Scene

Id
2076  
Name
Des Bruders Botschafter  
Summary
 
Position
38  
Scenetype
Live  
Created At
2015-01-19 20:56:33  
Edited At
2015-06-22 20:18:17  
Show
Vendetta 107  


Auf seiner Agenda steht vor allem ein Punkt: Den Geheimtip des heutigen Main Events aufzusuchen. Das zu tun, wozu sein Bruder nicht in der Lage war. Doch wie soll er es bestmöglich anstellen? Er ist nicht wie sein Bruder. Er ist eben nicht so verbissen darauf, die Welt notfalls mit Gewalt zu verändern. All die Jahre hinter den Kulissen haben ihn gelehrt, dass es nichts bringt, nur mit seinem eigenen Sturrkopf vorranzuschreiten. Manchmal muss es eben auch etwas Geduld sein und man kann den ein oder anderen zu seinem Erfolg stupsen.

Genau aus diesem Grund ist er auf dem Weg zu dem Mann, den er persönlich vor vielen Jahren schon als Geheimtipp gesehen hat. Genau wie sein Bruder, doch der musste eben wieder mit voller Agressivität an die Sache heran gehen. Seine Schritte führen ihn vor die Kabine des Deutschmexikaners - der, der sich in all den Jahren irgendwie nicht dahon befördern konnte, wo er hingehört.

Einmal atmet er tief durch, dann hebt er die Hand und klopft an. Ohne auf eine Antwort zu warten, öffnet er die Tür. Manchmal muss man eben auch fünfe gerade sein lassen.

Christian Dorado: "Hey... Sorry das ich hier so reinplatze... Ich bin..."

Díego hebt die Hand und unterbricht den „Eindringling“ sofort.

Sanchéz: „Ich weiß, wer du bist. Und zu wem du gehörst.“

Damals hatte er von der Firmen-Führung immer alle wichtigen Informationen über seine Gegner bekommen. Oder über die, die es hätten werden können. Natürlich war da auch ein Dossier über Erik Moranes dabei. Daten, Fakten, Hintergründe, Familie.

Sanchéz: „Warum bist du hier, Dorado? Wieso hat er dich zu mir geschickt? Ich habe bei Out of Ashes klar gemacht, wo mein Platz ist. Der D.E.A.L. wird ohne mich stattfinden. Also…“

Die blauen Augen sind starr auf den Bruder von Moranes gerichtet. Entschlossen und von seinem Weg überzeugt. Der Schlag von Dalmi hat keine Spuren hinterlassen. Sie haben lediglich ein Feuersturm in seinem Herzen entfacht, der aber erst bei Vendetta 109 frei gelassen wird.

Sanchéz: „… was hat der Botschafter mir zu sagen?“

Das ist eine einfache Frage... 'komm auf die dunkle Seite der Macht, wir haben Kekse...' auf seine Art wahrscheinlich. Doch Christian ist nicht hier, um eine Botschaft seines Bruders zu überbringen. Etwas peinlich berührt senkt er den Kopf, atmet tief durch und überhört die offensichtliche Ablehnung.

Christian Dorado: "Es tut mir leid dich zu enttäuschen... doch ich bin nicht hier, um eine Botschaft meines Bruders zu überbringen."

Unaufgefordert bewegt sich Dorado auf Sanchéz zu und versucht, durch seine Körpersprache die Situation zu entschärfen.

Christian Dorado: "Ich bin hier, um mich mit dir zu unterhalten. Ohne irgendwelche Hintergedanken und Falltüren, ohne irgendwelche versteckten Andeutungen und Angebote."

Díego hebt skeptisch eine Augenbraue. Er kann nicht anders. Die Erfahrung mit Erik Moranes färbt ab und lässt keine unvoreingenommene Meinung zu.

Sanchéz: "Ist das so? Verzeih' mir, aber das ist kaum vorstellbar für mich. Bei dem Ränkeschmied, den du deinen Bruder nennst. Doch ich werde hier nicht die Steine herum reichen. Wenn das also dein Ansinnen ist, dann will ich dem nicht entgegen stehen. Lass es uns probieren und sehen, wo wir am Ende landen."

Er will Vertrauen schenken, doch es fällt ihm sehr schwer. So verschränkt er die Arme vor der Brust und mustert den Held der Welt.

Sanchéz: "Also, Dorado. Was willst du?"

Die weiterhin vorhandene Ablehnung, die deutlich von Diego ausgeht wird natürlich von Christian aufgenommen. Doch der Held der Welt gibt so einfach nicht auf - natürlich ist er ein Teil des DEALs, doch das bedeutet ja grundlegend nichts schlechtes. Der offizielle Fahrplan ist, nach der Flucht der Götter vor der dunklen Bedrohung, relativ einfach: Der Kampf gegen Anarchie und Diktatur. Es gibt immer viel Grau zwischen Schwarz und Weiß.

Christian Dorado: "Zuerst möchte ich eines klarstellen: Ich respektiere deine Entscheidung, nicht am DEAL teilnehmen zu wollen - jeder sollte die freie Wahl haben. Das ist in den vergangenen Jahren immer zu kurz gekommen, dass konnte ich in San Diego verfolgen. All die politischen Machtspielchen, die vor und hinter der Kamera seit Jahren laufen und die Lücken geschaffen haben, um den Untergang alles guten zuzulassen... Ich respektiere dich auch dafür, dass du dich bei Out of Ashes vor Bleed gestellt hast und klargemacht hast, dass du ein ehrwürdiger Teil der Familie bist, die sich CRAFT nennt."

Ja - Out of Ashes. Vergangenheit. Wenn er an die Wut denkt, die er nach dem Beatdown der Götter empfunden hat, empfindet er grundlegend nichts anderes als Scham. Für Rachegelüste sollte er eigentlich erfahren genug sein - doch auch er versucht nur, SEINE Familie zu schützen.

Sanchéz: "Hmmmm .... vielen Dank, muchacho. Freundliche Worte sind immer gern gesehen. Doch was ist die Botschaft, die du mir überbringen willst? Es ist ... versteh mich nicht falsch. Dein Respekt ehrt mich wirklich. Es gibt nur noch wenige hier, die ihn mir entgegen bringen. Doch wegen deiner Familienbande ist es so verdammt schwer, das Vertrauen zu dir aufzubringen.

Vertrauen - muss man sich verdienen, dass weiß niemand mehr als Christian. Auch ihn haben sie oft genug verraten.

Christian Dorado: "Ich stelle keine Ansprüche, Diego. Ich erwarte nicht, dass du mir von jetzt auf gleich vertraust. Doch ich möchte dir dennoch eine Geschichte erzählen..."

Der Held der Welt nimmt Platz neben dem Deutschmexikaner, begutachtet ihn dabei aus dem Augenwinkel. Fraglich, warum dieser in all den Jahren nicht sein volles Potential ausschöpfen konnte. 

Christian Dorado: "...und zwar ist dies die Geschichte von einem Mann, der mit seinem Bruder schon als kleines Kind nur einen Traum hatte: Professioneller Wrestler werden und große Erfolge feiern. Beide haben sie alles dafür getan, diesen Weg voranzuschreiten... sich heimlich, wenn sie zum Schachtraining gehen sollten, zum Wrestlingtraining abgesetzt. Nachsitzen? Die beste Ausrede, um möglichst viel Zeit im Fitnessstudio zu verbringen. Viele Jahre haben die beiden darauf hingearbeitet, was ihnen eines Abends dann wirklich gelingen sollte: Als Professionelle Wrestler in einen Squared Circle zu steigen. Vor Zuschauern das zu tun, was sie immer tun wollten: Catchen. Die beiden Bruder waren ein gutes Team und haben sich innerhalb von drei Jahren voller Entbehrungen einen solchen Namen gemacht, dass sie einen festen Spot in einer der großen Amerikanischen Main Stream Ligen erhalten haben..."

Auch der Held der Welt beherrscht Kunstpausen, auch wenn er diese nutzt, um kurz das bereits gesagte rekapitulieren zu lassen.

Christian Dorado: "...und ihr Traum war in Erfüllung gegangen. Gemeinsam wollten sie das Wrestling revolutionieren, den Kampfsport Aspekt in den Vordergrund stellen und beweisen, dass hartes Training und viel Geduld einen immer nach oben bringt. Doch dann..."

Dorado lässt den Kopf sinken, denn die Tragik ist auch ein Teil in dieser Geschichte. Leise fährt er fort.

Christian Dorado: "...verletze sich der eine der beiden Brüder so schwer, dass seine aktive Karriere ein jähes Ende gefunden hat. Fortan war der eine Bruder alleine - auf der Suche nach sich selbst, gefangen inmitten von hungrigen Wölfen, die alles daran gelegt haben, ihn zu zerreißen. Andere, weniger hart arbeitende Männer, wurden ihm bevorzugt... und er verbitterte. Er fühlte sich ungerecht behandelt, versuchte immer wieder mit seinem eisernen Willen und seinem Können eine Chance zu erhalten... doch diese wurde ihm verwehrt. Dann heiratete sein Bruder, der Mann, dem er all das zu verdanken hatte, ausgerechnet die eine Frau, die Tabu hätte sein sollen... Da war es um ihn geschehen."

Christians Blick scheint in die Ferne gerückt zu sein, während er seinen Monolog fortsetzt.

Christian Dorado: "...er verbitterte immer weiter. Wurde gefeuert und heuerte in Deutschland an. Wurde dann auch hier, in seinen Augen, ausgenutzt. Seine Aufgabe war nicht das, was er erwartet hatte. Seine Erfolge blieben aus oder wurden ihm nur kurzzeitig hingeworfen... Friss oder Stirb, könnte man sagen. Doch auch das machte ihn nur wütender... und dann sah er diesen einen Jungen."

Dorado's Blick kehrt zurück in die Wirklichkeit und seine Augen erhalten ein unheilvolles Strahlen.

Christian Dorado: "Ein talentierter Mann, bereit alles zu tun, um nach oben zu kommen. Ein Teil einer Wrestling Dynastie - vielleicht, auch wenn er es nie zugeben würde, erkannte er seinen Bruder in diesem jungen Mann. Dieser verbitterte Mann, der sich mehr und mehr zum Einzelgänger entwickelt hatte, fasste also einen Entschluss: Er musste dieses Talent davon überzeugen, sich mit ihm zu vereinen. Doch seine Handlungen waren alles andere als fein - und das führte dazu, dass sich das Talent nicht an seine Seite, sondern gegen ihn stellte. Das brach unserem verbleibenem Bruder das Genick... und er verschwand, für sieben volle Jahre."

Der Deutschmexikaner hat aufmerksam zugehört und stellt schließlich die offensichtliche Frage.

Sanchéz: "Du erzählst mir gerade die tragische Geschichte deines Bruders, oder? Warum?"

Nickend quittiert Christian Dorado den Einwurf des ehemaligen Tribune.

Christian Dorado: "Warte, denn unsere Geschichte ist noch nicht ganz vorbei... sieben Jahre später erschien der Bruder wieder auf der Bildfläche, wild entschlossen, seine Botschaft und seinen Weg der PCWA aufzuzeigen und eine Alternative zu schaffen, zu all dem, was wir in den Jahren davor gesehen haben. Er entschied sich dafür, den Kampf wiederaufzunehmen, den er in einem feierlichen Pakt vor beinahe einem Jahrzehnt mit fünf anderen Mannen geschlossen hat."

Erneute Kunstpause.

Christian Dorado: "Doch sie tun wenig zur Sache, denn keiner von ihnen ist heute noch bereit, sich dem Kampf anzuschliessen. Er brauchte Mannen, in denen er mehr sieht, als ihre aktuelle Position in der PCWA wirklich über sie aussagt."

Lange verharrt der Blick des ehemaligen Tribunen auf dem Gesicht von Chrstian Dorado.

Sanchéz: "Du hast meine Aufmerksamkeit, muchacho. Also? Welche Rolle spielst du in dem Ganzen? Wohin soll dieser Kampf führen? Und was willst du mir überhaupt mit deiner rührseligen Geschichte mitteilen?"

Es war Christian Dorado durchaus bewusst, dass diese Frage kommen wird - erstaunlicherweise hat er auch genau zu diesem Zeitpunkt damit gerechnet.

Christian Dorado: "Eine berechtigte Frage, Diego. Ich erkläre es dir gerne: sein Meisterstück sollte der Mann werden, den er vor Jahren schon an seiner Seite wissen wollte. Wohlweislich, dass dieser sich in den vielen Jahren mit unterschiedlichen Umständen herumschlagen musste, die ihn ebenfalls hätten verbittern sollen... zumindest in den Augen von Erik. Und dann... ja dann nahm er den Kontakt auf. Und was geschah?"

Fragend blickt Dorado zu Sanchez. Was geschah dann, Diego? Warum hast du sein Angebot abgelehnt und Erik damit so vor den Kopf gestossen - wenn du wüsstest, wie sehr du ihn damit verletzt hast...

Sanchéz: "Das Angebot wurde abgelehnt?"

Fragender Blick, der jedoch nicht lange anhält. Er weiß, worauf Dorado hinaus will.

Sanchéz: "Ich nehme an, dass ich der besagte, strahlende Junge war, den dein Bruder an seiner Seite wollte? Das ehrt mich ... irgendwie. Doch, versteh mich, dein Bruder hat so viele Dinge so verdammt falsch gemacht. Und all die Jahre haben ihn nicht besser gemacht. Er könnte nie über den Schatten seiner Arroganz springen, genauso wenig wie ich ihm verzeihen könnte. Ich bin ein teil der CRAFT. Die Entscheidung ist gefallen und sie ist unumstößlich. Ich habe meine neue Familie gefunden."

Nickend quittert Dorado die Aussagen von Diego. Natürlich hat der Deutschmexikaner recht: So wie Erik an die Sache herangegangen ist, hätte wohl auch Christian abgelehnt.

Christian Dorado: "Das kann ich persönlich verstehen - und ja, du bist der strahlende Junge. Glaub mir - in Eriks Welt gibt es mittlerweile viel Schwarz und Weiß... doch das, was er als Weiß betrachtet, dass würde er mit seinem Leben beschützen... das hat selbst der Königsmacher Lucifer erkannt."

Seine Botschaft ist vollbracht, also gibt es kaum noch einen Grund, länger hier anwesend zu sein. Langsam, aber respektvoll vor seinem Gastgeber, erhebt sich Dorado. Díego wirkt ein wenig vderwirrt. Genau dieses Schwarz-Weiß-Muster war es immer, das er von Anfang an in der PCWA bekämpft hat.

Sanchéz: "Das heißt, Erik sieht mich nun endgültig als Feind, weil es in seinem Kopf nur Schwarz oder Weiß gibt?"

Nicht dass es ihn großartig stören würde. Erik und er ... sie könnten sicherlich gute Freunde sein, doch sie sind einfach noch viel bessere Feinde.

Christian Dorado: "Nein Diego... in Eriks Welt gibt es nur noch ein Ziel. Und wenn das erreicht ist... dann ist er fertig. Auch dem Weg zu diesem Ziel wird es viele Stepping Stones geben... vielleicht bist du einer davon."

Freundschaftlich streckt Dorado den Arm in Richtung von Sanchéz, um sich zu bedanken und zu verabschieden.

Christian Dorado: "Also Diego... ich danke dir dafür, dass du meiner kleinen Geschichte gefolgt bist. Ich hoffe, ich konnte ein wenig Verständnis für den schwierigen Charakter meines Bruders in dir erzeugen. Zum Abschluss gerne noch eins: So gerne er auch am Main Event teilgenommen hätte - aber ich wage zu behaupten, dass das Aufeinandertreffen mit dir ihn noch mehr gereitzt hätte. Vielleicht nicht heute... aber bald. Da bin ich sicher."

Díego nickt langsam und ist dem Bruder des Botschafters dankbar für die Worte.

Sanchéz: "Er soll ruhig kommen. Ich bin zurück. Ich bin wieder ich und ich werde ihm beweisen, dass ich noch den strahlenden Jungen von einst in mir habe. Ich werde ihm zeigen, warum er in mir früher das 'Next Big Thing' gesehen hat. Doch ich fürchte, dass ihm das Ergebnis nicht gefallen wird."

Lächelnd wendet sich der Held der Welt von seinem Gesprächspartner ab. Während er den Raum verlässt, kommt ihm eine Idee - und wie das mit Ideen so ist, schiesst sie aus ihm heraus.

Christian Dorado: "Wie wäre es... Vendetta 108, Christian Dorado vs. Diego Alejandro Sanchez. Einfach nur so... unter Freunden?"

Unfair ist es durchaus, dass er diese Matchansetzung in den Raum wirft und dann nicht einmal die Antwort abwartet. Vielleicht hat er doch etwas von den politischen Ränkespielen seines Bruders im Blut.

Freunde. Das Wort hallt wieder im Kopf des Deutschmexikaners. Sollte so etwas mit einem Verwandten des Botschafters möglich sein? Und würde ihm das etwas bringen, falls es mal zu einem Duell mit Erik Moranes kommt?

Sanchéz: "Du bist tatsächlich davon überzeugt, dass du es im Ring noch drauf hast, ja? Nun, an mir soll es nicht liegen, muchacho. Klär das mir Jona und du hast dein Duell."

Unter... Freunden.

 

Mike Garland: "Díego Alejandro Sanchéz also bei der kommenden Vendetta also gegen Christian Dorado, den Bruder von Eric Moranes. Eine Paarung, die mich schon ein wenig überrascht."

Vincent Craven: "Nicht immer muss man sich spinnefeind sein, um ein Match gegeneinander bestreiten zu wollen. Die beiden sind das beste Beispiel. Das ist einfach nur fairer Sport."

Mike Garland: "Hoffentlich geht's gleich in unserem Main Event auch so fair zu. Aber irgendwie wage ich mich kaum das zu glauben."

Vincent Craven: "Wir werden es gleich sehen. Unser Main Event steht nämlich unmittelbar zuvor. Nur noch einmal geht's zu den Possession Awards, dann steht der Höhepunkt des Abends an."

Mike Garland: "Here we go!"



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