Scene

Id
3473  
Name
E04: Consequences of Brawlin' Rumble XII  
Summary
 
Position
1  
Scenetype
Off Camera  
Created At
2017-10-28 18:27:33  
Edited At
2017-11-05 23:13:27  
Show
Vendetta 129  


Kurz nach der Elimination im Brawlin' Rumble…

 

Keuchend ließ Lara Lee sich einfach auf die Holzbank in ihrer Umkleide plumpsen und blieb dort eine Weile lang sitzen. Während sie gedankenverloren eine Wand anstarrte, schwirrten genau diese Gedanken wie verrückt in ihrem Kopf umher. Allmählich machten sich blaue und gelbe Flecken auf der Haut sichtbar. Aber nichts, worum sie sich Sorgen machen müssten – das waren nur die alten Bekannten. Ihre Sorgen lagen auch ganz woanders – nämlich bei ihrer Familie.

Denn eines stand fest: Sie hatte verloren.

Lafayette hatte ziemlich deutlich klar gemacht, was er von einer Niederlage hielt. Lara verzog ihr Gesicht zu einer wütenden Fratze. Sie war wütend auf sich selbst, weil sie den entscheidenden Test nicht bestehen konnte. Sie war vor allem aber auf Lafayette wütend, denn er musste doch ziemlich genau wissen, dass sie in diesem Schlacht namens Brawlin‘ Rumble schlichtweg keine Chance hatte. Es war nicht so, dass sie auf verlorenem Posten stand – aber man hatte sie einfach zum Fraß geworfen. Sie stand gegenüber etwas, das sie gar nicht kannte: Nämlich die PCWA selbst. Alle Akteure im Ring wussten, was zu tun war. Sie nicht.

In diesem Moment musste sie selbst kopfschütteln. Es brachte nichts, jemand anderem Schuld zu geben. Sie hatte es nicht geschafft. Ende der Geschichte. Da sie nun die PCWA vergessen konnte – Lafayette würde natürlich nicht einmal daran denken, sie je wieder einzusetzen nach so einer desaströse Niederlage. Diese Tatsache war Lara selbst klar.

Als sie in diesem Moment aufstand, ging das Licht plötzlich aus.

Lara seufzte resigniert. Die erste Begegnung mit der Botin hatte sie noch sehr gut in der Erinnerung.

Doch nach wenigen Sekunden ging das Licht wieder an – und wie erwartet war Lara nicht mehr allein. Diesmal konnte Lara die andere Frau, die ihr die Tür versperrte, vollständig in Augenschein nehmen. Selbst die Kanadierin musste insgeheim zugeben, dass sie wirklich wunderschön war. Nicht im Geringsten so grobschlächtig wie Lara, besaß die geheimnisvolle Frau aufregende Kurven an jeder richtigen Stelle. Und sie scheute sich nicht davor, diese Stellen durch knappe und hautbetonte Bekleidung noch hervor zu heben. Sie trug eine schwarze, trägerlose Korsette mit verstärkter Brustplatte, die die großzügig bemessenen Busen perfekt in Szene setzte. Unten schloss sich ebenfalls schwarzer Minirock in Lederlack ihren Hintern sauber ab. Schwarze High Heels mit roter Sohle betonten die kirschroten Lippen und pechschwarze Haare. Die karamellfarbene Haut ließ Lara sich an paradiesische Urlaubsorte erinnern.

Mit einem zuckersüßen Lächeln blickte die Botin die ziemlich schlechtgelaunte Lara an.

Lara: „Ich habe immer noch nicht vergessen, dass du mein verdammtes GameBoy zerstört hast mit deiner blöde Effektspielerei.“

Die Botin überging diese Bemerkung komplett und näherte sich Lara von vorne, nicht ohne seltsame erotische Blicke zu werfen.

Lara: „Und warum zur Hölle ziehst du dich so aufreizend an? Ich sehe hier keine weitere Deppen als wir rumlaufen.“

Botin: „Du hast den Kampf verloren.“

Die leise geflüsterte Stimme trug sich samtweich zu ihren Ohren. Lara lachte verächtlich.

Lara: „Oh. Das habe ich noch gar nicht gewusst! Das kam jetzt wirklich überraschend.“

Die etwas raue Altstimme troff nur so von Sarkasmus, aber die Botin behielt ihr zuckersüßes Lächeln bei.

Botin: „Ich habe eine Nachricht von Lafayette.“

Lara: „Ja, klar. Was ist es diesmal? Ein abgehackter Finger von meiner Schwester? Ein herausgerissenes Auge von meinem Bruder? Verdammt, wenn du denen auch nur in die Nähe kommst…“

Entschlossen machte sie einen Schritt auf die Botin zu, sodass ihre Nasenspitzen sich fast berühren. Interessanterweise sind beide fast gleich groß.

Botin: „Lafayette gratuliert Ihnen zum erfolgreichen Bestehen des ersten Tests. Sie haben bestanden.“

Laras Augen fielen fast aus den Augenhöhlen heraus, ihre Kinnlade machte hastige Bewegung Richtung Erdboden. Völlig überrascht machte sie diesmal einen Schritt zurück.

Lara: „Ich… was? Du… Lafayette… aber ich habe doch… oder… wie meinst du… ich…“

Sie erkannte, dass ihr Sprechapparat im Moment verbuggt war, also schaltete sie es aus. Jetzt grinste die Botin spitzbübisch und zeigte dabei die perfekt weißen Zähne. Lara vermutete, dass die Botin entfernt mit Lafayette verwandt sein musste, trotz der Hautfarbe.

Botin: „Es war niemals das Ziel vom Test gewesen, dass du diesen Kampf gewinnst. Lafayette ist nicht desillusioniert. Die Erwartung an Sie war, dass Sie möglichst guten Eindruck hinterlassen und eine längere Zeit im Ring stehen können. Beides haben Sie erreicht. Selbstverständlich wäre ein Sieg ein gelungener Abschluss, aber wie bereits angemerkt, Lafayette ist Realist. Natürlich war er keineswegs beeindruckt von Ihren Leistungen, aber es stellte ihn zufrieden.“

Plötzlich erhob sie ein Finger und senkte die Stimme.

Botin: „Dieses eine Mal wird ohne Konsequenz geschehen. Sie haben eine zweite Chance. Nutzen Sie diese.“

Lara: „Und was soll das konkret heißen?“

Botin: „Sie bekommen und unterschreiben den PCWA-Vertrag und man wird Ihnen weitere Kämpfe stellen. Gewinnen Sie davon möglichst viele, am besten selbstverständlich alle, dann wird es folgenlos für Sie und für Ihre Familie bleiben.“

Lara: „Blöde Kuh.“

Botn: „Wie bitte?“

Lara: „Hast du mal einen Mensch jeden verfickten Kampf siegen gesehen? Nenne mir einen.“

Botin: „Konzentrieren Sie sich auf sich selbst, nicht auf andere Menschen. Wir bewerten Sie, nicht die anderen.“

Lara: „Und wer zur Hölle sind ‚wir‘“?

Doch die geheimnisvolle Frau lächelte nur. Die große Muscle Chick schnaubte nur verächtlich und neigte den Kopf zur Seite, um die andere Dame misstrauisch zu mustern. Die Dame hebt eine Augenbraue zur Verwunderung hoch.

Botin: „Haben Sie noch Wünsche?“

Lara: „Ja, verdammt nochmal. Ich will, dass ein verdammter LKW dich beim rumhuren überfährt und ein verdammtes Flugzeug in Lafayettes fetten Arsch reinknallt, wenn er mal scheißt.“

Botin: „Gut, ich habe eine weitere Anweisung für Sie.“

Lara rollt nur die Augen.

Botin: „Sie werden in der nächste Sendung eine Statement machen.“

Lara: „Verdammt nein.“

Botin: „Ich höre Sie nicht recht?“

Lara: „Das vermute ich auch. Hier für dich: N. E. I. N! Ich hasse Statements. Man steht da im Ring rum und lässt irgendwelchen Scheiß ab, den man eh nach fünf Minuten vergisst. Die Zuschauer wollen Action. Nicht das öde Blabla. Außerdem wenn ich da draußen mit dem Mikro rumfuchtle, kommt garantiert irgendein Idiot daher und brät mir mit dem patentierten Klappstuhl eins über die Rübe. Also nein danke.“

Botin: „Das ist die PCWA.“

Lara: „Ja und? Arschlöcher gibt’s überall.“

Botin: „Gut, ich werde Ihnen den genauen Zeitpunkt übermitteln.“

Lara: „Sie ist wirklich taub. Ich mache mir Sorgen.“

Botin: „Wie bitte?“

Lara: „Ach, vergiss‘ es.“

Botin: „Das ist nicht möglich. Sie müssen ein Statement machen. Wenn Sie das nicht tun, dann….“

Lara: „Eigentlich meinte ich…. ach egal. Du nervst. Ich mache das Statement, okay? Lafayette kriegt, was er immer will.“

Botin: „Natürlich.“

Beide Frauen hatten nichts mehr zu sagen, stattdessen starren sie einander an. Lara mit wütendem Laserblick, die Botin mit Domina-Blick.

Lara: „Und was für einen Statement soll ich absetzen?“

Da zieht die Botin einen zusammengefalteten Notizzettel aus dem Zwischenraum der Busen heraus und wedelt damit.

Botin: „Selbstverständlich werden wir Ihnen nicht Wort für Wort diktieren, aber auf dieser Notiz stehen wichtige Stichpunkte, die Sie in der nächste Sendung zu Wort bringen werden.“

Missgelaunt schnappt die große Kanadierin den Zettel und entfaltet diesen. Nach einem kurzen Blick schnaubt sie und schüttelt den Kopf.

Lara: „Ist das dein Ernst? Da steht doch nur langweiliges Zeug drauf…. lass mal sehen: Überragendes Mitwirken im Brawlin‘ Rumble hervorheben…. Lafayette als großzügigen Mentor deutlich hervorheben… grandiose Karriere von mir hervorheben und Erfolge aufzählen… später nochmal Lafayettes Ruf hervorheben… und so weiter mit den ganzen blöden Hervorhebungen...“

Lara knüllt den Zettel geräuschvoll zusammen und wirft ihn schnurstracks in eine Mülltonne, die immer irgendwo in der Nähe steht. Die Schönheit hebt nur eine Augenbraue. Man kann ein großes Fragezeichen auf ihrer schönen Stirn ablesen.

Lara: „Pass mal auf, Zuckertüte. Das, was du mir eben gezeigt hast, das kannst du komplett vergessen. Da werden Leute längst eingeschlafen sein, wenn ich beim dritten Satz anfange. So wird das nichts. Ich mache das anders…“

Bevor die Botin sie unterbrechen kann, winkt Lara nur ab.

Lara: „Ich werde schon keinen Mist über unseren werten Mr. Lafayette erzählen. Ich lasse mir was einfallen. Schließlich wollen wir ja mich vermarkten, nicht? Wart’s einfach ab und lass Lafayette mein Statement beurteilen, dann könnt ihr mir den Arsch aufreißen. Einverstanden?“

Regungslos blickt die Dame Lara lange an, dann seufzt sie leise.

Lara: „Und?“

Statt einer Antwort geht das Zimmerlicht erneut aus und nach zwei Sekunden wieder an. Selbstverständlich ist Lara wieder alleine im Raum. Sie blickt sich kopfschüttelnd um und zuckt die Achseln.

Lara: „Dann heißt es wohl 'Ja'.“



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