Scene

Id
2985  
Name
3rd Match: James Godd vs. Ashley Stanton  
Summary
 
Position
15  
Scenetype
Match  
Created At
2016-07-21 18:03:59  
Edited At
2016-08-17 00:10:30  
Show
Out of Ashes 2016  


Als die Regie wieder in das Innere des Air Canada Centres schaltet, kann man bereits sehen, wie der Käfig, ein Maschendrahtkonstrukt, welches von mehreren Stahlträgern und einer oberen Aluminiumtraverse zusammengehalten wird, an vier Stahlseilen befestigt auf den Wrestlingring aufsetzt und ihn perfekt abschließt. Während die am Seilgeviert anwesende Ringcrew noch sicherstellt, dass der Cage vernünftig gesichert ist und während des gleich darin stattfindenden Matches nicht einfach auseinanderfällt, hat sich die Ringsprecherin Jane Nelson in der Nähe des Kommentatorenpultes postiert und geht mit einem strahlenden Lächeln und einem Mikrofon in der Hand ihrer Arbeit nach.

Jane Nelson: "Meine Damen und Herren, der nun folgende Kampf ist ein CAGEMATCH! Dieses Match kann nur durch Pinfall, Submission oder Flucht aus dem Käfig via Klettern gewonnen werden. Als Erster auf dem Weg dem zum Ring... Aus London, Großbritannien... Mit einer Größe von 1,86 Metern und einem Kampfgewicht von 105 Kilogramm... Er ist Britain's Finest: JAMES GOOOODD!"

 

 

Motörheads "Brotherhood Of Man" dröhnt aus der Hallenanlage und es dauert nicht mal eine Sekunde bis Rund darauf mit unüberhörbaren Pops antwortet. Der Mann, der vor einem Monat in seiner Heimatstadt London einen wahren Höhenflug erlebt hat und entsprechend seines Namens beinahe gottgleiche Verehrung erfuhr, erfreut sich auch hier in Kanada äußerst großer Beliebtheit. Als er die Stage betritt, lässt James Godd, der zu seinem Ringertrikot noch ein Bandana und eine Goldkette trägt, seinen Blick über die Menschenmassen gleiten und bleibt bei dem Käfigkonstrukt hängen, das sich über das Seilgeviert gelegt hat. Seine Augenlider verengen sich, ob der Aufgabe, die ihm bevorsteht, dann marschiert er los, überquert die Aisle und klatscht sowohl auf der rechten, als auch linken Seite der Barrikaden diverse Fanhände ab, ohne dabei jedoch den Blick von dem Ring abzuwenden. An der Ringtreppe angekommen, schenkt er Charlie Swanson ein knappes Nicken, um ihm verständlich zu machen, dass er den Cage für ihn aufschließen soll. Er entledigt sich bei ihm noch seines Bandanas und seiner Goldkette. Dann entert er das stählerne Gefängnis, wo er noch mal entschlossen seine Arme hochreißt und posiert. Er ist bereit, Tussiärsche zu versohlen!

Jane Nelson: "Und hier ist seine Gegnerin... aus Kansas City, Missouri, USA... Mit einer Größe von 1,68 Metern und einem Kampfgewicht von 56 Kilogramm... Sie ist Halterin der Cotatores Trophy... ASHLEY STANTOOOON!"

 

 

Die melancholischen Klänge von Lordes "Everybody Wants To Rule The World" im Dimond Saints Remix geistern zu gedämpftem, rotem Licht durch die Halle. Die Reaktion der kanadischen Fans nach ihrem Rant in London und im Sitdown-Interview bei Behind the Blood überrascht absolut niemanden – einhellige Buhrufe! Nicht so penetrant laut und hasserfüllt wie das bei ihrem "Mentor" der Fall wäre, aber dennoch scheint sich das Publikum aus Toronto ein gefestigtes Bild der Amerikanerin gemacht zu haben. Als die Drums des Songs dann endlich einsetzen, während der Alieratron in blitzartiger Schnittfolge diverse Videohighlights des "Dark Angels" der Religion präsentiert hat, tritt sie vor die Crowd. Weibliche Kurven, gerade so ausreichend in einer gewagten, wie auch glamourösen Kombination aus rotem und schwarzem Spandex verpackt. Um ihre Hüften schlingt sich unverdienterweise der Cotatores Belt. Ansonsten keine Gimmicks, kein Bullshit.

Mit gebalten Fäusten und einer verbissenen Miene, die ihre Nervosität überspielen soll, marschiert Ashley ohne jegliche Faninteraktion auf das fruchteinflößende Stahlungeheuer zu, als wolle sie ihnen beweisen, dass sie es nicht fürchtet. Wenige Meter vor dem umzäunten Squared Circle bleibt sie stehen und klettert mit ihrem Blick die Maschen bis zur Traverse hoch. Dann erklimmt sie die Ringtreppe und betritt das Seilgeviert über die Tür, die ihr von Referee Charlie Swanson aufgehalten wird, nachdem sie ihm den Cotatores Belt überreicht hat. Abermals verzichtet sie auf große Gesten und Theatralik, als sie das stählerne Gefängnis betreten hat. Britain's Finest wirft sie einen Blick zu, der irgendwo zwischen Ablehnung und Sorge zu verorten ist. Dann wartet sie zusammen mit James Godd und Ringrichter 'Yoshi' Funaki darauf, dass der Soundmann ihren Entrance Theme ausfaden lässt. Letzte Instruktionen darüber, was sie zu tun haben, um diese Match als Sieger zu verlassen und Funaki gibt dem Zeitnehmer das Zeichen, die Ringglocke anzuläuten. Es kann beginnen!

 

3rd Match
- Gender Equality? -
Cage Match





(Das Match findet in einem Käfig statt. Der erste Pinfall entscheidet über den Sieg. Als Pinfall zählen Three Count, Submission und Escape über den Käfig oder durch die Tür.
- Referee: "Yoshi" Funaki und Charlie Swanson)
 

Tut es aber nicht. Jedenfalls nicht gleich, denn Britain's Finest und der "Dark Angel" der Religion, wie sie einst von Hannibal Cain getauft wurde, nehmen sich noch die Zeit, um ihrem Gegenüber mit feindseligen Blicken zu signalisieren, was sie voneinander halten. Erst dann setzen sie sich in Bewegung und umkreisen sich vorsichtig, bis es zu einem klassischen Lock-Up kommt!

Ja, oder auch nicht...

Vincent Craven: "Das gibt's ja gar nicht! Ashley Stanton taucht unter den Armen von James Godd weg und sprintet zu den gegenüberliegenden Seilen!"

Die junge Frau aus KCMO beweist direkt zu Beginn katzenhafte Agilität und springt mit einem Satz auf's Top Rope, wo sie beginnt, die Käfigwand zu erklimmen.

Mike Garland: "Schlaues Mädchen! Sie will es offenbar gar nicht erst zu einem Kampf kommen lassen."

Vincent Craven: "Nur da hat sie die Rechnung offensichtlich nicht mit dem Londoner gemacht... Clobbering Blows mit der rechten Faust gegen den Rücken der Schönheit aus den Reihen der Religion!"

...Clobbering Blows, die sie daran hindern, die Fassade aus Maschendraht weiter hochzuklettern. Godd nutzt die unfreiwillige Unterbrechung aus, greift ihr von hinten an die Hose und zerrt sie daran wieder von den Seilen runter. Ashley fällt dabei zwar nach hinten, allerdings kann ihr Gleichgewichtssinn den Back Bump verhindern, sodass sie lediglich ein paar Schritte nach hinten taumeln muss, bevor sie sich wieder fangen kann. James versucht diesen Umstand zu seinen Gunsten zu nutzen und ihr einen weiteren Lock-Up aufzuzwingen, aber als er nach vorne huscht, um die Distanz zu überbrücken, muss er im nächsten Augenblick wieder zurückweichen, als Ashleys Fußspann an seiner Nase vorbeisaust.

Vincent Craven: "ROUNDHOUSE KICK von Ashley Stanton! Aber James Godd konnte im letzten Moment noch ausweichen."

Mike Garland: "Offenbar will sie es nicht auf ein Grappling-Duell mit ihrem Rivalen ankommen lassen, da sie zu vermuten scheint, dass James Godds körperliche Überlegenheit ihr in einer solchen Situation zum Verhängnis werden könnte. Halte ich für die richtige Taktik, die sie in der offenen Auseinandersetzung wohl kaum eine Chance gegen ihn haben wird."

Und es ist genau dieser von Mike Garland artikulierte Gedanke, der die Amerikanerin Zentimeter um Zentimeter an ihren Kontrahenten abgeben lässt, um ihn im Gegenzug mit angedeuteten Kicks auf Distanz zu halten. Das geht aber nur so lange für sie gut, bis sie plötzlich die Ringseile in ihrem Rücken spürt und Britain's Finest sie daraufhin in einen SIDE HEADLOCK nimmt, in dem er die ehemalige ATHENA-Wrestlerin problemlos zur Mitte des Ringes zerrt und mit einem Headlock Takedown auf die Matte befördert.

Vincent Craven: "Headscissor-Konter von Ashley Stanton – schnell geschaltet von der Amerikanerin..."

Aber Godd macht das natürlich auch nicht zum ersten Mal und kontert den Konter mit einem für seine Maße erstaunlich flink und elegant ausgeführten Handstand samt Vorwärtssalto, der ihn wieder sicher auf seinen Füßen aufkommen lassen. Ashley versucht ebenfalls so schnell wie möglich auf die Beine zu kommen, kann im Anschluss daran aber nicht verhindern, dass sie wie schon zuvor in Godds Side Headlock landet. Erneuter HEADLOCK TAKEDOWN! Aber diesmal hat auch die Brünette dazugelernt und verhakt ihr Bein mit dem ihres Opponenten, während sie ihm Ellenbogenschlag um Ellenbogenschlag gegen die Leber verpasst, sodass der Londoner kurzzeitig dazu gezwungen ist, seinen Griff zu lockern. Ein Fenster, das ihr reicht, um aus seinem Schwitzkasten zu schlüpfen. Instinktiv dreht sich der Brite daraufhin zu seiner Gegnerin um und wird dafür mit einem BACK KICK in die Magengrube empfangen! ENZUIGIRI! Und wo der ehemalige Tribune die verhaltene Offensive seiner Kontrahentin bisher noch relativ locker wegstecken konnte, scheint Ashley mit dem eingesprungenen Kick an die Schläfe zum ersten Mal in diesem Match ernsthaften Schaden angerichtet zu haben.

Mit verdrehten Augen taumelt Britain's Finest zurück und landet rücklings in den Seilen, was Ashley zum Anlass nimmt, sich ihn zu schnappen und es mit einer Irish Whip zu versuchen... bei der es aber auch nur beim Versuch bleibt, da sich der Mann von der Insel am Seil festgehalten hat und sie währenddessen vehement kopfschüttelnd anstarrt, so als wolle er ihr sagen, dass solche Sperenzchen bei ihm nicht funktionieren. Auch ein zweiter Versuch, bei dem sich die Brünette mit ihrem ganzen Körpergewicht reinlegt, bleibt erfolglos. Stattdessen ist es nun James Godd, der seine Opponentin blitzschnell am Kopf packt und ihn zum gellenden Soundtrack der verzückten Fans mit einem metallischen Scheppern gegen die Käfigwand donnert!

 

"ONE MORE TIME!"

"ONE MORE TIME!"

 

Mike Garland: "Bähh! Diese kanadischen Fans widern mich mindestens genauso an wie die barbarischen Mexikaner! Wie kann man es nur gutheißen, dass so ein riesen Klotz wie James Godd eine zierliche Frau wie Ashley Stanton so misshandelt."

Vincent Craven: "Sie hat diesem Kampf doch zugestimmt. Sie wusste, worauf sie sich einlässt, wenn sie mit diesem Mann in den Käfig steigt. Nun muss sie eben die Konseq... ugh!"

Ein weiteres Scheppern unterbricht Vincent Craven bei seinen Ausführungen, als Fleisch und Stahl bei der nächsten Käfigwand aufeinandertreffen und einen unschönen Abdruck auf der Stirn von Ashley hinterlassen. Die Fans in Toronto fordern auch noch ein drittes Mal und der Brite ist gewillt, ihnen das auch zu geben. Als er die junge Frau aus KCMO jedoch erneut am Hinterkopf packt, um das Trippel vollzumachen, kommt die Amerikanerin ihm zuvor und stemmt ihren Fuß gegen den Cage. Einmal mehr versucht sich die Wrestlerin mit Back Elbows in die Bauchgegend ihres Gegners zu befreien, was aber prompt durch eine Reihe von heftigen Shots gegen ihre Nackengegend unterbunden wird, die Ashley Stanton auf ihre Knie schicken. Mit weit ausgebreiteten Armen baut sich James Godd über ihr auf und umgreift ihre Taille.

 

GUTWRENCH SUPLEX!

 

Wie eine leblose Puppe fliegt Ashley durch die Luft und kracht auf die Matte. James Godd krabbelt ihr hinterher, hakt ihr Bein ein und versucht sich an seinem ersten Cover. Ringrichter 'Yoshi' Funaki ist zur Stelle.

 

ONE

 

KICK OUT!

 

Dass hier noch nicht Schluss war, ist für Godd keine große Überraschung. Er weiß noch von seiner Begegnung in Mexiko, dass seine Gegnerin über großen Kampfgeist verfügt. Von Frust in seinem Antlitz ist daher keine Spur. Ohne beim Herrn im schwarz-weißen Shirt noch großartig herumzulamentieren, richtet sich der Engländer auf. Ashley Stanton will ebenfalls wieder auf die Beine kommen, allerdings ist ihr Aufenthalt in der Vertikalen nur von kurzer Dauer, da Britain's Finest sie mit einem SNAPMARE wieder zurück auf die Matte schickt, drei, vier Schritte von ihr zurückweicht, Maß nimmt und ihr einen tiefeingesprungenen DROP KICK gegen den Hinterkopf verpasst. Auch hier verliert Godd keine Zeit und schnappt sich ihr Bein für sein zweites Cover nach kurzer Zeit.

 

ONE

 

TW... KICK OUT!

 

Auch aus diesem Pinversuch kann sich das einzige weibliche Mitglied der Religion befreien. James Godd denkt jedoch gar nicht erst daran, seiner Kontrahentin eine Verschnaufpause zu gönnen und schließt seine Arme um ihren Hals, als sie sich aufrichten will. Klassischer CHINLOCK!

Vincent Craven: "Das sieht gar nicht gut aus für die Repräsentantin der Religion! Sie musste eben erst zwei harte Aktionen einstecken. Nun steckt sie in einem Hold fest, der nicht nur sehr schnell negative Auswirkungen auf ihre Ausdauer haben kann, sondern darüber hinaus im schlimmsten Fall dafür sorgt, dass sie ohnmächtig wird."

Mike Garland: "Funaki fragt auf jeden Fall nach, ob sie aufgeben möchte, aber ich sage dir hier und jetzt: Das kann er sich genauso gut sparen. Sie wird es nicht tun. Nicht gegen diesen lumpigen Engländer, nicht wenn es um soviel für sie geht. Robert Barker hat Konsequenzen für sie angekündigt, wenn sie dieses Match nicht gewinnen sollte und seit der letzten Show weiß man, wie sehr sie es mit der Religion ernstmeint."

Vincent Craven: "In der Tat scheint es James auch weniger darum zu gehen, hier schon den Sack zuzumachen, als vielmehr das Matchtempo unter Kontrolle zu halten. Schau! Er steht auf und zerrt sie in seinem Griff ebenfalls mit in den Stand. Waist Lock von Godd..."

 

RELEASE GERMAN SUPLEX!

 

Allerdings endet er nicht so, wie sich das der Londoner vorgestellt hat, denn einmal mehr sorgt die fast unwirkliche Körperbeherrschung von Ashley Stanton dafür, dass sie den Schwung der Suplesse mitnehmen und in einen Rückwärtssalto verwandeln kann, der sie wieder sicher auf beiden Beinen aufkommen und eine Gegenoffensive starten lässt...

Vincent Craven: "Uuuhh! Übler Kick in die rechte Kniekehle von Britain's Finest, der dadurch das Gleichgewicht verliert... RUNNING BULLDOG von Ashley Stanton! Das Cover!!"

 

ONE

 

KICK OUT!

 

Unverzüglich springt Ashley Stanton zurück auf die Beine. James Godd will es ihr gleichtun, wenn auch durch die Schmerzabsorption und das anschließende Auskicken ungleich behäbiger. Denn während er noch auf allen Vieren kniend damit beschäftigt ist, den Taumel von seinem Bewusstsein abzuschütteln, macht sich die Amerikanerin die Verzögerung zunutze und springt von der Seite über ihren Gegner hinweg, derweil sie sich im Flug Hals und Oberschenkel des Engländers packt und ihn durch den so entstanden Schwung auf seine eigenen Schultern wuchtet – OKLAHOMA ROLL!

 

ONE

 

TWO

KICK OUT!

 

Wieder schafft es der ehemalige Tribune, sich rechtzeitig aus dem Pinning Manöver zu befreien und wieder kommt es zu der gleichen Situation wie vor ein paar Sekunden – die agilere Dame schafft es mit einer guten Sekunde Vorsprung schneller in den Stand zu gelangen und noch während James Godd auf Händen und Knien hockt, schnappt sich das Gemeindemitglied der Religion seinem Arm, übersteigt und verhakt diesen mit ihren Beinen, greift sich während eines seitlichen Hechtsprungs auch noch seinen anderen Arm und wuchtet ihn mit einem angestrengten Stöhnen über sich zu einem LA MAGISTRAL auf seine Schultern.  Einmal mehr ist 'Yoshi' Funaki zur Stelle!

 

ONE

 

TWO

KICK OUT!

 

Und auch diese Unternehmung einer verfrühten Siegchance schlägt fehl und lässt so langsam den Frust in Ashley Stanton aufsteigen. Wütend schlägt sie mit der Faust auf die Ringmatte und kämpft sich so wie ihr Widersacher auf die Beine zurück. Langsamer als bei den letzten beiden Malen und schwerer atmend. Der Magistral hat sie aufgrund des größeren Gewichts von Godd weit mehr Kraft gekostet als das normalerweise der Fall gewesen wäre. Wirklich Zeit zum Verschnaufen bleibt ihr jedoch nicht, denn nun steht auch Britain's Finest wieder und marschiert wie ein Panzer unaufhaltsam auf sie zu.

Vincent Craven: "FOREARM SMASH gegen die Brust von James Godd... aber das scheint überhaupt keine Wirkung zu zeigen! Er verhöhnt Ashley sogar noch, deutet ihr an, dass sie ihr Glück noch mal versuchen soll... Noch ein Forearm Smash! Und noch einer! Und noch einer! ......KNEE STRIKE in den Magen von Ashley Stanton!!"

Und der hat entgegen der Strikes von Ashley (an dieser Stelle liebe Grüße an Brian! fam) seine Wirkung nicht verfehlt und raubt der Brünetten kurzzeitig den Atem. Die einstige ATHENA-Championesse steht nach vorne gebeugt und hält sich mit schmerzverzerrtem Gesicht den Bauch, aber da endet das Martyrium noch nicht, denn schon im nächsten Augenblick packt sich James Godd eines ihrer Handgelenke und schleudert sie mit einer IRISH WHIP in eine der Ringecken, wo sie mit dem Rücken voran ächzend gegen die Turnbuckles knallt. Der Brite eilt ihr hinterher und walzt sie mit einer CORNER CLOTHESLINE aus vollem Lauf platt, bloß um dieses Spiel in der entgegengesetzten Ecke zu wiederholen. Erneut wird sie auf die Reise geschickt. Erneut kracht sie mit dem Rücken so hart gegen die Buckles, dass sie dabei fast zusammenklappt. Und erneut stürmt Godd ihr entgegen, um sie mit einer weiteren Corner Clothesline umzuholzen.

Vincent Craven: "BIG BOOT-KONTER von Ashley Stanton!! James Godd rennt mit voller Geschwindigkeit in ihre Stiefelsohle, doch sie kann ihn damit nicht zu Fall bringen! Godd versucht es wieder... Noch ein Big Boot!!"

Aber diesmal ist der ehemalige Tribune darauf vorbereitet und kriegt ihren Fuß zu fassen, den er kurzerhand zur Seite schleudert, um ihr einen deftigen KNIFE-EDGE CHOP gegen die Brust zu verpassen, welcher gefühlt im ganzen Air Canada Centre zu hören ist und bei Ashleys natürlich blassen Hautteint schon in den nächsten Sekunden einen glühend roten Handabdruck hinterlässt.

 

"WOOOOO!!!"

 

Mike Garland: "Sieh dir dieses schmerzhaft verzogenen Gesicht an! Und diese kanadischen Primitivlinge feiern dieses chauvinistische Schwein auch noch dafür ab! Ekelhaft! Widerwertig! Abstoßend!"

Vincent Craven: "Nochmal: Was hat das bitte mit Sexismus zu tun, du Blödmann? Das hier ist ein sportlicher Wettkampf – nicht mehr und nicht weniger. Davon abgesehen bist du nach Maximilian Lunenkind wirklich der Allerletzte, der sich über Sexismus in der PCWA beschweren darf!"

Mike Garland: "Aber siehst du nicht wie diese Frau leiden muss?! Siehst du nicht diese hässliche rote Stelle auf ihrer Brust? Was ist, wenn die nie wieder weggeht und sie damit permanent verunstaltet wird? Wie soll ich denn dann noch ihr Instagram-Profil und ihre Snapchat-Story grinden?!"

Vincent Craven: "KEIN Kommentar..."

Einen Kommentar gibt es dafür aber von der Crowd, denn die WOOOOt ein weiteres Mal zusammen mit James Godd, als dieser einen weiteren Chop auf der Brust seiner Kontrahentin versenkt und sie damit nicht nur aufkreischen lässt, sondern gleichzeitig auch Mike Garlands ernste Sorge befeuert, dass er womöglich nie wieder auf die übertrieben naisen Modelshoots und Gym-Selfies von Ashley geiern kann. Britain's Finest lässt daraufhin seinen Blick durch die Publikumsreihen schweifen, um die Stimmung bei den Fans zu bemessen. Die freudig erregten Gesichter der Torontoer suggerieren ihm, dass aller guten Dinge drei sein müssen, also geht er zwei Schritte zurück, holt für Chop Numero Trois aus...

...und TRIFFT! Aber nicht Ashley Stanton, sondern die Stahlträger, an denen der Maschendraht befestigt ist. Dementsprechend groß ist auch der Schmerz, der als Folge daraus durch James Godds Hand pulsiert und sie ihn mit einem zusammengezogenen Gesicht ausschütteln lässt. Es kommt für den Londoner aber sogar noch ein bisschen dicker, denn noch bevor er sich zu seiner Opponentin umdrehen kann, die im letzten Moment noch unter seinem Arm hindurchschlüpfen konnte, wird ihm plötzlich schwarz vor Augen.

 

ENZUIGIRI AGAIN!

 

Der Engländer kippt stumpf nach vorne um, wo er mit dem Oberkörper auf dem mittleren Buckle landet und sich nicht mehr rührt. Die Brünette muss in der Folge erst einmal durchatmen, nachdem sie sich wieder aufgerichtet hat und sich schwer atmend auf ihren Knien abstüzt. Sie lässt ihren Blick nach oben wandern, hin zu der Traverse, die den Käfig abschließt. Ein erschöpftes Lächeln umspielt ihre Lippen. Zum ersten Mal in dieser Begegnung. Dann setzt sie ihren Fuß auf Godds Rücken.

Vincent Craven: "Woooaah, diese Respektlosigkeit! Ashley Stanton benutzt James Godd als Treppe, um an der Käfigwand hochzuklettern!"

Mike Garland: "Und auf einmal fühlen sich diese Ignoranten in der Halle getriggert und buhen Ashley aus! Richtig heuchlerisch, wenn du mich fragst."

Vincent Craven: "Dass sie das Stahlkonstrukt erklimmt, können sie damit jedenfalls nicht verhindern, auch wenn sie merklich langsamer ist, als bei ihrem ersten Versuch. Man sieht Ashley an, dass sie bereits Einiges einstecken musste."

Mike Garland: "Und am Ende hat sich dieser bedingungslose Einsatz für die schönste und talentierteste Frau in der PCWA auch gelohnt, wenn sie sich nämlich gleich an der Traver... GRRRRR!! GODD, du verdammter Spielverderber!!!"

Oh, ja! Der Brite hat hier noch ein Wörtchen mitzureden. Gerade wollte der "Dark Angel" der Religion sich nämlich an der Traverse emporziehen, als sie merkt, wie sich James Godds Griff um das Fußgelenk jenes Beins gelegt hat, das noch in der Luft baumelt und sie so daran hindert, die äußere Seite des Käfigs zu erreichen. Der Sieg ist damit wieder in weite Ferne gerückt, da ihre Kraft trotz heiligem Leg Day nicht ausreicht, um jemanden in der Gewichtsklasse von Godd aus dieser Position heraus auf ihre Ebene zu ziehen. Sie kann ihn von hier auch nicht abschütteln, also muss sie gezwungenerweise wieder in den Cage zurücksteigen...

Vincent Craven: "Ashley Stanton nun wieder auf dem Top Rope... Es hagelt unkoordinierte Tritte gegen Britain's Finest, aber der taucht einfach zwischen ihren Beinen hindurch und... Oh, oh!"

Das Rund antizipiert dasselbe wie Vincent Craven und bricht in Jubel aus, als der Londoner die Beine seiner Widersacherin schultert und sie an den Oberschenkeln vom Käfig reißt, an den sie sich vergeblich versucht hatte festzukrallen. Es soll eine Powerbomb folgen und Ashley Stanton versucht diesem Schicksal mit einer Reihe von panischen Faustschlägen gegen Godds Stirn zu entgehen – vergebens! Einmal noch hebt er die Schönheit aus den Reihen der Religion für den richtigen Schwung an und dann geht es abwärts für die Amerikanerin.

 

ELEVATED POWERBOMB!

GUILLOTINE CHOKE!

 

Vincent Craven: "Was zum...? Was war das bitte für ein unmenschliches Timing von Ashley Stanton??"

Das weiß sie wahrscheinlich selbst nicht mal so genau. Fakt ist aber, dass sie in der Sekunde, in der der Brite sie zu Boden schleudern wollte, eine Bodyscissor anbringen und seinen Kopf in den Schwitzkasten nehmen konnte. Und obwohl sie ihre Arme gerade noch so um seinen Stiernacken und linken Arm schließen kann, sitzt die Submission und James Godd ist ob des zusätzlichen Gewichts seiner Rivalin dazu gezwungen, sich vorzubeugen.

Vincent Craven: "Zum ersten Mal in dieser Begegnung steckt Britain's Finest nun wirklich in der Klemme. Dieser Konter könnte das Out sein, das ihr in diesem Match letztendlich den Sieg einbringen könnte. Viel Zeit sollte er jedenfalls nicht haben, bevor er ohnmächtig wird, oder?"

Mike Garland: "Dieser Hold übt einen immensen Druck auf die Luftröhre aus und kappt somit effektiv die Sauerstoffversorgung zum Hirn. Wenn er also noch eine Chance auf den Sieg haben will, bevor er KO geht, dann muss er nicht jetzt handeln, sondern hätte das schon vor ein paar Sekunden tun müssen. Kurz gesagt: Godd ist besiegt!"

Da sind die Fans im Air Canada Centre offensichtlich ganz anderer Meinung. Die fangen nämlich nun damit an, den Mann von der Insel mit immer lauter werdendem, rhythmischen Klatschen und Stampfen moralisch zu unterstützen, während der sich Mühe geben muss, nicht nach vornüber zu kippen, und mit wilden Faustschlägen gegen Ashleys Rücken vergeblich versucht, sie abzuschütteln.

 

"PLEASE, DON'T TAP!"

"PLEASE, DON'T TAP!"

 

Immer wieder stellt ihm 'Yoshi' Funaki jene entscheidende Frage, die Ashley ihm, zu einer Aufforderung umformuliert, ebenfalls entgegenschreit, aber auf beides ist die Antwort ein klares Nein, was der Brite mit seinem mahnend geschwungenen Zeigefinger zusätzlich unterstreicht. Angetrieben von den Fans, die ihm einträchtig seinen Namen entgegenschreien, setzt er sich stattdessen nun in Bewegung, macht bedingt durch Ashleys zusätzliches Gewicht behäbige Schritte in Richtung einer der Ringecken, derweil die Brünette sich noch weiter zurücklehnt und wie besessen an seinem Hals zerrt, um ihn zu Fall zu bringen. Kurz bevor ihm schwarz vor Augen wird, schafft er es irgendwie in die Ecke und lässt sich auf den letzten Meter einfach nur noch nach vorne fallen, was wiederum dazu führt, dass seine Widersacherin mit dem Hinterkopf gegen das mittlere Turnbuckle knallt, sodass sie aufgrund des Schocks unweigerlich lösen muss.

Vincent Craven: "James Godd hat es geschafft und sich aus dem Guillotine Choke von Ashley Stanton befreit, wofür die Fans ihm den entsprechenden Applaus spenden."

Mike Garland: "Dafür merkt man ihm an, dass ihn das gerade ganz schön viel Kraft gekostet hat. Er ist quasi am Japsen wie ein Fisch an Land."

Vincent Craven: "Ashley Stanton sieht, was das angeht, aber auch nicht wirklich besser aus. Ich würde sogar behaupten, dass sie konditionstechnisch sogar noch schlechter dasteht als ihr Gegner, da sie bisher nicht nur mehr Aktionen einstecken, sondern für ihre eigenen Aktionen auch mehr Kraft aufwenden musste."

In der Tat kann man der "Schülerin" von Robert Barker ihre Erschöpfung deutlich ansehen. Sie pumpt wie eine Dampflok, über ihre Haut hat sich ein glänzender Schweißfilm gelegt und ihre Haare kleben wild in ihrem Gesicht. Es dauert erst einige Sekunden, bis sie wieder aktiv wird und James Godd, welcher regungslos auf ihrem Schoß liegt, von sich schieben kann, wonach sie sich mithilfe der Ropes langsam in den Stand zieht.

Vincent Craven: "Ashley versucht es wieder! Sie will den Käfig hochklettern, aber nun melden sich auch bei James Godd so langsam wieder die Lebensgeister!"

Abermals scheinen Clobbering Blows gegen das Rückgrat das kurzfristig wirkungsvollste Mittel zu sein, den Fortschritt des Gemeindemitglieds der Religion zu behindern. Das Zeitfenster reicht für den Engländer aus, um auf's Top Rope hinterherzusteigen.

Vincent Craven: "FOREARM SHOT gegen das Kinn von Ashley Stanton! Stanton mit einem KICK gegen Godds Knie! Forearm Shot gegen Stanton, Kick gegen Godd! Forearm von Godd! Kick von Stanton! Ein weiterer Kick von Stanton! Und noch einer! Und wieder einer! Die pure Verzweiflung treibt diese Frau an!! OH MEIN... GODD!! ER RAMMT ASHLEYS KOPF GEGEN DIE TRAVERSE!!!"

Wie ein nasser Sack kippt die Amerikanerin zur Seite und schlägt donnernd auf der Ringmatte auf. Für einen Augenblick wirkt es so, als sei die Brünette komplett ausgeknockt, was den Unparteiischen dazu veranlasst, ihren Zustand zu überprüfen. Ihre Schnappatmung scheint Funaki dabei zu genügen, um den Kampf an dieser Stelle nicht abzubrechen und James Godd, der in der Ecke des Cages nach wie vor auf dem Top Rope steht, mit einem Nicken das Zeichen zu geben, dass er fortfahren kann. Und genau das gedenkt er nun auch zu tun...

Mike Garland: "Sieh ihn dir nur an, diesen verdammten Feigling! Schwingt erst große Reden darüber, dass er sich diese Matchstipulation nur ausgesucht hat, damit die Religion nicht eingreifen kann, während er Ashley Stanton angeblich klar und deutlich besiegen will. Statt aber genau das zu tun, nämlich einen Pinfall- oder Submission-Sieg zu suchen, kraxelt er nun selbst den Käfig hoch und flieht vor einer Frau, die ihm doch eigentlich so körperlich unterlegen ist. James Godd ist so unfassbar erbärmlich! Wie können die Leute so einem Typen nur zujubeln?!"

Vincent Craven: "Ich bin mir nicht ganz sicher, ob du seine Intention richtig gedeutet hast."

Mike Garland: "ACH JA? Wie soll ich es denn sonst deuten, dass dieser Angsthase... Oh!"

Dem Hawaiihemden-Enthusiasten bleiben die Worte im Mund stecken, als er sieht, wie sich der ehemalige Tribune auf der Traverse und von Blitzlicht umgeben zu voller Größe aufrichtet und seine Arme nach oben reißt. Nein, er rennt ganz bestimmt nicht vor diesem Miststück davon. Es wird im Ring enden. Und das auf spektakuläre Weise! Noch ein letztes Mal Maß nehmen und dann springt er ab!

 

DIVING ELBOW DROP VOM KÄFIG!

STANTON ROLLT SICH AUS DEM WEG!!

 

Geschockte Miene auf sich die Haare raufenden Häuptern – egal welchen Winkel des Runds die Kamera einfängt. "HOLY SHIT!"-Chants, die sich in verschiedenen Ecken des Air Canada Centres formieren. Der Aufprall von Britain's Finest sah übel aus. Sehr übel sogar, wenn man der schmerzverzerrten Miene des Londoners glauben schenken darf. Godd hält sich mit einem unterdrückten Schrei seinen Arm, strampelt wild mit seinen Beinen umher und ist verständlicherweise gerade mehr mit sich beschäftigt, als mit seiner Opponentin. Und Ashley Stanton ist zur Stelle, um aus diesem Umstand Kapital zu schlagen! Zügig schleppt sie sich auf seine Brust und hakt das Bein ein...

 

ONE

 

TWO

 

 

 

KICK OUT!

 

Begeisterungsstürme erfassen die Arena, als Britain's Finest noch rechtzeitig die Schultern hochreißt. Und Ashley Stanton? Die kann ihr Pech überhaupt nicht fassen, fährt sich mit vollkommen verzweifelter Miene durch ihre völlig ruinierte Frisur und wirkt generell, als ob sie gleich losheulen müsste. Sie schaut zu Ringrichter "Yoshi" Funaki, fleht ihn mit ihrem Blick förmlich danach an, noch einmal in sich zu gehen und die Faktenlage zu reevaluieren, aber der Mann mit dem schwarz-weißen Shirt schüttelt entschieden den Kopf. Alles hat seine Richtigkeit, das Match geht weiter!

Vincent Craven: "Sie kann einem ja fast ein bisschen leidtun, so bestürzt wie sie aussieht."

Mike Garland: "Fast? FAST?! Funaki, dieser Stümper, hat sich doch zusammen mit den Torontoern gegen Ashley Stanton verschworen! Der ist bei seinem Count doch fast eingeschlafen, so langsam wie dieser Dilettant gezählt hat!"

Vincent Craven: "Wirfst du unserem Ringrichter jetzt auch noch Korruption vor?"

Mike Garland: "Warum denn nicht? Das kann doch kein Zufall sein, dass es ausgerechnet in diesem Moment so lange dauert."

Vincent Craven: "Meine Güte, Mike! Mit seinem Count war alles in Ordnung und auch Ashley Stanton selbst scheint das zu begreifen und weiterzumachen."

Allerdings auch eher widerwillig, das merkt man ihrem gelinde gesagt "angesäuerten" Antlitz klar an. Inzwischen wieder stehend, beugt sich die mit Abstand (!) schönste (!!) Wrestlerin im gesamten Alltime-PCWA-Roster (!!!) und ganz besonders vor Kathy Strong (!!!!) breitbeinig und mit einer wutverzerrten Miene zu James Godd herunter, packt ihn am Schopf seiner langen Lockenpracht und forciert ihn damit zurück in den Stand, um ihm daraufhin mehrere FOREARM SHOTS gegen das Kinn zu verpassen...

...und als Antwort darauf einen saftigen HEADBUTT von dem Engländer zu kassieren, der sie rückwärts zu den Seilen stolpern lässt, wo sie sich wieder fangen kann und den ehemaligen Tribune mit hasserfüllten Augen anfunkelt. Der Brite lächelt herausfordernd zurück und bedeutet ihr mit einer provokanten Geste doch herzukommen, was sich die junge Frau aus Missouri nicht zweimal sagen. Aber darauf hat der Londoner nur gewartet...

 

GODDAMN!

 

SWEET CHIN MUSIC von James Godd! Jener Move, der sie bei der Mexiko-Show trotz Unentschieden de facto ausgeschaltet hat. Diesmal hat sie es aber antizipiert und ihren Kopf im richtigen Augenblick eingezogen, sodass James Godds Stiefelsohle an ihrer Schädeldecke vorbeisaust. Seinen Fehler realisierend, dreht sich Britain's Finest sofort zu Ashley Stanton um...

 

LOW BLOW KICK!

"BOOOOOO!!!!!!"

 

Vincent Craven: "SCHON WIEDER?! Diesen miesen Trick hat sie doch schon bei Vendetta 117 gegen Godd ausgepackt!"

Mike Garland: "Und so wie Vendetta 117 ist er auch hier, in diesem Match ohne Disqualifikationen legal! Selber schuld, wenn er zu geizig ist, die paar Dollar für einen Eierbecher auszugeben."

Vincent Craven: "Es ist dennoch traurig, dass eine Frau, die früher mal die ATHENA Championship hielt und diese sogar in der PCWA verteidigt hat, noch mal auf solche Mittel zurückgreifen muss. Und ich glaube, das sehen die Fans im Air Canada Centre genauso!"

Zum Glück gibt Ashley Stanton aber nichts mehr auf die Meinung der Fans und ist mittlerweile immun gegen die verbalen Anfeidungen des Pöbels. James Godd hält sich mit zerknautschter Miene seine in Mitleidenschaft geratenen Kronjuwelen. Ashley nutzt dieses offen gewordene Zeitfenster, um noch einmal durchzuatmen und ihre letzten verbliebenen Kraftressourcen zu sammeln... Dann lässt sie sich zurück in die Seile fallen, federt in Richtung Godd zurück und springt auf ihn zu.

 

 

GOODBYE KISS!

 

Vincent Craven: "DER JUMPING REVERSE STO-FINISHER VON ASHLEY STANTON! UND ES GEHT MIT DEM GESICHT VORAN IN DIE MATTE! DAS IST DAS ENDE! COVER VON STANTON!"

 

ONE

 

TWO

 

THREE!

 

Vincent Craven: "KICK OOUUUT!!! KICK OUT VON GODD!!"

Mike Garland: "Ich brech zusammen... Funaki ist wirklich die Inkompetenz in Person. Das war doch wohl ganz klar eine Drei!"

Die zwei vehement in die Höhe gerissenen Zeige- und Mittelfinger des Unparteiischen sprechen eine andere Sprache. Millisekunden bevor dessen Handfläche den Ringboden berührte, hat Britain's Finest es fertiggebracht, sich von seiner Kontrahentin loszureißen. Diese hat wiederum weder die Kraft noch den Elan gegen die Entscheidung des Ringrichters zu protestieren und liegt mit vors Gesicht geschlagenen Händen auf dem Rücken und hasst ihr Leben. Nun sind die Felle mit ihrem fehlgeschlagenen Finisher endgültig davongeschwommen. Das war's! Sie kann ihn nicht mehr schlagen.

...

...

...

Oder?

Vincent Craven: "Ashley Stanton regt sich nun wieder. Wenn ich mir ihren Zustand allerdings so anschaue, muss man attestieren, dass ihr langsam die Optionen ausgehen. Es sieht nicht so aus, als ob sie einen weiteren Schlagabtausch mit James Godd überstehen würde, ohne dabei KO zu gehen."

Mike Garland: "Da ist die Tür, Vince!"

Vincent Craven: "Was? Wieso?! An welcher Aussage von mir hängst du dich denn nun wieder auf?"

Mike Garland: "Die Tür! Ashley robbt auf die Käfigtür zu und will ihn darüber verlassen!"

Tatsächlich hat sich für das weibliche Gemeindemitglied doch noch eine Möglichkeit aufgetan und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn während sie im Schneckentempo auf jene Ringecke zukriecht, an der die Käfigtür angebracht wurde, ruft die Brünette Charlie Swanson zu, dass er das Schloss an der Stahlkette aufschließen soll, die den Cage verschlossen hält. Derweil scheint nun auch ihr Gegner die Umnebelung seines Verstandes durch Ashleys Finisher überwunden zu haben und stellt mit vor Schock geweiteten Augen fest, was seine Widersacherin vor hat.

Vincent Craven: "Ashley Stanton hat die Tür erreicht!! Sie kann mit ihren Händen schon die Ringtreppe berühren, aber das ist noch nicht genug, um zu gewinnen! Beide Füße müssen den Hallenboden berühren, bevor 'Yoshi' Funaki das Match abläutet und sie zur Siegerin dieses Kampfes erklärt!"

Mike Garland: "KOMM SCHON, ASH! Tu es für deine Instagram-Followerschaft!! Nur noch ein kleines Stück und du hast nicht nur den Sieg in der Tasche, sondern auch Robert Barkers Respekt sicher!"

Vincent Craven: "Sie liegt schon mit dem Oberkörper auf der Ringtreppe! Das schafft Godd nicht! Das schafft er auf keinen Fall!!"

Auch der Brite erkennt das herannahende Unglück. Lediglich Ashleys Unterschenkel befinden sich noch im Ring. Er muss sich JETZT etwas einfallen und so nimmt er noch mal alle Kraft in sich zusammen, richtet sich auf und hechtet nach vorne!

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Vincent Craven: "DA! Er hat sie am Fußgelenk zu fassen bekommen und zieht sie langsam in den Ring zurück!"

Das akzeptiert die Schönheit aus den Reihen der Religion so kurz vor ihrem Ziel natürlich überhaupt und tritt mit ihrem freien Bein nach dem Engländer. Aber weder kann sie sich dadurch von ihm befreien, noch verhindern, dass er sich mit ihrem Fuß im Griff wieder aufrichtet. Und dann kommt alles noch viel schlimmer für sie...

 

GODDLOCK!

 

Vincent Craven: "GODDLOCK! ASHLEY STANTON IST IN JAMES GODDS ANKLE LOCK GEFANGEN!!"

Die Amerikanerin kreischt auf, als der ehemalige Tribune ihr Fußgelenk eindreht und sie dabei Zentimeter für Zentimeter wieder zurück in das Seilgeviert zerrt. Die einsetzende Panik und die unheuerlichen Schmerzen befeuern das Adrenalin und lassen die junge Frau aus KCMO abermals unkontrolliert nach hinten treten, um den Londoner damit irgendwie von ihr abzuschütteln, aber kein einziger von diesen Tritten findet sein Ziel.

Vincent Craven: "STANTON KLAMMERT SICH AN DEN APRON, ABER GODD ZERRT SIE IN DIE RINGMITTE!! JETZT GIBT ES FÜR SIE KEINERLEI ENTKOMMEN MEHR UND... SIE TAPPT!! ASHLEY STANTON KLOPFT AB!!!!"

Die Ringlocke ertönt auf Geheiß von Ringrichter "Yoshi" Funaki und es dauert einen Augenblick, bis James Godd dies realisiert, bevor er seine wie irre auf die Ringmatte einprügelnde Gegnerin aus seinem Ankle Lock entlässt. Sein Motörhead-Song lässt es zur Gewisstheit werden und spätestens beim Anblick der feiernden Kanadier legt sich ein breites Grinsen auf seine Lippen.

Jane Nelson: "Sieger des Matches via Submission nach 13 Minuten und 48 Sekunden... Britain's Finest... JAAAMES GOOOODD!!"

Funaki hebt Godds Arm siegreich in die Höhe. Währenddessen steht Ashley Stanton in gekrümmter Haltung gegen eine der Ringecken gelehnt und starrt den siegreichen Briten mit einer Mischung aus Wut und Enttäuschung an. Später am Abend wird sich an negativen Emotionen auch noch die Angst dazugesellen, denn nun, da sie verloren hat, geht der schlimme Teil des Abends erst wirklich los. Godd bemerkt den Blick, den seine Rivalin ihm zuwirft, wendet sich ihr zu und bietet ihr den Handschlag – ein Zeichen der Versöhnung und Anerkennung für ihren tapferen Versuch, sich trotz des körperlichen Nachteils mit ihm messen zu wollen. Auch die Torontoer machen nach der kathartischen Wirkung seines Sieges einen versöhnlichen Eindruck und fordern dasselbe wie er.

Vergebens. Das Salz ist stark in ihr und so schlägt sie die Hand des Siegers weg und verlässt wortlos den Ring. James Godd ist das lediglich ein unbekümmertes Achselzucken wert. Er lässt sich lieber für seinen ersten handfesten Sieg gegen die Religion von der Crowd weiterfeiern.



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