Scene

Id
2649  
Name
Infizierung?  
Summary
 
Position
21  
Scenetype
Live  
Created At
2016-01-12 14:16:40  
Edited At
2016-01-17 20:44:45  
Show
Vendetta 114  


Mit düsterer Miene schreitet James Godd durch einen der zahlreichen Gänge im Theater. Die Niederlage bei United as One hat ihm doch mehr zugesetzt, als er jemals öffentlich zugeben würde. Das muss er jedoch auch nicht, denn wer die Gesichtszüge des Engländers lesen kann, der sieht dies ohnehin. In den letzten Monaten ist einfach so viel falsch gelaufen. Dabei hatte doch alles so aussichtsreich angefangen. Er hatte ein viel umjubeltes Comeback gefeiert. Er hatte es geschafft die Schatten der Vergangenheit aus der Welt zu räumen. Hatte sich gar mit seinem früheren Feind Chris McFly Jr. zu einem Tag Team zusammengeschlossen. Doch dann? Dann ging es plötzlich bergab. Mad Dog, sein bester Freund, und als solchen sieht er ihn nach wie vor, wechselte die Fronten und schloss sich Nicotine & Bacteria an, nachdem er von Dalm1 angefixt wurde. Die Ex-Freundin des Night Fighters, Sandy, die James einzige Stütze während seiner harten Zeit gewesen war, verstarb... ohne, dass es dazu gekommen wäre, dass er ihr sagt, was er wirklich empfindet.
Und dann die Niederlage bei United as One. Irgendwie schien sein Weg wieder in eine Abwärtsspirale zu laufen, aus welcher es kein Entkommen gibt. Gedankenverloren streicht er sich durch den Bart. Gleich findet sein Match gegen Hannibal Cain statt und er hat all diese Gedanken in seinem Kopf, die nicht unbedingt förderlich sind. Und doch muss er heute Abend siegen. Nicht nur für sich, sondern auch für Sandy.

Gerade für Sandy.
Er ballt die Fäuste und richtet den Blick stur geradeaus, als eine Stimme die Stille durchbricht.

"Du hast richtig gehandelt!"

Abrupt stoppt der Engländer seine Schritte und dreht sich um, doch als er seinen Freund erblickt, geht sein Blick zum Boden. Er hat jetzt keine Lust auf diese Konfrontation. Nicht jetzt. Nicht hier.
Er atmet schwer durch und richtet den Blick wieder nach oben. Sich bewusst, dass er dem verrückten Hund sowieso nicht entkommen würde.

Mad Dog: "Du weißt wohl nicht, was ich meine, huh?! Aber ich helf dir gerne auf die Sprünge... Bei United as One kommst du zu mir auf die Dachterasse; doch anstatt dich von diesem Heuchler, McFly, loszusagen, folgst du ihm nach wie ein dämlicher Schuljunge. Spielst die Idylle mit, die alle so gerne sehen wollen. Jipiiee, die Reha hat funktioniert. Wir haben wieder einen der bösen Buben auf den richtigen Weg geführt. Und wer stünde ihm besser zur Seite als die Fliege, die sich bei jedem Gespräch, das ihr mit anderen geführt habt, in den Fokus rückte als gäbe es kein Morgen. Jedes Mal musste Chrissi zeigen, dass er der Kopf des Teams ist. Jedes verfickte Mal hat er deine Depression nur so weit mit Zuneigung gestillt, dass du ihm am Ende noch helfen konntest, aber ihm niemals gefährlich werden würdest. Mit schamloser Arroganz hat er dich mitgeschleift, damit du im Main Event für ihn die Kohlen aus dem Feuer holst. Dabei hat er scheinbar bewusst 'übersehen', dass dir gar nicht danach war, huh?!"

Freundschaftlich klopft MD seinem langjährigen PCWA Wegbegleiter auf die Schulter. Godds Kopf sinkt wieder gen Boden, was der Hund dazu nutzt, weiter zu reden.

Mad Dog: "Die einzigen zwei Male, wo er dich frei ließ, hast du absolut richtig gehandelt. Zuerst kamst du zu mir! Das konnte Chrissi nicht verhindern, obschon er dir ängstlich nachgelaufen kam, um dich erneut unter Kontrolle zu haben. Um den Daumen auf dir zu halten... Aber dann kam der Moment, wo du ein weiteres Mal frei warst!"

Fragend schaut James nun zur unbekannten Konstante hinauf.

Mad Dog: "Du erinnerst dich nicht? Na, ich meine den Schlag gegen Cain, Dummerchen! Er hat den Schlag verdient, den du ihm gegeben hast! Und noch viel mehr. Es war richtig deine Wut rauszulassen, James! So verdammt richtig."

Der Engländer schweigt nach wie vor. Die Loblieder des Hundes sind wie Honig in seinen Ohren. Und er erinnert sich an den Moment, in dem seine Faust Cain im Gesicht getroffen hat. Er erinnert sich an das gute Gefühl, dass es ihm verschafft hat. Er erinnert sich an das überraschte Gesicht Hannibals, dass ihn Abende später das einzige Mal seit langem auflachen ließ. Und wie sehr er sich nach einem solchen herzhaften Lachen gesehnt hatte...

Aber war es deshalb richtig? Ist die Verlockung nicht stets süßer Natur? Sollte er nicht lieber lachen, wenn er Siege im Ring feiert, anstatt dann, wenn er emotional ausbricht?
Er schüttelt den Kopf.

James Godd: "Nein, das war es nicht. Es wird heute richtig sein, wenn ich ihm im Ring gegenüberstehe! Aber das bei der letzten Show war falsch. Es war der falsche Ort, um die Angelegenheit zu klären. Ich will nicht sagen, dass es mir leid tut, dass ich zugeschlagen habe. Wie du schon sagtest, Cain hat das verdient! Und trotzdem war es der falsche Weg! Der Ring ist das, was zählt. Heute Abend gilt es."

Er holt erneut tief Luft und blickt den verrückten Hund an. Dieser aber rollt nur mit den Augen.

Mad Dog: "Ich habe es dir bereits auf dem Sonnendeck gesagt, James. Und immer noch erkennst du nicht, dass du schon wieder den gleichen Fehler begehst?? Ist das wirklich dein ernst? Wann hast du deinen letzten Sieg eingefahren, James? Und ich meine: Deinen letzten richtig großen Sieg! Du bist hierher gekommen, um alles besser zu machen. Um es allen zu zeigen... Um ihnen zu zeigen, dass du einer der 'Guten' bist. Dabei hast du dich jedoch an das gehalten, was sie als 'gut' deklarieren. Dieses kranke 'gut', dieses zutiefst verabscheuenswerte und heuchleriche 'gut', was sie einem aufhalsen. Es liegt auf dir wie eine verdammte Last. Du hast ihren "guten" Weg versucht und bist gescheitert. Mir erging es damals genau so, doch ich habe die Wahrheit erkannt, James. Es geht nicht darum, ihren Weg zu gehen. Es geht darum, den Weg zu gehen, der für dich gut ist!"

Mit funkelnden Augen überbringt der Night Fighter das, was ihm bei CORE wie Schuppen von den Augen fiel und was ihn schließlich die Hand Elevens schütteln ließ. Erst war es blanke Wut, die seinen Stiefel in das Gesicht von Azrael Rage schraubte, so wie Godd seine Faust in die Visage Cains schlug. Dann zeigte er den Fans den Mittelfinger, bevor der Hanschlag ihn von all den äußeren Fesseln befreite.

Wieso will James das nicht erkennen und verstehen?

Erneut schüttelt der ehemalige Tribune den Kopf. Die Mimik des Engländers ist schwer zu deuten, man merkt jedoch deutlich wie es in ihm arbeitet.

James Godd: "Nein, ich bin nicht gescheitert, Mad Dog. Ich bin mir und meinen Prinzipien treu geblieben. Ganz im Gegenteil zu dir. Siehst du denn nicht, dass dieser Abschaum dich immer weiter in die Tiefe zieht? Wenn du weiter diesem Weg folgst, wird es ein böses Ende nehmen!"

Er blickt Mad Dog in die Augen und geht einen weiteren Schritt auf diesen zu. Man kann es fast schon Sehnsucht nennen, die in den Augen des Engländers liegt. Vielleicht bringt er deshalb nicht mehr gegen den Night Fighter hervor. Vielleicht ist deshalb der Schritt nach vorne seine einzige Möglichkeit, um ihm Paroli zu bieten.

Mad Dog: "Hat es das nicht schon längst, James?"

Schweigend sehen die beiden sich einige Sekunden lang an. Und für den Bruchteil einer Sekunde jagd Tränenflüssigkeit in die Augen beider Männer. 
James denkt an den Tod von Sandy. Mad Dog an Isabell, Yai und den Kleinen, die er seit CORE nicht mehr gesehen hat.

Die Nässe in ihren Augen löst den Blickkontakt auf. Während sich Trauer in James Gesichtszüge mischt, blickt MD zum Boden, unter welchem sich der Keller befindet. Dort hat er in den letzten Tagen einen neuen Raum für N&B geschaffen. Und für die Zukunft. Der Stolz darauf, jedoch auch die Verwunderung darüber, dass von offizieller Seite noch keine Reaktion kam, lässt jenen Wehmut schwinden.
Godd holt indes tief Luft und öffnet den Mund, dann schließt er ihn jedoch wieder. Sein Kopf bleibt im Gegensatz zum Night Fighter voll Trauer und bei der Frage, ob es nicht schon längst böse geendet ist. 

Was soll er darauf antworten? Irgendwie hat es tatsächlich schon ein grauenhaftes Ende genommen...

Ehe er tatsächlich etwas erwidern kann, fährt Mad Dog fort. Den kurzen Moment der Wehmut angesichts gewonnener Freiheit abschüttelnd.

Mad Dog: "Doch du weißt genau so gut wie ich, wie du es schaffen kannst diesen Kummer zu vergessen. Ihn zu überwinden. Ihn in etwas Mächtiges zu verwandeln. Gib deiner anderen Seite nach, James. Wir wissen beide, dass es genau das ist, was du möchtest. Ich hatte dir schon bei der vergangenen Show gesagt, dass euer Sieg im Cotatores Match pure Illusion ist. Ich wusste es, weil dir der letzte Funke fehlt, James. Und weil ihr kein Team gewesen seid - weil du ihm nachgerannt bist, um den Leuten zu gefallen. Du musst dir wieder gefallen, James. Das ist der verdammte Funke, den du nicht frei lassen willst. Du willst nicht, du selbst sein. Aber wenn du den Funken nicht wieder zurückerlangst, dann wirst du auch heute Abend verlieren. Und ganz ehrlich, das ist etwas, dass keiner von uns beiden möchte, nicht wahr, James?"

Wieder arbeitet es im Schädel des Engländers intensiv. Er will es nicht wahr haben, und doch spricht der Hund keine unwahren Worte. Die Miene des Engländers verfestigt sich mit einem Mal und er ballt die Fäuste.

James Godd: "Nein."

Noch ist es leise.
Aber die geballten Fäuste erheben sich und werden nun direkt vor die Augen der unbekannten Konstante geführt. Dieser beäugt die Handrücken mit skeptisch hochgezogener Augenbraue. Aber auch diese Geste reißt James Godd nicht mehr aus seinem verbalen Gegenstoß.

James Godd: "Nein! NEIN! Und ich werde auch nicht verlieren! Ich werde diesen Kerl für das bezahlen lassen, was er gesagt hat. Ich werde ihm das Mundwerk reinwaschen - by Godd! Aber ich werde es tun, ohne jene Pfade zu betreten, auf denen du mich gerne sehen würdest! Nur weil du schwach geworden bist, muss ich das noch lange nicht. Nur weil du meinst, dass das, was nicht sein kann, auch nicht sein soll, muss ich noch lange nicht so denken! Und was den Ring betrifft hattest du ja bisher auch nur einen großen Sieg, seitdem du bei dem Pack im Keller rumlungerst. Wer weiß schon, ob dein Weg auf lange Sicht taugt?! Ja, ich entspreche womöglich nicht immer dem Ideal des Guten. Aber das heißt nicht, dass dieses Ideal falsch ist. Oder man damit keine Siege auf den Brettern, die unsere Welt bewegen, einfahren könnte."

Der verrückte Hund weicht wütend zurück.
Er muss sich eingestehen, dass ihn das Argument mit dem "einen" Match getroffen hat. Ehrgeiz keimt in ihm auf. Wahre Kampfeslust. 
Geil auf den Ring grinst er Godd provokativ an.

James Godd: "Ich werde dir beweisen, dass es auch anders geht, Mad Dog! "

Mad Dog: "Du wirst verlieren!"

Erneut geht Godd einen Schritt auf Mad Dog zu. Er wirkt nun entschlossener.
Stellt die nahe Distanz erneut her. Der Hund ballt die Fäuste.

James Godd: "Das werde ich nicht! Ich werde für mich siegen, für dich! Und nicht zuletzt für Sandy. Und ich werde meine Ideale wahren! Du wirst sehen Mad Dog. Vielleicht wird es dir ja die Augen öffnen, mein Freund!"

Doch irgendwie glaubt James Godd nicht daran, dass MD nochmal umkehren könnte. Daher blickt er etwas betrübt zu Boden.
Im selben Moment jedoch dreht er sich um. Er versucht an das Match zu denken, an diesen verdammten Hannibal Cain, den er heute schlagen will. Er denkt an einen Sieg.

Er denkt daran, dass es endlich wieder richtig laufen wird...

Doch dafür muss er Abstand von Mad Dog nehmen, der in Kampfhaltung einladend mit den Fingern winkt.

James Godd: "Ich muss nun gehen! Wir sehen uns!"

Und schon schreitet der Engländer voran. Er dreht sich kein weiteres Mal um. Zu sehr haben ihn die Worte des Hundes kurz vor dem Match aufgewühlt. Und er will nicht, dass der Hund dies ausnutzt, um ihn noch weiter zu manipulieren. Denn daran hat James keinen Zweifel; um nichts anderes handelte es sich bei diesem Besuch gerade.

Er seufzt und geht weiter seines Weges. Zurück bleibt einzig Mad Dog, der ihm grinsend nachblickt.

Mad Dog: "Wer nicht hören will, muss fühlen, huh?! Das Office hatte noch nie etwas gegen anonyme Matchvorschläge..."

Und auch für seine Leerstelle an Matches unter der Flagge von Nicotine & Bacteria hat er bereits eine Idee. Zumal er nach der heutigen Show sowieso mehr Feinde haben dürfte als eh und je.

 

Mike Garland: „Der nächste der deinen Mad Dog bekehren will.“

Vincent Craven: „Den kann man nicht mehr bekehren. Das ist vorbei!“

Mike Garland: „Nach der Schmach von Stevie van Crane versucht es nun tatsächlich James Godd. Der Typ ist genauso irre wie Kevin Sharpe, wenn er glaubt mit Prinzipien gegen einen Hannibal Cain bestehen zu können.“

Vincent Craven:  „Schlimm finde ich, dass Mad Dog ihm auch noch einzureden versucht, er soll diese Werte und seinen Anstand über Bord schmeißen. James Godd soll bloß nicht auf ihn hören.“

Mike Garland: „Der Engländer sollte definitiv auf Mad Dog hören. Seit der zu Nicotine & Bacteria gehört, reitet er auf der Erfolgswelle.“  

Vincent Craven: „Wie kann man das nur gut finden?“

Mike Garland: „Mad Dog hat halt eine erschreckende Präsenz gewonnen und genau eine solche könnte James Godd auch gebrauchen. Stattdessen sieht der immer aus wie ein Häufchen Elend.“

Vincent Craven: „Nach seinem Match heute, dass er mit fairen Mitteln gewinnen wird, wie er es angekündigt hat, ist vielleicht sein Gegner Hannibal Cain ein Häufchen Elend.“



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