Scene

Id
2675  
Name
Untitled I.  
Summary
 
Position
11  
Scenetype
Live  
Created At
2016-01-25 15:46:10  
Edited At
2016-02-20 17:03:01  
Show
Vendetta 115  


„James fuckin‘ Godd.“

Der Angesprochene bleibt überrascht stehen. Er ist gerade in der Tiefgarage des Phoenix Centers angekommen, hat seine Sporttasche aus dem Kofferraum genommen und sich auf den Weg zur Rolltreppe gemacht, die ihn in den Backstagebereich führen würde. Die Gedanken sind schon lange bei seinem Match ... einem Match, dass er nicht haben wollte, weshalb er in diesem Moment stärker zusammenzuckt, als es sich für einen ehemaligen Tribun gebührt.

„Nein, das klingt irgendwie falsch. Findest du nicht auch?“

Er hat sich wieder gefangen. Innerlich muss er sich zur Ruhe zwingen, als er die Stimme erkennt. Wie sonst soll man jemandem begegnen, den man gleichzeitig verabscheuen und respektieren muss? Kann man das überhaupt? Wer auch immer für den Wrestler of the Year gestimmt hat wird diese Frage mit einem klaren, beschämten 'Ja' beantworten müssen. Für Godd geht diese Stimme allerdings noch eine Spur tiefer. Zu viel verbindet seine Vergangenheit mit diesem Mann.

James Godd: „Ja.“

Der Undisputed Gerasy Champion steht hinter einem der grauen, breiten Pfeiler hier unten in der Tiefgarage und raucht. Eine Angewohnheit, die er sich einst komplett abgewöhnt hat, doch in seinem Suff mit Ashley Stanton hatte er seine erste Zigarette seit langer Zeit. Das Abgewöhnen war anstrengend. Wieder anzufangen hingegen überaus einfach. Das „Rauchen verboten“ Schild ignorierend bläst er kalten Rauch in die Luft. Eigentlich war er extra hier hergekommen, um in Ruhe nachzudenken, wie er Breads doch noch ein Schnippchen schlagen könnte. Eigentlich hätte er Godd also weitergehen lassen sollen, ohne sich zu zeigen, aber seine einzige Möglichkeit war deprimierend. Zu gerne würde er es vermeiden.

James Godd: „Klingt wie eine schlechte Kopie.“

Robert Barker hält inne, schaut James Godd ganz genau an und schmunzelt widerwillig. Selbstironie des einstigen Schlächters #2. James Godds Kopie des Barker’schen Originals. Godd zählt seine Zeit des Schlachtens zum dunkelsten Kapitel seiner Karriere. Die Ursachen für sein Verhalten zu finden im persönlichen Verfall unter Einfluss von allem was hochzieht, runterzieht, glücklich, traurig, still oder ekstatisch macht. Barker erinnert sich mittlerweile hingegen mit Stolz an seine Zeiten des Schlachtens. Hat jegliche Scham darüber verloren, schließlich hat er dafür den Titel bekommen.

James Godd: „Die schlechte Kopie von jemandem, den man verachten sollte.“

Okay. Die Zeit zum Schmunzeln ist also vorbei. Wie du willst, Godd, wie du willst. Robert stößt sich von der Wand ab.

Robert Barker: „Bist du dir sicher, dass du nicht ‚anbeten‘ meinst? Glaube nicht, dass man einen Mann verachten sollte, der alles erreicht hat, was du niemals gewinnen konntest.“

Godd sollte weitergehen. Er hat schon so viele Probleme. So viele Feinde. Da kann er einen alten Feind eigentlich nicht auch noch gebrauchen. Er sollte wirklich weitergehen. Sollte er. Doch er bleibt. Kurz schüttelt er den Kopf, ehe er seinen Blick Barker zuwendet.

James Godd: „Erinnerst du dich eigentlich noch, wie unser Match ausgegangen ist, Barker? Erinnerst du dich an den Imperial Impact damals? Two out of Three Falls? Tribune Title Match? James Godd besiegt Robert Barker?”

Man kann förmlich sehen wie eine Ader in Roberts Auge platzt. Der Gerasy Champion ist schon immer anfällig dafür gewesen sich über vergangenes Versagen aufzuregen. Seine Reizbarkeit diesbezüglich ist bekannt, für gewöhnlich wird diese Information jedoch genutzt, um diese Themen zu vermeiden, nicht, um ihn mit der Nase hineinzustoßen.

Robert Barker: „Ja, diese Show ist mir tatsächlich entfallen. Muss daran liegen, dass ich danach ein Fingers, Legs & Skull Turnier, einen Brawlin Rumble, einen Undisputed Gerasy Title, eine Cotatores Trophy und noch einen Undisputed Gerasy Title gewonnen habe. Wenn man so gottverdammt viele Auszeichnungen und Matches gewinnt, vergisst man schon mal die ein oder andere Fußnote der eigenen Karriere.“

Die Selbstgefälligkeit mit der Barker Godd seine Erfolge unter die Nase reibt, nicht wenige davon erreicht, während Godd einen Kampf mit Drogen und Verlusten führte, ist widerwärtig.

Robert Barker: „Und das ist jetzt mein Lieblingspart. Denn an dieser Stelle kommen die anderen Versager normalerweise auf die Idee mir vorzuhalten, dass sie dafür bessere Menschen sind als ich. Das sie vielleicht Matches, aber dafür nicht sich selbst verloren haben. Diesen ganzen bullshit, den man hier anscheinend von sich geben muss, um als Ikone gefeiert zu werden, egal wie oft man verliert, so wie Díego. Aber nicht du. Nicht du. Denn du hast außerhalb des Ringes noch mehr versagt, als im Ring, nicht wahr?“

Er geht an Godd vorbei, rempelt ihn dabei mit der Schulter an. Der Brite lässt es geschehen. Die letzten Worte haben gesessen.

Robert Barker: „Danke für das Schweigen. Das war das unterhaltsamste, was du seit Wochen gebracht hast.“

Kaum hat er drei Schritte gemacht bricht James sein Schweigen allerdings doch noch.

James Godd: „Ich habe keine Ausreden für das, was ich getan habe. Ich habe dafür Buße getan. Alles was ich jetzt noch machen kann, ist ein besserer Mensch zu sein, als ich es war ... als du es jemals sein wirst!“

Barker ist stehen geblieben. Dreht sich zwar nicht um, gewährt Godd jedoch zumindest einen weiteren Moment seiner Aufmerksamkeit.

James Godd: „Du hast damals auch Buße getan. Erinnerst du dich? Für all deine Schlachtungen hat Blake dich dann selbst geschlachtet. Er hat beinahe deine Karriere beendet. Und als du zurückgekommen bist, war er es dann, der als einziger dein Freund sein wollte. Nur um dich dann zu verlassen. War das schlimmer als die Schlachtung? Deinen einzigen Freund zu verlieren, den du jemals hattest?“

Noch immer steht er mit dem Rücken zu Godd, doch der Brite sieht die Zigarette aus Barkers Mund zu Boden fallen. Es ist die einzige Reaktion die der Champion zeigt. Der nicht zu Ende gerauchte Zigarettenstummel auf dem kalten Boden der Tiefgarage. Für einen Moment kann alles passieren. Man muss Godd zugutehalten, dass er nicht einmal andeutet zu flüchten, obwohl er weiß, wem er da gerade einen mentalen Leberhaken verpasst hat. Nicht nur das, er setzt sogar noch nach.

James Godd: „Dieses Mal hast du niemanden geschlachtet. Vielleicht kommst du deshalb glimpflicher davon. Vielleicht endet es dieses Mal einfach nur damit, dass du beim Bralin' Rumble deinen achso geliebten Undisputed Gerasy Titel verlierst.“

Hier könnte Schluss sein. Sollte es vielleicht sogar. Aber Barker, dieses gottverdammte Arschloch, hat es nicht anders verdient. Pavlovs Barker reagiert immer, wenn man die folgende Klingel betätigt.

James Godd: „Gegen Robert Breads. Den Besten Wrestler der Welt.”

Sofort schießt Barker herum. Packt Godd am Kragen und presst ihn gegen die Wand, gegen die er eben noch selber lehnte. Die Tasche des Briten fällt dumpf herunter. James verflucht seine übereifrige Zunge. War das der eine Spruch zu viel? Doch letztlich ist es dem Engländer egal. Vielleicht will er hier sogar insgeheim geschlachtet werden, um so dem Kampf mit Ashley aus dem Weg gehen zu können.

Robert Barker: „Das sind große Worte, Godd. Verdammt große Worte für einen Versager wie dich. Während ich PPVs headline, machst du was, huh? Du kämpfst in Match Nummer NiemandenInteressiertEs gegen Person VölligEgalWen. Und du VERLIERST! Wie immer. So wie in der letzten Show gegen Cain. So wie heute gegen… Stanton.“

Trotz des Ärgers schwemmt dieser Name unangenehme Erinnerungen auf. Kurz wünscht er sich, Godd wäre doch ein wenig mehr wie er. Wenn er Ashley ausschalten würde, wäre das Problem beseitigt und Barker hätte mehr Zeit, um sich zu überlegen, wie er mit Benedict…

James Godd: „Willst du noch zuschlagen?“

Barker traut seinen Ohren nicht, doch der Engländer schenkt ihm nun sogar noch ein Grinsen.

James Godd: „Im Gegensatz zu dir habe ich heute nämlich tatsächlich noch ein Match zu bestreiten.“

Auch wenn ihm eine ordentliche Schlägerei mit Barker eigentlich gerade recht käme. Dann müsste er wenigstens nicht…
Plötzlich lässt der Druck nach.

Robert Barker: „Viel Spaß dabei dich mit einem Mädchen zu schlagen. Vielleicht hast du tatsächlich eine Chance, wenn du dich nicht zu sehr von ihren Titten ablenken lässt. Versprich mir nur, dass du dich nicht sofort in sie verliebst, nur um ihr dann nie zu sagen, wie du fühlst, weil du Angst vor der Wahrheit hast. So wie immer, wenn du aus Versehen mal irgendwas Attraktives siehst.“

Barker hätte ihn genauso gut schlagen können.

James Godd: „Du kannst mich mal, Barker. Ich habe Respekt vor Frauen, das ist alles. Schon klar, dass du davon nichts verstehst. Du hast ja vor nichts und niemandem Respekt. Und sieh was es dir gebracht hat.“

Unschuldig hebt Barker seine Hände zu beiden Seiten seines Körpers.

Robert Barker: „Den Undisputed Gerasy Titel und zahllose Erfolge?“

James schüttelt den Kopf.

James Godd: „Verachtung von Fans und Kollegen. Eine Welt, die dich ob deiner Erfolge feiern sollte und dich doch verachtet. Und ein Match gegen den einen Mann, von dem sie alle wissen, dass er dich schlagen kann. In der einen Matchart, in der du dich noch nie freiwillig bewiesen hast. Ohne jede Chance auf eine ruhige Minute, weil du deinen Titel alles und jedem versprochen hast im Versuch den jeweils nächsten Challenger zu besiegen. Mit jedem Schritt hast du dich weiter in die Scheiße reingetragen und jetzt stehst du da. Bis zum Hals in Exkrementen. Und der Brawlin‘ Rumble wird dein Untergang, denn die Frage ist nicht, ob du verlieren wirst, sondern wie du verlieren wirst. Wird es die Religion of Death oder nicotine & bacteria, die deinen Untergang bedeutet? Wird dich die eine Gruppe für Cain opfern, oder die andere für L33? Keinen von beiden mag ich mehr, als dich, doch das muss ich auch nicht, um es von außen mit absoluter Belustigung zu verfolgen. Und du hättest es verdient. Keine. Frage.“

Barkers Arme sind schon lange wieder gefallen. Hängen leblos an seiner Seite. Godd hingegen macht nun wieder einige Schritte auf ihn zu.

James Godd: „Fast so sehr, wie du es verdient hast von Robert Breads in der Mitte des Ringes geschlagen zu werden. Fair. Eins Zwei Drei. Ohne jedes Gimmick. Ohne jeden Eingriff. DAS hast du nämlich wirklich verdient.“

Und damit lässt Godd Barker stehen. Erhobenen Hauptes, die Tasche wieder über die Schulter geschmissen geht er am Champion vorbei.

Fair. Fair. Fair fair fair. Die Leute haben keine Ahnung von Fairness, wenn sie dem Champion nicht zugestehen die Regeln zu bestimmen. Der Champion verteidigt sein Gold, er sollte also auch bestimmen dürfen, wie er dieses Gold verteidigt. Nicht der lausige Herausforderer. So sieht es doch aus.

Robert Barker: „Ich scheiße auf deine Fairness, Godd.“

Der dreht sich nicht mehr um.

James Godd: „Tu was du nicht lassen kannst. Aber dieses Mal kannst du nichts dagegen tun, nicht wahr? Wie hat Breads es gesagt? Du kannst hinnehmen und jammern…aber ändern kannst du daran nichts.“

Hinnehmen und Jammern. Am liebsten würde Barker hinterherrennen und doch noch die Scheiße aus Godd rausprügeln. ‚Ändern kannst du daran nichts‘. Feige Worte eines feigen Herausforderers, wiederholt von einem neidischen Versager. Mehr nicht. Mehr nicht! Aber was ist die Alternative? Es gibt keine. Vark hat klar gemacht, dass Breads das absolute Recht auf die Wahl der Matchart hat und dass Barker es tatsächlich hinzunehmen habe. Beschissene Vark und ihre beschissenen Regeln. Er wünschte er könnte sie…

Und in diesem Moment weiß er, dass er es tun würde. Er würde ein Opfer bringen müssen, doch der Undisputed Gerasy Title ist es wert. Wofür, wenn nicht für ihn würde er sein letztes Ass spielen?

 

Vincent Craven: "James Godd schlägt die verbalen Schlachten für Robert Breads."

Mike Garland: "Und stellt sich dabei gar nicht mal so dumm an, muss ich zugeben. Kann Godd dann jetzt bitte genauso im Ring weitermachen und dieses erbärmliche Kapitel namens Ashley Stanton abschließen?"

Vincent Craven: "Das sehen wir ja erst später, vorher haben wir noch ein anderes Match zwischen drei Debütanten."

Mike Garland: "Ich bezweifle, dass irgendeine Person von denen jemals Undisputed Gerasy Champion wird. Aber das bezweifele ich auch bei James Godd und der ist gefühlt schon seit zehn Jahren hier."

Vincent Craven: "Quatsch, wer weiß das schon? Der Brawlin' Rumble XI kann alle Karten neu mischen. Vielleicht verliert Barker gegen Breads, vielleicht überrascht Godd alle und tritt in die Fußstapfen des ehemaligen Undisputed Gerasy Champions und BRX-Gewinner Stevie Van Crane?"

Mike Garland: "In welcher Welt soll das bitte passieren?"

Vincent Craven: "Und dann heißt es beim Out of Ashes: Robert Breads gegen James Godd."

Mike Garland: "Eher gewinnt Großadmiral Thrawn den Rumble... oder der Barbarian."

Vincent Craven: "Abwarten..."



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