Scene

Id
902  
Name
Heute stirbt etwas - doch die Hoffnung zuletzt  
Summary
 
Position
32  
Scenetype
Live  
Created At
2013-08-09 19:11:52  
Edited At
2013-08-23 22:35:11  
Show
Vendetta 95  


Es ist dieses Kribbeln, weshalb er immer wieder durch den Vorhang schreitet. Während das Adrenalin mit den Blutkörperchen Tennis spielt, kann sich die Flüssigkeit in der Blase immer noch nicht entscheiden, ob sie nun hinaus oder drin bleiben soll. Die Beine gehen ihren verqueren unbewussten Trippelpfad, während die Finger ungeduldig im Rhythmus des aufkochenden Herzens an der Hose zubbeln. Es ist dieses Kribbeln, weshalb er immer wieder in den Ring steigt. Während der Magen um die Leber go-go tanzt und tausende von Ameisen den Oberarm entlang herüber zu den Nackenhaaren krabbeln, sodass es ihn anstößt, wie ein Löffel den Wackelpudding. Es ist dieses Kribbeln vor einem großen Match, vor einem entscheidenden Kampf, vor einem geschichtsträchtigen Duell.

Als die Kamera in die Kabine des verrückten Hundes fährt, der in einem rituellen Akt seine Wrestling-Stiefel geschnürt, die Ellbogenschützer übergestreift und den mittlerweile unbeweglichen, tauben kleinen Finger der linken Hand an den Ringfinger getappt hat, brandet Jubel in der Halle auf. Es ist das Kribbeln, welches die Leute spüren und das bei ihnen, genau wie bei ihm, jetzt hinaus kann. Lange Zeit hat er darauf verzichtet, mit den Zuschauern gemeinsam in dieser Emotion zu versinken – heute kann er es genießen. Kann es für sich nutzen. Er muss sich diesen Gefühlen nicht mehr verwehren, vor ihnen hinter eine Maske fliehen. Er kann sie zeigen. Offen. Ehrlich. Und darin Stärke finden. Für den Kampf, für den großen Main Event.

CUT

Ein neues Ringoutfit. Weiße Stiefel, weiße Hose, wo in goldenen und geschwungenen Lettern nur ein Wort drauf zu lesen – RAGE! Der Name, der für Macht steht, für Ehrfurcht, für Gefahr und vor allem für Göttlichkeit. Seine Handschuhe sind passend dazu auch weiß. Der Oberkörper ist unbedeckt und die schulterlangen blondgefärbten Haare offen. Eine Sonnenbrille verschleiert den Blick auf seine Augen. Doch weiteres Glitzern umgibt ihn. Der Stolz eines jeden, der ihn tragen darf. UNDISPUTED GERASY. Der Titel der Titel und mit Würde und Anmut thront er auf der Schulter seines Herrschers, der langsam einen Schritt nach dem nächsten tut.

Noch einmal blickt er seinen ganzen Stolz voller Verzückung an. Das ist alles worum es geht. Es geht in dieser Geschichte nicht um Gut und Böse, Licht gegen Dunkelheit, Wiedergeburt, Selbstfindung, oder das Besiegen eigener Dämonen oder gar um Rage gegen Mad Dog. Es geht um ihn. Er ist die Herrschaftskrone des Wrestling. Der heilige Gral dieses gesegneten Landes, das Schwert der Macht in diesen wilden Ländern. Nur er ist wichtig. Alles andere ist unbeständig. Wer ihn in seinen Händen halten darf, ist der Beste der Besten. Danach gibt es nichts und niemanden mehr. Der Gerasy ist das ultimative Leitbild für Respekt, Erfolg und Macht!

Kurz blickt sich der Gott der PCWA um, während er langsamer wird. Er erkennt die PCWA, das Theatre und die Mitarbeiter, die er schon tausendmal sah und nie nach ihren Namen fragte. Dennoch kommt ihm das alles surreal, gar unwichtig vor. Alles würde er opfern für den Titel auf seiner Schulter. Sogar seine Tochter?  … Die Frage beantwortet er sich selbst nicht.

Dennoch ist es wieder einmal Zeit für den Prüfstand. Wieder einmal muss er durch Feuer und Mord, durch Verachtung und Feldern aus Scheiße wandern, um zu verteidigen, was sein ein und alles ist… dabei hört er sie jetzt schon. Sie buhen und pfeifen. Der nichtige Pöbel, der ihn nicht anerkennt, nicht respektiert. Sie respektieren ihn nicht! Also respektieren sie die PCWA nicht. Folglich respektieren sie auch den Gerasy nicht und dafür hasst er sie mit jeder Faser seines Körpers, der heute Nacht wieder einmal geschunden werden wird für den einzigen wahren Bestand in seinem Leben.

Ist das sein Schicksal? Neid, Verachtung und Respektlosigkeiten am Fließband? Er zeigt den Mittelfinger in die Kamera, denn das ist die einzige passende Antwort auf diese Frage. Respekt ist vergänglich. Neid stirbt mit dem Neider. Verachtung ist ein Zeichen von Anerkennung. Sollen sie alle nur kommen und nach ihm trachten. Er wird jeden einzelnen Parasiten zurückschlagen, jeden Arsch aufreißen, jeden seinen Dreck in den Schlot spucken, um den goldenen Schatz zu behalten… Das ist nun einmal der Sinn seines Daseins. Der Gerasy ist seine Passion, sein ewiges Ziel, sein Leben… und er wird kämpfen, um zu überleben.

CUT

Die Vorfreude und Lust der Zuschauer auf den Main Event wurden durch das Zeigen der beiden Wrestler in ihren Kabinen noch einmal hoch gepusht. Nun geht es über in den Splitscreen; zeitgleich erhalten die beiden Athleten die Anweisung eines Securitys, ihre Kabine nun verlassen zu dürfen. Diese Aufforderung muss man Azrael Rage und Mad Dog nicht zwei Mal sagen. Es ist an der Zeit, einen Schlussstrich zu setzen. Es ist an der Zeit, eine Entscheidung herbei zu führen. Im Käfig soll es enden; hier und heute. Main Event Time!

Vincent Craven: „Der ehemalige und jetzige Undisputed Gerasy Champion sind auf dem Weg zum Ring.“

Mike Garland: „Azrael trägt die beiden Titel über der Schulter, schaut fokussiert nach vorne. Momentan ist wenig aus seinem Gesicht zu lesen, wenig Mimikspiel zu sehen.“

Vincent Craven: „Auch sein Herausforderer Mad Dog scheint ausschließlich Augen für dieses Match zu haben. Sein Blick ist starr und entschlossen. Er will hier und heute zweifacher Gerasy Champion werden. So viel wird deutlich.“

Mike Garland: „Und Rage will genau das verhindern. Stramm hält er die Titel fest, geht konzentriert durch die kleinen Flure des Backstage-Bereiches. Er wirkt zwar nicht nervös, aber definitiv auf sein Ziel fixiert.“

Die Kameraführung schwenkt, nachdem die Männer kurz im Profil gezeigt wurden, auf die Rückenpartien der beiden Männer um, während beide nun langsam aber sicher in Richtung des großen Vorhangs zur Halle schreiten. Und somit kommt nun über die Schulter des anderen der kommende Gegner ins Bild. Die Zuschauer sehen die beiden Main Eventer aufeinander zu marschieren, wobei sich die Augen der Männer suchen und finden. Rage nimmt die Sonnenbrille ab. Die Pupillen fechten bereits den ersten Kampf aus. Wird dieser entscheidend sein? Wird dieser erste Augenkontakt schon den Sieger festlegen? Psychologische Kriegsführung. Keinen Millimeter abweichen. Ernsthaftigkeit demonstrieren. Macht. Und Siegeswille. Nicht nachgeben. Unnachgiebig im Blick halten, was besiegt werden wird. Bedingungslos.
Kurz bevor sich die momentan stärksten Wrestler der Phoenix Crossover Wrestling Association gegenüber stehen, wird auf Kamera 3 umgeschaltet – die Vorhang-Perspektive, vor welcher sich die beiden Männer nun in diesem Augenblick gegenüber treten. Rage ist größer und muss leicht zu seinem Herausforderer herunter schauen. MD schaut nach hinauf. Immer noch den Gegner im Blick, immer noch unnachgiebig. Hier schwingt eine halbe Ewigkeit mit, ...

Lange kreuzten sich die Wege der beiden altbekannten Wrestlingstars nicht im Squared Circle. Als Azrael Rage jedoch bei Out of Ashes 2013 Number One Contender wurde, verteidigte Mad Dog seinen Titel gegen Blake Milton. Daraufhin wurde Rage zum großen Finanzier der PCWA und entschloss sich, MD in einen Raum einzusperren, um ihm so die Meinung zu dessen Leitbild der unbekannten Konstante zu sagen. Der Hund schlug mit der Entführung von Cinderella Rage zurück und demonstrierte damit lediglich seine Ohnmacht. Während sich Rage somit mehr und mehr in die Gottposition manövrierte, beförderte sich der verrückte Hund immer mehr ins Abseits und die Einsamkeit. Diesen Trend erkennend kämpfte die unbekannte Konstante gegen diese eigene Idee an, versuchte sich neu zu kalibrieren und verlor am Ende trotzdem den Undisputed Gerasy Title an Rage. Dieser avancierte zum modernen Strippenzieher der PCWA und brach dafür nicht nur dem Alten den Rücken, sondern erfuhr ebenso die Hilfe des Wiederkehrenden im Main Event.

...die noch auf ihre Pointe hofft.

Mad Dog: „Musst gar nicht so selbstgefällig schauen, Azrael. Sind dir denn deine eigenen Worte von der letzten Vendetta nicht mehr im Gehörgang? Oder reicht dein begrenzter Horizont nur dafür aus, deine bahnbrechenden Erkenntnisse auf andere Wrestler zu beziehen? Doch dabei gibst du deinen Worten doch den Charakter allgemeiner Größen, oder? Nicht, weil sie von dir, Gott, kommen, sondern weil du sie mit diesem ewigen Charme versetzt, der mich derart provozieren soll, dass ich gleich an den ewigen Tod erinnert werde, huh!?“

Endlich zieht der Hund seine Pupillen aus denen des Teufels, senkt das Haupt, um das ins Visier zu nehmen, um das es heute geht. Das Gerasy Gold.

Mad Dog: „Du sagtest, dass alles irgendwann einmal vergessen sein wird… meine jämmerliche Regentschaft, ja sogar, dass ich bald vergessen sein werde. OK, that’s fine with me. Doch was ist mit dir, Azrael? Nur weil du dich mit dem Beinamen ‚Gott‘ abgibst, heißt das nicht, dass dich die Leute, heute nach deiner Niederlage, ewig verehren und dir opfern werden. Geschichte wird von Gewinnern geschrieben, huh?! Waren das nicht deine Worte? Nun, was ist mit der zweitkürzesten Regentschaft aller Zeiten, Azrael? Was ist mit deinen 70 Tagen Regentschaft, huh?! Ich meine, immerhin hast du es länger ausgehalten, als Jesus in der Wüste, aber als mehr wie eine Durststrecke und Dürreperiode kann deine Gerasy-Regentschaft nach heute um Gottes Willen auch nicht mehr bezeichnet werden.“

Schulterzucken bei Rage. Wie immer hat der verrückte Hund nur die Worte gehört, die er hören wollte. Letzte Vendetta, Imperial Impact und die Vendettas davor. Es ist das ewig gleiche Spiel und heute soll es enden. Gehe nicht über Los, ziehe keine 4000 € ein. Es ist der letzte Vorhang der fallen wird. Langsam hebt Rage seine rechte Hand und blickt sie an, während er sie langsam dreht.

Azrael Rage: „Wie man es dreht und wendet, Mad Dog, Du kannst sagen, was Du willst, aber der Erfolg gibt Mir Recht.“

Die Hand wird fallen gelassen.

Azrael Rage: „Wenn der heutige Abend vorüber ist, hast Du alles verloren. Als unbekannte Konstante warst Du unangreifbar, aber Ich kam dahin und machte Dich bekannt, hetzte Dich und Deine Freunde gegeneinander auf, nahm Dir Deine Zuversicht, nahm Dir eine Million Euro und Ich nahm Dir den Gerasy. Das ist nämlich der Unterschied zwischen uns. Während Du laut bellst, beiße Ich… kräftig und reiße Schichtenweise Dein Fleisch auseinander.“

Verachtend spuckt Rage auf den Boden vor Mad Dog.

Azrael Rage: „Ich habe Deine Metaphern, Deine Worte, selbst Deine Stimme so satt, weil es Mich einfach unendlich langweilt. Ich habe es alles schon einmal von Dir gehört, denn während Ich starr meinen Weg an die Spitze gegangen bin, bist Du in alle Richtungen getaumelt, wie ein betrunkener Blinder. Du meinst Mich beleidigen zu können, meinst besser als Ich zu sein, aber Ich frage eine simple Frage – Wo sind die Beweise? Wo ist irgendwas Handfestes? Nirgendwo, denn es gibt nichts. Du meinst Du hast Dich neu erschaffen, einen neuen Mad Dog, noch besser als der Alte, aber bisher hat Dir dies außer den Verlust von vielem Geld und dem Gerasy auch noch nichts gebracht, oder? Einmal ein Verlierer, immer ein Verlierer, trifft es hier wohl gut, nicht wahr?“

Zucken des linken Mundwinkels nach oben und abwertender Blick nach unten.

Azrael Rage: „Aber eine letzte Belehrung will Ich Dir geben, denn Ich bin ein gütiger Gott. Es ist vollkommen scheißegal wer oder was wir heute Abend sind, wenn wir diesen Tanz der Gewalt und der Vernichtung vollführen, denn es geht um den Gerasy und das verlierst Du immer wieder aus dem Augen. Du bist keinen verfickten Deut besser als ich. Auch Du definierst Dich über den Gerasy, aber während ich nie ein Auge von ihm lasse, bist Du viel zu sehr damit beschäftigt in den Spiegel zu blicken, während Du mal wieder auf den neuen Welpen in Dir wichst und Dich damit in den falschen Themen verrennst. Das ist Dein ewiger Fehler und das wird Dich abermals den Erfolg kosten.“

Mit der flachen Hand tippt sich Rage selbst auf die muskulöse Brust.

Azrael Rage: „Vergleiche Dich ruhig mit Mir. Es ist nobel sich mit dem Besten zu vergleichen, denn von ihm kann man lernen. Ich habe die PCWA gerettet. Ich habe es weder dafür getan, weil Ich so gerne in diesem Gebäude bin, noch weil Mir die Arbeitsplätze von Euch Idioten so viel bedeuten. Ich habe es für den Gerasy, und nur für den Gerasy getan. Dafür gebührt Mir unendlicher Respekt, denn alles in diesen Räumen schreit dennoch meinen Namen und Ich schreie seinen. Undisputed fuckin’ Gerasy! Alles andere ist bedeutungslos für Mich und nun meinst Du lächerliche Kreatur mit Scheiße im Fell ihn Mir wieder entreißen zu können. Niemals, denn Ich habe die Ma…“

Harsch unterbricht MD seinen Gegner augenrollend.

Mad Dog: „Du verlangst Respekt… den habe ich vor dir! Du bist sicherlich gut im Ring. Ich hab mich darauf eingestellt… Das wird ein knappes Match, denn auch ich bin gut und du solltest auch meine Stärken kennen und sie nicht einfach herunterspielen. Ich bin nicht umsonst ein Wrestlingstar.“

Kurz lässt der verrückte Hund die Worte stolz verhallen, grinst dann Rage ins Gesicht. Weiß genau, das Wrestling-Skills nicht der Punkt sind, wofür sein Gegenüber Respekt verlangt.

Mad Dog: „Der ganze Rest um dich herum ist große Scheiße, Azrael.“

Das hat gesessen. Zornig haucht der Gott MD an. Dabei war Azrael doch eigentlich klar, dass Mad Dog wieder einmal nicht hören will, nicht zuhören kann.

Mad Dog: „Dieses ganze Gerede von ‚an-einem-Strang-ziehen‘ und ‚gemeinsam die Liga retten‘ haben sich wohl ebenso in deiner Allheilsuppe des Vergessens aufgelöst, wie ich das deiner Meinung nach tun sollte. Zuerst rufst du alle zusammen, weil es entscheidend, wichtig, notwendig ist – und jetzt bist du es allein, einzig, selbstständig gewesen, der die PCWA erlöste. Lächerlich. Vielleicht, großer Gott, ist deine Allgegenwart und dein Allwissen immer noch da, weil du wie Milton überall deine Kameras hast und damit alle verfolgen kannst. Vielleicht bescheinigen dir deine allergrößten Fans auch noch, allgütig zu sein, wenn du dich mal erbarmst, ihnen ein Autogramm zu geben…“

Langsam aber sicher versteinert sich auch die Miene des einstigen Night Fighters. Er hat den Mann vor ihm satt. Er nervt ihn einfach nur noch.

Mad Dog: „…aber deine nicht vorhandene Allmacht wirst du gleich spüren, wenn sie unversehens in deinem Arsch landet, Arschloch. Wenn ich deinen Kopf mit der verdammte Theodizee-Frage immer wieder gegen die Käfigwand hämmere und du dir sehnlichst den Ablasshandel herbeiwünschst. ‚Nimm mein Gold, Mad Dog… Nimm mein Gold, Mad Dog!‘“

Der Verrückte beginnt vor dem Teufel zu tanzen und ihn nachzuäffen, als er plötzlich die Hände zu einem Gebet faltet.

Mad Dog: „‘Verschone mich vor den Strafen meiner Sünden, Mad Dog. Warum nur muss ich so leiden, ich elender Sünder? Bestrafe mich nicht weiter, edler Hund… ich erlag doch nur meinen Träumen und Visionen. Eigentlich bin ich doch ein ganz liebes Kerlchen. MAMIIIIII!‘“

Während MD in töleskem Stil Aggression und Entschlossenheit mit Ironie und Wahnsinn paart, würde Azrael am liebsten wieder in seine Kabine gehen. Dieses Affengehabe widert ihn einfach nur an. Mad Dog widert ihn an.
Der Herausforderer auf den Undisputed Gerasy hat unterdes zu einer provokanten Ruhe zurück gefunden. Seine Augen brandmarken den Champion, als er ihn mit trockenen und klaren Worten verwünscht.

Mad Dog: „Kannst froh sein, wenn du nicht wieder auferstehst, nachdem ich mit dir fertig bin!“

Kurzzeitig spielt das letzte PCWA-Original mit dem Gedanken Mad Dog einfach hier und jetzt mit dem Gerasy zu attackieren und damit den Main Event platzen zu lassen. Aber damit würde er seinem Widersacher nur Recht geben. Also ist es wohl Zeit für die finalen Worte.

Azrael Rage: „Du Narr, das ist doch lächerlich…“

Provokante Pause.

Azrael Rage: „Ich gebe keine Autogramme.“

Grinsen, für’s Foto, für den Gegner, für den Moment.

Azrael Rage: „Weißt Du, Ich bin vielleicht in Deinen Augen der Böse, aber eigentlich ist diese Ansicht Mir gegenüber nur willkürlich. Du hasst Mich nämlich nicht, obwohl Du so tust. Du hasst Dich selbst, Mad Dog, Töle, Konstante, vollkommen gleich, wie Ich Dich nenne. Du hinterfragst Dich nicht, weil Du stets besser werden willst, sondern weil Du niemals einen Mad Dog findest, den Du lieben kannst, aber der Gerasy hat Dir kurzzeitig Zufriedenheit gegeben. Einen Moment Ruhe in dem Du Dich nicht hassen musstest. Dabei ziehst Du jedes Mal als überzeugter neuer Mad Dog ins Feld, erzählst allen von Deiner Großartigkeit, von Deiner Motivation und zeigst Deinen prall erregten Schwanz als Beweiß für Deine mächtigen Worte. Dabei ist es eine Lüge. Alles Schall und Rauch, und wenn der Staub sich legt, wirst Du wieder in die Pesthöhle rennen, wirst wieder Blake Milton aufsuchen, wirst wieder mit Robert Barker spielen, als ein noch neuerer Mad Dog und schon wieder wirst Du vergessen haben, was Ich immer sage… es geht hierbei nicht um Dich und selbst um Meine Göttlichkeit geht es nicht. Es geht im Endeffekt immer nur um den Gerasy und um den Prestige der mit ihm verbunden ist.“

Mit gespielter Freundlichkeit hebt Rage beruhigend die Hand.

Azrael Rage: „Aber es ist gut so. Das habe Ich gerade eben erkannt. Meine Suche nach Respekt wird immer bei Dir enden, denn Du bist Mein Hiob. Ich habe Dir alles genommen und dennoch trittst Du immer wieder vor Mich und erkennst Mich an, indem Du Dich nicht anerkennst. Sicherlich missverstehst Du stets Meine Worte, aber das ist wohl nun einmal das Normalste der Welt, wenn ein Gott mit einem Sterblichen spricht und vor allem ist es das Normalste der Welt, wenn ein Gerasy mit einem Hund spricht.“

Er schwenkt die Hand immer noch beruhigend.

Azrael Rage: „Das ist okay. Ich vergebe Dir, denn Ich sage ja, Ich bin gütig. Aber es gibt jetzt noch eines zu tun. Der Ring wartet. Ich weiß, Du freust Dich darauf Dich mit Mir messen zu können, aber begreife endlich – nicht Ich bin mit Dir im Käfig eingesperrt. Sondern Du mit Mir. Aber wahrscheinlich bin Ich es Dir schuldig noch einmal Meine Überlegenheit zu beweisen. Der Mensch glaubt nur, was er sieht. Ich bin Dir nicht böse. Von daher spreche Deine Worte, Mein Freund, brülle Deinen Zorn auf die Welt Mir entgegen und sei wer oder was immer Du sein willst, wenn es Dein Dasein erträglicher macht. Nur eins wirst Du nie wieder… UNDISPUTED GERASY… DENN ICH HABE DIE MACHT!“

Noch einmal tritt Mad Dog Azrael Rage als Reaktion auf dessen Worte entgegen. Dicht an dicht ballen sich ihre voluminösen Brustkörbe. Die Nackenmuskeln verhärten. Die Blicke auf Krieg gestellt.

Mad Dog: „Ich dachte alles sei vergänglich neben dem Gerasy? Dann müsste es doch wohl auch deine Macht sein, huh!?

Mit ironischem Blick schaut MD zu Azrael.

Mad Dog: „Und wenn der Gerasy das höchste ist, müsstest du ihn einen Gott schimpfen und nicht dich. Dabei meinst du, Gott, noch, ich habe heute zu viel in den Spiegel geschaut. Dann hast du scheinbar allerdings übersehen, dass ich ausschließlich in ihn schaute, mit dem Blick auf das, was fehlt. Ja, und um dieses Fehlende geht es heute. Um nichts anders. Um den Gerasy. Den Gerasy.

Der verrückte Hund schaut nur auf das Gold. Das Gold, was seine Wunden heilt. Das Gold, was er gegen alle Verunglimüfungen verteidigen wird. Das Gold, was seine Liebe, die PCWA, braucht.

Mad Dog: „Wie du es drehen oder wenden willst, Azrael. Heute stirbt etwas. Entweder ist es meine Hoffnung. Oder es ist deine Überheblichkeit mir gegenüber.“

Kurz herrscht Stille.

Mad Dog: „Ich habe aber da einen Vorteil.“

Es ist der Vorteil, den er auch gegenüber Breads hat. Und der Vorteil, weshalb er mit Stevie van Crane auf einer Wellenlänge liegt.

Mad Dog: „Ich habe den Tod gesehen. Ich habe die Geburt der unbekannten Konstante und auch ihren Tod erlebt. Die Geburt des ewigen Zweiten und seinen Tod. Die Geburt des verbitterten cWc World Champions und seinen Tod... Du magst mir das als Fehler ankreiden, aber Hoffnung ist ewig, Azrael. Aber es braucht einen starken Mann. Für den Gerasy. Und ich darf die Hoffnung hegen, dieser starke Gerasy Champion zu sein. Da du dich dir selbst nicht stellst, Azrael, du nur deinen vergänglichen Status siehst und ihn überhöhst, bleibt dir als Option hingegen… nur der Tod.“

Intensiv treffen sich die Augen der beiden Kontrahenten ein letztes Mal vor dem Ringgong

Mad Dog: „Damit beweist du dich als Schwächling. Und einem Schwächling gebührt der Gerasy nicht. Der Gerasy gehört dem Stärksten. Und deshalb sage ich dir jetzt: Welcome to YOUR NIGHTSHOW!“

Es sind die Fans, die jene Worte des verrückten Hundes mitschreien und die damit erneut das Kribbeln provozieren. Gänsehaut bei ihnen selbst und bei ihrem Herausforderer Nummer Eins, der sich nun zum Vorhang wendet und mit seiner Entrance Theme im Rücken hindurch schreitet.

Rage blickt hinterher.

Azrael Rage: „Scheiß auf Hoffnung und die Nightshow.“

Blick zu seinem Gerasy auf der Schulter

Azrael Rage: „Es geht nur um DICH!“

Somit steht ein Gott bereit, dass auch sein Kirchenchor beginnt zu singen und er seinen Altar betreten kann.



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