Scene

Id
4812  
Name
Thumbnails  
Summary
 
Position
27  
Scenetype
Live  
Created At
2021-02-15 14:47:33  
Edited At
2021-02-15 19:02:05  
Show
Vendetta 153  


Tausende Emotionen haben ihn an diesem Abend für sich beansprucht.

Stevie Van Crane sitzt, erstmals wahrscheinlich in dieser Nacht, allein in seiner Kabine. Ruhe. Stille, fast schon. Nur er, ein Stuhl, eine Flasche Wasser.
Keine Stimmen, die auf ihn einprasseln. Keine Menschen, die ihn begrüßen wollen, ihn fragen, was er so getrieben habe. All das gehört zum Business, das ist ihm schon immer bewusst gewesen. Aber nach langer Zeit zurückzukehren, mitten hinein in dieses sich ohnmächtig drehende Karussell?

Das ist etwas anderes. Eine andere Welt.
Eine, die er sich gewünscht hat. Denn er WOLLTE diesen Stress. Diese Tortur. Und er liebt das Gefühl in diesem Augenblick, wenn ihm nach einem Match die Knochen schmerzen und die Anstrengung in das alternde Gesicht geschrieben steht.

Irgendwann ist die Stille doch zu unerträglich, spätestens dann, wenn er das adrenalinaufgebauschte Blut hinter seinen Schläfen spürt. Er klappt den Laptop auf, wischt sich durch ein paar Beiträge auf der PCWA-Homepage.

Dann, aktuell gepostet – obwohl schon vor Stunden aufgezeichnet, sein Gesicht in einem Video-Thumbnail. Stevie nimmt einen Schluck aus der Wasserflasche. Dann der Klick.
Ein schmerzvolles Lächeln huscht über sein Gesicht, als er sich dort sieht und reden hört.

„.. deshalb bin ich froh, wieder hier zu sein.“

Stevie lehnt sich entspannt in den Stuhl zurück. Betrachtet sich und nickt sich selber zu.
Wahre Worte.

„Hat diese Liga bessere Tage gesehen? Natürlich. Legenden fehlen. Namen, die uns inspirieren und träumen lassen, die uns daran erinnern, weshalb wir uns in diese Liga verliebt haben.“

Kein Wort von Mad Dog. Kein Wort zu Díego Sanchéz.
Das Wasser in seinem Hals schmeckt kühl. Angenehm.

„.. ich meine, seit wievielen Jahren schon? Jona Vark hat das Ruder fest in der Hand. Und die Gewässer vor ihr sind nicht immer ruhig. Und dennoch hat sie dieses Schiff immer auf Kurs gehalten.“

Stevie Van Crane lässt seine eigenen Worte ausklingen.

Er stellt die Wasserflasche ab, dreht sie auf dem Tisch. Ins Leere hinein geht sein Blick. Und dahinter steht die Erkenntnis, die er bereits seit langem gewonnen hat – und die sich an diesem ersten Abend verfestigt hat.
Mehr denn je.

Den Kurs zu halten bedeutet nicht, dass es am Ende der richtige Kurs ist.

Während seine Gedanken dahin gleiten, hallen die Worte seines Videointerviews durch die Kabine.. werden zu leisen Echos, zu einem Flüstern, das in die PCWA dringt.

„.. ich bin hier, weil mich meine Leidenschaft treibt. Weil ich ein Lebensmotto habe – things must change. Im Ring. Außerhalb. Wir uns selbst. Veränderung hält uns am Leben. Verwaltung allein, sei es nun unserer Erfolge von gestern oder der Gegenwart in diesem Business, ist niemals gut. Sie lässt uns bequem werden. Gefällig werden. Und es tötet uns von innen, weil wir einschlafen. Weil wir vergessen. Ich bin hier, weil ich nicht vergessen KANN und vergessen will. Dieser Ring ist meine Heimat. Und – soweit es mich angeht – bin ich nach Hause zurückgekehrt..“

Versöhnliche Worte zum Schluss.

Dann, mit einer entschlossenen Bewegung, klappt Stevie Van Crane den Laptop zu.

 


Vincent Craven: "Stevie van Crane lässt nochmal den Abend seines In-Ring-Comebacks Revue passieren und dazu gäbe es sicher noch viel mehr zu sagen, wenn nicht.."

Mike Garland: "... wenn nicht auch der Schatten noch im selben Augenblick - also jetzt - auf dem Aliera Thron erschienen wäre."



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