

Mike Garland: „Blaze kickt raus!“

Alistair ist wieder oben, auch Blaze springt sofort wieder auf die Beine. Wieder stürmen die beiden aufeinander zu, harter Lock Up. Es knallt förmlich, wenn die beiden zusammenrasseln. Keiner will hier auch nur einen Millimeter nachgeben. Jetzt ein leichter Kräftevorteil bei Alistair, der den Kubaner auch nicht von sich weglässt, da dieser versucht sich loszureißen. Das nutzt Alistair sofort aus, denn er schleudert Blaze mit einem gewaltigen Stoß in die Seile. Sofort stürmt Brunswick hinterher und knallt Blaze einen Forearm Smash gegen den Brustkorb. Geschickt drückt er Blaze in die Seile und befördert ihn mit einem Irish Whip in die gegenüberliegenden Seile. Wie ein Geschoß rauscht der Kubaner zurück, Versuch eines Frontslams von Alistair, aber Blaze hastet ihm entgegen und greift in der Luft nach ihm!

Mike Garland: „Durch den Schwung wird Alistair zur Seite geschleudert, kommt jedoch genau vor Blaze auf die Matte und kann sich schnell wieder aufrappeln. Kurz durchgezogene Clothesline gegen Blaze, der davon völlig überrumpelt wird!“

Vincent Craven: „Doch das kann ihn offenbar nicht schocken, denn sofort springt er auf die Beine und tritt Alistair das linke Standbein weg! Genau das Bein, das scheinbar Alistairs Humpeln verursacht hat.

Mike Garland: „Clevere Taktik, muss man ihm lassen. Der Kubaner hat seine Hausaufgaben gemacht.“

Vincent Craven: „Er WILL diesen Titel gewinnen, das sieht man ihm deutlich an.“

Es folgt ein weiterer Kick genau in die linke Kniekehle und schon hat er Alistair in einer knienden Position… was dafür genutzt wird über die Seile Schwung zu holen!! Blaze versucht es mit einem seiner Trademark Moves, einem Diving Top Rope Spear...

 

Hollow Sear

 

Aber Alistair lässt sich nach vorne fallen, womit der Kubaner ihn verpasst und über ihn erneut in die gegenüberliegenden Seile hechtet. Reflexartig katapultiert sich Alistair zurück auf die Beine, allerdings ist Blaze einen Tick schneller und dieser feine Bruchteil reicht aus um einen Inverted DDT zu zeigen! Alistair landet hart auf der Matte und Blaze slidet zum Cover heran!

 

… 1 …
 

… 2 …
 

KICKOUT!!

 

Vincent Craven: „Alistair reisst die Schulter hoch!! Begeistert zeigen sich die Fans in der ausverkauften Arena! Ein bisher sehr gutes, klassisches Wrestlingmatch!“

Mike Garland: „Robert Breads hat hinten am Monitor vermutlich Tränen in den Augen.“

Vincent Craven: „Im Ring zieht der Kubaner seinen Gegner gerade nach oben! Ab geht’s für Alistair nach einem Whip In in die Ringecke! Den Aufprall nimmt Alistair voll mit dem Rücken mit!“

Mike Garland: „Blaze geht hinterher, genauer gesagt, mit Anlauf! Aus dem Lauf schleudert er Alistair mit einem Drop Kick entgegen!! Der trifft Brunswick genau!“

Vincent Craven: „Alistairs Schädel wird zurückgeschleudert und Blaze setzt jetzt nach! Ein harter Strike folgt!“

Mike Garland: „Aber diesmal kann Brunswick mit dem rechten Arm abblocken!! Knallharter CHOP gegen Blaze!! Voll an die Brust!“

Blaze muss ein paar Schritte zurückweichen! Alistair befreit sich aus der Enge der Ringecke, weicht zur Seite aus! Er muss Kraft holen, jetzt setzt er nach! Er springt auf Blaze zu! Alistair kriegt den Kopf seines Gegners zu fassen! Swinging Neckbreaker aus dem Lauf! Das Genick von Blaze kracht auf den Boden! Alistair steht wieder auf. Eingesprungener Elbow aus dem Stand auf das rechte Bein von Blaze! Brunswick schnappt sich die Beine seines Gegners! Jubel vom Publikum! Alistair schleudert seinen Gegner über sich, Olympic Slam! Blaze geht zu Boden, aber der Champion kann die Brücke nicht halten. Stattdessen wälzt er sich nun auf den Kubaner und bekommt irgendwie dessen Beine zu fassen. Figure Four Leglock! Er hat die Beine von Blaze um die seinen geschlungen und lässt sich jetzt nach hinten fallen!

Vincent Craven: „Josés Gesicht wird gezeichnet vom Schmerz! Er rudert mit den Armen!! Alistair hält den Lock entschlossen fest!“

Mike Garland: „Der Ringrichter ist beim Kubaner, er fragt ihn natürlich ob er aufgeben will. Aber ich denke, das kann er vergessen! Blaze wird das nicht tun. Zumindest jetzt noch nicht!“

Vincent Craven: „Der Schweiss rinnt beiden Männern das Gesicht herab! Alistair hält den Figure Four eisern durch! Und Blaze schwinden wohl langsam die Kräfte!! Das Seil ist zu weit weg!“

Mike Garland: „Der Ringrichter fragt wieder nach. Kopfschütteln von Blaze! Er versucht sich nach vorn zu beugen!! Er will Alistair zu fassen kriegen! Aber der lässt sich auf den Rücken fallen!“

Vincent Craven: „Die Fans stehen auf ihren Sitzen! Anfeuerung für Alistair Brunswick, aber auch Aufmunterung von Seiten der Fans des Kubaners!“

Der versucht jetzt mit einem Kampfschrei den Figure Four umzudrehen! Alistair kämpft dagegen an! Blaze versucht soviel Schwung wie möglich zu holen! Jetzt drückt er sich zur Seite, will sich mit aller Macht umdrehen!

 

UND ES GELINGT!!

 

Blaze kontert den Lock! Er dreht den Figure Four Leglock um! Alistairs Gesicht zeigt den Schmerz, den zuvor der Kubaner erdulden musste. Wieder konzentriert Blaze sich auf das offenbar doch etwas angeschlagene linke Bein seines Gegners.

Aber Blaze hat ihn nicht richtig zu fassen bekommen! Alistair Brunswick löst den Lock! Er hält sich das angeschlagene Knie! Blaze kämpft sich auf die Beine. Auch Alistair steht jetzt wieder!! Er schaut sich um... Blaze steht hinter ihm! Sleeperhold! Sleeperhold von Blaze gegen Alistair!

Mike Garland: „Schlagabtausch mit Submission Moves zwischen den Beiden! Alistair rudert mit den Armen! Blaze steht hinter ihm, hat den Kopf seines Gegners mit beiden Armen eingekeilt! Perfekter Sleeperhold, richtiggehend für das Lehrbuch!“

Vincent Craven: „Brunswick wird die Luft aus dem Körper gesogen! Er versucht sich verzweifelt zu wehren! Jetzt greift er nach hinten! Er kriegt Blazes Kopf zu fassen!“

Mike Garland: „Alistair lässt sich auf die Matte fallen!“

Jawbreaker

 

Vincent Craven: „Jawbreaker gegen Blaze! Sonst ein Markenzeichen des Kubaners, jetzt aber von Alistair gezeigt.“

Mike Garland: „Ich sage nur: BÄM!“

Vincent Craven: “Und die Menge tobt! Alistair kann sich aus dem SLEEPERHOLD befreien! Blaze kniet im Ring, hält sich den Unterkiefer!“

Mike Garland: „Alistair Brunswick steht zwar, aber er muss Luft holen! Die letzten Minuten haben entscheidende Kraft gekostet!“

Vincent Craven: „Jetzt drehen sich die Beiden wieder einander zu!! Entschlossenheit in den Blicken!“

Mike Garland: „Erneuter Lock Up zwischen Alistair und Blaze. Was ist das denn?? Die Zuschauer brechen in laute Buhrufe aus!“

 

 

Vincent Craven: Azrael Rage gibt sich die Ehre! Der ehemalige Champion ist auf einmal mitten im Publikum aufgetaucht und hat dort Platz genommen!“

Mike Garland: „Und er führt sicherlich nichts gutes im Schilde...“

Vincent Craven: „Alistair soll sich besser in Acht geben. Doch Rage hat offensichtlich nicht vor einzugreifen. Noch nicht.“

Mike Garland: „Mit breitem Grinsen auf der Visage sitzt er einfach nur so da. Was für eine Provokation!“

Alistair Brunswick und Blaze schieben sich derweil durch den Ring! Beide versuchen den Vorteil zu erhaschen! Aber momentan neutralisieren sie sich! Blaze stösst jetzt Alistair Brunswick einfach von sich! Alistair ist im ersten Augenblick davon überrascht, das nutzt Blaze! Kick in den Magen von Alistair! Blaze greift zu, hebelt Alistair aus! Ansatz zum Double Knee Facebreaker! Aber Alistair kontert! Nelson Suplex! Und dieser wird durch den Ring geschleudert! Szenenapplaus von den Rängen! Blaze ist benommen, aber Alistair setzt nicht schnell genug nach, so dass er sich wieder berappeln kann. Alistair ist derweil mit viel Schwung in die Ropes gegangen! Jetzt kommt er auf Blaze zugejagt! Der dreht sich jetzt in Alistairs Richtung! Alistair springt nach vorne… aber Blaze fängt ihn in der Luft ab! Belly to Back Suplex gegen Alistair Brunswick!  Dieser schlägt hart in der Ringmitte auf!

Mike Garland: „Sofort das Cover vom Kubaner!“

 

… 1 …
 

… 2 …
 

KICKOUT!!

 

Mike Garland: „Azrael war draußen bereits von seinem Sitz aufgesprungen! Nun aber kann er sich wieder setzen, denn Alistair entkommt noch!“

Vincent Craven: „Blaze greift sich jetzt Alistair, zieht diesen nach oben!“

Mike Garland: “Forearm Strike gegen Alistair Brunswick! Treffer! Aber auch Alistair schlägt zurück!“

Vincent Craven: „Schöner Chop des Kubaners jetzt, der jedoch von Alistair mit eben dem gleichen Move gekontert wird. Die beiden duellieren sich jetzt in der Mitte des Ringes mit harten Chops, die nur so durch die Arena klatschen.“

Den nächsten Chop Brunswicks blockt der Kubaner mit einer Hand ab, während er die andere Hand schwungvoll in das Gesicht seines Gegners klatschen lässt. Wütend packt er sich den Kopf von Alistair und sprintet mit diesem in die Ringecke, wo er Alistairs Kopf hineinrammt! Harter Kick in den Rücken. Alistair Brunswick hängt hier in der Ringecke fest! Erneut bekommt er einen Kick in den Rücken gezogen. Der Kubaner drückt ihm seine Sohle wirklich hart und ohne Unterlass immer wieder in den Rücken! Jetzt reißt er Alistair aus der Ringecke und schlägt ihm erneut mit der flachen Hand hart ins Gesicht. Hinterher setzt es einen Mongolian Chop und wieder trifft Alistair ein Schlag mit der Handkante, diesmal am Kopf! Ein Setup Kick vom Kubaner…. Pumphandle Ansatz gegen Alistair Brunswick… der Kubaner hebt seinen Gegner schwungvoll aus!

Vincent Craven: „Sieht nach einer Powerbomb aus… aber Alistair wehrt sich heftig!“

Mike Garland: „DDT!!! DDT!!! Aus dieser unmöglichen Situation kontert Alistair und kann seinerseits einen derartigen Move auspacken! Riesenaktion unseres Champions!“

Vincent Craven: „Der sich jetzt an einem Cover versucht!“

 

… 1 …
 

… 2 …
 

SHOULDER UP!!

 

Mike Garland: „Der Kubaner reisst seine Schulter nach oben und schüttelt kampfeslustig den Kopf!“

Vincent Craven: „Vielmehr als das, er setzt einen Armbar gegen Alistair an und schleudert diesen von seinem Körper! Doch Champion hat die Energie, um sich schnell an das unterste Ringseil heranzurobben, womit der Kubaner gezwungen ist seinen Armbar zu lösen, was er auch sofort tut!“

Mike Garland: „Dennoch lässt er Alistair keine Zeit sich aufzurappeln, sondern zieht ihn an eben diesem Arm wieder in die Mitte des Ringes. Crucifix Armbar vom Kubaner, richtig brutal wie er ihm jetzt zusetzt.“

Vincent Craven: „Hier hält es keinen mehr auf den Sitzen!“

Mike Garland: „Alistairs Gesicht ist gezeichnet vom Schmerz des Holds! Blaze legt sich mit allem was er hat in diesen Move hinein!“

Vincent Craven: „Längst ist der Referee bei Alistair! Aber dieser kämpft sich jetzt wieder hoch!“

Mike Garland: „Elbow gegen Blaze! Der muss lösen!“

Vincent Craven: „Und Alistair bekommt ihn zu fassen! Belly to Belly Suplex!“

 

SONNYBOY!

 

Vincent Craven: „Einer von Alistairs Trademark Moves! Der Kubaner kracht voll in die nächste Ringecke!“

Mike Garland: „Alistair ist will es jetzt wissen! Running Spear Tackle gegen Blaze! Er trifft den Kubaner frontal! Dieser bricht vor der Ringecke zusammen und sofort packt Alistair ihn sich!“

Vincent Craven: „German Suplex von Alistair Brunswick gegen Blaze!“

Mike Garland: „Aber er kann ihn nicht in der Brücke halten, da ihm sein Knie sichtliche Probleme bereitet. Schreiend vor Schmerz muss Alistair den Griff lösen! Sofort ist Blaze außer Reichweite…“

Blaze will daraus Profit schlagen und geht jetzt auf die Ringecke zu! Ohne groß zu Zögern hebt der Kubaner Alistair aus und stemmt ihn nach oben. Inverted Atomic Drop! Eine harte Landung für Alistair genau in der Mitte des Rings. Schnell packt sich der Kubaner die Arme seines Gegners…. Screwdriver executed on Knee! Alistair ist am Boden! Aber scheinbar hat Blaze jedoch nicht genug, denn er lässt Alistair liegen und hastet in die Seile! Double Foot Stomp in den Rücken von Alistair Brunswick! Das ist die nächste stiffe Aktion des Kubaners, der jetzt kurz zum Luftholen in den Seilen hängen bleibt. Jedoch tritt er Alistair erneut von hinten zwischen die Schulterblätter. Es folgt ein kurzer Knee Drop, zuerst mit dem linken Knie und dann auch noch mit dem rechten hinterher. Augenblicke später steht er wieder und lässt sich jetzt mit beiden Knien auf die Brust von Alistair fallen.

Vincent Craven: „Voll erwischt! Das raubt dem Champ erst einmal die Ludt aus den Lungen!“

Mike Garland: „Dort bleibt Blaze kurz… um dann den Kopf des Kaliforniers mit einigen Headbutts zu bearbeiten. Der Kubaner gönnt sich kaum eine Pause und zieht sich Alistair schon wieder nach oben!“

Vincent Craven: „Schöner Inverted Facelock… und es folgt ein DDT!“

Mike Garland: "Alistair kauert benommen in der Ringecke, aber Blaze schenint noch einen draufsetzen zu wollen! Er spurtet in die gegenüberliegende Ringecke, wirbelt dann herum und rennt mit hoher Geschwindigkeit auf seinen Gegner zu..."

Vincent Craven: "Das ist ein Running Liger Kick, den kennen wir von Blaze!"

Torch of Change

Mike Garland: „Und er erwischt ihn voll! Blaze fackelt nicht lange in diesem Fall! Er wirft sich auf seinen Gegner!! COVER!“

 

… 1 …
 

… 2 …
 

KICKOUT!!

 

Mike Garland: „KICKOUT!! IM ALLERLETZTEN MOMENT!“

Vincent Craven: „Hast du das gesehen? Schon wieder war Azrael Rage zur Stelle und diesmal stand er sogar schon auf dem Apron! Referee Charlie Swanson ermahnt ihn, dass er in diesem Match nichts zu suchen habe.“

Mike Garland: „Mit einem süffisanten Lächeln setzt Azrael sich wieder auf seinen Platz. Auch Alistair scheint sehr wütend über das Auftauchen seines Schwiegervaters zu sein… auch wenn er ja damit gerechnet hat…“

Vincent Craven: „Unglaublich! Und die Fans machen einen Lärm, als wollten sich das Dach der Arena wegsprengen! Alistair ist jetzt in die Defensive gedrängt, Blaze zieht ihn erneut nach oben!“

Mike Garland: „Kurzer Tritt in den Magen von Alistair… Brainbuster vom Kubaner! Ganz harte Landung für den Champion!“

Vincent Craven: „Da bleibt Blaze nun noch Zeit sich aus dem Ring zu verziehen und auf den Apron zu gehen. Er wartet dort bis sich Alistair wieder auf die Beine rappelt… Flying Clothesline! Er trifft Alistair und schleudert ihn zu Boden!“

Mike Garland: „Und Blaze hat noch nicht genug, sofort setzt er mit einem Kick nach und versucht ein erneutes Cover!

 

… 1 …
 

KICKOUT!!

 

Vincent Craven: „NEIN! Während alle schon darauf gewartet haben, dass Azrael sich wieder bereit macht, kickt Alistair sich schon aus!“

Mike Garland: „Kurzes Kopfschütteln beim Kubaner, der sich wenig erschüttert wieder auf die Beine begibt. Wieder muss Brunswick mit nach oben… schöne Mexican Stretch Bomb vom Kubaner!“

Vincent Craven: „Der hier wirklich voller Überraschungen steckt. Ob seine Vielseitigkeit wohl mit dem spät abgegebenen MRP zusammen hängt?“

Mike Garland: „Jetzt setzt er konsequent und zielbewusst nach. Der nächste Tritt zwischen Alistairs Schultern treibt diesen wieder auf die Beine, wo ihm Blaze jedoch sofort wieder gegen das Knie tritt.“

Vincent Craven: „Von hinten packt er sich die Arme Alistairs und klettert schnell auf den Top Turnbuckle… Iconoclasm!“

Mike Garland: „Erneut rollt sich Blaze auf Alistair und setzt von hinten einen Hold an! Footstomp in das Gesicht seines Gegners!“

Völlig erschöpft rollt sich Alistair durch den Ring und auch an Blaze ist die hohe Schlagzahl seiner Aktionen und sein schnelles Tempo nicht spurlos vorbeigegangen. Völlig ausgepumpt spuckt er mehrfach auf den Boden und torkelt nun langsam wieder auf Alistair zu. Jetzt sprintet er kurz an….Somersault Senton, aber Brunswick rollt sich zur Seite! Harter Aufprall auf den Rücken für den Kubaner, der fluchend wieder auf die Beine kommt und sofort einen Side Russion Legsweep von Alistair kassiert.

Vincent Craven: „Alistair Brunswick IST ZURÜCK IM KAMPF!“

Mike Garland: „Unter dem ohrenbetäubenden Jubel seiner Fans zieht er Blaze hoch!! Chops und Fists gegen den Kubaner! Jetzt scheint Alistairs grosse Stunde in diesem Fight gekommen!“

Vincent Craven: „Man sieht ihm seine Schmerzen deutlich an, aber er nimmt all seinen Willen zusammen.“

Mike Garland: „Nur so kann man in der PCWA Erfolg haben.“

Vincent Craven: „Ein Strike nach dem anderen trifft Blaze! Alistair schleudert seinen Gegner jetzt in die Ropes! Blaze kommt mit hoher Geschwindigkeit zurück!“

Mike Garland: „Alistair wartet bereits auf ihn! 360 Grad Backbreaker gegen Blaze! WOW!“

Vincent Craven: „Blaze liegt schwer pumpend auf der Matte!! Alistair steigt jetzt auf das Top Rope, was man sonst eher selten bei ihm sieht.“

Mike Garland: „Er nutzt die Chance, um Azrael Rage einen verächtlichen Blick zuzuwerfen. Dann hechtet er nach vorne…

 

Frog Splash!

 

Vincent Craven: „Der hat gesessen! Fantastischer Flug, perfekt ausgeführt! Jetzt steht Alistair auf!“

Vincent Craven: „Die Fans rasten aus! Alistair schaut in die Reihen der Zuschauer und streckt seine rechte Faust in die Höhe! Und die Geste wird hundertfach erwidert!“

Mike Garland: „Alistair kündigt das Ende an!! Er packt Blaze, Ansatz zum Impaler DDT...“

Vincent Craven: Doch da ist Azrael! Der Teufel springt über die Ringabsperrung über ruft Alistair irgendetwas zu, ohne den Ring zu betreten. Und was ist das? Brunswick stößt Blaze sofort von sich und stürmt auf die Ringseile zu!“

Mike Garland: „Aber Azrael tritt einen Schritt zurück, so dass Alistair ihn nicht erreichen kann. Und den Ring verlassen will er dann doch nicht.“

Vincent Craven: „Selbstgefällig grinsend breitet der Teufel draußen die Arme aus und lacht.  Alistair blickt zu Blaze, der langsam wieder auf die Beine kommt, dann zu den Fans...er macht kehrt... UND KATAPULTIERT SICH MIT EINEM SLINGSHIT FLYING SHOULDERBLOCK AUS DEM RING!“

Azrael Rage: „Uh-oh…“

Mike Garland: „Alistair begräbt den überraschten Rage unter sich!

 

Alistair! Alistair! Alistair! Alistair!

 

Jetzt droht das Match aus dem Ruder zu laufen! Alistair zerrt Azrael an den Haaren nach oben und schleudert ihn mit Schwung gegen die Ringtreppe! Blaze lehnt im Ring gegen eine Ringecke, Hand am Kopf… er weiß noch gar nicht, was hier geschieht! Alistair hämmert jetzt den Schädel des Teufels hart gegen die Ringtreppe… Ringrichter Charlie Swanson wird das ganze zu bunt! Er verlässt den Ring, um Alistair zurück in das eigentliche Match zu bringen... kassiert dabei beinahe einen Schlag von Brunswick!

Mike Garland: „Der hielt den Unparteiischen offenbar für Blaze, hat aber im letzten Moment seinen Fehler bemerkt. Erhitzte Diskussion zwischen den Beiden!“

Vincent Craven: „Unterbrochen von Blaze! Der Kubaner hat sich jetzt ebenfalls aus dem Ring begeben, stürzt sich in einen Schlagabtausch mit Alistair!“

Mike Garland: „Azrael lauert leicht benommen im Hintergrund. Ein schmaler Blutfaden läuft an seinem Mundwinkel herab... Mit einem European Uppercut erkämpft sich Brunswick die Oberhand gegen Blaze...“

Vincent Craven: "Und er hämmert seinen Kopf gegen den Ringpfosten! Es kracht gewaltig und Blaze geht zu Boden. Charlie Swanson beginnt nun, beide anzuzählen."

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Mike Garland: "Alistair wirbelt herum, behält Azrael genau im Auge, aber der grinst ihn nur böse an. Blaze will sich aufrappen und Alistair einen Punch verpassen, aber der blockt ihn ab und packt ihn am Oberkörper!"

Vincent Craven: "High Knee gegen Blaze! Alistair klemmt sich den Kopf unter den Arm und deutet es an, dass er ihm nun den Rest gegen will. Ansatz zum Impaler DDT, seinem Finishing Move!"

Mike Garland: "Blaze will sich wehren, aber Alistair hält ihn fest!"

 

Modern Disease

 

Vincent Craven: "UND DER SITZT! DIE MODERN DISEASE AUF DIE RINGTREPPE! DAS MUSS ES DOCH GEWESEN SEIN!"

Mike Garland: "Charlie Swanson zählt weiter."

 

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Vincent Craven: "Alistair will Blaze zurück in den Ring rollen, aber da ist schon wieder Azrael Rage, der sich bedrohlich direkt hinter seinem Schwiegersohn aufbaut."

Mike Garland: "Azrael macht das ganz geschickt. Er greift nicht direkt gegen Alistair ein, agiert hier aber als latente Bedrohung."

Vincent Craven: "Der Champion scheint zu überlegen, ob er sich nun Azrael zuwenden soll, aber er rollt sich lieber in den Ring zurück, während Charlie Swanson weiter zählt."

 

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Mike Garland: "Auch Blaze will in den Ring zurück, aber er ist einfach zu wackelig auf den Beinen. Sieh, wie der Kubaner kämpft. Mit letzter Kraft will er sich am Apron hochziehen!"

Vincent Craven: "Aber er rutscht ab! BLAZE GEHT ZU BODEN!"

 

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Aus! Aus! Aus!
Das Match ist aus!

Mike Garland: "Charlie Swanson zeigt es an: Blaze ist ausgezählt! Alistair Brunswick gewinnt dieses Match!"

Jane Nelson: "Sieger dieses Matches nach 15:25 Minuten durch einen Count Out... und damit immer noch Undisputed Gerasy Champion... ALISTAIR BRUNSWICK!"

Jubelnd reißt Alistair die Arme nach oben.
Seine Musik dröhnt aus den Boxen und irgendjemand reicht ihm den Titelgürtel. Seinen Titelgürtel.
Alles könnte perfekt sein, wenn nicht...

Mike Garland: "DA IST AZRAEL RAGE! Er steigt in den Ring! In den Händen hält er einen Klappstuhl!"

Vincent Craven: "Aufreizend langsam baut er sich auf vor Alistair auf, während der Champion den Titel fallen gelassen und schon einmal Kampfhaltung eingenommen hat!"

Mike Garland: "Dieser ist sichtlich erschöpft nach diesem anstrengenden Match! Wird er nun auch noch einen Beatdown einstecken müssen?"

Vincent Craven: "Die Ereignisse von Vendetta 102 scheinen sich zu wiederholen. Und erneut steht Alistair vollkommen alleine da-"

Mike Garland: "NEIN! DA SIND STEVIE VAN CRANE, MAD DOG UND MICHAEL THERA!"

Vincent Craven: "Sie lassen Alistair nicht im Stich und stürmen aus dem Entrance heran!"

Mike Garland: "Ein Raunen geht durch das Publikum."

Vincent Craven: "Die drei entern den Ring und bauen sich demonstrativ neben Alistair auf!"

Mike Garland: "Auch Blaze hat sich, unbemerkt von allen, wieder in das Seilgeviert gewuchtet. Etwas wackelig, aber sein Blick verrät vollste Entschlossenheit. Wird er sich nach dieser bitteren Niederlage nun etwa Azrael anschließen?"

Vincent Craven: "Fast sieht es so aus... NEIN! Er stellt sich ebenfalls zu den anderen!"

Mike Garland: "Azrael Rage sieht sich nun gleich mit fünf Gegnern konfrontiert."

Azrael Rage: "Feiger Wichser!"

Vincent Craven: "Und da ist Alistair! Er hechtet nach vorne und fegt Azrael mit einem Kick den Stuhl aus der Hand! Blitzschnell wirbelt er ihn herum, packt seinen Kopf..."

 

Modern Disease!

 

Mike Garland: "AUCH AZRAEL RAGE MUSS ALISTAIRS FINISHER EINSTECKEN! DER TEUFEL GEHT ZU BODEN!"

Vincent Craven: "Und genau diese Begegnung erwartet uns beim Brawlin' Rumble! Um den Undisputed Gerasy Title!"

Mike Garland: "Alistair lässt sich den Gürtel von Mad Dog reichen, der ihn inzwischen aufgehoben hat. Vielleicht hält ihn der verrückte Hund einen Tick zu lange in der Hand, aber nun reckt der Champion wieder in die Höhe!"

Vincent Craven: "Während Azrael geschlagen zu seinen Füßen liegt."

Mike Garland: "Den Zuschauern gefällt's auf jeden Fall."

Vincent Craven: "Und mit den Bildern der feiernden Verbündeten verabschieden wir uns dann für heute."

Mike Garland: "Wir sehen uns alle beim Brawlin' Rumble!"

Vincent Craven: "Stay tuned!"

 


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Wir sehen uns beim Brawlin' Rumble X

03-08-2014


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