Scene

Id
2525  
Name
Vergessen – Trost  
Summary
 
Position
28  
Scenetype
Live  
Created At
2015-10-19 01:22:20  
Edited At
2015-11-08 17:25:09  
Show
Vendetta 113  


Das Match ist gelaufen, doch der eigentliche Kampf der in seinem Inneren entfacht wurde, als er auf der Beerdigung von Sandy war, noch lange nicht. Erschöpft, aber auch sehr nachdenklich sitzt er in der Lounge. Vor ihm steht ein Glas mit Cola, welches er jedoch nicht angerührt hat bislang. Das Match war ein guter Testlauf für das, was noch kommen wird. Er harmoniert mit McFly genau so gut, wie er es sich erhofft hatte. Und doch bedeutet es ihm aktuell recht wenig. Mad Dog hatte ihm auf der Beerdigung einen herben Schlag verpasst.

"Du hättest ihr sagen sollen, dass du sie liebst!"

Die Worte hallen in seinem Kopf nach. Immer und immer wieder. Er weiß, dass es wohl richtig gewesen wäre, es ihr zu sagen. Doch er wollte nichts aufs Spiel setzen. Wollte nicht, dass sich seine Umwelt erneut so schwerwiegend verändert. Und nun war es zu spät. Er würde es ihr nicht sagen können. Nie wieder. Am liebsten wäre es ihm, er könnte einfach so einen Schalter tätigen und nicht mehr darüber nachdenken, denn er merkt, wie sehr ihn diese Gedanken zerfressen. Wie sie ihn innerlich Stück für Stück zerreissen. In den meisten Momenten kann der Engländer diese Seite gut verbergen. Während dem Match zum Beispiel hatte er es erfolgreich ausblenden können. Doch wieso gelang ihm das nicht jetzt? In dem Moment, wo er es wirklich nötig hatte diese Gedanken auszublenden. Er blickt verträumt in die Gegend und merkt nicht, dass sich ihm eine weitere Person nähert.

Vor Britain's Finest steht Ashley Stanton, die man heute Abend bereits einige Male zu Gesicht bekommen hat. Nach ihrem spontanen Treffen mit Azrael Rage und Chris Fusion hat das ehemalige "High School Sweetheart" die übriggebliebene Zeit genutzt um sich frisch zu machen und umzuziehen. Ihr Plan war es auch weiterhin, den Abend in Virchowa's Lounge ausklingen zu lassen und die restliche Show von dort in Ruhe weiterzuverfolgen. Die Bar im PCWA Theater wurde zu diesem Zeitpunkt bloß von wenigen Gästen besucht. Tatsächlich war James Godd, neben zwei miteinander feixenden Anzugträgern an der Bar, die womöglich Vark Enterprises angehörten, und einer sich angeregt unterhaltenden, gemischten Vierergruppe in einer der Sofaecken, der einzige Gast, der das stimmungsvolle Ambiente der Bar in Anspruch nahm. Als einer ihrer Kollegen, ist er ihr natürlich sofort aufgefallen.Ashley hatte eigentlich nicht erwartet, hier einen anderen Wrestler anzutreffen, zogen es die meisten von ihnen eher vor, in ihren Kabinen oder zumindest im Backstage-Bereich zu bleiben, wo sie nicht von aufdringlichen, autogramm- und selfie-jagenden Superfans gestört werden konnten. Umso erfreulicher ist es nun, jemanden zu treffen, der den alltäglichen Wahnsinn, welcher diese Liga umgibt, nachvollziehen kann und dabei selbst noch im Besitz seiner vollen geistigen Gesundheit ist.

Ashley Stanton: "James Godd?"

Der Engländer blickt erstaunt auf. Er hatte eigentlich nicht mit Besuch gerechnet. Und doch ist er erfreut darüber, dass jemand diese Einsamkeit unterbricht. Nach der kurzen Überraschung legt sich ein Lächeln auf die Gesichtszüge des Engländers, welches jedoch nur ansatzweise seine Trauer verdecken kann.

James Godd: "Oh ... Hi! Ich muss zugeben etwas überrascht zu sein. Wir kennen uns noch nicht persönlich, oder?"

Eigentlich ist er sich da recht sicher und ihr zustimmendes Nicken gibt ihm Recht. Er weiß, mit wem er es hier zu tun hat. Begegnet ist er ihr allerdings noch nie.

Ashley Stanton: "Darf ich mich zu dir setzen? So ein ausklingender Abend ist zu zweit doch immer wesentlich angenehmer als allein, oder?"

Sie erwidert sein halbherziges Lächeln, stellt im nächsten Moment aber fest, dass sie vielleicht zu schnell vorgeprescht ist, dass es vielleicht einen Grund dafür gibt, warum er hier ist bis eben noch mit gesenktem Haupt einsam an einem Tisch saß. Immerhin war das der gleiche Grund, weshalb sie diesen Ort aufsuchte.

Ashley Stanton: "Oder soll ich lieber..."

Godd schüttelt den Kopf und deutet auf den freien Platz auf der anderen Seite des quadratischen Tisches.

James Godd: "Schon gut. Setz dich ruhig. Ein bisschen Gesellschaft kann sicherlich nicht schaden."

Sie kommt dem Angebot nach, setzt sich auf die gegenüberliegende Seite und streckt sogleich mit unbekümmerten Gesichtsausdruck demonstrativ ihre offene Hand zu ihm aus, um die trübsinnige Stimmung ein wenig aufzuhellen.

Ashley Stanton: "Machen wir es doch auf ganz offiziellem Wege: Hi, mein Name ist Ashley. Schön dich kennenzulernen, James."

Den Versuch anerkennend, ergreift Britain's Finest die Hand und zwingt seine Mundwinkel einmal mehr nach oben, was aber nur von kurzer Dauer ist. Für jeden, der ihn in diesem Zustand sieht, ist es offensichtlich, dass etwas ganz und gar nicht stimmt – so auch bei Ashley Stanton.

Ashley Stanton: "Ich weiß, dass es indiskret ist, sowas zu fragen, aber als ich reingekommen bin, saßest du hier schon und hast traurig deine Cola angestarrt. Ist mit dir alles in Ordnung? Brauchst du vielleicht jemanden, mit dem du reden kannst?"

Er blickt kurz betroffen auf die Tischplatte vor ihm, dann hebt er den Blick jedoch wieder.

James Godd: "Sieht man mir das so sehr an?"

Er schenkt ihr ein schiefes Lächeln.

James Godd: "Aber du hast da durchaus nicht unrecht. Ich müsste eigentlich mit jemandem sprechen. Da ist eine Menge Scheiße passiert in letzter Zeit und es ist nicht ganz einfach, das alles zu verarbeiten, vor allem für jemanden mit meiner Vergangenheit."

Erneut sieht er zum Boden.

Ashley Stanton: "Darf ich fragen, was du damit meinst?"

Der Engländer sieht sie mit ernster Miene an.

James Godd: "Ich hatte früher einige Probleme mit Drogen. Ich hab damit eigentlich abgeschlossen, aber in so Augenblicken wie jetzt ist es schwer nicht daran zu denken. Irgendwie hängt ja auch alles damit zusammen."

Er weiß nicht warum er so ehrlich ist. Aber irgendwie scheint sie eine Person zu sein, der man trauen kann. Oder spricht da einfach nur die Naivität aus ihm?

James Godd: "Aber passt schon. Ich komme klar denke ich. Was ist mit dir? Du hattest ja auch ein Match heute Abend. War das was einmaliges oder werden wir dich hier in Zukunft öfters sehen?"

Er schenkt ihr ein ehrliches Lächeln und sieht sie fragend an.

Ashley Stanton: "Ich befürchte ich es fast. Oder sollte ich doch lieber sagen, dass ich darauf hoffe?"

Ihre himmelblauen Augen fliehen kurz an die in dunklem Orange ausgeleuchtete Decke, so als müsse sie wirklich über diese Fragestellung nachdenken. Mit Lunenkind als permanentem Tag Team-Partner war das gar nicht so leicht zu beantworten.

Ashley Stanton: "Ich habe einen Kurzzeitvertrag bis Ende des Jahres unterschrieben. Bis dahin muss ich bewiesen haben, dass ich hierhergehöre und auch als Frau mit euch großen, starken Jungs mithalten kann. Dazu gehört auch eine Teilnahme bei der Cotatores Trophy Challenge."

Augenblicklich ist das Interesse des Mann aus London an seinem Gesprächspartner stark gestiegen. Ein weiteres, diesmal jedoch frecheres Lächeln.

James Godd: "Dann sind wir also Konkurrenten wie es aussieht!"

Ashley Stanton: "Stimmt. Ich habe mitbekommen, dass du dich mit Chris zusammengetan hast. Wie war euer Name doch gleich? Finest Catch Club? Passt gut zu euch beiden."

Was wohl die wenigsten Zuschauer von AlieraTV wissen, ist, dass Chris McFly jr. und sein erweiterter Kreis rund um Second City Wrestling vor wenigen Jahren viel dafür getan haben, dass sie heute hier sein kann. Ihr Aufstieg in den amerikanischen Indies begann nämlich mit einem Engagement der Liga, die von seinem Mentor Franklin E. Hanson und zeitweise auch von ihm selbst geleitet wurde, was gleichzeitig das erste Mal war, dass sie vor einem größeren Publikum auftrat, auch wenn der Begriff "größeres Publikum" für ein bis 100-200 zahlende Fans im Gegensatz zu Crowds, die sie heutzutage zu Gesicht bekommen, sich fast lächerlich anhört. Trotzdem war Ashley ihm gewissermaßen zu Dank verpflichtet, auch wenn sie es komischerweise bis heute nicht fertig gebracht hat, ihm in der PCWA über den Weg zu laufen.

Ashley Stanton: "Wie geht es Chris eigentlich? Er macht den Eindruck, als ob er sich hier inzwischen gut eingelebt hat... was bei ihm ganz schön paradox klingt, wenn ich darüber nachdenke."

Der Engländer nimmt nun einen Schluck von seiner Cola.

James Godd: "Dem geht es ganz gut."

Das war... knapper als erwartet? Wollte er einfach nicht mehr zu der Sache sagen, oder begann der Finest Catch Club bereits wieder zu zerbröseln? Verlegen streicht sie sich ein paar Haarsträhnen hinter das Ohr und versucht den unangenehmen Beigeschmack der Situation wegzulächeln, was kurz darauf auch James Godd zu bemerken scheint. Sie kann ja nicht wissen, wie es wirklich in ihm aussieht...

Ashley Stanton: "Freut mich wirklich, das zu hören. Dann steht einer Begegnung im Ring bei United As One ja nichts im Weg, oder?"

Der Londoner nickt, versucht erneut, wie schon so oft in diesem Gespräch, ein ernstgemeintes Lächeln aufzusetzen...

James Godd: "Das wird es sicherlich. Aber dann endet dein Weg leider. Ich habe nicht vor ohne diese Titel das Turnier zu verlassen."

...aber es geht einfach nicht. Zu sehr hängen seine Gedanken noch an Sandy und die verpasste Chance, ihr seine Liebe zu gestehen. Aber hätte es denn etwas am schrecklichen Endresultat geändert? Hätte er überhaupt etwas ausrichten können? Und wie falsch ist es eigentlich, hier mit einer anderen Frau zu sitzen, um bei ihr Trost zu suchen?

Plötzlich steht er auf, nimmt sein Glas in die Hand und ext den letzten Rest seiner Cola, um daraufhin seine Brieftasche hervorzuholen und, begleitet von dem verwunderten Blick seiner Gesprächspartnerin, einen roten Schein auf den Tisch zu legen.

James Godd: "War echt nett von dir, dass du vorbeigeschaut hast, aber ich fürchte, ich muss nun gehen."

Ashley Stanton: "Habe ich etwas Falsches gesagt?"

Kopfschütteln auf Seiten des Finest Catch Club-Mitglieds.

James Godd: "Es liegt nicht an dir. Du scheinst echt ziemlich nett zu sein, andernfalls wäre ich sicherlich nicht so ehrlich gewesen. Der Tag war nur verdammt lang und ich fühle mich ausgelaugt. Ich brauche ein wenig Ruhe."

Ashley Stanton: "Ist wirklich alles okay?"

Der schenkt ihr ein weiteres kurzes Lächeln. Natürlich ist nicht alles okay. Aber das muss er ihr wohl nicht auch noch aufbinden.

James Godd: "Ja, danke. Ich komm klar! Wie gesagt, liegt wirklich nicht an dir."

Er hofft, dass er das wirklich tut, doch die Zweifel sind durchaus vorhanden. Ein letztes Mal schaut er die nach wie vor verdutzte Frau an und verschwindet dann wortlos durch die Tür. Nachdenklich blickt sie James Godd hinterher. Dann legt sich Schwärze über das Bild und es wird zurück zu den Kommentatoren geschaltet.

 

Mike Garland: „James Godd wirkt aber sehr deprimiert. Verstehe ich gar nicht. Er hat doch zusammen mit Chris McFly jr. das erste gemeinsame Match gewonnen?“

Vincent Craven: „Da muss irgendwas anderes an ihm nagen. Vermutlich ist er genauso enttäuscht wie ich über das, was aus seinem Ex-Partner Mad Dog geworden ist.“

Mike Garland: „Glaube ich nicht. Gerade er muss doch verstehen, wie das mit den Drogen ist. Er war selbst Junkie.“

Vincent Craven: „Es geht doch nicht nur darum. Einfach alles ist Scheiße, was mit Mad Dog derzeit zu tun hat.“

Mike Garland: „Scheiße ist auch das Wort, welches James Godd benutzt für seine persönliche Situation.“

Vincent Craven: „Er sagt, er sei ausgelaugt. Genaueres erzählt er aber nicht.“

Mike Garland: „Was für ein Jammerverein in der PCWA. Alle sind fertig. Kevin Sharpe körperlich, Stevie van Crane seelisch, Eleven insgesamt und nun auch noch James Godd. 

Vincent Craven: „Irgendwas lastet auf Seiner Seele aber Ashley Stanton bekommt nicht wirklich was aus ihm raus.“

Mike Garland: „Vielleicht sollte sie ihn ein bisschen streicheln, dann kommt vielleicht was raus… ähm… okay… ich sollte Lunenkind-Wortspiele sein lassen.“

Vincent Craven: „Streicheleinheiten sind auch nicht das, was James Godd von Ashley zu erwarten hat. Vielmehr wird am Ende nochmal deutlich, dass die beiden sich natürlich bei der kommenden Vendetta im großen TLC-Match um die Cotatores Trophy gegenüber stehen werden.“

Mike Garland: „Ja, ja. Die Trophy. Da gab es Gerüchte, die wir hier und jetzt offiziell im Auftrag von Gabriel Lucifer nochmal dementieren sollen, weil wohl diverse Anfragen eingegangen sind seit Vincent vorhin diese Andeutung gemacht hat." 

Vincent Craven: „Welche Andeutung denn? Und welche Gerüchte?“

Mike Garland: (*flüstert*) „Na, das mit dem Diebstahl!“

Vincent Craven: „Oh, ja, wir dementieren!“

Mike Garland: "Wobei ich mich gerade frage, wieso wir von Lucifer sowas mitgeteilt bekommen?"

Vincent Craven: "Keine Ahnung. Jona Vark haben wir noch gar nicht zu Gesicht bekommen bisher diese Show."



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