Scene

Id
885  
Name
Alistair Brunswick und Robert Breads bei Jona Vark  
Summary
 
Position
17  
Scenetype
Live  
Created At
2013-07-28 10:09:35  
Edited At
2013-08-23 19:10:37  
Show
Vendetta 95  


Die Vergangenheit

Mitte der 2000er. Erneut befinden wir uns auf einem Sportplatz. Die Sonne brennt heiß über Südkalifornien, aber statt Hollywood-Glamour gibt es hier nur viel Schweiß und harte Arbeit zu sehen. Die Leichtathletik ist kein Feld für kommende Superstars. Der schlaksige Junge, der eines Tages einmal den Namen Alistair Brunswick tragen wird, macht sich gerade auf dem Startblock bereit. Er weiß, dass zwischen ihm und dem Ziel nur 110 Meter und zehn Hürden liegen. Zehn Hürden, die er alle meistern muss, um am Ende als Sieger durch das Ziel zu gehen. Ein Blick nach rechts und links verrät ihm, dass auch seine Konkurrenz hochkonzentriert ist. Er weiß, dass er dieses Rennen gewinnen wird. Dass er seine Konkurrenten hinter sich lassen wird.

In Gedanken nimmt er bereits die Medaille des Siegers entgegen.
Dazu aber wird es niemals kommen.
Bereits an der ersten Hürde gerät er ins Staucheln.

 

Die Gegenwart

Erneut steht Alistair vor einer Tür, aber diesmal steht nicht der Name 'Matt Mason' daran. Er befindet sich nicht einmal im Umkleidetrakt, sondern in dem Bereich des PCWA Theatres, das man nunmehr wohl das 'Zentrum der Macht' nennen kann. Die frisch renovierten Büroräume von VARK Enterprises zeugen von dem neuen Wind, der in der PCWA weht. Alles ist komfortabel eingerichtet, ohne dabei zu protzig zu wirken. Er wird in kurzer Zeit ein Match bestreiten, aber vorher möchte er noch etwas erledigen. Alistairs Blick fällt kurz auf die in angenehmen Pastelltönen gehaltene Wand neben der Tür, an welche jemand die Bilder früherer Champions der Liga gehängt hat. Diego Ortega. Bracchus. Jason Myers. Alles große Namen aus einer Vergangenheit, die uns weitaus ferner vorkommt als die zehn Jahre, die sie tatsächlich zurück liegt. Er streicht mit den Fingern über einzelne Bilder, bis er schließlich in der Galerie bei Azrael Rage angekommen ist, dem aktuellen Undisputed Gerasy Champion. Daneben ist noch viel Platz.

Platz auch für ihn?

Alistair lächelt bei dem Gedanken daran. Ja, irgendwann würde er dieses Ziel auch erreichen. Er atmet noch einmal tief ein, dann klopft er mit den Fingerknöcheln gegen die Tür. Ein Wimpernschlag später ertönt eine gedämpfte Stimme dahinter. 'Herein'. Er würde es niemals zugeben, aber in diesem Moment schlägt ihm das Herz bis zum Hals.

Als er den Raum betritt, stutzt er. Eigentlich hatte er erwartet, seine neue Chefin Jona Vark alleine in dem Büro anzutreffen, aber dem ist nicht so. Die hübsche blonde Frau sitzt hinter einem modernen Glastisch, auf dem sich einige Schriftstücke befinden. Hinter ihr befindet sich ein breites Regal mit Aktenordnern, viel interessanter sind aber die beiden Besucherstühle, die vor dem Tisch stehen. Auf einem davon sitzt nämlich ein Mann, den Alistair sogar von hinten erkennt und der sich in diesem Moment zu ihm umdreht.

Alistair: "Robert Breads."

Ein kurzer, abschätziger Blick von Breads folgt, dann ein Nicken.

Robert Breads: "Richtig."

Ein leises Räuspern lenkt Alistairs Aufmerksamkeit sofort wieder auf den eigentlichen Grund, warum er hier ist. Jona Vark. Wie konnte man diese Dame auch nur eine Sekunde für einen Mann wie Robert Breads aus den Augen lassen? Ihr Lächeln wirkt herzlich, aber auch professionell. Alistair kommt nicht umhin, zurück zu lächeln. In früheren Zeiten hätte er vielleicht... nein. Daran sollte er keinen Gedanken mehr verschwenden.

Jona Vark: "Als ich sagte, dass meine Tür immer offen steht, war das eigentlich eher metaphorisch gemeint... aber da sie nun schon einmal da sind, Mister Brunswick, können sie auch gleich hier bleiben. Genau genommen ist es sogar recht passend, dass sie und Mister Breads zeitgleich hier sind."

Robert Breads: "Warum ist das... 'passend'?"

Argwöhnisch betrachtet Breads die Frau auf der anderen Seite des Schreibtischs. Im Gegensatz zu Alistair spielen hier weder Freundlich- noch Höflichkeit mit. Breads ist einzig und allein misstrauisch - und seien wir ehrlich, kann man es ihm verdenken? Ja, sie hat gerade für ihn entschieden. Aber in einer Liga, deren Fundament quasi Intrigen und Lügen sind, heißt das noch lange nicht, dass man ihr trauen kann. Vertrauen muss man sich verdienen. Und das dauert.

Robert Breads: "Insofern sie sich bereits mit der Liga beschäftigt haben wissen sie wohl, dass er und ich nicht allzu viel gemeinsam haben. Oder ist er der Erste von vielen? Wird das eine große Willkommensparty? Ui, da freue ich mich. Den Kuchen von Eleven würde ich nicht essen. Spoiler: Er wird explodieren."

Alistair zieht erstaunt eine Augenbraue hoch.

Alistair: "Oh, haben wir da eine Diva am Tisch sitzen? Nun, vielleicht..."

Er beginnt theatralisch seine Taschen abzuklopfen, zuckt dann aber mit den Schultern.

Alistair: "Nein, schade. Gerade kein Snickers griffbereit. Kaum bestreitet das Brot einmal kein Match, so wird er unentspannt. Wittert Verschwörungen, wo keine sind. Also müssen wir zwei Hübschen uns wohl oder übel zusammenraufen und das wird uns nur gelingen, wenn wir uns auf eine Reihe von Regeln einigen können. Erste Regel: Du sollst nicht herumjammern. Zweite Regel: Du sollst nicht herumjammern. Und schließlich die dritte Regel: Hmmm. Habe ich gerade vergessen, aber ich glaube, dass die Worte "nicht herumjammern" darin vorkamen."

Er hat seine Worte  unterstrichen, indem er dazu jeweils einen Finger erhoben hat. Nun nimmt er die drei ausgestreckten Finger wieder nach unten und lehnt sich entspannt zurück.

Alistair: "Nette Speech trotzdem in der letzten Show, genau wie vorhin. Ich frage mich, ob du jemals ernsthaft darüber nachgedacht hast, diese Liga zu verlassen."

Robert Breads: "Ein Glück, dass du ein toller Comedian bist. Und bis drei zählen kannst du auch noch. Das kompensiert deine Unfähigkeit im Ring natürlich. Aber ja, Alistair, das habe ich. Aber das habe ich abgehakt, ich bleibe. In erster Linie, um deine drei Regeln zu brechen und zu jammern. Tut mir Leid für dich, aber so leicht werdet ihr mich nicht los. Obwohl, das war gelogen... es tut mir nicht Leid."

Ein lauter Seufzer der Geschäftsführerin unterbricht den Dialog und sofort werden zwei Augenpaare auf sie geworfen. Die Geschäftsführerin weiß, wie sie mit nur wenigen Regungen die volle Aufmerksamkeit ihrer Gesprächspartner erlangt.

Jona Vark: "Und hier haben wir nun den Grund, warum es so 'passend' ist. Sie Beide haben mehr gemeinsam, als sie glauben."

Alistair zuckt unmerklich zusammen und verdreht die Augen.

Alistair: "Wir - etwas gemeinsam? Come on, was soll dieses Spielchen? Verdammt, geht es etwa um die Cotatores Titles? Ich weiß, dass die Fans dafür gevotet haben, dass die Belts in Zukunft alljährlich verteidigt werden sollen. Nun wollen sie mir doch hoffentlich nicht vorschlagen, dass ich in Zukunft mit dem da..."

Er deutet kurz auf den Kanadier.

Alistair: "... im Team antrete. Nein. NEIN. Das wird definitiv nicht stattfinden. Ich bin diesen kleinen Nervbolzen Blake Milton gerade erst losgeworden, nun möchte ich nicht vom Regen in die Traufe kommen. No way. No fucking way."

Robert Breads: "Sogar Englisch kann der Gute. Welch verborgene Talente doch in dir schlummern, Alistair. Aber nein, ich denke..."

Ein kurzer Blick in Richtung von Jona Vark, um sich zu vergewissern.

Robert Breads: "...da steckt etwas Anderes dahinter. Auch wenn ich festhalten möchte, ebenfalls nicht an einem Team interessiert zu sein. Genauso wenig übrigens wie an jedem Titel, den Blake Milton auch nur einmal angefasst hat."

Doch Miss Vark schüttelt den Kopf.

Jona Vark: "Spannender Gedanke, doch es hat nichts mit den Cotatores Titles zu tun. Um die werden wir uns zu einem anderen Zeitpunkt Gedanken machen. Aber hier..."

Sie blättert in ein paar Unterlagen.

Jona Vark: "... haben wir sehr interessante Umfrageergebnisse und Statistiken über das Fanverhalten. Wie es der Zufall will, kommen sie Beide bei unterschiedlichen Fangruppen geradezu exzellent an. Sie, Mister Breads, haben fantastische Umfragewerte bei den klassischen Wrestling-Fans. Und sie, Mister Brunswick, führen die Umfragen bei sämtlichen weiblichen Zielgruppen an. Besonders bei den jüngeren Damen, die von diesem Business bisher unglaublich vernachlässigt worden sind. Aber die wollen wahrscheinlich auch keine Death Matches sehen..."

... sagt sie mit einem Augenzwinkern in Richtung Robert Breads.

Jona Vark: "Aufgrund ihrer Werte sind wir bei VARK Enterprises stark daran interessiert, sie Beide langfristig an die PCWA zu binden."

Alistair atmet auf. Alles, nur kein Tag-Team mit Robert Breads. Strahlend weißes Zahnpasta-Lächeln.

Alistair: "Es geht also um Geld, hm? Nun, auf dem Ohr bin ich besonders hellhörig. Sie müssen wissen, so als verheirateter Mann hat man eine Menge Unkosten. Eine Gehaltserhöhung käme mir da recht gelegen. Sie wissen offenbar, wie man Geld verdienen kann und was das angeht, unterhalten sie sich hier mit genau dem Richtigen."

Abschätzender Seitenblick auf Breads. Dann beugt er sich zu Jona nach vorne, wobei seine Hand natürlich nur rein zufällig ihrem Arm streift.

Alistair: "Vielleicht sollten wir beide uns einmal in angenehmerer Atmosphäre über dieses Thema unterhalten. Also ohne diesen kleinen destruktiven Miesmacher hier. Ich weiß, dass ich das Geld wert bin."

Dass seinerzeit Adam Reynolds einen großen Teil seines Gehaltes übernommen hatte, um ihn in die PCWA einzuschleusen, weiß er nicht. Eine lange Geschichte.

Jona Vark: "Es geht nicht alleine um das Geld, Mister Brunswick. Jeder unserer Wrestler wird natürlich in Zukunft angemessen bezahlt werden, doch der Rattenschwanz, der daran hängt, ist noch ein wenig länger, als sie denken. Es geht auch um die Außendarstellung und die Frage, welche Rolle, welche Position ein Wrestler in dieser Company einnimmt. Wenn es um ihren konkreten Fall geht, Mister Brunswick, dann sehe ich in ihrem Vertrag, den wir von Kerry & Gaelic übernommen haben, dass ihr Arbeitsverhältnis noch bis einschließlich des Brawlin' Rumbles X geht. Wir können natürlich gerne verhandeln, diesen verlängern und vielleicht bekommen sie auch mehr Geld, wenn sie darauf pochen. Doch mich interessiert viel mehr, welche Ziele sie in der PCWA noch verfolgen. Sind sie nur hier um das große Geld zu machen? Dann kann VARK Enterprises nichts mit ihnen anfangen."

Alistair blickt Jona für einen Moment nur schweigend an. Sein Blick verhärtet sich.

Alistair: "Wäre ich nur am Geld interessiert, dann wäre ich schon längst nicht mehr hier. Ich könnte zum Film gehen und da eine Stange Geld verdienen. Und damit meine ich nicht die Art von Filmen, die sich Fans der Village People in dunklen Bahnhofskinos ansehen, während ihnen ein Gleichgesinnter ordentlich die Stange poliert. Ich bin hier, weil ich ein großes Ziel habe: Ich möchte den Leuten da draußen zeigen, dass ich stets mein Bestes gebe. Warum? Gottverdammt, vielleicht bin ich nicht der Beste in diesem Geschäft, aber ich arbeite Tag für Tag daran, es zu werden. Ich möchte, dass mein Name eines Tages in einem Atemzug mit Leuten wie Stevie Van Crane, Tresalem Avelino oder Keevan genannt wird. Ich möchte..."

Er ist während seiner Worte aufgestanden und deutet nun mit ausgestrecktem Arm auf den Vorraum, in dem die Bilder an der Wand hängen.

Alistair: "Ich möchte, dass eines Tages mein Bild da neben dem meines Schwiegervaters hängt. Und dafür kämpfe ich."

Mit einem Lächeln in der Stimme reagiert die Geschäftsführerin, während sich Robert Breads gelangweilt einen Krümel aus den Zähnen pult.

Jona Vark: "Das scheint mir die richtige Einstellung zu sein, Mister Brunswick. Dann können wir wirklich verhandeln. Und bei Ihnen, Mister Breads?"

Der hätte nicht gedacht schon wieder Gesprächsthema zu sein und nimmt die Finger aus dem Mund. Fragend blickt er die Geschäftsführerin an.

Jona Vark: "Wir haben alle einen großen Schreck bekommen, als die 'Stimme des Wrestlings' verstummte. Was sind ihre Ziele in der PCWA? Was wollen sie erreichen?"

Robert Breads: "Ich will meinen Titel wieder holen. Fertig."

Der Mann aus Toronto verschränkt die Arme vor der Brust. Als Vark ihn nur fragend anblickt, seufzt er, beugt sich nach vorne und spricht noch einmal.

Robert Breads: "Ich habe mir kurzfristig überlegt, das Quest for the Best zu gewinnen. Aber wenn es in einem Turnier, in dem es darum geht, "the BEST" zu finden, Gegner wie Declan O'Kelly und Diego Sanchéz gibt, kann ich mir das auch sparen. Und warum kriegt ein Kevin Sharpe, der sich hier noch kein bisschen bewiesen hat und nichts gezeigt hat, direkt die Chance in einem solchen Turnier statt Leuten, die schon lange hier sind und sehr dankbar dafür wären?"

Fragend legt er den Kopf schief. Das ist eine offensichtliche Provokation, natürlich. Breads muss die Grenzen austesten, die ihm vom neuen Regime gesteckt werden.

Robert Breads: "Ist ja auch egal. Mich interessiert dieses Turnier ohnehin nicht. Ich weiß nichtmal, wieso ich in diesem Match stehe. Ich will bloß das Match gegen Dalmi und meinen Titel zurück. Vielleicht tauche ich zu meinem Match gegen... diese anderen zwei da auch gar nicht erst auf. Als ob ich beweisen müsste, dass ich der Beste aus diesem Teilnehmerfeld bin, ganz zu schweigen von diesem Match. Vielleicht tauche ich aber auch doch auf und gewinne einfach alles. Mal gucken, ob ich Lust habe. Ich denke eher nicht."

Lächelnd antwortet die Geschäftsführerin, doch das Lächeln aus der Stimme ist komplett verschwunden.

Jona Vark: "Mister Breads... Robert... wir legen große Hoffnungen in sie. Das Turnier bekommt durch ihre Teilnahme nicht nur eine andere Art von Qualität, sondern auch eine Art Legitimation. Ich hoffe, dass sie dem Turnier auch solch eine hohe Priorität zugestehen, wie VARK Enterprises ihrer Teilnahme daran. Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen: Quest 4 The Best 2013 Finale: Robert Breads gegen Alistair Brunswick. Ein würdiger Abschluss!"

Alistair wirft einen kurzen Seitenblick zu seinem Nebenmann.

Alistair: "Ich werde dieses Turnier gewinnen. Und eines Tages, da werde ich auch Undisputed Gerasy. Ich weiß, dass ich vielleicht diesen Mann dafür schlagen muss. Challenge accepted."

Robert Breads: "Wenn du weißt, dass du mich schlagen müsstest, um an den Titel zu kommen kannst du doch nicht ernsthaft glauben, diesen Titel jemals zu holen, oder? Wie dem auch sei. Mir ist jeder Gegner komplett egal, hauptsache der Pokal trägt am Ende meinen Namen... insofern ich mich erbarme und diese Liga nicht mit einem PPV dastehen lasse, bei dem O'Kelly oder Sanchéz ernsthaft ein Match haben. Wobei, das wäre ja schon fast wieder lustig..."

Erneut beobachtet Breads die Reaktion von Jona. Es ist schwer zu sagen, ob er nur spielt, ob er nun teilnimmt oder nicht oder ob er wirklich noch überlegt. Sicher ist nur: Er macht sich weiterhin keine Freunde.

Jona Vark: "Wie sie sich auch entscheiden, Mister Breads, ich wünsche ihnen viel Erfolg. Ihnen auch, Mister Brunswick. Sie müssen sich jetzt bestimmt auf ihr Match vorbereiten. Wenn sie tatsächlich den Weg bis an die Spitze schaffen wollen, dann sollten sie bei den ersten Schritten besonders aufpassen und nicht stolpern."

Mit einem knappen Nicken verabschiedet man sich. Dabei vergisst Alistair glatt den Anlass, warum er Jona eigentlich besuchen wollte. Der Ärger darüber, dass Azrael enfach seine Umkleidekabine okkupiert hat, ist wie verflogen. Eine Umkleidekabine ist nur ein austauschbarer Ort. Es gibt wichtigeres. Als Alistair bereits in der Tür steht, ruft ihn Jona doch noch einmal zurück. Als er sich umdreht, hält sie etwas in die Höhe. Es ist sein Handy.

Jona Vark: "Bevor ich es vergesse, Mister Brunswick. Das ist ihr Handy, nicht wahr? Man hat es in einem Raum gefunden, der gerade umgebaut wird. Es dürfte allerdings kaputt sein..."

Da war also sein Telefon geblieben. Alistair musste es in der letzten Nacht nach dem Disput mit Azrael liegen gelassen haben. Als er es entgegen nimmt, bemerkt er, dass es immer noch tropft. Alistair steckt es sich erst einmal in die Tasche.

Alistair: "Danke..."

Als er den Raum verlässt, kreisen seine Gedanken.

"Wenn sie tatsächlich den Weg bis an die Spitze schaffen wollen, dann sollten sie bei den ersten Schritten besonders aufpassen und nicht stolpern."

Auch Kevin Sharpes Worte fallen ihm in diesem Moment noch einmal ein.

"Ist für dich eigentlich alles ein Witz? Seriously, du solltest mal anfangen etwas mehr Ernsthaftigkeit an den Tag zu legen. Denn wenn du dich nicht hundert Prozent fokussierst, dann kommst du irgendwann unter die Räder."

 

Die Vergangenheit

Mit aufgeschrammten Beinen liegt der Junge auf der Tartanbahn. Wieder einmal hat er die erste Hürde gerissen. Wieder einmal sieht er seine Konkurrenz enteilen.  Er schließt die Augen, spürt die aufkommende Wut in seinem Bauch. Plötzlich berührt ihn jemand an der Schulter. Als Alistair aufblickt, blickt er in das gütige Gesicht seines Trainers, eines alten schnauzbärtigen Mannes.

"Junge, du machst einen Fehler. Du steckst dir hohe Ziele, verlierst aber dabei den Weg dahin aus dem Auge. Wenn du immer nur das Ziel siehst, dann wirst du immer über die erste Hürde stolpern."

Alistair greift seine Hand und lässt sich hochhelfen. Für einen Moment, da vergisst er alles um ihn herum. Die Zuschauer, die Konkurrenten, alles. Nachdenklich betrachtet er die umgestürzte Hürde und macht sich schließlich daran, dieser wieder aufzustellen. Er wird sie meistern. Und dann die nächste, Ziel für Ziel. Nur so wird er eines Tages als Sieger den Platz verlassen.

Das gilt für einen Hürdenlauf genau so wie für das Quest 4 The Best.

Als Alistair sich zu seinem Trainer umdreht, trägt dessen Antlitz auf einmal die Züge von Kevin Sharpe. Neben ihm steht Jona Vark. Beide lächeln.

 

Vincent Craven: "Jona Vark in Vertragsgesprächen mit Robert Breads und Alistair Brunswick. Wobei letzterer ja eher zufällig dort hinein geplatzt ist."

Mike Garland: "Man merkt gleich, dass unsere neue Führung ein Interesse daran hat, gute Leute langfristig an sich zu binden. Warum sie dann gleich bei diesen beiden Vögeln anfängt, das ist mir ein wenig schleierhaft."

Vincent Craven: "Vielleicht waren die anderen Gespräche alle schon in den letzten Wochen?"

Mike Garland: "Oh, deine Kombinationsgabe erstaunt mich. So muss es sein, und das gerade waren nur die Last-Minute-Verhandlungen mit den nicht ganz so wichtigen Leuten."

Vincent Craven: "So würde ich das eher nicht bezeichnen, aber du lässt dich vermutlich nicht von deiner Meinung abbringen."

Mike Garland: "Ich kann meine Garlanders nicht enttäuschen. Meine Beschlüsse sind immer richtig, von Anfang an."

Vincent Craven: "Wie war das vorhin mit 'Twilight'?"

Mike Garland: "Schweig still. Dieses Trauma möchte ich verdrängen."



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