Scene

Id
3853  
Name
Die Verwandlung  
Summary
Die erste Vorstellung zu Ronin  
Position
5  
Scenetype
Video  
Created At
2018-08-26 21:29:53  
Edited At
2018-08-28 18:09:52  
Show
Vendetta 136  


Es ist eine dunkle Nacht, Fackeln beleuchten den Garten eines Hauses. Im Licht des Feuers sieht man einen massiven Steingrill, einen Teich mit Steinfiguren und eine hölzerne Sitzbank. Auf der Wiese sitzt ein Mann in einem dunklen Anzug. Er hat den rechten Arm von sich gestreckt und betrachtet ihn.

Ronin: "Vier Finger und ein Daumen, die wir zu oft nur noch dafür verwenden, um Knöpfe zu drücken und Stifte über Papier zu ziehen. Würden wir aufwachen und feststellen, dass diese Hand sich verändert hat, wären wir schockiert. Wenn wir statt der Finger haarige Haken sehen würden, wüssten wir nicht mehr, was wir damit anfangen sollten. Wir würden uns für Insekten halten, unfähig unser altes Leben weiterzuführen."

Er ballt die Hand zu einer Faust, presst sie zusammen bis das man meint selbst im Licht des Feuers das Blut aus der Haut weichen zu sehen. Ronin: "Aber wer erinnert sich daran welche Aufgabe die Hand hatte bevor sie nur noch ein Werkzeug der modernen Gesellschaft würde?" Er steht auf und lässt seinen Blick über den Garten wandern bis seine Hände zu seinem Hals greifen. Er lockert seine Krawatte, streift sie sich über den Kopf und betrachtet sie.

Ronin: "Einer Gesellschaft mit Symbolen, die unseren Status zur Schau stellen und uns wie Ketten fesseln, bis sie uns die Luft zum Atmen und die Kraft zum Leben rauben."

Er rollt die Krawatte zusammen, umklammert sie mit der Hand als würde er versuchen sie zu zerdrücken und wirft sie in eine Feuerschale. Er betrachtet sie noch für einen Moment, beobachtet wie das Feuer vom Holz auf die Krawatte übergeht und diese verschlingt. Er dreht sich um und geht in das Haus.

Das Bild folgt ihm hinein in ein Wohnzimmer, mit einem schweren, dunklen Ledersofa und einem großen Fernseher an der Wand. Er geht durch den Raum auf einem Kamin im Eck zu. Darauf sieht man einen japanischen Schwertständer stehen, mit zwei Schwertern. Sie sind schwarz, mit roten Bändern verziert, dahinter ist ein Bild von einem Samurai in voller Rüstung, zweifarbig in schwarz und weiß gehalten.

Ronin: "Das Daisho war das Symbol eines edlen japanischen Kriegers. Nur Samurai trugen das Schwertpaar. Das Katana im freien Feld, das Wakizashi in Gebäuden auf engerem Raum. Waffen, die im Reflex gezogen wurden und einen Kampf noch beenden könnten, bevor der Krieger den Angriff bewusst wahrnahm. Das Bild des edlen Kriegers im Mittelalter wird akzeptiert, idealisiert mit dem japanischen Bushido oder der europäischen Ritterlichkeit. Männer die sich selbst aufgeopfert haben für ihre Treue Pflicht an Gott oder ihrem Herrn."

Er schloss die Augen und senkte den Kopf leicht. Nach dem Öffnen der Augen sieht er wieder zu seiner geballten Faust.

Ronin: "Die Wahrheit hinter dem Ideal beschmutzt das Bild doch sehr."

Er streift die Jacke seines Anzugs ab, faltet sie einmal und legt sie auf das Sofa bevor er in einen Flur weitergeht.

Der Flur ist hell, mit kleinen Holzkommoden und eingeramten Bildern an den Wänden. Einfache Zeichnungen mit Farbstiften, von Kinderhänden mehr oder weniger begabt gemalt. Sein Blick ist gemischt. Freude, Stolz, aber auch eine Sehnsucht die ihn weiterzieht bis er vor einer Tür steht. Leicht abseits im Bereich des Haupteingangs, unter einer Treppe die nach oben führt. Der klassische Platz für eine Kellertreppe. Er zögert beim Griff nach der Türklinke.

Ronin: "Ein einfaches, geregeltes Leben. Ohne besondere Sorgen und Ängste. Und ohne ein tief sitzendes Feuer."

Er greift nach der Klinke, seine Atmung wird schneller, ein Ansatz von Vorfreude ist auf seinem Gesicht. Er tritt durch die offene Tür und seine Haltung ändert sich. Er scheint den Weg vor sich zu fixieren , seine Haltung wird straffer. Am Ende der Treppe geht er direkt auf eine Tür zu. Sie ist aus hellem Holz mit weißen Rändern. Sie wirkt ein wenig wie ein Klischee an japanischer Einrichtung. Auf der Tür ist eine Faust abgebildet. Er öffnet sie und tritt hinein.

Es ist ein Trainingsraum, auf dem Boden ist ein Muster aus blauen und roten Matten. Auf der linken Seite ist eine verspiegelte Wand mit einer Grundausrüstung zum Krafttraining. Kurz und Langhanteln mit passenden Scheiben, Kettleballs, einer verstellbaren Bank und einer Stange für Klimmzüge an der Decke. Alles an den Rand geschoben um in der Mitte Platz zu schaffen. Neben der Tür ist ein Radio und ein Regal mit Sportzeitschriften. An der rechten Seite sind Halterungen an der Wand angebracht. Trainingswaffen, die sich im Arnis und Ninjutsu angesammelt haben. Stöcke in verschiedenen Längen, Schwerter, Messer und Sicheln in verschiedenen Formen aus Holz und Kunststoff. Seine Ausrüstung hängt an der Wand, verschiedene Handschuhe, Ellbogen-Knie- und Schienbeinschoner, Kopfschützer und Trainingsanzüge. Dazu Bilder die ihn als Kämpfer zeigen. Auf Matten, im Käfig, bei Vorführungen. Er geht zur Wand, betrachtet seine Hände ,greift damit zwei Rattanstöcke und tritt an einen Sandsack der in der Mitte des Raums hängt. Ein Lächeln hängt ihm im Gesicht.

Ronin: "Es wirkt wie aus einem früheren Leben, vor zwanghaften Pazifismus."

Schnell und mit sicheren Formen führt er Schlagübungen mit den Stöcken durch, Grundübungen die er noch immer fest in sich verankert hat. Er bleibt stehen, verschränkt die Stöcke vor sich und verneigt sich leicht, bevor er sie wieder ablegt. Danach geht er weiter zur dritten Wand. Vom Rand nach Innen sind lebensgroße Figuren von Kriegern aufgestellt. Ein Ritter mit einem Zweihändlerschwert und den Symbolen der Tempelritter, ein Vikinger mit einer Streitaxt, ein Ninja mit gezogenen Kamas und ein Samurai, mit der Hand am Schwertgriff kurz vor dem ziehen.Dahinter hängen Bilder der Figuren im Kampf. Nicht edel, sondern auf das eigene Überleben fixiert. In der Mitte der Wand ist eine Figur, eine Schaufensterpuppe.

Ronin: "Ghandi hat gesagt, an etwas zu glauben und es nicht zu leben, wäre unehrlich."

Er tritt auf die Puppe zu und betrachtet sie. Sie trägt eine schwarze Cargohose mit Tribalmotiven, ein ärmelloses Oberteil mit einem skelettartigen Aufdruck, mit japanischen Schriftzeichen bedruckte Schoner an Füßen , Ellbogen und Knien. Die schwarzen Bandagen an den Händen sind sauber angebracht. Ein ärmelloser Ledermantel rundet die Figur ab. Er greift nach dem Schlauchschal den die Puppe um den Hals trägt und zieht ihn ab.

Ronin: "Es ist Zeit für mich aus der Verantwortung für Andere herauszutreten. Es ist Zeit wieder einen Teil meines Lebens für etwas zu nutzen, das in mir ein modernes Feuer weckt."

Er zieht sich den Schaal über den Kopf, bis er den Hals bedeckt.

Ronin: "Ein Krieger gewinnt nicht jeden Kampf, aber er nimmt jede Herausforderung an, die das Leben ihm bietet."

Er nimmt den Mantel, zieht ihn an und tritt vor den Spiegel.

Ronin: "Mein Mut ist mein Schwert, mein Wille ist meine Rüstung. Ich bin ein Krieger."

Er zieht den Schaal hoch über sein Gesicht, es ist zur Hälfte mit einem Totenkopf bedeckt. Er ballt beide Fäuste, nickt und betrachtet mit einem festen Blick sein Spiegelbild.



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