RISING PHOENIX
am 26.04.2021 aus dem PCWA Dome in Berlin/Deutschland

Die NR.1 PRE-SHOW im Wrestling Business!

Exklusives Material von Vendetta 155!

Nur für ECHTE Fans!

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Circa eine Woche vor Vendetta 155...

Es fühlt sich komisch an - so eher unwirklich als denn richtig real, denkt Lara Lee sich gerade, während sie in der kleinen, aber sehr gemütliche Wohnung von Yai steht. Sie trägt lockere Jeans, knallig rote Sneakers mit weiße Johns und eine ziemlich neue schwarze Kapuzenjacke mit coolem „SAMURAI“-Logo aus dem Computerspiel „Cyberbunk 2077“, dessen Schriftzüge nochmals die Ärmel schmücken.

Das kleine Wohnzimmer ist genauso wenig beeindruckend wie jedes andere in dieser Wohnung eines Mehrparteienhauses – übrigens nur einen Steinwurf weit von der immer noch leer gefegte cWc-Kneipe entfernt. Nichtsdestotrotz muss Lara sich eingestehen, dass sich die Bewohnerin und ihr 7-jähriger Mitbewohner viel Mühe gegeben haben, gemütlich und heimelig zu fühlen.

Warum ausgerechnet die kanadische Amazone in der Wohnung einer Frau von ihrem Feind steht, ist relativ schnell erzählt: nachdem Lee vor paar Wochen ihren eigenen Club „Dis“ vorgezeigt hatte, kamen Yai und Lee sehr schnell ins Gespräch, nicht nur weil sie in diesen kritischen Zeiten geschäftlich von einander profitieren, beide Frauen wussten vor allem wie das Wrestling-Business läuft. Lara Lee ist eine Wrestlerin, Yai die Frau und Geliebte – mit einem ganz kleinen Fragezeichen dahinter – eines Wrestlers und obendrein ebenfalls Ex-Wrestlerin. Da hatte man schnell einen Konsens gefunden, und man wanderte von einem Thema zum anderen Thema. Man lernte sich einander besser kennen, man verstand die Perspektive der anderen besser, man konnte sich in eine besser hineinversetzen. Natürlich gab es immer noch Themen, bei denen Yai und Lara höchst unterschiedliche Auffassungen teilten...

Und dennoch kam Yai zum Schluss, dass es vielleicht gar keine schlechte Idee war, diese eine Lara Lee, die nicht kämpfte oder eine großkotzige Königin war, näher kennen zu lernen. Und diese Seite war für Yai bislang sehr interessant. Und wo ließ sich besser über angenehme Themen unterhalten als bei einer gemütlichen Kaffee & Kuchen-Runde?

Lara Lee unterdessen hatte natürlich ganz andere Absichten. Sie interessierte kein bisschen, wie Yai oder Jeffrey lebten. Vielmehr wollte sie mit scheinbar guten Absichten und Sympathie-Theaterspiel Yai an sich binden und ihre Beziehung zu Mad Dog polarisieren. Man musste diese Töle physisch und psychisch angreifen, um ihn voll und ganz zu vernichten. Also hatte sie sich allergrößte Mühe gegeben, eine sympathische und verständnisvolle Lara zu sein. Es war zwar mühsam, mit Yai irgendwo Sachen zu finden, über die man gemeinsam reden konnte, aber die Mühe hat sich ausgezahlt, denn es gab ein Thema, wo Lara ihr Bestes geben konnte und wo sich auch Yai bestens mit auskannte: Kinder.

Im Moment lächelt Lara und gibt sich sehr interessiert, als die Bardame auf die Wohnung deutet.

Yai: „Ich weiß, es ist nicht Besonders… aber es ist ein richtiges Zuhause für mich… und vor allem für Jeffrey.“

Lara: „Ich finde es sehr gemütlich. Es erinnert mich an die Zeit, als ich zum ersten Mal wrestlete - damals in Kanada. Allerdings war meine bei weitem deutlich unordentlicher. Du weißt schon, die Jugend…wenn man 18 war und das Elternhaus verließ…“

Die Kanadierin grinst breit und Yai muss ein wenig kichern. Das kann sie sich richtig gut vorstellen: die ganz junge Lara, endlich eigene Wohnung raus in die freie Welt… ähnlich wie sie, als sie damals als Groupie in der XFWA aufkreuzte und dort das erste Mal Mad Dog traf. Zu einem zweiten Treffen sollte es damals aber nicht kommen - apropos... Wo blieb er denn jetzt wieder mal?

Yai: „Hm, das ist etwas komisch. WauWau gibt sich eigentlich sehr viel Mühe, pünktlich da zu sein… und hey, danke nochmals, dass du zugesagt hast, auch ihn zu treffen. Ich weiß, wie euer Verhältnis ist… aber ich hoffe das Verhältnis im Privaten ist da deutlich anders.“

Lara: „Das hoffe ich auch. Ich mag ihn überhaupt nicht, und er mich nicht. Vielleicht liegt's aber nur daran, dass wir uns nur als Gegner kennen. Ich weiß ganz genau, wie er im Ring tickt, welche Angriffe er beherrscht, wie viel Fitness und Kraft er hat… aber ich kenne seinen Charakter, seine Wesensart nicht. Und vor allem nicht, wie er sich in deiner Anwesenheit verhält.“

Insgeheim ist die Muscle Chick auf diesen Trick unheimlich stolz. Sie hat Yai nämlich mehrmals suggeriert, MD, der immerhin Vater des siebenjährigen Sohns ist, mit zu dieser Runde einzuladen, nur um ihm nachher eins auszuwischen. Denn für diese angesprochene „Verspätung“ haben nämlich die Red Queen Rangers auf ihr Geheiß hin gesorgt. Man muss die Beziehung polarisieren… und MD als unzuverlässigen Vater hinstellen.

Sie schaut dann ins Kinderzimmer und sieht Jeffrey, wie er sein neuestes Geschenk von ihr – nämlich eine Matchbox-Version von ihrem Lancia Stratos – bemustert und dann in einem Regal neben einige andere Spielzeugautos vorsichtig hinstellt. Jeffrey fängt Laras Blick auf und lächelt etwas schüchtern.

Jeffrey: „Nochmals danke für das Geschenk!“

Lara lächelt schief und winkt ab, bevor sie sich dann wieder zu Yai umdreht.

Lara: „Dein Sohn ist aber ganz schön gescheit für sein Alter. Und so nett…“

Yai: „Das können deine zukünftigen Kinder auch sein, wenn du dir und…. DeWynters sich viel Mühe gibt. Sie will doch auch Kinder, oder?“

Lara: „Allerdings. Ich bin mir nicht sicher, ob ich wirklich Kinder will, aber wenn ich den Knirps da so ansehe…“

Sie lässt einen ziemlich überzeugenden Seufzer ab. Yai lächelt wieder und deutet auf den Stuhl vor dem Tisch, wo sie bereits Kuchen hingestellt hat. In der Hand hält sie gerade eine Kaffeekanne.

Yai: „Man muss in Kinder investieren… und zwar mit allem, was man hat, vor allem aber mit Zeit. Und das ist sicher das Schwierigste, wenn man zusätzlich einem Beruf nachgeht. Aber beides gegeneinander auszuspielen, so wie es Simargl gemacht hat, geht nicht. Dieser Dämon meinte, wir wären ohne ihn besser dran. Er meinte sich selbst zu opfern, um uns vor Attacken und Intrigen zu schützen. Dabei hat er aber uns geopfert...  und Jeffreys Zukunft aufs Spiel gesetzt. Denn Kinder sind die Zukunft! Und sie zu verstoßen, zeigt nicht Verantwortung sondern das Gegenteil... Das hatten wir uns beide auch anders vorgestellt, Lara. Aber die Drogen haben alles kaputt gemacht..."

Sie winkt beschämt ab, da sie meint zu viel von sich geredet zu haben.

Yai: "Jetzt rede ich schon so, als wollte ich es euch ausreden... Dabei ist es so, Lara: Am Ende weiß man nie, was passieren kann. In der Partnerschaft, aber auch in der Beziehung zu deinem Kind. Deswegen ist es wirklich keine einfache Entscheidung, aber wenn sie einmal gefallen ist…. dann ist es die beste, die du je getroffen hast. Dann wirst du sie unsterblich lieben wollen. Dann ist dieser kleine Mensch einfach ein Teil von dir, ohne den du nicht mehr sein kannst. Zumindest ist das bei mir und Jeffrey so.“

Die Cryptionesse nickt langsam und nimmt auf einem Stuhl Platz, während Yai die Kanne abstellt und Jeffrey zu sich ruft.

Lara: „Äh, Yai, weiß dein… Mann eigentlich, dass ich auch da bin?“

Die angesprochene Frau seufzt und zuckt die Achseln.

Yai: „Ich kenne meinen WauWau nur zu gut. Er ist ein liebevoller, aber ein unglaublich sturer Mensch. Hätte er mitbekommen, dass du da bist, hätte er sich wahrscheinlich geweigert dich überhaupt in meine Nähe zu lassen und noch weniger an einem gemeinsamen Treffen hier teilgenommen - mal wieder denkt er nur an böse Absichten, die andere Wrestlerinnen hegen, und meint uns beschützen zu müssen. Deswegen wird es eine Überraschung sein und ich werde schon mit ihm reden, wenn er denn mal endlich hier ankommt. Wie gesagt, ich weiß wie ich ihn beruhigen kann und dazu bringen kann, an diesem Tisch hier zu sitzen. Ich bin überhaupt froh, dass du wesentlich kooperativer bist. Man kann über dich sagen, was du in Vendettas tust oder bist, aber Zuverlässigkeit ist bei dir auf jeden Fall drin.“

Lara: „Kein Problem… na gut, es wäre schon ein Problem, aber ich will keinen Krieg. Und wie ich schon mal sagte: Ich möchte niemanden, der nicht daran beteiligt ist, in eine Sache hineinziehen, die man nur im Ring mit Fäusten lösen kann.“

Jeffrey setzt sich auf den Stuhl und beäugt schon sehnsüchtig den Erbeerkuchen. Die frischen roten Früchte glänzen im klaren Guss und werden von einem Mürbeteig ummantelt. Die wässrige Zunge des kleinen Jeffreys aber weiß, dass unter ihnen noch Vanillepudding wartet, den er mit Mama angerührt hat.

Das Verlangen hineinzubeißen wird fast unmenschlich.

Jeffrey: „Mama, kommt Papa denn noch? Oder können wir schon anfangen?“

Bevor Yai antworten kann, hört man das Haustürschloss. Lara Lee spannt innerlich die Muskeln an, jederzeit bereit, MD anzugreifen, sollte er durchdrehen.

Mad Dog: „Yai? Jeffrey? Ich bin jetzt da… tut mir leid, aber..."

Bleibt er mitten im Satz hängen, als er ins Wohnzimmer kommt und sieht, dass am Tisch nicht nur Yai und Jeffrey sitzen.

Mad Dog: „…was… macht… DIE… da?!“

Stößt er jedes Wort durch die gebleckte Zähne hervor und zeigt dabei auf die Rote Königin. Adrenalin schießt durch seine Blutbahnen, das Herz schlägt ihm voll Sorge bis zum Hals.

Mad Dog: „Was macht die Irre hier?"

Doch ehe Yai eine Antwort geben kann, tritt er energisch näher auf Lara zu und starrt sie unmissverständlich an.

Mad Dog: "RAUS AUS MEINER WOHNUNG!“

Lara aber schaut ihn nur fragend an. Also stampft er bereits mit roten Kopf auf Lee zu, die völlig überrascht wirkt und vorsichtshalber vom Stuhl aufspringt und einen Schritt nach hinten macht. Yai springt ebenfalls auf und hält die Töle mit beiden Händen an seinem Arm fest, um den Marsch gegen Lara zu stoppen.

Yai: „Das war meine Idee! Gib… den Gast doch bitte eine Chance. Sie ist völlig anders, wenn man ganz normal mit ihr spricht!“

Doch der Night Fighter glaubt kein einziges Wort und fixiert seine Augen weiterhin auf Lara.

Mad Dog: „Eine Chance?! Ich habe ihr eine Chance gegeben und sie in Ruhe gelassen... Aber sie kommt immer wieder an! Sie ist einfach durchgeknallt, Yai. Die hält sich wirklich für eine Königin und für die weltbeste Wrestlerin!“

Daraufhin kann sich die Amazone das arrogante Grinsen nicht verkneifen.

Lara: „Nun, ich habe dich ziemlich klar geschlagen, oder?“

Yai: „Lara! Das ist nicht hilfreich! Und Schatz, komm bitte wieder runter! Lara ist mein Gast… und denk an Jeffrey…“

Das hat gesessen!
Die unbekannte Konstante nimmt zum ersten Mal seinen Sohn richtig wahr und schließt die Augen für einen Moment, um einmal durchzuatmen und den Kopf freizubekommen. Wut und Sorge hatten ihn übermannt. Väterlich legt er die Arme um Jeffreys Schultern und küsst ihn auf die Kopfdecke.

Mad Dog: „Jeffrey!"

Jeffrey: "Papa!"

Der kleine Junge, welcher vom Aufbrausen des Vaters noch etwas irritiert scheint, umarmt seinen Vater.

Mad Dog: "Geht’s dir gut?“

Jeffrey, der weiterhin von den ganzen Geschehnissen verwirrt ist, nickt zögernd und hält sich am Hund fest.

Yai: „Ich weiß, du und Lara könnt ihr euch nicht ausstehen… aber ich möchte euch mir und vor allem Jeffrey zuliebe bitten, diesen Konflikt nicht in MEINE Wohnung reinzutragen. Setzt euch bitte.“

Yai betont „meine“ als Korrektur zu vorherigen Äußerung des verrückten Hundes. Lara hebt beide Hände abwehrend hoch und setzt sich wieder auf den Stuhl. Die Töle dagegen zittert noch ganz leicht vor Wut, bevor er sich mit einem beherzten Klopfen auf Jeffreys Schultern von ihm löst und auf den Stuhl genau gegenüber Platz nimmt.
Seine Augen wenden sich dabei kein bisschen von Lara ab.

Lara: „Sag mal… wo warst du eigentlich? Wir haben auf dich gewartet…“

Yai: „Ja, was hat dich denn aufgehalten? Du weißt doch, wie wichtig mir ist, zu Verabredungen pünktlich zu sein.“

Die unbekannte Konstante funkelt in Richtung Lee, schnaubt wutentbrannt und zeigt auf Lara.

Mad Dog: „Du weißt ganz genau, warum!“

Lara: „Hä? Wie meinst du das jetzt?“

Mad Dog: „Tu nicht so! Du bist Schuld daran. Das wissen wir beide!“

Yai: „Schatz, wovon redest du denn?“

Mad Dog: „Ganz einfach, Yai. Mein Auto wurde vorsätzlich sabotiert... Deswegen musste ich zu Fuß gehen!“

Aus Yais Perspektive wirkt Lara Lee völlig verwirrt und perplex, daher wirft sie ihrem Mann einen mahnenden Blick zu.

Lara: „Wie kommst du denn auf so einen Quatsch? Ich wusste bis jetzt eben nicht mal, dass du überhaupt ein Auto fährst! Und du musst echt mal aufhören, mir für alles die Schuld zu geben! Auto sabotieren? Ernsthaft? So einen lächerlichen Plan würde ich niemals machen, wenn ich dich daran hindern wollte, Köter!“

Dog erhebt sich sofort. Lehnt sich in Richtung Lee. Die muskulären Arme stark angespannt auf den Tisch gestützt.

Yai: „Jetzt ist es aber gut, ihr beiden!"

Auch die Hausherrin steht wieder auf. Schaut böse zu Lara, dann zu Mad Dog.

Yai: "Es wird eine andere Erklärung für die Sabbotage geben, das werden wir schon herausfinden. Kein Grund voreilige Schlüsse zu ziehen... Denn was habe ich vorhin gesagt, hm?! Jetzt gibt es Kaffee und Kuchen. Nochmal gegenseitige Vorwürfe und ihr seid raus! Beide!“

Sagt sie mit leiser, aber strenger Stimme. Lara und MD starren einander für einen Augenblick an, während Yai ein Stück Kuchen auf Jeffreys Teller lädt. Dann schnappt sich Lara die Kanne und gießt sich Kaffee ein, während sich MD langsam zurück auf den Stuhl bewegt. Lara will ihrem kommenden Gegner die Kanne reichen.

Lara: „Möchtest du auch Kaffee?“

 

… nach ein paar Minuten eisigen Stillschweigens …

Während Jeffrey und die beide Frauen beherzt den Kuchen aufessen, hat der PCWA Grand Slam sein Stück immer noch nicht angerührt. Stattdessen liegt sein finsterer Blick weiterhin auf Lara und er ext den Kaffee aus seinerr Tasse.

Lara: „Hey, Jeffrey, du hast doch ganz bestimmt viele Freunde auf der Schule, oder?“

Jeffrey: „Joa… geht schon…“

Lara: „Cool. Ich hatte damals nicht so viele Freunde… dabei sind Freundschaften so wichtig, stimmt’s? Deshalb will ich mich auch mit deiner Mama anfreunden.“

Sagt sie lächelnd zu Jeffrey, während der Vater fast Schnappatmung und Yais Stirn ein paar Falten bekommt.

Jeffrey: „Äh…cool.“

Lara: „Und mit dir natürlich auch… wenn du denn möchtest. Ach, weißt du was… in ein paar Monaten fahre ich mal zum Nürburgring und kurve mal dort ein paar Runden. Du kennst doch den Nürburgring? Diese Rennstrecke?“

Jeffrey: „Yeah… da kann auch jeder drauf fahren, glaube ich.“

Lara: „Ganz genau! Und ich habe ein paar echt coole Autos, die ich fahren kann. Wenn deine Mama mitkommt, können wir vielleicht sogar eine Rundfahrt machen, hmm?“

Daraufhin leuchten Jeffreys Augen auf. Die legendäre „Grüne Hölle“ kennt jeder, der sich auch nur ein bisschen mit Rennfahrt beschäftigt und Lara hat viele Covers von diesen Konsolenspielen gesehen, wo Rennwagen abgebildet sind. Yais Sohn blickt hoffnungsvoll zu seiner Mutter, aber MD greift an der Tischkante und krallt sich unbemerkt darein, um die Wut zu zügeln. Diese verdammte Frau will ihm auch noch seinen Sohn wegnehmen, denkt MD in diesem Augenblick. Und wenn er jetzt gegen dessen Traum spricht, steht er als Böse da, der seinem Kind nichts gönnt.

Mad Dog: „Jeffrey… geh bitte in deinem Zimmer.“

Jeffrey: „Aber ich bin noch nicht fertig…“

Mad Dog: „Nimm den Kuchen mit. Aber Jeff… geh. Bitte. Ins. Zimmer.“

Jeffrey: „Papa! Ach, Mann…“

Der Junge sieht den strengen und unnachgiebigen Blick des Erwachsenen und steht voller Enttäuschung vom Stuhl auf. Wenige Augenblicke fällt das Schloss in den Rahmen. Yai blickt unentschlossen zur Töle hinüber, welche langsam aufsteht und sich ein wenig nach vorne beugt.

Mad Dog: „Ich durchschaue dich, Schlange. Ich durchschaue dein erbärmliches Theater hier und jetzt. Yai und ich haben uns gerade wieder versöhnt, aber das willst du zerstören, huh?! Du versuchst mir meine Frau wegzunehmen, willst erreichen, dass wir nicht wieder richtig zusammenkommen… jetzt wo das Vertrauen noch brüchig ist. Und DAS ist schon schlimm und hinterfotzig genug, obwohl es mich nicht wirklich überrascht. Du nutzt ja alle erdenklichen Wege, um zum Erfolg zu kommen. Aber dass du dich jetzt auch noch an meinem Sohn vergehst?! DAS REICHT!!!"

Die Faust knallt auf den Tisch. Ein Teller zerspringt. Eine große Scherbe... sie fliegt vom Tisch. 
Zerbirst in noch kleinere Einzelteile.

Mad Dog: "Du wirst mir nicht die Familie kaputt machen! Denn wenn du das tust… werde ich dich vernichten, dass du nie wieder einen Fuß in den Ring setzen kannst! Nie wieder!“

Yai atmet hörbar erschrocken ein. Aber jetzt wirkt Double L auch ziemlich ungehalten. Sie richtet sich ebenfalls auf und stützt sich mit beiden Fäusten an der Tischkante ab.

Lara: „Ach ja? Das haben schon ein paar versucht und sie sind an mir gescheitert, Köter. Davon abgesehen finde ich dein Verhalten hier absolut lächerlich. Ich will nur einen scheiß Kuchen essen und Kaffee trinken und mich mit „deiner“ Familie unterhalten, aber du glaubst auch noch hier und hinter jeder Ecke, dass ich irgendeinen schwachsinnigen Plan habe, um dich zu zerstören! Du bist verdammt nochmal paranoid, sieh das ein, Mann!“

Mad Dog: „Paranoid? Du bist diejenige, die im Haus meiner Frau sitzt und ein verficktes Psychospiel spielt!!“

Lara: „Verdammt, Köter, was willst du eigentlich hier? Ich habe Yai gesagt, dass alles außerhalb der PCWA Privatsache ist und ich deshalb niemandem was antun werde.“

Was natürlich komplett gelogen ist, aber das wissen nur die wenigsten. Mad Dog aber weiß es.

Lara: „Ich bin hier verdammt nochmal die Person, die sich Mühe gibt etwas an dieser Situation positiv zu verändern. Ich habe Yai näher kennen gelernt, wir haben uns gegenseitig geholfen und sie hat mich auch zu sich eingeladen, damit wir – du und ich – eine Chance haben, uns auszusprechen.“

Der Hund bricht in sarkastisches Gelächter aus und schüttelt energisch den Kopf. Wenn sie nicht bei Yai wären, würde er sie anspringen.

Mad Dog: „Und das ist es, was du willst, huh?! Dich aussprechen..."

Der Hund schüttelt ungläubig den Kopf und dreht sich dann zu seiner Angebeteten.

Mad Dog: "Yai, siehst du nicht, dass sie ein verdammtes Monster ohne jedes Gewissen ist? Sieh dir an, was sie mit Díego gemacht hat! Und hör, was er über sie sagt. Schau dir ihre kriminelle Gruppe an. Sieh hin, wenn sie auf jeden losgehen, der ihr gerade nicht passt... Oder nimm ihre angeblichen Erfolge: Sie betrügt einfach bei allem. Höchstwahrscheinlich auch beim Match, als sie gegen Shadow gewonnen hat! Sie ist einfach kein guter Umgang... Weder für dich noch für Jeffrey.“

Yai seufzt deutlich hörbar und blickt abwechselnd auf beide aktive Sportler, bevor ihr Blick beim Fighter hängen bleibt. Sie ballt die Faust und schüttelt wütend den Kopf.

Yai: „Gott! Immer wieder sind wir bei demselben Punkt! Du wollest doch einen anderen Weg einschlagen, oder nicht? Beweisen, dass es auch 'normal' geht! Du wollest nicht, dass es immer wieder in Hass und übertriebenem Krieg endet, bei dem auch noch die Familien mit einbezogen werden. Und du wolltest auch dich selbst nicht wieder verlieren! Oder? Ist es nicht so?!"

Erregt und wütend zugleich nähert sich ihr Kopf dem ihres Mannes.

Yai: "Das Abschotten von Familien hat offenbar nichts gebracht! Wir wurden zwar in Ruhe gelassen, aber ich hatte weder meinen Mann, noch hatte Jeffrey seinen Vater. Ist es nicht ein besserer Weg, die Familie kennenzulernen? Könnte das nicht deine Gegner davon abhalten, uns zu attackieren? Oder hat Marc Poe mich je attackiert?! Und er gilt nun auch nicht unbedingt als jemand, der sich immer an die Regeln hält... Ich will ja gar nicht bestreiten, dass es auch Irre in diesem Geschäft gibt, von denen man sich besser fernhält - aber vergiss nicht, dass es Zeiten gab, in denen man das von dir ebenfalls sagte. In dem Sinn kann ich Laras Worte von eben nicht ignorieren. Sie gibt sich wirklich Mühe… im Gegensatz zu dir! Und wenn du einfach nur ein Gespräch mit ihr führen würdest, würdest du sie besser verstehen. Dann könntet ihr vielleicht beide die Vergangenheit ruhen lassen.“

Das tat weh. MD keucht und schließt abermals die Augen. Versucht innere Ruhe zu finden. Er hätte nicht erwartet, dass ausgerechnet Yai diese… diesen Abschaum verteidigen würde. Und Yai scheint davon gar nichts zu merken.

Yai: „Übrigens hat Lara dem Treffen mit dir auch bedingungslos zugesagt, ist pünktlich aufgetaucht und hat Jeffrey sogar ein Geschenk mitgebracht…“

Mad Dog starrt nur von Yai zu Lara und zurück.

Yai: „Und du? Du kommst zu spät rein, begrüßt mich und Jeffrey nicht einmal, sondern gehst stattdessen sofort auf Konfrontationskurs mit deiner Arbeitskollegin!“

Mad Dog: „Sie…ist… nicht… MEINE ARBEITSKOLLEGIN!“

Brüllt er explosionsartig und hämmert erneut mit der Faust auf den Tisch.

Yai: "Juliette aber schon, hm?!"

Am liebsten wäre Lara frohlockend herumgesprungen, stattdessen spielt sie die ausdruckslose Frau. Mad Dog blickt kurz verkrampft zum Himmel, stößt einen Gedanken in Atemform hinaus.

Dann schaut er wieder - nur scheinbar beruhigt - zu Yai.

Mad Dog: „Lara ist meine Gegnerin, Yai! Und ich habe nicht vergessen - denn Lara ist momentan von Dämonen besessen wie ich damals. Ich muss sie bekämpfem, weil ich das erkannt habe! Denn wenn ich das nicht tue, wird sie mich... wird sie uns vernichten! Und DAS hier..."

Er deutet auf den Kuchen. Auf den Kaffee. Auf Teller und Tassen.
Auf Yai und Lara. 

Mad Dog: "...ist nichts anderes als ein Kriegsmanöver! Es spielt IHR in die Karten, denn sie will mich… nein, uns zerstören! Wieso glaubst du mir nicht?!"

Verständnislos schaut er Yai an. Dabei weiß er tief in sich drin, wieso. Es ist die Nacht mit DeWynters, die wie ein bohrender Stachel in ihrem Herzen sitzt.
Also springt er auf einen anderen Pfad. 

Mad Dog: "Du bist doch sonst nicht so naiv. Und lässt dich einfach so von anderen ausnutzen.“

Dog hätte den letzten Satz am liebsten noch zurückgenommen, als die Worte in diesem Moment seine Lippen verlassen. Das war falsch, das weiß er jetzt schon. Yai verschränkt die Arme vor der Brust und ihr Blick verändert sich leicht.

Nicht einmal Grillenzirpen ist zu hören.

Die Amazone seufzt und tritt vom Tisch zurück.

Lara: „Ich glaube, ich habe die Gastfreundschaft überreizt. Ich bitte um Entschuldigung…“

Sie umrundet den Tisch über Yais Seite, um nicht zu nahe an den Night Fighter heran zu treten.

Lara: „Yai… nochmals vielen Dank für die Einladung. Tut mir sehr leid, dass ich mich von … so etwas… hinreißen ließ. Ich finde den Weg selbst hinaus.“

Dann geht sie wortlos zur Haustür und tritt ohne weiteren Kommentar hindurch und schließt diese hinter sich, während sie Yais ironisch verletzte Stimme noch leise vernimmt.

Yai: "Toll gemacht. Wirklich toll! Toll, dieser neue Mad Dog!"

Als sie ins Auto steigt, grinst sie von einem Ohr zum anderen und vergeudet keinen weiteren Blick auf das Mehrparteienhaus.

Lara: „Ich kriege dich dran, Köter… und du wirst am Ende alleine und einsam ohne jede Chance auf Wiedergutmachung da stehen… Das garantiere ich dir…“

Flüstert sie zu bestimmt niemanden und gibt schließlich Gas.


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Kein unheilschwangeres Geräusche-Konglomerat diesmal - sie blickt kurz auf und über die Schulter: jenseits der noch nicht zugezogenen Fenster kündet die Dämmerung dank der tiefhängenden Wolken von einer wohl recht finsteren Nacht. Ein zynisches Lächeln huscht über ihr Gesicht, welches der stoische Bodyguard zum Glück nicht bemerkt. Augenscheinlicher konnte ein Sinnbild nicht sein. Dem Gewitter, welches während einer der letzten Shows das Phoenix Center heimgesucht hatte, folgten nun dunkle Stunden ohne Stern- und Mondschein. Fast so wie …
Sie lässt den Gedanken verfliegen und wendet sich erneut ihren Unterlagen zu. Zumindest auf den ersten Blick.

Doch so sehr sich Jona Vark auch auf ihre Aufgabe konzentriert: es geht ihr nicht aus dem Kopf. Wie auch. Vor nicht mal einem Jahr hatte sie der XAW ausgeholfen, als diese sich neu organisierte - und schickte sich zum Dank nun dahingehend an, die einst fütternde Hand nicht nur zu beißen, sondern gleich ganz auszureißen. Aber nicht mit ihr!

Die CEO legt ihren goldfarbenen Füllfederhalter beiseite, steht auf und stellt sich direkt an das Fenster hinter ihrem Schreibtisch - von den wachsamen Augen Joshuas hinter der Sonnenbrille beobachtet. Auch wenn draußen eine Düsternis hereinbrechen mag, wird sie es nicht zulassen, dass auch eine solche die PCWA heimsucht. Ihre Liga. Ihr … Vermächtnis.
Deswegen war sie auch den Schritt mit Uriel Genesis gegangen - wenn ihr schon sonst kaum einer blieb, um die Promotion zu verteidigen. An Kriegern mangelte es da nicht - an richtigen Häuptlingen mittlerweile schon. Wo auch immer sie sich gerade tummelten … 
Vark hat es Jahre und vielen Mühen gekostet und sie hat Opfer gebracht, um die Promotion zu der zu machen, welche sie heute ist. Und sie ist bereit jedes Mittel einzusetzen, dass es auch so bleibt.
In der Wolkendecke bildet sich ein kleiner Spalt, welcher das Mondlicht einem Spotscheinwerfer gleich herablässt … nein! Derlei Symbolik ließ sie erst gar nicht an sich heran.

„Mein Charakter und mein guter Name liegen in meiner eigenen Obhut. Leben mit Schande ist schrecklich, ein ruhmreicher Tod dagegen beneidenswert…“

Das Rascheln seines Anzuges bestätigt Jona die Bewegung Joshuas - ergo hat er den weiteren Augenblick verstohlenen Lächelns bei ihr nicht bemerkt.
Sie weiß dagegen Bescheid - Wortwahl, Stimme … na endlich!

„Als Lord Nelson sich in die Schlacht von Trafalgar stürzte, ging sie für ihn siegreich aus - obgleich er dabei sein Ende fand. Ein schönes Gleichnis - fragt sich nur, für wen von uns…“

Es gelingt ihm noch den Satz zu Ende zu bringen, bevor er vom Leibwächter Varks schroff am Revers gepackt und leicht ausgehoben wird. Er bleibt allerdings auf den Beinen und nun in ein etwas besseres Licht gerückt fallen die Stellen fahlen Gesichts sichtbar auf, welche hinter dem langen vorhängenden Haaren durchschimmern. Ansonsten sind Outfit und Farbe des Seelenüberlebenden mal wieder eine nahezu perfekte adaptive Tarnung zum im Dunkel liegenden restlichen Büroraum, welcher bald noch schummriger zu werden drohte.
Fast auf Augenhöhe gezogen hält Joshua Shadow im Klammergriff - gegen den der Schatten sich allerdings überhaupt nicht wehrt. Beider verborgene Augenpaare suchen den jeweils anderen, ehe sich der Hüne zu seiner Chefin umdreht. Jona steht wieder an ihrem Schreibtisch, stützt sich auf diesem ab und blickt beide stumm an. Dann, fast unmerklich, gibt sie Joshua ein nickendes Zeichen. Der Bodyguard schaut noch einmal vergewissernd zwischen beiden hin und her, dann lässt er den Schatten los und begibt sich zurück auf seine übliche Lauerposition.

Jona Vark: „Sie hätten sich einen Termin geben lassen sollen.“

Sie mustert ihn für eine mögliche Antwort … die aber ausbleibt. Stattdessen senkt sich Varks Blick für einen kurzen Moment, welchen sie nutzt, um wieder Platz zu nehmen. Passend dazu hält sie den Kopf schrägt und kräuselt die Stirn - so, als würde jemand wortlos „Na dann…“ ausdrücken wollen.
Mit verschränkten Händen hinter ihrem edlen Schreibtisch gleich einem Schutzschild startet sie einen neuen Versuch … auch, wenn sie sich ausmalen kann, worum es geht.

Jona Vark: „Ich höre.“

Auch jetzt bleibt eine mögliche Bewegung bei ihrem Gegenüber aus. Stoisch dastehend wie immer äußert er seinen Begehr mit der üblichen kalt-heiseren Stimme.

Shadow: „Machen wir es kurz, denn uns beiden wie auch der PCWA bleibt nur wenig Zeit. Wenn sie nach wie vor Poe und die XAW in die Knie zwingen und das Steuer in diesem Krieg noch rumreißen wollen - ich will das auch. Etliche Chancen habe ich schon liegengelassen - eine bleibt mir noch. Geben sie mir mein Rematch beim Rumble und ich sorge dafür, dass Homeboy zum letzten Mal gelächelt hat.“

Wenn es Überraschung ist, welche der Soul Survivor bei ihr auszumachen versucht, bleibt diese ihm genauso verborgen wie eine Reaktion angesichts möglicher Dreistigkeit.
Stattdessen hebt sie spielerisch die Brauen. Und nicht nur die.

Jona Vark: „Woher denn der plötzliche Sinneswandel?“

Ohne das unverkennbare Timbre des Sarkasmus näher zu würdigen, tritt Shadow einen Schritt näher und beugt sich leicht vor. Im Schein von Varks Schreibtischlampe sind seine Konturen nun deutlicher zu sehen.

Shadow: „Ja … oder nein?“

Jonas Miene bleibt ebenso reglos wie des Schattens Gehabe. Geschäftig ruht ihre Hand, ohne dass sie darauf blickt, für einen Moment klopfend auf einer Aktenmappe, bevor die CEO sich im Sessel zurücklehnt.

Jona Vark: „Nein … Mr. Shadow. Die Planungen für den Brawlin’ Rumble liegen bereits in den letzten Zügen - auch meine Vorstellungen vom Gerasy Titlepic … sofern ich sie einbringen konnte. Denn dank ihres … recht kühnen Alleingangs steht diese Championship ja gewissermaßen nicht mal auf dem Tableau. Stattdessen der XAW Titel. Champion gegen Herausforderer. Und keiner davon trägt ihren Namen. Tut mir Leid … auch dafür sind sie augenscheinlich zu spät.“

Als er sich vorbeugt und Mr. Joshua bereits wieder vorwarnend raunt, ist der gefühlte Temperaturabfall schon spürbar.

Shadow: „Wie diese … VORSTELLUNGEN … vom Titlepic aussehen, kann ich mir lebhaft ausmalen. Auch den entsprechenden Namen … sowie ihren Groll gegen Poe … und die Genugtuung, jede Vendetta für ihn zum Spießrutenlauf werden zu lassen. Setzen sie dem einfach noch das Krönchen auf: Poe gegen mich bei Behind the Blood. Und entweder hab ich bei einem Sieg dann den zusätzlichen Platz im Titlepic und Poes neuerliche Aufmerksamkeit oder bei einer Niederlage sie endlich ihre Ruhe.“

Während des Schattens Hände sich an der Tischplatte abstützen, legt Vark ihre Fingerkuppen zu einer Diamantraute aneinander. Aber sie ruhen nur kurz grübelnd an ihre Lippe gestützt.

Jona Vark: „Nein.“

Ein tiefer Atmer vom Schatten - wieder ein paar Grad weniger.

Shadow: „Dann geben sie mir halt die Poekings und irgendeinen Newcomer als Part…“

Jona Vark: „Mr. Shadow!“

Vark klatscht ihre Hände auf die Lehnen und beugt sich so vor, dass sich beider Gesichter so nahe wie erlaubt möglich sind. Auch der hünenhafte Bodyguard hat die Tischplatte erreicht …
… doch keiner der beiden anderen denkt daran den Blick abzuwenden.

Jona Vark: „Anscheinend habe ich mich vorletzte Show nicht klar genug ausgedrückt. Das, was sie sich bei Vendetta 153 geleistet haben, war nicht nur ein lapidarer Schlag ins Gesicht von mir, sondern vor allem einer ins Gesicht der Liga und der Fans. Das kann, will und werde ich unter keinen Umständen als Lappalie ansehen. Also erwarten sie dementsprechend keine Freudensprünge und Gratis-Präsente, nur weil sie von ihrem Denkerfelsen heruntergestiegen sind, um, wie ich vermute, dann doch wieder ins Kampfgeschehen einzusteigen.“

Ein Griff zur Seite und die Akte des Soul Survivors liegt vor ihr.

Jona Vark: „Es bleibt dabei: sie müssen sich das Vertrauen der PCWA erst wieder verdienen!“

Die Leiterin der Liga hat ein unwiderlegbares Argument auf den Tisch gepackt. Verbal und manifestiert …
… und zumindest für sie. Shadow gegenüber scheint zunächst dem eiskalten Blick standzuhalten - bevor er sich langsam umdreht und in Richtung Joshua schaut. Dann, ganz sachte, drückt er sich vom Schreibtisch ab und begibt sich wieder nach dorthin, wo er zum Anfang des Dialogs stand.

Shadow: „Klug ist, wer stets zur rechten Stunde kommt, doch klüger, wer zu gehen weiß, wenn es frommt. Ich … habe ich in der Tat nicht erwartet, mit offenen Armen empfangen zu werden. Erst recht nicht von der Geschäftsleitung, welcher ich faktisch einen kleinen eigenen Strick gedreht habe. Und doch … bin ich nun hier, um die verdiente betriebsinterne Schelte dafür zu erhalten. Stehe ohne Gegenwehr und reuig vor dem brobdingnagischen Bollwerk der Geschäftsleitung, um ihr zu sagen, dass sie gewonnen und in Teilen recht behalten hat…“

Mit einer fließenden Handbewegung fördert der Schatten aus einer der Beintaschen eine Bügelflasche Malzbier. Das Entkorken kommt mit dem typisch dumpfen „Plopp!“ daher. Dann folgt ein langer Schluck, bevor er fortsetzt.

Shadow: „… aber DAS … wird alles sein, was an salomonischer Handreichung und Entgegenkommen von mir zu erwarten ist und auch dargereicht wird. Kein gen Bodenstaub buckelnder Angestellter, der devot um seinen Job bettelt. Keine überphantastischen Kabinettstückchen, mit der sie mich möglichst kreativ nach ihrer Pfeife tanzen lassen können für ein Ticket back to the sun. Lassen sie mich ihre Antipathie mit voller Härte spüren - in Ordnung. Geben sie mir ein Match, um mich zu beweisen - OK. Aber ich kehre ohne Wenn und Aber genau in dem Standing wieder, an welchem ich mich unlängst zurückzog. Fakt! …“

Er lässt die Flaschenhand sinken und deutet starr mit dem Zeigefinger der anderen zu Vark.

Shadow: „… denn - Hand aufs Herz, weil sie das vermutlich nicht vor Pressevertretern oder sonst in der Öffentlichkeit preisgeben würden - wollen sie, dass ich an dieser ihrer Front stehe … so - und jetzt sind sie dran."

Sie spitzt die Lippen, beinahe amüsiert.

Jona Vark: "Ich bin keine Idiotin, Mister Shadow. Daher erwarte ich auch weder Gebuckle noch dass Sie vor mir zu Kreuze kriechen. Dennoch ändert das nichts an meiner Haltung. Und an dem, was ich ihnen prophezeit habe. Maximal der Grad dessen, was ein Wrestler wie sie an Prestige für die Liga besitzt.“

Vark macht ein dezentes Duck Faces, mit welchem sie zur Seite schielt. Dann hat sie den Schatten wieder fest im Blick.

Jona Vark: „Aber... Sie möchten sich beweisen? Dann tun sie es. Ich bin sicher, es wird sich im Laufe der Show eine Möglichkeit dazu ergeben. Mehr werden Sie heute nicht von mir bekommen."

Sie lehnt sich zurück... lächelnd. Siegessicher.

Jona Vark: "So. Und jetzt sind Sie dran."

Shadow blickt stumm zur PCWA-Chefin hin, dreht dann ganz langsam den Kopf Richtung Mr. Joshua und schließlich wieder zurück. Dann … ein tiefes Ausatmen …

Jona Vark: "Ich nehme das als Zustimmung. Wir sind hier fertig. Guten Tag, Mister Shadow."


------------------ PCWA ------------------

Mexico City - 03.04.2021

Eine Woche...

Eine Woche ist es her, dass ehemaliger Schüler und Mentor beim XAW Spring Survivor 2021 in ihren jeweiligen Matches Titelgold erringen konnten. Der "Mexican Dream" Rafael Azpiri konnte den Barbarian besiegen und sich mit dem XAW Skull Title den ersten Singles Title seiner Karriere sichern und der ehemalige Kronprinz der PCWA konnte mit Mad Dog als "Bruning Phoenix" die XAW Union Titles gewinnen.

Eine Woche...

Solange trägt Díego nun schon seine Bandagen um die geprellten Rippen zu schützen. Wie konnte er auch nur so naiv sein und denken, Smash würde sich in sein Schicksal ergeben. Er hätte wissen müssen, dass dieser Feigling alles versuchen würde, damit dieses Match nicht stattfinden kann. Noch immer hat er die Bilder im Kopf. Mad Dog außer Gefecht, die Assassins, die außerhalb des Rings den Tisch aufbauen. Collins und Kanehara, die ihn in Schach halten und Smash förmlich in den Arm werfen. Der Chokeslam aus dem Ring nach draußen durch den Tisch und dann nur noch schwarz...

Backstage, im Kreise der Sanitäter, kam er wieder zu sich und wusste zwei Dinge:

Er hatte Schmerzen, war sich aber sicher, dass nichts ernsthaft kaputt ist.

Smash wird dafür bezahlen. Viel mehr noch, als er er ihn direkt in der Show noch hatte bezahlen lassen. Doch das wäre ohne Uriel Genesis nicht möglich gewesen. Es wird Zeit, dass diese Auseinandersetzung mit der XAW ein Ende findet...

Es traf sich nahezu perfekt, dass Díego A. Sanchéz seinen ehemaligen Schützling schon einige Wochen zuvor in seine Wrestlingschule in Mexico City eingeladen hat. Genauer gesagt ein paar Tage nach seinem Irland-Trip. Denn letzte Vorbereitungen für den Rumble müssen getroffen werden und Kevin Smash wird das erste Opfer auf dem Weg dorthin werden.

Die beiden Latinos stehen seit einer Stunde im Ring. Zwei Kameras sind ständig auf sie gerichtet, genauso wie eine semi-professionelle Beleuchtung. Díegos Oberkörper ist klatschnass, Rafael Azpiri sieht ganz schön mitgenommen aus. Er trägt einen Kopfschutz und ist allgemein gut geschützt. Díego stampft mit dem rechten Fuß auf die Matte und zimmert seinem Freund / Schützling einen Superkick genau ans Kinn. Zum bereits fünften Mal geht der mexikanische Traum auf die Matte und muss sich kurz orientieren. Keuchend rappelt er sich wieder auf die Beine, während Díego aus dem Ring rollt und zu einem Monitor geht.

Azpiri: "Ich glaube, der war schon besser. Dieses Mal war Power drin."

Díego nickt kurz, während er die Moveabfolge auf dem Monitor verfolgt. Das Bild ist geteilt. Links eine Sequenz von James Godd, rechts ist er selbst zu sehen. Kritisch beäugt er seine Bewegung. Plötzlich hält er das Bild an und deutet auf seinen Oberkörper.

Sanchéz: "Siehst du das? Das passiert mir immer wieder!"

Azpiri: "Du weißt, dass es nicht perfekt sein muss? Die Leute werden verstehen, was du damit sagen willst..."

Doch der ehemalige Tribun winkt genervt ab.

Sanchéz: "Natürlich werden sie das! Doch das ist nicht mein Anspruch!"

Rafael verdreht die Augen. Er hilft wirklich gern, aber seit zwei Tagen gehen die beiden zahlreiche Moves durch, die Díego bis zum Äußersten trainiert. God Killer, Final Sin Lariat, Ultimate Weapon..

Azpiri: "Du übertreibst. Du solltest dich schonen und dich auf dein verdammtes Match gegen Smash vorbereiten. Sonst wischt der tatsächlich noch mit dir den Boden auf."

Der Deutschmexikaner winkt nur ab.

Sanchéz: "Ich werde den Bastard schon nicht unterschätzen, keine Sorge. Aber du weißt genau, was mein eigentliches Ziel ist..."

Sein Blick geht über den Monitor hinweg und richtet sich auf den Ring. Es ist natürlich kein PCWA-Ring, aber genau in einem solchen wird er bald stehen. Mitten im Dome gegen den Rest der Welt. Nur ein einziger - zwei Ausnahmen bestätigen die Regel - wird am Ende übrig sein und den Brawlin' Rumble XIV gewinnen. Alles in ihm brennt dafür. Seit er in die PCWA zurück gekehrt ist, ist alles in seinem Kopf auf diesen Moment ausgerichtet. Smash wird die Generalprobe sein, für das, was alle anderen erwarten wird. Der Drache läuft heiß und wird Feuer spucken.

Sanchéz: "Wir haben zu tun. Nochmal von vorn!"

Die Stimme ist ernst und der Blick hart. Díego will Perfektion und Rafa weiß, dass Widerspruch nichts bringt. Also gehen beide wieder in den Ring und setzen das Training fort. Ob es ihm tatsächlich helfen wird? Time will tell...


------------------ PCWA ------------------

Kurz vor Vendetta 155 und wenige Wochen nach dem Spring Survivor PPV ist Shay Abeytu zurück in Berlin. Eigentlich war es nie sein Ziel das Leben eines Jetsetters zu führen, doch nachdem er bei der letzten Vendetta ausgeholfen hatte den Plan der XAW-Spitze umzusetzen, wirkte es sich direkt positiv auf sein Standing aus. Smash servierte ihm den Sieg gegen Phineas Marshall Parkhurst auf dem Silbertablett. Leider konnte Shay diese große Chance nicht nutzen... Verkackt.

Also muss er sich erneut beweisen, um einen Karriere-Boost zu erhalten. Aber ist es wirklich eine gute Idee die XAW im Kampf gegen die PCWA zu unterstützen? Eingreifen in einen Kampf zweier verfeindeter Fraktionen... Nicht gerade die schönste Vorstellung. Und soll er sich wirklich von Rob Collins trainieren lassen? Der Mann hat zwar Marc Poe groß gemacht, doch auch hier ist Shay zwiegespalten. Seine Karriere ist ihm wichtig und für den Erfolg ist er bereit einiges zu tun und zu opfern. Hat er seine Wahl unterbewusst vielleicht sogar schon getroffen, denn warum sonst ist er wieder zurück in Berlin. Im Moment muss er erstmal den Kopf frei bekommen... Deswegen geht es nun zum Training. 

Doch noch ist sein Kopf nicht frei und so verlässt Shay versunken in Gedanken die Lobby des versifften Hotels, in dem er residiert. Er bemerkt nicht, dass er beobachtet und erwartet wird.

"Mr. Abeytu"

Unsanft wird Shay aus seinen Überlegungen gerissen, er schaut nach rechts und entdeckt einen Mann im Frack, der dabei ein sauberes weißes Handtuch über den linken Arm drapiert hat. Maurice wirkt völlig fehl am Platz, nichtsdestotrotz spricht der Diener der Roten Königin ihn mit klarer Selbstsicherheit an.

Maurice: „Mr. Abeytu, unsere Lady Lee wünscht sich mit Ihnen zu sprechen. Sie hat… ein paar Fragen bezüglich des vergangenen Events Vendetta 154… würden Sie bitte sofort mitkommen, wenn es Ihnen genehm ist?“

Mr. Abeytu, klingt komisch in Shays Ohren. Abeytu - Grünes Blatt - wurde er im Reservat genannt, weil er zur Hälfte Ire ist. Diesen Namen, auf den er so stolz ist, hat er für seine Karriere übernommen, doch ist er es überhaupt noch Wert diesen zu tragen? Ebenfalls eine dieser Fragen, die er sich täglich stellt und die ihn quälen. Doch jetzt im Moment ist nicht der richtige Zeitpunkt, um darüber nachzudenken, denn er muss diesen Typen loswerden. Ein Lakai von Lara Lee...
Lara Lee, klar, dass irgendwas von ihr kommt. Wahrscheinlich wird sie ihn verantwortlich für ihre Niederlage gegen Poe machen.

Shay: "Ich denke nicht, dass ich irgendetwas mit dieser verrückten Person zu besprechen habe. Die wenigen Minuten, die ich im gleichen Raum mit "Lady Lee"... 

Abeytu setzt mit seinen Händen ebenfalls Anführungszeichen und verzieht angewidert das Gesicht.

Shay: "...verbringen musste, waren nicht sehr angenehm. Sonst habe ich nichts weiter zu sagen, außerdem werde ich nun trainieren gehen."

Maurice: „Das bleibt abzuwarten, Sir. Unsere Lady wünscht lediglich ein paar Details, die im Hauptkampf geschehen sind, mit Ihnen abzuklären. Sie hat mir außerdem nachdrücklich erklärt, dass dieses Gespräch eine außerordentliche Dringlichkeit besitzt…“

Er streckt die rechte Hand aus und deutet auf Decay, die plötzlich wie eine Statue wenige Meter vor mit verschränkten Armen da steht. Sie überragt ihn in Höhe und Breite. Als Shay weiter umdreht, sieht er links Dark Tiger im Wrestlingoutfit langsam auf ihn zu kommen, ohne je ein Wort zu sagen. Wesentlich gesprächiger entpuppt sich die eher kleine Katya, die hinter Shay steht und ein Brecheisen auf der Schulter ruhen hat.

Katya: „Yo, Mann, ich würde eher zum Gespräch gehen. Wenn du das nicht tust, verpasst du eine Menge wichtige Informationen, glaub mir. Also werden wir dafür sorgen, dass du an diesem Gespräch teilnimmst, Baby.“

Sie schwingt das Brecheisen mit einem breiten Grinsen umher.

Katya. „Also, Baby, was darf’s sein? Hart wie ein Eisen oder weich wie ein Stuhlkissen? Hinkommen wirst du sowieso. Hmmm?“

Maurice: „Ich kann Ihnen versichern, Mr. Abeytu, dass die Argumente von Miss Starnikava sehr… überzeugend sein können.“

Abeytu lässt seine Sporttasche und die Schulter sinken. Er atmet tief ein und atmet tief aus... Er erkennt, dass es zwecklos ist und verzichtet daher auf eine Attacke. Nicht immer ist Angriff die beste Verteidigung.

Shay: "Nun kenne ich also meine Rechte. Gehen wir."

 

Wenige Augenblicke später…

 

In ihrem Büro vom eigenen Club sitzt Lara Lee seufzend auf dem Bürostuhl und blättert ein paar Dokumente durch, wobei sie einen Kugelschreiber in ihrer Hand zwischen den Fingern spielen lässt. In der Ecke, so weit wie es nur in diesem kleinen Raum möglich ist, steht Miss DeWynters, wie immer mit feinem Businesskostüm gekleidet, mit versteinerter Miene. Die Tür wird dann aufgestoßen und eine kleine Flut von Menschen geht in das Büro, wobei Mistress of Lust sich noch angeschlossen hat.

Auch Shay ist wieder mit dabei, aber seine Hände sind diesmal auf den Rücken gebunden worden. Ohne auf eine Aufforderung von der selbsternannten Königin zu warten, drückt Dark Tiger Shay direkt in den Sessel vor dem Schreibtisch.

Die Situation in diesem Raum könnte nicht angespannter sein und die Luft ist zu dick zum Schneiden.

Die Amazone trägt normale Jeanshose, ein schwarzes Tanktop und eine blaue, offene Sweatjacke mit weißer Aufschrift eines fiktiven Basketballteams. Sie ignoriert Shay völlig wie damals bei Vendetta 154, als sie vor dem Büro von Jona auftauchte. Stattdessen blickt sie kurz zu Maurice auf und tippt dann auf ein Dokument, dann macht sie einen kurzen Zug von der glühenden Zigarette, welche halbseitig in ihrem Mund steckt.

Lara: „In Vendetta 155 wird wieder ein Titelmatch um die Gerasy Championship ausgetragen. Da kann ich nochmals gegen Marc Poe antreten…“

Maurice: „Lady Lee, die Kontrahenten stehen bedauerlich schon länger fest. Marc Poe gegen Uriel Genesis.“

Eine Rauchwolke steigt auf. Sie schnaubt und schüttelt kurz den Kopf, dann legt sie ein Blatt Papier um und tippt wieder mit dem Kugelstift darauf.

Lara: „Na schön, dann eben zum Event Brawlin‘ Rumble. Da wird es doch sicher wieder ein Titelmatch geben, oder?“

Maurice: „Ja, schon…“

Lara: „Sehr schön, dann kann ich wieder gegen Marc antreten. Glaube ja nicht, dass dieser katholische Neandertaler gegen ihn gewinnt. Soviel schafft Marc schon noch, das weiß ich.“

Maurice: „Ähm… Miss Lee, das Rumble-Titelmatch geht aber nicht um die Gerasy Championship… sondern um die XAW World Championship, zumindest möchte Poe diesen Titel verteidigen. Sie… Sie werden lediglich im Brawlin‘ Rumble selbst auftreten.“

Lara: „Was? Mehr nicht?!“

Maurice: „Es ist zwar noch ein Match gegen Mad Dog angedacht, aber das wurde kurzfristig umentschieden, da man nicht zweimal das gleiche Match hintereinander haben wollte. Wir haben... keine verfügbaren Optionen, um nochmals um den Gerasy antreten zu können.“

Mit gewisser Überraschung schaut sie zu Maurice auf und zieht erst einmal an der Zigarette. Eine weitere gräuliche Wolke geht nach oben.

Wie zum ersten Mal nimmt die Amazone von Shay, der nur verwirrt da sitzt, Notiz, dann seufzt sie und ihr Blick richtet sich wieder auf das Blatt Papier. Sie tippt mehrmals mit dem Kugelschreiber darauf...

Tap-tap-tap.

Tap-tap-tap.

Dann kein Tap-tap-tap mehr. Sie nimmt die Zigarette aus dem Mund und drückt diese langsam in einem schlichten Aschenbecher neben dem Computerbildschirm aus.

Lara: „Alle, die nicht im Main Event von Vendetta 154 involviert waren, verlassen bitte jetzt den Raum.“

Sagt sie mit leiser, aber eiskalter Stimme.

Schweigen. Maurice schaut zu Juliette DeWynters hinüber, welche den fragenden Blick auf gleiche Weise erwidert. Dann öffnet er die Tür und hält diese auf, bis DeWynters durchschritten hat, dann verschwindet Maurice ebenso. Mit einem leisen Klack wird die Tür geschlossen.

Pures Schweigen.

Die Amazone schaut in die Runde mit ausdruckslosem Gesicht, bis ihr Staredown sich auf Shay Abeytu richtet.

Shay: "Ich darf dann wohl nicht gehen?"

Humor ist beim Muscle-Chick im jetzigen Moment ein ganz dürres Pflänzchen. Dies ist Abeytu spätestens jetzt klar. Sein Pulsschlag beschleunigt sich, mit hämmernden Herzen sieht er Lara in die Augen. Diesmal kein Staredown, denn ihre Augen wandern zum Bildschirm und nach ein paarmal Drücken auf der Tastatur dreht sie den Bildschirm um ganze 180 Grad, damit Shay sehen kann, was auf dem Display abgebildet ist.

Es zeigt ein Standbild vom Ende des Main Events, wo Kevin Smash, Rob Collins, Ring Assassins, Shay Abeytu und Marc Poe siegesgewiss auf der Stage stehen. Der Letztere hat die Titelgürtel zum Zeichen des Sieges hochgerissen.

Doch der giftige Blick von Lara gilt auch den Umstehenden im Büro.

Lara: „Ich sehe hier keine Decay, keine Katya Starnikava, keine Mistress of Lust, kein Dark Tiger und vor allem keine Lara Lee den Sieg feiern. Nur irgendwelche Leute von XAW.“

Wieder einen Moment Stille im Raum.

Und dann Explosion!

Lara. „GERASY!“

Brüllt sie und springt vom Stuhl auf, während sie wütend mit dem Kugelschreiber wiederholt auf das Display schlägt!

Lara: „GERASY!!! ICH WOLLTE UNDISPUTED GERASY CHAMPIONESSE WERDEN! GERASY CHAMPIONESSE!“

Der Kugelschreiber wird in der Luft wild herumgefuchtelt.

Lara: „ABER NEIN! ICH BIN NICHT DIE SCHEISS UNDISPUTED GERASY CHAMPIONESSE! NEIN!! Ihr seid alle Verräter, Versager und Feiglinge! JAWOLL, FEIGLINGE SEID IHR!!!“

Mit der Faust knallt sie so heftig auf das Blatt Papier, dass der darin befindliche Kugelschreiber in einem hohen Bogen in einer dunklen Ecke verschwindet! Dann hört man noch das leise Klacken. Schnaubend starrt die Königin mit errötetem Gesicht die Anwesenden an und stemmt sich mit beiden Fäusten auf den Tisch. Sie fährt diesmal mit leiserer, aber immer noch lautstarke Stimme fort.

Lara: „Der Plan war simpel. Simpel! Zuerst euch als Rückendeckung und Begleitschutz heuern, dann eine symbolische Inszenierung einer Krönung mit Diego A. Sanchéz, um Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen, anschließend ein klarer Sieg gegen Shadow und damit bin ich die wahre und ewige Cryptionesse… und schließlich dann ein schöner, klarer Sieg gegen Marc Poe… so schön hätte es werden können und ich wäre Undisputed Gerasy Championesse und zugleich mehrfache Championesse überhaupt… und somit die beste Wrestlerin der PCWA und der Welt… so einfach war der Plan!“

Erklärt sie ihr Vorhaben in sarkastischer Ton, dann schnaubt sie mit Verachtung und deutet auf Shay vor sich.

Lara: „Aber nein, nein, nein, so konnte es natürlich nicht kommen. Gerade auf den letzten Metern… AUF DEN LETZTEN METERN, HERRSCHAFTEN!!! Musste ich wegen euch scheitern. Ihr seid Feiglinge. Im Main Event hattet ihr einen einzigen Job! EINEN EINZIGEN SCHEISSJOB!!! NÄMLICH DIE XAW ARSCHLÖCHER ABZUHALTEN MIR DEN SIEG WEGZUNEHMEN!! ABHALTEN!!! IHR SOLLTET SIE DAVON ABHALTEN!!!“

Brüllt sie wieder in einem Wutanfall und fegt die Blätter heftig zur Seite.

Lara: „ABER NEIN! DIE XAW MUSSTE SICH JA EINMISCHEN!! DIE XAW UND KEVIN SMASH! SMASH!! SMASH!!! SMASH!!!“

Ironischerweise haut sie donnernd und fast besinnungslos bei jedem Ausruf seines Namens auf den Tisch, dann verpasst sie der Luft einen Kinnhaken.

Lara: „SMASH! JA! WAS SOLLTE ICH DENN SONST MACHEN!“

Die Königin hat ihren Anfall durch und lässt sich auf den Drehstuhl plumpsen und schüttelt den Kopf in einem fort.

Lara: „Keiner hält zu mir. Die Leute in der PCWA sind eine Enttäuschung. Die PCWA ist eine Enttäuschung. Auf niemanden ist Verlass.“

Sie blickt mit einer gewissen Apathie die Red Queen Rangers nacheinander an.

Lara: „Ihr seid nutzlos. Vielleicht sollte ich euch alle einfach feuern und zurückschicken, wo ich euch aufgesammelt habe. Dann gehe ich halt zur XAW. Zumindest Kevin Smashs Leute tun, was man ihnen aufträgt. Ihr nicht. Stattdessen lasst ihr mich im Stich. Ich muss echt wieder einmal alles selbst machen.“

Die Rangers blicken verwirrt und verständnislos einander an, während Lara eine neue Zigarette mit zitternder Hand aus der Schachtel nestelt und sie nach mehrmaligen Versuchen anzündet. Nach einem Zug mit dem Lungentorpedo verändert sich ihr Blick so, als ob sie ganz neue Gedanken im Kopf geordnet hat. Die rechte Hand schwenkt in Richtung Dark Tiger.

Lara: „Du gehst jetzt raus auf den Ring und hältst ein Promo und nimmst Maurice mit, damit er es übersetzt. Du hast diese Heinis von Maldicão zusammengeschlagen, um klarzumachen, wo ihr alle steht. Diesmal sagst du jedem auf der Welt, dass du das Match annimmst. Wahrscheinlich wird es bei Behind the Blood stattfinden.“

Nach nur einem kurzen Zögern nickt Dark Tiger und verlässt ohne Weiteres den Raum. Die Hand wandert dann zu Mistress of Lust.

Lara: „Du gehst jetzt Mad Dog beschatten. Ich will wissen, wo er sich gerade aufhält und wohin er will. Mit wem er spricht. Was er zum Abendbrot frisst. Was für ein Game er zockt. Oder wann er Dickpics an Yai sendet. In welches Becken er pisst – ich will einfach alles wissen!“

Ganz wie Dark Tiger nur ein paar Augenblicke zuvor nickt die Angesprochene ebenfalls und verlässt leise klackend den Raum, da sie Stiefel mit hohen Absätzen trägt. Bleiben nur noch Decay und Katya übrig. Sie legt den noch glühenden Stengel am Aschenbecher ab und geht um den Tisch, dann packt sie an Shays Kragen, um ihn mitsamt Stuhl in die Mitte des Raumes zu ziehen.

Lara: „Und du Wichser hast mir alles kaputt gemacht. Das hat verdammt nochmal Konsequenzen und die hast du jetzt zu spüren!“

Bevor Shay irgendetwas erwidern kann, fliegt schon eine Faust direkt ins Gesicht und er kippt seitlich krachend auf den Boden! Mit einer kurzen Handgeste signalisiert sie Decay, ihn und den Stuhl wieder aufzurichten. Sofort erkennt man den Ansatz von einem Hämatom unter Shays Auge.

Shay: "Ja, diesen Schlag konnte ich tatsächlich spüren. Dürfte ich jetzt endlich meinen Standpunkt erläutern? Denn bisher war es eher ein Monolog..."

Lara: „Ist mir scheißegal.“

Und der nächste Punch landet prompt wieder im Gesicht! Diesmal hält Decay vorsorglich den Stuhl fest, sodass Abeytu zur Seite wirbelt… und wieder einen Haken kassiert! Und wieder! Und noch einmal! 

Blut läuft aus Abeytu's rechtem Mundwinkel. Im Inneren seines Mundes hat sich ebenfalls welches gesammelt, Shay spuckt es vor Lara's Füße. Und grinst.

Lara: „Ah ja. Du hast mir den Vortritt weggenommen und dich dann ins Match eingemischt und den Sieg zur XAW getragen. Ein ganz großer Fehler, Shay. Ich habe dir gesagt, dass man Eier braucht, um sich von Smash loszusagen, aber du hast noch einmal deutlich bewiesen, dass du keine hast.“

Diesmal pfeffert die Amazone mehrmals in den Bauch, woraufhin Shay leise röchelt und sich nach vorne beugt. Doch Decays feste Schraubstock-Hand reißt ihn wieder an die Stuhllehne.

Lara: „Du wirst deshalb heute nicht mehr mit eigenen Beinen den Raum verlassen können. Katya, bring mir bitte das Brecheisen, das du draußen gelassen hast. Die XAW hat einen Mann zu viel, und das müssen wir unbedingt ändern.“

Katya: „Au ja! Darauf freue ich mich schon, bin gleich wieder da!“

Leise eine Melodie pfeifend tänzelt die Russin zur Tür und öffnet diese, dann tritt sie durch…

Shay: "Wenn du nicht so feige wärst, dann könnten wir die Sache im Ring klären, Lara."

Abeytu grinst immernoch, diesmal kommen seine blutverschmierten Zähne zum Vorschein.

Shay: "Außerdem hat Marc dich ohne Hilfe besiegt. Du bist nämlich alleine Schuld, weil du dich zu leicht ablenken lässt."

Wie recht er hat... Unbemerkt konnte sich das Grüne Blatt von seinen Fesseln befreien und sprintet los, er gibt alles, was in diesem Zustand noch möglich ist, und tatsächlich hat der Überraschungsmoment alle überrumpelt. Shay erreicht die Tür und verschwindet ohne sich nochmal umzudrehen.

Die Kanadierin blickt ihm überrascht nach, während sich Katya fast missmutig zu ihr umblickt, als sie wieder an der Tür steht.

Katya: „Soll ich ihn einholen?“

Am liebsten hätte sie gerne ja gesagt, aber manchmal… muss man sich zügeln, denkt Lara sich.

Lara. „Nein, der wird genug haben. Der ist eh nutzlos. Aber ich werde ihn zerstören, wenn er sich mir noch einmal in den Weg stellt. Und zwar endgültig. In der PCWA oder XAW oder sonstwo.“

Sagt sie mit gefährlich leiser Stimme...


------------------ PCWA ------------------


 

155
 

Live aus dem PCWA Dome / Berlin, Deutschland (Phoenix Center)

Feuerwerk böllert durch den DOME und die Menge jubelt frenetisch. Es ist mal wieder Zeit für eine neue Ausgabe von Vendetta und die Fans in Berlin freuen sich darüber lauthals. Noch immer gibt es Menschen, die Schilder basteln und diese in die Luft recken. Noch immer gibt es Menschen, die sich heute unterhalten lassen wollen und noch immer gibt es auch die Angestellten, die im Backstage lauern, um für sich selbst das Beste für die Karriere herauszuholen.

Zwei Angestellte allerdings sind bereits in der Halle und begrüßen vor allem die Leute an den heimischen Empfangsgeräten. Die Rede ist von unserem Kommentatorenduo, welches wie gewohnt in Anzug respektive im lockeren Blumenhemd gekleidet ist. 

Mike Garland: "Hallöchen Deutschland, Hallo Berlin - Hier sind wir mit einer neuen Ausgabe von Vendetta."

Vincent Craven: "Guten Abend zu unserem letzten Halt auf der Road zum Brawlin' Rumble XIV! Einiges an Vorfreude mischt sich schon unter die zahlreichen Fans - der Dome ist erneut bis auf den letzten halben Platz ausverkauft!"

Mike Garland: "Klar, denn heute werden nochmal ordentlich die Fetzen fliegen und die letzten Ergebnisse in Richtung Rumble erwartet! Wer tritt um die XAW World Heavyweight Championship an, wird es Match um die Cryption Crown geben? Und wird die Niederlage der Partners in Crime aus der letzten Vendetta noch etwas am Titelmatch beim Rumble ändern?"

Vincent Craven: "Fragen, die wir heute allemal noch klären wollen, liebe Fans. Aber zeitgleich warten auch noch Antworten im Ring auf uns. Deswegen sollten wir auch heute Abend einen Blick auf die Card werfen, bevor wir richtig loslegen..."

Opener
Smashing Time
Regular Singles Match
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vs.
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(Der erste Fall entscheidet über den Sieg. Als Fall zählen Three Count, Submission, Disqualifikation sowie Count-Out.
-Referee: Nelson Frider; Timelimit: 15 Min)

Mike Garland: "Kevin Smash bekommt endlich nochmal Díego Sanchéz in die Finger! Ihr erstes Match ist lange lange her, doch dieses Mal wird der Smasher der Glücklichere sein."

Vincent Craven: "Dass es überhaupt zu diesem Fight kommt, ist eine halbe Sensation. Eigentlich konnte sich Smash immer rauswinden, obwohl die Feindschaft der beiden mehrmals kurz davor war zu explodieren. Erst bei Spring Survivor konnte der Drache erneut Öl ins Feuer gießen, als er sich mit Mad Dog zum neuen XAW Union Champion krönte und damit die Regentschaft der Ring Assassins beendete."

Mike Garland: "Üble Sache! Kevin Smash wird das aber nicht auf sich sitzen lassen und hat deswegen schon im vorraus die Angelegenheit zur Chefsache erklärt! Der Mexikaner kann sich warm anziehen, darauf kannst du einen lassen."

Vincent Craven: "Das denkst du wirklich, hm? Dabei ist es doch so: Noch vor kurzem wollte die selbsternannte Legende Díego auf seiner Seite im Krieg gegen die PCWA wissen; doch dies war ein Schuss ins eigene Bein. Damit hat er erneut die Feindschaft entfacht und Sanchéz' Feuer geweckt."

Mike Garland: "Abgerechnet wird am Ende, Vince. Und dieser Tag ist heute Abend. Warte nur, bis die richtigen Verhältnisse wieder hergestellt sind und dann sprechen wir uns nochmal. Dann wird Sanchéz nämlich wieder ganz alleine in seiner Trainingshalle stehen und nichts mehr in den Händen halten..."

2nd Match
Mad Queen's Madness
Hidden Time Challenge Match
Cryption Crown
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vs.
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(Der erste Fall entscheidet über den Sieg. Als Fall zählen Three Count, Submission, Disqualifikation sowie Count-Out.
-Referee: Charlie Swanson; unbekanntes Timelimit)

Vincent Craven: "Dafür müssten die XAW Mannen auch noch Mad Dog in die Knie zwingen. Dieser hat heute allerdings erstmal eine ganze andere Aufgabe vor sich. Die Anliegen sind allerdings ähnliche. Der Night Fighter will die Sache mit Lara Lee aus der Welt schaffen."

Mike Garland: "Dabei hat er bereits einmal gegen die Amazone verloren - wieso er es unbedingt ein weiteres Mal will, bleibt mir schleierhaft."

Vincent Craven: "Lee hat nach ihrem ersten Disput bezüglich Lafayette einfach nicht locker gelassen. Immer wieder sind die beiden aneinander geraten: Bei Laras Krönung tauchte Mad Dog als Nelson Friedrich Töle auf und machte sich über sie lustig. Dann mischte sich Lara in sein Privatleben ein und versuchte ein mieses Spiel mit Yai."

Mike Garland: "Mieses Spiel?! Was denkt ihr denn immer alle? Die beiden sind Geschäftspartner und handeln miteinander. Vielleicht trinken sie auch mal gemeinsam einen Drink. Was ist denn daran bitte schlecht?"

Vincent Craven: "Wenn du es so schilderst, erstmal nichts. Allerdings frage ich mich, in wieweit Lara Lee das für ihre Zwecke nutzen kann und will. Zumal es ja auch dieses Gerücht um Miss DeWynters und Mad Dog gab, das den Konflikt verschärft hat."

Mike Garland: "Mad Dog sollte es so machen wie Juliette DeWynters und sich einfach etwas zurückziehen. Anstatt an jede Front zu gehen und sich zeitgleich Cryption und Gerasy umschnallen zu wollen..."

Vincent Craven: "Tja, eigentlich hätten wir Mad Dog letzte Show im Main Event sehen können, stattdessen aber erhielt Lara Lee am Ende den Shot."

Main Event
Fighting Champion
Regular Singles Match
Undisputed Gerasy
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vs.
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(Der erste Fall entscheidet über den Sieg. Als Fall zählen Three Count, Submission, Disqualifikation sowie Count-Out.
-Referee: Sven Nitzschke; kein Timelimit)

Mike Garland: "Sie schaffte es allerdings nicht - auch wenn hier einige ihrer Mannen versuchten das Pendel in ihre Richtung umschlagen zu lassen. Auch Marc Poe hatte Verstärkung an seiner Seite."

Vincent Craven: "Deswegen hat Jona Vark heute eine andere Macht als Contender ins Spiel gebracht. Uriel Genesis ist zurück gekehrt und will heute direkt in seinem ersten Match Undisputed Gerasy Champion werden."

Mike Garland: "Ziemlich vermessen, wenn du mich fragst. Klar, seine Statur ist imposant und auch seine Aktionen gegen den Champion bei der letzten Vendetta haben gesessen. Aber das reicht um ehrlich zu sein nicht, um einen so abgebrühten Champion wie den Marylander abzukochen."

Vincent Craven: "Genesis hat in jedem Fall den Vorteil ein unbeschriebenes Blatt zu sein. Poe kann sich also nicht so gezielt vorbereiten, wie das bei anderen Gegnern der Fall wäre. Auf der anderen Seite haben wir natürlich wieder die Macht der XAW im Rücken des Doppelchampions."

Mike Garland: "Und die Macht der Worte nicht zu vergessen. Genesis spricht ja kaum - dafür aber unser Champion. Und wenn mich nicht alles täuscht, dürfte jetzt wieder Zeit dafür sein."

Vincent Craven: "Bitte nicht!"

Mike Garland: "Es gibt doch nichts schöneres als einen ritualisierten Showstart..."


------------------ PCWA ------------------

Bild



Presents

 

 

Die Zuschauer im DOME erwarten das Schlimmste, als der Tron anspringt und die neuste Ausgabe von Pole POEsition angekündigt wird. Welcher Song wird diesmal ausgepackt, um Ohrenkrebs und Brechreiz zu verursachen? Der clevere PCWA-Fan wartet nicht einfach ab und trifft sofort vorbeugende Maßnahmen, um die Nebenwirkungen zu verhindern. Und ganz offensichtlich hat die PCWA viele clevere Fans, denn es wird gepfiffen und gebuht, was das Zeug hält. Niemanden würde es wundern, wenn das Dach des DOMEs gleich abhebt wie Major Tom.

Doch surprise, surprise es passiert erstmal gar nichts. Was ist los mit Marc Poe und Kevin Smash? Sind sie etwa beeindruckt? Falls sich jemand wirklich diese beiden Fragen gestellt hat, bekommt er prompt die Antwort. Das Pole POEsition Logo verschwindet und schon erscheinen die Gesichter von Smasher und Poe in Nahaufnahme auf dem großen Schirm. Die Pfiffe werden nochmal lauter, dennoch hält das Dach.

Die Poekings strahlen erstmal eine Weile provokant in die Kamera, bevor das Bild auf Panorama wechselt. Nun ist auch der Ort erkennbar, wo sich die Legende und der Champ aufhalten. Es ist eine Art Kaminlounge, die sich sehr wahrscheinlich im XAW-Headquarter befindet. Im Moment knistert zwar kein Feuer im offenen Kamin, der sich im Hintergrund befindet, jedoch ist klar erkennbar, dass es die Legende und der Champ mit Balu dem Bären halten. Sie probieren es erstmal mit Gemütlichkeit. Poe hockt im Hugh Hefner Gedächtnisbademantel in einem gelben und Smash im Rockeroutfit in einem roten Ohrensessel. Bar Cart mit einer Riesen-Auswahl an Getränken steht zwischen den zwei Sesseln bereit, allerdings verzichten die Poekings darauf, denn beide sind heute Abend noch aktiv im Ring. Dafür lutscht Poe seelnruhig seine Lakritz-Stange zu Ende, bevor er die Zuschauer begrüßt, Smash beobachtet dieses Schauspiel mit seinem typischen Grinsen.

Poe: "Ladies and Gentlemen, willkommen zu der neuesten Ausgabe von Pole POEsition. Diesmal direkt aus dem XAW Headquarter, weil wir so wirklich gar keinen Bock haben, vor euch Fratzen im DOME aufzutreten. Leider bleibt uns später nichts anderes übrig..."

Die Zuschauer im DOME haben eine andere Theorie, weshalb Marc Poe nicht vor Ort ist. 

 

PUSSYYYYYY

PUSSYYYYYY

PUSSYYYYYY

Der Marylander ist leicht irritiert und formt mit den Lippen ein lautloses "me"? Die Legende neben ihm reagiert und flüstert dem Greatest of All Time etwas ins Ohr, plötzlich leuchtet es Poe ein. Er lächelt schmal.

Poe: "Ihr denkt wirklich, dass ich mich vor Uriel Genesis verstecke? Warum sollte ich?"

 

PUSSYYYYYY

PUSSYYYYYY

PUSSYYYYYY

 

Der Mann aus Baltimore winkt ab. Schon Einstein hatte keine Lust mit Idioten zu diskutieren und schwieg lieber. Doch Marc springt letztendlich doch wieder drauf an, sowas kann er einfach nicht auf sich sitzen lassen. Marty McFly lässt grüßen. 

Poe: "Ich sage nur Soul Survivor 2021. Wer hat sich Kwoga gestellt und ihn besiegt? Wer war das noch gleich?"

Ohne zu zögern erhebt sich in diesem Moment Kevin Smash. Die selbsternannte Legende deutet auf Marc Poe und spendet diesem Applaus.

Kevin Smash: "DU! Du ganz alleine hast diesem Dschungelaffen gezeigt, wer der wahre Silberrücken auf diesem Planeten ist!"

Dass er selbst bei der Titelverteidigung des Marylanders eine nicht unwesentliche Rolle gespielt hat, die dafür gesorgt hat, dass sich die Fans auch in der XAW nun vom Champ abgewandt haben, unterschlägt der Smasher natürlich. Stattdessen nur das übliche von Selbstherrlichkeit zerfressene Legenden-Grinsen, welches nun noch eine ganze Spur näher an die Kamera geht.

Kevin Smash: "Respektiert diesen Mann endlich. Seht endlich ein, dass er der größte Fighter aller Zeiten ist. Er hat sie ALLE besiegt. Kevin Sharpe, Grizz Lee, Elroy Schmidtke, Lara Lee, Shay Abeytu, Shadow und Kwoga - um nur einige zu nennen. Und schaut euch Kwoga mal an, dieser Mann ist ein verdammtes Biest!"

Poe macht einen auf ganz bescheiden und greift sich theatralisch an den Hals. 

Poe: "Wow, auf meiner Liste stehen schon wirklich ein paar ganz große Namen. Mir war gar nicht bewusst, dass ich eigentlich schon JEDEN besiegt habe, der es Wert ist um das große Gold zu kämpfen."

 

MAD DOG

MAD DOG

MAD DOG

 

Die Rufe im DOME gefallen den Smashing Poekings mal so gar nicht, denn es stimmt. Mad Dog ist einer der Wenigen, gegen die Marc Poe noch nicht siegen konnte, zumindest im Einzel. Er geht deshalb lieber zu einem anderen Thema über.

Poe: "Kwoga war ein echt harter Brocken, dass muss ich zugeben. Ich denke er sollte noch eine zweite Chance erhalten, da wir für den Brawlin' Rumble einen richtigen Straßenfeger als XAW World Title Match brauchen."

Poe schaut die Legende ein. Dieser wackelt mit dem Legenden-Schädel hin und her und spielt allen vor, dass er sich Gedanken macht. Dabei wissen doch alle, dass die ganze Sache längst entschieden ist.

Kevin Smash: "Ich denke du hast vollkommen Recht. Wir sollten den Fans in der PCWA zeigen, welche Klasse-Fights auf sie warten, wenn wir den Laden erstmal übernommen haben. Und da du deinen Gerasy heute bereits zum dritten Mal verteidigst, ist es nun wirklich fair, dass es um den XAW World Title geht. Marc Poe versus Kwoga Teil 2, beim Brawlin' Rumble. Das wird der Hammer!"

Plötzlich Geschrei und Aufruhe im Hintergrund. Die XAW-Security kommt ins Kaminzimmer gestürmt und baut sich im Kreis vor Poe und Smash auf.

Poe: "Was ist denn hier los?"

Die Antwort bekommt der Mann aus Baltimore direkt, denn aus dem Pulk an Sicherheitsmänner ragt eine erhobene Faust. Kurz darauf fliegt ein Security auf die im Kreis stehenden Männer zu, dem diese sogar Platz machen, sodass der bedauernswerte Kerl direkt vor den Füßen von Marc Poe und Kevin Smash liegen bleibt. 

Mad Dog: "Schluss mit dem Mist!"

Die unbekannte Konstante funkelt dem Marylander direkt in die Augen.

Mad Dog: "Sei endlich ein Mann, verdammt! Ich hasse Kwoga, aber er ist tatsächlich ein ehrenwerter Fighter. Allerdings hat er mit der PCWA weniger zu tun als Arrow - und das will schon was heißen! Er verdient eine zweite Chance, aber nicht hier. Nicht in der PCWA. Nicht beim Brawlin' Rumble!"

Die unbekannte Konstante nähert sich den Securitys und auch Poe geht tatsächlich einen Schritt nach vorne, auch wenn ihn Smash aufhalten will.

Mad Dog: "Ihr wollt Jona Vark weh tun, ihr wollt den PCWA Fans weh tun. Und beide am Boden sehen. Die Seele der Liga vergiften. Deswegen der ganze Scheiß mit dem XAW World Title Match, deswegen der Bullshit mit einem Kwoga als Gegner, gegen den ihr dann wie gegen uns eure Mannen eingreifen lasst und den ihr auf fremdes Terrain schickt und nichtmal seinen Flug organisiert, stimmt's Smash?!"

Die selbsternannte Legende wird mit einem kurzen Blick bedacht, da den Night Fighter dasselbe Schicksal ereilte, nachdem er Smash hier in der PCWA eine Abfuhr erteilte.  Smash nickt dem Hund zu, er hatte ihm ja dieses Schicksal angedroht, da soll der sich nicht wundern, wenn Smash diesmal Wort hält.

Mad Dog: "Aber nicht mit mir!"

Der Fighter schüttelt den Kopf.

Mad Dog: "Marc, hör bitte noch ein letztes mal in deinem Leben auf dein Kämpferherz! Dein Kämpferherz, das dir sagt: 'Marc, du verdienst mehr! Mehr als Kämpfe gegen Uriel Genesis. Who the fuck??! Mehr als Matches gegen Lara Lee, die nach ihren letzten Fights gegen Sanchéz oder Shadow allein eine Tracht Prügel verdient hat, aber kein Match um den Gerasy! Du verdienst mehr als Kwoga beim Brawlin' Rumble! Denn wenn du in der PCWA den großen Fisch erlegen willst, wenn die XAW in der PCWA wirklich eine Chance haben will, wenn wir sie wirklich übernehmen wollen, dann führt kein Weg daran vorbei gegen Mad Dog in den Ring zu steigen. Er ist diese Liga. Er atmet sie. Tag für Tag. Die Fans wissen das. Und auch du weißt es... wusstest es schon, als du damals gegen ihn um die Crown gekämpft hast! Und wenn die XAW sich wirklich als die bessere erweisen will, musst du Mr. PCWA bezwingen'."

Poe wirkt tatsächlich nachdenklich. Hat MD den Nagel auf den Kopf getroffen?

Mad Dog: "Was hält dich davon ab? Dein Förderer, huh?! Seine Meinung habe ich bei Spring Survivor widerlegt. Angst vor mir? Ein Rematch um den Gerasy im Falle einer Niederlage? Die Meinung Shadows?!"

Die Erwähnung seiner Nemesis in dem Kontext ringt Poe doch tatsächlich ein Lächeln ab.

Mad Dog: "Na ja. Vielleicht meinst du ja genau wie er, dass euch beiden die Zukunft gehört und ihr irgendwann das große Traummatch gegeneinander bestreitet. Und alles vorher muss halt Kindergeburtstag sein, huh?! Da ist ein Mad Dog natürlich fehl am Platze."

Der Mann aus Baltimore blickt Mad Dog lange an. Ohne ein Kommentar wechselt sein Blick zu Kevin Smash, dann geht er auf die Legende zu und flüstert ihm etwas ins Ohr. Der Smasher nickt.

Poe: "Du hattest mich schon beim Hallo!"

Ein Super-Witz, finden zumindest die Poekings. Beide prusten vor Lachen, während die Töle ihre Zähne fletscht und kurz davor ist, durch die Security zu flügen wie Obelix durch die Römer. Doch dann beruhigt sich der Champ und wendet sich wieder Mad Dog zu.

Poe: "Spaß beiseite. Ich gebe dir in vielen Punkten sogar Recht. Tatsächlich sind Lara Lee und Uriel Genesis kein Gerasy Material. Jona Vark schafft es durch ihre Entscheidung diesem Titel immer mehr den Wert zu nehmen. Und ich merke auch, wie sehr dir die PCWA am Herzen liegt, du bist wirklich Mr. PCWA."

Marc nickt dem Nighfighter respektvoll zu.

Poe: "Trotzdem werde ich den Undiputed Gerasy beim Brawlin' Rumble XIV nicht gegen dich verteidigen, weil du außerdem viel Scheiße erzählt hast! Traummatch gegen Shadow? Sowas brauche ich nicht mehr, die entscheidende Schlacht war bei CORE und ich siegte. Was auch immer er geplant hat, es interessiert mich überhaupt nicht mehr."

Voller Überzeugung spricht er den letzten Satz, dabei weiß jeder, dass es dem Marylander nie egal sein wird, was sein großer Rivale macht. In diesem Fall eine Notlüge. Den ehemaligen Simargl interessiert allerdings eher der erste Satz, trotz seiner wütenden Ansprache konnte er Poe nicht überzeugen. Wieder ist er kurz davor los zu stürmen, doch vorher hebt Poe den Zeigefinger. Bedeutet: warte noch einen Moment.

Poe: "Wie du sehen konntest, habe ich mich kurz mit der Legende neben mir unterhalten. Wir haben einen Vorschlag für dich."

Es folgt... Eine kurze Pause um die Spannung zu steigern.

Poe: "Ich werde meinen XAW World Title beim Brawlin' Rumble nicht gegen Kwoga, sondern gegen dich verteidigen!"

Nun hebt der Hund die Augenbraue und nickt kurz anerkennend zu Poe. Vielleicht konnte er doch Poe's Kränkung durch Vark beiseite schaufeln und an den ehrenhaften Kern des Jungen appellieren.
Allerdings weiß er nur zu gut, dass dies noch nicht alles gewesen sein kann. Sein Blick geht misstrauisch zu Kevin Smash.

Poe: "Unter der Bedingung, dass du die XAW bei einer Niederlage verlässt!"

Das Grinsen auf dem Gesicht von Smash erweitert sich noch einmal um eine ganze Ecke.

Kevin Smash: "GENAU! Bei einer Niederlage bin ich DICH, Mr. PCWA, endlich los, ohne finanzielle Verluste. Und dies gilt im Übrigen auch für die PCWA - nämlich ab dem Moment, wo wir hier die Geschäfte übernehmen und Jona Vark den Laufpass geben."

Smash lacht kurz auf. Die Blicke des Night Fighters wandern mehrfach von Smash zu Poe. Dann lächelt die unbekannte Konstante.
Eine Reaktion, die die Smashing Poekings zu irritieren scheint. 

Kevin Smash: "Es versteht sich von selbst, dass, wenn du aus der XAW raus bist, auch die Union Titles nicht mehr dein Eigen sind!"

Erneutes trockenes Auflachen der Legende.

Kevin Smash: "Dein kleiner mexikanischer Freund wird schon heute herausfinden dürfen, dass es falsch war sich gegen mich zu stellen, nachdem ich euch, gütig wie ich nunmal bin, in meiner Liga aufgenommen hatte. Du als Jemand, der sich selbst als Köter bezeichnet, solltest es doch besser wissen ... man beißt nicht die Hand, die einen füttert!"

Doch auch diese Worte vermögen das Lächeln des Night Fighters nicht zu schmälern.

Mad Dog: "Entschuldige Kevin, aber.. wie sehr du auch vom Glanz deiner Champions profitieren, wie sehr du auch mich oder Sanchéz fertig machen willst... schreib' alles, was du willst in auf das dämliche Papier, schreib' rein, dass ich bei einer Niederlage hier die Klos schrubben muss, es ist mir scheißegal. Ich war nie ein Politiker, wie du einer warst. Denn diese Sache hier ist keine Politik! Es ist eine Sache zwischen zwei Wrestlern. MIR und MARC!"

Womit sein Kopf energisch in Richtung des Doppelchampions fliegt.
Funkelnd starren die beiden sich an.

Mad Dog: "Wer hätte damals für möglich gehalten, dass wir uns nach dem Empty Arena Match noch einmal wiedersehen, huh?! Warst du damals ein talentierter Junge mit grünen Ohren, so bist du nun ein Wrestler auf Top Niveau. Und diesen Status hast du dir erkämpft - wenngleich auch im ersten Teil deiner PCWA Karriere. Dein zweiter Teil, Marc, muss den Beweis noch antreten. Ich klopfte dir damals anerkennend auf die Brust. Eine Geste, die dir immer noch im Gedächtnis ist, sonst hättest du sie nicht letztens verhöhnend übernommen, huh?! Eine Geste, die dir also tief in deinem Inneren noch immer viel bedeutet. Weil du von deinem Vater nie die Anerkennung für deinen eigenen Weg bekommen hast. Von mir hingegen schon. Ebenso von Jona, doch sie enttäuschte dich. Mich hingegen wolltest du auf deiner Seite wissen, wolltest Anerkennung von mir für deinen neuen Weg. Die freie Anerkennung von einem Veteranen, einem älteren Wrestler."

Mit einem väterlichen Blick bedenkt MD Poe.

Mad Dog: "Es liegt in deiner Psyche, Marc. Du brauchst immer diese Anerkennung von Veteranen. Deshalb umgibst du dich seit jeher mit ihnen. Von Collins bis Smash - doch sie befriedigen deine kindliche Kränkung nicht vollends. Schließlich ist es vielmehr eine Rechnung, die da abläuft. Von dir wie von ihnen. Sie fordern immer etwas von dir, stellen Erwartungen und sofern du diese enttäuschst oder wirklich unabhängig sein willst, werden sie sich abwenden. Und das weißt und fürchtest du tief in deinem Inneren. Also versuchst du alles, damit sie dir weiterhin das geben, was dir deine Liebsten, erst Mr. Armitage und dann Jona Vark, versagten."

Nun legt die Töle den Kopf schief, schaut den ihm stumm folgenden Poe gerausaus in die Augen, in seine Seele möchte man meinen.

Mad Dog: "Du meintest letztens, dass ich alles verlieren würde, wenn du mich besiegst. Da eine World Championship das letzte ist, woran ich mich festklammere... und dass ich ohne einen solchen Titel wieder hinabstürze... Und diese Diagnose ist sicherlich nicht falsch, Marc. Aber wie ich gerade beschrieben habe, trägst auch du deine Dämonen aus der Vergangenheit mit dir herum. Solltest du also beim Brawlin' Rumble gegen mich verlieren, reißt auch das, woran du dich festklammerst. Es ist die Anerkennung einer Vater-Figur! Und für mich wie für dich wird unser Match zeigen, ob wir unabhängig von Titeln oder Erfolg etwas wert sind... oder nicht!"

Noch immer starren sich beide an. MD geht gar noch einen Schritt näher an Poe heran. Berührt nun die Arme der Securitys mit seiner Brust.

Mad Dog: "Und mit Verlaub, Marc, falls du darauf hoffst... Die momentanen Geschehnisse deuten nicht darauf hin, dass ich dir das nach unserem zweiten Match noch einmal mit einer Geste erweise."

Poe: "Du gehst also ziemlich sicher von deinem Sieg aus und davon, dass es mich immer noch interessiert, was du über mich denkst. Das zeigt mir eindeutig, dass du auf dem besten Weg bist deinen Simargl-Zustand zu erreichen. Und warum? Weil du nicht mit uns gemeinsam die PCWA zu einem besseren Ort machen willst. Deine Ziele wären realistisch und greifbar, aber nun siehst du deine Ziele in weiter Ferne und driftest leider wieder ab."

Der Marylander zeigt der Töle den Vogel.

Poe: "Ich habe dich respektiert, mir war deine Meinung über mich wirklich wichtig. Aber dann hast du alle unsere Offerten abgelehnt und dich für "Jona's PCWA" entschieden. Unverständlich wenn man als Mr. PCWA nur das Beste für SEINE Liga will. Ich verstehe dich einfach nicht mehr und es macht mich wirklich traurig zu sehen, wie eines meiner Idole sich selbst begräbt."

Poe wischt sich eine imaginäre Träne aus dem Augenwinkel.

Poe: "Mittlerweile glaube ich, dass es für alle das Beste gewesen wäre, wenn Sharpe dich geschlagen hätte. Ich kann deine verzweifelte Jagd nach deinem Anker nicht mehr mit ansehen und genau deshalb werde ich dir nicht auf die Brust klopfen, wenn du auf der Matte liegst. Denn du hast den Respekt des G.O.A.T nicht verdient! Und den XAW World Title sowieso nicht."

Smash nickt mit dem Kopf und klopft seinem Champ noch einmal auf die Schulter.

Kevin Smash: "Richtig, Marc! Ich kann ihn auch nicht mehr sehen. Schmeißt ihn hier raus!"

Und sogleich preschen die Security Männer nach vorne, packen den Night Fighter. Dieser aber springt sogleich hoch, um die Arme frei zu haben. Greift nach Poe, greift nach Smash. 
Doch die Muskelberge, die seinen Bauch umklammert haben, schieben ihn von Smash & Poe weg. Als Marc und Kevin erkennen, dass die Gefahr keine mehr ist, lächeln sie und winken dem verrückten Hund hinterher. Doch dieser hat noch immer nicht aufgegeben...

Wild schlagend versucht er sich aus der Umklammerung der Männer zu wehren. Trifft diesen an der Schläfe, jenen auf die Nase.

Doch Smash hat zwischenzeitlich für noch mehr Security gesorgt. Mindestens zwanzig Männer versuchen die Töle aus der Kamin-Lounge zu entfernen. Aber Mad Dog kämpft immer noch gegen die Welle der Übermacht an... allerdings mit immer weniger Erfolg...

Sie drängen ihn in Richtung Tür. 

Mad Dog: "DU VERSTEHST MICH NICHT, HUH!? DU VERSTEHST MICH NICHT???"

Plötzlich kommt der Hund im Handgemenge zu Fall. Schnell springen die dicken Kloppse auf ihn, drücken ihm ihr Knie in den Rücken und auf den Kopf. Fixieren den PCWA Grand Slam. Drücken ihm seine Arme auf den Rücken, um die Pranken dort mit Kabelbinder zu fesseln. 

Fast platzt sein Kopf. So mächtig drückt ihn das Knie auf den Boden. Will ihn daran hindern weiter zu sprechen. Noch irgendetwas zu sagen.

Mad Dog: "Ich... ich .. hab... mich... nicht... für... für... Jona... entschieden. FUCK!"

Endlich ist er wie ein Päckchen zusammengeschnürt. Die Männer stehen auf und reißen das "Packet" in den Stand. Missbilligend schauen die XAW Securitys ihn an. Der mit der blutigen Nase steht direkt vor ihm. 

Ein Gemisch aus Speichel und Blut fliegt aus dem Mund der Töle in sein Gesicht. Und somit hat sie, was sie will.
Einen letzten Blick auf Poe.

Mad Dog: "Jona ist nicht die PCWA, ihr Idioten. ICH BIN ES!!! ..Sanchéz ist es. Shadow. Van Crane. Die Partners... Ihr wollt uns vernichten! Aber DAS prügel ich dir beim Rumble aus deiner SCHEISS XAW FRESS... OARGH."

Ein Elektroschocker landet an seiner Brust und schickt ihn unvermittelt zu Boden. Dann packen ihn die Männer und entfernen ihn endlich.
Smash und Poe schauen ihm teils kopfschüttelnd, teils lächelnd nach, als zu Mike & Vincent zurückgeschaltet wird.


Vincent Craven: "DAS ist doch jetzt nicht wahr!? Gibt es doch nicht! Da muss... Da muss jemand was gegen tun!!!"

Mike Garland: "Wieso? Wenn der Hund so dumm ist in das XAW Hauptgebäude zu marschieren, muss er auch die Konsequenzen tragen. Er wollte es ja so."

Vincent Craven: "Natürlich - das Standartargument der Täter: Das Opfer wollte es so. Ich muss mich übergeben, Mike. Immerhin kann Mad Dog es Marc Poe beim Rumble zurückzahlen. Und dieser elende Kevin Smash wird heute von Sanchéz die Leviten gelesen bekommen. Ein wenig Genugtuung!"

Mike Garland: "Beides ziemliche Wunschvorstellungen von dir, Vince. Smashs Match gegen den neuen XAW Union Champion wird ein schöner Vorgeschmack auf das XAW World Heavyweight Championship Match des anderen Union Champions beim Rumble."

Vincent Craven: "Was Wunschvorstellung ist, werden wir noch sehen. Das andere unterstreiche ich allerdings. Marc Poe kann sich warm anziehen."

Mike Garland: "Pah. Übler Tatsachenverdreher. Bisher hat bei Vendettas am Ende immer die XAW triumphiert - übrigens auch hier gerade. Es gibt keinen Grund dafür, dass sich daran etwas ändern. Und deswegen bleiben wir auch im XAW Hauptquartier und schauen uns an, was dort im Keller los ist." 


------------------ PCWA ------------------

*Klatsch*

 

Einer der Sandsäcke im Trainingscenter des XAW-Headquarters ist in Gebrauch und bekommt einen harten Roundhouse Kick...

 

*Klatsch*

 

*Klatsch*

Eine Kick-Kombi folgt. Erst ein Savate - und dann ein Spinning Heel Kick...

Kurze Verschnaufpause, die mit einem grünen Kleeblatt tätowierte Brust des Fighters hebt und senkt sich. Dann geht es weiter, mit hasserfülltem Blick wird der Sandsack fixiert. Jetzt prasseln schnelle, harte Schläge auf das arme Trainingsgerät ein.

"Ich bin beeindruckt. Du bist noch besser, als ich es erwartet habe."

Schleim, schleim. Und wo eine Schleimspur ist, da ist Rob Collins nicht weit. Was allerdings auch für Wrestlingtalente gilt, denn immerhin hat der Mann aus dem Golden State den Doppelchamp Marc Poe geformt. Bei Vendetta 154 ist ihm ein weiteres Talent ins Auge gefallen. Shay Abeytu, den er gerade bei seiner Zerstörungsorgie beobachtete.

Rob Collins: "Ist da irgendwas passiert?"

Was der Kalifornier meint, ist nicht die neue Frisur, die sich Shay bei V154 besorgte, sondern die rechte Gesichtshälfte des Halb-Iren. Das "Grüne Blatt" zuckt nur kurz mit den Schultern, dann hämmert er wieder auf den Sandsack ein. Eine Antwort zu seinem Facepaint lässt er stecken. Bisher hat Shay mit niemandem über die Attacke von Lara Lee gesprochen und möchte es weiterhin nicht. Seine Verletzungen auf der rechten Gesichtshälfte versteckt er deshalb unter einer roten Grundierung und einem schwarzen Balken, welcher von unterhalb des Auges bis zum Stirnansatz führt. Zumindest war das Facepaint erst nur gedacht, um seine Blessuren zu verstecken, doch dann konnte Shay sofort Gefallen an seiner neuen Maskerade finden und wird diese nun immer bei seinen Auftritten tragen. Warum auch nicht, es passt perfekt zu ihm und seiner Herkunft. Sein Gesicht ist nun wie sein Herz in zwei Teile gespalten.

Rob Collins: "Du trainierst zwar hart, dennoch ist es nicht das Training, das du brauchst!"

Der Talentscout erkennt sowas auf den ersten Blick. Rob Collins > Ben Manga?

Shay: "Was willst du? Erst schleimst du rum, wie toll ich bin, und dann so ein Kommentar? Wie soll ich dich da überhaupt ernst nehmen?"

 

*Klatsch*

 

Und wieder ein Roundhouse Kick, der Sandsack fliegt fast aus seiner Befestigung.

Shay: "Ich bin mir echt nicht sicher, ob du der richtige Trainer für mich bist. Auf den ersten Blick ist es zwar ein Vorteil mit dem Kern der XAW zu arbeiten, aber beim Spring Survivor konnte ich trotzdem nicht gewinnen, obwohl verlieren so gut wie unmöglich war. Dennoch habe ich versagt und bestimmt nur, weil ich mir durch Smash's Belohnung zu sicher war. Vielleicht ist DAS der Grund oder ich bin einfach zu schlecht..."

Collins legt väterlich seine Hand auf die Schulter von Abeytu, verständnisvoll kann er ebenfalls, erst Recht nach dem letzten Schicksalsschlag in seinem Leben. Doch bevor Rob warme Worte sprechen kann...

„Sieh an - da sprach der alte Suffkopp der Schoschonen ...“

Abeytu wirbelt herum und ... wirkt leidlich entspannt. Dann stimmt eine zweite Stimme ein.

„… wild ist der Westen, schwer ist der Bierkrug … UFF!“

Jetzt dreht sich Rob ebenfalls um und sofort verfinstert sich die Miene des Deception-Mitgliedes. Ausgerechnet die beiden 90's Trottel! Er hat sie nicht wirklich kommen sehen, ist aber auch nicht überrascht, das Duo in Berlin zu sehen. Schließlich ist es die Heimat einer Hälfte des Teams und die PCWA die der Partners in Crime, mit denen die Allied Eagles so eng mit einander verbandet sind. Derart eng, dass die Ligatreue ihres und seines kalifornischen Arbeitgebers recht arg strapaziert wird, wenn es um den Krieg mit der Berliner Liga geht.

Daher hatten es die früheren Union Champs vorgezogen der Auseinandersetzung fernzubleiben und lieber gegen Smash und ihn zu putschen. Wie man ja auch ausgiebig bei „Spring Survivor“ gesehen hatte. Allein der Gedanke an das Ende ihres Fights zaubert Collins ein gewisses Lächeln ins Gesicht …
… aber das hatten Hardsequencer und Hank Baxter auch aufgesetzt. Leger und stylisch wie immer - der Hauptstadt-Raver in Baggypants und Michelinweste, der britische Adler in weißer Windjacke, Blur-Shirt und Designerjeans - haben sie sich vor beiden aufgebaut und mustern einander.

Schließlich macht der Lokalmatador den Anfang, wendet sich an Abeytu und schüttelt ein wenig den Kopf.

Hardsequencer: „Tss … Häuptling lallender Adler haben schlechte Gesellschaft. Er lieber Finger lassen von Feuerwasser und stattdessen ausgraben Kriegsbeil gegen falsche Freunde.“

Der Gesichtsausdruck von Abeytu wechselt auf Angriff, durch sein neues Facepaint wird der Effekt nochmal verstärkt. Erinnerung an seine Attacke gegen Phineas Marshall Parkhurst werden wach, dabei war der Halb-Ire bis vor kurzem noch ein sehr ruhiger Vertreter. 

Shay: "Bist du auf irgendwas hängengeblieben oder einfach nur ein Scheiß Rassist wie die Typen vom Clan of the rising South?"

In voller Größe steht Shay nun da und durch das Licht im Trainingscenter wird sein muskelbepackter Körper perfekt in Szene gesetzt. Eindrucksvoll.

Rob Collins lächelt, aber nicht wegen dem Körper - er sieht ihn wieder: den Spirit in den Augen seines eventuell zukünftigen Schützlings.

Shay: "Nur weil wir in einem Kampf auf der gleichen Seite standen, heißt es nicht, dass wir Freunde sind. Genauso wenig bedeutet es, dass er mein Kumpel oder Coach ist, nur weil er mich beim Training beobachtet. Allerdings kommt mir Rob nicht ganz so dumm wie ihr gerade. Aber wahrscheinlich habt ihr euch wieder zwei Tonnen Ecstasy und Doktor Motte eingeworfen, bevor ihr hier aufgetaucht seid. Kein Wunder, dass ihr im Gegensatz zu mir nicht für Team XAW in Frage kommt."

Der Blick des Halb-Iren geht flüchtig zu Collins, welcher scheinbar angetan ob der Formulierung ist. Shay allerdings wendet sich schon bald wieder den XAW-Adlern zu.
Auch der Brite und der Berliner tauschen Blicke aus - welche allerdings ein wenig resignierend wirken. Schließlich spannt auch Hank die Muskeln an - was dank des Shirts aber nicht so direkt zur Geltung kommt.

Baxter: „Ziemlich dünne Haut für jemanden, der so etwas sonst besser wegsteckt und zu nehmen weiß. Es gibt immer eine schmale Linie … so wie zwischen Yin und Yang ... zwischen kameradschaftlichem Sarkasmus und beleidigter Leberwurst … oder zwischen Ehrgefühl und Söldnerdasein. Eigentlich haben wir dich immer für einen standhaften Krieger gehalten - aber scheinbar schlägt die Nadel nun gänzlich zur anderen Seite aus. Wir stehen wie du zur XAW und für sie ein … aber nicht um den Preis, sie auf Teufel komm raus einer anderen Company überzustülpen. Leute mit derartiger Mentalität … gehen über Leichen … oder pflegen die Geister derjenigen, welche deine Urväter einst gewaltsam aus ihrer Heimat vertrieben. Wenn du dich mit dergleichen abgeben möchtest - bitte sehr …“

Nicht von ungefähr schielt Baxter leicht zu Rob hinüber.

Baxter: „… ansonsten aber … können wir das Gespräch gern auf Augenhöhe … und unter sechs Augen weiterführen, wenn du das möchtest.“

Collins schüttelt genervt seinen Kopf. Eigentlich ist ihm aktuell gar nicht nach diesem Spielchen. Er war kurz davor seine Teilnahme an der Show abzusagen. Doch er hat für heute ein weiteres Ziel, neben der Verpflichtung von Shay Abeytu. Darauf würde er sich sehr gern konzentrieren, aber zuerst gilt es diese Vögel loszuwerden.

Rob Collins: "Wir auf Augenhöhe? Erinnere dich einfach an Spring Survivor zurück, dann wird dir schnell klar, dass mein Niveau eures um ein Vielfaches übertrifft. Außerdem trainiert Shay, warum sollte er einfach verschwinden? Es wird also nichts mit einem Gespräch unter sechs Augen."

Rob hält seinen Arm schützend vor Abeytu, was allerdings gar nicht nötig ist. Shay steht mit verschränkten Armen weiterhin auf seinem Platz und macht keine Anstalten zu gehen.

Rob Collins: "Und euer einziges Argument gegen mich sind wieder eure beschissenen Vorurteile. Nur weil irgendwelche Urväter vor mehreren Jahren sich asozial verhalten und Fehler gemacht haben, bin ich genauso? In euren Augen sind sicher auch alle Deutschen..."

Das letzte Wort lässt der Kalifornier unausgesprochen, jeder kann es sich denken. Collins punktet sowieso, zumindest ist er dieser Meinung.
Hardsequencer nimmt als Reaktion sein Cap ab und schüttelt seine filzigen Cornrows. Dann setzt er seine Kopfbedeckung auf eine nahe Boxbirne, bevor er zu Collins deutet - und Abeytu zunickt.

Hardsequencer: „Siehst du, Shay?! Das Paradebeispiel eines Subwoofers: es kommen fette Töne raus, welche einen teilweise von den Socken hauen - bis man den Stecker zieht. Oder man ne andere Scheibe auflegt … Guck ihn dir an. Erst hat er Poe betrogen, dann die Armitage Corporation - um dann seinem Schützling wieder ein treuer Musketier zu sein. Er nutzt seine Vorteile, bis er sie nicht mehr nötig hat und wegwirft. Und mit dir wird er dasselbe tun, wenn er oder sie dich nicht mehr brauchen.“

Shay: "Warum denkt hier eigentlich jeder, dass er sich in mein Leben einmischen muss? ICH treffe meine eigenen Entscheidung und lasse mir von niemanden reinreden. Bisher ist zwar vieles nicht perfekt gelaufen, doch ich vertraue weiterhin auf mein Herz. Und wenn ich mich dafür entscheide, dass Rob mein Trainer wird, dann könnt ihr einen Fick drauf geben!"

Vor wenigen Wochen hätte Shay Abeytu vor einer Kamera niemals das F-Wort benutzt. Trotz Niederlagen und falschen Entscheidungen ist sein Selbstvertrauen gewachsen. Liegt dies vielleicht tatsächlich am vermehrten Kontakt mit Rob Collins? Ist dieser Mann die Antwort? 

Rob Collins: "Beeinflusst diesen Mann nicht, er ist kein Kind mehr. Und von mir und Poe wisst ihr doch gar nichts. Ich habe alles nur gemacht, um Marc stärker zu machen. Ein Plan, den ich von langer Hand ausgetüftelt habe. Ich war genau in dem Moment, wo es ihm am schlechtesten ging, wieder für ihn da und durch meine Hilfe wurde er der "Größte aller Zeiten"!"

Der Blick des Kaliforniers wechselt zu Shay.

Rob Collins: "Und dich werde ich auch an die Spitze führen. Ein Ort, von dem diese beiden Loser keine Ahnung haben, weil sie von dort weiter entfernt sind als die Raiders mittlerweile von Oakland."

Der Berliner Eagle schickt zur Entgegnung ein beflissenes Lächeln aus - bevor er mit dem Ellbogen so gegen die Boxbirne donnert, dass er sein runtersegelndes Basecap im Flug auffangen kann.

Hardsequencer: „Die Frage, ob man Sieger oder Verlierer ist, ist nicht so wichtig wie die, auf der richtigen Seiten zu stehen. Jemand wie Robby Tobby hier, der immer nur von Gewinner zu Gewinner hüpft wie’n Dieter Bohlen in der Damensauna, wird das nie begreifen. Und während er nicht merkt, dass er sein Leben lang von Smash nur wie ein Schlepphoden mitgeschleift wird, nehmen wir für die gute Sache gern mal ein paar Nackenschläge in Kauf.“

Ein unheilschwangeres Raunen - passend zum Knacken einer sich schließenden Faust.

Rob Collins: "Spring Survivor hat euch also nicht gereicht. Zwar ist mein Dream Team diesmal nicht hier, aber mit euch beiden nehme ich es auch allein auf, falls Shay sich lieber raushalten möchte."

Collins hebt die Fäuste. Ja, ein bisschen Frustbewältigung könnte ihm vielleicht helfen.
​Bevor es aber richtig handgreiflich wird, hebt der britische Highflyer in einem leichten Satz zurück beschwichtigend die Arme.

Baxter: „Whoa! Spar dir das für den Rumble auf, Collins … natürlich … sofern wir uns da auch sehen.“

Der Raver tritt an seine Seite, wedelt mit einem offiziell aussehenden Schriftstück.

Hardsequencer: „Tja, wir haben gerade unsere Unterlagen eingereicht. Du doch hoffentlich auch, oder?!“

Collins zuckt lässig mit den Schultern.

Rob Collins: "Ich möchte euch die Überraschung nicht verderben, deswegen mache ich einen auf "Geist der zukünftigen Weihnacht."

Während sich die anderen Drei wie am Ende von "The Good, The Bad and The Ugly" gegenüber stehen, wirft sich Shay sein Handtuch über die Schulter und wischt sich den Schweiß weg. Er wendet sich wieder dem Sandsack zu. Collins, Baxter und Hardsequencer zeigt er nur seinen Rücken. Klare Kante.
Baxter kratzt sich am Hinterkopf und wendet sich an Shay. Ob er nun lauschen möchte oder nicht.

Baxter: „Hör zu, Shay. Im Grunde ist es dein Business, was du mit deiner Karriere machst. Wir werden dir da nicht reinpfuschen. Egal, worauf es hinausläuft: Real American oder Pure Irish. Alles, was wir anbieten können, ist der Schulterschluss wie einst zu dritt. Aber auch den nur dann, wenn die Richtung stimmt. Also … halt die Ohren steif und nimm dich vor Collins in Acht. Mach dein Ding! Wir machen unseres.“

Shay: "Hast du mir nicht zugehört? Ich sagte bereits, dass ich mir nicht reinreden lasse. Ihr beiden Trottel seid einfach zu blöd, um es zu verstehen. Ich möchte einfach weiter trainieren. Rob hat es bemerkt, er ist gegangen. Aber ihr geht mir weiter mit eurem Bullshit auf die Nerven."

Abeytu hämmert mit voller Wucht auf den Sandsack. Alea iacta est! Das war es dann wohl. Mehr ist nicht zu holen - und war wohl auch nicht zu erwarten.
Wortlos bedeutet Hank seinem Partner, dass man gehen würde, worauf der Hauptstadt-Raver sein Basecap wieder aufsetzt und beide die Tür ansteuern.

Shay: "Soll ich mit euch das Gleiche machen?"

Ein letzter wütender Blick Shays über die Schulter ... aber die Allied Eagles halten nicht inne und schielen in gleicher Weise zu ihm.

Hardsequencer: „Nicht nötig, stolzer Krieger. Und falls du es noch immer nicht gemerkt hast: WIR haben uns schon für unsere Seite entschieden. Jetzt bist du an der Reihe…“

Die nicht bemalte Gesichtshälfte von Abeytu wird schneller grün als der Hulk....

Shay: "LASST MICH ENDLICH IN FRIEDEN!"

Abeytu ballert seine Faust in den Sandsack... der Sack fliegt quer durch den Raum und die Eagles verschwinden.


Mike Garland: "Abeytu versucht weiterhin mit seinen Niederlagen klar zu kommen... allerdings muss ich zugeben, dass er schon ein wenig dazu gelernt hat. Collins tut ihm gut."

Vincent Craven: "Zumindest scheint er sich in ihn eingefühlt zu haben und trifft die passenden Entscheidungen, wenn ich die Aufregung Shays am Ende richtig deute. Allerdings sind Robs Absichten ziemlich schlechte... und deswegen ist es traurig, dass hier Collins statt der Adler Pluspunkte bei Shay sammeln konnte."

Mike Garland: "Deine schlimmen Verschwörungstheorien schon wieder. Collins hat Poe bis an die Spitze geführt - was ist daran schlecht? Wenn Shay Abeytu erfolgreich sein will, muss er sich an jemanden wie Rob Collins halten. Ein Schulterschluss mit den Eagles wird ihm nichts bringen."

Vincent Craven: "Fraglich, Mike. Nehmen wir die Battle Royal und die sich andeutenden Fronten: Wird Abeytu sein Teilnahme jemandem wie Kevin Smash opfern müssen... oder kann er an der Seite eines Adlers oder eines Partners in Crime frei für sich kämpfen?"

Mike Garland: "Frei ist er so oder so nicht, Vince. Und die Partners werden nach ihrem Cotatores-Match gegen The Downfall in der Battle Royal sicher keine große Hilfe mehr sein, darauf kannst du wetten."

Vincent Craven: "Bevor wir uns hier wieder in Spekulationen begeben und du sowieso von den Number One Contendern auf den bis hierhin einzigen beim BR XIV ausgefochtenen PCWA Titel sprichst, schalten wir besser zu ihnen"


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Die Schalte geht in den Backstage Bereich, wo wir tatsächlich Jimmy Maxxx und Stem von The Downfall entdecken.

Jimmy Maxxx: "Nun es ist kein Geheimnis, nicht wahr, dass The Downfall heute Abend nichts groß zu tun haben bei Vendetta 155. Aber das heißt sicherlich nicht, dass wir einfach Zuhause rumsitzen und nichts tun oder uns mit irgendwelchem Kinderkram beschäftigen. Es gibt genug zu sehen heute Abend und genug Wrestler zu studieren und zu beobachten. Denn es gibt eine große Fehleinschätzung über Stem und mich, naja obwohl ich bin ja wohl der Erfinder des Falsch-eingeschätzt-Werdens. Viele denken ja, The Downfall wären nichts weiter als dumme Holzköpfe mit Chaos und Gewalt im Hirn. Die nichts tun können, außer dumm herumkloppen und Waffen benutzen. Falsch gedacht! Wir sind uns sehrwohl bewusst, dass wir jede Chance nutzen müssen, die Konkurrenz hier in der PCWA weiter im Auge zu behalten...."

Der Berliner Junge reibt sich gespannt die Hände.

Jimmy Maxxx: "Wir beide sitzen bestimmt nicht in der letzten Ecke rum und streiten mit unserer Mama herum, ob wir unser Gemüse aufessen müssen wie die Tag Team Champions, während unsere neuen Herausforderer im Ring kämpfen wie echte Männer, und jammern uns einen ab. Um dann trotzdem zu behaupten, man wäre das beste Tag Team der Welt. Nein, wir sind hier, um Up to Date zu sein. Wir schauen uns die Kämpfe an, beobachten und studieren jeden Move. Denn man weiß nie, wem man als nächstes gegenübersteht."

Dann ändert er seine Körperhaltung, sein Gesicht wirkt noch weniger belustigt.

Jimmy Maxxx: "Ich meine, haben die Partners in Crime ein Anrecht darauf sich als größtes Tag Team der Welt zu bezeichnen? Vielleicht, aber vielleicht auch nicht. Klar, sie sind die amtierenden Tag Team Champions und das nicht ohne Grund. Auch sie haben dafür einige der anderen Teams schlagen müssen. Das Problem ist nur, die Crimes haben es noch nie mit uns zu tun gehabt. Keiner von beiden hat je mit einem so eiskalten und unberechenbaren Bastard wie mir im Ring gestanden, der alles dafür tun würde, um seine Standpunkte klar zu machen. Oder mit einem knallharten Fighter und Grenzensetzer wie Stem hier, der in seinem massiven Körper mehr hat als einfach nur Aggressionen."

Doch dann muss er doch wieder schmunzeln.

Jimmy Maxxx: "Aber wisst ihr was, Crimes, eigentlich war unser Meeting bei der letzten Vendetta nach unserem Match gegen die Bulldogs bildlich gesehen sogar sehr bezeichnend für unser Match um eure Titel. Denn in diesem Match und der Erwartung an unser Aufeinandertreffen, ja, da seid ihr wirklich das jungfräuliche weichgekochte Brokkoliröschen. Während wir, die Downfall, das super geile blutige Steak vom besten BBQ der Welt sind, auf das alle Bock haben. Oder was sagst du, Stem?"

Die Kamera schwenkt zum Mann aus Roanoke, der mit vor der Brust verschränkten Armen an der Wand lehnt.

Stem: "Man könnte sagen 'Its our time to shine', aber Jimmy und ich sind von Hochglanz Posterboys soweit entfernt wie ein Steak von veganer Ernähung. Dennoch haben wir uns den Kampf um die Cotatores verdient. Da mein Partner von der Konkurrenz sprach... Ring Assassins... steht uns nicht im Weg, wenn wir auf unser Ziel zu gehen."

Sein Blick sucht die Kamera... drohend.

Stem: "Das ist unser Backyard. Nicht eurer. Außerdem solltet ihr euch lieber darum kümmern, eure unwichtigen Plastikgürtel wieder zurück zu gewinnen."

Dann stößt er sich von der Wand ab und beginnt, auf und ab zu gehen.

Stem: "Jeder spricht nur noch über die XAW. Kevin Smash hier, Marc Poe da, Ring Assassins dort. Jona Vark ist so beschaftigt damit, ihre Kämpfer um sich zu scharen, dass sie das Gute, was bekanntermaßen ja immer sehr nahe liegt, nicht sieht. Wieso hat man uns nicht gefragt, ob wir uns auch gegen die XAW stellen? Warum nimmt man ein Team, das definitiv weniger Erfahrung im Tagteam Kampf hat als Jimmy und ich?"

Er stoppt und fixiert wieder die Kamera.

Stem: "Weil wir nicht in das Bild passen. Die feine, heile Welt von Jona Vark. Und genau deswegen hat man Mad Dog und Sanchéz gegen die Ring Assassins gestellt. Gesichter, die besser auf ein Poster passen. Denn wir sind der Dreck unter den Nägeln... der Fleischrest, der sich beharrlich in den Zahnzwischenräumen verkeilt. Aber das macht uns zum WAHREN Gesicht dieser Company. Denn hier ist so gar nicht die feine, heile Welt. Auch wenn es der ein oder andere nicht wahr haben will. Doch spätestens nach dem Rumble, wenn die Cotatores um unsere Hüften geschnallt sind... dann werdet ihr uns endlich respektieren. Und wir... "

Er nickt in Richtung seines Partners.

Stem: "Wir werden weiterhin die Misfits bleiben... die Andersdenkenden... The Downfall!"

Jimmy Maxxx: "Genau so ist es, Stem.... nicht nur dass wir die, wie du es so schön sagtest, "Andersdenkenden" sind, diejenigen, die etwas frischen Wind in diese scheinheilige Welt aus Six Pack Bodys mit Babyöl und Scheinwerferlicht bringen. Sondern auch diejenigen, welche die Wahrheit ans Tageslicht zerren. Eine Wahrheit, die viele nicht vertragen. Wie eben auch jene Jona Vark, welche du eben so treffend eingeworfen hast in diese Sache."

Ein diabolisches Grinsen des Berliners.

Jimmy Maxxx: "Denn Jona Vark hat uns nicht deswegen nicht gefragt, weil wir nicht in ihre Welt hier passen. Oh Nein, Jona Vark weiß genau, wie The Downfall tickt. Sondern sie hat uns nicht gefragt, weil wir keine ihrer Fußsoldaten sind. Die ihren Willen erfüllen wollen und alles tun und sagen, was sie vorgibt. Wir sind es, die offenbaren, dass sie die Kontrolle über ihren Diamanten genannt PCWA verloren hat."

Dann wieder eine etwas ernstere Miene im Gesicht des wahren Berliner Jungen.

Jimmy Maxxx: "Als ich mich damals entschied, diese letzte Barriere zu nehmen, von der ich immer sagte, ich würde es niemals tun, da habe ich es aus einem einzigen Grund getan. Um mich dieser Herausforderung zu stellen, mich als Freak, der ich bin, mit den Besten der Besten in der allmächtigen PCWA zu messen. Jedoch, als ich hier ankam, fand ich heraus, dass alles mehr Schall und Rauch ist. Nichts weiter als eine von den Vark´s finanzierte Irrenanstalt, wo die schlimmsten Insassen das Kommando haben. Und alles drunter und drüber geht. Diese Realität verträgt Miss Vark bis heute nicht, vorallem nicht, dass wir, also The Downfall, für diese Realität stehen. Im Gegensatz zu ihren glattgebügelten Fußsoldaten oder ihren neuen Freunden aus der XAW..."

Wieder dieses fiese Grinsen.

Jimmy Maxxx: "Stem hat es schon so schön gesagt, Ring Assassins macht euch wieder zurück in euren Hühnerstall, aus dem ihr da gekrochen seid. Vorallem mit diesen bunten Replica Tag Team Gürteln, die ein 10 Jähriger schöner aus Pappe zusammen basteln könnte. Die ihr... gerade verloren habt. Also lasst die echten Kämpfer den Job erledigen und um die echten Gürtel kämpfen."

Dann schaut er kurz zu Stem.

Jimmy Maxxx: "Was mich zurück zu unseren Gemüse-Freunden führt..."

Wieder muss er lachen bei dem Gedanken.

Jimmy Maxxx: "Partners in Crime.... ich weiß genau, wie ihr tickt, ihr zwei. Zwischen euch und den Bulldogs gibt es einen ungemeinen Unterschied. Ja, die beiden sind nervtötende alte Säcke, die sich auf unsere Kosten wichtig tun wollten. Aber die beiden hatten wenigstens den Mumm und die Eier in der Hose sich uns ohne Regeln und ohne Grenzen im Ring wie zwei Männer zu stellen. Bis zum letzten zu kämpfen. Ihr beide aber werdet euch hinter den Regeln verstecken, den Champion-Bonus nutzen und euch im Notfall einfach disqualifizieren oder auszählen lassen, um eure kleinen Schwänze zwischen eure Brokkolischenkel zu klemmen und euch zu verpissen. Oder was glaubst du, Stem?"

Wilson entfährt ein Knurren.

Stem: "Stone... Cardigan... eure Zeit ist vorbei. Wir sind die Zukunft. Wie Alice Cooper damals schon anmerkte... 'Take a look at my Face, i am the Future'. Doch es geht in diesem Zitat nicht nur um mich. Es geht um Jimmy und mich. Um die Cotatores. Und um The Downfall."

Er fixiert nochmal die Kamera.

Stem: "And you will fall... "


Mike Garland: "Wow! Einfach... Wow."

Vincent Craven: "Imposante Worte der Nummer Eins Herausforderer, das stimmt. Sie nehmen kein Blatt vor den Mund und bedenken sowohl die Partner in Crime als auch die Ring Assassins mit ziemlich hässlichen Aussagen."

Mike Garland: "Und damit haben sie absolut Recht! Die Partners machen sich mit ihrer vegetarischen Reaktion auf den Lifestyle der Assassins lächerlich. Und die Assassins haben ihre Union Titel verloren - sie müssen die brennenden Phönixe schlagen, nicht die PiC."

Vincent Craven: "Ich bin ultra gespannt, ob die Cotatores Champions auch noch entsprechende Worte in Richtung Downfall aussprechen. Und ebenso, wie die Ring Assassins heute auf den Verlust der Union Titel reagieren. Dass man für XAW Spring Survivor nicht The Downfall gefragt hätte, ist allerdings ein ziemlich unsinniger Einwurf."

Mike Garland: "Im Kampf zwischen XAW und PCWA agieren sie auf jeden Fall auf neutralem Boden. Gegen alle. Und ihr verbaler Angriffsschlag geht entsprechend in beide Richtungen!"

Vincent Craven: "Mal sehen, ob Smash jetzt im XAW Gebäude darauf reagieren wird - oder ob er noch mit der Aktion des neuen Union Champions, Mad Dog, beschäftigt ist."


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Die Kameras schalten erneut in das XAW Headquarter Büro, wo Kevin Smash hinter seinem Bürostuhl sitzt und ein Video studiert, welches einige der letzten Matches von seinem heutigen Gegner Díego Alejandro Sanchéz zeigt. Denn auch wenn Smash das niemals offen zugeben würde, so weiß er, wie gut Sanchéz ist, und, dass dieser ihm den Arsch versohlen wird, wenn er sich nicht ordnungsgemäß auf diesen Fight vorbereitet, der seit Jahren bereits in der Schwebe hing und heute Abend nun stattfinden wird. Dieses Mal wird es anders enden als vor all den Jahren in der IWF. Heute Abend wird er derjenige sein, der als letztes lacht. Und wenn er erst mit Sanchéz fertig ist, wird Poe mit Mad Dog das gleiche und den XAW Triumph endgültig machen. Bei Spring Survivor 2021 gab es zwar einige Rückschläge ... die Assassins haben die Union Titles verloren, Uriel Genesis konnte Poe überraschen. Und nicht zuletzt hat Sanchéz es gewagt ihn in seinem eigenen Wohnzimmer zu demütigen ... und doch ... der Haupttitel ist immer noch bei seinem Mann: Marc Poe.

Ein energisches Klopfen an der Tür reißt den Amerikaner aus seinen Gedanken. Genervt geht der Blick zur Tür, da klopft es schon wieder. Smash pustet nun noch genervter etwas Luft aus seinem Mund.

Kevin Smash: "Ist ja schon gut verfickt nochmal, es ist offen!"

Die Tür fliegt förmlich auf. Zu sehr sind die Attacken von Smash beim letzten XAW PPV in seinem Kopf präsent. Sein XAW Union Title ruht auf seiner Schulter und wird so präsentiert, dass sein Chef ihn zu jeder Zeit sehen wird. Díego Alejandro Sanchéz ist sauer, aber schenkt seinem Lieblingsfeind doch ein grimmiges Lächeln.

Sanchéz: "Buenas noches, cabron!"

Für einen kurzen Moment könnte man meinen, Smash wäre überrascht, doch durch seine jahrelange Erfahrung kann er das easy weglachen. Er drückt den Monitor seines Laptops aus, Sanchéz muss ja nicht wissen, wie ernst er ihn nimmt. Er atmet kurz ein und schenkt seinem Intimfeind dann ein breites Grinsen.

Sanchéz: "Ich hätte nicht gedacht, dass du einmal so erleichtert sein würdest, mich zu sehen."

Der Deutschmexikaner fixiert seinen heutigen Gegner genau. Er ist auf der Hut, schließlich kann man bei diesem Kerl nie wissen. Eine weitere brutale Attacke könnte das anstehende Match tatsächlich gefährden.

Sanchéz: "Ist es die Freude darüber, in den heiligen Hallen der PCWA XAW Gold zu sehen?"

Die Gesichtszüge der selbsternannten Legenden verhärten sich augenblicklich.

Kevin Smash: "Ja, ja ... freu dich nur über deinen gelungenen kleinen Auftritt bei Spring Survivor ... dürfte einer deiner letzten werden. Bei der nächsten Show werden die Assassins euch dieses Gold, dass ihr unrechtmäßig tragt, wieder wegnehmen und ihre Regentschaft fortsetzen. Das heißt natürlich nur, wenn du es bis zur nächsten Show schaffst, nachdem ich mit dir fertig bin."

Der XAW Boss verzieht kurz das Gesicht, ehe er fortfährt.

Kevin Smash: "Aber du machst mich neugierig ... was willst du hier? Denkst wohl du könntest mich zu einer Kurzschlussreaktion provozieren, huh? Aber das kannst du vergessen, du Versager. Die Zeiten sind vorbei ... ich bin ruhiger als früher ... überlegter ... und deshalb wirst du deinen damaligen glücklichen Erfolg heute nicht wiederholen können. Heute Abend wird es für dich kein Entkommen geben und erst recht keine Gnade ... nicht nach dem, was du bei Spring Survivor zusammen mit diesem General Ulysses Genesis getrieben hast!"

Er blickt den Mexikaner fordernd an, der mitleidig den Kopf schüttelt.

Sanchéz: "Was ich getrieben haben? Ich habe dir nicht mal annähernd das zurückgegeben, was du zusammen mit deinen Lakaien mit mir nach dem Match gemacht habt. Aber keine Sorge. Im Match wirst du alles zurückbekommen."

Smash lächelt und winkt ab.

Kevin Smash: "Du hast nur das bekommen, was ich dir versprochen hatte. Aber nein, du wolltest ja nicht hören. Warst sogar der festen Überzeugung ich würde keine Hand an dich legen, nur weil du der XAW zugegebenermaßen einen Haufen Kohle einbringst. Well You thougt wrong lil' dragon! Seit unserer ersten Begegnung damals meinst du immer und immer wieder, dass es klug oder besonders lustig wäre mir ans Bein zu pissen. Und da wunderst du dich ernsthaft darüber, dass mir irgendwann auch Mal der Kragen platzt und ich es dir heimzahle?"

Smash schüttelt mit angewiderter Miene den Kopf.

Kevin Smash: "FUCK YOU!"

Er zeigt dem Mexikaner den Mittelfinger, der die Augen zu Schlitzen verengt. Der Blick verrät sehr viel darüber, was Díego mit diesem Mittelfinger gern anstellen würde.

Kevin Smash: "Der Einzige, der heute Abend etwas zurückbekommen wird, bist du. Für all die Jahre, in denen du mich gedemütigt hast. Heute ist Schluss damit. Heute beende ich deine kleine Rebellion höchstpersönlich. GAME OVER!"

Er blickt den Mexikaner mit einer völlig ernsten Miene an. Immer wieder hat der sich ihm in den Weg gestellt, wenn er etwas vorhatte, und hat es verhindert oder es zumindest versucht. Konnte der Typ sich denn kein anderes Hobby suchen? 

Ein ernstes Gesicht beim Deutschmexikaner. Gepaart mit einem verbissenen Lächeln. Als ob er es immer darauf anlegen würde.

Sanchéz: "Nice story, legend. Das klingt, als wäre ich es, der anderen die Trainingshalle einreißt, mit Schützlingen ankommt und meint, die Klappe groß aufreißen zu müssen. Du tauchst hier mit deinen XAW-Jungs auf und zettelst einen Krieg an und denkst, das geht alles glatt durch? Ich habe das schon einmal erlebt. Als du dich längst aus dem Staub gemacht hattest, habe ich die IWF gegen die bXq verteidigt, auch wenn es letztlich nichts geändert hat..."

Eine bittere Zeit, die über 15 Jahre her ist. Trotzdem ist da immer noch dieses Gefühl, nicht alles getan zu haben.

Sanchéz: "Solang Arschlöcher wie du hier durch die Gänge laufen und denken, sie könnten sich alles erlauben, werden Leute wie ich da sein, um euch ans Bein zu pissen."

Er macht einen Schritt auf die selbsternannte Legende zu, bleibt aber noch außerhalb dessen Reichweite.

Sanchéz: "Ich habe dich gedemütigt? Bei deinem Ego muss jede Äußerung gegen dich eine Demütigung, gar Hochverrat sein. Doch tröste dich, cabron. Heute Abend werde ich deinen Worten, Taten folgen lassen. Für all die Jahre, in denen du mir den letzten Nerv geraubt hast, ständig meintest, du könntest mir ungestraft auf den Sack gehen...du willst meine 'Rebellion' beenden? Die Rebellion hat gerade erst begonnen. Eine neue Ära in der PCWA steht bevor..."

Der ehemalige Kronprinz der Liga geht wieder einen Schritt zurück und hält seinem Erzfeind den Union-Title-Belt direkt vor die Nase.

Sanchéz: "...und wenn du nicht aufhörst, die PCWA zu attackieren und zu bedrohen, trage ich die Rebellion in die XAW! Zwei Mexikaner mit PCWA Historie tragen schon XAW Gold und ich finde, Marc Poes Regentschaft hat jetzt schon lang genug gedauert..."

Herausfordernd starrt er seinem Chef und heutigen Gegner in die Augen. Sein Körper steht völlig unter Strom und er kann es kaum noch erwarten. Smash blickt ebenso ernst drein. Oftmals ging es ihm nur darum den Drachen ein wenig zu necken, doch diesmal ist es anders. Dieses Mal reicht das Ganze viel tiefer. Mit zusammengekniffenen Augen blickt er seinen längsten Wegbegleiter in diesem Business an.

Kevin Smash: "Du bist keine Herausforderung für Marc ... außerdem hat dein geliebter Tag Team Partner bereits seine Ansprüche angemeldet."

Er schenkt Díego das ihm übliche überhebliche Grinsen.

Kevin Smash: "Und ob du es glaubst oder nicht ... ich bin durchaus gewillt ihm diese Ansprüche zu erfüllen."

Das böse Funkeln in den Augen des Smasher macht klar, dass der mit der "Erfüllung der Ansprüche" nichts Gutes im Sinn hat. Ganz im Gegenteil, er wird Mad Dog diese Chance nur deshalb geben, weil er dann ein weiteres Problem los sein wird.

Kevin Smash: "Ansprüche, die du schon seit Ewigkeiten nicht mehr stellen kannst. Ich weiß noch, wie dein letzter Versuch ausging, als du versucht hast dem guten alten Elroy den XAW World Title zu entreißen. Du bist gescheitert! So wie du auch heute Abend scheitern wirst. So wie dein Tag Team auch bei der nächsten Scorpionized Ausgabe an den Assassins scheitern wird, die sich IHRE Titel zurückholen werden.."

Smash steht nun aus seinem Sessel auf.

Kevin Smash: "Und genau so bist du auch mit deiner kleinen Trainingshalle gescheitert, die nur deshalb eingerissen wurde, weil Jona Vark, die du ja so vehement verteidigst, es zugelassen hat und dir das Memo nicht gegeben hat. Ich bin nicht der Böse in dieser Geschichte ... irgendwann wirst auch du das erkennen ... und wenn ich die Erkenntnis in dich hineinprügeln muss!"

Smash fährt sich durch die Haare und deutet schließlich auf die Tür, durch die Sanchéz eben gestürmt ist.

Kevin Smash: "Und jetzt VERPISS DICH!"

Er zieht seine Mundwinkel zu einem boshaften raubtierhaften Grinsen hoch. Díegos Blick folgt der Hand in Richtung Tür, doch er bleibt wie angewurzelt stehen.

Sanchéz: "Du kannst reden so viel, wie du willst, 'legend'! Das Scheitern kriegst du nicht in meinen Kopf. Du nicht!"

Nun ist es der Deutschmexikaner, der eindeutig in Richtung Smash zeigt.

Sanchéz: "Ich kenne dich, alter Mann. Dein Ego trieft aus jedem Wort und deine Angst stinkt meilenweit gegen den Wind. Du siehst mich mit dem Gold der XAW und weißt, dass ich Rekorde aufstelle, wenn ich einmal meine Hände am Gold habe. Ich bin vielleicht nicht so ein großer Gürtelsammler wie du, bin nicht hochdekoriert und sicher...hier in der PCWA gibt es viele, die mehr in ihrer Karriere erreicht haben. Doch ICH bin für immer, untrennbar mit der PCWA verbunden. Längster, amtierender Tribune Champion. ICH habe den XAW World Title am längsten gehalten. Almost 2 fucking years..."

Er hat ihn auch am kürzesten gehalten, aber bevor Smash das anbringen kann, redet er einfach weiter.

Sanchéz: "Dir geht es auf den Sack, du hasst es, mich mit einem deiner Gürtel zu sehen. Guess what...ich werde dir zusammen mit Mad Dog noch sehr lange auf die Nerven gehen. Und sollten wir die Gürtel irgendwann abgeben müssen, werde ich alles daran setzen, dass Mr. World Champ keine andere Wahl haben wird, als gegen mich anzutreten."

Díego wendet sich zum Gehen, ist schon in der Tür, dreht sich dann aber nochmals um.

Sanchéz: "Ich habe es nicht nur erkannt, ich habe es auch verstanden, Smash! Du warst immer der Böse in dieser Geschichte. Nicht weil du es sein musstest, sondern weil du es liebst. Weil du es brauchst. Du kannst gar nicht anders. Und genauso wie sich Geschichte stets wiederholt, ist es in jeder guten Geschichte der Böse, der am Ende geschlagen am Boden liegt..."

Er dreht sich um und verschwindet. Es ist alles gesagt. Mal wieder. Wie so oft, wenn sich die beiden treffen. Doch vielleicht wird diese Geschichte heute Abend für immer beendet.


Vincent Craven: "Nur noch wenige Minuten trennen uns von dem Match der beiden Männer. Ein geschichtsträchtiges Match. Ein Match, auf das wir lange warten mussten. Aber ein Match, das wir heute Abend zu sehen bekommen!"

Mike Garland: "Smash und Sanchéz wetzen nochmal die Messer. Aber die Legende wird dem Mexikaner heimzahlen, was er ihm alles angetan hat. Smashs Wut ist die größere und wird obsiegen."

Vincent Craven: "Die Worte von Díego Sanchéz waren ebenso voller Wut und Hass gegenüber Kevin Smash. Ich glaube nicht, dass sie sich in dieser Hinsicht unterscheiden. Unterschiedlich sind hingegen die Ideale, für die sie kämpfen. Darum geht es gleich im Opener! Und hier hat Díego die besseren Argumente."

Mike Garland: "Um Argumente geht es hier zum Glück nicht, sondern um Wrestling Klasse. Und seit Smash mit Poe zu tun hat, ist er in einen Jungbrunnen gefallen. Er profitiert vom besten Wrestler der Welt. Den hat Sanchéz nicht an seiner Seite."

Vincent Craven: "Dafür hat er jemanden an seiner Seite, vor dem Poe offenbar letzte Show so viel Angst hatte, dass er ihn davon abhielt gegen ihn anzutreten. Und wo wir von dieser Begebenheit sprechen, taucht doch glatt, wenn ich das richtig sehe, der Ort des Verbrechens wieder auf dem Aliera Thron auf..."


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Die Wahl des Ortes war einfach, zumindest wenn man ihre zwei bisherigen Begegnungen - außerhalb des Ring - als Gradmesser nimmt. Genau deshalb ist Marc Poe schon wieder in die Crime Alley zurückgekehrt, an den Ort, wo er letzte Vendetta Mad Dog einsperrte und die Lüge kennenlernte. Doch keinen von ihnen wird er hier und jetzt treffen. Es ist jemand anderes, falls derjenige überhaupt auftaucht?

Poe hört das Echo seiner eigenen Schritte in der Tiefgarage, sonst nichts. Eines der wenigen Fahrzeuge, die hier noch parken, ist ein etwas in die Jahre gekommener Mercedes. Der Mann aus Baltimore lächelt, ganz klar eine Metapher. Lange ist es her, seit Poe den alten Mann zuletzt gesprochen hat. Seit die Corona-Pandemie auf der Welt grassiert kommt einem zwar vieles wie eine Ewigkeit her, aber ihr letztes Treffen liegt wirklich sehr weit zurück. Es war beim Imperial Impact 12 um genau zu sein, ein Event, an den sich Marc Poe gerne erinnert, denn dort siegte er im Elimination Chamber und holte sich das Gold. Jetzt ist er wieder Undisputed Gerasy, dennoch ist mittlerweile alles anders. 

Marc wischt seine Gedanken weg und betrachtet den alten Mercedes. In der nur spärlich beleuchteten, tristen Atmosphäre der Crime Alley wirkt der Wagen wie ein fremdartiges Tier, dass dort angebunden wurde. Gemessen an der Staubschicht, die den dunklen Lack bedeckt, steht dieser Wagen schon länger dort. Staub... Eine weitere Metapher. Ob er ebenfalls Staub angesetzt hat? Das Tag-Team Match gegen die Bulldoggen war - bei aller Liebe - keine echte Standortbestimmung. Und genau deshalb muss der Marylander ihm auf den Zahn fühlen, dieses Gespräch führen.

Der Marylander umrundete das Fahrzeug einmal, um auf die andere Seite von einem der Pfeiler zu gelangen. Dann blickt er in die düsterste Ecke der Alley und sieht ihn. Es gibt nur wenige Fighter in der PCWA, die Poe zumindest als halbwegs gefährlich betrachtet. Er gehört dazuUnter einer der wenigen funktionieren Neonleuchten steht er, der Enemy Number One. Stevie Van Crane.

Poe: "Schön das du gekommen bist, Stevie."

Poe lächelt, eher hinterhältig als freundlich und hebt die Hand zum Gruß. Nicht zum Händedruck.

Poe: "Wusste ich doch, dass dir dieser Ort zusagt. Immerhin haben wir uns bisher immer nur in dunklen Ecken und dunklen Gassen getroffen."

Entschlossen schaut der Gerasy seinem Gegenüber in die Augen. Er erwartet eine Reaktion, aber SVC lehnt weiterhin lässig an dem gleichen Käfig, der als Mad Dogs Gefängnis diente.

Poe: "Stevie Van Crane... Oder wie man im Frank Miller-Stil sagen würde: Der dunkle Ritter kehrt zurück. Der Mann, der die PCWA retten und erneuern möchte. Dabei dachten alle, dass du längst zum Mixery-Man geworden bist. Und plötzlich bist du wieder hier... Hier, nachdem du Jona Vark schon bei deinem letzten Comeback im Stich gelassen hast. Ausgerechnet DU willst nun DER Vorzeige-Kämpfer der PCWA im Kampf gegen die XAW sein? Sag mir Stevie, wieso soll man dich ernst nehmen?"

Stevie Van Crane setzt sein bekanntes Lächeln auf. Seine Augen sind wach und mustern seinen Gegenüber detailgenau.
Dahinter lauert das Wissen aus Jahrzehnten. Er hat Wrestler wie Poe kommen und gehen, siegen und fallen gesehen. Hier steht jemand vor ihm, der sein Territorium bedroht sieht, es aber nie offen zugeben würde. Aber die Botschaft lauert zwischen den Zeilen. 

SVC: "Niemand MUSS mich ernst nehmen, Poe."

Van Crane lacht leise auf.

SVC: "Ich meine, Du hast mit vielem recht, was Du gesagt hast. Mein letztes Comeback war.. zweifelhaft. Es war zum Scheitern verurteilt, trotz bester Intentionen. Und niemand trägt daran Schuld.. außer mir. Und doch bin ich kein Dunkler Ritter aus den finsteren Gassen einer sterbenden Welt. Ich bin nur ein alter Wrestler aus einer Kleinstadt in Illinois, die niemand auf den Karten findet. Es gibt kein Retter-Cape im Keller meines Hauses. Nur eine Sitzecke auf der Terrasse, mit Blick auf einen verträumten See. Und mein persönlicher Robin ist ein mixerytrinkender alter Haudegen, dem eine Hand fehlt. Hast Du eine Ahnung, wie schwer es in diesen Tagen ist, einen Termin bei Jona zu bekommen? Zumindest für jemanden wie mich? Sicher, auch ich könnte mir irgendeine Nachmittags-Invasion ausdenken, ein paar ehemalige GCW'ler um mich scharen und dem Office auf die Nerven gehen. Und schon käme - wie in Deinem Fall - Jona ziemlich schnell aus der Versenkung."

*Thumbs Up* meint zumindest Marc Poe. Zumindest zeigt er diesen, aber zieht dabei die Mundwinkel nach unten. Also eher ein Anfall von Sarkasmus.

Poe: "Nach Jahrhunderten im Wrestling-Business hast du es also verstanden, Stevie."

Eindeutig Sarkasmus.

Poe: "Jona Vark interessiert sich nicht für Einzelschicksale. Ihr ist es egal, ob man ihr mal nützlich war oder ihr gieriges Verlangen befriedigt hat. Alles was für Jona wichtig ist, ist Jona Vark selbst. Wahrscheinlich weil sie von ihrem Vater nicht besonders viel Liebe erhalten hat, aber ich bin sicher nicht der Richtige, um dies zu analysieren? Mir ging es in meiner Kindheit zwar ähnlich, aber aus mir ist trotzdem ein guter Mensch geworden. Und genau deshalb, sehe ich mich gezwungen ihre Herrschaft zu beenden."

Stirnrunzelnd betrachtet der Marylander seinen Gegenüber, dennoch folgt vorerst keine Reaktion. Stevie merkt wohl, dass Poe noch nicht fertig ist. Dafür sprechen seine vielen Jahre an Erfahrung.

Poe: "Und alles, was du mir so über dein aktuelles Leben erzählst, klingt für mich ebenfalls nach einem guten Menschen. Also warum Stevie? Warum willst du für die PCWA kämpfen? Es ist doch sowieso schon lange entschieden, dass Smash hier bald der Boss ist. Spätestens wenn ich Mr. PCWA Mad Dog beim Rumble besiege, ist die PCWA toter als deine GCW."

Stevie Van Crane nähert sich seinem Gegenüber auf Schlagdistanz. Er vergräbt die geballten Fäuste in den Seitentaschen seiner Lederjacke.
Poe hat das magische Wort gesagt..

SVC: ".. 'toter als Deine GCW'."

Er nickt, langsam, aber entschlossen.

SVC: "Habe ich nie verstanden, diese Einstellung. Physisch, ja, ist eine Liga nicht mehr vorhanden, aber wie kann eine Liga wie die GCW 'tot' sein, wenn es immer noch Menschen wie mich gibt, durch die ihr Blut fließt? Als ich damals in die PCWA kam, wussten alle - Stevie Van Crane ist und war ein GCW'ler - und wird immer GCW-Blut in sich tragen. Weil diese Liga nicht tot ist, weil sie noch immer durch MICH weiterlebt. Durch Thera. Durch Grizz Lee, Kevin Sharpe, selbst durch Mad Dog. Haben wir uns mit diesen Federn jemals hier in der PCWA geschmückt? Nein. Und das, obwohl damals die PCWA-Kreuzritter die Gesichter verzogen, wenn das Kürzel nur erwähnt wurde. Es gab diese Zeit, als in diesen Hallen die Erwähnung der GCW .. nicht gern gesehen war. Die Ironie, Poe, ist doch die, dass ihr damals an der richtigen Adresse gewesen wärt mit eurem Aufstand, DAMALS hätte sich Revolution gelohnt. Ich habe gegen die Granden der PCWA nicht nur im Ring gekämpft, sondern auch immer dafür dieses Stück meiner eigenen Identität zu bewahren."

Erneut legt der Mann aus Baltimore seine sonst faltenlose Stirn in Falten.

Poe: "Es ist mir unbegreiflich, was du von dir gibst. Ich dachte eigentlich, dass du eine der intelligentesten Personen in diesem Business bist. Aber wie kannst du dann für eine Liga einstehen, die dich deiner Identität berauben wollte? Wo du deine Herkunft verleugnen musstest? Haben sie dich am Ende doch kleingekriegt? Oder hast du dich selbst ergeben und bist zum Vasallen der PCWA geworden?"

Stevie Van Crane schaut Marc Poe lange in die Augen.

SVC: "Es war ein Kampf. Ein anstrengender Kampf gegen Standards und Geschichte, gegen Dinge, die in der PCWA 'schon immer so waren' und deshalb auch 'immer so sein müssen'. Da waren diese Legenden, die den Phönix so lange breitgesessen haben, bis sie mit ihm verwachsen sind. Ich wurde Undisputed Gerasy Champion - und durch diese Gänge und Kabinen schwebte ein Flüstern, leise - aber bestimmt.. da ist ein GCW'ler an der Spitze der PCWA. Man schüttelte mir die Hände, brachte mir Respekt entgegen, doch insgeheim warteten alle darauf, dass Rage, Barker oder Lucifer auf den Plan treten, um Van Crane den Titel wieder abzunehmen. Und wenn ich heute sage, dass ich die PCWA liebe, dann nicht weil ich das alles abgewehrt habe und mich durchsetzte. Diese Besitzstandswahrer sind verschwunden, als es nichts mehr zu verhindern oder zu gewinnen gab. Ich liebe, was die PCWA HEUTE ist. Wie sie es geschafft hat, selbst als diese alten Wurzeln aus der Erde gerissen wurden und zu Staub zerfielen."

Die Augen des Marylanders sind während der Ansprachen keinen Zentimeter von Stevie abgerückt. Dann nickt Poe, er scheint endlich zu begreifen wie der Veteran tickt. Ziel erreicht.

Poe: "Man merkt eindeutig, dass du lange nicht hier warst. Zu deinem ganzen Schwachsinn passt auch deine Aussage aus der letzten Show, ich zitiere: 'Du bist "on fire" zurzeit. Ich habe DVD’s und USB-Sticks in meiner Kabine, mein Laptop jagt durch die PCWA-Geschichte der jüngeren Vergangenheit. Und ich sehe Gesichter kommen und gehen. Ich habe das meiste stumm geschaltet, schaue nur in die Gesichter.. auf die Gesten. Auf das, was im Ring passiert. Und wenn ich dann doch reinhöre, dann fällt dein Name. Shadow...'"

Dieses Zitat hatte sich eingebrannt in das Hirn des Marylanders, deshalb konnte er es Wort für Wort vortragen. Natürlich mit ordentlich Zynismus.

Poe: "Du bist noch nicht bis CORE gekommen, richtig? Spoiler-Alarm.... Dort wirst du erleben, wie ich das Feuer deines Favoriten ganz einfach löschen konnte. Shadow ist Geschichte wie die GCW und bald auch die PCWA. Die XAW wird siegen. Van Crane, du stehst auf verlorenem Posten. Auf der Verliererseite, denn ehrlich gesagt, haben Smash und ich nicht vor dich in unser Team zu holen. Mir war es einfach nur wichtig zu erfahren, ob man dich ernst nehmen kann oder nicht... Die Antwort habe ich erhalten."

SVC: "Siehst Du eigentlich nicht, wie ähnlich wir uns sind, Marc?"

Eindringlich halt der Vorname seines Gegenübers nach. Ein Echo der Entschlossenheit in dieser dunklen Tiefgarage.

SVC: "Du willst Veränderungen? Ich will das auch. 'Things Must Change', irgendwo schon mal gehört?  Wir wollen diese Veränderungen beide. Und weil die PCWA selbst EBENFALLS weiß, dass Veränderungen notwendig sind, hättet ihr hier offene Türen einrennen können.. ein bisschen Verstand vorausgesetzt. Ihr hättet Eure Egos an der Türschwelle ablegen und mit etwas Demut in diesen Hallen die Fans mitnehmen können. Ihr wärt zusammen mit einer IDEE in die PCWA gekommen, die andere hier inspiriert. Ihr hättet hier zu Helden werden können, zu einer neuen Generation. Ich hätte gemütlich auf meiner Couch in Haddonfield sitzen und nickend das Glas Wein auf dieses neue Blut heben können. Wir hätten auf EINER SEITE stehen können! Doch ihr seid nicht hierher gekommen, um die Wrestler, die Belegschaft und vor allem die FANS mitzunehmen. Ihr seid mit einem Panzer über das Herz der PCWA gefahren und wolltet dann Respekt dafür. Du willst wissen, warum ich für die PCWA einstehen werde, Marc?"

Stevie Van Crane hebt das Kinn, kampfeswillig wie zu seinen allerbesten Zeiten.
Die Präsenz des ENEMY NUMBER ONE ist immer noch am Leben. Und Marc Poe erlebt sie jetzt aus nächster Nähe.

SVC: "Weil ich es kann. Weil ich JEDE Geschichte in meinem Blut verewigt habe, anstatt sie loszuwerden. Ich bin die GCW. Die bRd. Die PCWA. Ich bin Stevie Van Crane.. und so lange ich hier in diesen Hallen noch halbwegs aufrecht stehen kann, wird keiner von Euch uninspirierten, gescheiterten Existenzen auch nur ANSATZWEISE irgendetwas zu sagen haben."

Poe schaut auf seine linke Schulter, XAW World Title. Der Blick wechselt auf die andere Seite, Undisputed Gerasy.

Poe: "Soviel zur gescheiterten Existenz. In der PCWA bin ich mittlerweile sogar erfolgreicher als du, aber egal. Ich bin einfach nur gespannt, was du wirklich noch kannst, Stevie. Auf meinem Weg zu unserem Treffen, bin ich an einem alten Mercedes vorbei gekommen, er steht nicht weit weg von hier. Er ist über und über mit Staub bedeckt und ich bin mir sicher, dass er nicht mehr anspringt. Das gleiche Gefühl bekomme ich bei dir, zumindest jetzt, wo wir uns Auge in Auge gegenüberstehen. Deine Hülle ist zwar nur etwas verstaubt, aber innen bist du einfach total kaputt, alter Mann."

Ein letzter abfälliger Blick des Marylanders, dann verschwindet er auf dem gleichen Weg, von dem er kam.

Stevie Van Crane sieht Marc Poe hinterher.
Er war in die PCWA zurückgekehrt, um wieder Wrestlingluft zu atmen, zu helfen und gestaltend auf die Zukunft der PCWA einzuwirken.
Und schon ist er wieder mitten drin in diesem ewig währenden Fight zwischen Anspruch und Wirklichkeit, mitten im Auge des Sturms.

Wie konnte das nur so schnell geschehen..


Vincent Craven: "Marc Poe mustert Stevie van Crane und ob er ihm gefährlich werden könnte..."

Mike Garland: "...und stellt fest, dass dem wohl nicht so ist. Van Crane hat Staub angesetzt und träumt davon viel zu sagen zu haben. Bisher sieht das aber noch nichtmal Jona Vark so."

Vincent Craven: "Ja... und die große Frage lautet, warum!? Für mich ist der Umgang mit SVC zur Zeit nicht nachvollziehbar. Vielleicht aber ändert sich das im Brawlin' Rumble Match schlagartig. Stevie hat ihn immerhin schon gewonnen - im Gegensatz zu Marc Poe."

Mike Garland: "Uiui, Vince. Entscheidend bleibt aber das Hier und Jetzt, nicht irgendwelche alten Ligen oder Erfolge. Deswegen machen wir es wie Jona Vark und schauen lieber mal, wen Lisa da zum Interview bereit hält, statt uns mit Gestrigem zu befassen."


------------------ PCWA ------------------

…. und schon befinden wir uns irgendwo im konzerneigenen Waldstück des Phoenix Centers. Vermutlich dicht am Rand, da von außen noch das Licht der Liegenschaft zu erkennen ist. Langsam bricht die Abenddämmerung herein - doch dies ist für eine erfahrene Interviewerin kein Problem. Der Spotscheinwerfer ihres Kameramannes setzt die liebreizende Lisa Sanders in fachgerechtes Licht  - sofern das bei ihr überhaupt nötig ist.

Perfekt gestylt mit hüfthohen Stiefeletten und Karottenjeans sowie wettergerecht in eine weinrote Steppjacke gehüllt lugt der Kopf mit dem zusammengebundenen blonden Haar keck unter einem Beanie hervor. Für die Fans unhörbar tauscht sie noch ein paar Worte mit ihrem Crewman aus, bevor sie abermals orientierend nach allen Seiten schaut. Schließlich ein prüfender Blick auf ihre Uhr, ein Schulterzucken. Dann bekommt der Kameramann ein Zeichen.

Lisa Sanders: „… tja … liebes PCWA-Universe. Ihr seht mich in einer ungewohnten Position – nämlich völlig ahnungs- und planlos. Ursprünglich wurde ich nach hier draußen für ein Interview eingeladen, aber wie ihr seht …“

Die freie Hand deutet nach links und rechts, die Kamera folgt kurz den Richtungen.

Lisa Sanders: „… seht ihr nichts. Und ich ebenfalls. Von daher kann ich euch leider nur einen kleinen Einblick davon geben, was ich eigentlich von mein… Hey!“

„Ein Gefühl wie bei Newton, was?“

Sanders ist regelrecht zusammengezuckt, als, was auch immer es war, knapp an ihr vorbei zu Boden gefallen ist. Mit krauser Stirn bückt sie sich danach - und hebt einen rotbäckigen Apfel auf.
Dann geht ihr Blick nach oben - und ihre Stirn schlägt noch mehr Falten.

Lisa Sanders: „Was zum…?!“

Der Kameramann filmt nach oben - und fängt eine sehr surreal wirkende Kampfszene ein: im frühlingshaft noch blattleeren Geäst der Baumkrone tummeln sich zwei den Fans wohlbekannte Wrestler. Beide im Trainingsoutfit und mit Kopfbedeckungen auf dem Haupt - einer mit Bandana in Blitzmuster und der andere in schwarzer Wollstrickmütze. Keine Frage: es sind die amtierenden Träger der Cotatores Trophy, die Partners in Crime …
… wobei sich einem der Eindruck gerade nicht ergeben würde, scheinen beide doch gerade in ein merkwürdig aussehendes Sparring vertieft zu sein, welches eher an chinesisches Wushu erinnert. Beide tauschen Schlag- und Hebelbewegungen der Arme aus, während sie jeweils augenscheinlich wacklig auf ächzenden Ästen stehen. Ab und an kommen angesetzte Kicks und Tritte dazu - meist in sehr schneller Folge, trotzdem mit der nötigen Sorgfalt nicht zu straucheln. Als dem Tempest ein solcher Beinangriff zu gelingen scheint macht Matt Stone einfach einen Slide rückwärts, lässt sich eine Ebene tiefer auf einen Ast fallen und nutzt diesen wie ein Sprungbrett, um eine Ebene höher zu gelangen. Trent indes wagt den Kletterweg und taucht unter einem angedeuteten Schlag des lauernden Machinegun weg und geht seinerseits nach der Abwehr eines Schwingers in den Infight.

Lisa Sanders: „Hey!“

Erst der Ruf der Interviewerin lässt die Champions stoppen und beide gucken sie keuchend, aber schelmisch an.

Lisa Sanders: „Was macht ihr … wie sollen wir denn so ein Interview führen?“

Umgehend lässt das Duo voneinander ab und klettert so durch die Äste, dass sie Lisa soweit möglich am Nächsten kommen.

Stone: „Na, komm doch rauf. Mit dem Astralkörper sollte das ja wohl nicht schwierig sein, oder?!“

Verstohlen guckt Sanders kurz zur Kamera. Ein wenig glühen ihre Wangen rot auf, bevor sie nervös den Revers ihres Anoraks greift und ein wenig zusammenrückt.
Ohne eine mögliche Antwort abzuwarten, setzt der Wirbelsturm fort.

Cardigan: „Keine Sorge, Lisa. Moment…“

Ehe es sich die zierliche Blondine versieht, schwingen sich die beiden Athleten nach unten, greifen die mit großen Augen dreinschauende Sanders bei den Armen und ziehen sie zu sich auf den Ast, wo sie sich links und rechts von ihr hinsetzen. 
Lisa ist die Unwohlheit ein wenig anzusehen, als sie auf dem nachschwingenden Ast so wenig wie möglich Bewegungen versucht, um ihr Gleichgewicht zu halten. Den Partners fällt dieses scheinbar leichter - Stone beißt gar in einen weiteren Apfel, den er aus seiner Jackentasche geholt hat.

Stone: „Was los, nicht schwindelfrei so knapp über’m Boden?“

Lisa Sanders: „Nein, das … also …“

Sie legt das Mikrofon auf ihren Schoß, atmet mit abgestreckten Fingern einmal hörbar aus - und hat sich dann scheinbar wieder im Griff. Daher nimmt sie das Mikro wieder auf und beginnt von Neuem.

Lisa Sanders: „… fangen wir einfach nochmal an: Jungs, was soll das hier? Die Partners in Crime als Tarzans vom Dienst?“

Ein Kichern von Matt, der ihr den Arm über die Schulter legt - wodurch Sanders wieder auf das Gleichgewicht achten muss.

Stone: „Wow, der war nicht schlecht. Eine Steilvorlage weniger für die Ring Asseln und The Umfall …“

Cardigan: „Weißt du, Lisa ... das hier mag ein wenig bizarr aussehen, ist aber eigentlich ein gutes Training. Haben wir seinerzeit aus Asien mitgebracht. Die Kunst liegt dabei, sich sowohl auf die Fighting Skills zu konzentrieren als auch auf den eigenen Stand. Das schärft doppelt, sorgt für ein gutes Gleichgewichtsempfinden und schnelle Reflexe.“

Die Blondine lässt den Blick ins Astwerk schweifen.

Lisa Sanders: „Wohl wahr. Hab mich gerade an einen Eastern mit Jet Chan erinnert gefühlt … was mich auch gleich zu meiner ersten Frage bringt: viele Fans sind ein wenig verwundert über eure … außergewöhnlichen Trainingsmethoden. Das hier noch nicht mal inbegriffen. Und es stehen einige wichtige Matches bevor. The Downfall sind ein harter Brocken, gleichwohl melden auch die Ring Assassins, ihrerseits renommierte Ex-Champions in PCWA und XAW, ihre Ambitionen an. Meint ihr, ihr könnt euch auf Top-Teams mit solchen Methoden einstellen?“

Der Tempest lehnt sich scheinbar bequem gegen eine nahe Astgabel.

Cardigan: „Jein, Lisa … denn genau das ist die Crux im Wrestling. Wenn man bereits im Vorfeld weiß, wie andere Athleten ein Fight angehen, wären die Matches mau, die Geschichten grau und die Fanreaktion flau. Wir Kämpfer sind alle keine Roboter – wir sind Individuen, die kreativ vorgehen … naja, die meisten zumindest …“

Dann richtet er seine Worte direkt in die Kamera.

Cardigan: „… und du … beziehungsweise ihr da draußen könnt euch sicher sein, dass kein Match wie das andere werden wird. Das ist unser Versprechen als Wrestler – und auch wir werden uns daran halten und dafür sorgen. Unabhängig davon, dass es aussieht, als würden wir uns hier von Ast zu Ast hangeln.“

Mit Wucht spießt Machinegun den Apfelgriebsch auf einen nahen Zweig.

Stone: „Genau. Kann mir doch keiner erzählen, dass The Zufall ihre Kampfstärke allein daraus beziehen, auf ner Couch rumzulungern, Extrem-Monolog-ing abzuhalten oder Seightseeing der Marke „die schönsten Hinterhöfe von Berlin“ zu betreiben. Auch die verbiegen ihr Eisen irgendwann. Genauso wie die Ring-Dinger sich wahrscheinlich nicht andauernd im Gym aufhalten, sondern den Feierabend auch mal mit nem gemütlichen Gurken-Pudding ausklingen lassen … während sie ihre Pie-Eating-Trophäen polieren. Und so ähnlich ist es auch bei uns: was die Fans an Training sehen und das, was wir tatsächlich an Sessions für unsere Fähigkeiten abrackern, sind zwei völlig verschiedene Dinge.“

Cardigan: „Korrekt. Also … weathergirls and gunners … ihr könnt euch sicher sein, dass die Partners in Crime weder ihre Schlitzohrigkeit noch ihre Power eingebüßt haben. Und wir werden die von uns gehaltene Cotatores Trophy mit Blut, Schweiß und Tränen … mit allem verteidigen, was ihr kennt und uns ausmacht. Genauso wie wir sie uns einst geholt haben – mit all der Energie, mit hard knox and naughty tongue … Word!“

Wieder rücken beide etwas auf dem Ast für einen besseren Sitz. Lisa dagegen scheint sich hier noch immer unwohl zu fühlen.

Lisa Sanders: „Ja, das ist natürlich eine Kampfansage … und ich glaube eine, die auch bitter nötig war, wenn man mal die Worte von Downfall heute oder das Match gegen die Ring Assassins bei Vendetta 153 als Beispiele nimmt. Oder seht ihr das Match anders, Jungs?“

Matt findet ein verwelktes Blatt aus dem Herbst und beginnt es, es für eine scheinbar kunstvolle Figur zurechtzuzupfen.

Stone: „Gegenfrage LS: Haben wir die wirklich nötig angesichts des Screwjob Finishes, mit dem die Assassins gewonnen haben?“

Lisa Sanders: „Mag sein … aber wie auch einige User online berechtigt meinten: euer letztes Match in England ging dahingehend auch nicht wirklich klar aus.“

Mit einer „Arbeit“ scheinbar nicht zufrieden knüllt der New Yorker das Blatt knirschend … um hiernach die krümeligen Reste davon zu pusten.

Stone: „Siehst du. Und genau, weil das so ist, stehen wir alle praktisch wieder bei null. Die Ring Dödel und wir. Ohne wirklich klare Entscheidung. Und solange es die noch nicht gibt, kann keine Seite wirklich laut hinsichtlich einer Vormachtstellung tönen … OK, die machen’s, aber das is mir Boogie. Da hilft nur ein entscheidendes Match – merkwürdig, dass wir dahingehend noch nichts von den zwei gehört haben. Aber was nicht ist … kann ja schließlich noch werden.“

Carlson nutzt einen kurzen Moment sich zu orientieren - Fehlanzeige. Außer mit einem gewagten Sprung wird sie hier nicht runterkommen.

Lisa Carlson: „Tja, ich glaube, die Antwort dürfte weder schwer zu erraten als auch irgendwie zu bekommen sein. Und dann hättet ihr noch eine gewaltige Zusatz-Aufgabe vor euch…“

Cardigan: „… die aber erstmal in der Ferne liegt, Lisa. Denn vordergründig heißen unsere Gegner beim Brawlin Rumble The Downfall. Darauf liegt unsere aktuelle Konzentration … und wir werden diese Herausforderung mit bestmöglicher Vorbereitung angehen.“

Sie wirkt reichlich ungläubig.

Lisa Sanders: „Indem ihr auf Bäume klettert?!“

Sachte greift Matt sie bei der Hand.

Stone: „… nee, indem wir auf unseren Überraschungseffekt setzen … Vorsicht!“

Lisa Sanders: „Wuaaaaahh….“

Wieder ein Moment, der urplötzlich kommt. Der arme Kameramann steht zwar goldrichtig, hat aber Mühen die Szene voll einzufangen …
… die, in der Stone mit der anderen Hand Lisa einen Schubs an den Rücken gibt und diese jauchzend nach vorn und scheinbar hinunterrutscht. Allerdings hat auch Trent Cardigan zugegriffen und lässt sich nun mit ungeahnter Athletik wie Stone zur Seite gleiten. Da beide gleichzeitig ihre Beine um den Ast geschlungen haben, hängen sie wenig später kopfüber nach unten - und halten jeweils einen Arm Lisas gegriffen die Blondine, welche kurzzeitig in der Luft zu hängen scheint, dann aber so sachte es geht von den Partners in Crime wieder am Boden abgesetzt wird.
Zu guter Letzt lösen sie ihre Beinknoten, vollführen eine Art Salto und landen sicher beidseitig der noch immer aufgeregt keuchenden Interviewerin, welche den schiefen Sitz ihrer Mütze korrigiert.

Cardigan: „Na, überraschend genug für dich?“

Sanders ist zunächst nicht zu einer Antwort fähig, sodass Trent ihr das Mikro abnimmt und erneut in die Kamera spricht.

Cardigan: „Und das ist nur ein kleiner Vorgeschmack. Auch für euch da  - Jimmy und Barry. Die Wachablösung der Division …die Speerspitze der Tag Teams … Kämpfer bis ans Limit … Freunde, wenn ihr uns in die Knie zwingen wollte, müsst ihr ÜBERS Limit gehen. Und wir zwei wissen, dass ihr das nicht könnt. Wir wollen euch beim Rumble voll konzentriert und in best shape im Match haben. … daher … erhöhen wir doch das Ganze, damit es etwas reizvoller wird.“

Lächelnd übergibt der Wirbelsturm an den Ring-Rebell.

Stone: „Yeah … Behind the Blood … was haltet ihr davon? Entweder kämpft einer von euch gegen einen von uns … oder wenn das mit dem Match nicht geht … dann haben wir noch einen ganzen Vergnügungspark voller Attraktionen, um euch die Grenzen aufzuzeigen. Irgendwas wird sich schon finden. Ganz im Sinne der FUN Series: der Sieger bestimmt die Matchart … und das werden wir sein. Daher nich vergessen: don’t blame it yourself…“

Trent rutscht wieder ins Bild.

Beide: „… blame it on the weatherman!“

Damit reicht das Duo Sanders ihr Mikrofon zurück - nicht aber, bevor beide jeweils eine ihrer Hände greifen und einen Kuss aufhauchen.

Cardigan: „Lisa, es war uns wie immer eine Ehre!“

Dann verschwinden die Partners mit einem flüchtigen „Auf zur Laufstrecke!“ rechts aus dem Bild. Lisa blickt ihnen noch einen Moment ein wenig baff nach - dann wendet sie sich wieder der Kamera zu.
Noch immer reichlich perplex.

Lisa Sanders: „Tja … PCWA Universe … und damit zurück in den Dome!“


Vincent Craven: "Da ist sie! Die direkte Antwort auf The Downfall und vor allem auf deren Anmerkung, dass die Cotatores nicht den Mumm hätten, in einer anderen Matchart als normalen Tag-Matches anzutreten. Klug, wie sie sind, stellen sie es offen: Behind the Blood soll eine Entscheidung fällen!"

Mike Garland: "Klingt für mich ein wenig pseudo-klug, Vince. Glaube kaum, dass sich Jona auf ein Singles Match einlassen wird. Und ebensowenig, dass The Downfall das Recht, die Matchart zu bestimmen, im Dosenwerfen "auskämpfen" möchte."

Vincent Craven: "Tja, dann sind sie es aber selbst Schuld. Sie haben soeben die Reaktion erhalten und jetzt müssen sie darauf reagieren - tun sie es nicht oder ignorieren sie die Offerte, sagt das eher etwas Negatives über sie als über die Partners."

Mike Garland: "Na ja. Vince... Interessant bleibt es vor allem auch, weil es da noch die dritte Partei gibt. Auch bei den PiC lagen die Ring Assassins im verbalen Fadenkreuz und das werden diese sich in beide Richtungen sicher nicht gefallen lassen - in dieser Dreieckskiste stehen also insgesamt noch viele Antworten aus."

Vincent Craven: "Auf diese müssen wir allerdings noch warten, denn zuvor ist ihr Chef dran. Kevin Smash trifft jetzt endlich auf seinen Erzfeind Díego Alejandro Sanchéz. Der Mann also, der den Assassins bei Spring Survivor die Union Titles streitig machte."


------------------ PCWA ------------------

Vincent Craven: "Kommen wir also zum ersten Match des heutigen Abends, das seinen Ursprung in einem Match hat, das vor fast 18 Jahren in Newcastle stattfand."

Mike Garland: "Kevin Smash, damals schon mit vielen Erfolgen ausgestattet traf in unserer Fed'U-Partnerliga IWF auf einen Neuling, der sich nur The Dragon nannte. Diesen Mann kennen wir hier in der PCWA nur als Díego Alejandro Sanchéz."

Vincent Craven: "Die beiden hatten bis dahin nichts miteinander zu tun, doch die Niederlagen gegen den Rookie hat Kevin Smash offenbar so aus der Fassung gebracht, dass die beiden fortan immer wieder und überall aufeinander getroffen sind."

Mike Garrland: "Egal wo Smash auch war, immer musste Díego ihm auf die nerven gehen. Ich kann schon verstehen, dass sich dabei etwas aufstaut, was sich irgendwann einen Weg nach draußen bahnt. Kaum verwunderlich also, dass Smash dem ehemaligen Drachen irgendwann seine Grenzen aufgezeigt hat."

Vincent Craven: "Bitte was? Díego war bereits in der PCWA, als Smash hier auftauchte, mit einem talentierten Engländer im Schlepptau, der später sowohl den, PCWA Tribune Title, den Brawlin' Rumble als auch den Undisputed Gerasy gewinnen sollte. Er beschwor einen Kleinkrieg zwischen Díego und James Godd. Doch der Engländer stellte sich gegen seinen Mentor. Eine weitere Niederlage für den Mann aus Hollywood."

Mike Garland: "Jaja, blabla. Kevin Smash ist Eigentümer der XAW und damit mittlerweile auch Chef von Díego Alejandro Sanchéz. Wie bescheuert muss man sein, um seinem Chef ans Bein zu pissen?"

Vincent Craven: "Bevor du noch unsachlicher wirst, sollten wir lieber zu Jane in den Ring geben. Sie hat nun schon lange genug warten müssen."

Und tatsächlich hat Jane Nelson schon etwas im Ring gewartet, doch solang Vince und Mike gesprochen haben, hat sie von der Regie noch keine Freigabe bekommen. Doch nun ist es endlich soweit.

Jane Nelson: "Kommen wir nun zum Opener der heutigen 155. Ausgabe von PCWA Vendetta. Als erster kommt zum Ring...mit einer Größe von 1,79m und einem Gewicht von 84 kg... Er ist ein wahrer Local Hero und eine Art Urgestein der PCWA. Vor fast 16 Jahren debütiert und seit einigen Monaten wieder im Schoße seiner wahren Familie... Er ist ehemaliger PCWA Tribune und Cotatores Champion... Aus Berlin... Díegooooo Aaaalejandro Saaaaaaaanchézzzz!"

Die ersten ruhigen Klänge von Halestorms "I am the Fire" erklingen im PCWA und die meisten der 15000 Fans in der Halle fangen an zu jubeln. Feuersäulen steigen an der Stage empor und begrüßen den Sohn des Feuers, El Hijo del Fuego, der sich früher als The Dragon einen ersten Namen gemacht hat. Der Deutschmexikaner tritt durch den Vorhang auf die Stage und lässt seinen Blick durch den gewaltigen Dome schweifen. Immer wieder saugt er diese einzigartige Atmosphäre auf und bei dem Gedanken, hier, an diesem Ort in nicht allzu ferner Zukunft zum Brawlin' Rumble zu marschieren, bekommt er eine verfickte Gänsehaut. Doch sofort schüttelt er den Kopf. Smash ist heute sein Gegner und darauf muss auch sein Fokus lieg...

Vincent Craven: "Da ist Kevin Smash und er stürmt direkt auf seinen Gegner los!"

Mehrere Forearms prasseln auf den vollkommen überraschten Sanchéz nieder. Smash treibt ihn die Rampe runter und whippt seinen Gegner direkt in die seitliche Absperrung. Laut scheppernd landet Díego im Stahl und hält sich den schon angeschlagenen Rücken. Die lauten Rufe von Nelson Frider, doch endlich in den Ring zu kommen, damit das Match beginnen kann, werden vom Amerikaner gekonnt ignoriert. Er hebt den ehemaligen Kronprinzen aus und wirft ihn per Bodyslam auf den harten Hallenboden.

Vincent Craven: "Das ist wieder typisch. Kevin Smash attackiert Díego schon vor dem Match und geht ganz klar gegen dessen Rücken vor."

Mike Garland: "Was nicht verboten ist. Wenn Díego mit angeschlagenem Rücken antritt, muss er damit leben!"

Vincent Craven: "Das Match hat noch nicht mal begonnen!"

Langsam wird es Frider zu bunt. Die Drohung, dass das Match endet, bevor es überhaupt angefangen hat, zieht offensichtlich, denn Kevin Smash zieht Díego auf die Beine und zerrt ihn in Richtung Ring. Der Sohn des Feuers muss face first auf den Apron, ehe der XAW-Eigentümer ihn in den Ring rollt und direkt hinterher geht. Praktisch sofort ertönt der Gong und das Match geht offiziell los.

Opener
Smashing Time
Regular Singles Match
Bild
vs.
Bild
(Der erste Fall entscheidet über den Sieg. Als Fall zählen Three Count, Submission, Disqualifikation sowie Count-Out.
-Referee: Nelson Frider; Timelimit: 15 Min)

Vincent Craven: "Das wird jetzt hart für Díego."

Mike Garland: "Smash hat das einfach clever gemacht."

Díego ist schon wieder auf allen Vieren, doch bevor er aufstehen kann, verpasst ihm die self-proclaimed legend einen harten Tritt auf den Rücken. Der Drache geht sofort wieder zu Boden und muss weitere Kicks einstecken. Es wird ziemlich früh klar, dass es von seiten des Amerikaners heute eher weniger um anspruchsvolles Wrestling gehen wird, sondern viel mehr um die Zerstörung des Gegners. Unter den Buhrufen von den Zuschauerrängen reißt Smash seinen Kontrahenten an den Haaren nach oben und wirft ihn in die Ringecke. Mit einem Stöhnen landet Díego in der Ecke und sieht sofort einen Bigboot auf sich zukommen, dem er auch nicht ausweichen kann. Wie ein nasser Sack geht er zu Boden, doch Smash gibt ihm keine Pause. Der Amerikaner weiß ganz genau, dass er dem Gegner keine Chance geben darf um sich zu orientieren und zu sammeln. Auch ein angeschlagener Sanchéz, gerade wenn er wütend ist, kann ihm sehr gefährlich werden.

Es folgt ein Elbow und schon geht es für den Local Hero wieder nach oben. Smash hebt ihn aus und lässt einen harten Backbreaker folgen, der nun lautstark mit Pfiffen quittiert wird. Währenddessen wird die Unterstützung für Díego immer lauter. Die Fans wissen, dass er sie jetzt braucht, doch das erste Cover des Abends können auch sie nicht verhindern...

...One...

...Tw...Kickout!

Mike Garland: "Smash ist nicht überrascht. Natürlich wollte er damit nur ein erstes Zeichen setzen."

Díego rappelt sich hoch, doch Smash ist im Moment einfach schneller. Er greift zu und befördert seinen Gegner in die Seile. Erneuter Bigboot, NEIN! Díego zeigt ein erstes Lebenszeichen, taucht drunter hinweg, geht wieder in die Seile, LOW DROPKICK!! Gegen das Knie des Amerikaners, der etwas nach hinten taumelt, während der Deutschmexikaner aufspringt und SPINNING HEEL KICK!!! Und dieser fegt Kevin Smash das erste Mal auf den Ringboden. Angetrieben von den Fans steht der ehemalige Kronprinz der Liga schnell wieder auf, doch auch Smash ist schnell wieder auf den Beinen. Beide starren sich an und ihren Gesichtern ist anzusehen, dass sie zu allem entschlossen sind.

Die selbsternannte Legende bietet seinem langjährigen Kontrahenten einen Kräftevergleich an, doch der tippt sich nur an die Stirn. Bei der offensichtlichen körperlichen Überlegenheit seines Gegners wird er sich auf solche Spielereien nicht einlassen. Das Tippen an die Stirn hat den Smasher allerdings augenblicklich wieder wütend gemacht und er holt zu einem Schwinger aus, doch Díego weicht aus und erwischt den Smasher stattdessen mit einem Enzuigiri. Smash geht jedoch nicht zu Boden, sondern taumelt mitgebückten Kopf in Richtung Ringecke. Díego reagiert sofort und rennt los. Dropkick in den Rücken von Smash, der nun Facefirst in die Ringecke kracht.

Vincent Craven: "Díego scheint nun endgültig ins Match gefunden zu haben. Er punktet durch seine Schnelligkeit!"

Mike Garland: "Das wird ihm am Ende auch nichts bringen. Wenn er wirklich denkt, dass er einen Veteranen wie Smash mit sowas beeindrucken kann, dann täuscht er sich!"

Vincent Craven: "Beeindrucken vielleicht nicht, aber kräftig den Arsch versohlen schon!"

Und entsprechend will der Drache nun auch nachsetzen. Nach einem Tritt in den Magen von Smash zieht er diesen an den Haaren nach oben, doch Smash ist mit allen Wassern gewaschen und sticht Díego in die Augen. Von Frider wird er dafür ermahnt, doch dafür hat die selbsternannte Legende natürlich nur ein müdes Lächeln übrig. Kurz fährt der alte Mann sich durch die Haare und rammt Díego dann mit voller Wucht ein Knie in den Magen. Und noch einmal, und noch einmal! Schließlich verpasst er dem Drachen einen harten Headbutt, der diesen zu Boden schickt. Smash hebt triumphierend die Faust.

"FUCK YOU SMASH!"

"FUCK YOU SMASH!"

"FUCK YOU SMASH!"

Die Reaktion der Fans ist eindeutig, doch Smash scheint die gegen ihn gerichteten Chants zu genießen und lächelt breit. Er nimmt etwas Anlauf und lässt einen Penalty Kick in den Magen von Díego folgen. Wieder zieht er Díego auf die Beine, rennt anschließend selbst in die Ropes und ...

... BIG BOOT!

Der Deutschmexikaner dreht sich einmal um die eigene Achse und landet hart auf der Matte. Smash zögert keine Sekunde und wirft sich zum Cover auf seinen Erzfeind ...

... One ...

... Two ...

... Kick-out! von Díego. Smash sieht so aus, als hätte sein Gegner ihn gerade aufs Schlimmste beleidigt. Zornig hämmert er immer wieder seine Fäuste ins Gesicht seines Kontrahenten. Schließlich lässt er endlich vom Deutschmexikaner ab und steht auf. Grimmig wandert er kurz im Ring herum und scheint über seine nächsten Schritte nachzudenken. Schließlich scheint er sich entschlossen zu haben. Er zieht seine Nemesis auf die Beine und hebt ihn in einen Powerbomb Ansatz ...

Mike Garland: "Begrüße das Ende des Drachen!"

Vincent Craven: "VON WEGEN! HEADSCISSOR VON DÌEGO!"

Tatsächlich hat das PCWA Original die Powerbomb vom Smasher mit einer Headscissor gekontert und diesen so auf die Matte befördert. Mühsam zieht Díego sich nun an den Seilen wieder auf die Beine. Doch auch Smash ist bereits wieder auf den Beinen. Zornig rennt er auf Díego zu, doch der weicht zur Seite aus, packt Smash am Hinterkopf und schafft er den Hünen über das Seil zu befördern. Smash landet außerhalb jedoch auf den Beinen. Noch ehe er jedoch realisieren kann, was gerade geschehen ist, kommt auch schon Sanchéz angeflogen ...

... SUICIDE DIVE!

Smash landet hart mit dem Hinterkopf gegen die Ringabsperrung. Die Fans jubeln lautstark. Der Drache hat jedoch noch längst nicht genug. Er nimmt Anlauf und rennt los, rennt auf die Ringtreppe und kommt von dort mit einem perfekten Dropkick auf Smash zugeflogen, der erneut gegen die Ringabsperrung kracht. Díego rollt Smash mit aller Mühe in den Ring zurück und steigt auf den Apron. Von dort aus fliegt er nun mit einem Splash über das Seil und auf Smash. Sofort hakt er das Bein des Riesen zum Cover ein ...

... One ...

... Two ...

...Th...Kick-Out vom XAW Boss. Díego zeigt es mit der Hand an, das war eng für den Smasher. Kurz holt Sanchéz Luft. Das Match hat schon einiges von ihm gefordert. Das Top Rope ist nun das nächste Ziel für den PCWA Hometown Hero. Er blickt noch einmal kurz auf Smash herab und springt mit einem Frog Splash ab ...

... Smash ziéht die Knie hoch und Díego landet höchst unsanft auf eben diesen. Beide Kontrahenten liegen erst einmal am Boden und japsen nach Luft. Smash schafft es als erstes wieder auf die Beine, kann jedoch nicht nachsetzen, da er erst einmal durchschnaufen muss.

Vincent Craven: "Geht dem alten Mann da etwa die Puste aus?"

Mike Garland: "Ach was, das ist alles Strategie. Er ist derjenige der gerade steht und nicht Sanchéz"

Vincent Craven: "Ich denke nicht, dass das Strategie ist. Smash ist nun einmal nicht mehr der Jüngste und da ist es kaum verwunderlich, dass seine Kondition nicht mehr die Beste ist."

Mike Garland: "Smash wird dich schon noch als Lügner entlarven, wenn er hier gleich den Sack zumacht!"

Inzwischen hat es auch Díego wieder auf die Beine geschafft, und das sieht auch die selbsternannte Legende. Ohne zu zögern lässt er harte Faustschläge auf den Körper von Díego hageln, ehe er ihm ein Knie in den Magen rammt und dem Deutschmexikaner schließlich die riesige Legendenpranke um den Hals legt ...

... CHOKESLAM!

Smash wischt sich den Schweiß aus der Stirn und lässt sich schließlich zum Cover auf seinen Gegner fallen ...

... One ...

... Two ...

... Thre...Kick-Out! Lauter Jubel in der Halle. Völliger Unglaube auf dem Gesicht von Smash! Mit weit aufgerissenen Augen springt er auf und bedrängt sofort Referee Nelson Frider, doch der macht noch einmal deutlich, dass Díego sich hat befreien können. Smash schüttelt fassungslos den Kopf. Er packt sich erneut seinen Kontrahenten und befördert diesen nun über das Seil nach draußen. Smash folgt seinem Gegner und schickt diesen nun mit voller Wucht gegen die Ringtreppe. Nur langsam und schwer atmend folgt Smash seinem Gegner. Schließlich kommt er an, verpasst Sanchéz einen Tritt ins Gesicht und legt schließlich die linke Hand vom Drachen auf die Ringtreppe. Smash hebt das Bein und stampft zu ...

... doch in letzter Sekunde schafft Sanchéz es, seine Hand wegzuziehen. Smash realisiert seinen gescheiterten Versuch und will sofort erneut zutreten, doch Díego rollt sich aus der Gefahrenzone und der Smasher tritt erneut ins Leere. Ein lauter Wutschrei von Smash hallt durch die Halle. Er rennt auf Díego zu, doch der erwischt den Riesen mit einem Drop-Toe Hold und lässt ihn Face First auf die Abesperrung krachen! Der Referee ist derweil mit seinem Count bereits bei 6 angekommen und zählt weiter, als sich der Drache zurück in den Ring rollt ...

... 7 ...

... Smash zieht sich langsam an der Absperrung hoch ...

... 8 ...

... Smash taumelt etwas orientierungslos auf den Apron zu ...

... 9 ...

... Und Smash schafft es irgendwie sich wieder in den Ring zu rollen. Dort wird er jedoch sofort von Sanchéz mit einem tiefen Dropkick empfangen, als er versucht wieder auf die Beine zu kommen. Smash sackt auf die Knie und Díego nutzt die Position des Smashers zu einer ganzen Serie von Kicks gegen den Brustkorb des Hünen. Laute "YES" Chants kommentieren jeden Einzelnen der Tritte. Schließlich rennt Díego in die Seile und erwischt den Smasher mit einem gesprungenen Kneedrop genau im Gesicht. Smash kippt um. Díego rollt sich ab..

Schnaufend erhebt sich Díego A. Sanchéz und guckt auf seinen Gegner, der sich auch langsam wieder aufrappelt. Er stampft einmal auf die Matte, macht ein paar Schritte auf Smash zu und

GODDDAMN!!!

Vincent Crave: "What..."

Mike Garland: "...the fuck!"

Vincent Craven: "Díego mit dem Move seines Freundes und ehemaligem Schützling des Smashers, James Godd."

Er hat ihn trotz des enormen Größenunterschieds perfekt getroffen. Das weiß er. Er hat es gespürt und das zeigt sich auch auf seinem Gesicht. Ein breites Lächeln und ein Fingerzeig in Richtung der Kameras. Wo immer du auch bist, James, du wirst immer ein Teil der PCWA sein! Smash ist komplett raus und rührt sich nicht mehr. In der Mitte des Rings liegt er wie auf dem Serviertablett, während die Fans immer noch lautstark den Tribut an James Godd bejubeln. Díego hat derweil keine Zeit verstreichen lassen, sondern ist auf das Top Rope gestiegen. Er springt ab ...

... FLYING AZTEC!!!

Der 450° Splash trifft sein Ziel perfekt und Díego covert auch sofort. Die Fans zählen lautstark mit ...

... ONE ...

... TWO ...

... THREE!!!

*DING DING DING*

Jane Nelson: "Der Sieger in diesem Match durch Pinfall ... Díegoooooooooooooooooooo Alejandro Sanchééééééééz!!!"

Jubelnd und sichtlich erschöpft erhebt Díego sich und hebt beide Arme in die Höhe. Er wusste, dass es schwer werden würde, doch er wusste auch, dass er Smash besiegen kann. Doch noch ehe er dazu kommt seinen Triumph zu feiern, spürt er auch schon einen harten Tritt in den Rücken, der ihn unsanft von den Beinen holt.

Vincent Craven: "DAS DARF DOCH JETZT NICHT WAHR SEIN!"

Mike Garland: "HAHAHAHA"

Der Angreifer, der sich als Japaner in roten Lederhosen herausstellt hat einen Kendo Stick dabei. Sadistisch grinsend wartet er darauf, dass sich Díego wieder erhebt und schließlich schlägt er genau auf den Rücken des Deutschmexikaners. Der Kendo Stick zerbricht. Der Japaner streift sich durch die Haare, welche auf einer Seite kurz geschoren sind. Er nimmt Anlauf und rennt los ...

... RUNNING KNEE STRIKE!

Díego geht völlig ausgeknockt zu Boden. Die Fans buhen den Neuankömmling gnadenlos aus. Derweil hat auch der alte Mann Smash es geschafft sich wieder auf die Beine zu ziehen. Der Japaner geht zu ihm und stützt den Smasher, der ein Mikro fordert. Dieses wird ihm schließlich gereicht. Schnaufend blickt der XAW Boss auf den geschlagenen Sanchéz herab, ehe er schließlich das Wort ergreift.

Kevin Smash: "Ich habe es dir ... ich hab es dir gesagt ... ich lache immer ... als Letztes! Dieser Mann hier ..."

Smash schnauft erneut nach Luft und hält sich die Rippen, ehe er schließlich auf den breit grinsenden Japaner deutet.

Kevin Smash: "Dieser Mann ... ist Shin'Ichi Kanehara ... und er wird den Brawlin' Rumble für die XAW gewinnen!"

Smash wirft das Mikro auf Sanchéz und verlässt schließlich, unterstützt von Kanehara den Ring. Unter den lauten Buh Rufen und Pfiffen der Fans lässt sich der Verlierer des Matches nun aus der Halle begleiten, während Díego im Ring langsam wieder zu sich kommt. Der ehemalige Tribune schaut dem XAW Gespann hinterher und seine Augen verraten, dass er höchstpersönlich verhindern wird, dass Kanehara den Rumble für die XAW gewinnen wird.

Vincent Craven: "Smash hat ein weiteres Mal bewiesen, dass er ein schlechter Verlierer ist!"

Mike Garland: "Von wegen, das war ein Geniestreich seinen neuen Mann so einzuführen. Kanehara ist einer der stärksten Akteure, die Smash aufzubieten hat und er wird beim Rumble für Furore sorgen. Wie Smash schon sagte, er lacht immer als Letztes!"

Vincent Craven: "Der Sieg in diesem Match ging jedoch an Díego únd ich bin mir absolut sicher, dass Smash diese Niederlage noch lange verfolgen wird."


------------------ PCWA ------------------

Vollmond.

Phoenix Center, Berlin. Vor vielen Jahren verlassen. Im Hintergrund der halb eingestürzte PCWA Dome. Das riesige PCWA-Hotel gegenüber ist nur noch eine Ruine aus verwittertem Stein und Fenstern ohne Glas.

Und endlos lange leere Flächen, nur vereinzelte Autowracks zeugen vom Beweis, dass hier einmal eine Parkfläche war.

Wie durch ein Wunder funktionieren einige Straßenlaternen noch. Nach all den Jahren. So als ob sie nur auf diesen einen Auftritt heute gewartet hätten. Und genau eine Straßenlaterne beleuchtet ein ausgeschlachtetes Auto.

Ein leises, abgekämpftes Lachen von dort durchbricht die gespenstige Stille.

Louis Rouswell lehnt sitzend an einem Autowrack und lacht.

Er weiß, dass er am Ende ist.

Blut läuft über seinen Lippen und beim Lachen fehlen ein paar Zähne. Sein Anzug ist völlig zerrissen, seine Hände sind von Dreck und Blut verschmiert, genauso wie sein geprügeltes Gesicht.

Doch er ist bester Laune und schnieft kurz, um ein paar Bluttropfen aus der Nase zu pressen.

Louis Rouswell: „Mademoiselle, wir wissen beide, dass ich nicht Ihre Nemesis bin. Sie haben mich doch längst besiegt und ich konnte nicht einmal Ihre rückgratlose Karriere brechen…“

Wieder dieses dreckige Lachen.

Louis Rouswell: „Aber Sie können einfach nicht loslassen! Sich nicht von der Vergangenheit lösen. Wie erbärmlich ist das denn?!“

Dann hüstelt er verkrampft und blickt auf, so als ob er jemanden auf ihn zukommen sieht. Seine Augen fixieren sich dann auf eine Kettensäge, welche von einer blutigen Hand hängt.

Diese Hand gehört Lara Lee, die keinen Deut besser aussieht als der sich am Auto lehnende Franzose. Ihr weinroter Catsuit ist an ebenso vielen Stellen gerissen und nackte, verschwitzte Haut glänzt durch diese Lücken. Ihre blonden Haare kleben nass an ihren Schläfen und an ihren breiten Schultern. Das Gesicht ist genauso zerschrammt und verdreckt, doch die leeren Augen sprechen eine ganz andere Sprache als die von Louis.

Louis Rouswell: „Es nützt nichts, eine Neuauflage vom Needles Chainsaw Massacre zu bringen, Mademoiselle. Sie haben das Match gewonnen, warum also das Ganze wiederholen?“

Lara: „Damit ich endlich zu Ende bringe, was ich damals nicht schaffen konnte.“

Erwidert sie mit rauer und knarziger Stimme, bar jeder Empathie.

Der Franzose gibt abermals ein Lachen von sich und deutet auf die linke Schulter, wo eine dicke Narbe sichtbar wird.

Lara: „Genau. Deinen scheiß Kopf vom Torso trennen.“

Die selbst ernannte Königin rückt mit der anderen Hand die schiefe Krone auf dem Haupt zurecht und seufzt.

Lara: „Ich muss endlich anfangen, die Dinge zum Ende zu bringen. Diesmal wirklich.“

Louis Rouswell: „Sie haben meine vollste Zustimmung. Das war schon immer Ihre Schwäche, Lee. Sie fangen vieles an, aber beenden nur weniges. Deshalb waren Sie nur als GWS Salvation Championesse wirklich erfolgreich, aber nicht als die deutlich höherwertige GWS World Carnage Championesse. Nicht einmal 60 Tage gehalten… eine Peinlichkeit sind Sie, selbst in einer gottverlassenen Liga wie der GWS. Und jetzt sind Sie wieder „nur“ Cryptioness, obwohl Sie deutlich mehr können. Das wissen Sie und ich genauso gut. Aber das werden Sie nicht tun. Sie werden keine Gerasy Championesse. Und wissen Sie warum?“

Die Amazone steht nun direkt vor ihm und blickt ausdruckslos auf ihn herab.

Louis Rouswell: „Weil Sie keine Sache bis zum bitteren Ende bringen können. Weil Sie noch viele unerledigte Sachen aus der Vergangenheit haben, Mademoiselle. Und die Vergangenheit wird Sie für immer zurückhalten. Deshalb…

Erschöpftes Gekicher.

Louis Rouswell: „… werden Sie niemals Gerasy Championesse und auch nicht die weltbeste PCWA-Wrestlerin.“

Die Muscle Chick schweigt und ist völlig in der Bewegung erstarrt. Mit jedem Wort, das der Franzose hier ausspuckt, trifft er jedes Mal ins Schwarze. Und jedes Mal tief ins Herz. Denn sie weiß insgeheim, dass er recht hat.

Louis Rouswell: „Sie werden auch nicht einmal die beste oder stärkste Königin sein. Wir… wir wissen genau, dass es nur eine wahre Königin gibt und das sind Sie nicht. Bei weitem nicht. Und Sie haben völlig kläglich gegen sie versagt! Diese Dame hat die Liga GWS jahrelang dominiert… jeden besiegt… unangefochtene Nummer Eins… garantierter Main-Eventer… und Sie? Sie taumelten von Event zu Event, immer im Schatten ihrer Präsenz. Sie haben diese Frau bis aufs Blut gehasst… den Tod gewünscht… versucht sie zu quälen… sie zu töten… oder bloß auch nur einmal gegen sie zu gewinnen…HAHAHAHAHA!“

Diesmal lacht der Mann laut und schallend. Fast als wäre wieder der Clown in ihm, der eine Zeit lang seine Seele beherbergt hat.

Bis Lara sich hinkniet und ihm mit der Faust direkt über das Gesicht wischt.

Aber das Lachen hält weiter an, diesmal stockend und leiser.

Louis Rouswell: „Sie haben es immer und immer wieder versucht, aber Sie waren niemals so gut oder so stark wie sie. Und jetzt wird dieser Dämon der Vergangenheit nach und nach Ihre Seele und Ihren Geist auffressen… genüsslich verspeisen… mit voller Ekstase genießen… und Sie können nichts dagegen tun…“

Er schüttelt langsam den Kopf und wirkt sogar fast mitleidig.

Louis Rouswell: „Sie flüchten stattdessen in die Realitätsferne und Ablehnungsmanie… in Lügen und Unwahrheiten… aber wir wissen beide, dass Ihnen dies nichts bringen wird. Die wahre Nemesis wird Sie besiegen. Und wir wissen beide, wer diese echte Nemesis ist.“

Lara: „Wag ja nicht…“

Haucht sie auf einmal mit voller Wut und die andere Hand legt sich drohend auf die Reißleine der Kettensäge. Doch dem Franzosen ist das völlig egal.

Louis Rouswell: „Ihre Dämonin ist nicht nur eine Königin… sondern auch eine Imperatrix. Sie ist die wahre Tyrannin, nicht Sie… Soll ich sie einfach mal beim Namen nennen?“

Lara: „Nein…“

Keucht sie schwer.

Louis Rouswell: „Sie heißt…“

Lara: „NEIN!“

Sie reißt an demn Starter und die Säge heult auf.

Louis Rouswell: „Angelina…“

Lara: „NEIN!“

Dann hebt sie die kreischende Kettensäge hoch und lässt sie auf breit grinsenden Louis niedersausen.

Louis Rouswell: „...Ceasarian!“

Die Zähne aus Diamanten fressen sich mühelos in Fleisch und Knochen.


------------------ PCWA ------------------

Nachdem wir nun wissen, dass sich alle elf Minuten ein Single über Parship verliebt und wir den Smavaaaaaa-Schrei nicht mehr aus dem Ohr bekommen, geht es mit Vendetta 155 weiter. Sofort nach der Werbung springt der AlieraTron an und es ist wieder XAW-Zeit, obwohl bereits vor der Werbung Kevin Smash an der Reihe war.

 

Früher war es so, dass Jimmy Page mit seiner atemberaubenden Technik beim Saitenziehen für Jubelstürme sorgte. Im Hier und Jetzt ist es etwas anders, denn kaum drönt eines seiner bekanntesten Riffs aus den Boxen, gibt es als Antwort Pfiffe und Buhrufe von den Zuschauern im PCWA-Dome. Liegt natürlich nicht an Jimmy selbst, sondern eher an Rob Collins, welcher die Frechheit besitzt "Heartbreaker" von Led Zeppelin als seinen Theme-Song zu verwenden.  

 

Hey fellas have you heard the News?
You know that Annie's back in Town?

It won't take long just watch and see
How the fellas lay their money down

 

"Back in Town" passt bei diesem Protagonisten wie die Faust aufs Auge. Rob Collins war in letzter Zeit eher als Strippenzieher im Hintergrund tätig, aber im PCWA-Ring konnte man ihn lange Zeit nicht bewundern. Vermisst wurde er nicht so besonders, wie an den Reaktionen unschwer zu erkennen ist. Normalerweise würde der Kalifornier ganz lässig mit dem Surfergruß auf die Buh-Rufe reagieren, doch diesmal folgt einfach gar nichts. Rob verweilt keine Sekunde auf der Stage, er geht schnurstracks die Rampe hinunter. 

 

Some people cry and some people die
By the wicked ways of love

But I'll just keep on rollin' along
With the grace of the Lord above

 

Collins will nicht hier sein, jeder im DOME spürt es und dieses Gefühl kann Rob im Moment auch nicht so einfach verstecken. Er wäre gern in San Diego, nicht um ein paar Wellen zu reiten. Nein, denn sein in San Diego lebender Großvater ist vor wenigen Tagen verstorben und Rob durfte ihn wegen den Corona-Beschränkungen vorher nicht mehr besuchen. Das einzige Familienmitglied, dass noch im Kontakt mit ihm stand, ist nun für immer von ihm gegangen. Die einzige Familie, die ihm nun bleibt, ist die XAW. Doch im Moment baut dieses Wissen den Kalifornier nicht auf, deshalb verzichtete er auch darauf Smash bei dessen Match an den Ring zu begleiten. Aber nun muss Collins raus, er stellt sich in den Dienst der XAW. Alles für die Familie.

 

People talkin' all around 'bout the way you left me flat
I don't care what the people say, I know where their jive is at

One thing I do have on my mind, if you can clarify please do
It's the way you call me by

 

Mit einem Gesicht, auf das selbst Grumpy Cat neidisch wäre, betritt der Kalifornier den Squared Circle über das oberste Seil. Dann stellt er sich in der Ringmitte auf und hebt sein Mic, doch bevor er starten kann wird er mit Hasstiraden eingedeckt. Trotz seiner aktuellen Situation schafft es der Mann aus dem Golden State cool zu bleiben, es ist auch einfach nicht seine Art in Tränen auszubrechen. Ganz der Profi wartet Rob, bis die Zuschauer sich einigermaßen beruhigt haben.

Rob Collins: "Die Wiedersehensfreude ist einfach die schönste Freude von allen."

Zynisch kann Rob, obwohl er bei dieser Aussage an seinen Großvater denken muss. Er wischt den Gedanken weg, professionell wie man ihn kennt. 

Rob Collins: "Lange Zeit bin ich nicht in der PCWA aufgetreten. Und wenn ich mir diese ganze Scheiße hier so anschaue, dann denke ich: vollkommen zurecht."

Klar gibt es dafür wieder einen Shitstorm. Collins macht eine wiederkehrende Bewegung mit der rechten Hand, die wohl sowas wie "Gebt mir mehr!" bedeutet.

Rob Collins: "Seid doch mal ehrlich: ihr wisst doch selbst, was die PCWA für ein Shithole ist. Wir von der XAW konnten ohne größere Anstrengungen den höchsten Titel in kürzester Zeit gewinnen. Und wenn es bei Vendetta 153 um die Cotatores gegangen wäre, dann wären diese nun ebenfalls in den Reihen der XAW."

Am Anfang dachte Collins tatsächlich, dass es ihm heute keinen Spaß machen könnte und er seine Rede einfach runterleiert. Nun ist er allerdings im Flow, er ist wieder in seinem Element und von seinem Plan vollkommen überzeugt.

Rob Collins: "Eure Helden sind einfach zu schwach. Shadow ist gegen Poe gescheitert, die Partners in Crime gegen die Ring Assassins, James Godd hat aus Angst seinen eigenen Brexit vollzogen und Mad Dog ist auf dem besten Weg wieder zum geflügelten Köter zu werden. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Jona Vark die Schlüssel an Kevin Smash abgibt."

Jetzt lächelt Rob erstmal seit seiner Ankunft, überheblich im besten XAW-Style.

Rob Collins: "Jona Vark weiß genau, dass ihre Zeit zu Ende ist. Deshalb greift sie nun zu unlauteren Mitteln, mit denen sie den kompletten Triumph der XAW verhindern möchte. Gerne zeige ich ein Beispiel auf. Vor zirka einer Woche schickte ich ihr eine E-Mail wegen meines Startplatzes. Eigentlich nur eine Formalität, da Gäste beim Rumble immer erwünscht sind. Doch ich bekam eine Absage!"

Nun jubelt der ganze DOME, während Collins energisch den Kopf schüttelt. Nach kurzer Zeit beruhigt sich der DOME und Rob streicht seine Strähnen, die vors Auge gefallen sind, zurück hinter sein Ohr.

Rob Collins: "Beim letzten Rumble war ich unter den letzten Fünf. Wie kann es sein, dass mir die Teilnahme verwehrt wird? Nur weil ich einer der Favoriten bin? Nur weil ich die XAW zum Sieg führe? Bestimmt darf jeder x-beliebige Pseudo-Wrestler aus einer Nicht-Partnerliga der PCWA teilnehmen. Dies ist ein Affront gegen mich und die komplette XAW, den es heute zu bereinigen gilt. Ich bin heute hier und fordere meinen Platz im Brawlin' Rumble, da ich besser bin als jeder PCWA-Fighter!"

Damit lässt Collins das Mikro sinken. Er hat seinen Standpunkt mehr als deutlich klargemacht. Sichtlich auf ein Signal wartend und mit dazu passend ausgestreckten Armen steht er nun da - und lässt die wütenden Buhrufe der Fans wirkungslos an sich verpuffen.
Und tatsächlich: der AlieraTron erwacht zum Leben. Allerdings weicht die aktuelle Showübertragung nicht etwa einem Büro, sondern einem gänzlich anderen Raum auf der Liegenschaft. Die Fans wissen allerdings sofort, was das bedeuten könnte, weshalb sie ihrer Freude lautstark Lauf lassen.

Rob dagegen kräuselt die Stirn … angesichts des steril wirkenden Spiegelraumes und der kleinen tickenden Uhr auf dem Hocker mit dem surreal wirkenden Zifferblatt und den vielen kleinen Messingrädchen. Schließlich zoomt die Kamera ein wenig aus und die dunkle Gestalt, welche scheinbar danebensitzt, wird sichtbar. Noch lautere Pops - es ist Shadow!

Er scheint etwas in sich gesunken zu sein - hebt dann aber den Kopf.

Shadow: „Nun ja … nur ein Jäger, der protzt, steckt sich eine tote Ratte in den Gürtel … bleibt für mich die Frage, ob du selbst auf der trostlosen Pirsch bist - oder doch eher das leblose Ungeziefer mimst, dass an Smashs Hosenbund durchs Leben geschleift wird…“

Collins gähnt angesichts der Worte nur und bedeutet dem Soul Survivor zum Punkt zu kommen.
Der dunkle Krieger allerdings verschränkt die Finger ineinander und dehnt diese knackend, bevor er fortsetzt.

Shadow: „Soweit ist es also bereits gekommen. Ein paar Freischärler schwingen sich Kraft ihrer Wassersuppe zu Putschisten auf und stempeln das alteingesessene Personal dazu ab, schwach, gescheitert und am Boden zu sein. Mäuse, die brüllen - ein lachenswerter Treppenwitz, wenn er nicht derart mit Stumpfsinn versetzt wäre. Eher ist das Ganze lächerlich - vor allem dann, wenn die Lakaien der Invasoren glauben, an den Schalthebeln der Macht drehen zu können. Denn ob Desert View oder Berlin: hier wie dort legt die Company-Leitung noch immer die Geschicke fest. Ich habe das begriffen - wann fängst du damit an, tin soldier?“

Rob breitet die Arme aus und jeder weiß, was es bedeutet. Er ist bereit, er hat nichts zu verlieren.

Rob Collins: "Hab ich etwa SCHEISSE in einen Gully gebrüllt, oder warum meinst du dich melden zu müssen? Der kleine Einsiedler aus der Kanalisation mit dem eingezogenen Schwanz hat plötzlich Eier bekommen? An deiner Stelle würde ich erstmal ganz kleine Brötchen backen und nicht die dicke Lippe riskieren. Im Gegensatz zu Stevie van Crane werde ich nämlich hier jetzt mal Klartext reden."

Uuuuuuh, ein gespieltes Raunen geht durch das Publikum.
Doch Collins nickt unbeeindruckt. Ja, er wird nun die nackte Wahrheit preisgeben.

Rob Collins: "PPV-Versager Nummer 1, mehr bist du nicht. Zweimal den Quest nicht gewonnen, den Rumble trotz bester Ausgangsposition nicht gewonnen und in der Elimination Chamber verkackt. Du bist nicht hot, Schatten. Stevie ist einfach nur senil geworden. Ich sag dir, was du bist: du bist der größte Schrott, den Jona Vark zu bieten hat. Kein Mensch, der noch bei Verstand ist, versteht dein blödes Geschwätz. Und mittlerweile konnte selbst jeder Blinde erkennen, dass Marc Poe der bessere Mann ist. Wie oft hat er dich besiegt? Wenn ich mitzähle, dann ist es nicht annähernd ausgeglichen wie zum Beispiel Djokovic gegen Federer. Selbst, wenn du den Rumble nun gewinnst, wissen immer noch alle, dass Marc der Bessere ist. Die Leute werden dir zwar zujubeln, aber nicht wegen dir. Sondern, weil sie Marc verlieren sehen wollen. Das sogenannte Tom Brady-Syndrom."

Der Kalifornier lässt seinen ganzen Frust der letzten Tage raus und schüttelt sich vor Wut. Eine Bewegung, die an Joe Cocker bei Woodstock erinnert.

Rob Collins: "Und nun verpiss dich! Ich habe besseres zu tun, als mich mit dir zu unterhalten. Aber wahrscheinlich kommt nun wieder etwas, dass ich sowieso nicht verstehe."

Zur Beantwortung dessen steht der Schatten auf, geht einen Schritt auf die Kamera zu und dreht den Kopf in alle Himmelsrichtungen, als würde er bemerken, sinngemäß in einem Bildschirm zu stehen.

Shadow: „Markige Worte … und ich bin überrascht sie ausgerechnet vom goldenen Ende der XAW-Nahrungskette zu hören. Ein mächtig forscher Schritt für jemanden, der nur den duckmäusernden Rücken der Großen kennt … oder manche Dolchstoßlegende. Die Tugend der listigen Zwietracht zeichnet dich bereits seit Jahren aus - daher ist es schon seltsam, dass du diesen einen Schritt jetzt nicht bereits gegangen bist. Wenn du doch so ein Rumble-erfahrener Söldner bist … stattdessen aber nur die übliche Stallorder abwartest und die Gunst der Stunde, wenn das Pendel mal wieder zur dunklen Seite der Macht ausschlägt.“

Die Handschuhhand streckt sich Rob im AlieraTron wie zur Offerte entgegen.

Shadow: „Meinst du nicht, endlich mal ohne Sicherheitsleine und Marionettenfäden voranzupreschen wäre ein Quantensprung?“

Frustriert lässt Collins die Schultern sinken.

Rob Collins: "Du weißt absolut gar nichts über mich. Ich soll mich am Ende der Nahrungskette der XAW befinden?! Ohhhh Boy! Erst beim Spring Survivor PPV konnte ich einen wichtigen Sieg im Ring feiern, obwohl dies nicht mal meine Hauptaufgabe in unserem Team ist. Aber was erzähle ich dir - du malst dir deine Welt, wie sie dir gefällt. Bei dir gibt es einfach nur schwarz und weiß, dass sagt schon deine dämliche Fresse. Gut und Böse, ohne Grauzone. Deshalb wirst du Smash und die XAW nie verstehen. WIR sind eine Familie. Bei uns bekommt jeder eine faire Chance, im Gegensatz zur Diktatur der PCWA. Selbst einen Einzelgänger und Versager wie dich würden wir in unsere Familie aufnehmen."

Zufrieden beobachtet Rob, wie der Schatten sich wortlos abwendet und zu seinem Hocker zurückläuft. Shadow bleibt vor der Uhr stehen, greift nach ihr und besieht sie sich.
Dann stellt er sie wieder ab, dreht sich um und breitet die Arme aus.

Shadow: „Die Rede auf die Gefallenen eines Krieges ist das heuchlerisches Plädoyer zugunsten der Lebenden. Was mich zu diesem Eremiten-Dasein getrieben haben mag, sind meine ganz persönlichen Belange, welche die wenigsten etwas anzugehen haben. Diese Spiegel sind keine Gitterstäbe … und sie zu verlassen ein kleiner persönlicher Trumpf, welchen ich mir zur gegebenen Zeit gönnen werde.“

Dann lässt er die Arme sinken, scheint die Kamera anzustieren … wenn man doch nur seine Augen gänzlich sehen könnte.

Shadow: „Und was den Rest angeht … Aufnahme in eure Familie?! Amüsant … hat mir doch dein überkandidelter Company-Chef erst vor einigen Wochen auf den Kopf zugesagt, ich wäre ein Nobody ohne Chancen und Möglichkeiten im fernen Desert View. Trotzdem ich es in seinem starbesetzten Turnier bis unter die Final Four geschafft habe. Trotzdem ich mich auf die Winde des Schicksals in meinem Rücken verlassen kann. Einzelgänger? Versager? Guck lieber in den Spiegel, dann siehst du die beiden in Personalunion.“

Einmal mehr deutet der Zeigefinger auf ihn.

Shadow: „Wenn du also nicht mehr zu bieten hast, tin soldier, dann sehe ich für deine hochtrabenden Ambitionen hier … so schwarz wie für deine heuchlerischen Worte.“

Es folgt eine eindeutige Geste von Rob mit der Hand. Nicht der Mittelfinger, sondern blablabla. 

Rob Collins: "Wieder viele Worte und wenig Inhalt. Bis auf fünfmal Heuchler konnte ich wieder nichts verstehen. Wir sollten diesen ganzen Käse hier lassen, eine Diskussion zwischen Mann und Frau dürfte mehr Ertrag haben als unsere. Damit komme ich zufällig zum Ursprung zurück. Jona Vark, ich möchte meinen Platz im...."

Collins Stimme versiegt in dem Augenblick, als auch das Publikum hörbar reagiert - und Mr. Joshua auf die Stage hinaustritt. Die imposante Gestalt in Maßanzug und Sonnenbrille begibt sich unbeirrbar die Rampe hinab auf den Ring zu, nimmt dann die Stufen hinauf und tritt durch die Seile. Gemischte Reaktionen der Fans begleiten ihn, als er ein paar Schritte im Squared Circle wagt.

Schließlich … dreht sich sein Kopf zum AlieraTron, wo die Live-Übertragung Shadows aus dem Spiegelraum noch läuft, bevor er seine Aufmerksamkeit einmal mehr Collins zuwendet, der, ohne das Mikrofon an die Lippen zu heben, mit weiten Armen auf den Bodyguard Varks einredet. Dann .. ganz langsam, öffnet Joshua einen Knopf seines Sakkos und entblößt etwas mehr von dem sich unter dem mächtigen Brustkorb spannenden Hemdstoff.
Vereinzelte Pops schallen los und auch Collins hebt bereits erstaunt die Brauen …

Mike Garland: „So, jetzt werden wir’s erfahren…“

Vincent Craven: „Also für mich sieht das eher aus, als müsste Rob gleich gegen Joshua antreten.“

… bis zu dem Punkt, als Joshua in die Innentaschen langt und ein offiziell aussehendes Dokument hervorholt. Zielstrebig bewegt er sich zu Rob hinüber, bleibt direkt vor ihm stehen und mustert den XAW-Fighter intensiv. Die mächtige Hand greift nach dem Mikro von Rob, der Jonas rechte Hand mit einem satten Grinsen gewähren lässt. Nun scheint es also besiegelt zu sein, weshalb Collins in freudiger Erwartung einen Schritt zurücktritt und mit „Do it!“ Joshua anschickt, es zu vollenden.

Ein paar Mal lässt der Hüne die Finger um den Mikrofongriff rollen, bevor er es hebt …

… und sich zielgerichtet auf Höhe des Kommentatorentisches zubewegt. Geschickt drückt Joshua die Seile auseinander, bedeutet Jane Nelson zu ihm in den Ring zu steigen. Die Ansagerin wirkt ein wenig verwirrt - noch mehr allerdings Collins, der das Schauspiel stirnrunzelnd verfolgt.
Als Nelson dann mit im Ring ist, übergibt Joshua ihr Mikro und Schreiben und raunt ihr ein paar Worte entgegen, welche wie „… ist einverstanden!“ klingen. Und während Nelson das Schreiben eingehend studiert, durchquert Joshua ein letztes Mal den Ring, blickt noch einmal zu Rob und steigt dann durch die Seile, um hiernach die Rampe neuerlich hochzulaufen.

Jane Nelson: „Ladies and gentlemen …”

Die Augen aller richten sich auf die Announcerin, welche nun scheinbar Bescheid weiß.

Jane Nelson: „… das folgende Match, ausgelegt auf einen Fall … ist ein Qualifikations-Kampf um einen Startplatz im Brawlin‘ Rumble Match … bereits im Ring … die X'treme Association of Wrestling repräsentierend … aus Oakland, Kalifornien, USA … mit einem Kampfgewicht von 101 Kilogramm ……………….. ROOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOB ………………………. COLLIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIINS!!!“

Während ein weiteres Mal die Fans ihrem Unmut über das Großmaul der XAW freien Lauf lassen, ist Genannter mit jedem Wort Nelsons perplexer geworden, als könne er nicht glauben, was er da gerade hört.

Vincent Craven: „Scheinbar doch kein Collins vs. Joshua.“

Mike Garland: „Nein… viel schlimmer.“

Jane Nelson: „…. und …………………. sein Gegner …………………..“

Die Reaktionen schwellen immer mehr an - sie scheinen zu ahnen, was kommt. Aus den Augenwinkeln bemerken es dann doch einige Fans - wie der noch immer auf dem AlieraTron übertragene Schatten lässig in die Kamera grüßt und dann nach rechts aus dem Bild geht ….

 

 


------------------ PCWA ------------------

… um im selben Moment hinaus auf die Stage zu treten. Zum Zeichen herzlichen Willkommens und als Kontrast Collins gegenüber flammen die Jubelrufe der Fans auf und scheinen ihnen die Rampe herunter zu tragen.

Mike Garland: „Was?! Wie?! Wie … hat er das gemacht?“

Vincent Craven: „Ein mir bekannter Kommentator würde jetzt behaupten, dass das entweder Blue-Screen-Technik war oder er schon die ganze Zeit hinter dem Vorhang wartete.“

Mike Garland: „Witzbold! Er hat halt ein Video abgespielt.“

Vincent Craven: „Genau - auf das Collins Wort für Wort reagierte…“

Mike Garland: „Ach … lass mich.“

Vincent Craven: „Jep. Feiern wir lieber die Rückkehr des Schattens.“

Eben jener baut sich bereits am oberen Ende der Rampe auf. Ein letztes Mal Durchatmen …
… und dann headbangt er seine Haare passend zu den beidseitig losdonnernden Pyros in den Nacken, um die grellweiße Pantomimenmaske sowie die daraus stierenden Augen zu entblößen. Keine zusätzliche Maskerade, keine Zeichen. Aber die dürften auch nicht nötig sein - angesichts des Dialogs zuvor.

Jane Nelson: „……… die Phoenix Crossover Wrestling Association repräsentierend ………………………. aus Purgatory, Texas, USA ……………………………….. mit einem Kampfgewicht von 104 Kilogramm ………………………………. THIIIIIIIS …………… IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIS …………………… SHAAAAAAAAAAAAAAA … DOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOWW!!!!“

Im langsamen, aber unmissverständlichen Tempo geht Shadow auf den Ring zu, in welchem Rob bereits wartet. Der anfängliche Überraschungseffekt ist gänzlich verschwunden - jetzt sind nur noch Wut und Kampfgeist zu sehen, mit denen Collins sich aufputscht und selbst heißmacht. Ohne Mikro lässt er Wortschwall auf den PCWA-Schatten los, welcher seinerseits Poes Trainer nicht aus den Augen lässt.
Dann aber stehen beide im Ring - und sich wenig später Nase an Nase gegenüber. Collins möchte scheinbar keine Zeit verlieren.

Vincent Craven: „Ich glaube, so direkt hat Shadow noch nie auf eine Herausforderung geantwortet.“

Mike Garland: „Ein paar Taschenspielertricks werden ihn jetzt auch nicht mehr retten. Und er die PCWA ebenso nicht.“

Vincent Craven: „Na, warten wir‘s mal ab … auch dahingehend, wer das Match leitet. Scheint ein Non Sanctioned Match zu werden ohne Unparteiischen.“

Mike Garland: „Irrtum, da kommt schon jemand…“

Von Backstage eilt Yoshi Funaki schnellen Schrittes heran - offensichtlich obliegt es ihm, diesen Kampf nun zu leiten. Und er hat auch gut damit zu tun, dafür zu sorgen, dass beide sich nicht gleich an die Gurgel gehen.
Aber dann sind die Formalitäten abgewickelt und die Ringglocke wird geläutet…

Match 2
Who get's ready to rumble?
Regular Singles Match
Rumblematch Teilnahme

vs.
Bild
(Der erste Pinfall entscheidet über den Sieg. Als Pinfall zählen Three Count, Submission, Disqualifikation sowie Count-Out.
-Referee: Yoshi Funaki; Timelimit: 15 Min)

 

SUCKERPUNCH!!!


Der Schatten will scheinbar keine Zeit verlieren und verpasst dem Kalifornier einen derartigen Schwinger aus dem Nichts, dass dieser sogleich rückwärts taumelt. Aber nur für den Moment - Collins wirft Erfahrung und Trickreichtum in die Waagschale … und fährt gebückt am Seil stehend das Bein zu einem Eselstritt aus. Shadow … allerdings fängt es ab, zieht Collins schwungvoll zu sich heran, der die Ropes loslassen muss und Face first zu Boden kracht. Ein weiterer Dämpfer, als Rob sich schwankend erhebt und Shadow mit einer Running Clothesline naht,

HIP TOSS!!!


Der XAWler kann auch „aus dem Nichts“ und schickt den Schatten über das Toprope, wonach er  erst einmal das Kinn reibend langsam wieder zu sich kommt. Der Soul Survivor dagegen … ist elegant im Stand außerhalb gelandet. Und er steigt umgehend zurück auf den Apron..

SHOULDER THRUST!!!


Wieder aus der Kalten heraus wirft sich Rob nach vorn und donnert seine Schulter … ins nichts, denn Shadow lehnt sich am Seil festhaltend nach hinten. Und den Schwung nutzt er umgehend für einen Legdrop aus, der Collins Hals aufs Seil und selbigen nach hinten katapultiert. Wieder scheint der XAWler Sterne zu sehen - und zeigt keine Gegenwehr, als Shadow ihn an den Haaren hochzieht und ihm einen weiteren Hieb verpasst.  Rob liegt einmal mehr am Boden - und der Schatten holt Schwung für einen hohen Legdrop … der nun allerdings für ihn ins Leere geht.
Erfahrung zahlt sich eben doch aus. Der Surfer Guy ist aus dem Weg gerollt, schnauft noch einmal durch und deckt Shadow anschließend mit harten Kicks ein. Schlagend und tretend bringt Rob Shadow in den Stand, wo dieser mit weiteren Kicks in die Ecke befördert wird. Collins dann mit einem Thrust Kick - doch nun ist es Shadow, der ausweicht. Und Rob hat dies scheinbar vorausgesehen, denn er stoppt und nutzt die Ecke um Schwung zu holen. Sein herauskatapultierte Big Splash auf Shadow … wird aber zum Bumerang, denn der dunkle Krieger kann ihn auffangen und auf den Schultern platzieren. Schon greift er um, die Fans kreischen bereits …

TOTALE ECLIPSE!!!!!


… aber da befreit sich Collins schnell und slidet nach draußen. Mit großen wie sichtlicher Wut im Bauch fährt er sich durch die Haare - und grummelt noch mehr, als Shadow sich ihm mit ausgestreckten Armen zuwendet.

Vincent Craven: „Ouh, was für eine Antwort. Shadow tauntet zu Collins in dessen überheblicher Art. Das nenn ich Zuversicht.“

Mike Garland: „Und ich nenn es Leichtsinn. Das wird Collins sich nicht gefallen lassen.“

In der Tat: zum Zeichen dessen donnert Rob nochmals seine Fäuste auf den Apron, bevor er sich durch die Haare fährt und dann wieder in den Ring klettert. Shadow begibt sich umgehend in den Clinch - aber Collins blockt diesen zur Seite weg und tänzelt grinsend im federnden Boxer-Schritt um den dunklen Krieger herum. Der orientiert sich neu, langt einmal mehr zu - aber wieder entzieht sich Rob dem…

ELBOW!!!


Shadow fährt den Arm aus, trifft Collins im Gesicht und kann ihn nun endlich greifen. Whip In in die Seile, gefolgt von einer Clothesline … ohne Wirkung, da Rob sich geistesgegenwärtig am Seil festhält und darüber auf den Apron rollt. Der Schatten setzt nach - als Rob das Knie ausfährt. Genau das mit der Stahlplatte - und genau das kann Shadow noch abblocken. Nicht aber den Headbutt, welchen Collins austeilt. Shadow wankt nach hinten - und Rob hebt ab,

SPRINGBOARD PLANCHA!!!


Er landet punktgenau auf dem Schatten wie zum Cover … doch Shadow rollt durch.

……………………………1……………………………


Rob kickt sofort aus und geht wieder auf Distanz.

Vincent Craven: „So viel zum Thema Payback.”

Mike Garland: „Wart’s einfach ab. Der Schatten wird schon genug dafür bluten.“

Vincent Craven: „Da habe ich meine Zweifel. Shadow hat auf diesen Moment hingearbeitet und er wird ihn sich nicht nehmen lassen.“

Die Arme sind erwartend ausgestreckt, jetzt soll es wohl doch den Infight geben … und diesmal gelingt es, dass beide sich verkeilen und miteinander ringen. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als der Surfer Guy seine Knie in die Flanken des Schattens jagt und mit einem hohen Uranage Suplex nachsetzt. Shadow bleibt sitzend keine Zeit zum Verschnaufen, denn schon donnert Rob ihm sein stahlgestärktes Knie erneut in den Rücken. Ein eingesprungener Neck Snap folgt, worauf sich Collins schon lauernd und aufs Knie schlagend für einen neuen Impact bereitmacht. Anlauf … aber Shadow blockt das Knie, so dass der Einschlag ausbleibt. Der XAWler wirbelt daher um Shadow herum und hebt diesen aus,

GERMAN SUPLEX!!!


Funaki ist unten,


………………………………..1………………………………


………………………..zw……………………………


… Shadow rollt durch und drückt Robs Schultern zu Boden.


………………………………………..1…………………………………..


……………………………………….2……………………………………



KICK OUT!!!


Vincent Craven: „Sauber ausgekontert würd ich sagen.“

Mike Garland: „Das glaube n manche Fußballvereine auch und wundern sich, dass sie absteigen.“

Vincent Craven: „Das dürfte heute nicht der Fall sein. Ganz besonders nicht bei Shadow.“

Mike Garland: „Häh? Wieso?“

Vincent Craven: „Na, erinner dich mal: mit der Aktion hat James Godd den Schatten damals bezwingen können. Klar, dass das Shadow kein zweites Mal geschieht.“

Same procedure as last time: Rob wird vom Schatten zu einem Nearfall ausgekontert, geht dann aber umgehend wieder in die Offensive. Dieses Mal noch ein wenig schneller: aus dem Liegen heraus rollt Rob nach hinten weg und in einen Tritt gegen Shadow hinein. Der fliegt ins Seil und bekommt gleich darauf noch einen Spinning Hook Kick ab. Damit drängt Collins den Schatten in die nächstbeste Ecke, wo er noch eine weitere Kick-Kombi folgen lässt.
Während der Soul Survivor noch japst, klatscht der Oaklander sich wieder aufs Knie. Irgendwann muss es doch mal mit dem High Knee durchgehen.  Vielleicht jetzt?! Anlauf und … wieder nichts. Shadow weiß scheinbar um die vernichtende Wirkung des stählernen Gelenks und wehrt dieses ab. Den Schwung des Wegkatapultierens nutzt Collins jedoch auf seine Weise,

CALIFORNIA DREAM!!!!


Das Trademark sitzt ebenso wie das Cover,


………………………………………..1…………………………………..


……………………………………….2……………………………………



KICK OUT!!!


Mike Garland: „Na, was hab ich gesagt? Im Kontern ist der Collins König.“

Vincent Craven: „Nur scheinbar nicht im Knee Strike.“

Mike Garland: „Nur eine Frage der Zeit. Und wenn er damit trifft, ist der Ofen beim Schatten aus.“

Schnaufend erhebt sich der XAWler … und wirkt schon wieder wie üblich on top. Mit weit ausgestreckten Armen wendet er sich an das dem Schatten zujubelnde Publikum. Selbst ohne Mikro sind seine Provokationen a la „Das ist euer Held, huh?!“ deutlich zu vernehmen - wie auch die entsprechenden Buhrufe.
Dann geht sein Blick wieder in Richtung Shadow, der langsam zu sich kommt. Wieder das Lauern, das Klopfen aufs Knie … aber dann scheint Rob es sich plötzlich anders zu überlegen. Er geht grinsend auf den Schatten zu und greift beide Arme zum Wrist Lock.

Vincent Craven: „Was hat er den jetzt vor?“

Mike Garland: „Hähä - bist wohl kein Fan japanischen Wrestlings? Kamigoye, schon mal gehört?!“

Vincent Craven: „Doch - der Double Wrist Knee Strike … ah, ja klar …”

Mike Garland: “… und damit werden dem Schatten gleich die Lichter ausgeschossen.“

Noch ein gehässiger Blick in die den Soul Survivor anfeuernden Massen, dann klatscht das Knie … gegen Shadows Ellbogen, welcher die Arme verschränkt hat und somit erneut gegenhält. Collins versucht sich zu befreien, kommt damit aber nicht weit. Vielmehr schickt der Schatten sich an sich zu erheben…

KOJI CLUTCH!!!


Rob macht aus der Not eine Tugend und setzt halt einen Submission Move an - selbst, wenn er dazu auf den Schultern des Schattens hängt. Noch zumindest … denn der Move zeigt scheinbar Wirkung, da Shadow sichtbar wieder Richtung Boden geht. Aber eben nicht ganz.
Nachdem es anfänglich noch recht ruhig war ist das Publikum inzwischen sehr gut auf den Fight angesprungen und peitscht den Schatten an. Der erhebt sich wieder ein wenig - bevor er sich Collins in einer langsamen, aber fließenden Bewegung nach vorn von den Schultern zieht…

SHOULDERBREAKER!!!


Shadow hockt sich sofort hin und hakt das Bein ein,


………………………………………..1…………………………………..


……………………………………….2……………………………………



Rob kickt aus und mit dem Bein gleich gegen den dunklen Krieger.

Mike Garland: „Selbst im Hintertreffen befindlich ist Collins ein Innovator.“

Beide Fighter wollen sich keine Verschnaufpause geben, schon setzt Shadow wieder zum Angriff…

SPINNING HEEL KICK!!!


Collins Bein senst aus dem Kalten auf den Schatten zu, welcher sich aber drunter wegducken kann. Stattdessen nimmt er nun selber Maß - wie auch Rob,

SIMULTAN MUAY THAI KICK!!!!!


Mit derselben Aktion knocken sich beide Athleten gegenseitig aus und zu Boden. Ein cooler Move, den die Fans entsprechend honorieren, den Kontrahenten aber nicht wirklich weiterhilft. Sichtlich ein wenig groggy kämpfen beide darum, als erster wieder auf die Füße zu gelangen. Der Oaklander aber … hat andere Pläne, als er zum Schatten stolpert und dessen Beine verknotet,

STF!!!


Und ein weiteres Mal soll dunkle Krieger mit einem Aufgabegriff mürbe gemacht werden … was allerdings diesmal nicht ganz so von Erfolg gekrönt ist. Augenscheinlich leger befreit Shadow sich aus der Beinarretierung und drückt sich empor.

Vincent Craven: „Wow, das ging aber leicht mit dem Konter … ein bisschen zu leicht, wie ich finde.“

Mike Garland: „Ach, der … war einfach zu lasch anlegt. Kann mal vorkommen.“

Shadow langt im gebeugten Stand nach Robs Kopf, scheinbar für einen Full Nelson. Die Fans scheinen es zu ahnen - eine Trademark-Aktion des Soul Survivors … aber Collins bringt rechtzeitig seine Geheimwaffe zum Einsatz. Wieder soll das Knie fliegen, wenngleich er es blindlings hochkatapultiert ohne zu treffen. Shadow rollt daher einfach zur anderen Seite raus,

SWINGING NECKBREAKER!!!


Das Cover,


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KICK OUT!!!

 

Vincent Craven: „Naja, ein bisschen blauäugig zu glauben, dass das matchentscheidend wäre.“

Mike Garland: „Frag mal ein uns allen bekanntes Tag Team…“

Vincent Craven: „Zumindest hat er es geschafft, Rob ein wenig mehr anzustacheln.“

Mit wütend verzogener Miene drischt und tritt Collins auf den Schatten ein, drängt ihn so in Richtung Ecke …
… zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als Shadows Gegenwehr immer härter und heftiger ausfällt. Von den Zuschauern angefeuert ist es nun er, der den Surfer Guy immer mehr zurückdrängt. Punch um Punch bugsiert er ihn bis in die Seile. Whip In, aber unter der Clothesline duckt Rob sich davon, um mit Schwung per Crossbody angeflogen zu kommen. Aber wieder bleibt Shadow standhaft und greift um. Totale Eclipse, der zweite Versuch. Der Oaklander ist sich dessen bewusst und strampelt nach Leibeskräften - was letztlich von Erfolg gekrönt ist. Rob kommt frei und greift sofort selbst zu,

CALIFORNIA DREAM!!!


Und der geht durch - wenngleich nur zu 50%, da der Schatten sich am Seil festhielt und Collins allein zu Boden kracht. So bekommt Shadow nochmals die Chance - und nutzt sie,

WHEELBARROW SUPLEX!!!


Und er rollt gleich zum Cover durch,


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KICK OUT!!!

 

Mike Garland: „Haarscharf!“

Vincent Craven: „Genau - und es geht Schlag auf Schlag weiter…“

Die Steilvorlage lässt sich Shadow nicht nehmen,

CIRCLES OF HELL!!!!


… aber Collins will sich nicht geschlagen geben. Er windet und wendet sich in dem Move-Ansatz - und schafft es tatsächlich das Bein freizubekommen. Und mit diesem teilt er kräftig aus, bis der Shadow loslassen muss. Er wankt Richtung Seil - und jetzt ist es soweit,

DEATHSTROKE!!!


… aber Shadow weicht rechtzeitig aus, so dass Rob im Seil landet - und von dort angeflogen kommt…

TILT-A-WHIRL SHOULDERBREAKER!!!


Shadow packt einen Move aus, den er lange schon nicht mehr gezeigt hat. Das Cover,


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KICK OUT!!!

 

Augen und Körper sprechen eine unmissverständliche Sprache, als Shadow bedrohlich darauf wartet, dass Rob sich erhebt. Fehlt nur noch die Cutthroat-Geste. Dann steht der Kaliforniern - und bekommt seine Arme verschnürt. Der Ansatz zum

FULL NELSON BULLDOG!!!

BACKSLIDE!!!!


Der Oaklander kontert den PCWAler mit einem weiteren Bauerntrick aus. Cover,


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… Funaki bricht ab, als er Shadows Bein im Seil sieht. Und auch Rob scheint ungläubig darüber zu sein, dass er ein weiteres Mal gescheitert ist. Doch nur für den Moment,

LOW DROPKICK!!!


Shadow kommt gar nicht erst dazu sich zu erheben und wird von Collins gleich durch die Ropes nach draußen geschickt. Und Collins stürzt sich umgehend in die Seilen für neuen Schwung. Er kommt genau in dem Moment angeschliddert, als der Schatten sich an der Ringschürze hochzieht,

BASEBALL SLIDE!!!


… und damit genau auf die Schultern der rechtzeitig wegduckenden Shadow, der Collins nun wie zum Samoan Drop auflädt - und sich mit lautem Scheppern nach hinten gegen die stählerne Ringtreppe wirft. Noch lauter sind allerdings die Pops der Fans anschließend … als Shadow dem Surfer aus den Teilen aufhilft, in den Ring rollt und schnell hinterhersteigt. Diesmal kompromisslos,

FULL NELSON BULLDOG!!!

 

Der Move sitzt wie auch das Cover,


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……………dre………….. KICK OUT!!!!


Vincent Craven: „Argh, schade! Knapp. Endlich bringt er den Signature durch und dann reicht es nur zum Nearfall.“

Mike Garland: „Genau - er steht immerhin Rob Collins gegenüber. Der Mann, der Marc Poe groß gemacht hat.“

Vincent Craven: „Ich denke, dessen dürfte sich Shadow bewusst sein.“

Ungläubiges Staunen beim Publikum und auch der Schatten schraubt seine Augen noch ein wenig mehr aus den Höhlen. Aber das bleibt seine einzige Reaktion zur Situation - denn schon zieht er Rob an den Haaren wieder nach oben. Und auch die Fans sind da. Eine Aktion fehlt noch, um den Triumph des Schattens zu besiegeln. Collins wird ausgehoben, der Kopfüber-Hang ist unmissverständlich, Zeit für …

… nnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnnein. Noch ist es scheinbar nicht die Zeit für den Finisher des Soul Survivors. Mit dem Mut der Verzweiflung rangelt Rob sein Knie frei und streift damit Shadow leicht am Kopf. Der muss loslassen - und der Oaklander wittert seine Chance,

DEATHSTROKE!!!!


Und jetzt sitzt der Finisher. Und wie! Der Impact ist derart groß, dass Shadow regelrecht nach hinten gerissen wird und so ins Seil stürzt, dass er sich darin mit den Armen verfängt. Sein bleiches Antlitz bleibt allerdings noch dem Ringgeschehen zu gewandt - und Collins, der mit hämischem Grinsen sich ein weiteres Mal aufs Knie haut.

Mike Garland: „Tja, ich sag mal: Shadow’s falling. Die Seile mögen ihn nochmal vom direkten Cover gerettet haben, aber noch davon, dass ihm gleich sinngemäß der Kopf gespalten wird.“

Vincent Craven: „Da hat aber noch jemand ein Wörtchen mitzureden.“

Der Offizielle stellt sich Rob demonstrativ in den Weg, lässt diesen die Aktion nicht ungeschützt durchgehen, aber das hält Collins nun scheinbar nicht mehr davon ab. Leicht irre grinsend visiert er das fahle Gesicht des Schattenmannes ab … bis ihm scheinbar plötzlich etwas anderes in den Sinn kommt.

Mike Garland: „Was?! Nein … nein … bring das jetzt zu Ende, Collins.“

Vincent Craven: „Man könnte meinen, du beziehst deinen Gehaltsscheck auch schon aus Kalifornien.“

Zielstrebig und von Funaki angezählt, der immer wieder zwischen Rob und Shadow hin und herwechselt, erklimmt Collins den schattennahen Turnbuckle. Der Wink ist klar: Deathstroke 2.0 von erhöhter Position.

Vincent Craven: „Finisher vom Toprope?! Das könnte in der Tat vernichtend werden … wenn man ihn gewähren lässt.“

Mike Garland: „Wer soll ihn denn aufhalten?“

Innerhalb des Fanmeeres kocht die Stimmung nun: während Shadow sich verzweifelt daran macht, sich aus dem Seilknoten zu befreien, ist Collins derweil sprungbereit. Referee Funaki steht einmal mehr schützend im Weg - aber den Satz über ihn dürfte Rob mit links meistern. Ein letztes Mal anvisieren, die Arme ausgebreitet…

… in dem Moment schafft Shadow es sich zu befreien - und wackelt dabei so entscheidend am Toprope, dass Collins ins Straucheln kommt und breitbeinig mit dem Schritt auf dem Turnbuckle landet. 

Vincent Craven: „Autsch! Wer hoch will, kann sich tief was prellen.“

Mike Garland: „Man warum musste er auch da rauf?“

Die Entscheidung … wird ebenso vertagt wie das sie immer noch in der Luft liegt. Die anwesenden Zuschauer brüllen sich die Lunge aus dem Leib, dass Shadow es zu Ende führen möge. Und er tut ihnen diesen Gefallen: langsam wankt er auf den immer noch sichtlich wie empfindlich getroffenen Rob Collins zu. Und der leistet keine Gegenwehr, als er nach vorn sackend dem Schatten in die Hände fällt.
Und der greift sofort um und zieht den Move eiskalt durch,

TOTALE ECLIPSE!!!!


Die Finsternis nimmt vom Oaklander besitzt, als Shadow sich zum Cover auf ihn legt.


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……………………………………………3!!!............................................


#ding#ding#ding#


Einmal mehr flutet „Bug Eyes“ umjubelt durch den Dome als Zeichen des Sieges für den wiedererstarkten Schatten der PCWA. Die langen Haare fliegen wieder vor das Gesicht - und Jane Nelson greift einmal mehr zum Mikrofon:

Jane Nelson: „Ladies und Gentlemen ………………… der Sieger dieses Matches ………………….. SHHHHHHHHHHHHHHHHAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA… DOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOWWW!!!“


Vincent Craven: „Damit haben wir er schwarz auf weiß: Shadow is back for business. Und er steht im Rumble Match.“

Mike Garland: „Naja, recht schmeichelhaft und dank gütiger Schützenhilfe von Collins.“

Vincent Craven: „Das ist selbst für deine Verhältnisse billig.“

Mike Garland: „Na, überleg mal: hätte Rob nicht solche Kapriolen gemacht und die Moves nüchtern durchgezogen sähen wir vielleicht jetzt einen anderen Gewinner.“

Vincent Craven: „Verschwör dich ruhig weiter, ich genieße den Sieg.“

In seiner üblichen zähen Bedächtigkeit rollt der Soul Survivor unter den Ropes durch nach außen und geht dann ohne sich noch einmal umzudrehen die Rampe empor Richtung Backstage.
Im Ring gebühren die letzte Momente derweil Collins, welcher sich Kopf und Nacken haltend langsam wieder zu sich kommt …


------------------ PCWA ------------------

Die Kameras schenken uns einen Blick auf den Halleneingang. Dort tummeln sich wie immer unzählige Fotografen, die sich einen Schnappschuss von den Erscheinenden Stars erhoffen. Einer dieser Stars, oder viel eher einer, der es werden will, taucht nun ebenfalls auf. Gordon Banes betritt mit Sporttasche in der einen Hand die Szenerie. Er trägt ein lockeres schwarzes Hemd und eine dunkle Stoffhose. Zusätzlich dazu ziert eine modische Sonnenbrille seine Nase. Hochzufrieden stolziert er ins Innere der Halle. Bei der vergangenen Show hat er einen wichtigen Sieg errungen, von dem er sich zweierlei erhofft. Zum einen hofft er, dass Cornwallace die Lektion gelernt hat und seine Wrestling Ambitionen aufgibt ... dass er seinen ehemaligen Partner endlich endgültig los ist. Und zum anderen erhofft er sich Beachtung. Beachtung von den Fans. Beachtung von Jona Vark. Beachtung von den Champions dieser Liga. Einen Titleshot. Seine Singles Karriere hat zwar gerade erst begonnen, doch er fühlt sich zu Höherem bestimmt.

"Gordon!"

Banes bleibt stehen, als er seinen Namen aus dem Hintergrund hört. Schnell dreht er sich herum und schon kommt auch die Quelle des Rufes näher. Tatsächlich sind es allerdings zwei Männer, die sich nähern und deswegen zieht Banes schon ein wenig die Arme nach oben. Schließlich treten ihm mit den Ring Assassins zwei seiner größten Feinde seiner Karriere entgegen.

Connor Rogue: "Hey, hey, hey! Keine Angst, Banes. Wir wollen dir nichts tun."

Banes schaut von einem Assassin zum anderen, doch so ganz möchte er den beiden nicht trauen. Ein klassischer Fall von unterschiedlichen Aussagen im Vergleich von Worten und Körpersprache. Letztere weist die ehemaligen PCWA Cotatores nämlich als ziemlich unglücklich aus - vor allem Sean Ashfield, dessen Mund Ähnlichkeiten mit dem Maul eines aggressiv kläffenden Pitbulls aufweist, lässt Banes weiterhin vorsichtig sein.

Gordon Banes: "... so seht ihr aber nicht aus."

Rogues Lachen hallt durch das Gemäuer. Doch es ist eines dieser Lachen, die einen Verbalangriff durch Fletschen der Zähne abwehren wollen.

Connor Rogue: "Es ist nicht wegen dir. Es ist vielmehr unser verlorenes Match bei Spring Survivor, weshalb wir so aussehen, wie wir aussehen. Es steckt uns zwar nicht mehr in den Knochen, aber doch noch in der Psyche, verstehst du? Jeder Gedanke, jede Sekunde denkst du an diese dumme Niederlage, die vollkommen unnötig war, weil wir das bessere Team sind."

Banes legt seinen Kopf ein wenig in die Schräge und denkt über die Worte von Rogue nach, ehe er diesem kopfnickend eine Antwort spendiert.

Gordon Banes: "Ja, verstehe. Niederlagen nagen an der Psyche. Die Erfahrung habe ich immer und immer wieder machen müssen als Teil von Team Happy Hour. Ich hatte irgendwann genug von den Niederlagen ... genug davon andauernd Schmutz zu fressen, obwohl ich besser war."

Er verzieht kurz verächtlich das Gesicht.

Gordon Banes: "Aber das hat ja nun ein Ende. Die Trennung von Cornwallace war das Beste, was ich tun konnte, denn ab jetzt führt mein Weg nur noch bergauf! Kein Klotz mehr, der mich bremst!"

Er nickt überzeugt mit dem Kopf. Die Ring Assassins starren sich missmutig an. Dann schauen sie zurück zu Banes, der plötzlich erst zu bemerken scheint, was er da gesagt hat. Entschuldigend und mit einem Lächeln hebt er die Hände hoch.

Gordon Banes: "Don't missunderstand me Dudes ... ich wollte euch jetzt nicht empfehlen euch zu trennen. Ihr Zwei habt keinen Bray-Bray, der euch die Siege kostet."

Dafür aber sehr wohl einen Smash, doch den Gedanken behält Banes für sich.

Gordon Banes: "Nein, ihr Zwei seid ... also ich denke, ihr seid immer noch ein starkes Team ... die letzte Vendetta hat es ja gezeigt, als ihr diesen Schmalspurkriminellen gezeigt habt, wer Herr im Haus ist. "

Das klart die Mienen von Ashfield und Rogue doch wieder ein bisschen auf. 

Sean Ashfield: "Yeah! Wir haben die PCWA Cotatores geschlagen und bewiesen, dass wir die rechtmäßigen Number One Contender auf die Titel sind. Und dass Jona Vark nicht auf das Ende des Matches gewartet hat, spottet jeder Beschreibung. Stattdessen setzt sie zuvor einfach ein Match zwischen zwei Looser-Teams an, von denen eines jetzt die Chance beim Rumble bekommt..."

Connor legt seinen Arm auf die Schulter seines Partners, der sich in Rage zu reden scheint. Ashfield beruhigt sich tatsächlich, sodass sich der Kanadier zu Gordon hervorbeugt.

Connor Rogue: "Jona Vark ist einfach die falsche Führungspersönlichkeit für die PCWA. Ich meine... wem sage ich das?! Schließlich gab sie dir beim letzten Rumble direkt die erste Startnummer... Das wäre dir unter Kevin Smash sicher nicht passiert."

Die Miene von Banes verfinstert sich augenblicklich. Er hat nicht vergessen, wie Smash ihn damals einfach angegriffen hat, nur um seine eigene Agenda voranzutreiben und vom eigentlichen Kriegsschauplatz abzulenken.

Gordon Banes: "Nein, da hast du Unrecht ... unter Smash hätte ich wahrscheinlich gar nicht erst antreten dürfen. Ich kann nicht verstehen, wieso ihr gemeinsame Sache mit ihm macht. Smash ist eine falsche Ratte, auch wenn ich zugeben muss, dass Jona mir nicht sehr viel lieber ist. Fucking Politics!"

Der leicht überrascht wirkende Rogues verengt die Augen zu kleinen Schlitzen, als er die Antwort von Banes hört. 

Connor Rogue: "Gordon, du bist also nicht auf der Seite der XAW?!"

Banes schüttelt mit dem Kopf.

Gordon Banes: "Ich bin auf meiner Seite!"

Ashfield und Rogue schauen sich an. Es wirkt so, als habe Banes mit seinem Kommentar eine Mauer eingerissen, die nur strategischerweise aufgestellt war.

Sean Ashfield: "JA, das hätten wir ahnen müssen... dass du nur auf deiner Seite stehst. DAS hast du mit deiner dämlichen Aktion ja schon bewiesen! Du hast nicht nur deinem Partner, sondern auch der Tag-Division ein Messer in den Rücken gerammt! Wenn es Leute tun, die sowieso lieber auf Einzelpfaden wandeln, wenn es diese ganzen Zweckbündnisse tun... Das ist vollkommen klar. Das wird immer irgendwann passieren! Aber... deine Aktion gegen Brandon... Das war ein scheiß Erdrutsch!"

Die beiden ehemaligen Union & Cotatores Champions kommen nun noch näher an Banes heran.

Connor Rogue: "Durch solch einen Rutsch ziehst du auch immer die anderen Teams der Welt mit herunter! Bestätigst die Vorurteile gegenüber Teams! Dass Teams nur vorübergehend gut sind, solange sie einem persönlich nützen. Nein, Gordon, du bist für die XAW Familie nicht gemacht. Ebensowenig wie für die Tag-Team Division, die wir damals bis in den Main Event geführt haben. Dann kamt ihr, habt alles der Lächerlichkeit preisgegeben und als Krönung geht ihr nun getrennte Wege. Nach unseren Fights haben wir euch unseren Respekt ausgesprochen... aber mittlerweile, Banes, hast du ihn verspielt!"

Und plötzlich wird Banes von einem Kick in die Magengrube getroffen. Gordon fliegt unbewusst sofort nach vorne, was Ashfield nutzt, um den ehemaligen Happy Guy mit Schwung gegen die Wand zu hämmern. Ein weiterer Forearm schmettert den Kopf ein weiteres Mal zur Seite, sodass Banes sich nicht mehr halten kann.
Getroffen geht er auf die Knie, wo ihn zwei Beine fast zeitgleich immer wieder erwischen. 

In diesem Augenblick kommt Brandon Cornwallace um die Ecke. Der Waliser war gerade damit beschäftigt die Niederlage bei der vergangenen Show noch einmal im Kopf durchzugehen. Er hatte wieder einmal zu naiv gehandelt und so einen Sieg verschenkt. Überrascht hält er an, als er die Szenerie erblickt, die sich ihm bietet. Unsicher was er tun soll, blickt er sich noch einmal um, ob nicht eventuell irgendwelche Securities in der Nähe sind ... doch Niemand ist zu sehen außer ihm selbst. Er verzieht kurz das Gesicht und dreht sich um und macht einen Schritt, dann bleibt er jedoch stehen. Schließlich schüttelt er den Kopf, suefzt und greift sich einen umherstehenden Stuhl. Und diesen hämmert der Waliser nun genau auf den Rücken von Connor Rogue.

Ashfield lässt sofort von Banes ab und starrt auf den bewaffneten Brandon Cornwallce. So als habe er einen Geist gesehen, weicht er zurück.

Sean Ashfield: "Wa... Was? Was... DUU?!"

Brandon hebt den Stahl zur Seite, bereit ein weiteres mal zuzuschlagen.

Brandon Cornwallace: "Ja! Und wenn ihr jetzt nicht Land gewinnt und ihn in Ruhe lasst, zertrümmere ich euch die Schädel."

Immer noch fassungslos kniet sich Ashfield hin und zieht seinen Partner zu sich heran. Dieser schüttelt sich nach dem harten Treffer, kommt aber langsam wieder auf die Beine, wonach die beiden Ring Assassins dann tatsächlich auch das Weite suchen. 
Zurück bleibt ein kopfschüttelnder Brandon Cornwallce, der sich langsam zu Gordon Banes herunter kniet.

Brandon Cornwallace: "Ich mochte die noch nie..."

Auch Banes kommt langsam wieder zu sich ... Brandon blickt auf ihn herab. Irgendwo tief in seinem Innern ist immer noch die Hoffnung, dass diese Freundschaft noch zu retten ist und vielleicht hat er ja gerade den notwendigen Schritt dazu unternommen. Schließlich nickt er mit dem Kopf und streckt Banes seine Hand entgegen. Der blickt diese misstrauisch an, ergreift sie jedoch und lässt sich auf die Beine helfen. Wortlos blickt er seinen Partner an und auch der sagt kein Wort.

Gordon Banes: "Das hättest du nicht tun müssen ..."

Brandon Cornwallace: "Doch! Das musste ich! Ich spreche nicht nur von Hoffnung, Liebe und GLAUBE, ich lebe es. Und ich werde keine Ungerechtigkeiten zulassen, wenn sie mir ins Auge springen!"

Banes hustet kurz und schüttelt dann halb lachend, halb hustend den Kopf.

Gordon Banes: "Was ich eigentlich meinte war, das hättest du nicht tun SOLLEN!"

Und noch ehe Cornwallace begreift was ihm Banes damit sagen wollte, fängt er sich von diesem einen harten Superkick ein, der ihn direkt auf den Beton schickt. Grinsend blickt Banes auf Cornwallace herab.

Gordon Banes: "Genau wegen solcher naiven und dummen Aktionen hast du uns in den Abgrund gezogen. Wir hätten diese Welt dominieren können als Team, wenn dein Verstand nicht so beschränkt gewesen wäre. Du widerst mich an!"

Er spuckt seinem Ex-Partner demonstrativ genau ins Gesicht und verschwindet dann.

Der kommt nur langsam wieder auf die Beine, indem er sich an der Wand hochzieht. Wütend über sich selbst wischt er sich die Spucke aus dem Gesicht. Er wird nicht noch einmal so dumm sein. Beim nächsten Mal wird er ihn verenden lassen ... ganz gleich, was sein Herz ihm sagt. Das letzte kleine Band wurde soeben durchgeschnitten!


Vincent Craven: "Dieser Dreckskerl. Dieses amoralische Stück! Da kommt ihm einer zur Hilfe... und wie wird es ihm gedankt?! Asozial!"

Mike Garland: "Ganz ehrlich... Brandon Cornwallace ist nicht nur naiv, er ist dumm. Nach allem, was Banes getan hat, hat er immer noch nicht verstanden, dass Happy Hour tot ist. Mausetot."

Vincent Craven: "Banes ist der einzig Dumme in diesem Szenario, Mike. Denn dumm ist bekanntlich der, der Dummes tut... Es hätte auch jemand anders sein können, der dort von den Assassins attackiert wird, und Cornwallace hätte ihm geholfen... Er hat das Richtige getan: Helfen! Dass er hier über seinen Hass hinweg gesprungen ist, Gefühle hinten anstellt, zeichnet ihn noch mehr als intelligente Person aus. Banes ist dazu, wie man sieht, nicht in der Lage - weder charackterlich stark noch vernünftig genug dafür."

Mike Garland: "Da spricht wieder der Moralapostel aus dir, Vince. Was in der Gesellschaft richtig ist, ist in der PCWA eben das Falsche. Diese Liga bildet einen eigenen Kosmos mit eigenen Regeln - und in dieser Welt war die Rettungsaktion von Brandon Cornwallace ziemlich dämlich. Basta."

Vincent Craven: "Nur Dumme laufen ständig angeblichen Vorgaben und Regeln hinterher."

Mike Garland: "Wenn Brandon Cornwallace Veränderung will, kann er sich ja der XAW anschließen, hm?! Jetzt wo sein schlimmster Feind abgelehnt hat?!"

Vincent Craven: "Gott bewahre! Er braucht die angebliche XAW Familie sicher nicht, denn er hat ja mit den Partners in Crime zwei gute Freunde, auf die er bauen kann..."

Mike Garland: "Ja, aber wo waren die denn gerade bitteschön?!"

Vincent Craven: "Lass es uns herausfinden..."


------------------ PCWA ------------------

Dank der aktuellen Wetterlage ist es im Wald noch düsterer als sonst. Egal, ob gerade blätterloser Frühling vorherrscht oder nicht. Egal, ob Tag oder - wie gerade - die Nacht hereinbricht. Allerdings tut dies der beliebten Laufstrecke hindurch keinen Abbruch. Einer, welche von den Athleten jedweder Gehaltslage als Trainingsparcours genutzt wird. So auch jetzt - dank der den Weg erhellenden Beleuchtung.

Dann - ein typisches Bild. Erst hört man sie, dann sieht man sie. Konkret gesellt sich zu dem entkräfteten Japsen zweier joggender Fighter auch bald die entsprechende Statur des Duos, als dieses um die Kurve biegt. Und trotz der zur Witterung angebrachten jeweiligen Kopfbedeckung gibt einem die Optik der Laufsachen schon von weitem an, wer sich da nähern könnte. Hier ein stilisiertes Gewitter auf der Run Wear, dort die Optik eines Hinterhofs in der Bronx - schon ist dem gemeinen Sportler klar, dass hier die amtierenden Tag Team Champions der PCWA herannahen. Scheinbar um die Trainingsanzüge ärmer, welche sie zuvor bei Sanders getragen haben.

Sowohl Cardigan als Stone sind angesichts ihres strammen Jogging-Rhythmus forsch bei der Sache und necken dadurch einander, dass es immer scheint, als versuche einer den jeweils anderen zu überholen und abzuhängen. Schließlich deutet der Wirbelsturm erst nach vorn, dann auf seine Pulse Watch. Stone nickt - und legt wie Trent nochmal einen kurzen Zwischensprint ein. Eine leichte Anhöhe hinauf hechten beide auf eine große Buche zu, an welcher der Weg vorbeiführt. Als sie sie passiert haben, verfallen beide erneut in ihr übliches Tempo. Nur wenige Augenblicke später piepst die Uhr. Ein prüfender Blick des Tempest - dann ein Lächeln.

Cardigan: „Drei Sekunden schneller als beim letzten Mal. Es wird. Noch ein bisschen schneller und wir durchbrechen die Schallmauer.“

Stone: „Ruhig, Brauner. Noch’n bisschen schneller und ich brech dir gleich GEGEN jedwede Mauer. Nebst Lungenflügeln zum Mageninhalt …“

Vom Ring-Rebell kommt ein Handzeichen, was der Wirbelsturm umgehend versteht … und wie Matt in einen leichten Geher-Trab verfällt. Fast gleichzeitig nesteln beide an ihren Steißtaschen, holen die flachen Trinkflaschen hervor und genehmigen sich einen Schluck.

Stone: „Sag mal ehrlich, Kugelblitz - meinst du nicht, das wir uns mit diesem ganzen Fun for Fit - Kram etwas … verrennen?!“

Trent zuckt mit den Schultern.

Cardigan: „Okay, dann nenn du mir einen anderen Weg. Oder mach ihn besser vor. Die Leute im Netz zerreißen sich doch schon genug das Maul, dass wir zu viel quatschen und zu wenig tun. Hast ja vorhin bei Lisa gehört. So hört wenigstens das auf.“

Stone: „Also erstens geb ich auf Kritiker-Sülze jedweder Art nen feuchten Furz und zweitens … was Quatschen angeht, hast du ja mich, sonst würden die Leutchen einpennen...“

Cardigan: „C’mon, Badger. Du weißt, worauf ich hinauswill. Wir sind das verflucht beste Tag Team dieser Liga und ich will, dass das auch noch ne ganze Weile so bleibt. Und je eher und überzeugender wir das unterstreichen, desto besser. Ob nun gegen … diese blasierten String Assassins allgemein oder The Donnerknall beim Rumble.“

Matt unterdrückt ein Glucksen, als würde ihm der nächste Schluck glatt zur Nase herauskommen.

Stone: „Hey, der war auch nicht schlecht. So langsam laufen du und Lisa mir hier den Rang ab … aber noch überzeugt mich das nicht restlos.“

Der Tempest stuckst ihn mit der Schulter an.

Cardigan: „So - hast also Lust auf ne weitere Runde gesunde Küche a la meine Frau?!“

Man sieht deutlich, wie ein sinngemäßer Blitz der Erkenntnis durch das Maschinengewehr zuckt. Ehe Trent es sich versieht, ist die Flasche wieder verstaut.

Stone: „OK - wer als erster am Waldrand ist, hat gewonnen…“

Ein Lächeln beim Wettermann, bevor auch er sein Trinken wieder wegpackt und sich mit schnellem Schritt an die Verfolgung des New Yorkers macht.
Schon ist er dem quirligen Techniker dicht auf den Fersen und setzt auf Höhe einer Dreiergruppe hoher Eichen zum Überholen an…

„Boah, was ist mit euch los? Zuviel Burritos oder die letzte Toilette verpasst?“

Da er näher dran ist, stoppt Cardigan sofort - und lächelt, als er sieht, wer dort an den Bäumen rastet.

„Hey!“

Stone ist auf seine Höhe gekommen und winkt ebenso freundlich … was ihre jeweiligen Gegenüber entsprechend beantworten. Nicht genauso farbenfroh und optisch erkennbar, aber dafür scheinbar ebenso in Lauflaune lehnen die mächtige Gestalt von Antonio Maldicao und Draven Lavey am Stamm und scheinen, jeweils einen Plug in der Ohrmuschel, gerade die Musik ihrer iPods einzustellen.
Aber dann treten beide doch vor, tauschen warme Worte und Fistbump-Begrüßungen aus … und schon ist eine kurze Gesprächsrunde im Gange.

Wobei … nur drei wirklich rege bei der Sache sind. Der Deutschbrasilianer wirkt merklich still und konzentriert. Er ist es auch, welcher dem Trio wortlos bedeutet, man könne in leichter Bewegung ebenso miteinander schwatzen.
Zumindest der zirkusaffine Neuling und Stone machen davon ausgiebig Gebrauch.

Lavey: „… yeah, man. Wenn die Trophy ein Marathon wären, wärt ihr nicht zu schlagen … vielleicht abgesehen von uns.“

Machinegun lacht nun ebenfalls und schwenkt wortlos den Kopf. Soll heißen: möglich … wenn wir es zulassen …
Dann dreht Draven ein wenig den Kopf und schielt auch zu Trent mit herüber.

Lavey: „Und?! So wie es aussieht, scheint ihr mehr als bereit zu sein, The Downfall zu zeigen, wo der Hammer hängt.“

Stone: „Na klaro. Genau wie ihr Laras streunendem Zorro-Kater hoffentlich die Flötentöne beibringt. Solange nicht wieder die königlichen Village People für Arme die Party sprengen.“

Zustimmendes Kichern von allen. Matt blickt sich nochmal um.

Stone: „Oder?!“

Antonio Maldicão ist nicht zu hundert Prozent bei diesem leichten Gespräch dabei. Seine Gedanken kreisen noch ein wenig. Es ist ihm anzusehen, dass er mit seinen Gedanken unterwegs ist.

Antonio Maldicão: "Ja, klar!"

Trent genehmigt sich einen weiteren Schluck.

Cardigan: „Warum so schweigsam, großer Krieger?“

Eine Pause ist zu spüren, bis der Koloss antwortet.

Antonio Maldicão: "Mir gehen gerade ein paar Sachen durch den Kopf."

Er ist wirklich ein bisschen abwesend.
Der Wirbelsturm fängt Matts Blick ein - beide sind sich einig: da steckt mehr dahinter.

Cardigan: „Komm schon, uns machst du nix vor. Bei unseren bisherigen Begegnungen warst du nicht so schweigsam. Also - schieß los, was du auf dem Herzen hast.“

Antonio könnte einfach schweigen und LaVey den Punkt überlassen, aber das wäre nicht seine Art. Er wurde gefragt bezüglich etwas Unangenehmem, also sollte er auch selbst antworten.

Antonio Maldicão: "Ich hab einiges, über das ich noch nachdenken muss. Meine eigene Position innerhalb der PCWA, unsere Taktik für den Rumble und die damit verbundene Zukunft in der Tag Team Division. Und damit denke ich natürlich auch über die Cotatores Trophy und deren Träger nach."

Machinegun wirkt sichtlich am Überraschtesten.

Stone: „Häh?! Was ham wir denn damit zu tun?“

Antonio musste im letzten Monat selbst von einem Rookie Ungeschöntes über seine eigene Lage hören, daher wollte er den beiden auch keinen harten Mist direkt entgegenknallen.

Antonio Maldicão: "Naja, wie soll ich es sagen?! Es kommt mir so vor, als ob ihr euch....verändert habt."

Matt stößt die Atemluft prustend aus.

Stone: „Ach komm … nur, weil wir mal kurz einen Veggie Day eingelegt haben, driften wir doch nicht ins Mysteriöse ab.“

Der Koloss schüttelt leicht den Kopf.

Antonio Maldicão: "Das mein ich nicht. Als wir uns am Brunnen zum ersten Mal begegnet sind, habt ihr etwas anderes ausgestrahlt. Junge Rebellen, ehrlich und erfrischend. Selbst an dieser hässlichen Brunnenfigur gab es noch einen Wettkampf mit den Münzen. Eure Einstellung hat euch weit gebracht."

Draven nickt, er klingt ein wenig begeistert von den beiden. Ganz offenbar ist er nicht nur Wrestler, sondern auch noch zu einem guten Teil Fan.

Draven LaVey: "Ja, ihr habt die Trophy Challenge gewonnen, Happy Hour und Northern Superior als echte Top Teams besiegt. Ist ne klasse Ausgangslage, um gegen die Assassins oder Downfall anzutreten..."

Er macht hier eine kleine Pause. Sie bringt einen Übergang von LaVey als begeistertem Fan der Partners zu einem LaVey, der kritich auf Veränderungen der beiden blickt.

Draven LaVey: "... aber da hätten Maldicao und ich ne andere Vorbereitung erwartet. Hartes Training, aber von euch kriegt man eher anderes grad mit. Es geht euch mehr um eure Ernährung, um Oldtimer..."

So richtig scheint er den Punkt nicht treffen zu wollen, dafür greift Maldicão den Faden auf.

Antonio Maldicão: "Eure Taktik wirkt nicht wie die der großen Eroberer, die jung und wild zum Sturm werden. Eher als ob ihr gerade abwartet und beobachtet, bevor der nächste Schritt in einem größeren Schachspiel an der Reihe ist. Einem Spiel, bei dem es nicht die PCWA ist, die eure Figuren auf dem Brett verschiebt."

Die Champions wechseln einen erneuten Blick - damit wurde eine Katze aus dem Sack gelassen. Eine, die durchaus zu denken gibt. So sie denn deckungsgleich mit der Wahrheit scheint.
Und nun hat auch Matt seine Trinkflasche parat.

Stone: „Ach, daher der Wind …“

Der Tempest, welche fast an der Spitze der trabenden Vier war, macht auf dem Hacken kehrt und stoppt auf Höhe einer kleinen Nische im Weg, wo ein hölzernes Trimm dich - Objekt aufgebaut worden ist.

Cardigan: „Tony … es war uns schon klar, dass das nicht unbedingt auf Verstehen oder Verständnis stößt, was wir tun. Vor allem in den letzten Wochen. Säbelrasseln auf Augenhöhe, das kann jeder. Haben wir auch gemacht. Und trotzdem haben wir auch den Blick ein wenig erweitert. Geschaut, was sonst noch geht, um on top zu bleiben … wie hätte es der werte Shadow auf den Punkt gebracht: nur wer sich ändert, bleibt sich auch treu.“

Beipflichtendes Raunen vom Kompagnon.

Stone: „Genau. Oder wie die Lady aus der Fernsehwerbung sagt: ich will so bleiben, wie ich bin. Irgendwo dazwischen sind wir.“

Ohne auf den Kommentar groß einzugehen, setzt der Wirbelsturm noch einen nach.

Cardigan: "Und was ich euch auf alle Fälle garantiere: wir sind PCWA-Guys. Ohne Wenn und Aber. Hoffe, wenigstens das dürfte klar sein."

Trent schickt einen Augenzwinkerer hinterher, bevor er sich kurz umblickt - und sich dann gegen einen hüfthohen Holztritt lehnhockt, das linke Bein mit draufstellt und den Sitz von Laufschuh und Schnürsenkeln prüft.

Cardigan: „Bis jetzt lief es doch für uns. Wir haben, wie Draven es folgerichtig auf den Punkt brachte, Trophy und die Titel gewonnen, gegen zwei echte Top-Teams retained … dann kam die kalte Dusche gegen die Assassins. War vielleicht notwendig, aber noch eine haben wir nicht vor zu kassieren. Oder die Titel jetzt abzugeben. Daher die Gedankengänge, wie man es anders anstellen oder anders an ein solches Match herangehen kann. Gegen die XAWler genauso wie gegen The Downfall. Deswegen haben wir Eindrücke auf uns wirken lassen. Sei es mit Konzentration auf eine bestimmte Lebensweise … oder Training mit der Zukunft, um zu wissen und nicht zu vergessen, wo man selbst mal herkam …“

Stone: „… etwas, was andere scheinbar gern mal verdrängen.“

Trent blickt nickend zu Matt … dann in Richtung Draven Lavey.

Cardigan: „… oder einfach mal entspannt beim Motortuning ein Gespräch führen und dabei Dinge rekapitulieren, welchen einen mal großgemacht haben. Das ist wahre Evolution im Wrestling-Business - aber kein Grund, sich darüber groß unsere Köpfe zu zerbrechen.“

Antonio blickt skeptisch zu den Partners.

Antonio Maldicão: "Entwicklung kann zur Büchse der Pandora werden. Mein Vater hatte in seiner Jugend in Brasilien einen Lieblingsverein. In seiner Region waren sie erfolgreich, aber dann kam Sand ins Getriebe. Sie waren bisher immer erfolgreich, aber ein Tief passiert in jeder Karriere. Also haben sie reagiert, so schnell sie konnten. Erst wurde das System geändert, aber auch das brachte nichts. Dann musste der Trainer gehen, dann die Spieler. Am Ende war vom Grundgerüst, das ihren Erfolg brachte, nichts mehr übrig geblieben und sie wurden nach unten durchgereicht. Das muss euch natürlich nicht passieren, aber manche Entwicklungen brauchen Zeit, um die Folgen zu verstehen und mit ihnen arbeiten zu können. Wer alles überstürzt und zu viel auf einmal will, geht ein hohes Risiko ein. Und wenn bei euch nichts von dem bleibt, das euch ausgemacht hat...."

Draven nickt.

Draven LaVey: "Das ist mir bei einigen Skizzen auch schon passiert."

Maldicao blickt in die Gesichter der Champions, versucht irgendeine Reaktion abzulesen.
Die Erste ist ein Schniefen von Stone.

Stone: „Tja, deswegen guck ich lieber Football. Da ziehen die Teams gleich inne andere Stadt, wenn’s nicht funktioniert…“

Er hält aber inne, als er Trents eindringlichen Blick bemerkt.
Der Wirbelsturm stellt den Fuß wieder runter und beugt sich, beide Unterarme auf den Knien abgestützt vor.

Cardigan: „Schönes Sinnbild , Antonio. Ich danke dir … euch, dass ihr euch dahingehend Sorgen macht. Und irgendwie … hast du auch ein bisschen Recht damit …“

Mit leichtem Duckface schaut der Tempest kurz ins Leere, dann wieder auf.

Cardigan: „… aber jetzt geb ich dir mal eins: was ist dein Lieblingsfilm?“

Baffheit vis-a-vis. Mit der Frage haben Maldicao und Draven scheinbar nicht gerechnet.
Und bevor beide offenen Mundes nach einer Antwort suchen und sie finden, schüttelt Trent den Kopf und steht mit vorgestreckter Hand auf.

Cardigan: „… na, is ja auch egal. Fakt ist: du schaust ihn dir an, weil er dir gefällt UND dir eine Botschaft übermittelt, welche einem immer wieder ein inneres Wohlbefinden beschert. Vielleicht ist es diese eine Szene, die einen immer wieder erwärmt und die nie abgedroschen wirkt, so oft man sie auch anschaut. Und wenn doch, bemerkt man auf einmal neue Facetten, die einem zuvor nie auffielen. Und selbst, wenn - dann entdeckt man halt andere Szenen wieder für sich, welche man vorher nicht auf dem Schirm hatte. Summa Summarum ein Werk, dass sich trotz Gleichförmigkeit nie abnutzt. Faktisch ein Evergreen - genau wie die Partners in Crime. So wollen wir sein und so sind wir.“

Draven LaVey: "Ist das nicht schon etwas abgedroschen?"

Aus ihm spricht noch ein wenig das zeitweise Unbekümmerte der Jugend, die manche Erfahrungen noch nicht gemacht hat im Leben.
Cardigan schüttelt lächelnd den Kopf.

Cardigan: „Nicht abgedroschener als das gefährliche Halbwissen, das über uns grassiert. Oder durchs Internet dümpelt. Weil man nur das glaubt, was man auf den ersten Blick sieht. Oder vermutet gesehen zu haben. Beispielsweise: mit uns gibt’s nur Leerlauf in den Shows, weil zu viel Geseier ist und zu wenig Action. Und wenn schon mal was passiert, dann augenscheinlich grundlos - weil mancher die wahren Hintergründe nicht kennt … oder sie sieht …“

In diesem Moment kommt es zu einer kleinen Skurrilität - als die Aufnahme kurz in eine Totale geht und alle vier einen Moment lang intensiv direkt in die Kamera blicken - aus dem Off ertönen entsprechende Reaktionen der Fans..
Dann ist der Augenblick vorbei und das Quartett widmet sich wieder einander.

Stone: „Und jetzt die Frage des Tages: meint ihr WIRKLICH, dass wir anders sind als sonst? Ich denke mal nicht, dass ihr nen Telefonjoker braucht oder das Publikum befragen wollt?“

Der Blick der beiden bleibt skeptisch.
Trent beginnt wie Matt ein wenig auf der Stelle zu wippen. Die kleine abrupte Pause war Gift für die Sehnen, wenn sie noch länger dauerte. Trotzdem bleibt seine Stimme freundlich und fest, als er sich an die beiden anderen wendet.

Cardigan: „Diese Road hat uns trotz oder gerade wegen der Niederlage gegen die Ring Assassins auch viel gegeben … ihr habt uns viel gegeben. Draven, Sanglier, Hondo, der Appel … auch du, Antonio, mit deiner Ehrlichkeit. Vielleicht sollten wir dafür auch ein bisschen was zurückgeben.“

Er muss gar nicht den Augenkontakt zu Matt suchen - das dürfte ganz in seinem Interesse liegen.

Cardigan: „Was haltet ihr davon? Beim letzten Rumble hab ich nen kleinen Rekord durch meine Verweildauer aufgestellt. Bin gerne versucht, dass nochmal in die Tat umzusetzen. Solltet also ihr beiden plus die andere drei zusammen mehr In-Ring-Time schaffen als Badger und ich zusammen, dann habt ihr wie im Märchen einen Wunsch frei. Egal, ob Gewehr bei Fuß mit euch gegen Dark Tiger und die anderen Lara-Rangers, ein Match bzw. Titelmatch, wenn wir das Gold noch halten … wir sind da. Und wenn ihr dann immer noch meint, wir wären anders … dann wird wohl doch was Wahres dran sein. Also?!“

Mit zugesicherten Titelkämpfen hat Antonio keine gute Erfahrung, die Herausforderung für den Rumble reizt ihn aber. Er nickt.

Antonio Maldicão: "Klingt gut, aber jetzt solltet ihr wirklich besser wieder ans Training denken."

Der Newcomer setzt gar lächelnd einen drauf.

Draven LaVey: "... oder daran, ob ihr uns einholen könnt."

Schon ist das ungleiche Duo losgespiket - und lässt das andere ungleiche Duo zurück, welches diesen im gleichen strammen Laufschritt folgt. Es klingen die letzten Worte Matt Stones durch.

Stone: „Downfall … Ring Assassins … Tony & Draven … das hier … manchmal fühle ich mich sooooo müde …“


Vincent Craven: "Das nenne ich mal innovativ! Die Durchhaltezeit der Teams im Rumble miteinander vergleichen, um zu sehen, wer besser ist. Grandiose Idee von Cardigan."

Mike Garland: "Grandios?! Das hat ja nun eher etwas mit Glück zu tun. Denn das Team, welches gemeinsam während der Battle Royal im Ring ist, wird gewinnen..."

Vincent Craven: "Das ist nicht gesagt, Mike. Und ein kleiner Zwischenwettkampf erhöht die Spannung. Vor allem wenn zwei der Vier oder auch alle in der Battle Royal gleichzeitig im Ring sind."

Mike Garland: "Okay, ja... da hast du mich. Alle Vier zusammen im Ring und alle versuchen sich rauszuschmeißen, um die längere Verweildauer zu haben - zumindest diese Option hört sich gar nicht sooooo schlecht an."

Vincent Craven: "What?! Ich glaub's nicht. Du gibst mir mal Recht???"

Mike Garland: "Es geschehen noch Zeichen und Wunder."

Vincent Craven: "Ha! Wo wir gerade davon sprechen, hm!?"


------------------ PCWA ------------------

Vincent Craven deutet zum Aliera Thron, wo ein spärlich eingerichtete Raum lediglich von zwei Kerzen beleuchtet wird, die auf einem behelfsmäßigen Altar links und rechts platziert sind. In der Mitte steht ein Kreuz.

Ansonsten beherbergt der Lockerroom lediglich einen Stahlschrank und einen Holzstuhl. Vor dem Altar kniet Uriel Genesis, gekleidet in eine schwarze Soutane. Der Kopf ist nach unten geneigt und die rechte Hand bewegt die Perlen des Rosenkranzes. Der Hüne murmelt leise vor sich hin, was allerdings für die Kamera gänzlich unverständlich ist. Er scheint so in sein Gebet vertieft zu sein, dass er die sich öffnende Tür nicht bemerkt...

Leise und mit einer katzenartigen Bewegung huscht der Umriss einer Person in den düsteren Raum. Nur wenige Momente später ist im Schein der zwei Kerzen eine Silhouette zu erkennen, die im Rücken des knienden Uriel Genesis langsam größer wird. Plötzlich blitzt etwas auf.

Ein Messer im Dunkeln heißt es bei Tolkien, doch hier ist nichts dergleichen. Es ist lediglich der Undisputed Gerasy Belt, der im Kerzenschein aufleuchtet. Was gleichzeitig bedeutet, dass Marc Poe nicht weit ist. Mit höchster Wahrscheinlichkeit ist der Marylander sogar derjenige, der sich im Rücken von Uriel Genesis aufhält. Die Bestätigung folgt nur wenige Sekunden nachdem der Gerasy Gürtel im Licht auftauchte.

Poe: "Dieses Schmuckstück hier ist zwar nicht so schön und wertvoll, wie der XAW World Title, aber es liegt mir doch ziemlich am Herzen. Ich habe Blut, Schweiß und Tränen investiert um diesen Gürtel ein zweites Mal zu gewinnen."

Der Marylander betrachtet weiter seinen Gürtel, dies ist selbst in dem schwachen Licht gut zu erkennen.

Poe: "Beim ersten Mal, habe ich ebenfalls viel investiert, um den Gerasy zu holen. Aber definitiv nicht mehr als diesmal. Die meisten anderen Fighter oder Betrachter der PCWA würden sogar behaupten, dass ich beim zweiten Titelgewinn eine Abkürzung genommen habe, doch das ist einfach falsch. ALLE Wrestler der PCWA waren Teilnehmer des Quest for the Best, genau wie ich. ALLE hätten ins Finale kommen können, um dort zu siegen. Nur weil ich mit Smash zusammen arbeite, soll ich abgekürzt haben? Was sagst du als Mann Gottes zu diesen Lügen?"

Uriel Genesis rührt sich nicht. Der Mann aus Baltimore verlässt nun seine ursprüngliche Position und geht im Rücken des Mannes aus dem Vatikan auf und ab.

Poe: "Ja genau, da fehlen einem echt die Worte. Smash hat mir nur dabei geholfen wieder auf die Beine zu kommen, nachdem ich von Jona Vark verleugnet wurde. Leugnen ist doch ebenfalls eine Sünde, richtig?"

Poe bleibt neben Genesis stehen und hält ihm den Gerasy direkt vor die Augen, zumindest dorthin, wo er sie vermutet.

Poe: "Aber egal, wir waren bei Abkürzungen. Wenn nämlich jemand eine genommen hat, dann bist du es. Kaum von Jona Vark engagiert und schon kämpfst du um den höchsten Titel der Liga. Selbst ich brauche länger, um die Abercrombie Girls in die Kiste zu bekommen. Respekt... Doch schau dir diesen Gürtel mal genauer an, was willst du überhaupt damit? Für dich ist er doch nur wertlos, denn es gibt keine 59 Perlen."

"Er hat in seinem ganzen Leben noch kein wirklich richtig artikuliertes Wort gesprochen. Warum sollte er heute damit anfangen... noch dazu bei einer gottlosen Kreatur wie dir?"

Marc Poe wirbelt herum. War der Pfaffe schon die ganze Zeit im Raum gewesen? Er wird es nicht erfahren, aber zumindest wird der Raum durch die Anwesenheit einer weiteren Seele etwas heller. Aber vielleicht hat auch nur der Geistliche, der ebenfalls Soutane und Rosenkranz in der rechten Hand trägt, am Lichtschalter gedreht. Definitiv schiebt er nun seine Nickebrille nach oben.

Pater Merrin: "Und um deine Fragen zu beantworten... ja, mit Lügen und Leugnen versündigt man sich. Allerdings drängt sich mir der Verdacht auf, dass du dich eher in eine Opferrolle drängst. Ein ziemlich merkwürdiges Verhalten von jemandem, der sich mit Hoffart und Vielweiberei versündigt hat. Und dann besitzt du die Impertinenz, dir von Bruder Uriel die Absolution erteilen zu lassen?"

Der Geistliche bekreuzigt sich.

Pater Merrin: "Es gibt keine Absolution für dich, Sünder."

Poes Gesicht erfriert und seine Augen werden kalt wie ein eisiger Novembertag. Der Marylander atmet dreimal tief durch und richtet seinen Man-Bun, um die Fassung nicht komplett zu verlieren. 

Poe: "Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein."

Der Gerasy breitet die Arme aus, aber natürlich kommt kein Stein geflogen. Ein Staredown mit dem Pater folgt.

Poe: "War ja klar. Wollen wir hier ernsthaft über unsere Sünden diskutieren, Pater? Als ein Vertreter der "Kinderficker-Sekte" ziehst du sicherlich den kürzeren. Ich will zwar nicht alle Geistlichen über einen Kamm scheren, allerdings zeigt mir das Verhalten deines Schützlings, dass irgendwas mit ihm nicht stimmt. Selbst wenn Missbrauch an Kindern nach zehn und in schweren Fällen nach zwanzig Jahren verjährt, sieht es dein Gott doch sicher etwas anders."

Marc baut sich in voller Größe vor dem kleineren Mann auf, dieser hält den Augenkontakt. Nach dem Motto "Scheiß auf Nackenschmerzen am nächsten Tag".

Poe: "Merk dir eins, Pater. Ich bin die ehrlichste Haut in diesem ganzen Business. Ich stehe dazu, dass ich viele verschiedene Frauen beglücke. Warum auch nicht? Es ist doch schön, wenn zwei, drei oder sogar vier Menschen gemeinsam Spaß haben. Ja, Alkohol trinke ich ebenfalls öffentlich, aber macht ihr das beim Abendmahl nicht auch? Ich bin ein guter Mensch, mein Erfolg ist der beste Beweis, denn wie jeder weiß: Charma is a bitch."

Zum Beweis präsentiert der Mann aus Baltimore nun dem Geistlichen seinen Belt.

Poe: "Und weißt du was? Die Chefin dieser Liga, eure Auftraggeberin, hat mich beschissen. Sie hat mich verleugnet und belogen, dafür erteile ich ihr die Absolution. Wenn der Nuschler und du mir dabei im Weg steht, dann ist es eben so. Gebete werden Uriel Genesis heute nicht helfen und auch der Überraschungseffekt von Vendetta 154 und Spring Survivor ist verflogen! Von daher verspreche ich dir hoch und heilig, dass Uriel Genesis heute Abend im Fegefeuer landen wird."

Der Geistliche hat sich während der Rede des Mannes aus Baltimore mehrfach bekreuzigt. Schweißperlen haben sich auf seiner Stirn gebildet.

Pater Merrin: "Wie... wie kannst du es wagen, Sünder?"

Sagt er mit zittriger Stimme.

Pater Merrin: "Bruder Uriel wird dich Respekt lehren! Respekt vor der Kirche und den Werten der heiligen Schrift!"

Marc streift sich den Hoodie ab und steht nun oberkörperfrei vorm Pater.

Poe: "Wenn das so ist, dann solltest du mir jetzt wohl besser die letzte Ölung geben. Vorher wünsche ich mir allerdings ein Abendmahl mit einem guten Wein..."

Dann wird Poe erleuchtet... 

Poe: "Obwohl als Vorbild für die Menschheit trinke ich vor einem Kampf nicht. Wir müssen uns also was anderes einfallen lassen."

Der Champ spürt eine Bewegung in seinem Rücken und wirbelt herum. Vor ihm hat sich Uriel Genesis aufgebaut. Der Poester muss den Kopf ein wenig heben, um Genesis ins Gesicht zu sehen. Doch er kann die Gesichtszüge nur erahnen, was zum einen dem diffusen Licht und zum Anderen den ins Gesicht hängenden Haaren geschuldet ist.

Poe: "Dich bekommt man also, wenn man Shadow bei Wish bestellt."

Typisch Marc Poe, ein dummer Spruch und ein Grinsen. Beides dient diesmal allerdings, um das leicht mulmige Gefühl zu überspielen, dass den Marylander durchfährt. Genesis ist zwar nur 10 cm größer, aber dafür fast 40 Kilo schwerer. Eine imposante Erscheinung und durch seine Schweigsamkeit für den Mann aus Baltimore einfach nicht greifbar.

Poe: "Du willst dich sicher für deine Attacke bei der letzten Vendetta entschuldigen. Okay angenommen."

Langsam hebt der wortkarge Mann die rechte Hand... und den Kopf. Marc Poe kann nun die Augen sehen. Stahlblau, wie seine eigenen... durchdringend, wie seine eigenen... aber mit einem fast gütigen Blick. Dann bekreuzigt sich sein heutiger Gegner.

Poe: "In nomine Patris et Filii, et Spiritus Sancti, richtig? Es gibt viele Menschen, die einen lateinischen Leitspruch oder sowas in der Art haben. Es gibt sogar einen, der perfekt zu mir passt."

Der Marylander sucht die Augen von Bruder Uriel.

Poe: "Veni, vidi, vici. Daran wird sich heute Abend nichts ändern. DAS ist ein Versprechen."

Anstatt sich zu bekreuzigen, legt der Mann aus Baltimore die Hand aufs Herz und schwört. Blasphemie? Der große Mann rührt sich nicht. Dafür ertönt eine andere Stimme.

Pater Merrin: "Geh. GEH!"

Der Mann aus Baltimore ist zufrieden und grinst wie ein Honigkuchenpferd. Er hat es also geschafft den Priester aus der Reserve zu locken und im Ring wird er dies mit Uriel Genesis tun. Poe dreht sich und zeigt den beiden Geistlichen nur noch seinen Man-Bun. Aber ein flapsiger Spruch zum Abgang darf nicht fehlen.

Poe: "Willst du mich nicht noch schnell mit etwas Weihwasser bespritzen, Pater. Vielleicht löse ich mich direkt auf und ihr gewinnt den Gerasy auf diese Weise. Anders wird es Bruder Uriel nämlich nicht gelingen."

Spricht der Champ und knallt die Tür hinter sich zu. Der Geistliche holt ein Taschentuch aus der Soutane und tupft sich die schweißnasse Stirn ab. Dann bekreuzigt er sich erneut und richtet seinen Blick auf Uriel Genesis, der unbeweglich im Raum steht.

Pater Merrin: "Du wirst diesen Sünder bestrafen. Es ist Gottes Wille!"

Genesis nickt... und zieht langsam die Soutane aus. Darunter erscheint der bereits bekannte Ganzkörperanzug, der mit Petruskreuzen bedeckt ist und in unschuldigem Weiß strahlt. Er geht in die Knie und neigt das Haupt. Der Pater legt ihm die Hand auf die Stirn.

Pater Merrin: "Nun gehe dahin mein Sohn und bestrafe die Sünder, die Hohn und Spott über unseren Herren bringen."


Mike Garland: "Säbelrassel bei den Main Eventern. Poe trifft den richtigen Nerv und geht Pater Merrin ordentlich auf den Geist. Richtig so - so geht man ein Championship Match an."

Vincent Craven: "Was Uriel Genesis davon hält, können wir nur erahnen. Begeistert allerdings sah er nicht aus. Eher so, als hätte er den Gerasy Champ gleich hier mit seinen Pranken zermalmen wollen."

Mike Garland: "Marc Poe weiß genau, was er tut, und lässt sich von solch einer Scheinheiligkeit nicht in die Ecke drängen."

Vincent Craven: "Er hat ja zu Beginn um Auskunft gebeten... aber um ehrlich zu sein, gefallen mir Merrin und Genesis auch nicht sonderlich. Beide Seiten nehmen sich da nicht sonderlich viel. Lug und Trug gibt es hüben wie drüben."

Mike Garland: "Zeit, dass es im Main Event aus der Welt geschafft wird. Bis dahin schalten wir nochmal backstage."


------------------ PCWA ------------------

Ein Gang wie jeder andere. Jemand, der zum ersten Mal in den heiligen Hallen der PCWA wandelte, würde sich vermutlich heillos verfranzen im Katakomben-Gewirr backstage. Und das betrifft sowohl den Dome als auch das Theatre. Obwohl eigentlich geometrisch präzise angelegt nach gängigem Muster muss man als Angestellter und Crewmember schon den Überblick behalten, will man hier nicht verloren gehen. Denn obwohl jeder Gang im Grunde woanders hinführt: bis auf Schilder und Plakate sehen viele von ihnen gleich aus. Und für die anonym wirkenden Raumtüren gilt das ebenfalls.

Irgendwo in diesem Wirrwarr schält sich eine Silhouette aus dem Dunkel, tritt ins Licht, offenbart: rote, schwarze und dunkelgrüne Farbmatsche, die sich über seine untere Gesichtshälfte bis hin zum Adamsapfel zieht, einen ärmellosen grauen Kapuzenpullover mit einem aufgedruckten Nashorn, das mit unnatürlich verrenkter Zunge das Blut aus dem Loch leckt, wo einst sein Horn war. Er verdeckt beinahe alle schwarz gefärbten Haare samt der grellgrünen Strähne, die ihm ins Gesicht fällt. Eine Hommage an die Jugend. Weil Billie Eilish so kalt ist und so morbid und so poetisch und alles. Eine abgeschnittene Jeans und wassermelonenfarbene Sneaker ergänzen das Outfit.  

Die Lüge.

Jeffrey Ron Arrow.

In der Hand: Ein massiv belasteter Jutebeutel.

Oben heraus blitzt ein metallener Griff, der zu irgendwas führt.

Was es wohl sein mag?

Die Kate Moss des professionellen Wrestlings wirkt ruhig, sein Blick stechend. Prüfend. Kurz kniet er nieder, schaut über seine Schulter, scheint per Augenmaß eine gewisse Distanz zu überprüfen. Leise nickt er, presst den Jutebeutel etwas enger an seine Flanke und federt wieder in den Stand.

Vielleicht hier, denkt er.

Vielleicht genau hier, wo er gerade im Augenwinkel eine Bewegung wahrgenommen hat.

Vielleicht aber auch nicht.

Vielleicht gehört dieser Ort einer anderen Geschichte.

"Es ist meine Bestimmung, meine Geschichte so wahrheitsgemäß wie möglich zu gestalten..."

Arrow blickt auf - und lächelt. Hinter einer der aufgestellten Equipment-Boxen im Korridor taucht eine Gestalt auf. DIE Gestalt! Er hatte überlegt, ob er ihn ebenfalls im Spiegelraum besuchen sollte … allerdings hatte sich das nach vorhin wohl erledigt.
Umso persönlich erfreuter war er daher, dass sich seine Wege und die des Schattens nun so überraschend gekreuzt hatten. Zumindest hoffte er dies.

Aus dem Blickschatten der Kisten heraus tritt Shadow in Hör- und Sichtweite nach vorn.

Shadow: „Tja, ein General Custer hat das auf für ihn sehr nachhaltige Weise bewiesen. Begab sich am Little Big Horn reichlich blindlings in sein Verderben. Einen Hinterhalt … welcher nicht ganz so wahrheitsfromm daherkam. Heutzutage wird das allerdings als ehrenhafte und taktische Glanzleistung verschrien. Bleibt für mich die Frage …“

Er dreht den Kopf und blickt von einem Ende des Ganges zum anderen.

Shadow: „… wie ehrenhaft wird das sein, was sich gerade in deinen Ganglien manifestiert?“

Die Lüge lässt den Jutebeutel sinken. Etwas mehr von dem undefinierbaren Griff wird sichtbar, als er den Beutel zu seinen Füßen ablegt: ein wenig sieht es aus wie eine metallene Blume in einer nicht-statischen Vase.
Er legt den Kopf schräg, betrachtet sein Gegenüber ausgiebig von Kopf bis Fuß. Lächelt gewinnend.

Arrow: „Und für einen Moment war ich mir nicht sicher, wer genau woraus ausgebrochen ist… das "The Ring"-Mädchen aus dem Videotape oder Du aus Deiner Sozial-Askese im Spiegelkloster.“

Die Füße der Lüge scharren um den Jutebeutel, schieben ihn zwischen sich hin und her, als müssten sie den Inhalt gut bewachen. Er zieht hörbar die Nase hoch, fährt sich mit der Zunge über die Lippen, wählt die Worte mit Bedacht.

Arrow: „Ehre, Stolz, Scham… das sind alles nur Gefühle, die einen im Leben daran hindern, seine Träume zu erreichen. Es spielt keine Rolle, ob etwas ehrenhaft ist, solange es einem Zweck dient.“

Der Son of No-One geht abermals in die Hocke, schaut an Shadow vorbei in eine Ferne, die außer ihm niemand sehen kann. Sieht einen Zweck, für den es sich lohnt, jegliches Ehrgefühl zu vergessen.  

Ruckartig hebt er den Blick.

Taxiert den Schatten.

Es wirkt, als würde er direkt durch den Vorhang aus schwarzen Haaren starren.

Dann kämpft sich ein Mundwinkel durch den Farbmatsch.

Nach oben.

Süffisant.

Arrow: „Aber wir sind ja alle zivilisiert hier, right? Und wir halten uns an Regeln und Konventionen, richtig? Also zumindest beim ersten Date, bevor wir beim Zweiten mit stacheldrahtumwickelten Zungen rumknutschen und uns beim Dritten vor Schüchternheit kaum in die Augen schauen, bevor wir uns mit Glassplittern zum Exitus ficken ... bis einer von uns blut- und speichelversaut ‚I quit!‘ stöhnt.“

Die Lüge setzt sich.

Streicht eine Falte an seinem wassermelonenfarbenem Sneaker glatt.

Ohne diesen ständigen Faltenwurf würden sie einfach ZU gut aussehen.

Arrow: „Also bevor wir uns Geschichtsstunden über den Untergang der Native Americans erzählen, gebührt der Anstand – ich bin Jeffrey Ron Arrow, manch einer nennt mich die Lüge und ob meine Absichten ehrenhaft sind oder nicht, ob ich überhaupt Absichten habe und wo ich plane meine Absichten umzusetzen, ist seit dem letzten Mal, als ich die Liste meiner relevanten bis gerade noch erträglichen Sozialkontakte studiert habe, nicht dein Bier.“

Federt in den Stand.

Greift den Jutebeutel.

Blickt den Gang entlang.

Vielleicht wäre das hier wirklich ein guter Ort.

Für.

DIE.

Absicht.

Hebt die Schultern.

Klappt die Unterlippe um.

Arrow: „Also… worüber reden wir hier eigentlich?“

Er kommt nicht umhin, ein wenig die Ohren zu spitzen, als der Soul Survivor noch einen Schritt nähertritt. Da ist es wieder - das ominöse Glucksen.

Shadow: „Menschen sind wie Bücher … die einen täuschen durch den Einband, andere überraschen mit ihrem Inhalt … und in wieder anderen kann man lesen, so sehr sie sich auch bemühen, ihre wahre Natur nicht gleich preiszugeben …“

Linke und rechte Hand gehen deutend in die Gänge - ohne, dass der Schatten den Kopf dreht.

Shadow: „Ein langer schmaler Gang, den man unweigerlich auf dem Weg zum Innenraum, zum Ring beschreiten muss. Ähnlich der Crime Alley … nur etwas beleuchteter. Und noch nicht so verbrannt, was Fallstricke angeht. Perfekt, um jemanden abzupassen … beispielsweise seine persönliche siebte Kavallerie.“

Er führt die Hände wie zum Gebet zusammen, faltet diese, dass die Handschuhe knirschen und löst sie dann wieder voneinander.

Shadow: „... hat nur den entscheidenden Nachteil, dass dies so offensichtlich ist. Nachhaltiger wären da nur Orte, wo man es nicht auf den ersten Blick erwarten würde. Wo die Gedankengänge primär bei der Ringaufgabe und sekundär dem herkömmlichen Alltag sind - und daher derart auf Abwegen, dass die Heimtücke eine Chance hat. Vielleicht wäre das eher eine Hypothese wert…“

Während der Schatten seine Ausführungen darlegt, hat Arrow den Jutebeutel mit beiden Händen zum Gesicht geführt, die Henkel gespreizt und seine Wange mit einem wohligen Lächeln an den herauslugenden metallenen Griff geschmiegt. Abwesenheit vorgetäuscht, während seine Ohren die ganze Zeit über wachsam waren.

Dann schweifen die Gedanken ab.

Die Crime Alley.

Ein kleiner, reicher Junge verliert binnen eines Augenaufschlags

(Auge zu. Auge auf.)

Mutter.

Und.

Vater.

(Auge zu. Auge auf. Tränen.)

Er denkt zurück.

An damals.

Ein kleiner, reicher Junge verliert binnen einer Nacht

(Sonnenuntergang.)

Vater

und

(Sonnenaufgang.)

eines Tages

Mutter.

(Sonnenuntergang. Lächeln.).

Der eine war Bruce Wayne. Der andere er selbst.

Er legt den Kopf schief.

Lässt den Jutebeutel sinken.

Arrow: "Du meinst, für meine Absichten, von denen Du ausgehst, dass ich sie habe, sollte ich einen Ort in Ringnähe wählen? Etwas, wo derjenige in Gedanken schon seine Selbstinszenierung im Rampenlicht durchgeht und von den Endorphinen durchflutet wird, die fremdes Blut und fremder Schweiß auslösen können?"

Die Lüge macht einen Schritt auf den Schatten zu. Wickelt die Henkel des Jutebeutels fester um die rechte Hand. Eine Rettungsleine, damit er nicht ertrinkt, nicht an Ort und Stelle absäuft in diesem Gebräu aus eigener Vergangenheit und der Selbstdarstellung seines Gegenübers.

Unmerklich, wie er hofft, blickt er sich um.

Nein.

Nicht hier, denkt er.

Und mit einem leichten Nicken, welches dies offenbar bekräftigt, dreht sich Shadow kurz weg. Allerdings nur, um zu der Box zu gehen und sich mit verschränkten Armen dann dagegenzulehnen.

Shadow: „Falsch, großer Pfeil. Denn diese augenscheinlich raffinierten Überlegungen sind mittlerweile Binsenweisheiten und gehören zum Wesen und FF eines jeden Wrestlers hier. Was wären wir wohl für Akteure, wenn wir uns auf unseren Wegen nicht zwei- bis dreimal umblicken würden in der trügerischen Erwartung eines Angriffs? Das ist das Damoklesschwert unseres Daseins.“

Innerlich schüttelt sich der Schatten kurz angesichts der Erwähnung des Sinnbildes - eines, das er schon in Poes Gegenwart verwendet hatte. Keine Ahnung, ob das mit Arrow in die gleiche Richtung abdriftete.
Schließlich hebt er die Hand und deutet zu ihm.

Shadow: „Daher … wundert es mich ein wenig, warum dir dies als altgedientem PCWA-Hasen nicht in den Sinn gekommen ist?“

Eine Idee keimt in den Hirnwindungen der Lüge. Schlägt lautlos kleine Wurzeln. Verästelt sich. Verhakt sich. Gedeiht. Wird übergroß. Er lächelt. "wenn wir uns auf unseren Wegen nicht zwei- bis dreimal umblicken würden"...was wäre, wenn er die Absicht VOR jemandes Augen durchziehen würde und nicht HINTER ihm... der Schatten hat den Samen für die Idee gesät, ohne dass er sich dessen tatsächlich bewusst gewesen wäre. Und er wird den Teufel tun und ihn darauf hinweisen. Arrows Stimme klingt wie mit Zuckerguss überschüttet. Und sie schmeckt nach Kotze.

Arrow: "Das... das kann ich dir auch nicht erklären."

Er kratzt sich verlegen am Kinn.

Spürt, wie sich Farbpartikel unter seinen angefressenen Fingernägeln sammeln.

Er knibbelt sie weg, schnippt sie zu Boden.

Hofft, dass diese Farce ein Ende findet.

Arrow: "Ich war lange weg, you know, möglicherweise habe ich Rost angesetzt. Bin nicht mehr so innovativ. Vielleicht hat der alte PCWA-Hase das Hakenschlagen verlernt und rennt mit gebrochenen, lahmen Beinen nur noch geradeaus."

Denkt: Leck mich doch am Arsch, du blasierte Spiegelkabinettfigur.

Lächelt.

Arrow: "Aber genug von mir, die Arrow'schen 'Mein Haus, meine Frau, mein Boot'-Karten liegen auf dem Tisch. Wie spielst Du Deine Hand aus, Schatten? Wessen High Card bist du? Varks? Smashs?"

Die Lüge rümpft die Nase.

Fährt mit einer Hand sanft an dem metallenen Griff in dem Jutebeutel auf und ab.

Irgendwie lüstern.

Irgendwie mechanisch.

Der Zuckerguss explodiert.

Die Stimme ist bar und roh.

Offenbart ihr ekelhaftes Inneres.

Arrow: "Wie ehrenhaft wird das sein, was sich gerade in deinen Ganglien manifestiert?"

Für einen Moment lüftet die Lüge den Jutebeutel.

Tut so, als wäre es ein Versehen.

Am Ende des Griffs wird eine massive Bärenfalle sichtbar.

Der Griff scheint an ihr befestigt zu sein.

Hektisch zieht er den Beutel wieder über die Bärenfalle.

Lächelt umständlich.

Alles.

Kalkuliert.

 

...

... als Gegenpart: hörbares Atmen hinter den Haaren und obskure Gedankengänge.

Shadow: „Wie ehrenhaft, Pfeil?! Vermutlich so, dass es ein nachweisliches wie indiskutables Exempel darstelle dürfte. Ruhm glänzt wie die Sonne mit eigenem Licht. Die Ehre gleicht dagegen eher der Erde, die mit geborgten Strahlen leuchtet … ich habe genau vor Augen, wohin sich meine Erleuchtung ergießen wird. Kannst du es ahnen?“

Während er den Rückkehrer mustert, stupst der Fuß des Soul Survivors wie unbewusst gegen die Falle im Sack. Ein dumpfes metallisches Klackern.
Arrow blickt sofort darauf - und bemerkt so das Kopfschütteln erst, als er aufschaut.

Shadow: „… vermutlich nicht. Denn die Bande zwischen uns ist noch nicht so stark, wie sie zumindest einer sich erhofft. Oder zumindest den Anschein dessen wahrt. Im Falle Mad Dogs zum Beispiel kann ich mir da immer sicher sein. Ihn kenne ich inzwischen lange genug, um X und U nicht zu verwechseln. Alles, was er von sich gibt, is pure doghouse. Egal, ob er auf mich einredet, mir eine Faust in die Magengrube schlägt oder geifernd ins Gesicht rotzt. Handschläge und -kanten voll Schweiß und Ehre. 100% Töle …“

Den Arm angelehnt auf die Kiste gepackt spielen die Finger der Hand gedankenverloren mit dem Schnappschloss.

Shadow: „… bei dir bin ich mir weder darüber sicher noch dahingehend, es jemals erfahren zu wollen. Was ich dir im Gegenzug anrechne, sind verschiedene Tugenden, welche ich an dir bemerkte … die Vorliebe für Masken … für opulente Verbalgymnastik … das Gespür für neuralgische Punkte, an denen sich die eigenen Lebenswege mit denen anderer kreuzen …“

Wie in einem theatralischen Cut schnippt er das Box-Schloss geräuschvoll zu.

Shadow: „… zwei von drei Tugenden könnten deckungsgleich mit mir sein. Vielleicht fällt dir ein, welche es sind. Dann dürfte die Frage, ob wir mit den gleichen Trümpfen in der Hand reizen, einfacher zu beantworten sein…“

„Ich bin gespannt zu erfahren, was die dritte Tugend ist…“

"Die größte und wichtigste Tugend lautet immer noch ERFOLG!"

Ein dreckiges Lachen folgt und der Mann, der im Opener daran gescheitert ist, seine eigene Nemesis Díego Alejandro Sanchéz zu besiegen, tritt aus dem Schatten, in welchem eigentlich immer Shadow verweilt. Grinsend und kopfnickend nähert er sich den beiden Männern. Der Blick geht zunächst zu Arrow, den er noch aus früheren Zeiten kennt.

Kevin Smash: "Die Lüge ist also zurückgekehrt. Ich wollte das unbedingt mit eigenen Augen sehen, nachdem man es mir erzählt hat ... und siehe da ... da stehst du tatsächlich ... in Fleisch und Blut."

Es folgt ein weiteres trockenes Auflachen, welches jedoch dafür sorgt, dass der Smasher sich die Rippe hält, die bei seinem Fight mit Sanchéz doch schwerer in Mitleidenschaft gezogen wurde, als er zugeben würde. 

Kevin Smash: "Ist jedenfalls schön zu sehen, dass ein weiterer alter Recke diesen ganzen Jünglingen zeigt, wie das Business funktioniert."

Er grinst breit und wendet sich nun dem Schatten zu.

Kevin Smash: "Schattenkrieger ... auch nett dich zu sehen. Ich gratuliere zu deinem Erfolg vorhin."

Ein weiteres Lächeln wird gezeigt, auch wenn ihm insgeheim nach seiner Niederlage gegen den Mexikaner so gar nicht danach ist, aber das wird er niemandem zeigen ... nicht einmal Poe!
Der dunkle Krieger räkelt sich ein wenig. Noch ist der Stand zueinander kein regelmäßiges Dreieck mit gleichen Abständen. Dafür ist die Box neben sich eher ein Hindernis.
Dann aber nickt er dem leitenden Hünen der XAW zu.

Shadow: „Zum Gruße, Smash. Und danke … wofür auch immer dies war. Ich bin stets gerührt wie vorsichtig, wenn mir jemand für einen Triumph sinngemäß auf die Schulter klopfen möchte. Denn die Hand könnte genauso gut ein Messer halten. So geht es mir mit Lob aus dem Mund des Bosses der kalifornischen Renommee-Liga, welches scheinbar uneigennützig daherkommt … ich fürchte die Danaer, selbst wenn sie Geschenke bringen?! Bin gespannt, wie das Pendant zum hölzernen Pferd wohl in deinem Fall aussehen mag…“

Smash blickt den Schatten kurz verwirrt an. Was zum Teufel sollen denn Danaer sein? Er kratzt sich kurz am Kopf, setzt dann jedoch wieder sein selbstsicheres Lächeln auf. Es kann ihm letztlich egal sein, wer diese Danaer sind und was die mit einem Holzpferd zu schaffen hatten ... derlei Dinge haben die selbsternannte Legende noch nie interessiert. Ganz anders sieht es da beim Thema Manipulation aus.

Kevin Smash: "Weshalb so misstrauisch? Ich bin die Ehrlichkeit in Person ... schließlich trägt der da ..."

Smash zeigt mit dem Finger einfach auf Arrow.

Kevin Smash: " ... den Spitznamen Lüge und nicht ich!"

Er lacht kurz auf, hält sich aber sofort wieder die Rippe. Verfluchter Sanchéz ... dafür wird er noch bitter bezahlen!

Kevin Smash: "Whatever ... du solltest mehr Vertrauen in den Mann investieren, der schon bald diesen Laden hier schmeißen wird ... aber ich schätze, es ist auch nicht ganz einfach in der heutigen Zeit Wahrheit und LÜGE voneinander zu trennen, right?"

Er zwinkert Arrow kurz zu.

Bedächtig, aber auf der Hut wendet Shadow den Blick zu Arrow und dann wieder auf Smash. Der Augenblick genügt ihm … für dämmernde Erkenntnis und seine Quelle. Langsam vom Smasher überschwappend. Sein Match vorhin ... der Ausgang ... es war scheinbar so einfach, den Schalter umzulegen und den Anschein in gänzlich andere Bahnen zu lenken. Was hatte er erwartet?
Gekonnt hebelt er sich nach oben und sitzt nun auf der Kiste. Erhöht über beiden. Und endlich im adäquaten Dreiecksabstand.

Shadow: „Der Schein trügt, doch der Anschein lügt schon viel besser … das ist also dein trojanischer Gaul?! Die Scham des eigenen Handlangers herunterzuspielen, damit die heroische Fassade nicht zu sehr bröckelt? Kompliment - so viel Chuzpe und Dreistigkeit kennt man sonst nur von Präsidenten mit Vorliebe für Zigarren. Oder von den Nachrichten im Fernsehen … Lebe deine Lüge ruhig weiter - und damit meine ich nicht nur die übernahme-gierende Promotion, welche dich als Flaggschiff auserkoren hat …“

Smash hebt mit einem Grinsen die Augenbrauen, sagt aber sonst nichts weiter.

Und die Lüge?! Lange hat er gelauscht, hat Smash zugehört, dessen Begrüßung nur mit einem kurzen, kaum wahrnehmbaren Nicken erwidert, hat Shadow zugehört, sich an irgendeiner Stelle ausgeklinkt, als über Ereignisse gesprochen wurde, die stattfanden, als er noch gar nicht in der Halle war. Und kurz hatte er darüber nachgedacht, dem Schatten Haarvorhang und Schädel zu spalten, als dieser es wagte, gegen seine Bärenfalle zu treten. Aber nicht hier. Nicht jetzt. Arrow schüttelt sanft den Kopf, nur für sich selbst, merkt nicht, dass die anderen beiden ihn gerade genau beäugen.

Seine Mission ist eine andere.

Wichtigere.

Faszinierendere.

Eine, für die er allmählich aufbrechen muss.

Er spürt den Schweiß in seinen Handflächen.

Die Aufregung im Herzen.

Gleich kann er endlich die Bärenfalle testen.

Er hört sein inneres Ich lauthals aufjauchzen.

Lächelt.

Arrow: "Das hier sind Fronten, die mich nichts angehen. Vielleicht werde ich eines Tages..."

Wendet den Kopf zu Smash.

Mustert ihn ausgiebig.

Taxiert die Hand, die der Chef der XAW heimlich auf seine Rippenpartie legt.

Merkt sich jedes Detail.

Arrow: "... Stellung für oder gegen die XAW beziehen müssen. Doch dieser Tag ist nicht heute."

Dann blickt er den Schatten an.

Tänzelt einige Schritte in dessen Richtung.

Schmiegt sich an die Box, auf der Shadow hockt.

Die Box, auf der der Schatten hockt und hofft, ein Sprung auf eine Kiste käme einer Inthronisierung gleich.

Nähert sich den baumelnden Beinen Zentimeter für Zentimeter, bis er sie beinahe berührt.

Betrachtet dann beinahe schmachtend dessen Gestalt.

Arrow: "Hat mich gefreut, Schatten. Insbesondere, dass unsere Bande noch nicht so stark ist, wie sie sich zumindest einer von uns erhofft hat."

Kurz deutet die Lüge an, Shadow über einen seiner Stiefel zu streicheln.

Zieht dann gestellt pikiert die spitzen Finger zurück.

Zwinkert Smash zu.

Wortlos beobachtet der Schatten, während er in seine Beintasche greift, den Moment. War diese Menage-a-trois gerade in ein Handicap umgeschwenkt? Oder in eine Therapiegruppe?

Zur Antwort … förder der Schatten die Bügelflasche Malzbier hervor, welche er bereits zu Anfang gegenüber Vark entkorkte …
… und der er nun die letzten Rest gluckernd in den Magen entlockt. Dann setzt er die Flasche ab, sie ruht gehalten auf dem rechten Knie.

Shadow: „Jeder ernstliche Kampf findet seine Versöhnung. Nur die ... LÜGE, die innere Unwahrheit, ist zur ewigen Qual verdammt. Auf stetiger Lauer … und genährt von Zweifeln, einer schier unerschöpflichen Quelle…“

Er dreht die Karaffe derart, dass der porzellane Verschluss nun für den Daumen der haltenden Hand erreichbar ist. Ein erstes loses Schnipsen, um ein Gefühl für Schwere und Drall zu bekommen.

Shadow: „Ich kann nicht umhin, angesichts derartiger Indizien auch zu einem solchen Schluss zu kommen. Die kalte Wahrheit, welche Fans nur denken, ihr dafür schonungslos aussprecht. Und auch wieder nicht ... Wenn jemand wie ich sich unverständlicherweise lange Zeit aus kalten Kriegen und Titelchancen heraushält … nur das eigene Karma als Beweggrund vorschiebt … Bekenntnissen bewusst ausweicht … und letztlich das Ende der Abstinenz mit einem Fight beschließt, welchen man als zweischneidiges Schwert ansehen kann … dann liegt der Verdacht nah, dass die Saat aus der unerschöpflichen Quelle des Zweifels stammt …“

Shadows Daumen schnellt empor und bugsiert den weißen Keramikpfropfen gekonnt auf den Flaschenhals.

Shadow: „… nur eins habt ihr dabei vergessen: geäußert wurde dieser Argwohn von euch. Einerseits einer personifizierten Lüge - und andererseits einem galanten Westentaschen-Richelieu. Da würde ich angesichts dieses wahrheitsfernen Klimas sagen: Knives out!“

Und irgendeines der vielen Worte war sein Stichwort.

Die Lüge wendet sich ab.

Schultert den Jutebeutel wie ein altes Marschgepäck.

Schreitet zwischen Smash und dem Schatten hindurch.

Wortlos.

Mittel- und Zeigefinger zum Gruße erhoben.

Fragt sich, wie er unverständlicherweise so lange Zeit der Selbstdarstellung des Schattens lauschen konnte.

Verschwindet irgendwo in einem weiteren Gang, der ist wie jeder andere.

Smash blickt ihm kurz nach und wendet dann den Blick wieder Shadow zu.

Kevin Smash: "Ist doch ganz gut gelaufen, würde ich sagen."

Er lacht kurz auf und die Hand fährt einmal mehr zur angeschlagenen Rippe.

Kevin Smash: "Also dann, Schattenmann ... war nett dich zu sehen ... wird sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein. Achja ... und richte deinen komischen Adlerfreunden aus, dass es noch nicht zu spät ist, um Reue zu zeigen!"

Ein weiteres breites Grinsen und auch der Smasher wendet sich ab. Bereit zum Gehen…

Shadow: „Wenn die größte und wichtigste Tugend stets der Erfolg ist … dann sollte sie schon sehr sättigend sein, da sie nie einen Lebensweg zu ersetzen vermag. Vielleicht sollten wir daher unsere Lorbeeren lieber auf dem Kopf tragen, als uns bloß darauf auszuruhen.“

Der Smasher hält ein letztes Mal inne. Ein Kopfschütteln - ein Lächeln. Es geht wohl nie ohne das letzte Wort.
Ein Blick über die Schulter - und der Haarvorhang mit Appendix prostet mit der Bügelflasche.

Shadow: „Ich freue mich schon auf unser nächstes Zusammentreffen!“

Der Smasher zieht eine Sonnenbrille aus der Jackentasche und setzt diese lässig auf.

Kevin Smash: "Maybe sooner as You wish ..."

Ein allerletztes überhebliches Grinsen, dann dreht der XAW Boss sich endgültig um und verlässt den Ort des Geschehens. Es ist noch viel zu tun ... ein Main Event wartet.


Vincent Craven: "Oha, Shadow, Jeffrey Ron Arrow und Kevin Smash treffen aufeinander und tasten einander ab... und irgendwie bin ich jetzt auch nicht schlauer als vorher."

Mike Garland: "Smash und die XAW sind diejenigen, die hier punkten, Vince. Während die anderen irgendetwas Geheimnisvolles tun oder daher reden, bringt Smash es mit Wortwitz auf den Punkt. Er ist einfach der Mann!"

Vincent Craven: "Das haben wir ja zuvor im Opener gegen Díego Sanchéz gesehen, hm?!"

Mike Garland: "Eine Niederlage, nichts weiter. Und kein Fingerzeig für Heavyweight Matches beim Rumble."

Vincent Craven: "Das hörte sich zuvor aber noch anders an, Mike. Wie dem aber auch sei - der Nummer Eins Herausforderer auf den höchsten XAW Titel hat nun erstmal einen Tanz mit der Trägerin der Krone."


------------------ PCWA ------------------

Jane Nelson: "Wir kommen zum dritten Match des heutigen Abends... Es geht um die PCWA CRYPTION CROWN!!!"

Die Fans sind aus dem Häuschen und jubeln laut, als die Erfüllung ihrer Erwartung endlich in sehbare Nähe rückt.

Die Fans beginnen mit noch lauterem Jubel, als das bekannte Theme des Night Fighters gespielt wird. Berlin freut sich ungemein, einen ihrer Helden begrüßen zu dürfen. Vor allem da es heute gegen die verhasste Lara Lee geht. Die Langzeitfans bringen zudem massig Respekt für die Leistungen des Hundes in den vergangenen fast 20 Jahren, von denen er 11 in der PCWA verbrachte, auf. Mad Dog ist mit ihnen durch dick und dünn gegangen - und einer der Wenigen, die trotzdem geblieben sind. 

Broken bones, broken hearts
Stripped down and torn apart

A little bit of rust - I'm still runnin'

Countin' miles, countin' tears
Twisted roads, shiftin' gears
Year after year - it's all or nothin'

Jane Nelson: "Der Herausforderer... mit einem Gewicht von 115 kg und einer Größe von 1 Meter 94, ein PCWA Grandslam Champion... MAAAAAAAD DOOOOOOOOGG!"

Mad Dog schiebt den Vorhang beiseite und tritt hinaus in die Arena. Jubel und Zurufe strahlen ihm entgegen. Ein entschlossener und fokussierter Blick zeigt sich in seinem Gesicht, als er anders als sonst in Richtung Seilgeviert rennt und sofort in den Ring slidet. Schnell nimmt er das Mikro von Jane in die Hand.


But I'm not home, I'm not lost
Still holdin' on to what I got
Ain't much left

No there's so much that's been stolen

 

Mad Dog: "Lara Lee... immer wieder Lara Lee..."

Die Musik verstummt, ebenso die Fans. Alle lauern auf die Worte, die die unbekannte Konstante von sich geben will.

Mad Dog: "Ich habe das Match gegen Marc Poe in der Tasche und musste auch ein paar Feder lassen..."

POE SUCKS!
XAW SUCKS!
POE SUCKS!

Die PCWA Fans machen deutlich, was sie von der Aktion zu Beginn der Show gehalten haben.

Mad Dog: "Aber jetzt geht es um etwas anderes! Nicht um Titel. Nicht um XAW vs. PCWA! Nicht um meine Heimat... und doch um... meine Liebe!"

Yai, die in der ersten Reihe Platz genommen hat, kommt ins Bild und wird von ihrem Mann anvisiert. MD stellt sich so nah ans Seil, dass er ihr genau in die Augen schauen kann. Sie legt ein schmales Lächeln auf.

DOG AND YAI!
DOG AND YAI!
DOG AND YAI!

Mad Dog: "Yai, ich weiß, dass du dich mit Lara gut verstehst... und ich weiß, dass du meinst, ich übertreibe. Aber... Lara Lee hat einen Krieg gegen mich... gegen uns begonnen! Sie will mich kaputt und klein kriegen. Aber das werde ich heute beenden! Ich werde Lara dazu bringen, uns in Ruhe zu lassen... HIER... IN DIESEM VERFICKTEN RING!"

Die Töle deutet auf den Squared Circle und bekommt den jubelnden Zuspruch für seine Ankündigung. Nur Yai wirkt nicht so begeistert.

Mad Dog: "Ich werde diese Geschichte heute beenden! Denn nur so... nur wenn Lara Lee hinter mir liegt, bin ich frei für Marc Poe. Frei auch ihn vom Thron zu stoßen! Frei... XAW WORLD HEAVYWEIGHT CHAMPION ZU WERDEN!!!"

Der letzte Blick gilt seiner skeptisch drein schauenden Frau, während im PCWA Dome sein Name skandiert wird.

MAD DOG
MAD DOG
 MAD DOG 

Doch die Chants werden alsbald von einer neu einsetzenden Theme aufgemischt.

 

Kaum werden die ersten Klänge angestimmt, geht die Hölle schon los in der Halle. Es gibt nur Buhrufe und Gepfeife, Plakate mit beleidigenden Sprüchen gegen Lara Lee werden hochgehalten.

Wie immer wird das Scheinwerferlicht auf die Entrance-Bühne geworfen, wo bereits Maurice steht.

Maurice: "Ladies und Gentlemen… mir wird eine seltene Ehre zuteil, eine ganz besondere Ankündigung für eine ganz besondere Frau zu machen… Ladies and Gentlemen… bitte begrüßt mit mir ganz herzlich und mit allem Respekt… aus Tuopaco, Kanada… mit stolzen 1,88 Meter und starken 96 Kilo Kampfgewicht… the Chosen One… the Greatness…. the Canadian Warfighter… the Muscle Chick…die beste PCWA-Wrestlerin der Welt und Geschichte… die Bezwingerin von Mad Dog, Barry Wilson, Diego Sanchéz, Jimmy Maxxx und anderen… und ewige CRYPTIONESS CROWN…. die einzigartige LAAAADYYYYY LAAAAARAAAAA LEEEEEEEEEEEEEEEEEEEE!"

Der zweite Lichtkegel enthüllt dann die Queen selbst, wie immer in rotem Ganzkörperkostüm mit schwarzen Stiefeln und schwarze Handgelenkbänder. Auch die Krone und die silbernen Cryption-Gürtel dürfen natürlich nicht fehlen.

Begleitet von Buhrufen läuft Lara zügig zum Ring und klettert zwischen den Seilen hindurch, dann nimmt sie selbst den Umhang und die Krone ab und übergibt an Maurice, nachdem dieser ihr gefolgt ist. Dann nimmt ihr Maurice den Cryption-Gürtel ab und gibt ihn an den Ringrichter Charlie Swanson weiter, während die Amazone mit einem schiefen Grinsen die ungeduldige Töle anblickt. Der Ringrichter präsentiert dann den Titelgürtel, der heute ausgekämpft wird. Doch bevor er aber die Ringglocke anläuten lassen kann, hebt Lara eine Hand hoch und fordert einen Mikrofon, welches ihr nach ein paar Augenblicken übergeben wird.

SHUT NOW UP!

SHUT NOW UP!

SHUT NOW UP!

Während die Arena diese Art von Chor abhält, zuckt Lara die Achseln und scheint mit Charlie zu sprechen, während MD ziemlich ungeduldig die Arme verschränkt. Plötzlich geht Charlie in Richtung von Jane Nelson und signalisiert ihr etwas.

Jane Nelson: „Ladies und Gentlemen, bitte beruhigen Sie sich alle! Es geht um einen Klausel von dieser Hidden Time Challenge. Ohne diese Klausel geklärt zu haben, kann das Titelmatch nicht anfangen. Sie haben das Wort, Miss Lee…“

Bemüht sie sich um einen diplomatischen Ton, während sie von Vincent & Mike nur schräg angeschaut wird. Da Jane Nelson wesentlich eher respektiert wird als Lara, verstummen die Zuschauer tatsächlich und Lara hebt das Mikrofon.

Lara: „Besten Dank, Jane. Und ihr seid wie immer doof, Leute…“

Woraufhin wieder die Buhrufe aufbranden – für einen Moment.

Lara: „Bevor ich dich gleich besiegen werde, müssen wir noch eine Kleinigkeit klären. Die Hidden Time Challenge braucht einen festen Zeitraum, in dem du mich hypothetisch besiegen musst, um Cryption zu werden. Nun, MD, was glaubst du, wie lange wirst du brauchen? Bist du so überzeugt, dass du mich in 5 Minuten besiegen kannst? Oder brauchst du etwas länger? 15 Minuten? Oder weil du so alt bist, vielleicht sogar 30 Minuten, Respekt vor Alter, sage ich mal so…“

Man sieht dem Gegner und Herausforderer deutlich an, dass er am liebsten an Laras Gurgel will. Doch er schnaubt nur und will anscheinend schon eine Zahl sagen, doch dann zögert er kurz. Dann nickt er für sich selbst. Er reißt das Mikro aus Laras Hand, welches ihm hingehalten wird.

Mad Dog: „20 Minuten. Und lass uns endlich kämpfen!!“

Lara hebt eine Augenbraue, dann zuckt sie die Achseln und nickt zum Ringrichter. Er hebt beide Hände hoch und zeigt Zehn, dann schließt sie die Fäuste und zeigt dann nochmal Zehn. Damit ist die Zeit festgelegt!

3rd Match
Mad Queen's Madness
Hidden Time Challenge Match
Cryption Crown
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vs.
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(Der erste Fall entscheidet über den Sieg. Als Fall zählen Three Count, Submission, Disqualifikation sowie Count-Out.
-Referee: Charlie Swanson; Timelimit: 20 Minuten)

* DING * * DING * * DING *

Mad Dog wartet nicht lange und stürmt sogleich auf Lara Lee zu. Die kann zwar einen Treffer gegen den Kopf setzen, doch die Töle erwischt die Königin mit einem Forearm und katapultiert sie damit etwas zurück. Wieder rennt MD ihr nach, bekommt erneut was in die Fresse - diesmal einen Ellbogen - doch auch die Pranke des Hundes scheppert das Haupt der Cryption Crown zur Seite. Der folgende Uppercut wirbelt Lara nach hinten, doch die Ringecke fängt sie auf. Dog prescht nach vorne, doch Laras Boots klatschen ihm unter die Kinnlade. Schmerzverzerrt dreht er sich weg, nun kommt sie mit einem weiteren Boot in den Rücken. Der Fighter bäumt sich hoch, doch darauf hat Lee gewartet.

KLONG!

Sie knockt ihm einen Headbutt gegen den Hinterkopf.

Mad Dog: "AAAARGH!"

Die Töle wirbelt wüst herum. Versucht Lara mit einem Roundhouse-Lariat den Gar auszumachen. Diese aber duckt ab. MD aber schwingt mit der Linken nach. TREFFER! In die Seite der Amazone. 

KLONG!

Sein Headbutt trifft brutal. Lara fliegt zu Boden. Doch Mad Dog fühlt erstmal nach seinem Mund und sieht daraufhin ein wenig blutigen Speichel an seinen Fingern. 

Mad Dog: "Du hast es so gewollt, Mädchen."

Die zähnefletschende Töle will ihren Boot im Gesicht der Queen versenken, als diese jedoch eilig den Ring verlässt.

BUUUUUUUUUUUUUUH!!!!

Sogleich begibt sie sich zu Yai und sucht ihre Nähe an der Guardian Rail.

Lara Lee: "Was ist das?!"

Die Cryption Championesse hebt fragend die Arme und schaut zu MD, während diesem sein Blut aus dem Maul tropft.

Lara Lee: "Ich dachte, wir wollen es in einem fairen Wrestlingmatch klären!? Nicht uns abschlachten..."

Sie schaut zu Yai. 
MD schaut zu Yai. 

Und diese... hebt zuckend die Arme, öffnet ihre Augen. So als wolle sie sagen, dass sie das auch gedacht hatte. 

Der PCWA Grand Slam Champion greift sich erneut mit der Hand am Mund vorbei, schmiert sich sein Blut an der Hose ab und schüttelt missbilligend den Kopf. Dann hebt er ausatmend die Augenbrauen und winkt Lara zu sich in den Ring zurück. Diese spendet kurz höhnischen Applaus, ehe sie das Seilgeviert wieder über die Ringtreppe betritt.

Mike Garland: "Da sieht man mal wieder, dass sich die Töle nicht an ihr Wort hält. Der Mann hat sich nicht unter Kontrolle und agiert unnötig brutal."

Vincent Craven: "WAS? Lara Lee hat's genauso gemacht. Swanson hatte nichts zu meckern - dann ist das eben die Marschroute für das Match! Der einzige Grund dieser Aktion ist, dass Lara ihren Gegner schlecht bei Yai machen wollte."

Mike Garland: "Natürlich... weil die Töle ihre Fights ja immer mit wüsten Attacken und unsauberen Forearms beginnt. Er ist ja nie als der Stratege aufgetreten, was Vince?!"

Während Mike Garland noch mit den Augen rollt, stehen sich Lara Lee und Mad Dog wieder im Ring gegenüber. Der Night Fighter beginnt sich auf das Spiel seiner Gegnerin einzulassen, indem er im Kreis um sie herum läuft. 

Mike Garland: "Na, also. Geht doch. Das Vorspiel für einen Lock-Up... moment."

Vincent Craven: "DAS ist NICHT ihr Ernst??!!"

Die Kanadierin steht in der Mitte des Rings und hat die rechte Hand empor sowie in Richtung Night Fighter gehoben. Sie wackelt deutlich mit den Fingern - jedem ist klar, was das bedeutet. Jeder weiß, was nun folgen soll... Doch keiner will dieses alte Kräftemessen sehen.

BUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUHHH

Auch die unbekannte Konstante schaut wütend herüber zu Lara Lee. Wieder schüttelt er den Kopf, wieder flescht er die Zähne. Er winkt mit dem Zeigefinger ab. 

Mad Dog: "Komm jetzt!"

Er winkt sie zum Lock-Up ran, doch Lee bleibt bei ihrer erhobenen Hand und dem möglichen Kräftemessen. 

YEEEEEEEEAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHH!

Mit einer Clothesline rammt die Töle ihren Frust in Lee hinein. Tritt nach der ersten Attacke weiter auf die Cryption Championesse ein, die sich zusammen rollt, um vor den Treffern geschützt zu sein. Schnell hat der Hund sie nach oben gezerrt und ihr einen Upper Cut verpasst, der sie erneut nach hinten wirbelt. Dann eilt er ihr nach, gabelt sie am Bauch auf seine Schulter auf und rammt sie mit voller Wucht erneut in die Ringecke. 

Mad Dog: "DU WILLST ES FAIR, HUH?!"

KLATSCH!

Ein mächter Chop lässt Lee sich in sich zusammen ziehen. Die Töle legt ihren Arm über das Seil.

Mad Dog: "DU WILLST ES FAIR???"

KLATSCH!

Wieder rauscht der Handrücken aggressiv auf die Atemhilfsmuskulatur der Amazon. Wieder fällt sie in sich zusammen. Wieder zieht der Fighter sie hoch, hakt ihren Arm unterm Seil ein.

Mad Dog: "FICK...OOOARRH"

Ihr Fuß gräbt sich unsanft zwischen die Beine des Hundes, der Millisekunden zu spät ist, diese zusammen zu ziehen. Swanson schaut Lee fragend an, hat es nicht genau mitbekommen, als er den Hund am Seil anzählte. Lara aber zuckt sich die Brust reibend mit den Schultern, während ihr Gegner sich die Weichteile haltend vor ihr herum kauert.

Wer jetzt denkt, die Red Queen würde jetzt die liegende Töle angreifen, der liegt falsch. Stattdessen steht sie ungeduldig rum, schaut und deutet immer wieder auf die imaginäre Armbanduhr und schüttelt den Kopf.

Als sich der Night Fighter jetzt wieder aufrichten will, schlägt Lara doch zu und zwar in Form eines Low Dropkicks direkt gegen sein Gesicht!

Während sich MD schmerzverzerrt am Gesicht hält, dreht er sich auf den Rücken und liefert so eine 1A-Vorlage für den klassischen Legdrop von der Königin!

Dann wird er auch schon auf die Füße gerissen, aber er blockiert den Faustschlag, doch Lara rammt ihr Knie direkt hinterher in seinen Bauch – er klappt ein und Lara befördert ihn via DDT auf die Matte.

Die unbekannte Konstante kämpft sich wieder hoch, doch da schleudert Lara sich selbst in die Seile und federt zurück – sie will schon den Finisher auspacken!

ROAD KILLER!

DOCH NICHT – MD DUCKT SICH DRUNTER WEG!

LARA RENNT IN DIE SEILE UND FEDERT ZURÜCK!

SPINEBUSTER!!!

Mit richtig Schmackes hämmert MD sie auf den Boden und legt sich gleich zu einem Cover hin…

1…

2…

KICKOUT!

Vincent Craven: "Das konnte Mad Dog abwenden. Doch nun geht es darum, wieder die Offensive zu übernehmen und sich nicht auf die Psychospiele einzulassen."

Mike Garland: "Laras Road Killer ist eine gefährliche Waffe. Und der Hund passt nicht immer richtig auf - er ist mit seinen Gedanken eben bei Yai. Und das weiß Lee auszunutzen."

Vincent Craven: "Der Kickout war zwar nicht lebensgefährlich knapp, aber zeigt deutlich dass MD es richtig ernst meint, Mike. Und damit hat der Grand Slam ja erstmal wieder das Heft in der Hand."

Die unbekannte Konstante packt sich Laras blonde Mähne und zwingt sie auf die Füße zu kommen, doch beim Aufstehen rammt Lara ihren Ellbogen in die Magengrube und der verrückte Hund muss sie loslassen.

Jetzt pfeffert die Frau mit dem Ellbogen nochmal – diesmal gegen die Brust und dann noch einmal gegen das Gesicht!

Danach folgt ein schneller gesprungener Neckbreaker, doch MD springt wieder hoch, genauso wie Lara und beide landen in einem Lock-Up! Doch die Amazone geht nicht darauf ein, stattdessen reißt sie die Arme herunter und verpasst ihm mit einem High Knee einen harten Treffer gegen das männliche Kinn, woraufhin er nach hinten umkippt.

Sofort ergreift sie seine Beine und legt ihr eigenes Bein zwischen ihnen hindurch…

SHARPESHOOTER!

Lara gibt sofort die ganze Kraft rein und ihr verhasster Gegner schreit halb vor Wut, halb vor Schmerz auf!

Mike Garland: "Und da hat sie ihn wieder in der Schraubzwinge! Wir erinnern uns an das schwache Sprunggelenk des Hundes - und genau das hat sicher auch Lara gewusst."

Vincent Craven: "Die Fans sind voll auf der Seite des Night Fighters und feuern ihn kräftig an. Das muss ihm doch Kraft geben."

MAD DOG!
MAD DOG!
MAD DOG!

Der Lock sitzt aber absolut fest und der Hund kann sich nicht einmal drehen oder hinauswinden! Obwohl er es versucht...

Der Ringrichter kniet sich hin und fragt nach, aber MD schüttelt nur wütend den Kopf und fletscht die Zähne.

Die Kanadierin kämpft mit aller Macht dagegen, dass der Fighter den Spieß umdrehen kann, und lehnt sich ein wenig weiter nach hinten, woraufhin der Hund brüllt!

Der Ref fragt.

Aber Mad Dog schüttelt heftig mit dem Kopf und hält eine Hand hoch. Dann schiebt er beide Ellbogen vor und fängt an vorwärts zu robben! Die Zuschauer feuern an, Zentimeter für Zentimeter robbt er nach vorne auf das rettende Seil zu…. doch Lara ist hier bärenstark und will sich keinen Zentimeter rühren… doch MD ist noch stärker! Er robbt zwei-, dreimal weiter… und streckt einen Arm aus! Seine Hand will nach dem untersten Seil greifen…

Nur ein paar Millimeter trennen sie voneinander…

Lara knirscht angestrengt mit Zähnen und bewegt sich jetzt etwas leicht zur Seite, um noch mehr Druck aufzubauen!

MD brüllt wieder und packt sich bereits ins stark errötete Gesicht! Rauft sich an den Haaren.

Wieder fragt der Ringrichter, ob alles in Ordnung ist…

Diesmal antwortet der Hund nicht. Er ignoriert ihn sogar völlig… und seine Hand schnellt nach vorne…

UND ERWISCHT DAS SEIL!

ROPE BREAK!!

YEEEEEAAAAAHHHHHH!!!

Doch Lara schüttelt heftig den Kopf und will den Sharpeshooter nicht lösen! Charlie Swanson geht sofort zu Lara und fängt an sie anzuzählen!

BUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUHHHHH!!!

Erst jetzt, bei der späten Vier, löst sie fluchend den Submission Hold! MD liegt schwer keuchend am Boden, seine Hand immer noch fest am Seil. Für einen Moment starrt eine sehr unzufriedene Wrestlerin ihn an, dann verpasst sie ihm am Rücken einen deftigen Tritt, aber der Hund schafft es mit Stöhnen aus dem Ring zu rollen und so wieder auf die Beine zu kommen!

Lara will sofort über die Seile jumpen, doch dann hält sie inne… und geht wieder zurück zur Ringmitte und breitet die Arme einladend aus, dass der Grand Slam wieder in den Ring sliden kann.

Der Töle blickt sie misstrauisch für einen Moment an und Lara geht sogar noch weiter weg von ihm zur gegenüberliegender Seite.

MD slidet rein…

Und Lara jumpt auf den Apron und verlässt den Ring!

Vincent Craven: "Was soll das denn jetzt wieder???!"

Mike Garland: "Psychologische Kriegsführung par excellence. Schau dir den Hund an, wie doof er aus der Wäsche schaut. Ha Ha!"

Verwirrt starrt die Töle sie draußen an, aber die Muscle Chick grinst nur breit und tippt wieder auf die imaginäre Armbanduhr.

Mad Dog: "Bitch!"

Nun signalisiert er mit deutlichen Handgesten, dass seine Gegnerin gefälligst wieder in den Ring kommen soll! Unterdessen hat Charlie angefangen Lara anzuzählen, aber das scheint sie kaum zu jucken.

Mad Dog: "Komm jetzt, verdammt!"

Der Hund deutet an, aus dem Ring zu gehen, doch Lara läuft langsam um den Ring herum und wirft immer wieder grinsende Blicke zu MD hinüber. Dabei sieht er, wie Lara Yai immer näher kommt… Der Night Fighter fletscht die Zähne. Gibt noch einmal mit sehr emotionalen Gesten zu verstehen, dass Lara schleunigst ins Geviert kommen soll!

Mad Dog: "COME ON, größte Wrestlerin der Welt..."

Nur so nebenbei, Charlie zählt Vier.

Lara schüttelt den Kopf und zuckt die Achseln, so als ob sie sich fürs Zeitlassen nicht verantwortlich machen lassen will. Dann stellt Lara sich neben Yai, während sie nur irritiert dreinblickt. Fünf.

Mike Garland: "Die Taktik geht auf. Mad Dog ist am Rand der Verzweiflung und rasend wie Bolle."

Vincent Craven: "Lächerliche Taktik. Einer Cryption Championesse in keiner Sekunde würdig..."

Mike Garland: "Endlich!"

MD reicht’s endgültig!Fluchend rollt er aus dem Ring und rennt wutentbrannt auf Lara zu! Der Ringrichter zählt neu an und MD will Lara mit einer saftigen Lariat umsensen, doch darauf hat Lara nur gewartet, denn sie kippt zur Seite und stellt ihm das Bein!

Er kracht gegen den Guardrail und Yai springt mit einem Überraschungsschrei weg von ihm! Charlie zählt jetzt zwei, als Lara ihn von der Absperrung wegzieht und dann in Richtung Ringtreppe whippt! MD rennt gegen die Ringtreppe und…

… bremst rechtzeitig ab, wobei er sich dabei an der Treppe abstützt! Lara jumpt auf den Apron und nimmt schnell Anlauf und springt!!!

Doch Mad Dog hat sie rechtzeitig bemerkt und rettet sich mit einem beherzten Sprung zur Seite!

WHAMMM!!

Lara kracht mit voller Wucht gegen die Ringtreppe und klatscht dahinter auf ganzer Länge hin! Swanson signalisiert eine „5“, während die unbekannte Konstante Yai nur einen kurzen, wissenden Blick zu wirft, und dann auf die leicht wimmernde Kanadierin zugeht. Er packt grollend ihre Mähne und zerrt sie auf den Apron zu. Inzwischen ist es Sechs und geht langsam auf Sieben des Countouts zu.

MD positioniert Laras Körper im Ring und zerrt ihren Kopf dann auf den Apron, er selbst rollt nur ganz kurz rein, um den Countdown zu unterbrechen. Dann steigt er auf die nun wacklige Ringtreppe und nimmt von dort einen Mini-Anlauf!

APRON LEGDROP!!

Der PCWAler donnert mit seinem ausgestreckten Bein auf Laras Schulter und sie rutscht regungslos vom Apron herunter, wofür der Night Fighter nun lauten Jubel kassieren darf. Schnell zieht er seine Gegnerin wieder auf die Gehglieder zurück und rollt sie in den Ring zu Charlie Swanson. Der fragt kurz, ob alles bei Lara in Ordnung ist, doch schon kommt der Hund vom Apron über das dritte Seil mit einem Elbow auf sie gedonnert.

Vincent Craven: "Mad Dog nimmt ihr die Luft zum Atmen! Wieder plättet er sie und trifft den Brustkorb."

Mike Garland: "Sie jappst tatsächlich auch schwer. Lara muss langsam was einfallen, sonst ist sie die CC los."

Und der Night Fighter setzt alles daran, dass er den zweiten Titel innerhalb weniger Wochen einheimst, denn er umgreift die leichtere Gegnerin zu einem seiner Trademarkmoves...

FIGHTERS POWERBOMB!

NEIN – BACKDROP! DER HUND WIRD AUF DEN RÜCKEN KATAPULTIERT!

LARA ATMET AUF!

Mike Garland: "YES!"

Die Amazone will keine Zeit verstreichen lassen und rennt in die Seile. Mit einem Missile Dropkick rauscht sie heran und schickt den Hund, gerade erst wieder auf den Knien angekommen, zurück auf die Matte. Weitere Kicks folgen in die Rippen und gegen den Oberkörper der Töle, die dies nicht einfach auf sich sitzen lässt, sondern mit wilden Schlägen um sich haut. Dabei schafft es die unbekannte Konstante wieder auf die Beine zu kommen und plötzlich auch Laras Arm zu greifen. Die Muscle Chick will sich kurz losreißen, wird dann aber von MD in die nahen Seile geschleudert.

BOSSMAN SLAM!

Dog schüttelt sich kurz, rafft sich dann aber wieder, als sein Blick auf Yai fällt. Er zwinkert ihr zu, schnappt sich dann Lee und stemmt sie hoch.

FIGHTERS POWERBOMB!

Vincent Craven: "AUTSCH! Lara schießt auf die Matte, wie eine überreife Wassermelone."

Mike Garland: "Zerplatzt ist sie nicht, mein Guter."

Vincent Craven: "Dafür hakt der Hund aber nun das Bein ein!"

EINS...

ZWEI...

KICKOUT!

Nun ist der erfahrene PCWAler im Flow. Sein Programm wird herunter gespielt: Er nimmt Lara auf die Beine, schmettert ihr zwei, drei Chops erneut auf die rote Brust. Lässt ihr nicht die Chance nochmal einen schmerzfreien Atemzug am heutigen Abend zu tätigen.

KLONG!

Erneut schleudert die Töle ihren Schädel auf den der Königin, die damit in die Ringecke fällt und hängen bleibt. Der Hund fletscht die Zähne und die Fans freuen sich auf den Dog Bite, der nun kommen soll.

Der Night Fighter schaut erneut zu Yai, erwartet eine Reaktion - hofft auf eine Regung. Doch leider bleibt diese aus. Dafür sind es die Fans, die etwas chanten.

DOG AND YAI!
DOG AND YAI!
DOG AND YAI!

Mike Garland: "Er soll hier wrestlen und keine Liebeserklärung abgeben!"

Vincent Craven: "Manchmal liegt beides eben sehr dicht beieinander."

Endlich nimmt er Anlauf...

DOG BITE!

DOCH LARA WEICHT AUS! MAD DOG RAUSCHT BACKFIRST IN DIE RINGECKE!

Schnell ist die Trägerin der Krone auf das Top Rope geklettert, während ihr Gegner zurück in den Ring gefallen ist. 

DOUBLE FOOTSTOMB!

Vincent Craven: "OARH!"

Mike Garland: "Das er nicht kotzt, ist ein Wunder."

Mit Wucht springt Lara auf den Bauch der Töle, die sich danach wie nach einem Bauchschuss windet. Der Hund prustet, er würgt...

Lara aber drückt ihn auf die Matte.

EINS...

ZWEI...

SHOULDER UP!

Lara blickt böse zu Swanson, doch der zeigt es eindeutig: Zwei Finger.

Die Königin winkt ab und widmet sich wieder ihrem Gegner... ROLL UP!

YEAHHHHHHHHHHHHHH!

EINS...

ZWEI...

KICKOUT!

Mike Garland: "DAMN! Das war eng."

Vincent Craven: "Mad Dog ist mit allen Wassern gewaschen. Lara darf sich nicht zu sicher sein."

Mike Garland: "Eben war es doch der Hund, der seine Zeit lieber fürs Flirten nutzte..."

Lara rollt gleich wieder aus dem Ring, was den Fans erneut überhaupt nicht gefällt. Doch Mad Dog lässt sich dieses Mal auf kein weiteres Spiel mehr ein und geht sogleich aus dem Ring. Ein harter Punsh trifft ihn am Kopf, doch der Night Fighter kontert seinerseits mit einem Schlag. Nun teilt Lara erneut aus, danach wieder Mad Dog. 

Der Hund nutzt die Chance zu einem Upper Cut. Lara wirbelt nach hinten. Der Hund zieht sie erneut am Arm... KURZE CLOTHESLINE! 

Die Amazone geht zu Boden, wird vom Fighter gepackt und in den Ring befördert. Swanson muss den Count wieder brechen, ehe er bei 7 angekommen ist. Dafür kann Mad Dog nun allerdings zum zweiten Mal Cryption Crown werden.

Mit einem beherzten Griff zieht er Lara an ihren Haaren hoch. Erneut packt er sie am Arm, um ihr eine weitere Clothesline auf die Brust zu schmettern. Doch Lara duckt ab!

Gleich federt sie in die Seile. Der Hund dreht sich um.

Vincent Craven: "Das soll sicher der Road Killer werden... doch Mad Dog wirft sich auf den Boden."

Mike Garland: "Lara springt über ihn... will ihr Glück nochmal probieren."

Vincent Craven: "Jetzt aber geht auch MD in die Seile..."

DOUBLE CLOTHESLINE!

Mit Wucht werden beide von den Beinen gerissen und landen unsanft auf der Matte.

Swanson checkt beide, doch weder Herausforderer noch Cryption Championesse rühren sich. Also zählt er die beiden an.

Vincent Craven: "Beide ringen nach Luft in diesem Match um die Cryption Crown."

Mike Garland: "Doch wenn hier keiner mehr auf die Beine kommt, ist das Match aus."

Die Fans sind klar auf Seiten der Töle und rufen ihn nach vorne.

MAD DOG!
MAD DOG!
MAD DOG!

Swanson ist nun bei 5 angekommen, doch tatsächlich bewegt sich der Fighter. Er dreht sich auf die Seite und sucht nach dem Seil, um sich daran wieder in den Stand zu ziehen. Swanson bleibt aber erstmal bei seinem Count. 

Nun rührt sich auch Lara Lee ein wenig. Hat sich auf den Bauch gedreht, um so besser robben zu können.

Vincent Craven: "Mad Dog hat die Seile erreicht und zieht sich hoch."

Swanson ist bei 8, doch auch Lara ist an den Seilen.

Charlie Swanson: "NINE!!"

Mike Garland: "Beide stehen wieder!"

MD und Lara Lee sind fix und fertig, aber beide stehen sich nun wieder genau gegenüber… beide liefern sich wieder einen Schlagabtausch! Fäuste fliegen hin und her… doch dann schafft es Lara zwei schnelle Punshes in einem Zug unterzubringen und knallt noch ein Haymaker hinterher!

Der Töle taumelt… Lara kickt ihn in den Bauch… es soll ihr Finisher Backcrusher folgen…

Lara klemmt seinem Kopf zwischen den Beinen ein… umfasst seine kräftige Hüfte…

BACKCRU…!

DOCH NICHT! MAD DOG KLEMMT SEIN FUSS EIN! ER BEFREIT SICH UND DONNERT EIN ELBOW SMASH DIREKT IN IHR GESICHT!

MD PACKT LARA FEST AN UND STEMMT SIE MÜHLELOS HOCH!

DIE LEUTE JUBELN!

UUUUUNNNND…

ENTER NIGHT!!!

DOCH WIEDER NICHT!

Gerade in letzten Moment zappelt Lara so heftig herum, sodass er sie einfach nicht still halten kann und wieder absetzen muss…

HIGH KNEE GEGEN SEIN KINN!!

FACEBUSTER!!!

Die Cryptionesse donnert ihn auf die Matte, dann kämpft sie sich ruckartig hoch und rennt vorwärts in die Seile! MD richtet sich träge auf… Lara federt zurück…. UND LÄUFT AN IHM VORBEI!!!

UND FEDERT SICH WIEDER AN DEN SEILEN ZURÜCK! MD STEHT!

ROAD KILLER!!!

DAS HAT GESESSEN!!

Lara reißt den Fighter mit solcher Wucht um, dass er so laut gegen die Matte knallt! Sofort robbt die Königin auf ihn zu und hakt das Bein ein…

EINS….

ZWEI…

Genau in diesem Moment zoomt die Kamera auf schockiertes Gesicht von Yai zu…

DREI!!!!!

*DING DING DING*

Das Match ist zu Ende und das Ergebnis steht fest, egal wie viel Zeit nun vergangen ist! Enttäuschung steht auf vielen Gesichtern groß geschrieben, während sich Lara laut lachend auf den Hintern aufsetzt. Wieder hat sie den Hund besiegen können, diesmal gar mit einem klaren Ausgang.

Jane Nelson: „Der Sieger des Titelmatches, unabhängig von verstrichener Kampfzeit, ist LARAA LEEEE UND SOMIT WEITERHIN AMTIERENDE CRYPTION CROWN!!!“

Als Lara sich dann an den Seilen erschöpft hochzieht und die nassen Haare aus dem Gesicht wischt, sind die Zuschauer immer noch beschäftigt mit Buhrufen und Pfeifkonzerte. Im Hintergrund zeigt der AlieraThron schnörkellos die gelaufene Kampfzeit: 23:51 Minuten. Ein schwacher Trost für MD, da Lara nicht ihr Versprechen von vor dem Match einlösen konnte.

Maurice klettert mit dem Cryption-Gürtel in den Ring, während MD schwach und langsam aus dem Ring rollt. Yai entscheidet sich dazu, ihren Platz zu verlassen und klettert über die Absperrung, um zu ihrem erschöpften Ehemann zu eilen.

Nachdem Maurice unter lautem Buhkonzert die Gürtel der Roten Königin umgebunden, dem Umhang angelegt und die schwarze Krone aufgesetzt hat, holt er noch ein Mikrophon von außen und übergibt dieses feierlich an Lara, die immer noch schwer atmet.

Die laute Zuschauerreaktionen verhindern mehrere Momente lang, dass Lara reden kann, doch dann legt sie einfach los.

Lara: „Buht mich nur aus, wie immer wollt ihr der harten Wahrheit nicht ins Auge blicken. Und wieder werde ich mit haltlosen Vorwürfen und grundlosen Beschuldigungen von allen Seiten konfrontiert… und doch war ich wieder so nett gewesen, den Köter da unten…“

Sie zeigt mit einem fetten Grinsen auf Mad Dog, dem von Yai aufgeholfen wird.

Lara: „… bis jetzt die Zeit zu geben, ehrlich mit seiner Frau Yai zu sein und seine Fehler zuzugeben. Was er offensichtlich NICHT getan hat! Wieder mal!“

Jetzt ebben die Buhrufe doch, weil alle nun plötzlich neugierig sind auf die neuesten Anschuldigungen von der verrückten Königin. Diese atmet noch einmal durch. Yai wirkt völlig verwirrt und ihr Blick zeigt nur Fragezeichen.

Lara: „Yai… ich durfte die Gelegenheit bekommen, dich näher kennen zu lernen. Du bist eine tolle Geschäftsfrau, eine vielschichtige Persönlichkeit, eine fürsorgliche Mutter… und vor allem eine treuevolle Ehefrau…“

Mad Dog: „HALT ENDLICH DIE FRESSE UND LASS MEINE FAMILIE IN RUHE!!!“

Brüllt er entgegen. Enttäuschung ob seiner Niederlage schwingt deutlich mit, doch Lara winkt ab.

Lara: „Das geht nicht, Köter. Und das hast du dir selbst zuzuschreiben! Denn Yai ist immer treu gewesen, du nicht!“

Der Grand Slam winkt ab.

Mad Dog: „Das ist alles geklärt zwischen uns!“

Lara: „Nein, nein, ich rede nicht von einem kleinen Missgeschick zwischen dir und meiner Liebsten Juliette, bevor du wieder mit Yai zusammen gekommen bist. Yai hat es dir verziehen… und ich habe es Juliette verziehen. Sie hat mir versichert, dass sowas nie wieder passieren würde. Und ich habe ihr geglaubt. MD hat dir sicherlich ähnliches versichert, Yai.“

Auf einmal wirkt Lara sehr traurig und scheint sogar mit den Tränen zu kämpfen.

Lara: „Ich… ich… ich konnte es einfach nicht glauben, als… als mir ein Video gezeigt wurde und ich wieder einmal so sehr enttäuscht wurde…“

Mad Dog: „WOVON REDEST DU, VERDAMMTE SCHEISSE?!“

Die Red Queen gibt sich verletzlich und schluckt, als sie wieder zu Yai spricht.

Lara: „Yai… du bist so eine wunderbare Frau… da tust du mir schon wieder leid…“

Nach einem zögerlichen Seufzer fährt die Cryptionesse fast mit tonloser Stimme fort.

Lara: „MD hat dich wieder betrogen. Mit meiner Freundin… wieder…“

Dann steht sie versteinert da, während Yai ihr mit ganz großen Augen entgegen starrt und dann unendlich langsam den Kopf zu ihrem Mann dreht, der vor purer Wut nur noch zittert und immer wieder den Kopf schüttelt.

Mad Dog: „LÜGNERIN! DAMN!“

Lara: „Schaut, Leute, immer wieder diese haltlosen Vorwürfe… und dabei habe ich WIEDER einen klaren Videobeweis! Yai, es tut mir so leid für dich… aber du verdienst die Wahrheit…“

Ihr Arm streckt sich in Richtung AlieraTron, welcher auch sofort angeht.

Es ist leicht verwackelt und scheint aus einem Versteck gefilmt zu sein.

In der Hotelbar auf einem Barhocker vor der Theke hockend. Direkt daneben sitzt Mad Dog gegenüber, leicht vorneüber gebeugt mit einem Drink in der Hand. Beide sind gut gelaunt, beide lachen und unterhalten sich fröhlich. Die Knie der beiden Personen berühren sich ganz leicht. Es ist nicht zu verstehen, worüber sie sich unterhalten, denn dafür sind die beiden Personen zu weit weg und die Hintergrundgeräusche einer beschäftigen Bar tragen ihr Übriges bei. Dennoch es ist nicht zu übersehen, dass beide sich amüsieren.

In der Halle herrscht Totenstille, alle Augen sind auf AlieraTron gerichtet, während Yai langsam mit jedem Schritt sich von MD entfernt, während Lara sich aus dem Ring rollt.

Immer noch läuft die Aufnahme, aber es passieren neue Dinge...

...nämlich, dass DeWynters und MD von ihren Höckern aufstehen und zwar auf recht unsicheren Beinen. Alkohol ist auf jeden Fall an diesem Abend geflossen – und zwar eine Menge. Mad Dog scheint irgendeinen Witz zu erzählen, denn kurz darauf bricht DeWynters in ungewohnt lautes Gelächter aus und tippt mit der Handfläche kurz auf Töles Schulter.

Beide wandern aus der Hotelbar, während die Kamera immer aus Ecken und Verstecken filmt. Das geht so eine Weile weiter, bis das Pärchen vor dem Aufzug steht. Diesmal ist die Kamera deutlich näher.

Plötzlich stolpert DeWynters über die eigenen Füße, aber MD ist zur Stelle und fängt sie ab.

Und hält sie eine Weile, während er und sie einander in die Augen schauen.

Juliette: „Danke, mein Freund. Ich habe wohl versehentlich ein Glas zu viel Cocktail getrunken. Und ich habe auf einmal schrecklichen Durst. Ich meine, mein Hals ist jetzt auf einmal staubtrocken.“

Mad Dog: „Ist schon okay. Ich kenne das."

Er lächelt verstehend und absolut sympathisch. Wäre sie nicht vergeben, sie könnte glatt dahinschmelzen...

Mad Dog: "Das passiert manchmal, weil Alkohol Flüssigkeit entzieht. Ich bringe dich mal zu meinem Zimmer, dann kriegst du ein Glas Wasser.“

Juliette: „Vielleicht hat es eine Glücksnummer, wie lautet sie – nur so aus Neugier? Falls ich mal wieder über die eigenen Füße stolpere…“

Mad Dog: „103. Nichts Besonderes.“

Juliette: „Zum Glück ist das bei dir anders!“

Mad Dog: „Huh?! Wollen wir mal herausfinden, was bei mir anders ist?“

Die leicht angetrunkene Frau kichert, dann treten sie in den Aufzug. Und diese Handyaufnahme ist zu Ende.

Zunächst schwarzer Screen, aber bevor jemand was sagen kann, folgt die nächste Aufnahme.

Diese Aufnahme startet mit einer Nahaufnahme auf dem Nummernschild der Tür. Die 103. Dann geht die Kamera immer näher, bis es schwarz wird. Dafür hört man jetzt leicht verzerrte Stimmen.

Mad Dog: „Oh je, du bist aber ganz schön müde geworden, Juliette. Ich bringe dich mal zum Bett…

Dann kehrt der AlieraTron wieder zur Live-Ansicht von der Halle zurück. Keiner sagt etwas, nicht einmal die Kommentatoren wollen kommentieren. Zunächst wirkt Mad Dog, der jetzt alleine inmitten des Trubels steht, recht verwirrt. Er kann sich an diese Szenen schwach erinnern. Es ist eigentlich alles genauso abgelaufen, wie er sich zu erinnern meint. Und er hat vor allem Yai schon alles gesagt… und warum steht dann Yai mit Tränen über Wangen bei Lara?, fragt sich der langjähriger PCWAler. Das ist doch schon vor der Zeit passiert, bevor er mit Yai wieder so richtig zusammen gekommen ist… warte – die Zeit. Der Zeitstempel auf diese Aufnahmen! Mit einem Schlag wird ihm das Ausmaß der ganzen Situation überdeutlich klar. Der Zeitstempel zeigt nämlich den 22.04.2021 – eine Woche vor dem heutigen Tag. Was niemals stimmen kann...
Mad Dog hat nämlich sein Wort gehalten und sich nie wieder mit DeWynters getroffen, geschweige denn dass er zusammen mit ihr in ein Hotelzimmer gegangen ist. Doch das alles verblasst in diesem Moment, als er die Augen von Yai sieht. Unglaube. Enttäuschung. Traurigkeit. Yai wird ihm kein Wort mehr Glauben schenken. Yai denkt genauso wie viele in der Halle, wie Lara es dargestellt hat. Als die Red Queen auch noch mitfühlend einen Arm um Yais Schulter legt, explodiert es schlagartig tief in seinem Inneren. Er verliert die Sprache, seine Gesichtsmimik verändert sich. MD schnaubt und schnappt heftig nach Atem und dann sieht er nur noch… ROT! Brüllend von Sinnen sprintet die Töle heftig nach vorne direkt auf Lara zu, die nur noch einzige Sache ist, die er noch klar sehen kann!

Fast alle Zuschauer schnappen überrascht nach Luft, aber die Amazone reagiert geistesgegenwärtig und reißt Yai mit sich, als sie sofort weg von der rasenden Töle sprintet. Plötzlich tauchen Katya Starnikava und Dark Tiger von den Zuschauerrängen auf und jumpen eilig über die Absperrung und erwischen Mad Dog an den heftig herumreißenden Armen und versuchen ihn nieder zu drücken, doch der Night Fighter ist ein Monster und zerrt und schreit wie wild umher!

Erst als endlich auch Decay erscheint, schafft sie ihren riesigen Stiefel in MDs Gesicht zu befördern, sodass er strauchelt und auf den Knien aufkommt. Jetzt können Dark Tiger und Katya ihn festhalten, während Decay ihren starken Arm um Mad Dogs Hals legt, um ihn ja nicht wieder loszulassen. Schockiert hilft Lara MDs Frau auf und fragt sie offensichtlich, ob alles okay ist… aber Yai ist einfach nur sprachlos, während ihr Mann mit Schaum vor dem Mund die Zähne fletscht und lautstark unverständliches Gebrabbel von sich gibt…


Vincent Craven: "Das... das... kann ich nicht fassen."

Mike Garland: "Ich habe es immer gesagt, ich habe es immer gesagt, Vince. Traue dieser Töle nicht!"

Vincent Craven: "Wir machen eine Werbeunterbrechung, liebe Fans. Die habe ich dringend nötig jetzt...."


------------------ PCWA ------------------

Tralee, Ireland - immer noch ein paar Tage nach Core

 

???: "Mr. Bullwhyle hat einen sehr vollen Terminkalendar, Mr. Sanchéz. Sie werden wohl ein anderes Mal wieder kommen müssen."

Díego Alejandro Sanchéz schüttelt leicht den Kopf. Er hat nicht diesen Weg auf sich genommen, all die Zeit und Recherchen, ganz zu schweigen von den finanziellen Mitteln, um ihn hier zu finden.

Sanchéz: "Miss..."

Er wirft einen Blick auf das Namensschild auf ihrem Tisch.

Sanchéz: "Maguire. Ich verstehe das, aber ich werde nicht gehen, bevor ich mit ihm gesprochen habe. Es geht um seine... oder besser um unsere Vergangenheit."

Natürlich ist das überhaupt kein Argument und das weiß er selbst. Deswegen hält er kurz inne, ehe er nochmal ansetzt.

Sanchéz: "Würden Sie ihm bitte sagen, dass ich erkannt und verstanden habe? Ich setze mich solang und warte..."

Sagt er und lässt die verwirrte junge Frau allein, während er es sich gemütlich macht.

 

....Augenblicke später...

 

Sunny Maguire steht plötzlich vor dem Deutschmexikaner. Ihre Gesichtszüge zeigen eine Spur Verunsicherung und es wäre ihr am liebsten, wenn dieser Fremde einfach gehen würde. Doch ihr Chef scheint ein seltsames Interesse an diesem Treffen zu haben.

Sunny: "Sie dürfen zu ihm. Aber sie haben nur ein paar Minuten. Wir müssen noch einen Auftrag erledigen."

Díego nickt kurz und schenkt ihr ein Lächeln. Zeit ein lange verloren geglaubtes Puzzleteil an die richtige Stelle zu packen. Er hat zu lange auf diesen einen Moment gewartet, um jetzt noch Zeit unnötig vertreichen zu lassen. Also geht er direkt in das Büro von "Mr. Bullwhyle" und bleibt in der Tür wie angewurzelt stehen. In dem Büro, hinter einem Schreibtisch, der allem Anschein nach nicht teuer, dafür aber zweckmäßig erscheint, sitzt ein Mann mit schulterlangen Haaren und einem dicken Vollbart. Sein Oberkörper steckt in einem schwarzen Hoodie und in der Ecke hängt eine Lederweste an einem Kleiderständer. Offensichtlich hat Díego einen anderen Anblick erwartet und auch jeder andere würde von einem Privatdetektiv eine andere Erscheinung erwarten.

Mr. Bullwhyle deutet auf den Stuhl ihm gegenüber und Díego folgt dieser Geste nach einem kurzen Zögern. Er hatte mit einem anderen Äußeren gerechnet, aber diese Transformation war heftig. Welcome to 2002...

Sanchéz: "Vielen Dank, dass du mir etwas Zeit einräumen kannst..."

Bullwhyle: "Kennen wir uns? Ich habe nichts gegen vertrauensvolle Gespräche, aber..."

Sanchéz: "Lass diese Spielchen. Wir wissen beide, wer du bist...oder warst...oder wen du gespielt hast."

Offenbar nicht, denn Bullwhyle sieht den ehemaligen PCWA Tribun nur verwirrt an.

Bullwhyle: "Mr. Sanchéz, ich fürchte sie verwechseln mich. Ihr weiter Weg war wohl umsonst..."

Ein bitteres Lächeln ziert die Lippen von Díego.

Sanchéz: "Ich weiß sehr genau, wer du bist. Bullwhyle. wIw, GFW. Damals Mitglied im Fightclub bzw. dessen Ableger in der wIw. wIw World Heavyweight Champion, wIw Hall of Famer. Von deinen Spuren in der PCWA fange ich erst gar nicht an..."

Nun ist es Bullwhyle, der ein leichtes Lächeln auf den Lippen hat.

Bullwhyle: "Das ist lange her. Sehr, sehr lange. Jeder Fünfjährige kann den Wrestler Bullwhyle googlen und findet das, was sie gerade runtergebetet haben. Doch Bullwhyle war nie in der PCWA. Wie gesagt. Sie verschwenden ihre Zeit, Mr. Sanchéz... und meine."

Díego starrt sein Gegenüber an und sieht diesen selbstsicheren Blick. Doch er ist fest entschlossen diese Fassade bröckeln zu lassen. Er traut seiner Recherche und der ewig langen Arbeit, die ihn hierher geführt hat.

Sanchéz: "Noch vor zwei Jahren wäre ich hier in diesen Raum gekommen, hätte dich erst über diesen Tisch gezogen und dann direkt hindurch gehämmert. Nur um dich leiden zu sehen, um endlich Genugtuung zu finden und endlich abschließen zu können..."

Die Selbstsicherheit schwindet ein wenig, der Deutschmexikaner meint zumindest ein wenig Nervosität zu erkennen.

Sanchéz: "Doch das war, bevor ich es erkannt habe. Bevor ich verstanden habe, warum damals alles so schief gelaufen ist. Ja praktisch schief laufen musste."

Bullwhyle: "Und was wollen Sie erkannt haben?"

Sanchéz: "Als ich in die PCWA kam und meine neue Familie gefunden habe, war ich so gut wie einzigartig. Die perfekte Harmonie, kein schwarz, kein weiß. Ich hätte das Gleichgewicht der PCWA sein können. Nein. Sollen! Doch je näher ich dem maximalen Erfolg gekommen bin, desto mehr wurde ich wie alle anderen, die das Phönix Center bevölkern. Genau wie sie gab ich vor, für die PCWA zu stehen, den Titel für die PCWA zu holen. Doch ich wollte ihn für mich. So wie alle anderen die Titel auch immer nur für sich haben wollten. Das Projekt, unser Projekt, musste scheitern. Ich hatte mich und damit alles andere verloren."

Die lange Pause hat dem Deutschmexikaner gut getan. Die schwere Verletzung hat ihm die Augen geöffnet und ihm die Möglichkeit gegeben, sich und seine gesamte Karriere zu reflektieren.

Sanchéz: "Danach war ich nur getrieben. Getrieben von Rache, von dem Wunsch es allen zu zeigen. Doch heute sitze ich hier vor dir und verzeihe dir. Ich verzeihe dir, was du mir, was du uns damals angetan hast. Ich kenne sogar die wahre Bedeutung von Kerry & Gaelic, auch wenn ich das niemals werde beweisen können."

Nun steht tatsächlich ein Anflug von Panik in den Augen des ehemaligen Wrestlers.

Bullwhyle: "Was zur Hölle willst du von mir?!"

Er hört die Worte, doch vielmehr hört er tatsächlich, wie die Fassade zu bröckeln beginnt. Der ehemalige Tribun der PCWA erhebt sich, geht halb um den Tisch herum und bleibt einen halben Meter vor Bullwhyle stehen. Lächelnd breitet er die Arme aus und dreht sich einmal um sich selbst.

Sanchéz: "Ich bin bereit für den großen Wurf. Ich bin bereit für den Rumble. Für den Sieg. Aber nicht für mich, sondern für die PCWA...."

Díego beugt sich noch ein Stück vor, sodass sich beide Nasenspitzen fast berühren.

Sanchéz: "Du hast damals etwas in mir gesehen. Hast an mich geglaubt. Du hast dieses Projekt gestartet. Hier stehe ich nun und bin bereit es zu beenden. Nach 16 Jahren könntest du beweisen, dass du damals richtig gelegen hast. Bist du bereit zu beenden, was du angefangen hast?"

...tbc...


------------------ PCWA ------------------

Das Licht der Halle wird verdunkelt, Sirenengeheul ist zu hören. Auf der Rampe und um den Ring werden Magnesiumfackeln gezündet, welche das Innere der Halle in schwaches rotes Licht leuchten und einnebeln. Antonio Maldicáo betritt die Stage mit Tarnhose, Kampfweste und der Maske. Er blickt sich um und geht weiter bis zum Rand der Rampe, hebt dort die Faust.

Mit einem lauten Schrei hämmert er die Faust auf den Boden vor sich und gleichzeitig setzen die Gitarren für Indestructible von Disturbed ein. Ohne weiteren Blick zur Seite geht er durch den Nebel der Fackeln weiter bis zum Ring und betritt ihn. Aus der Weste zieht er ein Micro hervor, seine Musik endet.

Antonio Maldicão: "In diesem Ring hatte ich in meiner kurzen Karriere bereits Kontakt zu einigen "besonderen" Menschen. Ich habe Jan Rupert von Wichtenhausen zerdrückt, einen Mann, dessen Rückgrat einer Qualle ähnelt. Ich stand mit Marc Poe im Ring, einem Mann, dessen Lächeln die scharfen Zähne eines Haifischs versteckt hält. Und jetzt ein mexikanischer Tiger. Wäre dieser Konflikt ein paar Jahre früher entstanden, hätte ich der PCWA mein Gehalt mit einer Dankeskarte zurücküberwiesen. Damals als dieser Koloss noch er selbst war. Als seine Kämpfe voller Leidenschaft waren. Damals als er noch das Feuer in sich hatte, mit dem er eine ganze Arena in Brand stecken konnte."

Ihm ist anzusehen, dass er früher selbst ein Fan des Dark Tiger war.

Antonio Maldicão: "Ich habe Videos dieser Zeit gesehen, einmal hat mein Vater seinen Urlaub umgebucht, um den Dark Tiger in Mexiko in einem großen Main Event zu sehen. Aber von diesen Zeiten ist nur noch wenig übrig. Ich werde Dark Tiger hier nicht als Abschaum bezeichnen. Nicht mit Kraftausdrücken belegen und beleidigen, den Respekt hat er sich für seine Karriere verdient. Aber um diesen letzten Funken Respekt nicht zu verspielen, ist es Zeit in den Ring zu steigen und zu kämpfen. Zu zeigen, wofür die Maske eines Luchadores steht."

Er zeigt auf die Maske auf seinem Kopf.

Antonio Maldicão: "Als mein Vater diese Maske von El Murcielago erhalten hat, hat El Murcielago damit seine Karriere beendet. Es war ein Zeichen, er wollte mit einer Branche, die ihn zerfressen hat, nichts mehr zu tun haben. Es war sein Ausweg, bevor er zu etwas geworden wäre, das er nie sein wollte. Und du, Dark Tiger, warst genauso an diesem Punkt. Aber deine Entscheidung war die andere. Aber ich will dir eine Chance geben in diesem Ring etwas zu beweisen. Allen zu zeigen, dass du noch immer ein Mann voller Leidenschaft bist. WENN du es noch bist kann unser Match nur einen Sieger sehen. Aber ohne dein Feuer wirst du vor einem Problem stehen, das meinen Namen trägt."

Für Antonio ist der Tag damit zu Ende, er geht zu den Seilen und will den Ring verlassen, aber zwei Personen erscheinen auf der Leinwand. Sie scheinen in einem Tonstudio zu stehen. Beide sind in einzelnen Plexiglaskabinen, vor ihnen stehen Mikrophone mit montiertem Spuckschutz. Christian Sanglier trägt ein schwarzes PCWA Shirt und darüber eine abgetragene braune Lederjacke. Neben ihm steht Draven LaVey. Heute steht er in normaler Kleidung vor der Kamera, aber immer noch mit dem Facepaint des Demonclowns. Die grünen Dreadlocks sind als Zopf gebunden und er trägt eine schwarze Stoffjacke mit Nieten, Schnallen, Ringen und weiterer Deko aus Metal und glänzendem Leder. Beide wirken gut gelaunt, während Antonio Maldicão überrascht ist und fragend dreinblickt.

Draven LaVey: "Ja, das Match wird dir gehören, aber der Dark Tiger hat uns in den letzten Monaten zu sehr gestört, um nicht auch eine kleine Botschaft zu übergeben."

Christian Sanglier nickt.

Christian Sanglier: "Im letzten Monat habe ich nicht nur meine guten Seiten gezeigt, da hatte Draven die Idee heute etwas anderes zu probieren und zu zeigen, dass in mir mehr steckt als nur pure Aggression."

Und das angedeute Lächeln beweist, dass er durchaus Interesse daran hat diese Seite zu zeigen.

Christian Sanglier: "Nachdem ich ein paar Jahre bei der Marine verbracht habe, wurde ich immer wieder gefragt, ob ich nicht ein paar Seemannslieder singen kann, aber damals hatte ich noch kein großes Interesse daran. Und normalerweise gäbe es auch kein passendes für so eine Situation, aber da konnte Draven zum Glück etwas nachhelfen."

Draven LaVey: "Der Rhythmus ist bekannt, wir haben ein traditionelles Lied ein wenig abgeändert. Um euch ein besseres Gefühl dafür zu geben, fangen wir kurz mit dem Orginal an."

LaVey zählt kurz mit den Fingern vor auf vier.

Christian Sanglier und Draven LaVey:

"What shall we do with the drunken sailor
what shall we do with the drunken sailor,
what shall we do withe the drunken sailor
early in the morning?"

Draven LaVey überzeugt hier mit einer angenehmen Gesangsstimme mit einem hohen Klang. Man kann auch ohne Übung heraushören, dass er zumindest eine grobe Gesangsausbildung hat, die Töne sind klar getroffen und sauber gesungen. Eine Chorstimme, im Grunde zu klar und sauber für solch ein Lied. Sanglier dagegen hat einen Klang, wie man ihn von einem Seebären erwarten würde. Tief und rau, bei den Noten durchaus treffsicher aber mit einer ungeschliffenen Stimme, die eher durch häufiger singen als durch eine Ausbildung ihre Form gefunden hat. Antonio Maldicão hat in seinem Blick etwas unentschlossenes, er ist sich noch nicht sicher, ob er entsetzt, neugierig oder begeistert ist.

Antonio Maldicão: "Ist das euer ernst? Ihr wollt mich gegen Dark Tiger untertstützen und SINGT dafür?"

Draven LaVey: "Ja, warte einfach kurz ab, es wird dir gefallen."

Antonio Maldicão: "Da ich es wohl nicht mehr verhindern kann..."

Er lehnt sich mit dem Rücken gegen die Seile während LaVey ihm zur Bestätigung zublickt.

Christian Sanglier und Draven LaVey:

"How shall we beat the bloody damn Tiger,
how shall we beat the bloody damn Tiger,
how shall we beat the bloody damn Tiger
early in the evening..."

Christian Sanglier:"Iiiiiiiiiii.."

Christian Sanglier und Draven LaVey:

"Put him in the Gebrechzieher and hurt him,
put him in the Gebrechzieher and hurt him,
put him in the Gebrechzieher and hurt him early in the evening."

Das Publikum findet Interesse an der Gesangseinlage, die Fans klatschen zur Melodie, es gibt die ersten Jubelrufe und Lacher in der Arena. Nur Antonio Maldicão ringt noch mit sich. Er fühlt sich in Zeiten zurückversetzt, als Men on a Mission rappend zum Ring kamen, mit Texten deren Stil unter reim-dich-oder-ich-fress-dich zusammengefasst wurden. Die gute Laune in der Halle wird von seinen Gedanken aber nicht geschmälert.

Christian Sanglier und Draven LaVey:

"How shall we beat the bloody damn Tiger,
how shall we beat the bloody damn Tiger,
how shall we beat the bloody damn Tiger
early in the evening..."

Draven LaVey:"Iiiiiiiiiii....."

Christian Sanglier und Draven LaVey:

"Jump off from the top rope and land on him,
jump off from the top rope and land on him,
jump off from the top rope and land on him early in the evening."

Draven LaVey muss sich bei dieser Nummer selbst das Grinsen verkneifen, um weiter singen zu können.

Christian Sanglier und Draven LaVey:

"How shall we beat the bloody damn Tiger,
how shall we beat the bloody damn Tiger,
how shall we beat the bloody damn Tiger
early in the evening..."

Christian Sanglier:"Iiiiiiiiiii.."

Christian Sanglier und Draven LaVey:

"Damn near kill him with a discus forearm,
damn near kill him with a discus forearm,
damn near kill him with a discus forearm early in the evening."

Beide scheinen selbst zu merken, wie hoch der Trashfaktor ist, und bleiben nur mit Mühe ernst.

Christian Sanglier und Draven LaVey:

"How shall we beat the bloody damn Tiger,
how shall we beat the bloody damn Tiger,
how shall we beat the bloody damn Tiger
early in the evening..."

Draven LaVey:"Iiiiiiiiiii....."

Christian Sanglier und Draven LaVey:

"Drop him on the back of his he-ad,
drop him on the back of his he-ad,
drop him on the back of his he-ad
early in the evening."

Er schlägt sich passend dazu auf den Unterarm.

Christian Sanglier und Draven LaVey:

"How shall we beat the bloody damn Tiger,
how shall we beat the bloody damn Tiger,
how shall we beat the bloody damn Tiger
early in the evening..."

Beide zeigen jetzt mit dem Finger in Richtung Ring, auf Antonio Maldicão.

Christian Sanglier und Draven LaVey:

"Yoouuuuuuu......
strike him with the Caveirao and break him,
strike him with the Caveirao and break him,
strike him with the Caveirao and break him
early in the evening."

Inzwischen ist bei Antonio Maldicão zu sehen, dass er durchaus amüsiert ist. Zum Kopfschütteln ist der entsetzte Blick endlich einem Lachen gewichen.

Christian Sanglier und Draven LaVey:

"How shall we beat the bloody damn Tiger,
how shall we beat the bloody damn Tiger,
how shall we beat the bloody damn Tiger
early in the evening..."

Sanglier und LaVey atmen theatralisch tief durch, aber sie sind noch nicht fertig.

Christian Sanglier und Draven LaVey:

"Yoouuuuuuu......
grab him for the Pacificador and smash him,
grab him for the Pacificador and smash him,
grab him for the Pacificador and smash him
early in the evening."

Die anwesenden Fans jubeln über diese kleine Einlage und selbst Maldicão möchte schon klatschen, aber ein erhobener Finger von LaVey zeigt, dass hier noch nicht Schluss ist.

Christian Sanglier und Draven LaVey:

"That is how we beat the bloody damn Tiger,
that is how we beat the bloody damn Tiger,
that is how we beat the bloody damn Tiger
early in the evening."

Beide Männer verbeugen sich und nun stimmt auch Maldicão beim Applaus mit ein.

Antonio Maldicão: "Dark Tiger, so wird es passieren, wenn wir gegeneinander kämpfen."

Und mit Fans die eine Zugabe zum Lied fordern endet das Segment.


Mike Garland: "AH! IH! AU! Meine Ohren bluten!"

Vincent Craven: "Eine kreative Kampfansage von LaVey und Sanglier, dazu markige Worte ihres Anführers, Antonio Maldicáo, in Richtung Dark Tiger! Auf dieses Match dürfen wir uns beim Brawlin' Rumble XIV freuen."

Mike Garland: "Dann sprechen endlich die Fäuste und nicht die Stimme - mein Gott, ich dachte die Jungs wollen ernst genommen werden. Und nicht als Orgelpfeifen verschrieen werden..."

Vincent Craven: "Ob man sie ernstnehmen kann, werden sie wohl in der Battle Royal zeigen können - wenn sie denn daran teilnehmen. Vielleicht bietet sich aber auch ein Gesangswettbewerb mit den Breaking Beaks an?!"

Mike Garland: "Oh nein. NEIN! NEIN! Kopfkino! Schnell backstage. Los! Sofort!"


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Die Niederlage bei XAW Spring Survivor gegen Burning Phönix - Mad Dog und Díego Sanchéz - hat sie wütend gemacht. Sie hatten alle Tag Teams der Liga besiegt, hatten kein namhaftes Gespann ausgelassen, doch ausgerechnet bei einem dämlichen Zweckbündnis aus zwei Singles Wrestlern versagten sie. Wie konnte das passieren?
Waren sie zu selbstsicher gewesen? Wurden sie durch den Eingriff von Kanehara und Rob Collins verunsichert? Enttäuschte sie das mangelnde Vertrauen, das Smash in sie setzte, wenn er seine Leute beauftragt, das Match in die gewollte Richtung zu lenken? Oder war es doch der Falls count anywhere Unfug gewesen, der sie aus dem Konzept brachte?!

Sean Ashfield schüttelt den Kopf, als diese Gedanken durch seine Hirnwindungen fleuchen. Der Assassin sitzt in seiner Kabine auf einem Klappstuhl, während sein Partner vor ihm Liegestütze auf dem Boden macht. Plötzlich aber springt Sean auf, packt sich energisch den Klappstuhl und pfeffert ihn gegen die nächste Wand. Erstaunt springt auch Rogue in den Stand und schaut Ashfield mit aufgerissenen Augen an.

Connor Rogue: "Was machst du?!"

Ashfield atmet schwer und starrt seinen Partner wild entschlossen an.

Sean Ashfield: "Wir sind das beste Tag Team der Welt! In regulären Tag Matches kann uns keiner schlagen! Das ist UNSER Game!"

Ashfield deutet auf den zerbeulten Stuhl, der an der Wand herab gerutscht ist.

Sean Ashfield: "Aber vielleicht müssen wir uns jetzt auch endlich mal diesem Hardcore Stuff widmen!"

Rogue legt nachdenklich die Stirn in Falten und seufzt. Schließlich sind auch ihm bereits die Gedanken gekommen, dass ihre Niederlage mit der Matchart zu tun hatte.
Connors Hand wandert an sein seit der Niederlage unrasiertes Kinn.

Sean Ashfield: "Jedenfalls können wir hier nicht einfach trainieren und so tun, als sei nichts geschehen! Lass uns dafür sorgen, dass wir bekommen, was uns zusteht!"

Mit einem harten Chop klatscht Ashfield seinem Partner auf die Brust. Das ist das Zeichen: Auf geht's!
Die Kabinentür wird sogleich aufgestoßen und der sonst verbal den Ton angebende Kanadier folgt seinem Partner ohne weitere Widerworte. Gemeinsam marschieren sie eine kurze Weile durch die Gänge, bis sie am Ziel angekommen sind.

Für sie stand und steht fest: Sie sind das beste Team … allerdings sind sie nun trotzdem ihre Titel los! Es ist Zeit dafür zu sorgen, dass Gold bald wieder ihre Hüften schmückt.

Ohne Anzuklopfen wird die Tür, auf welcher "Partners in Crime" und der Zusatz "PCWA Cotatores" stehen, aufgestoßen. Da sind wir! Matt Stone feuert augenblicklich den Game-Controller weg und schreckt aus seiner liegenden Position vom Sofa auf, während Trent Cardigan gleichsam überrascht eine Zeitschrift aus der Hand fällt. Beide heben simultan die Arme und gehen in Kampfstellung Richtung Ashfield & Rogue, denn diese stehen bereits vor ihnen, blecken die Zähne und schwingen die Fäuste...

"HEY!"

Die selbstbewusste und zeitgleich besorgte weibliche Stimme Windys dringt durch den Raum und verhindert, dass zwischen den verhassten Teams sogleich Schläge ausgeteilt werden.

Windy: "Was soll der Quatsch? Was ist jetzt schon wieder los?!"

Verständnislos starrt die schöne Dunkelhaarige in Richtung der Paradeathleten. Ihr fragender Blick provoziert allerdings nicht, dass die Assassins ihre Fäuste senken. Noch immer stehen die beiden Teams sich wie im High Noon gegenüber - Ashfield starrt in Cardigans Augen, Rogue in Stones. Es braucht nur noch das entscheidende Zeichen, damit es losgeht…
Ein Seufzer durchschneidet die aufgehitzte Situation.

Windy: "Das ist jetzt nicht euer Ernst?! Ihr hattet euer Match, verdammt!"

Sean Ashfield: "Und wer kämpft beim Rumble um die Titel?"

Das Valet rollt vielsagend mit den Augen.

Windy: "Das ist die Entscheidung von Vark, nicht unsere! Also rammelt an ihre Tür."

Ein verächtliches Schnauben entfährt Ashfield. Connor Rogue schüttelt erbost den Kopf.

Connor Rogue: "Als hättet ihr das nicht verhindern können, wenn ihr gewollt hättet! Das Wort von Titelträgern zählt immer. Man sieht es doch an Marc Poe. Aber nein. Ihr geht lieber den einfachen Weg gegen The Downfall."

Stone: „Ach ja?!“

Machinegun nestelt bereits an seiner Innentasche und holt sein Handy hervor.

Stone: „So wie ihr den einfacheren Cheater-Weg über uns gegangen seid?“

Mit ein paar Befehlen erhellt er das Display und hält es den Assassins hin: ein bei einem Microblogging - Dienstanbieter eingestelltes Video, dass - eingerahmt und mit „Eagle-Cam“ versehen - die letzten Sequenzen des Mainevents von Vendetta 153 zeigt …
… allerdings aus Perspektive der Zuschauer, so dass der verbotene wie matchentscheidende Hosenbundgriff Rogues deutlich zu sehen ist.

Der Wirbelsturm deutet mit dem Daumen darauf - und auf die Clickzahlen im siebenstelligen Bereich.

Cardigan: „Ist ein schöner viraler Hit im Netz geworden … tja, Freunde der Sonne: das kommt davon, wenn man sich als GRÖTAZ feiert und die Trickkiste gerade mal Kreisklassen-Niveau hat. Und nicht nur die Fans sehen so etwas - auch eine Jona Vark. Und die kennt ihre Regeln. Sie hat letzte Show davon ausgiebig Gebrauch gemacht. Qualifikationsmatch um die Cotatores, nicht wahr? Da hat uns keiner die Tür eingerannt, obwohl das Thema da spruchreif war. Oder eben ihr. Also macht uns nicht für eure Fehler verantwortlich.“

Stone: „Genau. Man muss auch mal mit Anstand kämpfen können, ihr Habichtnasen.“

Mit einem aggressiven Zähnefletschen kann Ashfield von seinem Partner gerade noch vor einer unüberlegten Handlung abgehalten werden.
Matt dagegen kostet die Situation nun sichtbar genießend aus. 

Stone: „Und falls ihr noch ein paar Argument braucht - dann schaut mal, wer eure Gehaltsschecks unterschreibt. Da steht XAW und nicht PCWA. Vollkommen verständlich also, wenn die Chefin die Gürtel lieber im eigenen Yard ausgefochten sieht … statt gegen euch Wendehälse, die beim ersten Anzeichen von Gegenwind nach Kalifornien auswandern, um sich mit dem Hundekuchen neu zu erfinden … als -haufen …“

Bevor das Blut des XAWler erneut zu stark hochkocht, schaltet sich Trent dazwischen.

Cardigan: „Ihr könnt es drehen und wenden, wie ihr wollt: es gab ein offizielles Match um die Contendership und ihr ward kein Teil davon. Kapiert das bitte endlich. Und genau, wie wir euch als Team ernstnehmen, machen wir dasselbe mit The Downfall, welches ebenfalls kein Trainingsmatch werden dürfte. Also wartet eure Zeit ab und kühlt euch ein wenig runter - von mir aus mit nem Bananen-Brokkoli-Eis. Is gut für die Linie…“

Endlich gelingt es den Assassins wieder etwas Contenance zu bewahren. Trotzdem wirken beide noch immer reichlich angefressen.

Connor Rogue: "PAH, ihr kleinen Schweinepriester. Lächerlich! Wir haben EINE Schlacht verloren, aber nicht den Krieg!"

Stone: "... komisch, hat Napoleon auch immer gesagt ..."

Connors Zähne mahlen hörbar ... und doch: so richtig zu überzeugen scheint ihn diese Aussage selbst nicht. Sowohl die von Machinegun als auch seine eigene. Also winkt er ab.

Sean Ashfield: "Natürlich, Trendy, ein Griff an die Hose ist Kreisklassen-Niveau, aber IHR seid es, die darauf reingefallen sind! Kann ja keiner ahnen, dass die ach so tollen Champions noch nichtmal einen so läppischen Trick abwenden können. WIR wären selbstredend rausgekickt, hätte es einer von euch versucht, aber wir wollten mit der Aktion einfach mal sehen, Stoney, ob ihr auch das Niveau dazu habt oder nicht." 

Matt macht Anstalten etwas zu sagen ... belässt es dann aber. So kommt Rogue wieder zum Zug.

Connor Rogue: "Nun. Scheinbar nicht! Ebensowenig wie ihr das Niveau habt, die Tatsachen zu erkennen. Das offizielle Contendermatch war ein Witz! Und wenn wir Cotatores wären, hätten wir uns darüber nicht nur beschwert, wir hätten uns dagegen gewehrt. Ignoriert mal euer Herz für alte, schlecht wrestlende Männer und versucht ein einziges Mal in eurem Leben die Sache objektiv zu betrachten: Die Bulldogs hatten es in 100 Jahren nicht verdient! Wir hingegen schon! Denn von Wendehals kann auch keine Rede sein. Wir haben damals unsere PCWA Verträge gegen ein Match um die Cotatores gesetzt und gegen Carnageddon verloren. Das heißt, wir mussten gehen! Dafür aber, dass wir uns in der XAW wieder an die Spitze zurückgekämpft haben, gebührt uns nicht Spott, sondern Ehre... oder zumindest ein anerkennendes Nicken."

Die Partners blicken sich an ... und beginnen dann wie personifizierte Wackel-Dackel rhythmisch mit den Köpfen zu wippen. Dann dreht sich Machinegun zu den Assassins und deutet fragend auf die weder umgurteten Hüften noch die behagenen Schultern.

Stone: "Bei Spring Survivor seid ihr doch von der Spitze abgestürzt, oder habe ich das falsch im Sinn?!"

Ashfield ist bereits wieder kurz davor, die Nerven zu verlieren - als sein Partner ihm zur Seite eilt.

Sean Ashfield: "Falsch! Burning Phönix haben unsere Titel nicht mal in einem richtigen Tag-Match gewonnen. Mad Dog schielt schon in Richtung XAW World Title, Sanchéz in Richtung Rumble... Sie sind Singles Wrestler und konnten uns nur in zwei parallel laufenden Singles Matches und mit der Hilfe von Waffen schlagen. Und das ändert auch nichts an der Tatsache, dass wir ein Match um die Cotatores verdienen, weil wir alle XAW Teams und dazu euch, die PCWA Cotatores, besiegt haben, andere es aber bekommen, weil sie ein paar Opas im Rollstuhl pinnten!"

Der Ring-Rebell winkt feixend mit seinem Smartphone.

Stone: „Irrtum, ihr Knallfrösche. Besiegt habt ihr uns gar nicht, bloß nen Sieg ergaunert. Also klopft euch woanders auf die Schultern … oder sonst wohin …“

Matt lässt sich erneut daddelnd auf das Sofa fallen - bleibt aber in Habachtstellung, falls ein erneuter Angriff oder Konter erfolgen soll.
Somit gebührt die Aufmerksamkeit erneut Cardigan. Während er sich die Daumen lässig in den Hosenbund schiebt und Windy an seine Seite tritt, zuckt er mit den Schultern.

Cardigan: „Ich muss meinem Spannmann da leider Recht geben: ihr feiert euch für einen Sieg, den ihr gar nicht besitzt. Ist es nicht eigentlich viel frustrierender zu wissen, dass ihr noch kein Allheilmittel gefunden habt, um uns kämpferisch in die Knie zu zwingen? Zu wissen, dass unsere kommenden Aspiranten zu 50% ein Team sind, gegen welches ihr ebenso machtlos wart? Zu wissen, dass uns gelang, zweimal kurz nacheinander ein renommiertes Tag Team zu schultern, gegen das ihr einen großen Krieg letztlich verloren habt?“

Ein Schniefen, ein Kopfschütteln - dann blickt er beide wieder ernst an.

Cardigan: „Eigentlich bin ich kein Freund davon, die zweifelhaften Machenschaften unserer Rivalen zu kopieren … ihr habt mal davon gesprochen, dass wir das einzig wahre Team in der PCWA sind. Jetzt sagen wir euch: fangt endlich mal an, wahre Gegner für uns zu sein. SO seid ihr es jedenfalls nicht.“

Aggressiv fletscht Ashfield die Zähne. Rogue schüttelt vielsagend den Kopf und schaut despektierlich zu den Partners, als er die Hände zur Seite ausbreitet.

Connor Rogue: "Hallo?! WIR stehen doch hier vor EUCH und verlangen nach einem Match!!! Weil wir euch endlich kämpferisch in die Knie zwingen wollen!!! Wir finden es nur abstoßend, dass ihr, die Champions, es nicht genauso möchtet! Denn für euch gilt dasselbe, Cardigan. Oder nenne mir Tag und Ort, wo ihr uns kämpferisch in die Knie gezwungen hättet!?"

Der Wirbelsturm blickt in bester Eastwood-Manier auf und lächelt kalt. Er weiß, dass es nicht ganz koscher war, aber ein Versuch ist es wert...

Cardigan: „Manchester war zum Beispiel ein guter Anfang…“

Der Kanadier will den Einwurf kopfschüttelnd weglachen ... doch der leichte Schmerz von damals sitzt trotz der Schützenhilfe noch tief. Sein Partner übernimmt.

Sean Ashfield: "Statt uns zu sagen, dass wir ein Match gegen euch bekommen, müsst ihr alte Geschichten an Land ziehen. Wir haben gegen Carnageddon und Happy Hour verloren, ja, aber wie wir schon eben gesagt haben, in der XAW gezeigt, dass wir aus Niederlagen lernen! Dass wir erneut besser geworden sind. Auch wenn wir damals schon, als wir unser A-Game brachten, beide genannten Teams an einem Abend besiegten... Out of Ashes 2018... so sind wir heute noch konstanter und fokussierter. Haben nochmal an Stellschrauben wie unserer Ernährung geschraubt, Körperfett brutal runtertrainiert und miteinander bis in die Nacht Gegner studiert, Moves eingeübt. DAS hat uns zurück gebracht. Sieg um Sieg."

Connor Rogue: "Aber ihr wollt das nicht sehen, nicht akzeptieren... Lieber schön beim Alten bleiben. Schönes PCWA-first-Denken. PAH! Wird wirklich Zeit, dass Smash hier übernimmt..."

Matt bringt sich mit gekonntem Schwung auf der Couch in eine Sitzposition. Trent möchte erst etwas erwidern - doch angesichts Matts hochrotem Kopf geht er lieber verbal aus der Schusslinie.

Stone: „So, jetzt sperrt mal schön die Lauscher auf, ihr impotenten Gonokokken-Models - wer sagt eigentlich, dass das nicht passieren oder noch kommen wird?“

Kurz blicken sich Connor und Sean an. Mit einem Mal scheint der Ärger der Ex-Union-Champions ein wenig wie verflogen. Und das trotz der üblichen Titulierung a la Stone. Der indes erhebt sich nun und tritt an die Seite des Wirbelsturms.

Stone: „Ihr habt euer Standing und wir unseres. Nem Fights stünde im Grunde nix im Wege. Allein der Weg dahin ist der Falsche. Ihr kommt wie die hinterletzte Gully-Wichse dahergelatscht und fordert Kraft eurer aufgeblähten Säcke Titelmatches ein, nur weil ihr euch für Big Shots haltet. Wir haben das auch durch. Und jetzt kommt ihr mit derselben Masche rüber, aber nu isses legitim? Nix da, Freunde! Daher sagen wir euch für den Moment: trabt ab, ihr Klappstühle! Wenn, dann wird das nach unseren Regeln gespielt.“

Rogue schüttelt nur den Kopf und winkt ab. Der alte Adrenalin-Level ist wieder da.

Connor Rogue: "Das werden wir noch sehen!"

Und damit macht Rogue auf dem Platz kehrt, um die Kabine zu verlassen.
Matt nickt dem Tempest zu, welcher mit kalter Miene übernimmt.

Cardigan: „Nein, Connor - so ist es und so wird es bleiben, werte Assassins! Unsere Titel - unsere Regeln! Wir sind Fighting Champions und stehen zu unseren Worten. Aber schön der Reihe nach. Erst The Downfall - und nach dem Event dann ihr! Egal, wie das Match beim Rumble auch ausgehen mag. Das ist der Deal. Nehmt ihn an oder lasst es bleiben.“

Doch Rogue hat den Raum bereits verlassen. Nur Sean Ashfield steht dort mit einer Mischung aus angriffslustiger Dynamik und einer Überdosis Kampfeslust.

Die knisternde Spannung ringerischer Vorfreude ist nahezu greifbar in dem engen Raum. Und macht einmal mehr sprachlos … so dass die einzige anwesende Vertreterin des anderen Geschlechts sich erneut zu Wort meldet. Windy nähert sich und schenkt dem verbliebenen Assassin ihr beflissenstes Lächeln.

Windy: „Keine Antwort ist auch eine Antwort. Ich nehme das mal als Zustimmung - in der Hoffnung, dass das nun endlich geklärt ist. Also geh das mit deinem Partner besprechen ... es sei denn, der Herr möchte noch zum Tee bleiben … lieber das Türschloss reparieren … oder anderweitig mit irgendwelchen Muskeln spielen?“

Ashfield blickt sowohl Trent als auch Matt an, als Connor Rogue den Kopf nochmal in die Kabine steckt.

Connor Rogue: "Ihr wollt uns mit einem 'Danach' abspeisen? Damit sollen wir uns zufrieden geben? Komm endlich, Sean! Das sind zwei Politiker, versprechen und versprechen. Aber am Ende kommt nichts bei rum."

Mit einer Mischung aus Belustigung und Ernüchterung ziehen die Partners in Crime ihre Köpfe zurück. Doch Ashfield nickt zustimmend.

Sean Ashfield: "Wenn sportliche Fakten nicht zählen... bessere Argumente ignoriert werden... dann bleibt wohl nur noch eine Ebene."

KLATSCH!!


Aus dem Nichts schnellt Ashfields Bein hoch. Aber nicht nach vorne. Nicht gegen Cardigan. Nicht gegen Stone.

Der Superkick trifft Windy direkt unters Kinn. Ihr Kopf schnappt zurück. Ein dumpfes Stöhnen entfährt ihrer Kehle. Dann knallt sie ungeschützt auf den harten Beton.
Geschockt starrt Cardigan auf seine Frau. Sieht sie fast in Zeitlupe fallen.

Doch. Kann. Nichts... Tun.

Nur noch zur Hilfe eilen. 

Stone, welcher ebenso verdattert dreinblickt, will dem Assassin nur noch nach. Will ihn in die Finger kriegen, ihn vernichten, blutig hauen.
Ashfield aber ist aus dem Raum gelaufen - und wird vom hochhechtenden wie nachwetzenden Maschinengewehr krachend gegen die Gangwand gedonnert. Doch ein Clothesline von Connor Rogue schickt Matt zu Boden, sodass die Assassins die Gelegenheit zur Flucht nutzen.
Matt rappelt sich auf, orientiert sich.

Stone: "WO SEID IHR???"

Matt schaut nach links, nach rechts. Läuft den Flur entlang... ehe er irgendwann stehen bleibt.

Stone: "AAAR!"

Stones Herz pumpt ihm immer noch Adrenalin bis zum Hals, als er kurz später zurück in die Kabine kehrt, wo Cardigan am Boden kniet und die bewusstlose Windy in den Armen hält.
Ashfield ist weg. Matt kann nur den Kopf schütteln. Das Brodeln ganz tief drin ist in diesem Moment unüberhörbar.

Doch das ist nichts, verglichen mit ...

... mit den letzten Bildern geht es in eine Großaufnahme von Cardigans Gesicht, der aufblickt: eine einzelne Träne rinnt die Wange herab … aus unmissverständlich schmalen Augenschlitzen voller Unerbittlichkeit.


Vincent Craven: "Was zur..."

Mike Garland: "Endlich reicht es den Ring Assassins mit der Hinhalte-Taktik. Ab heute wird sich endlich gewehrt. Das scheint eine Lehre zu sein, die sie aus ihrer Niederlage gegen Burning Phönix gezogen haben."

Vincent Craven: "Zuerst attackieren sie Gordon Banes, jetzt Windy... Es sieht eher so aus, als hätten die beiden den Verstand verloren."

Mike Garland: "Oder endlich den Biss erworben, den es in der PCWA braucht, um Beachtung zu finden. Bisher wurden sie immer übergangen, jetzt muss man eben mal auf sie hören. Auch eine Jona Vark."

Vincent Craven: "Mit solchen Methoden werden sie erst recht keine Kandidaten für das Cotatores Titlepic, so viel ist sicher."

Mike Garland: "Du glaubst die Partners in Crime lassen das auf sich sitzen?! Das kann ich mir selbst bei diesen zwei feigen Lackaffen nicht vorstellen."

Vincent Craven: "Von wegen feige! Die Assassins sind doch direkt geflüchtet wie Schuljungen. Wahrscheinlich direkt ins XAW Hauptquartier, wo Securitys sie beschützen... Oder in die Dunkelheit dort. Sieh hin, da sind sie doch!"


------------------ PCWA ------------------

Seit ungefähr einer Viertelstunde sitzt er nun im Dunkeln der Umkleidekabine. Anfangs war alles nur schwarz, dann erwuchsen langsam Silhouetten, Gestalten und Figuren in unterschiedlichen Grau-Nuancen daraus. Die Lüge lächelt unhörbar. Er ist eins geworden mit der partiellen Nacht, die in diesem Raum vorherrscht. Er fühlt sich ein wenig so, wie sich Richard Ramirez, der Night Stalker, gefühlt haben muss, als er einst in den 80ern in Kalifornien auf die willkürliche, aber tödliche Jagd nach Menschen ging. Mächtig. Verwegen. Ein wenig, er kann es nicht von der Hand weisen, göttlich.

Vor der Tür sind ein paar Worte zu hören von der nur Teilstücke für die Lüge zu erkennen sind. Die eine Stimme gehört Draven LaVey. Selbst durch die Tür ist eine gewisse Aufregung zu hören, er will direkt zu einem Termin weitergehen. Mit wem? Ohne jeden Zusammenhang könnte es klingen, als würde er auf einen Markt gehen, hier in der Halle aber kann man annehmen, dass es sich um einen Termin mit Leuten aus der Marketingabteilung handelt. Nun ist die andere Stimme zu hören, Christian Sanglier beruhigt den anderen und wünscht ihm viel Glück. Es sind noch ein paar andere Wortfetzen zu hören, Antonio Maldicão ist wohl in der Halle aber auch bei einem Termin. Ohne etwas Böses zu erahnen, ist Christian Sanglier damit alleine an der Tür.

Die Lüge vernimmt ein Ruckeln am Türgriff. Er macht sich nicht einmal groß die Mühe, sich zu verstecken. Sangliers Weg aus dem Licht ins Dunkle wird ihn für den Moment blind machen. Und für noch mehr Ablenkung hat er ohnehin gesorgt. Jede Muskelfaser von Arrows Körper ist bis zum Zerreißen angespannt. Das Metall der Bärenfalle in seiner Hand ist eiskalt und doch schmiegt es sich perfekt an seine Haut. Die Lüge presst die Zunge gegen den Gaumen.

Surprise, Motherfucker!

Der Keiler tritt ins Dunkle, seine Hand geht zum Lichtschalter. Eine Handlung, die nebensächlich erscheint und ihm zeigt, wie sich das Leben als Zivilist von seinem Leben als Soldat unterscheidet. Als Soldat war er es gewohnt gewesen Räume zu betreten und sofort nach Gefahren zu untersuchen, instinktiv als Reflex zu unterscheiden, wer ein Risiko darstellt und wer nicht. Auf eine Gefahr wird reagiert. Gemäß den Grundlagen des Ckose Quarter Battle hat er gelernt sofort auf eine Bedrohung zu reagieren und den Überraschungsmoment umzudrehen, dafür zu sorgen, dass ein Angreifer direkt unter Druck gerät. Nachts auf dunklen Straßen hat er kein Problem damit, dort hat er es immer im Hinterkopf. Aber hier? In einem "ungefährlichen" Umfeld? Hier wäre ein kaputter Lichtschalter nur ein kaputter Lichtschalter. Das komplette Fehlen des Schalters allerdings macht ihm schlagartig klar, wie falsch die Einschätzung in diesem Moment ist. Er hat nicht einmal mehr die Gelegenheit zu fluchen.

Eiserne Haifischzähne schlingen sich um Sangliers linken Unterarm, während anheimelnd eine farbverschmierte, beinahe clown’eske Fratze aus der Dunkelheit schnellt und sich an das obere Ende desselben Armes schmiegt. Riesige, ewig weit aufgerissene Augen reflektieren den trüben Lichteinfall der Gänge der PCWA-Katakomben, starren beinahe senkrecht nach oben Sanglier ins Gesicht.  

Arrow: „Ein Tag der Finsternis und Dunkelheit ist's, ein Tag des Gewölks und der Gewitternacht… der abmontierte Lichtschalter war es, der dich aus dem Konzept gebracht hat, nicht wahr, Schweinchen?“

… presst die präparierte Bärenfalle nur wenige Millimeter weiter zusammen…

…Sanglier stöhnt leise auf…

Arrow: „Ich glaube, wir haben uns letztes Mal noch nicht so wirklich richtig kennen gelernt, Pre-Show-Sanglier. Ich bin mir sogar recht sicher, dass das irgendwie noch nicht alles gewesen ist. Wenn ich mich recht entsinne, wolltest Du Dich noch mit blutigen Fingern nach vorne ziehen, wenn Du am Boden liegst, selbst wenn Du Dich nur noch mit blanken Knochen im Boden festkrallst…“

…noch ein paar Millimeter…

…die Lüge presst die Stirn gegen Sangliers verschwitzten Hinterkopf…

…kotzt die Worte mehr, als dass er sie spricht…

Arrow: „Nun, wer wäre ich denn verdammt noch mal, wenn ich Dir dabei nicht helfen könnte? Los, zieh an!“

Arrow drückt seinem Gegenüber eine Hundeleine in die freie Hand.

Arrow: „Na los, mach schon!“

Ihm war zuvor nie bewusst gewesen, wie viele Fehler aus taktischer Sicht schon darin bestehen können, wie man nach einem Lichtschalter greift, nicht bis zu diesem Moment. Und er hätte nicht damit gerechnet, dass nun ein anderer Teil seiner Ausbildung aktiv wird.

 

In diesem Moment erwacht nicht der John Rambo in ihm, mit dem man bei einem potentiell gewaltbereiten Menschen mit guter militärischer Ausbildung rechnen würde, sondern eine andere Figur. Sie ist nüchtern und analysierend. Er fühlt sich so klar wie in den Momenten auf den Schiffen, wenn er der erste war, der durch eine geöffnete Tür ging, um einen Raum zu sichern, potentielle Bedrohungen zu erkennen und zu beseitigen. Er spürt die Seite in sich, die gelernt hat einen Käfig zu errichten in dem Angst und Panik wie Tiere in einem Zoo gefangen waren. Präsent, aber ohne Macht über ihn. Er betrachtete die Situation und schätzte seine Chance ein. Normalerweise würde er aus dieser Situation heraus kämpfen, aber der kalte Stahl ändert die Situation enorm. Durch ihn stehen keine Blutergüsse, Platzwunden und Egokränkungen auf dem Spiel, durch ihn kommt eine konkrete Gefahr hinzu.

 

Das bewusste Eindringen in den Unterarm ist mental nicht einfach. Man muss die Bereitschaft besitzen die Muskeln einer anderen Person zu verletzen, Bänder, Sehnen und im Fall der Innenseite auch Arterien. Als Folge wäre hier eine dauerhafte Schädigung möglich. Einen solchen Angriff traut er der Lüge nicht zu. Dafür betrachtet Sanglier die Gefahr einer unkontrollierten Bewegung an dieser Waffe als hoch. Ein wütender Ruck, eine unkontrollierte Bewegung und der Stahl könnte tief in seinem Fleisch stecken. Ohne Angst und ohne ein Ego, das ihn ablenkt, gibt es in dieser Situation nur eine Option, die Kapitulation. Welches Leid kann die Lüge ihm zufügen? Körperliche Qual? Sanglier hat in seiner Ausbildung eine körperliche Belastung überstanden, die kräftige Männer dazu gebracht hat zu schreien, um nicht aufzugeben. Seelische Qual? Nach seinem Eignungstest bei der Bundeswehr wurde ihm klar und unmissverständlich erklärt, worin die Gefahren beim Kampf gegen Terror und Piraterie liegen. Die Risiken im direkten Einsatz und die Gefahren falls er unter feindliche Kontrolle gerät.

Trotzdem hat er unterschrieben.

Er ist bereit der Lüge diesen Sieg zu gönnen. Er wird jede Erniedrigung überstehen und jeden körperlichen Angriff ertragen. In gewisser Weise hat dieser Angriff für den Keiler sogar seine Berechtigung. Die Lüge wurde im Ring von einem Rookie unterbrochen und verbal angegriffen. Jede Handlung hat ihre Folgen und die hat man zu aktzeptieren. Wenn die Lüge es nicht übertreibt, bleibt es vielleicht sogar hierbei. Ein Nehmen und Geben von Formen der Gewalt. Ausgleichende Gerechtigkeit.

Sanglier greift nach der Hundeleine, ruhig und langsam. Und da sieht er sie. Glänzend als ob sie frisch poliert wären ragen weitere Gitterstäbe in seinen Gedanken auf. Sie sind stärker als die Stäbe die Angst und Panik bändigen. Er spürt die angenehme Kälte dieser Stäbe. Für ihn haben sie mehr Macht als Stahl. Sie haben eine Macht wie Cryptonit oder Tiefenstein, denn zwischen diesen Stäben lauert ein alter Bekannter. Er sieht die Bestie in ihrem Käfig, wie sie umherschleicht und einen Ausweg sucht. Dieser Käfig war für ihn der Hauptgrund für seine Zeit bei der Bundeswehr. Er hat den Käfig erzwungen und ihn lange Zeit vermisst. Selten waren die Gitterstäbe so undurchdringlich nach seinem Dienstende, aber heute betrachtet er sie voller Erstaunen. Die Bestie in diesem Käfig zu sehen, gibt ihm ein Gefühl von Freiheit, von Selbstkontrolle, das er nicht beschreiben kann. Die Waffe an der Hand und die Hundeleine sind dagegen kurz vergessen. Die Bestie knurrt tief und bedrohlich. Sie springt gegen die Gitterstäbe aber bleibt machtlos. So lange er kein Tor öffnet, bleibt der Käfig fest verschlossen. Er lächelt und verabschiedet sich vom unkontrollierbaren Zorn, der hier sicher verwahrt ist und konzentriert sich wieder voll auf die Lüge hinter ihm.

All diese Gedanken durchfluten Sanglier und doch sind es nur wenige Sekunden, die in der echten Welt vergehen. Wenige Sekunden, die zugleich die Geduld der Lüge überstrapazieren.

Er presst die Bärenfalle noch einige weitere Millimeter zusammen.

Sieht, wie sich Furchen in den muskulösen Unterarm des Keilers graben.

Die Haut spannt bis zum Zerbersten.

Stille.

Dann endlich.

Erlösendes Klicken.

Die Hundeleine rastet am Hals Sangliers ein.

Mit einer Drehbewegung des Handgelenks schlingt Arrow die Leine um selbiges, ohne zugleich die Spannung von der Bärenfalle zu nehmen. Unsanft drückt er sein Knie in den unteren Rücken Sangliers.

Arrow: „Auf geht’s, Sanglier. Raus hier.“

Zwei Gestalten taumeln in den Hasenbau, den die Katakomben der PCWA darstellen.

Die Deckenbeleuchtung zeichnet das Szenario in blasskaltes Licht.

Sanglier stolpert beinahe, doch Arrow strafft die Leine, um ihn daran zu hindern.

Arrow: „Sei einfach ein braves Schweinchen, right? Ich verspreche Dir, dass ich Dich dann nicht zum Quieken bringe. Du hast mein Wort.“

Kurz bleibt die Lüge stehen. Wuschelt sich mit der Hand, die die Leine hält, gedankenverloren durchs Haar.

Arrow: „Ich weiß, wie das aus dem Mund von jemandem klingt, der sich ‚die Lüge‘ nennt… aber wenn ich so recht drüber nachdenke, ist es ja nicht so, als hättest Du eine Wahl.“

Nun stehen sie da, vor ihnen hängt leblos der Vorhang, der den Backstage-Bereich von der Halle trennt. Ein Stück Stoff nur, das die Sicht verbirgt auf das, was ihre Welt ausmacht.

Adrenalin.

Euphorie.

Blut.

Jubel.

Hass.

Dunkelheit.

Licht.

Gewalt.

Arrow legt sein Kinn auf die Schulter seines Gefangenen. Wie um ihn daran zu erinnern, dass er auch jetzt zu hundert Prozent fokussiert ist, drückt er die Bärenfalle wieder enger zusammen. Wispert Sanglier ins Ohr.

Arrow: „Wir werden jetzt zusammen da rein gehen. Ich habe vor einigen Tagen einen Anruf getätigt und einen Gefallen eingefordert. Ich stehe jetzt in Jemandes Schuld, in dessen Schuld ich nicht stehen sollte. Aber du…“

…der eiserne Biss der Bärenfalle lässt nach…

…das wäre Sangliers Chance…

…vielleicht…

…aber irgendwie, will er wissen, wie es weitergeht…

…mit gebleckten Zähnen berührt Arrow das Ohrläppchen des Keilers…

Arrow: „… du schienst es mir irgendwie wert zu sein.“

Noch bevor Sanglier reagieren kann, stößt Arrow ihn durch den Vorhang.

Folgt ihm sogleich.


Vincent Craven: "Verdammt! Das darf nicht wahr sein! Wieso hilft ihm denn keiner?!"

Mike Garland: "Psst! Da sind sie doch schon."


------------------ PCWA ------------------

Der Vorhang fliegt auf.

Ein Knäuel aus zwei Personen stolpert in die Halle.

Wie ein Mailänder Laufsteg für gebrochene Beine.

Ein Raunen geht durch das Publikum.

Sie sehen.

Sie erkennen.

Eine Lüge führt ein Schwein an der Leine.

Die ersten Zuschauer registrieren die Bärenfalle.

Menschen tippen sich auf die Schultern.

Deuten auf das Geschehen.

Hände werden vor Münder geschlagen.

Die Blitze von Smartphone-Kameras sehen aus wie explodierende Sterne.

Arrow führt seinen Gefangenen die Rampe herunter bis an den Ring, man erkennt einen Cocktail aus Gleichgültigkeit und Widerwillen in Sangliers Blick, während Arrow aufgeregter aussieht, als er es jemals zugeben würde. Am Ring angekommen flüstert er Sanglier etwas ins Ohr. Der Keiler dreht sich vorsichtig um, sieht ihn an, als wolle er sichergehen, dass er richtig verstanden hat. Die Lüge nickt bestätigend. Mit der freien Hand langt Sanglier in eine Tasche von Arrows Kapuzenpullover.

Handschellen.

Als Symbol der ultimativen Macht.

Sanglier zögert. Es wirkt beinahe, als würde Arrow tröstend auf ihn einreden. Damit wird die Demütigung öffentlich ausgetragen und alles, was dem Keiler in dieser Situation bleibt, ist die Erkenntnis, diese Situation ertragen zu müssen. Und wieder greift seine Ausbildung. Er setzt keine Erwartung an das, was passieren wird, denn die Vorerwartung einer Aktion verursacht eine Angst, die meistens in keinem Verhältnis steht. Die Hoffnung auf die Vermeidung einer Bestrafung kann Kontrolle über einen Menschen bedeuten.

 

Ein Ruck geht durch den Körper des Keilers.

Unterhalb der Bärenfalle umschließt die Handschelle sein Handgelenk.

Das andere Ende wird zu einem Ringseil geführt.

Klick.

Sanglier hat sich selbst an das unterste Ringseil gefesselt.

Umgehend lockert Arrow den Biss der Bärenfalle. Nickt Sanglier zu. Wie um zu zeigen, dass er Wort hält. Lässt die Bärenfalle scheppernd zu Boden fallen, gerade außerhalb von Sangliers Reichweite. Er tritt einen Schritt zurück, befestigt zusätzlich das Ende der Hundeleine um das mittlere Seil, tritt noch einen Schritt zurück, streckt dann beide Arme weit auseinander, den eigenen Körper zum Kreuz geformt und rollt sich nach einem letzten Blickkontakt mit Sanglier in den Ring.

Und Sanglier wird zum Zuschauer des Moments. Ohne die Bärenfalle besteht keine ernste Gefahr mehr für ihn. Er spürt die Bestie an ihren Gitterstäben, hört ihre Rufe danach, sich von den Handschellen und der Hundeleine loszureißen, die Bärenfalle zu nehmen und damit auf die Lüge einzuprügeln. Aber in diesem Zustand hat die Bestie keine Macht. Er genießt es mehr, als es sich jemand in dieser Halle vorstellen kann. Er hat die Freiheit, klar und ohne Ablenkung zu denken. Handschellen und Leine sind darauf ausgelegt gegen hohen Widerstand zu halten, also ist es die Mühe nicht wert, jetzt gegen sie anzukämpfen. Die einzige Unsicherheit für Sanglier besteht in seiner eigenen Überraschung über seinen Gefühlsstand. Er hätte nie damit gerechnet, dass er in außergewöhnlichen Stresssituationen noch immer so klar nach seiner Ausbildung vorgeht. Konzentriert und ohne Ablenkung.

Die Lüge setzt sich in der Nähe des Keilers auf die Ringmatte.

Er streicht mit zärtlichen Fingerspitzen über den Ringboden.

Legt den Kopf schräg.

Lächelt verschroben.

Blickt Sanglier unverwandt in die Augen, als am Entrance eine Gestalt auftaucht.

Beachtet nicht, als die Gestalt die Rampe herunterkommt.

Beachtet nicht, als die Gestalt in den Ring steigt.

Seine Augen liegen die ganze Zeit auf Sanglier.

Vincent Craven: „Wir bekommen gerade die Nachricht, dass wir ein zusätzliches Match haben!“

Mike Garland: „Und wie unschwer zu erkennen ist, ist da gerade Apfel Andy in den Ring gekommen…“

Vincent Craven: „… um es mit Jeffrey Ron Arrow aufzunehmen, der hier und heute sein erstes Match seit 2014 bestreitet!!!“

Mike Garland: „Weißt du, gegen wen er damals antrat?“

Vincent Craven: „Ich passe.“

Mike Garland: „Es war ein Tag-Team-Match an der Seite von Kriss Dalmi gegen Chris McFly und niemand anders als Diego Sanchéz!“

4th Match
(Un)chained boar
Regular Singles Match

vs.

(Der erste Fall entscheidet über den Sieg. Als Fall zählen Three Count, Submission, Disqualifikation sowie Count-Out.
-Referee: Johannes Ullrich ; Timelimit: 10 Min)

 

Der Ringgong ertönt.

Unsicher nähert sich Apfel Andy der Lüge. Doch Arrow nimmt weiterhin keinerlei Notiz von seinem Kontrahenten, weiter sind seine Blicke starr auf Sanglier gerichtet, der sich gar nicht erst die Mühe macht zu versuchen, die Handschellen oder die Hundeleine zu lösen.

Das Licht in der Halle wird gedimmt und auf das Geschehen im Ring gerichtet.

Andy beugt sich vor, scheint mit sich zu ringen, ob es eine gute Idee wäre, Arrow anzufassen, zu attackieren. Ruckartig reißt die Lüge den Kopf beiseite. Apfel Andy ist sich für einen Moment sicher, in die tiefste Hölle geblickt zu haben, als Arrow ihm direkt in die Augen sieht.

Noch ehe der Boskop des PCWA-Rosters reagieren kann, hat Arrow mit einer Hand in seinen Mund gegriffen und zieht sich an Andys Unterkiefer in den Stand, deutet dabei mit der freien Hand auf die Deckenbeleuchtung. Wie auf ein abgesprochenes Zeichen richtet sich das Spotlight auf Sanglier, der überrascht einen Arm vor die geblendeten Augen hebt.

Der Ring ist nur noch spärlich von den Ausläufern des Spotlights beleuchtet.

Mike Garland: „Was zur Hölle ist hier los? Ich erkenne nur noch Silhouetten im Ring!“

Vincent Craven: „Es scheint so, als habe Arrow eine Absprache mit irgendjemandem getroffen!“

Im Ring kann man so gerade eben erkennen, wie Arrow Apfel Andy am Kiefer in die Seile schleudert und selbst in den gegenläufigen Seilen Anlauf nimmt … zwei skizzenhafte Gestalten laufen über Kreuz durch den Ring … Arrow nimmt Geschwindigkeit auf …

UND ERWISCHT APFEL ANDY SEITLICH MIT EINEM ROARING ELBOW AM KOPF!

Der Getroffene sackt zu Boden.

Mike Garland: „Ich kann jetzt endlich was mit diesen Notizen anfangen, die hier liegen. Darauf steht, dass Arrow uns heute möglicherweise neue Moves präsentieren würde… dieser hier heißt dann wohl ‚Melancholysion‘ und ist eine Hommage an den Dragon of Melancholy.“

Vincent Craven: „Schau Dir Sanglier an, Mike! Obwohl er angekettet im Spotlight steht, regt er sich nicht ein bisschen.“

Arrow wendet sich von seinem gefallenen Kontrahenten ab, beugt sich über die Seile zu Sanglier.

Arrow: „Kannst Du das Spotlight ertragen, Sanglier? Ist es das, was Du wolltest? Ist es das?“

Und mit diesem Moment verfliegt die Magie des Augenblicks für den Keiler. Es ging nie darum, ihn zu bedrohen. Die Lüge hat nicht vor, Sanglier anzugreifen oder ihn zu verletzen. Sanglier hatte das Spotlight gefordert, Beachtung und eine Chance. Jetzt ist ihm das Scheinwerferlicht aufgezwungen. Und für seine Forderung wird nun Andy bestraft, was ihn aber überraschend wenig belastet. Im Ring oder im Käfig gibt es oft ungleiche Kämpfe. Sie werden Aufbaukämpfe genannt, dabei geht es vor allem darum, dem Publikum einen sicheren, dominanten und beeindruckenden Sieg vorzuführen. Andy ist dabei der Kolateralschaden. In diesem Moment wird Sanglier die Wut bewusst, die sich durch seinen Kopf schleicht. Er kann noch nicht unterscheiden, ob es normale Wut ist oder die Bestie, die ihren Käfig verlässt. Noch kann er sie kontrollieren.

Die Kate Moss des professionellen Wrestlings wendet sich wieder Apfel Andy zu, zieht ihn am Haarschopf auf die Beine, beobachtet ihn nur für den Bruchteil einer Sekunde, dann taucht sein Oberkörper ab, während sein Fuß über den Rücken nach vorn schnellt…

SCORPION KICK!

Mike Garland: „Ich zitiere… ‚ein weiterer neuer Signatur Move von Arrow ist der Scorpion Kick. Er bezeichnet ihn als ‚Adjust your Dreams‘.“

Vincent Craven: „Er scheint die zweite Hälfte des letzten Jahrzehnts genutzt zu haben, um einige neue Moves zu lernen.“

Mike Garland: „Und was passiert da jetzt noch?“

Wieder wendet sich Arrow Sanglier zu. Im Zwielicht erkennt man, wie stoisch der Keiler sein Schicksal erträgt. Arrow tigert derweil hin und her, rauft sich die Haare, er ist das komplette Gegenteil von Sanglier. Dann wischt er sich durchs Gesicht und wendet sich Andy zu. Mühsam zieht er ihn auf alle Viere, stößt ihn dann wie einen nassen Sack aus dem Ring und springt selbst behände hinterher.

Zwei weitere Körper tauchen im Spotlight auf.

Arrow lehnt Andy neben Sanglier an den Mattenrand.

Der Keiler verharrt regungslos.

Andy taumelt, kann sich kaum auf den Beinen halten.

Dann langt Arrow in die Taschen seines Pullovers.

Seitenblick zu Sanglier.

Er hat seine Aufmerksamkeit.

Die Lüge befördert einen Apfel zutage.

Bleckt die Zähne.

Faucht Sanglier an.

Rüde reißt er Andys Mund auf.

Presst den Apfel zwischen dessen Zähne.

Speichel läuft aus Arrows Hassfratze.

Zum ersten Mal zeigt Sanglier eine Reaktion.

Auch, wenn es nur Millimeter sind, die er zurückweicht.

Es sind Milimeter in denen der Keiler eine Entscheidung getroffen hat.

Der Zorn in ihm steigt auf.

Räder in seinem Kopf beginnen, sich zu drehen.

Andy tastet mit fahrigen Fingern nach dem Apfel…

… ein letzter Seitenblick der Lüge zu Sanglier…

… der schüttelt beinahe unmerklich den Kopf…

SUPERKICK!!!!

KISS OF PARANOIA!!!!

Vincent Craven: „OH MEIN GOTT! Hat Arrow gerade …?!“

Mike Garland: „ARROW HAT ANDY EINEN APFEL IN DEN HALS GESUPERKICKT!“

Vincent Craven: „Das ist absolut verstörend…“

Arrow schaut zu Sanglier. Versucht wie eine lauernde Hyäne, in dessen Miene zu lesen. Schaut zu Apfel Andy, der zuckend vor dem Ring liegt, Blut läuft aus seinem Mund. Sanglier schüttelt den Kopf. All das… hätte es nicht gebraucht. Nicht seinetwegen. Nicht für ihn.

Hätte die Lüge Sanglier aufgefordert sich zu entschuldigen, hätte Sanglier es getan. Nachdem er letzten Monat wieder bei Sinnen war, hätte er ihm diese Forderung jederzeit zugestanden.

Wie ein Reptil, wie eine Scheißechse, kriecht Arrow zu Andy.

Wischt das Blut mit bloßen Fingern von dessen Hals.

Totenstille.

Er legt den Kopf schräg.

Stolpert auf Sanglier zu.

Hinein in dessen Reichweite.

Sanglier könnte ihn töten.

Genau jetzt.

Aber nicht…

Heute.

Arrow umfasst die Hände des Keilers.

Schmiert Andys Blut an Sangliers Finger.

An jeden Einzelnen der zehn. Eine endlose Prozedur.

Der Keiler wäre nun in der Lage anzugreifen, aber er ist längst über den Gedanken einfacher Gewalt hinaus. Der Tag gehört der Lüge. Aber für jeden blutigen Finger sieht Sanglier etwas an seinem inneren Auge vorbeiziehen. Ein Glied einer Kette. Ein Angriffsplan. So nah wie sie sich stehen, kann die Lüge den Blick des Keilers klar sehen. Verachtung, Zorn, Wut. Emotionen, die weit über die Abscheu gegenüber einer arroganten Person hinausgehen. Ein Blick, der sagt: "Ich finde dich."

Vincent Craven: „Ich verstehe, was hier passiert, Mike. Obwohl ich es nicht verstehen will. Und ich sehe, dass Sanglier es auch versteht.“

Mike Garland: „Ich verstehe hier gerade gar nichts mehr.“

Vincent Craven: „Sanglier wollte bei Vendetta 154, dass Arrow nicht das Rampenlicht stiehlt. Und er hat Arrow gesagt, dass er sich auch mit blutigen Fingern noch nach vorne ziehen würde… Arrow hat ihm heute alles beschafft: Das Rampenlicht war die ganze Zeit auf Sanglier gerichtet, jetzt hat er Blut an den Fingern, wenngleich es nicht sein eigenes ist…“

…9…

…10…

…double countout…

…doch keiner der drei Männer nimmt das aus verschiedenen Gründen zur Kenntnis.

Arrow schlendert rückwärts.

Hebt die Bärenfalle auf.

Zieht die Schlüssel für Sangliers Handschellen aus der Hosentasche.

Schnippt sie zum Referee.

Ein letztes Mal treffen sich die Blicke von Arrow und Sanglier.

Irgendwo in der Mitte prallen sie aufeinander und ersäufen sich in unbekannten Emotionen.

Dann wendet sich die Lüge ab, während…

… ein Sanitäter-Team an ihm vorbei die Rampe herunter rennt…

… Apfel Andy sich wie ein Fisch in Apfelresten und Blut windet…

… der Referee Sanglier von Handschellen und Halsband befreit…

…Sanglier ihm wortlos hinterher starrt.

Für den Moment verschwindet die Lüge.

Verlässt den Planeten.

Johannes Ullrich sagt etwas zu Sanglier, unverständlich und leise wie die Antwort. Sanglier nimmt die Leine und die Handschellen an sich, offenbar ging es darum. Darauf blicken beide zu Apfel Andy und den Sanitätern. Während im Gesicht des Referees ein besorgter Blick zu sehen ist, blickt Christian Sanglier ohne Anzeichen von Mitleid zu Andy. Fast ist er selbst schockiert.

Jeder Konflikt hat seine unschuldigen Opfer. Sie werden bedauert. Man bietet ihnen Hilfe an. Oder denen, die mehr Glück hatten. Man sorgt sich um die Nächsten, die dieses Schicksal teilen.
Und trotzdem werden die Opfer akzeptiert. Es wird selten offen ausgesprochen. Wer als böse gilt, dem wird zugetraut, unschuldige Opfer zu ignorieren, sie als Werkzeuge zu missbrauchen. Wer als gut gilt, macht so etwas nicht. Die Realität hinter gut und böse hat Sanglier schon vor langem nüchtern zu betrachten gelernt. Er ist nicht böse. Zumindest nicht im Normalfall. Als gut sieht er sich aber auch nicht unbedingt an. Höchstens als besser als die Bösen. Sonst müsste er jetzt Mitleid und Sorge um Apfel Andy spüren. Zumindest etwas. Und er dürfte nicht die Gedanken haben, die ihm gerade durch den Kopf gehen.

Er wendet sich ab und geht.

Er verlässt die Halle und ist im Kopf dabei gerade in einer anderen Welt.

In einer Welt, in der er etwas vorbereitet, das nichts Gutes ist.


Vincent Craven: "Das war... das... war..."

Mike Garland: "...irgendwie geil. Verstörend. Grotesk. Abartig... aber irgendwie auch... gute alte Zeit, eh?!"

Vincent Craven: "Diese Zeit will ich nicht zurück. Jona muss etwas unternehmen, sie muss dieser Lüge Einhalt gebieten. Der arme Andy..."

Mike Garland: "Das ist die Pest, die Jona Vark selbst gerufen hat. Arrow soll doch auch einer der PCWA Retter sein, nicht oder... Das hat sie jetzt davon. Selbst ihre Investitionen sind Wasser auf den Mühlen der XAW... und deswegen haben die es sich wohl gerade auch so richtig gemütlich gemacht."


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Das zweite Mal an diesem Abend sind wir zu Gast in der chilligen Kaminlounge des XAW-Headquarters. Im Gegensatz zum Auftritt von Smash und Poe, hört man diesmal ein Feuer knistern und die Schatten der Flammen sprechen dafür, dass die Lounge für ihren ursprünglichen Zweck verwendet wird. Im Laufe des Abends ist es zwar ziemlich frisch geworden, jedoch dient dieses Feuer nicht der Raumerwärmung sondern eher zur Entspannung, wie damals auf Super RTL.

Ruhe und Regeneration, nichts anderes hat Rob Collins im Sinn. Die Niederlage gegen Shadow und sein Aus für den Brawlin' Rumble kann er verschmerzen und die Blessuren, die er vom Fight gegen den Schatten davon getragen hat ebenfalls, doch der sonst so gefühllose Kalifornier trauert um seinen Großvater. Auf seine eigene Art und Weise.

Die müden Beine von sich gestreckt hängt Rob in einem der Ohrensessel, das Bar Cart direkt neben ihm. Doch einen Drink wird er nicht nehmen, er war noch nie jemand, der den Kummer ertränkt. Im Mund rollt er stattdessen eine Zigarre hin und her, eine Cohiba Behike für einen besonderen Anlass. Zeitgleich mit der Zigarren-Akrobatik betrachtet Rob eine Taschenuhr, die ihm sein Großvater schenkte. Mehrmals klappt er sie auf und zu, liest die eingravierte Widmung und lässt die Worte sacken. Schließlich steckt er die Taschenuhr weg und kramt einen Zigarren-Cutter aus seiner Hosentasche. 

Nachdem er die Zigarre am richtigen Ende angeschnitten hat, ist es an der Zeit, sie zu entzünden. Rob betrachtet die Zigarre und dreht sie leicht zwischen Daumen und Zeigefinger, damit die heiße Flamme des Zigarrenfeuerzeugs alle Tabaklagen gleichmäßig entzünden kann. Nach diesem Vorgang, der Toasten genannt wird, folgt nun die Phase, in der die meisten Züge von der Zigarre innerhalb kurzer Zeit genommen werden. Dies dient dazu, die Zigarre endgültig zu durchglühen, damit es eine anständige Rauchentwicklung gibt. Collins genießt diesen Prozess und legt schließlich den Kopf in den Nacken. Genußvoll bläst er Rauchringe an die Decke und schaut ihnen nach.

"Wow. Ich habe noch nie jemanden gesehen, der eine Zigarre mit soviel Liebe raucht."

Die Worte, welche ganz ohne Ironie gesprochen wurden, zaubern Collins tatsächlich ein leichtes Lächeln auf die Lippen. Allerdings liegt dies weniger an den Worten, sondern am Sprecher. Es ist Shay Abeytu, den Rob ohne hinzuschauen identifizieren konnte und der sich nun auf einem zweiten Ohrensessel nieder lässt. Abeytu's Blick fällt direkt auf das Bar Cart.

Shay: "Du wirst doch wohl nicht zum Alkohol greifen, nur weil du einen Fight verloren hast."

Diesmal schwingt ein Hauch von Ironie mit, Rob reagiert mit einem Augenzwinkern.

Rob Collins: "Touché. Doch wie du beim genaueren Hinsehen erkennst, habe ich keinen einzigen Schluck getrunken. Ich bin nicht der Typ, der seine Probleme mit Alkohol löst. Ich stelle mich den Dingen und denke darüber nach. Mit dieser Methode bin ich bisher immer ziemlich gut gefahren."

Shay: "Ist das wirklich immer so? Irgendwie habe ich das Gefühl, dass du heute Abend irgendetwas verdrängen möchtest. Deine Vorstellung bevor das Match gegen Shadow angeläutet wurde, war zwar beeindruckend. Allerdings war mein Eindruck während des Kampfes, dass du gar nicht zum Rumble willst oder mit dem Kopf ganz woanders bist. Ich tippe zweiteres, sonst macht die Vorstellung davor keinen Sinn. Den Eindruck, dass du nicht ganz bei der Sache bist, hatte ich sogar schon, als die zwei Holzköpfe bei meinem Training aufgetaucht sind. Du warst überraschend zurückhaltend."

Abeytu fixiert Collins, dessen Reaktion ist, dass er sich wieder zurücklehnt und Ringe in die Luft pustet. 

Shay: "Schon wieder. Da ist etwas, dass den Talentschmied Rob Collins belastet. Es geht mich nichts an, schon klar. Allerdings ist die unbekannte Seite eines Menschen die Seite, die einen am meisten interessiert. Wie ist der echte Rob Collins?"

Rob Collins: "Du hast wirklich Recht, es geht dich überhaupt nichts an."

Der Mann aus dem Golden State spricht diese Worte mit sanfter Stimme und nimmt ihnen so die Härte.

Rob Collins: "Und vielleicht bist du ein schlechterer Menschenkenner, als du denkst. Immerhin stellst du dir die Frage, warum Menschen Gewinner lieben. Dabei ist die Erklärung so einfach."

Collins ist nun wieder in seinem Element und sitzt Ruck-Zuck aufrecht in seinem Sessel. Er beugt sich vor und bietet Shay eine Zigarre an, dieser lehnt dankend ab.

Rob Collins: "Sieger wissen, dass sie auf keinen Fall eines tun dürfen und das ist jemals aufgeben. Sieger versuchen es immer wieder. Interessant ist vor allem, wie sie dies tun. Es ist nicht nur Willensstärke, Halsstarrigkeit, angeborener Mumm oder Disziplin. Sieger handeln mit einer „Jetzt-erst-recht“-Einstellung, lassen sich nicht von Schwierigkeiten entmutigen. Für den Verlierer hat ein Fehlschlag die Endgültigkeit eines Grabsteines. Das lässt ihn den Mut verlieren - und er gibt auf. Sieger sehen in Fehlern Wegsteine durch das Wasser. Sieger sehen das Positive. Es gibt für sie keine wirklichen Fehlschläge, sondern lediglich Rückmeldungen. Warum sollte man von diesen Attributen nicht beeindruckt sein?"

Shay: "Alles eine Frage der Perspektive. Viele Gewinner sind bereit andere Menschen zu opfern, nur um einen anderen Menschen zu besiegen. Eine Eigenschaft, die alles andere als Positiv ist."

Wieder pustet Rob ein paar wunderschöne Ringe in die Luft, er scheint Übung darin zu haben. Ein weiterer Zug an der Zigarre, während er das Minenspiel von Abeytu genauestens studiert. Die Hoffnung diesen Mann zu überzeugen lebt. Es braucht noch ein paar kleine Argumente, dann wird er ziemlicher sicher sein Schüler sein.

Rob Collins: "Manchmal muss man für den eigenen Erfolg Opfer bringen, Shay. Wenn du es jedem Menschen Recht machen willst, kannst du nie ganz nach oben kommen. Schau dir die Präsidenten der U.S.A. an, schau dir Weltstars wie Michael Jordan, Tom Brady und Tiger Woods an. Alle dieser Menschen konnten ihre Ziele nur erreichen, weil sie ohne Rücksicht auf Verluste gehandelt haben. Es geht einfach nicht anders. Als Ja-Sager kommt man in dieser Welt nicht weit und deshalb brauchst du jemanden wie mich. ICH bin ein Gewinner, mein Fehlschlag heute interessiert mich schon gar nicht mehr. Ich habe bereits neue Ziele."

Er nickt Shay lächelnd zu, bedeutet soviel wie: Ja, du bist mein neues Ziel.

Rob Collins: "Ich bin jemand, der dir zeigen wird, wie man die Ellenbogen einsetzt. Marc musste ich es ebenfalls beibringen und meine Methoden waren alles andere als sanft. Dennoch ist er mir dankbar, denn vor ein paar Jahren war er nur ein junger Mann mit Feuer in den Augen. ICH habe dieses Feuer geschmiedet. Schau ihn dir heute an. Und genau dieses Feuer, dieses Pontenzial, sehe ich in deinen Augen, du kannst soviel erreichen, wenn du es nur zulässt."

Stille. Man sieht jedoch wie die Mühlen im Kopf von Shay arbeiten, dann knackt es im Kamin.

Shay: "Bevor wir vorhin unterbrochen wurden, waren wir bei meiner Niederlage vom Spring Survivor PPV stehen geblieben. Erklär du mir als Fachmann, woran es lag? Weshalb habe ich diesen einfachen Sieg aus der Tasche gegeben?"

Rob Collins: "Du warst mental nicht bei der Sache, was wahrscheinlich wirklich an der Match-Konstellation lag."

Eine clevere Zwickmühle gebaut von der XAW-Spitze. Gewinnt Shay ist er dankbar, verliert er, kann man ihn mit dem Argument ins Team bringen, dass man ihn besser macht. Abeytu weiß es zwar nicht, aber er hat keine andere Chance.

Shay: "Ganz toll, danke für nichts."

Collins hebt mahnend seine Hand.

Rob Collins: "Manchmal lodert zuviel Feuer in dir. Das muss die irische Seite in dir sein. Doch das spielt jetzt keine Rolle. Wie ich am Anfang der Show bei deinem Training sagte, trainierst du unglaublich hart, doch du brauchst eine andere Art von Training und genau dafür bin ich der Spezialist. In meinem Kopf habe ich den Plan für dich schon erstellt, jetzt musst du nur noch wollen."

Shay: "Wenn das so eine Mr. Myagi-Scheiße ist, dann hab ich kein Bock drauf. Ich bin bestimmt kein Wrestler geworden, um dein Haus zu streichen und um dadurch irgendwelche Techniken zu lernen. Das funktioniert doch nur im Film."

Rob beugt sich wieder ein Stückchen vor und schaut Shay direkt in die Augen. Er gibt ihm zu verstehen, dass es nicht diese Art von Training sein wird und Shay versteht. Das "Grüne Blatt" nickt und Collins schmunzelt. Dann lässt sich der Kalifornier in den Sessel zurückfallen.

Shay: "Ich muss sagen, deine Worte imponieren mir. Es sind allerdings nicht die Worte, die du direkt zu mir sagst. Deine Speech vor dem Match um dein Rumble Ticket, hat mir die Augen geöffnet. Du bist ein Mann, der die Wahrheit ausspricht. Deswegen glaube ich, dass du mir weiterhelfen kannst. Ich gebe dir die Chance, dich als mein Trainer zu beweisen. Bring mich an die Spitze, Rob!"

Rob Collins: "Dann sind wir uns also einig. Und jetzt kannst du mir endlich erzählen, was mit deinem Gesicht passiert ist. Diesmal meine ich nicht das Facepaint."

Die Dämmerung auf Shay's Gesicht bricht schneller herein als am Äquator. Schreckliche Gedanken an seine Entführung schießen wie Blitze durch seinen Kopf, hätte er sich nur damals schon für Team XAW entschieden, wäre alles nicht passiert. Er wird es nicht zugeben, aber auch diese Aktion von Lara hat seine Entscheidung pro Team XAW beeinflusst.

Shay: "Lara Lee! Sie war der Meinung, dass ich für ihre Niederlage gegen Marc verantwortlich bin. DAS war ihre Reaktion."

Rob Collins: "Sobald ich dich Fit gemacht habe, wirst du Lara dafür bezahlen lassen. Ich will diese irre Schlampe schon lange aus dem Verkehr ziehen, jetzt ist es wohl endgültig an der Zeit."

Rob erinnert sich an Vendetta 140, als er gegen Lara Lee im Ring stand und sie ihn ohne Grund mit einem Stuhl attackierte. Eine Attacke, die ihm fast die Teilnahme am letzten Rumble kostete... und heute schließt sich der Kreis. Shay winkt jedoch ab.

Shay: "Lara Lee ist auf meiner Prioritätenliste nicht auf Platz 1. Ich möchte an die Spitze der XAW. Ich möchte Idioten wie Delacroix, Parkhurst und den Eagles zeigen, dass ich besser bin als sie. Danach erst kommt irgendwann Lara an die Reihe."

Rob Collins: "Gemeinsam werden wir DEINE Ziele erreichen, Shay. Es gibt allerdings auch Ziele, die wir mit dem Team XAW erreichen möchten. Wenn Smash uns hier in Berlin braucht, dann müssen wir bereit sein."

Shay nickt, auch das hat er verstanden.

Rob Collins: "Und was ist eigentlich mit dir und dem Brawlin' Rumble? Bist du angemeldet?"

Shay: "Nein, ich habe mich nicht angemeldet. Meine Prioritäten liegen in der XAW, deshalb habe ich darauf verzichtet."

Collins fährt sich durch den angegrauten Bart und nimmt wieder einen Zug seiner Cohiba Behike.

Rob Collins: "Warten wir erstmal ab. Wenn ich, als dein Trainer, der Meinung bin, dass der Rumble genau das richtige für dich ist.... Werde ich einen Weg für deine Teilnahme finden...."

Der Taskmaster ist wieder am Start und lächelt zufrieden in die Kamera. Mit einem erstmals an diesem Abend zufriedenen Rob Collins endet die Übertragung aus der Kaminlounge.


Vincent Craven: "Schade. Er hat es wirklich getan. Shay Abeytu hat sich mit Rob Collins eingelassen und damit auch an Smash gebunden..."

Mike Garland: "Es ist das einzig Vernünftige für ihn, Vince. Wie kannst du immer nur wollen, dass alle untergehen. Wenn er an die Spitze will, ist Collins der richtige Mann. Und deswegen sollte der Junge auch am Rumble teilnehmen."

Vincent Craven: "Um den Zwecken von Kevin Smash zu dienen, ja?!"

Mike Garland: "Natürlich, um sich mit den Besten der Besten zu messen! Ein gutes Abschneiden beim Rumble hat schon Manchen von Jetzt auf Gleich zum Star gemacht."

Vincent Craven: "Davon träumen zweifellos viele, Mike. Sogar ältere Wrestler, wie wir im zugespielten Video sehen werden..."


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…Tage vor Vendetta 155…

Ballonartige Kuppeldächer, überzogen von kaleidoskopischen Spinnennetzen, bilden das obere Ende von zerfetzten, entehrten und verlebten über 120 Meter hohen Stelen. Sie erheben sich mitten aus dem Grunewald, Monumente amerikanisch-deutscher Geschichte. Was einst eine US-Abhörstation in der ehemaligen DDR war, ist heute ein wiederbelebter Lost Place, durch dessen Venen die Ideen zahlloser urbaner Künstler*Innen aus der ganzen Welt fließen: Der Teufelsberg. Etage für Etage ist gezeichnet von Straßenkunst, mehrere Meter große Porträts von Legenden wie Lemmy von Motörhead werden ergänzt von kunstvoll gestalteten Miniatur-Fußballfeldern und liebevoll errichteten Kräutergärten, doch alles ist nur eine Haut, so vergänglich wie der einstige Sinn der Gebäude selbst, denn Artists von überall her bewerben sich dafür, sich für einen verzweifelten Moment verewigen zu können. Nur einmal der Vergänglichkeit zu trotzen, bis die nächste akzeptierte Bewerbung eine weitere morbide Schicht aufträgt, deren Zeit bereits beim Auftragen abgelaufen ist.

Es ist früh am Morgen, vielleicht sieben Uhr, sieben Uhr dreißig. Geöffnet wird erst um elf, das heißt, es ist noch viel Zeit. Und doch ist Jeffrey Ron Arrow aufgeregt. Aufgeregt, ob er kommen wird. Ob er ihm verzeihen kann. Ob er verstanden hat. Selten sah die Lüge so gut aus, wie heute. Das Haar natürlich, ungefärbt, kurz geschnitten, es lässt ihn trotz der mehr werdenden grauen Strähnen jünger wirken. Etwas Haarwachs hat für mehr Struktur gesorgt. Er trägt einen schwarzen Doppelreiher, der unterste Knopf ist selbstverständlich geöffnet. Die passende schwarze Anzughose endet über den Knöcheln, die schwarzen Kniestrümpfe sind zart weiß rautiert und stecken in rahmengenähten, ebenfalls schwarzen Daniel-Hechter-Lederschuhen. Unter dem Doppelreiher blitzt ein weißes Hemd hervor, Hugo Boss, sowie schwarze Hosenträger und eine locker gebundene, knallrote Fliege.

Seine Silhouette zeichnet sich vor einem orangegelben Himmel ab, während die Sonne über Charlottenburg aufgeht und die Lüge weit über hundert Meter über dem Abgrund auf prophylaktisch zusammengebohrten Europaletten, die eine Art Absperrung darstellen, steht und sehnsüchtig in eine undefinierte Ferne starrt. Hinter ihm ist eine Decke ausgebreitet, groß genug für zwei Liebende, groß genug für zwei Freunde, groß genug für zwei Hassende.

Sie ist bestückt mit einer reichhaltigen Auswahl verschiedenster Delikatessen, die Arrow für ein gemeinsames Frühstück kredenzt hat: Sonnengereifte Tomaten schmiegen sich an bereits geöffnete Avocadohälften, ein Korb mit handflächengroßen, aber zuckersüßen Mangos, prallen Granatäpfeln und ihrer Königin, der Ananas, steht neben einer Variation verschiedener Ciabattasorten: Olive, Nuss, Peperoni. Auf einem rustikalen Holzbrett liegen Viertel von Parmesan, frisch gereiftem Pecorino, Blauschimmelkäse in Cranberry-Hülle und Bergkäse mit Trüffelstücken. Auf einem Bett aus Rucola ist frisch geschnittenes Carpaccio aus der Lende serviert, darauf reflektieren kleine Kapernäpfel das warme Licht der erwachenden Sonne. Auf kleineren Tellern sind nebeneinander angerichtet: Pulpo im eigenen Saft mit kleinen Zitronenscheiben, Anchovis mit einer Note Chili, Tunasteak in Safranöl, Wachteleier on point gekocht, sowie gebratene Blutwursthappen mit Sardelle gespießt auf kleine Zahnstochern mit silberner Fassung.

In der Mitte der Decke steht eine Kerze.

 Das Wachs verläuft spiralförmig in weißen und roten Bahnen. Ihre Flamme leuchtet gedankenverloren, ganz ohne zu flackern, ganz ohne Regung.

Dahinter stehen zwei Gläser neben zwei blauen Flaschen Fiji-Mineralwasser. Das eine Glas ist noch unberührt, weil der Gast noch nicht da ist, das andere unberührt, weil Arrow seinen Gin Tonic (Hendricks auf Dry Gin, ein größeres Stück Gurke) in der Flasche gemischt hat und diese auf das offene Auge des Abgrundes starrend bereits geöffnet in der Hand hält. Er fühlt sich ein bisschen wie die Scheiß Mary Poppins, nur mit einer Pulle Gin Tonic statt einem Regenschirm. Supercalifragilistiexpiali-gin-tisch.

Hinter dem dargebotenen Picknick befindet sich eine der Zwischenwände dieser Etage des Teufelsberg. Darauf ist ein Graffiti zu sehen, Donald Trump zu Füßen von Kim-Jong Un, der ein „Public Enemy“-Shirt trägt, während Trump den Todesstern auf der Hand balanciert. Beide befinden sich mit gigantischen Goldfischen in einem Wasserglas, darüber kreuzt in stilisierten schwarzen Buchstaben der Schriftzug „Two lost souls swimming in a fishbowl“. Die Lüge lächelt, hat er den Platz für das Picknick doch mit Bedacht gewählt.

Dann...

        ...shshshshsh...

                          ...Schritte im maroden Treppenhaus...

                                                          ...leise ertasten Sohlen die einzelnen Stufen...

                                                                                                     ...Arrow tritt vom Abgrund zurück...

                                                                                                                                                       ...klatscht freudig in die Hände...

                                                                                                     ...den Gin Tonic zu Füßen...

                                                         ...als er endlich um die Ecke kommt...

                 ...und sein wunderschönes Antlitz zeigt...

    ...seine verbundene Seele...

MAD DOG!

Mad Dog: "Wow."

Des Night Fighters Blick fällt auf Jeffrey Rons Statur, auf den Gin zu seinen Füßen, die ausgebreitete Decke mit den Köstlichkeiten - bleibt hier und da hungrig haften. Gespreizte Avocados und Carpaccio aus der Lende spülen Speichel in seine Mundhöhle, als seine sehnsüchtigen Augen schließlich auch den empor steigenden glühenden Feuerball über Charlottenburg erfassen.

Auch wenn ihn alles heran lockt, alles hinzieht: Nahe und ferne Aussicht. Der süßlich pikante Geruch opulenten Frühstücks. Vogelgezwitscher. Das Gefühl frei zu sein, sofern er dort oben stünde.
Innere Verbundenheit...

Zu dem Mann, dessen Lederschuhe in seine Richtung deuten und dessen freudestrahlender Mund unter den glitzerndernden, mit einem Funken kindlicher Begeisterung gespickt, wild umher tanzenden Pupillen, sich bereits öffnen will, um ihn zu begrüßen. Hätte der Hund nicht die Hand gehoben.

Und seine Einladung aus der Hand gleiten lassen.

Arrows Augen folgen dem Papier, wollen es aufhalten - erhaschen die liebevoll in blauer Tinte geschwungene Handschrift, Fetzen seiner minutiös gewählten Worte. Der Mund der Lüge bangt, ehe der Brief sang- und klanglos auf den Steinboden fällt.

Mad Dog: "Erinnerst du dich an unser letztes großes Gespräch, huh?! Und nein... ich meine nicht Sandys Beerdigung, nicht die Momente, wo du auf Isabell aufgepasst hast oder bei Yai warst. Ich spreche von dem Tag, als du dem Wrestling den Rücken zukehrtest: Vendetta 100!"

Er streicht sich über die Haut an der Stirn. Dorthin, wo sich Elevens Attacke mit dem Feuer in sein Fleisch brannte. Schaut jedoch zum Boden hinab.

Mad Dog: "Du hast mich auf der Fahrt ins Krankenhaus begleitet - nach diesem Match gegen 11. Sagtest mir, dass dies nicht deine Welt sei... Aber doch die meine. Und ich stimmte dir zu!! Wusste ich doch um meine Liebe für dieses Geschäft, für diese Liga, die PCWA... Eine Liebe, die du niemals würdest teilen können... und die du daher woanders suchen musstest. Außerhalb des Wrestlings. Es war ein Moment voller Erkenntnis und... wir begruben unseren Hass, unsere Feindschaft. Endlich. Nach. all. den. Jahren.. spürten wir zum ersten Mal die brüderliche Verbundenheit, die wir zuvor nur fühlten, wenn wir den anderen ohnmächtig geprügelt oder halb tot in den Armen hielten..."

Zum ersten Mal an diesem Morgen hebt die unbekannte Konstante seinen Kopf empor. Schaut in die Augen der Lüge. Erst jetzt erkennt man seine feuchten Lider.

Mad Dog: "Es ist einer der schönsten Momente meiner Karriere!"

Kurz durchflutet die gemeinsame Erinnerung ihre Gedanken.

Mad Dog: "Weil es ein ehrlicher Moment war. Weil unsere Fehler so offen lagen, dass wir über sie springen konnten. Und weil wir uns deswegen gegenseitig erwiesen, was wir beide seit jeher wollten und suchten."

Arrow: "Geliebt zu werden."

Stumm nickt der Fighter. Während sie sich beide in die Augen schauen.

Mad Dog: "Warum riskierst du, das wegzuwerfen?!"

Nun ist es an der Lüge, den Kopf zu senken. Er sieht aus wie ein trauriger Scherenschnitt vor der morgendlichen Sonne, die kraftvoll durch seine Gin-Flasche strahlt. Wie ein trauriger Scherenschnitt mit einem Diamanten in der Hand. Sein Blick geht fast senkrecht nach unten. Er sieht etliche Meter unter sich weiße Planen, die abgerissen wie längst vergessene Gespenster im seichten Wind des Morgens zu einer Melodie tanzen, die nur sie hören. Langsam hebt er den Blick. Weiß, dass Mad Dog seine Tränen im Gegenlicht nicht sehen kann. Weiß, dass er an seiner gebrochenen Stimme dennoch erkennt, dass sie da sind.

Arrow: "Wegen Dir."

Er trinkt einen weiteren großen Schluck.

Taumelt dem Abgrund entgegen.

Arrow: "Es ist immer alles... alles nur wegen Dir."

Ein weiterer Schluck.

Irgendwo da unten taucht ein Reh auf einer Lichtung auf.

Verschwindet wieder.

Arrow springt von der Europalette auf festen Grund.

Geht auf den Hund zu.

Nie entschlossener.

Nie klarer.

Arrow: "Ich wollte nach Dir sehen. Ich hatte gehofft, dass Deine Liebe für all das hier endet, bevor sie Dich auffrisst. Das war mein innigster Wunsch, über all die Jahre. Ich hatte so, so sehr gehofft, dass Du diese Liebe vernichten könntest, bevor sie Dich vernichtet."

Er lässt sich gedankenverloren neben den Hund auf den Boden sinken. Fühlt sich vertraut. Nicht mehr allein. Geliebt. Und doch irgendwie weggestoßen. Setzt abermals den Gin an, schüttelt dann den Kopf und bricht ein Stück des Walnussbrotes ab, belegt es mit den Chili-Anchovis und beißt ab. Schiebt die Flasche Gin noch ein Stück weiter.

Arrow: "So... bin ich nicht mehr. Ich war einfach nur so aufgeregt, ob Du kommen würdest. Ob ich erklären darf, warum ich gelogen habe."

Die Töle starrt ihn eine Weile an. Beobachtet wie seine Zähne das Brot zermalmen, die Spannung seiner Kaumuskulatur. 
Dann seufzt der Hund und setzt sich neben die Lüge, die ihn dankbar anhimmelt. Riecht den betörenden Duft von Issey Miyakis L'eau D'issey pour Homme an dessen Handgelenken und Hals.

Während der PCWA Grand Slam Champion seine Hand öffnet und Arrow bedeutet, mit seinen Erklärungen zu beginnen, fährt er mit den Augen bereits über die Köstlichkeiten. Schließlich greift er erst nach einem Stück Brot, dann nach dem Blauschimmelkäse, um an beidem ein Stück abzubeißen. 
Nun schaut er kauend in Arrows Gesicht.

Die Lüge schluckt den letzten Bissen seines Brotes hinunter. Greift mit spitzen Fingern in den vor Öl triefenden Pulpo. Isst mit Genuss das Lebewesen, das beinahe ähnlich schlau ist, wie die Menschen. Nur nicht so grausam. Schüttet sich einen Schluck des Fiji-Wassers in eines der Gläser. Ohne die edle Flasche... sieht das Wasser irgendwie gewöhnlich aus. Er blickt den Night Fighter an.

Arrow: "Ich gönne Dir alles..."

Trinkt einen Schluck. Macht die Pause länger, als sie sein müsste, um ihr die Bedeutung zu schenken, die sie verdient.

Arrow: "... alles Glück und jeden Erfolg, den Du in der PCWA und sonstwo in diesem Business erreichen kannst. Von Herzen. Zehnfacher Gerasy? Mach es! Fünfzehnfacher XAW-Champ? Bitte! Ein Kleiderschrank voll von diversem Merch mit Deinem Antlitz und Deinen Namen? Gekauft! Erstrahle in dem Spotlight, das Dir zusteht, sei der Engel, der die Hall of Fame gottgleich macht... all das... ich gönne es Dir von Herzen. Aber doch weiß ich auch..."

Ein Käsemesser zerschneidet erst die Luft, dann den trüffelhaltigen Bergkäse. Er führt das Stück zum Mund, verliert sich erst im Geschmack, dann in Gedanken... denkt an all die, die auf dem Weg gefallen sind... Joy Hammer... Ares... Rome Schull... Bronco Buster... Amias The Shock (es fröstelt ihn unweigerlich)... und diese Namen sind nur der Gipfel eines koordinatenlos navigierenden Eisbergs in diesem Meer aus Gewalt und Tragik. Ohne es zu merken, zerrt die Lüge an seiner Fliege, um sich Luft zu verschaffen. Furchen zeichnen sich zwischen seine Augen.

Arrow: "... dass dieser Weg Dich zu einem anderen macht. Wir haben alle unsere Geschichten, die ihre Pointen durch den Butterfly Effect schreiben. Doch bei Dir ist es ein ganzer Schwarm Nachtfalter, die Dich daran hindern, Deinem inneren Kompass zur Glückseligkeit zu folgen."

MD rollt mit den Augen. Bei seinem verächtlichen Ausschnauben fliegt ein speichelumflossener Brotkrumen auf die Tischdecke.

Mad Dog: "Pah! Willst du mir unterstellen, dass mich der Goldrausch zerstört? Dass ich für den Gerasy alles vergesse und opfere, was mir heilig ist? Nein, Jeffrey. Dass dies der falsche Weg ist, habe ich im cWc gelernt."

Kurz lächelt die Lüge aus Erinnerung an Jamaika, wo sie sich beide bekriegten.

Arrow: "Hättest du es nicht schon gelernt haben müssen, als du dich mit The Shock versöhnen wolltest, den du für einen Schatz verstümmelt hattest?!"

Mad Dog: "Jeffrey!"

Erbost reißt der verrückte Hund die Augen auf. Diese Geschichte mit The Shock war uralt, doch auch sie verband Arrow und ihn auf ewig.

Mad Dog: "Du bist nicht mehr so... meintest du eben. Nun, ich bin es auch nicht mehr! Du weißt, wie ich meine Regentschaft als Undisputed Gerasy angegangen bin. Als Niemands-Champion wollte ich die PCWA von diesem System, das immer größere und abartige Opfer fordert, immer grausamere Machenschaften, immer mehr Blut, befreien. Das System von innen heraus sprengen. Denn ja, auch ich war diesen Machenschaften erlegen."

Arrow greift sich eine Tomate, wirft sie in die Luft, zerquetscht sie in der Hand. Während er beobachtet, wie der Saft an seiner Hand herunterläuft... sein Handgelenk erreicht... im blütenweißen Hemd verschwindet... schaut auch der Hund fasziniert zu, sein Seelenverwandter, der zugleich so nah und doch unerreichbar scheint. Für einen Moment weicht die Spannung aus dem Augenblick. Für einen Moment ist es greifbarer, dass sie ihre Wangen aneinander drücken und in eine Richtung starren, als dass sie sich mit lösungsfernen Anschuldigungen voneinander stoßen. Doch dann kann Arrow nicht anders...

Arrow: "Und? Bist du zum Erlöser der PCWA geworden?"

MD schließt kurz die Augen. Beißt sich auf die Zunge.
Dann schnappt er sich eine Serviette, wirft sie JRA zu.

Mad Dog: "Der Schlächter war besiegt, doch mit meiner Haltung erschuf und rief ich neue Dunkelheit. Eleven und seine Mannen, die Hybris des Azrael Rage und... auch die Lüge kreuzte auf."

Dieser lächelt, legt die Serviette beiseite und leckt sich aufreizend den an verwässertes Blut erinnernden Tomatensaft von Hand und Handgelenk.

Arrow: "Und das System, dass du von innen heraus sprengen wolltest, entpuppte sich als Hydra. Und du warst der einsame Ritter in nachtschwarzer Rüstung, der Kopf um Kopf abschlug, rasend im Kreis zirkulierend wie ein fanatischer Uhrzeiger auf der Suche nach der richtigen Zeit und egal, wohin Du schlugst... es reichte nicht. Immer und immer wieder wuchsen neue Köpfe nach, vielleicht mit mehr und schärferen Zähnen, vielleicht auch nicht, aber auf jeden Fall mit mehr Energie und neuer Kraft."

Die Lüge erhebt sich. Schaut zu Mad Dog herab. Empfindet Mitleid und irgendwie doch nichts anderes als Liebe. Er lehnt sich an eine der Steinmauern, fährt vorsichtig darüber, bis sich kleine Kiesel lösen, beobachtet, wie sie zu Boden fallen, wenige Zentimeter rollen und dann geduldig dort liegen bleiben, bis sie von irgendeinem Touristen zufällig an den nächsten Ort geschossen werden, an dem sie verweilen können.

Arrow: "Und es kam, wie es kommen musste, right? So, wie es immer kommt, so wie es schon die ältesten Geschichten der Menschheit übermitteln - Du bist gefallen. Das Schicksal war nicht gnädig mit Dir, Dir passiert all das, was du vorher von Gier zerfressen selbst mit den damals umjubelten Helden getan hast. Zum Schluss drückt dir Dalmi eine Drogenspritze ins Fleisch, so wie du es einst bei mir getan hast! Und verbittert und high, wie du warst, wurdest du vom Erlöser zum Judas. Oder wie du es nanntest: Simargl. Ironie des Schicksals..."

Er greift nach einer weiteren Tomate. Beäugt sie teilnahmslos. Hält dann inne. Hält die Luft an. Fährt herum. Presst die Zähne zusammen. Spannt den Körper an. Schleudert die Tomate an die Wand... ihre Reste laufen trostlos in das überdimensionierte Fischglas, ohne dass sich die Farbe des Wassers ändert.

Arrow: "Aber jetzt?! Jetzt ist alles anders? ... Besser?"

Mad Dog: "Als S1 stemmte ich mich gegen die eigene Nichtigkeit, das eigene Versagen und das Abrutschen in den Sumpf. Die Idee war richtig, nur die Mittel waren die falschen. Ich fühlte mich so sehr von meiner Liebe verraten und verkauft, dass ich sie selber... und auch mich selbst verriet, ja. Aber auch das ist ein Kapitel in meinem Leben, aus dem ich gelernt habe. Diese Erfahrungen trage ich in mir und werde den Teufel tun, sie zu wiederholen!"

Arrow nickt. Atmet aus. Seine Schultern sacken herab.

Arrow: "Gut! Und wie geht's Yai damit?"

MD zieht verwundert den Kopf zurück. Verschluckt sich fast.

Arrow: "Dem kleinen Jeffrey?!"

Der Mundwinkel der Töle zittert.

Arrow: "Isabell?!"

Wie die Salven eines Maschinengewehrs feuert die Lüge die Namen der Personen, die die Töle so sehr liebt, stakkatoartig nacheinander ab.

Nun bebt auch die Unterlippe des Night Fighters. Er schaut hinab.
Doch die Köstlichkeiten vermögen die trüben Gedanken nicht aufzuhübschen.

Die Lüge hebt entschuldigend die Hand. Deutet auf die Gin-Flasche. Nimmt dem Moment die Emotionen durch ein allzu menschliches Bedürfnis.

Arrow: "Ich muss pinkeln. Ich komme gleich zurück."

Er verschwindet hinter der Mauer, die das Fischglas zeigt, geht noch ein paar Meter weiter, vorbei an einem überdimensionierten Graffiti einer Frau, die den Mittelfinger zeigt, huscht hinter eine weitere eingelassene Wand... stockt... ein Gemälde zeigt einen stilisierten Bären, der lachend über einem Menschen steht, dessen Bein in einer Bärenfalle steckt. Die Bärenfalle ist dabei als physischer Gegenstand in die Wand eingearbeitet. Zögernd geht die Lüge auf das Gemälde zu. Ein innerer Drang verleitet ihn dazu, an der Falle zu ruckeln... sie gibt... Zentimeter... für Zentimeter... nach... liegt... frisch geboren... in seinen schwitzigen Händen.

Visionen der Gewalt durchzucken ihn.

Er zwinkert heftig.

Spürt den Schweiß auf seiner Stirn.

Er braucht diese Bärenfalle.

Und sie braucht ihn.

Noch ehe er weiter über seine Entscheidung nachdenken kann, zückt er sein iPhone. Führt es an sein Ohr, während in der anderen Hand die Bärenfalle liegt. Seine Stimme klingt betäubt, selbst als er flüstert.

Arrow: "Ich brauche einen Kampf. Bei Vendetta 155."

Er nickt.

Arrow: "Danke. Ich schulde Ihnen etwas."

Der Blick ist leer.

Oh, so leer.

Er pinkelt.

Versteckt die Bärenfalle auf der anderen Seite der Fischglas-Wand.

Kehrt zurück zur Töle.

Das Lächeln füllt den Blick wieder.

Hofft er.

Mad Dog hat sich wieder erhoben. Schaut in die Ferne, auf die bereits aufgegangene Sonne. Hört die Lüge nahen, doch wendet sich nicht zu ihr.

Mad Dog: "Ich kann deine Sorgen verstehen, Jeffrey. Und ich verstehe jetzt auch, warum du mich belogen hast. Schließlich sind es auch Yais Sorgen. Und ebenso meine. Denn ich wollte nicht wieder in die PCWA zurück, wollte es wirklich wie du machen. Dem Wrestling den Rücken zukehren. Ohne Abschied. Einfach aus der Therapie heraus. Kein großes letztes Match. S1margl als letztes Kapitel des verrückten Hundes... Aber ich kam vor allem wegen Yai zurück - konnte mit meinem Lafayette-Deal auch sie und ihr cWc freikaufen. Und schon ist man wieder in diesen Zirkeln. Kreisläufe von Erfolg und Misserfolg. Auf- und Abstieg... Ich habe versucht, mir verlorenes Vertrauen zurück zu erarbeiten. Bei den Fans ging es leicht. Bei James war es schwer. Und bei Yai ist es nahezu unmöglich. Aber ich gebe diesen Kampf nicht auf - und ich werde sie nicht noch einmal ziehen zu lassen."

Er schüttelt sich. Es war eine verzwickte Lage - und dass sich Lara Lee in seine privaten Angelegenheiten einmischte, ließ ihn nicht mehr besonnen handeln.

Mad Dog: "Aber ich will auch mich selbst nicht noch einmal verlieren, Jeffrey. Und nur ein World Title... eine Regentschaft als XAW World Heavyweight Champion... kann mir beweisen, ob ich am Ende ein wahrer Champion bin oder doch auf ewig..."

Arrow ist neben ihn getreten und hat einen Arm um seine Schulter gelegt. Die Lüge nickt, denn er weiß erneut, was Mad Dog sagen will. Und so schauen sie sich beide an.

"HEY!?"

Die beiden fahren herum.

Sehen im Augenwinkel einen Security auf sie zukommen. 

Arrow schaut Mad Dog an.

Mad Dog schaut Arrow an.

Es ist nur der Bruchteil einer Sekunde.

Sie fahren herum.

Die Lüge tritt die Picknickdecke in die Richtung des Securitys.

Parmesanbrocken, Splitter der Ginflasche und Fetzen des Carpaccios beschreiben einen grotesken Regenbogen vor der Sonne Charlottenburgs.

Dann rennen beide los.

Der Security ist wie vom Donner gerührt.

Spurtet ebenfalls los.

 Mad Dog und Arrow rennen um die nächste Steinwand.

Arrow stolpert beinahe bei dem Unterfangen, die Bärenfalle während des Laufens einzusammeln.

Die Töle sieht es nicht.

Die Lüge fängt sich.

"STEHENBLEIBEN!"

Doch weder die Lüge noch der Night Fighter denken daran.

Sie rennen und rennen.

Erreichen die enge Treppe. Verschwinden dort, mehrere Stufen aufeinmal nehmend, in der Dunkelheit.

Sie kichern.

Schreien wild durcheinander.

Erleben ein Coming-of-Age-Abenteuer, das ihnen das echte Leben niemals erlaubt hat.

Hier und jetzt sind sie zu zweit alleine.

Und nur sie können die Sprache des wilden Herzens des jeweils anderen verstehen.

Sie sind hier

nach all den Jahren

und sie leben noch.

Sie sind nichts als Skizzen eines sommerhaften Berliner Frühlingsmorgens.

 

Mike Garland: "Doch wieder versöhnt?! Man, ich hatte jetzt übles Blutvergießen erwartet, doch stattdessen lediglich Tomatensaft..."

Vincent Craven: "Das mit Apfel Andy hat für heute gereicht, Mike. Ich bin gespannt, ob das bei Mad Dog wieder ein Umdenken bewirkt. Denn ob er mit der Lüge nach dieser Andy-Aktion wirklich noch lachend über Mauern springen will?!"

Mike Garland: "Wie wir heute gesehen haben, ist die Lüge auch voll und ganz in Mad Dogs Charackter eingezogen! Und deswegen hat er den Kampf um Yai, den er hier noch kämpfen wollte, verloren. Es bleibt ihm nur noch das Match gegen Poe."

Vincent Craven: "Du hast Recht, Mike. Heute haben wir vom Hund und von Arrow Schlimmes gesehen. Da wirkt das Video fast wie ein verlorenes Paradies... und ich kann nur hoffen, dass die beiden es wiederfinden."

Mike Garland: "Wie das mit dem Paradies so ist, müssen wir erst abwarten - tatsächlich bemüht sich allerdings Uriel Genesis nun Marc Poe aus seinem zu vertreiben. Main Event Time, liebe Fans."


------------------ PCWA ------------------

Jane Nelson: "Kommen wir zum Main Event der aktuellen Vendetta-Ausgabe... "

 

 

Jane Nelson: "Der Herausforderer... aus Vatikanstadt... 2,01 Meter groß bei einem Gewicht von 139 Kilogramm... UUUUURIEEEEEEEEEEEEL GEEEEEEEEEEEEEEEENEEEEEEEEEEEESIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIS!"

Am Entrance erscheint Uriel Genesis in Begleitung von Vater Merrin. Der Hüne trägt den bereits bekannten weissen Ganzkörperanzug, der mit Petruskreuzen übersät ist. Die Boots hingegen sind schwarz. Das Publikum spendet höflichen Applaus, mehr aber nicht. Die Fans wissen noch nicht, wie sie den Mann aus dem Vatikan einordnen sollen.

Mike Garland: "Da ist sie also, Jona Vark's neue Marionette."

Vincent Craven: "Du musst es natürlich wieder übertreiben."

Mike Garland: "Sage ich etwa nicht die Wahheit?"

Vincent Craven: "Nein. Uriel Genesis steht für die PCWA!"

Mike Garland: "Also Jona's Marionette."

Vincent Craven: "Ich gebs auf... "

Zufrieden lehnt sich der Mann im Hawaaihemd zurück. Uriel Genesis slidet derweil langsam in den Ring, während der Pfarrer am Apron Stellung bezieht. Genesis begibt sich in die Ringecke, während die Ringsprecherin wieder das Kommando übernimmt.

Jane Nelson: "Und sein Gegner... der Undisputed Gerasy Champion der PCWA... sowie XAW World Champion... MAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAARC POOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOE!!!"

 

Proudly Presents

"The Greatest of All Time" MARC POE

 

 

 

 

Es wird direkt gebuht und gepfiffen bis der Arzt kommt, trotzdem wird die Marc Poe Entrance-Show unbeirrt fortgesetzt. Ein grauer Schleier bildet sich nun auf der Stage, dann schießen gelbe und rote Lichtstrahlen aus den Schweinwerfen und bilden den XAW-Scorpion in XXL. 

 

ARE YOU READYYYYY???

 

Feuerwerkskörper explodieren, die Pyroshow startet und Marc Poe betritt gemeinsam mit Kevin Smash die Bühne. Die Legende weiterhin im Rockeroutfit und Marc in seiner typischen Ringkleidung, dazu der Undisputed Gerasy, welcher lässig über die linke Schulter des Marylanders gelegt ist. Zufrieden betrachten die Poekings ihre Show und warten entspannt bis zum Ende, erst dann geht es im gemächlichen Schritt den Gangway entlang.

 

Another place I find to escape the pain inside
You don't know the chances, what if I should die?
A place inside my brain, another kind of pain
You don't know the chances, I'm so blind!

 

Smash hat offensichlich ein paar wichtige Tipps für den Marylander, hinter vorgehaltener Hand spricht er in Marc's Ohr, dieser reagiert jedesmal mit einem Kopfnicken. Ob der Champ die Worte seines Chefs überhaupt registriert, werden wir wohl nie erfahren. Es darf zumindest bezweifelt werden, denn Poe ist eindeutig im Tunnel. Er nimmt seinen heutigen Gegner sehr ernst und ist voll konzentriert... Vollkommen zurecht... Immerhin sorgten beide Attacken von Uriel Genesis dafür, dass Poe mehr Sterne als Nikolaus Kopernikus bei klarem Himmel sehen konnte. 

 

Deeper and deeper and deeper
As I journey to live a life that seems to be a lost reality
That I could never find a way to reach my inner self esteem is low
How deep can I go in the ground that I lay
If I don't find a way to sift through the grey that clouds my mind
This time I look to see what's between the lines

 

Der Mann mit dem Man-Bun slidet in den "Squared Circle", während der Smasher draußen bleibt. Poe wirft dem Pater und dem Bruder einen bösen Blick zu. Ohne weitere Showeinlagen begibt sich der Marylander in die von Genesis gegenüber liegende Ecke, ein weiteres Zeichen dafür, dass er sich keine Unaufmerksamkeit erlauben kann. Ein letzter tiefer Atemzug und schon ist Poe in Kampfstellung.


Main Event
Fighting Champion
Regular Singles Match
Undisputed Gerasy
Bild
vs.
Bild
Bild
(Der erste Fall entscheidet über den Sieg. Als Fall zählen Three Count, Submission, Disqualifikation sowie Count-Out.
-Referee: Sven Nitzschke; kein Timelimit)

 

Der Ringrichter bedeutet beiden Kämpfern, in die Ringmitte zu kommen. Marc Poe hat die Lippen zusammen gepresst und die Fäuse geballt. Bei Genesis ist keine Regung zu erkennen. Nitzschke erläutert nochmal die Regeln und gibt dann dem Zeitnehmer das Zeichen... doch bevor der die Glocke läuten kann springt der AlieraTron an.

 

 

Vincent Craven: "Wie schön, die Chefin beehrt uns mit ihrer Anwesenheit."

Mike Garland: "Auch das noch... "

Die Fans sehen das anders, brechen sie nun in sehr laute Jubelstürme aus. Die Boss-Lady geht in Richtung der Fans winkend die Rampe hinunter, natürlich dicht gefolgt von Mister Joshua. Jeans, schwarze Sneaker und ein PCWA T-Shirt. Das ist Jona Vark im Jahr 2021. Sie wirft dem Mann aus Maryland ein spöttisches Lächeln zu, doch der zeigt keine Regung. Sie steuert, nachdem sie das Ende der Rampe erreicht hat, direkt das Kommentatorenpult an.

Mike Garland: "Oh Gott, bitte nicht. Muss das denn sein."

Vincent Craven: "Es wird immer interessanter."

Mike Garland: "Was muss ich noch alles ertr... Miss Vark! Welche Freude sie zu sehen!"

Trieft es aus Mike's Mund, was Jona mit einer hoch gezogenen Augenbraue quittiert. Vincent  Craven hat derweil einen Stuhl sowie Headset besorgt. Die Chefin nickt dankend, nimmt Platz und stülpt das Gerät über den Kopf. Mister Joshua positioniert sich schräg hinter ihr.

Vincent Craven: "Miss Vark, was verschafft uns diese Ehre. "

Jona Vark: "Wie immer souverän, Mister Craven. Nun, ich dachte mir, das Debut von Uriel Genesis kann ich mir live nicht entgehen lassen."

Mike Garland: "Nicht eher die Tracht Prügel, die der XAW Champion bekommen könnte?"

Jona Vark: "Sie meinen sicher den Undisputed Gerasy Champion der PCWA, richtig?"

Mike Garland: "Unerhört! Ich... "

Vincent Craven: "Natürlich meint er das, Miss Vark. Und nun konzentrieren wir uns auf das Match."

Die Boss-Lady lächelt milde, während Garland eine beleidigte Schnute zieht, Der Ringrichter schaut leicht genervt drein, gibt nun aber das Zeichen. Und es geht los!

 

*DING! DING! DING!*

 

Nitzschke geht drei Schritte zurück. Doch der erwartete Ansturm beider Kämpfer bleibt aus. Uriel Genesis steht wie eine Salzsäule in der Ringmitte, während Marc Poe seinen Gegner eingehend taxiert. Scheinbar wirkt er etwas ratlos, konnte er sich nicht wirklich auf sein heutiges Matchup einstellen. Und so entscheidet er sich für das, was ma als Doppelchampion tut... und sich auch heraus nehmen kann...

 

SLAP!!!

 

Mit lautem Klatschen trifft die Hand von Poe die Wange von Genesis. Dessen Kopf ruckt zur Seite und man kann kurz einen Blick auf das jugendhaft wirkende Gesicht des Geistlichen erhaschen. Doch nur für den Bruchteil einer Sekunde. Dann schwingt der Kopf wieder in die ursprüngliche Position und die Haare bedecken wieder das Gesicht. Der Marylander kneift die Augen zusammen. Doch er fackelt nicht lange und verpasst Genesis eine erneute schallende OHRFEIGE! Diesmal auf die andere Wange. Doch wieder geht dessen Kopf in die Ausgangsposition und er rührt sich weiter nicht.

Mike Garland: "Was für ein Stumpfhirn."

Vincent Craven: "Fundierte Analyes mal wieder."

Jona Vark: "Lassen sie nur, Mister Craven. Dafür wird Mister Garland schließlich bezahlt."

Die Spitze sitzt und Mike schmollt erneut. Im Ring hat derweil Marc Poe einen fragenden Blick in Richtung der Legende geworfen. Der macht mit der Hand eine kreisende Bewegung, bedeutet seinem Champ, er soll weiter machen. Gestikuliert, getan. Der ehemalige Hafenarbeiter schnappt den Arm von Genesis und whippt ihn in die Seile! Scheinbar ohne jegliche Gegenwehr lässt der Hüne es geschehen und federt in die Seile... holt Schwung... Marc Poe rennt los...

 

RUNNING SHOULDER BLOCK!!!

 

Doch Genesis bleibt einfach stehen! Fast schon ungläubig schüttelt Poe den Kopf. Doch er begreift, dass er hier keine Pause einlegen darf. Und so federt er seinerseits in die Seile und jagt auf seinen Gegner zu... SHOULDER BLOCK! Doch erneut bleibt Genesis ungerührt stehen! Kevin Smash tobt wie ein Derwisch ausserhalb des Rings. Marc Poe nähert sich nun bis auf wenige Millimeter mit seinem Gesicht an das seines Gegners. Doch keine Regung. Er macht einen Schritt zurück, wischt sich den leichten Schweissfilm von der Stirn und spritzt diesen dem großen Mann ins Gesicht. Dann federt er erneut in die Seile und jagt erneut auf Genesis zu...

"URIEL!"

Schallt es aus der Kehle von Vater Merrin! Einen Sekundenbruchteil ruckt dessen Kopf zum Pfarrer, dann wieder zu Poe! Der setzt eine LARIAT an... doch Genesis duckt sich darunter hindurch! Marc nimmt Fahrt auf, federt erneut im Seil ab und rast auf seinen Gegner zu...

 

SUPERKICK!!!

 

Der Doppelchampion hebt ab, steht kurz horizontal in der Luft und landet dann hart auf der Matte! Der Smasher begräbt das Gesicht in den Händen, während Vater Merrin sich bekreuzigt. Und Uriel Genesis? Steht erneut reglos im Ring und beobachtet seinen Gegner, der sich, auf der Matte liegend, das Kinn hält.

Vincent Craven: "Ich befürchte, dass Genesis respektive Vater Merrin ihre Drohung wahr machen wollen."

Mike Garland: "Und welche?"

Jona Vark: "Den Sünder zu bestrafen, Mister Garland. Den Sünder zu bestrafen."

Sagt sie und bedenkt Kevin Smash, der die Chefin wütend anfunkelt, mit einem entwaffnenden Lächeln. Der zückt sein Handy und tippt hektisch eine Nummer ein.

Mike Garland: "Mit wem er wohl telefoniert?"

Jona Vark: "Gegebenenfalls erkundigt sich Mister Smash, ob der Wert seiner Promotion gerade gefallen ist."

Vincent Craven: "So schlagfertig kenne ich sie gar nicht, Miss Vark."

Jona Vark: "Es sind verrückte Zeiten, Mister Craven. Da muss man sich entsprechend anpassen."

Mike Garland: "Und mir wird gleich schlecht."

Der Smasher hat sein Telefonat beendet und grinst verschlagen in Richtung der Bosslady. Im Ring hat sich Marc Poe derweil wieder berappelt und kniet im Ring. Doch diesmal wartet Genesis nicht ab und stapft auf den Doppelchampion zu. Unsanft wird dieser an seinem Man-Bun nach oben gerissen und in die Seile gewhippt... der Marylander federt ab und kommt wieder auf seinen Gegner zu... und der regaiert!

 

POWER SLAM!!!

 

Wieder muss Poe auf die Matte... und erneut macht Genesis keine Anstalten, einen Pin anzusetzen, sondern erhebt sich un steht kerzengrade im Ring, die Augen auf seinen am Boden liegenden Gegner gerichtet.  Und erneut bekreuzigt sich der Pfarrer ausserhalb des Rings.

Mike Garland: "Wieso pinnt er nicht?"

Vincent Craven: "Es wird eine Bestrafung. Wie angekündigt."

Jona Vark nickt lächelnd. Die Blicke mit dem Smasher treffen sich erneut. Und der ist not amused. Verständlich. Uriel Genesis greift derweil erneut in die Haarpracht des Doppelchampions, doch der kontert mit einem FAUSTSCHLAG in den Magen! Doch der Hüne lässt den Bun nicht los und reisst den Champion nach oben! Doch der lässt nun einen KICK in den Magen von Genesis folgen! Aber Uriel lässt immer noch nicht los! Also...

Vincent Craven: "Das passt zur Fairness der XAW."

Mike Garland: "Genauso fair, einem Rookie direkt ein Titelmatch zu geben, nicht wahr, Miss Vark?"

Jona Vark: "Ich denke nicht, dass sie das etwas angeht!"

Die Schärfe in der Stimme der Chefin ist eindeutig, doch Garland grinst lediglich süffisant. Genesis ist derweil im Ring drei Schritte zurück gewankt und hält sich das Gesicht. Marc Poe hat Zeige -und Mittelfinger in den Augen des großen Mannes versenkt! Marc Poe nimmt sofort Anlauf...

 

SINGLE LEG DROPKICK!!!

 

Genesis wird zurück ins Seil geschleudert! Marc Poe bringt sich per KIP UP sofort wieder in eine stehende Position und erwartet den heranstapfenden Uriel Genesis... KICK IN DEN MAGEN!!! Der Mann im weissen Ganzkörperanzug beugt sich nach vorne und der Doppelchampion federt erneut in die Seile...

 

LEG DROP BULLDOG!!!

 

Und zum ersten Mal muss Genesis auf die Matte! Sofort rollt der Marylander den Mann aus Vatikanstadt herum und hakt das Bein ein! Und Nitzschke ist sofort da und zählt den Count!

 

...eins...

 

...KICKOUT!!!

 

Marc Poe wird durch die Luft geschleudert und landet hart auf der Matte. Sofort rollt er sich herum und bringt sich in eine auf einem Bein kniende Position. Ein Raunen geht durch das Publikum. Doch nicht etwa, weil Marc Poe eine Katzen gleiche Aktion durchgeführt hat. Nein. Es ist die Tatsache, dass Uriel Genesis schon wieder breitbeinig in der Ringmitte steht!

Vincent Craven: "Dieser Mann ist einfach unglaublich."

Jona Vark: "Und genau deswegen habe ich ihn unter Vertrag genommen."

Mike Garland: "Wenn wir dann fertig wären mit den Lobhuddeleien? Es gilt hier immer noch ein Match zu kommentieren."

Jona Vark: "Aber.. "

Vincent Craven: "Lassen sie nur, Miss Vark. Das macht er immer wenn er nicht weiter weiss."

Die Chefin nickt wissend, während der Mann im Hawaiihemd stur nach vorne schaut. Der Blick von Genesis geht zu Vater Merrin... und der nickt. Sofort ruckt der Kopf des Mannes in Weiss zu seinem Gegner, der immer noch mit einem Knie auf der Matte verharrt. Der Man aus dem Vatikan stapft nach vorne... und Marc Poe schnellt nach vorne! CLIP gegen das Knie und Genesis knickt ein! Sofort ist der Marylander oben und schnappt den Kopf von Genesis...

 

ELEVATED BICYCLE KNEE STRIKE!!!

 

Mike Garland: "HAHA! Das wars!"

Weder Vincent Craven noch Jona Vark sagen etwas. Hat Marc Poe schon des Öfteren bewiesen, dass dieser verheerende Move nur eine logische Konsequenz haben kann! Denn wie in der jüngsten Vergangenheit hält der Doppelchampion den Kopf seines Gegners fest! Er wirbelt Uriel herum und schiebt seine Arme unter den Achseln seines Gegners hindurch und versachränkt die Hände in dessen Nacken!

Mike Garland: "Irgendwelche letzten Worte, Miss Vark?"

Jona Vark: "Mitnichten."

Mike Garland: "Aber... "

Das Gebrüll von Kevin Smash lenkt die Aufmerksamkeit der Kommentatoren wieder auf das Geschehen im Ring. Marc Poe versucht verzweifelt, seinen Finishing Move anzusetzen, doch Genesis stemmt sich mit dem rechten Bein dagegen. Dann greift er nach hinten und umfasst die Hüften des Marylanders... UND HEBT IHN AUS! Poe's Hände gleiten von Genesis' Nacken weg...

Vincent Craven: "Zu früh gefreut, Mike."

Kein Kommentar! Uriel Genesis hält Marc Poe seitlich einfach in der Luft. Der Marylander nutzt die neu gewonnene Freiheit der Hände und hämmert seine Fäuste abwechselnd auf den Rücken und in die Seiten des großen Mannes. Und der... löst den rechten Arm und verpasst dem Doppelchampion einen ELBOW ins Gesicht! Dessen Kopf schnappt zurück...

Jona Vark: "Was für eine Kraft!"

Unbestritten! Das Publikum applaudiert während Genesis einfach nur im Ring steht und den Champion mit einem Arm seitlich fest hält! Doch dann umgreift er schnell wieder die Hüfte... und springt ab!

 

JUMPING SIDEWALK SLAM!!!

 

Die Ringmatte erbebt ob des Einschlags! Und dieses Mal bleibt er auf Poe liegen!

 

...eins...

 

...zwei...

 

...KICKOUT!!!

 

Shoulder Up! Knapp! Genesis kommt etwas behäbig wieder auf die Beine, während Marc Poe zu den Seilen rollt... und vom Smasher sofort aus dem Ring gezogen wird! Er zieht den Kopf seines Schützlings zu sich und flüstert eindringlich auf ihn ein. Genesis steht derweil wieder regungslos im Ring.

Vincent Craven: "Ich wüsste zu gern, was die da reden."

Mike Garland: "Natürlich besprechen sie die weitere Taktik gegen diesen Unmenschen!"

Jona Vark: "Das denke ich nicht."

Unheilschwanger hallen die Worte der Chefin durch den Äther. Immer noch tuscheln Smash und Poe. Doch dann löst sich der Marylander von der Legende und rollt langsam wieder in den Ring. Smash hingegen zückt erneut das Handy und tippt eine kurze Nachricht. Im Ring taxiert Urile Genesis den Doppelchampion, der ihn wie ein Raubtier umkreist. Nun ist es Genesis, der einen Schritt nach vorne wagt... und direkt in die gestellte Falle läuft!

Mike Garland: "Der Cleverness des Champs hat Genesis nichts entgegen zu setzen!"

Was unser Lieblingskommentator meint ist die Tatsache, dass Poe unter den Armen seines Gegners weggetaucht ist und ihm einen KICK in die Seite verpasst! Der Hüne krümmt sich, und Poe setzt sofort mit einem weiteren KICK in die Seite nach! Und noch einen... UND NOCH EINEN!!!

Vincent Craven: "Marc Poe übernimmt nun das Ruder!"

Mike Garland: "WIrd auch Zeit, nicht wahr, Miss Vark?"

Die Chefin äussert sich nicht. Im Ring tritt der Champion weiter wie ein Wilder auf Genesis ein! Dann verpasst er ihm einen FOREARM an die Stirn! Uriel wankt durch den Ring und Marc Poe federt in die Seile... rast auf seinen Gegner zu... er springt ab... UND WIRD VON GENESIS AM HALS FEST GEHALTEN!!!

Vincent Craven: "Das war der Ansatz zum Superman Punch! Aber Genesis gibt einfach nicht auf!"

Mike Garland: "Komm schon, Marc!"

Unerbittlich hat sich die Klaue des Mann in Weiss um den Hals des Marylanders geschlossen. Der Hammer Gottes dreht den Kopf des Champs, als wolle er seine Beute begutachten. Dann verpasst er ihm einen Tritt in den Magen und wirbelt ihn herum! Sofort fährt er seine Arme unter den Achseln hindurch und verschränkt die Finger im Nacken von Poe... ähnlich wie er es vorhin getan hat...

Vincent Craven: "Das wird der Ansatz zu seinem Finisher!"

Mike Garland: "Was macht Smash da?"

Die Legende gestikuliert wie wild in Richtung des Entrances. Und tatsächlich...

Jona Vark: "Was wollen die hier? Ist das erlaubt?"

Vincent Craven: "Ich weiss es nicht, Miss Vark... "

Was passiert hier gerade? Die Ring Assassins stürmen die Rampe hinunter. Sofort postiert sich Mister Joshua vor dem Kommentatorenpult, was Rogue und Ashfield auch sofort ansteuern! Beide kommen vor dem Assistenten von Jona Vark zum stehen und funkeln diesne Wütend an! Der Ringrichter ist sofort an den Ropes und brüllt in Richtung der Assassins, sie mögen umgehend wieder Backstage gehen. Auf diesem Moment hat der Champ gewartet!

 

UUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUH!!!

 

Ein Raunen geht durch das Publikum. Poe hat nach hinten ausgetreten und trifft Genesis dort, wo es auch einem Diener Gottes weh tut. Er löst den Griff und Marc nestelt an seiner Hose... und befördert einen SCHLAGRING zu Tage! Er streift diesen über und rennt in die Seile... rast zurück...

 

SUPERMAN PUNCH!!!

 

Genesis landet auf der Matte! Sofort streift der Mann aus Baltimore das Foreign Object ab und schiebt es Smash zu, der den Schlagring sofort versteckt! Nitzschke widmet sich ob des Aufpralls wieder dem Geschehen im Ring. Dort hat der Champ den regungslosen Genesis mit sehr viel Mühe nach oben gezogen und fädelt erneut Arme und ein Bein ein...

 

POETRY SLAM!!!

 

RUMMS!!! Sitzt perfekt! Und sofort rollt der Doppelchampion den Hammer Gottes auf die Seite und hakt das Bein ein... der RIngrichter ist unten...

 

...eins...

 

...zwei...

 

...DREI!!!

 

Die Ringglocke validiert das Ergebnis, und die Ringsprecherin übernimmt.

Jane Nelson: "Der Sieger... und immer noch PCWA Undisputed Gerasy Champion... MAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAARC POOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOE!!!"

Erschöpft rollt sich der Sieger von Genesis herunter. Das war anstrengender als gedacht. Doch ausserhalb des Rings scheint noch nicht das letzte Wort gesprochen zu sein. Jona Vark hat das Headset abgestreift und sich neben Mister Joshua gestellt. Wütend funkelt sie die Ring Assassins an.

Connor Rogue: "Das passiert, wenn du dich nicht fügst, Vark. Die XAW bestimmt hier das... "

Weiter kommt er nicht. Jona Vark verpasst ihm eine schallende Ohrfeige! Verwirrt blinzelt Connor Rogue und hält sich die Backe.

Sean Ashfield: "Was erlaubst du dir!"

Schreit er und schubst die Chefin mit beiden Händen, die rückwärts taumelt und gegen die Absperrung knallt! Und damit hat er eine Grenze überschritten...

Vincent Craven: "Ich glaube, wir sollten hier verschwinden."

Mike Garland: "Ich glaube, du hast recht."

Selten ist sich unser Kommentatorenduo so einig gewesen. Die Headsets auf dem Kopf entfernen sich beide vom Pult. Aber warum? Nun... nur einen Bruchteil einer Sekunde später, nachdem Ashfield Jona Vark gegen die Absperrung gestoßen hat, hat Mister Joshua dem Ring Assassin seine massige Faust gegen die Schläfe getrümmert. Ohnmächtig sackt Sean Ashfield zusammen. Sein Partner kann es nicht glauben und geht einige Schritte von Joshua weg...

Der sich nun Rogue nähert... DOCH MARC POE MIT EINEM BASEBALL SLIDE!!! Der Assisstent knallt hart gegen den Kommentatorentisch! Sofort sind Poe und Rogue da und packen den Riesen...

 

DOUBLE POWERBOMB DURCH DAS KOMMENTATORENPULT!!!

 

Joshua rührt sich nicht mehr in den Trümmern, während Marc Poe Jona Vark mit einem fiesen Lächeln bedenkt.

Vincent Craven: "Tu nichst unüberlegtes, Marc!"

Mike Garland: "Das hat sie sich selbst eingebrockt."

Der Champion zeigt den Daumen nach oben in Richtung Garland. Dann fixiert er Jona Vark erneut... doch plötzlich ist das Publikum mit lautem Jubel da!

Vincent Craven: "Gott sei Dank!"

Die Partners in Crime!!! Matt Stone und Trent Cardigan jagen die Rampe herunter und verwickeln Marc Poe und Connor Rogue in einen handfesten Brawl! Uriel Genesis und Sean Ashfield sind abgemeldet und liegen regungslos jeweils im und auserhalb des Rings.

Mike Garland: "Da kommt Verstärkung! Endlich!"

Nur "leider" nicht für die PCWA! Rob Collins, Tarantula und Shay Abeytu sprinten auf das Geschehen zu! Sofort stürzen sie sich mit Poe und Rogue auf die Partners in Crime! Der schieren Überzahl haben die Cotatores Champions nichts entgegen zu setzen! Und so werden Beide in den Ring gerollt, verfolgt von fünf Mann!

Vincent Craven: "Genesis kann nicht helfen... er rollt sich langsam aus dem Ring und weiss anscheinend noch nicht, wo er genau ist!"

Mike Garland: "Jetzt siehst du endlich die absolute Dominanz der XAW!"

Oder auch nicht! MAD DOG und DIEGO SANCHÉZ kommen zur Rettung! Sofort sliden beide in den Ring und versuchen, die Partners in Crime vor dem andauernden Beatdown zu bewahren... und sie schaffen es tatsächlich! Aber es ist nur eine Momentaufnahme, denn die XAW ist klar in der Überzahl!

Vincent Craven: "Collins und Tarantula bedrängen weiterhin die Partners, während Abeytu, Poe und Rogue auf Mad Dog und Sanchez eindreschen!"

Und erneut wird der Jubel wieder lauter, da STEVIE VAN CRANE die Rampe hinunter sprintet!

Vincent Craven: "Ausgleich!!!"

Mike Garland: "Pah!"

Aber es ist so. SVC slidet sofort in den Ring und verpasst  Shay Abeytu einen SPEAR!!! Marc Poe wirft derweil Sanchez aus dem Ring und ist sofort bei Mad Dog und unterstützt Rogue!

Mike Garland: "Da ist sie hin, die Überzahl, hahaha."

Vincent Craven: "Herrgott! Jemand muss doch einschreiten!"

Mike Garand. "Da skannst du dir abschminken, Vince. Wir... was? Was ist mit dem Licht?

Die Halle wird in Finsterniss getauscht. Lediglich die Blitzlichter der Smartphones spenden ein wenig Helligkeit. Und dann...

Geht das Licht wieder an...

Und die Halle explodiert vor Jubel!

Vincent Craven: "JA!!! ENDLICH!!!"

Was meint Vincent? Im Ring steht Shadow! Und jegliche Zweifel sind zerstreut... den er hat seine Hand um Marc Poe's Hals gelegt! Die Partners in Crime haben Rob Collins und Tarantula mittlerweile aus dem Ring befördert! Ebenso haben Mad Dog, Stevie van Crane und Diego Sanchéz Abeytu und Connor Roge aus dem Seilgeviert befördert. Somit verbleit nur noch der Doppelchampion im Ring!

Vincent Craven: "Das sieht sehr schlecht aus für Marc Poe."

Mike Garland: "Wieso greift die Security nicht ein?"

Vincent Craven: "Ich bitte dich... "

Womit Vincent allerdings recht hat ist die Tatsache, dass der Champion tatsächlich auf sich allein gestellt ist. Der Soul Survivor hat seine Hand weiterhin fest um Poe's Hals geschlossen. Er will ihn zu sich heran ziehen...

Doch Poe wird im letzten Moment von Collins und Abeytu aus dem Ring gezogen!

Vincent Craven: "Wieder einmal kommt Poe davon!"

Mike Garland: "Das war knapp."

In der Tat. die XAW zieht sich langsam vom Ring zurück und giftige Blicke werden in den Ring geworfen. Wo sechs Krieger stehen, die Ihre Position klar gemacht haben!

Vincent Craven: "Ein besseres Statement hätte die PCWA nicht geben können!"

Mike Garland: "Und mir ist schlecht."

Vincent Craven: "Liebe Zusachauer, das war Vendetta 155!"

Mike Garland: "Nächster Halt... Brawlin' Rumble 14!"

Vincent Craven: "Bis dahin, und bleiben sie gesund!"

 

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