Scene

Id
4682  
Name
Not the interview with Royalty you excepted of...  
Summary
 
Position
11  
Scenetype
Live  
Created At
2020-10-04 20:48:02  
Edited At
2020-10-31 14:56:32  
Show
Vendetta 152  


Etwas nervös steht Lisa Sanders vor einem riesigen, maskierten Afroamerikaner, der ihr unmissverständlich zeigt, dass an ihm vorbei kein Weg führt. Seine vor der Brust verschränkten Arme sind so dick wie ihr zierlicher, hübscher Kopf und diese lassen Lisa noch einmal im Kopf die Entscheidung durchgehen, ob sie wirklich weiterhin Lara Lee interviewen will.

Ihre typischen Reporter-Neugierde sagt ihr, dass sie die absolut richtige Entscheidung getroffen hat, und die Stimme der Vernunft klingt dagegen eher leise und im Hintergrund. Ein völlig durchgeknalltes Individuum zu interviewen, ist keine leichte Sache, kann aber sehr interessante Themen zutage führen… wenn es denn klappen würde.

Sie nimmt noch einmal den Mut zusammen und tritt selbstsicher vor.

Lisa Sanders: „Ich möchte mit Miss Lee sprechen. Sie hat mich eingeladen.“

Dark Tiger sagt nichts, stattdessen mustern die verschiedenfarbigen Augen sie ausdruckslos. Dann… tritt er beiseite und lässt einen schmalen Spalt zur Tür frei.

Sie rutscht an der Wand des schmalen Gangs entlang und ihre Busen streifen nur ganz kurz die Unterarme von Dark Tiger, der sie immer noch verschränkt hält.

Lisa Sanders: „Danke…"

Sie öffnet die Tür und tritt hinein. Zunächst sieht sie einen großen Swimmingpool mit leuchtend blauen Beckenwänden, welcher fast randvoll gefüllt ist. Da sich der Swimmingpool im Kellergeschoss befindet, gibt es keine Fenster und die Beleuchtung ist auch eher düster gehalten – viele dunkle Ecken machen aus diesem Raum eher eine hypnotische Bühne aus einem Gruselfilm. Doch Lisa vergisst schnell das Ambiente, da die etwas erregte Konversation zweier weiterer Damen ihre Aufmerksamkeit erbittet.

Lara: „… du bist heute die ganze Zeit so komisch drauf, Juliette. Was ist bloß mit dir los? Und warum hast du heute früh mein' Anruf nicht entgegen genommen oder wenigstens zurückgerufen?“

Miss DeWynters: „Schatz, ich muss dir doch nicht alles erklären. Es gibt manchmal Dinge im Business, wo man nicht drüber sprechen muss.“

Lara: „Meine Fresse, darum geht es mir gar nicht! Krieg es endlich in deinen sturen Kopf rein, dass ich einfach nur wissen will, was zur verdammten Hölle los mit dir ist?!“

Genau in diesem Moment drehen sich DeWynters und Laras Köpfe zu Lisa Sanders, die irgendwie verloren hinter der geschlossenen Tür dasteht. Juliette DeWynters steht am Beckenrand, gekleidet in üblich elegantem Business-Kostüm und die schwarzen Haare streng zurückgebunden. Sie hat die Fäuste in die Hüfte gestemmt und bis jetzt recht ungehalten die Königin angestarrt, welche sich im Schwimmbad befindet und jetzt vor dem Rand zu ihrer Liebespartnerin aufblickt. Da Lisa zu weit vom Becken steht, kann sie nicht erkennen, in welchem Schwimmanzug Lara steckt.

Lisa Sanders: „Ähem… ich kann auch zu einem anderen Zeitpunkt wieder kommen…“

Miss DeWynters: „Ach, Unsinn, Miss Sanders. Wir haben Sie bereits erwartet…“

Doch Lara ist sichtlich anderer Meinung, denn sie starrt wütend entgegen, doch dann seufzt sie und zuckt die Achseln. Sie macht ein paar kräftige Schwimmzüge zur Leiter, dann klettert sie ohne großes Aufheben heraus – nicht sonst so wie in Baywatch-Momenten… und dennoch überrascht Lara Lisa wieder von Neuem. Denn die Frage nach einem Schwimmanzug erübrigt sich, denn sie trägt ein einziges Kleidungsstück – ein ziemlich tief geschnittenes, schwarzes Badehöschen – das vermutlich nur zum Zweck für die ordnungsgemäße Altersfreigabe getragen wird. Ebenso sorgen die zwei aufgeklebten, schwarzen Sterne auf ihren nicht so ganz flachen Busen dafür, dass auch Jugendliche das Showprogramm genießen dürfen.

Während Lara sich ein Handtuch schnappt und sich abtrocknet, hüstelt Lisa etwas verunsicht.

Lisa Sanders: "Ähem, das ist ein sehr interessanter... Badeanzug, wenn ich mal anmerken darf...!

Lara: "Normalerweise liebe ich beim Schwimmen überhaupt nichts zu tragen. Das gibt einem das Gefühl der vollkommene Freiheit und Unbegrenztheit. Ich wäre jetzt auch gern nackt gewesen, aber wegen der..."

Sie deutet direkt auf die Kamera, die über Lisas Schulter hinweg fillmt.

Lara: "... muss ich wohl meinen Exhibitionismus etwas zügeln. Warum eigentlich auch immer..."

Schließlich zieht sie ein schwarzes, schlichtes T-Shirt über sich und stellt sich neben Lisa, welche sie locker um einen Kopf überragt und nickt zur Kamera.

Lisa Sanders: "Nun denn, Sie haben mich ja um ein Interview gebeten, was mich gefreut hat. Gibt es dazu einen bestimmten Grund?"

Lara: "Um ein Interview zu geben? Natürlich, dafür gibt es immer einen Grund. Ich will nämlich zu unserem Volk sprechen und aufzeigen, wie die Dinge hier ablaufen. Aber keine Sorge, ich mache nicht auf einen "Whining twat" wie der gute Jimmy dies zu seinem Lieblingshobby gemacht hat. I still don't care, Jimmy... nein, wir reden natürlich über Shadow, Diego Sanchéz und Mad Dog. Und Kevin Sharpe."

Lisa Sanders: "Da habe ich in der Tat gleich die erste Frage dazu: Ist es denn klug, sich mit mehreren Parteien anzulegen? Es ist nicht nur so, dass du dich mit Wrestlern anglegst sondern auch mit Offiziellen, allen voran Jona Vark. Warum?"

Lara: "Warum, Lisa? Ganz einfach, weil ich es kann. Die meisten PCWAler kämpfen mit Einzelnen. Kennen wir alle und ist nichts Besonderes. Aber was passiert, wenn ein PCWAler mit mehreren kämpft? Spannend, unterhaltsam und emotional! Außerdem ist es ja nicht so, dass ich mutterseelenallein da stehe. Nein, ich habe ein richtig gutes Backup, der dafür meinen Rücken sichern soll, während ich nach vorne stürme! Nicht ohne Grund habe ich deshalb Katya Starnikava, Dark Tiger, Decay und Mistress of Lust dazugeholt. Und Maurice sorgt sich um die Organisation, sodass ich mich voll und ganz auf den Kampf konzentrieren kann..."

Etwas überrascht blickt DeWynters zu Lara hinüber. Eigentlich kümmert sich DeWynters um so ziemlich alles in Sachen Lara Lee. Dass sie dabei nicht erwähnt wird und stattdessen Maurice, das ist ein Stich ins Herz, aber sie lässt sich's nicht anmerken.

Lara: "Also, werde ich..."

Auf einmal klingelt ihr Handy, welches auf einem Tischchen in der Nähe liegt. Stirnrunzelnd hebt sie das Handy auf und scheint eine Nachricht zu lesen, allerdings kann die Kamera nicht erkennen, was darauf steht.

Lara: "Verdammt..."

Flüstert sie, dann blickt sie nachdenklich für einen Augenblick in die Luft, dann dreht sie sich um und lächelt Sanders an.

Lara: "Es tut mir so leid, Lisa, aber es ist etwas dazwischen gekommen. Aber... ich habe noch ein paar Minuten für eine weiter Frage."

Lisa Sanders: "Aber... aber ich habe jetzt erst eine Frage gestellt."

Plötzlich spürt sie einen kräftigen Griff an ihrer zarten Schulter. Noch ein bisschen mehr Kraft und es würde schmerzen. DeWynters' Augen unterdessen werden schmaler und strahlen ein wenig Misstrauen aus.

Lara: "Eine Frage, Lisa Sanders...bitte."

Während die Kanadierin mit einem gespielten Grinsen Lisa mustert, fühlt die Interviewerin sich auf einmal unwohl und schluckt den Kloß herunter.

Lisa Sanders: "Äh ja, ich... ich wollte noch fragen, weshalb..."

Lara: „Lisa, hast du jemals darüber nachgedacht, warum Shadow so heißt? Warum er sich als einen Schatten bezeichnet? Ein Schattenmann? Dazu möchte ich dir ein Parabel erzählen, liebe Lisa.“

Unterbricht Lara sie und blickt dann direkt in die Kamera und spricht mit ruhiger Stimme.

Lara: „Vor vielen Jahrzehnten lebte ein sehr talentierter Dichter in einem Königreich. Und er war wirklich talentiert. So talentiert, dass er regelmäßig von Grafen, Lordschaften, Duchessen und Schlossfrauen eingeladen wurde, um seinen Anekdoten und Dichtungen zu lauschen. Er zog von Schloss zu Schloss, von Villa zu Villa, selbst von Burg zu Burg, um seine Werke zum Besten zu geben. Und die Zuschauer hörten gern zu. Seine Auftritte waren Highlights im Kalender eines jeden Adels, der auch nur ansatzweise was von der Dichtkunst verstand.“

Kunstpause.

Lara: „Der Dichter selbst war ein ehrlicher, freundlicher und angenehmer Zeitgenosse. Ein wahrer Gentleman, der einen gewissen Charme versprühte, dem selbst die vornehmsten und stärksten Damen nur schwer widerstehen konnten. Daher dauerte es auch nicht lange, bis der Dichter auch auf dem königlichen Hofe die Herrscherin über das Königreich mit seiner Lyrik schließlich beglücken durfte.”

Die Amazone lächelt kurz in die Kamera, bevor sie fortfährt.

Lara: “Eigentlich eine nette Geschichte, oder? Aber… jahrein, jahraus dichtete und schrieb er lyrische Werke und die Menschen waren von seinen Leistungen begeistert. Der Dichter bekam mehr Zuspruch, mehr Einfluss, mehr Vermögen… und mehr Macht. Irgendwann fing er an, nur noch bestimmte Leute zu unterhalten und seine Kreativität ließ mit jedem weiteren Auftritt nach. Bald… konnte er nur noch bereits geschaffene Werke wiedergeben, und es gab keine neue Ideen mehr. Warum auch? Er bekam für jeden Auftritt Geld in den goldbestäubten Hintern geschoben und ihm war letztendlich auch egal, wer es tat. Und er vergaß schließlich auch, vor wem er seine Leistungen - mehr oder weniger - zum Besten gab. Er vergaß sogar, dass er auch vor der englischen Königin spielte. Und das missfiel der Königin, ihr wurde nicht Respekt entgegengebracht, stattdessen sah der Dichter sie nur als jemanden, der ihm Pfunde und Sterlinge in die Taschen steckte. Und das machte er leidlich auch nur allzu klar.”

Eine Hand legt sich wieder auf Lisas schmale Schulter.

Lara: “Es ging sogar so weit, dass er sich schließlich für etwas Besseres hielt! Wenn die Gästen den Dichter aufforderten, etwas Bestimmtes vorzuspielen, dann lehnte er oft ab, weil er seinen eigenen Kopf hatte. Und eines Tages tat er Ablehnung auch gegenüber der Königin, als sie zu einem feierlichen Anlass eine bestimmte Dichtung von ihm wünschte, kund. Und das erzürnte die Königin. Für sie war eine Schwelle überschritten, eine rote Linie übertreten. Und so nahm sie den Dichter gefangen, forderte ihn auf, sich wieder auf die Anfänge zurück zu besinnen, als er ein bescheidener Mann war, der gerne lyrische Herausforderungen annahm. Doch nein, er lehnte es nach wie vor ab. Er sagte, dass es sein gutes Recht sei, selbst zu bestimmen und sich nicht von anderen bitten zu lassen, nicht einmal von einer Königin. Also beschlagnahmte sie sein Vermögen, entsagte ihm alle Rechte auf Dichtung und Unterhaltung, setzte ihn auf die Straße und brandmarkte seinen Namen. Niemand im Königreich durfte seinen Namen auch nur erwähnen. Sein Einfluss verschwand, sein Vermögen wurde wertlos und sein Name dann auch mit der Zeit vergessen. Er war ein Niemand… er war nur noch ein Schatten.”

Die selbsternannte Königin seufzt, beugt sich zu Lisa vor und flüstert.

Lara: “Nur noch ein Schatten, Lisa. Seine Ära als echter Wrestler endet heute. Ab dem Tag morgen wird man ihn nur noch als Schatten kennen. Man wird ihn nur noch wegen dem Namen, wegen dem Hype und wegen dem Einfluss kennen. Nicht aber wegen seiner einstigen Leistung, nicht wegen seinem bald gebrochenen Willen und auch nicht wegen seinen rechtmäßig errungenen Siege. Er wird eine Niederlage einstecken und das wird ihn zerstören, meine liebe Lisa.”

Noch einmal starrt die große Frau in die Kamera.

Lara: “Nur noch ein Schatten…”


Vincent Craven: "Was für eine Kampfansage von Lara Lee in Richtung des Cryption Crowns, in Richtung Shadow."

Mike Garland: "Und was für ein Schwimmoutfit - Wow!"

Vincent Craven: "Unser Freund, Mike, hat da schon abgeschaltet, aber das interessante kam erst danach. Lara Lee will Shadow nicht nur besiegen, sie will ihn heute zu einem Schatten seiner selbst machen. Ihn mit seinem Namen identisch schlagen. Alles mal wieder ziemlich übertrieben, aber irgendwie dennoch bedrohlich."

Mike Garland: "Aber Wahrheit war ja auch dabei, Vince. Die Cryption Crown hat nicht mehr den Wert, wie zu dem Zeitpunkt, als Shadow sie gewonnen hat."

Vincent Craven: "Das sehe ich anders. Shadow hat die Krone so weit nach oben gebracht, das sie für viele lange unerreichbar blieb. Heute kann sich eben die 'Königin' dran versuchen - aber diese dreht immer mehr ab. Auch dieser Kontrollzwang gegenüber Miss DeWynters erscheint mir völlig übertrieben."

Mike Garland: "Extreme können aber eben auch zum Erfolg führen - und das können wir im heutigen Main Event bestaunen."

Vincent Craven: "Zuerst widmen wir uns allerdings unserem Opener des Tages und erwarten die amtierenden Cotatores Champions, die Partners in Crime."



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