Scene

Id
3699  
Name
Mission ImPOEssible  
Summary
Poe revanchiert sich für Shadows taktische Finten von unlängst - mit Paintball-Ausrüstung und Nachtsichtgerät.  
Position
16  
Scenetype
Live  
Created At
2018-05-18 16:59:38  
Edited At
2018-06-04 17:57:24  
Show
Vendetta 134  


Der Marylander Marc Poe ist weiterhin im Backstagebereich unterwegs. Sein Outfit hat er nicht gewechselt, denn seine Mission ist noch nicht beendet. Es wird allerdings zeitlich ziemlich eng, denn vor dem Main Event sollte er zumindest seine Muskeln nochmal etwas aufwärmen. Es wäre ein wahrer Super-Gau, wenn er seine Ein-Mann-Mission nicht erfolgreich beenden könnte und er aufgrund der fehlenden Vorbereitung als erstes aus der Battle Royal fliegt. Wenn schon nicht Cryption Crown, dann eben gleich eine Stufe höher - und das erst recht! Sein Traum vom Gerasy würde zu einer Mission ImPOEsibble werden.

Marc Poe: "Das könnte doch eines deiner Verstecke sein."

Der Mann aus Baltimore ist vor der Tür einer Abstellkammer stehen geblieben. Vorsichtig untersucht er den Türgriff...

Marc Poe: "Hab ich dich."

Poe öffnet seinen Rucksack und holt einen etwas seltsamen Gegenstand daraus hervor, welchen er sich auf den Kopf stülpt. Vorher nimmt er noch das schwarze Bandana ab. Leise und langsam umfasst er die Türklinke und drückt diese nach unten. Wie erwartet blickt der Marylander in einem stockfinsteren Raum. Er atmet nochmal tief durch, geht in den Lagerraum hinein und schließt die Tür hinter sich. Seine Schritte und seine Atmung hat er auf ein Minimum heruntergeschraubt.

Marc Poe: "Ich kann dich sehen, Bleichgesicht. DU hast mir meinen Heimvorteil genommen, nun nehme ich dir den deinen."

...

Es ist mucksmäuschenstill im Lagerraum.

Marc Poe: "Okay, dann auf die harte Tour."

Jetzt hört man mehrere unterschiedliche Geräusche in dem Kämmerchen, die man jedoch nicht zuordnen kann. Dann kehrt für ein paar Sekunden wieder die Ruhe in den kleinen Raum zurück und die Kamera zeigt weiterhin ein schwarzes Bild. 

Poe dagegen sieht alles: das Gerät aus seinem Rucksack ist ein Nachtsichtgerät. Und seinen Gegner hat er bereits im Fadenkreuz: SHADOW. Nicht nur sprichwörtlich, denn zusätzlich hat der Marylander einen Paintball-Markierer mitgebracht. Vorsichtig entsichert sein Zeigefinger das Gewehr und legt sich dann auf den Abzug. 

Marc Poe: "Letzte Chance, Bleichgesicht."

Keine Reaktion. The Unfathomable Dark hockt keine drei Meter entfernt in dem zugestellten Raum am Boden: lässig an die Wand gelehnt ist sein Kopf Poe zugewandt, als könne er ihn sehen. Und ganz ehrlich - angesichts der leichten Blinkerns hinter den Haaren vor dem Gesicht hat Poe auch das Gefühl, als könne er ihn sogar sehen.
Dann hört man das Pfeifen der Paintballs, die durch den Raum fliegen ...
.... gefolgt von einem durch die Zähne gequetschten Schmerzensschrei.

Marc Poe: "Was war das für ein Geräusch? Bin ich wohl doch nicht allein. Kommst du nun raus oder brauchst du noch einen auf die Zwölf?"

Eine Antwort bleibt aus - stattdessen ächzt es dumpf aus Shadows Ecke. Und die Ego-Perspektive Poes belegt: volle Breitseite. Im grünen Schimmer des Restlichtverstärkers reibt der Schattenmann über seine Schulter, während Rumpf, Bauch und Beine von glimmenden Leuchtklecksen übersäht sind.

Marc Poe: "Okay, one for the Road...."

Marc drückt noch ein weiteres Mal ab, worauf sich eine letzte Farbpatrone löst ... und so knapp neben Shadow an der Wand zerplatzt, dass dessen rechte Kopfseite nun gleichwohl markiert wurde.

Zufrieden schultert Poe das Luftdruck-Gewehr und geht langsam auf Shadow zu. Auf einer kleinen Kiste ihm direkt gegenüber nimmt er Platz ... und streift dann das Nachtsichtgerät ab: zwar ist es wieder stockfinster, trotzdem sind die leuchtenden und bewegenden Kleckse vor ihm klar auszumachen. Das gesprenkelte Haar vor ihm vollführt ein schwungvollen Bogen - und jetzt sieht man auch, dass die Farbe Shadows linke Gesichtshälfte mitgetroffen hat.
'Wie sagte einst jemand: ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert...'

Kurzerhand drapiert Poe den Restlichtverstärker wieder auf dem Kopf, in dessen trüben Schein er dann sieht, wie Shadow sein Haar wie üblich nach vorn wirft.

Marc Poe: "Rache serviert man am besten farblich, würde ich sagen. Gefällt dir die Farbe wenigstens? Hab wirklich lange gebraucht, um das grellste wie leuchtendste Gelb zu mischen - aber was tut man nicht alles für seinen neuen Lieblingsfeind."

Poe hatte mit einem direkten Gegenangriff gerechnet….
… welcher ausbleibt. Ungeachtet seiner besudelten Klamotten beschränkt sich Shadow zunächst darauf mit seinen Fingern, so gut es geht, die grelle Farbe aus dem nachtschwarzen Haupthaar zu streichen.

Keine Antwort ist auch ne Antwort - offensichtlich hat es der Marylander wirklich geschafft The Unfathomable Dark etwas aus dem Konzept zu bringen. Marc ändert daher seine Haltung entspannt in den Schneidersitz.

Marc Poe: "Ja, dein Trick mit dem Brief war nicht schlecht. Nun solltest du aber wissen, dass du dich mit dem Falschen angelegt hat. Ich kann diese Spielchen genauso gut... Frag doch mal bei S1margl nach."

Poe beugt sich unmerklich um einen Hauch nach vorn … vergeblich. Mit Daumen und Zeigerfinger fährt der Schatten eine Strähne nach der anderen ab. Erste kleine Kleckse zeichnen sich am Betonboden ab, von den Handschuhen ganz zu schweigen. Sieht man mal von dem Streich-Geräusch ab, das entfernt an Fensterputzen mit Gummiwischer erinnert, bleibt die Szenerie tonlos. Poe ist sozusagen der Zuschauer eines Schauspiels mit Shadow in der Hauptrolle des Schweigers mit fast autistischer Akribie.

Dann…

Shadow: „…. Tja ………. Und nun?!“

Poe lacht: der Schatten hat sich endlich gerührt und er wirkt etwas beleidigt. Dies ist zumindest der Eindruck, den der Marylander durch sein Nachsichtgerät bekommt. Der ehemalige Hafenarbeiter ist zufrieden.

Marc Poe: "Schmollst du wie ein kleines Schulmädchen? Farben sind dein Kryptonit und du hättest vermutlich nie gedacht, dass es jemand mal herausfindet. Der perfekte Tiefschlag vor der Battle Royal."

Der Kopf Shadows lehnt sich lässig gegen die Wand hinter ihm. Das ist es wieder: dieser komische dumpfe Klang, welcher Marc schon einmal an eine Art Glucksen erinnert hat. Und da die Situation stimmt…

Shadow: „Nun, jetzt hast du mich, Glückwunsch!.....“

Der Schatten lässt von seinen Haaren ab und die Hand in ihre übliche Lauerstellung auf dem angewinkelten Knie zurücksinken. Poe dagegen bleibt verharrt und entspannt im Schneidersitz. Shadow hat offensichtlich nicht vor ihn zu attackieren. Trotzdem wird der Mann aus Baltimore keinesfalls unvorsichtig sein, denn der Schatten kann schließlich auch ganz plötzlich verschwinden.

Marc Poe: "Das ist alles? Irgendwie hatte ich erwartet, dass deine Analyse der aktuellen Situation etwas länger und langweiliger ausfällt."

Marc richtet seinen Man-Bun und versucht Shadow mit weiteren Worten festzunageln.

Marc Poe: "Tatsächlich muss ich dir diesmal Recht geben. Ich habe dich - und deine Situtation wird sich in keinster Weise verbessern. Nach der Battle Royal wirst du wahrscheinlich erstmal eine Packung Johanniskraut fressen müssen, um deine depressive Stimmung aufzuhellen."

Shadow hat seinen Kopf mittlerweile an der Wand entlang zur Seite gedreht - ein sicheres Zeichen für seinen Blick in die Unendlichkeit, der aber niemanden über seine augenblickliche Aufmerksamkeit hinwegtäuschen sollte. Und wieder dieses Geräusch….

Shadow: „…. und immer und immer wieder …. er sieht die Antwort vor lauter Fragen nicht … wie der Reiter eines toten Pferdes … oder der Getränkekellner für den Ersaufenden …“

Der Kopf dreht sich erneut, wieder auf Poe gerichtet.

Shadow: „Warum wohl, Homeboy?! Weil jedes weitere Wort an dich verschwendet wäre. Man kann es im Guten versuchen, im Schlechten, im Logischen … alles für die Katz in deinem Fall. Du gibst dich zwar als ehrliche Haut, als man of the people - aber sobald jemand mit dem Spielzeug spielen will, dass du glaubst für dich requiriert zu haben, fahren deine Scheuklappen hoch und dein eindimensionales Hafenarbeiter-Hirn spricht nur noch eine Sprache: nämlich die von Fäusten und Muskeln. In diesem Sinne also: lass uns lieber zum Ende der Show hin … „reden“!“

Der ehemalige Cotatores Champion hat während Shadows Ansage sein Gewehr mehrmals gesichert und den Abzug durchgeladen.

​Marc Poe: "Dafür, dass du erst dann reden möchtest, hast du eben ziemlich viel erzählt."

Shadow: „Womöglich, weil eine meiner Schwächen das ist, was du glaubst zu haben, es letztlich aber doch nicht besitzt: Zuversicht. Und ich spreche von wahrer Zuversicht und nicht dem üblichen Mix aus Ehrgeiz und blindem Eifer…“

Nun erhebt sich auch das unergründliche Dunkel in den Schneidersitz.

Shadow: „… ich bin mit mir und meiner Umwelt im Reinen - vielleicht ist es dieser Blick in den Spiegel, den du nicht ertragen kannst. Etwas zu betrachten, dass du gerne anstrebst … und dass dich missmutig macht, sobald man den bitteren Geschmack der Realität wieder spürt. Mir geht es um viel, manchmal sogar um alles - aber nicht um jeden Preis. Vor allem nicht um den des Verstandes, wenn einen das Goldfieber packt. Solltest du also mich und die PCWA wider Erwarten wirklich eines Besseren belehren, dann lass hören. Anderenfalls liefer die Antwort nachher und beim Impact ab - und jag weiter deinen Phantastereien hinterher … auf deinem toten Pferd.“

Poe lockert seine Beine und steht auf. Nun ist er es, der sich an eine der Wände lehnt. Er schaut mit seinem Nachtsichtgerät auf den Schatten herab.

Marc Poe: "Eindimensionales Hafenarbeiter-Hirn. Das nennt man wohl Vorurteile - oder, Bleichgesicht? Vorurteile sind es, die unsere Gesellschaft zerstören, aber du behauptest, dass du mit deiner Umwelt im Reinen bist? Vielleicht bist wohl eher du derjenige, der den Blick in den Spiegel nicht erträgt."

Der Marylander geht nun langsam ein paar Schritte vor und dann wieder zurück.

Marc Poe: "Eins kann ich dir sagen: ICH habe meine Ziele klar vor Augen. Genau in diesem Moment habe ich eins davon sogar direkt im Fadenkreuz. Du fragst dich, warum ich mir dich rausgesucht habe? Sicher könnte ich auch Stevie oder den Kuchen angreifen. Ich erfülle dir nur einen Wunsch: du hast vorgeschlagen, dass wir um die Reihenfolge des Entrance kämpfen. Daher bist du heute Abend mein Hauptziel, beim Impact wirst du dann vorerst nur einer von vielen sein. Ich habe mittlerweile verstanden, dass ich Freundschaften bei der Elimination Chamber ignorieren muss. Mit Feindschaften werde ich es genauso machen - ich werde jeden bekämpfen, der sich mir in den Weg stellt. Heute Abend geht es mir nur um dich, ich will dich als erstes über das oberste Seil werfen. Ich will dir eine schlechte Ausgangsposition verschaffen. Dann werden wir sehen, ob du konditionell auf dem gleichen Niveau bist wie ich."

Poe will natürlich nicht nur Shadow über das oberste Seil werfen - er will sich nebenbei eine gute Ausgangsposition verschaffen. Aber dieses gesprochene Wort gehört ebenfalls zu seiner taktischen Kriegsführung.

… patsch … patsch … patsch …

Verborgen durch den Restlichtverstärker fällt es nicht auf, dass Poe erstaunt die Braue hebt - angesichts des bedächtig-höhnischen Applausklatschens von Shadow, welches durch seine Handschuhe etwas gedämpft wird.

Shadow: „Man denkt viel zu viel und fühlt viel zu wenig … hast du es bemerkt?!“

Marc Poe: "Früher war das bei mir so. Als Jugendlicher hatte ich oft Panikattacken, weil ich zu viel gedacht hab. Dann hab ich einfach meinen Weg durchgezogen und bin zum Mann geworden. Panikattacken lösen deine Worte in mir bestimmt nicht aus. Ich bin gefühlsmäßig nicht nur auf dich, sondern auch auf alles, was passiert, vorbereitet."

Shadow: „Du prophezeist mir etwas - und sprichst damit genau die Sprache, die ich bei dir vermutet habe. Und als sei dies nicht schon wunderlich genug, drohst du mir ein in deinen Augen unheilvolles Schicksal an … dass ich dir vor ein paar Wochen frank und frei als Chance auf dem Silbertablett serviert habe. Wäre das jetzt eine Mausefalle dürfte dir erst jetzt bewusst sein auf dem Käse zu sitzen, um den du zuvor sorgsam deinen Bogen gemacht hast. Und?! Spürst du schon das kalte Metall des fallbeilähnlichen Schlagbügels? Dein personalisiertes Damoklesschwert?“

Der Schatten stellt die Füße auf den Boden und drückt sich an der Wand empor in eine Sitzposition, die Blickrichtung nach wie vor auf Poe gerichtet.​ Dem Marylander läuft ein Schauer über den Rücken - ist es das von Shadow angesprochene kalte Metall? Marc schüttelt sich kurz, dann geht er ein paar Schritte auf Shadow zu.

​Marc Poe: "Und wenn es mein, genau mein Ziel ist, dich glauben zu lassen, dass ich in die Falle getappt bin? Fragen über Fragen, die ersten Antworten werden wir erst später bekommen. Doch sei nicht überrascht, wenn du schneller auf dem Hallenboden angekommen bist, als gedacht. In diesem Fall sogar auf dem Boden der Tatsachen."

Shadow: „Das Schicksal mischt die Karten, während wir nur spielen - dann sei es so. Aber ob nun eine derartige Entscheidung oder etwas ähnliches - manchmal ist da bloß ein leichter Windhauch … welcher aber genauso gut darüber hinwegtäuschen kann, dass es einen eiskalt und pfeilschnell erwischt. DAS … ist das Credo der Elimination Chamber. Und wie du schon sagst: es gibt dort weder Freund noch Feind. Wer sich dort hineinbegibt, tut dies in der sicheren Erkenntnis schon beim Betreten mindestens ein Messer im Rücken zu haben. Und egal wie gut du auch vorbereitet sein magst, wie ausgebufft deine Improvisation auch ist - es wird auch für dich ein Momentum kommen, mit dem du nicht rechnen wirst.“

Shadow drückt sich ganz in den Stand, fast Face-to-Face mit Poe.

Shadow: „Mein Weg ist klar, ob in der Chamber, nachher oder bloß gegen dich: ich komme gefühlt aus dem Nichts und falle weich, soll ich scheitern. Einfach Mund abputzen und weiter geht es … aber kannst du das auch?!“

Poe nimmt sein Nachtsichtgerät ab, im Moment braucht er dieses nicht. Er achtet nur noch auf Shadows Atem. 

Marc Poe: "Das, was du gerade machst, ist reines Phrasendreschen. Wenn du deine große Chance verpasst hast, dann wirst auch du nicht so einfach weitermachen wie davor. Im Gegensatz zu dir mache ich mir noch keine Gedanken, was passiert, wenn ich scheitere. Ihr haltet mich doch für den Underdog, weil ich als einziger noch keinen Einzeltitel gewonnen habe."

Der Marylander macht eine kurze Pause. Marc vernimmt weiterhin die ruhige Atmung des Schattens, der noch immer genau vor ihm ist.

Marc Poe: "2018 ist das Jahr der Underdogs. Eagles im Superbowl, die Eintracht im DFB-Pokal und ich im Elimination Chamber. Wahrscheinlich kommst du mir jetzt damit, dass ich kein Adler bin und mein Vergleich somit nichtig ist. Ist mir ehrlich gesagt scheißegal, ich stehe auf die Rolle des Underdogs und in eurem Unterbewusstsein werdet ihr mich deswegen bestimmt immer noch unterschätzen."

Shadow macht eine schnelle Bewegung zur Seite, Poe hat es bemerkt und ist ihm gefolgt. Beide stehen sich weiter mit dem Gesicht gegenüber. 

Marc Poe: "Siehst du, Bleichgesicht. Ich brauche nicht mal meine Augen, um dich im Fadenkreuz zu haben. Meine Sinne reichen vollkommen aus."

Wieder ein paar Momente der Stille, in denen man nur die Atemzüge beider hört - und anhand derer sich Poe noch immer sicher sein kann, dass Shadow vor ihm steht. Und natürlich auch … dank der leuchtend gelben Flecken auf Kleidung und Gesicht, die da vor ihm mehr oder weniger ruhelos verharren. Vor allem der einen unförmigen Masse, die scheinbar einen Teil des Gesichts vom Schattenmann ziert.

Und er sieht diesen an Shadows Wange klebenden Fleck nunmehr umso deutlicher, da nun auf einmal Bewegung in die Sache zu kommen scheint. Unverzüglich greift Poe sich erneut sein Nachtsichtgerät - und bemerkt nach dem Aufsetzen, dass der ungehinderte Blick auf Shadows Gesicht daher rührt, dass dieser nun nicht nur seine Haare zurückgeworfen hat … sondern diese auch mit einem kleinen Gummi an seinem Hinterkopf fixiert. Ein Man Bun wie sein eigener, wonach das besprenkelte Gesicht mit den großen Augen ihn nun unverhohlen anblickt.

Shadow macht keine Anstalten es zu bedecken - vielmehr noch deutet der mahlende Kiefer darauf, dass wohl eine Antwort folgen soll…. Klick!!!

Marc Poe: "Argh!!!...."

Der plötzliche Schwall einfallenden Lichts der Lampen entfaltet seine volle Wirkung. Während normale Personen sich blinzelnd nach ein paar Augenblicken akklimatisiert haben dürften, fühlt sich Poe derweil, als hätte er mit einem Feldstecher in die Sonne geschaut. Mit kurzem Aufschrei reißt er sich das Gerät vom Kopf…

Marc Poe: "FUUUCK, was hast du getan...."

Klick! Scheinbar hat das unergründliche Dunkel das Licht wieder ausgeknipst - was Poe momentan aber nur vermuten kann. Sein Blickfeld ist von einem grellen Weiß überflutet versetzt mit surrealen Pulsaren - und vereinzelten Flecken, die mehr und mehr eindunkeln.

Shadow: „Ich bin auf die Qualität deiner Sinne gespannt, Homeboy, nun da einer temporär ausgefallen ist. Schon einmal hatte ich erwähnt, dass derartige Situationen nicht nur durch gesteigerte Leistungen anderer Sinne kompensiert würden, sondern sie auch die Aufnahmebereitschaft erhöhen. Daher hoffe ich, dass etwas mehr von dem hängenbleibt, bei dem du sonst üblicherweise auf Durchzug stellst, Foles. Oder wäre dir Rebic lieber?“

Marc greift wie auf Kommando zu, langt diesmal jedoch ins Leere. Schon kehren mehr dunkle Stellen als Kontrast zurück und damit seine Sicht, doch noch reicht sie nicht derart aus, um etwas zu erkennen, geschweige denn seine Nemesis auszumachen.

Shadow: „Vielleicht reicht dir das, was zu zuletzt gesehen hast, jetzt eher als Spiegelbild aus?! Hey, ich bin der People’s Champ, der Hardworker, der Loverboy des One-Girl-Managements, welcher noch nie einen Singles Title sein Eigen nennen durfte - ich bin euer Underdog. Wie lange willst du dieses Märchen eigentlich noch auftischen? Du gibst einerseits vor, meine Qualitäten und meine Worte zu schätzen, aber kaum eine Show später stößt du in das gleiche Horn wie alle anderen und stempelst mich als Rookie ab, der sich seine Sporen verdienen möchte. Andererseits jagst du hier seit Jahren halbwegs obenauf herum, warst bereits ein Cotatore, holst dir gegen zwei Leute im Alleingang deine Ehre zurück … und spielst dich dann zum Außenseiter herunter, den keiner auf dem Plan haben soll. Sag mir: wer drischt wohl am ehesten Phrasen?“

Poe hat sich das Ganze lange und stoisch angehört - greift dann auf einmal schräg hinter sich … und hat den Schatten am Ärmel. Er macht auf dem Hacken kehrt und zieht ihn sich wieder auf Gesichtshöhe heran.

Marc Poe: "Tatsächlich funktionieren meine Sinne nicht besser, doch sie sind deutlich besser ausgeprägt. Ich habe sie einfach besser trainiert. Deshalb werde ich deinen sinnlosen Angriff leicht kompensieren können."

Noch immer kann Poe den Schatten nicht ganz ausmachen - nur diese unförmige grelle Stelle im Mix aus Hell und Dunkel, welche sich zu bewegen scheint.

Marc Poe: "Wer soll sonst der Außenseiter sein? Sharpe, der Champ? Godd oder RM - mit die erfahrensten Teilnehmer?! Stevie van Crane, ein ehemaliger Gerasy?! Bleiben nur noch du und ich. Da du derjenige bist, der es durch EINEN Sieg in den Chamber gepackt hat, kann nur ich, der sich das hart erarbeitet hat, der Underdog sein. Doch wenn du willst, dann schenke ich dir die Außenseiterrolle, indem ich dich später als erstes über das Seil werfe."

Shadow: „Ich sag dazu nur eins: ich weiß, wer ich bin … und was andere in mir sehen, tangiert mich herzlich peripher. Alles, was ich will, was ich immer wollte, waren ehrliches Aufeinanderzugehen und ehrliche Fights. Und je nachdem wie mir begegnet wurde, kam postwendend meine Entgegnung. Auf etwas Ähnliches hatte ich bei dir gehofft - aber die Tatsache, dass sich das, was ich mir ausgemalt hatte, erst dann eintrat, als ich die genau gegenteilige Herangehensweise anging, sagt mir eins: dass ich nun weiß, wie ich zu dir stehen muss.“

Der Hafenarbeiter behält seinen Klammergriff stahlhart bei … allerdings macht Shadow andererseits auch keine Anstalten sich diesem irgendwie zu entwinden. Poe hat über die vergangenen Monate wie Jahre seine eiserne Konsistenz stets bewiesen - und beibehalten. Nicht nur, dass er sich wie angekündigt und angedroht auf seine Sinne verlassen kann - nein: er hat sie auch viel schneller wieder im Griff. Und so verschwindet der milchige Schleier mehr und mehr - und gibt das Bild auf Shadows Gesicht erneut frei: kalkweiß, nur der neongelbe Schmadder an der rechten Kieferpartie.

Stumme Augen mustern ihn erneut - als in derselben Bewegung die Hand des Schattens an den Hinterkopf geht, den Gummi löst und die Haare wieder vor das Gesicht fallen. Das elastische Band legt er dagegen in Marcs freie Hand.

Shadow: „Auch wenn ich bereit und im möglichen Klaren bin weich zu fallen, sollte das für dich keinesfalls bedeuten mich zu unterschätzen. Unabhängig etwaiger oder gewonnener Titel und unserer Werdegänge - alles, was ich will, ist, dass du heute und beim Impact da rausgehst und deine Hafenarbeiter-Sprache sprichst. Zeig mir, dass das Beste an dir deine Skills und nicht deine Phrasen sind. Also: denke nicht, fühl mehr….“

Poe lächelt selbstsicher, gibt den Schatten frei und fährt sich mit der Hand durch die Haare.

Marc Poe: "Ich weiß, was ich tue, deine Ratschläge brauche ich nicht. Bei Out of Ashes war es etwas ganz anderes, das Gespräch mit dir im Olympiastadion war die Ablenkung, die ich vor diesem wichtigen Match brauchte."

Der Marylander spannt Shadows Band zwischen Daumen und Zeigefinger und trifft den Schatten zielsicher auf die Stirn.

Marc Poe: "Du hättest einfach etwas selbstreflektierter sein sollen, als du den Spot im Chamber erhalten hast. Leider hast du einen Fehler gemacht und den Kuchen dazu geholt. Doch diese Leier hab ich mittlerweile viel zu oft runter gerasselt. Kein Mensch will das mehr hören - es wird Zeit, dass wir es hier direkt oder bei der Battle Royal regeln, da du es kaum erwarten kannst meine Skills kennenzulernen."

Shadow: „Was hätte ich denn schon groß selbstreflektieren sollen, huh? Erstens hätte das nicht zu mir gepasst - und zweitens: wenn man wie aus der kalten Hose in einen elitären Kreis bugsiert wird, keine großen Anstalten daraus macht und einfach nur froh ist dabei zu sein … sag mir: warum sollte man dann auf Teufel komm raus in Schwafelei verfallen? Nur um die eigenen Unzulänglichkeiten zu kaschieren?!“

Marc Poe: "Du bist doch der König der Schwafelei und das hast du allen direkt gezeigt, als du den Platz im Chamber bekommen hast. Es gibt zwei Arten von falschen Propheten: die einen schwafeln und die anderen sind stumm."

Shadow: „Dann entscheide ich mich lieber für die wenigen leisen Töne…. Ich hab das Gefühl, du knallst mir dieses Hirngespinst mit dem Kuchen so oft um die Ohren, dass nicht nur ich es glauben soll, sondern du vermutlich auch. Aber da ich nun weiß, dass Dialoge dieser Art hier für dich nicht mehr als eine Zwischenmahlzeit sind…“

Der Schatten entfernt sich zwei Schritte, bleibt dann mit dem Rücken zu Poe stehen und stützt sich mit dem rechten Arm gegen einen Kistenstapel.

Shadow: „… vielleicht ist es ja wirklich so. Vielleicht aber auch war mein Zwiegespräch mit Stevie ertragreicher als deines mit ihm? Möglich, dass er eher d‘accord damit geht, dass Schweigen Gold ist  - oder habe ich da doch eher den Tribun gemeint? Oder einer gewissen Leitungsposition einen Wandel des Herzens beschert, weil es der Bisherige einfach nicht … „bringt“?“

Er dreht sich um und blickt in Poes zähneknirschendes Gesicht.

Shadow: „Für dich hab nur zwei Dinge übrig. Erstens: der Fakt, dass ich RM in die Chamber gebracht habe, hat so viel Wahrheitsgehalt wie der Name Marc Poe, Daddy Junior! Und zweitens….“

The Unfathomable Dark streckt den Arm aus und deutet auf die Wand hinter Poe. Reflexartig blickt dieser sich um - und sieht eine fingergeschriebene Botschaft in leuchtendem Neongelb:

Bring it on, Ezra!!!

Poe dreht sich wieder um, der Schatten ist bereits gegangen. Er hat die kurze Ablenkung genutzt und ist dem Marylander dadurch wieder entwischt. Diesmal weiß der Mann aus Baltimore jedoch, wie und wohin Shadow verschwunden ist: am Boden sind eindeutige Abdrücke von Shadows linkem Fuß zu erkennen.

Marc Poe: "Ich könnte dich verfolgen, Bleichgesicht. Mir reicht es erstmal zu wissen, dass dein plötzliches Verschwinden immer nur ein Trick ist. Du weißt es noch nicht, aber ich hab dich im Sack. Bring it on, Shadow."

Der ehemalige Hafenarbeiter und das Kamerateam verlassen den dunklen Raum. Als durch die Kamera erstmal wieder normale Bilder zu sehen sind, wird diese schnell wieder schwarz. Die Szene endet.


Mike Garland: "Hell yeah! Marc Poe ballert Shadow ab - aus dem Jungen kann doch noch etwas werden."

Vincent Craven: "Die Beziehung der beiden spitzt sich immer mehr zu, Mike. Letztes Mal hatte Shadow Poe mittels eines falschen Schildes hinters Licht geführt, heute schlägt der Marylander zurück und kommt mit dem Painball-Gewehr! Um ehrlich zu sein, weiß ich aber noch nicht, ob ich das gut finden soll."

Mike Garland: "Wie immer du es finden wirst, die beiden werden es sich gleich in der Battle Royal ordentlich geben. Nichts anderes kann man ihren gegenseitigen Aufforderungen entnehmen. Und das ist geil!"

Vincent Craven: "Wenn da mal der Fokus nicht auf dem Falschen liegt... immerhin haben sie noch vier andere Gegner mit sich im Ring."

Mike Garland: "Es gibt erfahrende Wrestler, die sowas ausnutzen könnten. Zum Bleistift RM der Kuchen, den Shadow angeblich in die Chamber gebracht haben soll. Dabei hat der Schattenmann hier genau wie zu Beginn der Show deutlich gemacht, dass dies eine Lüge ist."

Vincent Craven: "Der Kuchen könnte es dennoch versuchen, für sein Ziel zu nutzen. Und dieses Ziel ist der Undisputed Gerasy, wie wir es eben in seinem Zwiegespräch mit dem Titel ohne Zweifel hören konnten."



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