Scene

Id
1973  
Name
Fassaden fallen  
Summary
 
Position
17  
Scenetype
Live  
Created At
2014-11-14 23:24:12  
Edited At
2014-11-20 18:50:38  
Show
Vendetta 106  


Die Purity Machine Michael Thera lehnt an der Wand neben der Kabine, in die er eigentlich reingehen wollte. Es ist eigentlich alles perfekt, vom Rahmen her. Show in Chicago. Das ist Craft-Crowd. Doch ausgerechnet jetzt hat das Schicksal einen blöden Stock in die Räder der Mixery-Gemeinschaft geworfen.

Er und Stevie hatten im Vorfeld der Show wenige Worte miteinander gewechselt. Noch immer hockte die Meinungsverschiedenheit zwischen Thera und Stevie wie ein dunkles Gespenst in der Ecke ihrer Freundschaft. Verstärkt durch den Joint, an dem Michael mit blutunterlaufenen Augen zieht. Getränkt durch den Scotch, den er sich aus der halbleeren Flasche in den Rachen schüttet.

Stevie hatte sich gehen lassen, aus seiner Sicht. Verfallen in eine trügerische Euphorie, angestachelt von einem vermeintlichen Wechselwillen des Gerasy Titles, den Stevie in der Öffentlichkeit ausgemacht haben will. Alles spielte nur einem in die Karten:

Azrael Rage.

Das Gefährliche ist, dass Rage eben nicht der schwarzweiße Bösewicht war, für den ihn Stevie Van Crane hielt. Wahrscheinlich hat Thera die richtige Distanz als Non-Wrestler, um das sehen zu können. Azrael Rage ist genauso innerlich gespalten, genauso mit Kanten versehen. Genauso verletzlich, genauso hinter einer hilfreichen Fassade vergraben wie Stevie. Das ergab aus Theras Sicht eine Pattsituation. Und der Fakt, dass Rage die Erfahrung der PCWA UND den Bonus des Titelverteidigers auf seiner Seite hat, sorgte für den Vorteil, der Stevie Van Crane ins Hintertreffen schickte.

Thera setzt zu einem weiteren Schluck an, als ein Schatten auf ihn fällt. Er blickt hoch, will die Gestalt vor ihm begrüßen, aber es kommt aus Versehen ein gewaltiger Rülpser heraus, der durch den Gang hallt.

Skeptisch blickt ihn die kleine Japanerin und Begleiterin von Rage an.

Eri: „Ähem… dir auch einen guten Abend.“

Kurz ist sie zurückhaltend, obwohl sie weiß wer vor ihr sitzt. Dennoch weiß sie nicht wie sie reagieren soll, oder soll sie weitergehen? Entschuldigend winkt Thera mit der Prothesenhand ab. Er will sich aufrichten, merkt aber den Alk im Schädel und lässt es lieber bleiben.

Thera: „Eri, meine Freundin made in Fukushima. Du kommst genau richtig.“

Die Japanerin hebt die Augenbrauen. Natürlich haben sich ihr Sprachkenntnisse verbessert, in manchen Augen fast schon bis zur Perfektion, aber hier hat sie Mühe, das Gelalle zu verstehen.

Thera: „DumussnochnichinsBettgeh’n. Komma ran..“

Er klopft mit der Flasche auf den Platz neben sich.

Thera: „Setz’ dich zum Mann, der zuviel wußte. Is’ ja eh alles momentan verrückt, es is’ verrückt wie verrückt das alles is’. Ich bin nich böse. Ich bin vielleicht ein Muppet und Levy guckt mich mit der Rosette nich’ an, aber ich bin doch nu nich’ böse! Ich bin..“

Mit einem Schmunzeln kniet Eri Osada neben der Purity Machine nieder.
Fragend schaut sie ihn an, geduldig. Die fast betäubende Fahne ignoriert sie.

Eri: „Du bist? Michael Thera.“

Das Gehirn hinter SVC sagt Rage immer, aber sie will Azrael nicht in den Rücken fallen, wenngleich sie aktuell Abstand zu dem Mann sucht den sie lie… nein, den sie begehrt. Mehr lohnt sich eh nicht auszudenken, denn Azrael erwidert ihre Zuneigung offenbar nicht, obgleich er immer wieder widersprüchliche Signale sendet, oder bildet sie sich das nur ein?

Thera: „Nein.“

Eri: „Nicht?“

Thera: „Ich bin.. ich bin einfach ein Mann. Ich bin ein Mann. Und das hier is’ mein Gang, weißte Bescheid mein Kind der aufgehenden Sonne. Ich bin der Mann im Gang. Hinter der Tür is’ mein Schwager und wartet auf mich, wahrscheinlich mit Blumen und Pralinen. Er hat zwei Hände, ich nich’. Das macht nichts, denn dafür kann ich mit dem Arsch Geburtstagskerzen ausblasen. Ich bin auch kein großer Denker, sag nix, Eri. Ich weiß, ich bin bißchen blöd ab und zu.“

Eri überlegt. Sie weiss auch, dass betrunkene Menschen oft die Wahrheit sagen. Und hier bietet sich ihr die einmalige Gelegenheit, hinter die Fassade zu blicken. Warum sich nicht darauf einlassen? Andererseits könnte dies falsch aussehen für Azrael. Dennoch bleibt sie sitzen. Es ist wohl Zeit Alternativen zu ergreifen.

Eri: „Der Gerasy macht nichts einfacher.“

Sagt sie, obwohl sie nur ihre Beobachtungen über Azrael schildert.

Eri: „Dieser Gerasy macht einen einsam, hinterlässt Chaos und Zerstörung, wirkt sich auf Freundschaften, Familie und…“

Sie stockt kurz.

Eri: „… die Liebe aus. Ich glaube sogar, dass man nicht Gerasy sein kann, ohne fast paranoid zu sein, denn hier in dieser Welt. Der PCWA will jeder in Greifweite ihn.“

Ungefragt nimmt sie die Flasche. Theras Blick verrät ihr, dass es okay ist. Sie nimmt einen großen Schluck und kann ihn nur unter Mühe runterschlucken. Sie verzieht das Gesicht. In diesem Augenblick kommt das junge Mädchen raus, dass bisher selten Alkohol getrunken hat.

Michael Thera schmeisst den Joint-Stummel weg und bekommt von Eri den Scotch zurück. Mit der Flasche deutet er auf imaginäre Szenerien vor sich, so heftig, dass Tropfen aus der Flaschen sprenkeln.

Thera: „Weißte wir verstehen uns, du und ich. Stevie versteht’s nich’. Der tritt an als Siegfried gegen den Drachen. Aber da is kein Drache in Azrael, nich wahr. Das is’ Siegfried gegen – äh- den anderen Siegfried. Gut gegen Böse? Alles für’n Arsch, alles nur plakativer Scheiß für die Generation, die lieber auf Fratzenbuch Bilder von in der Küche gerührter Vegan-Kotze postet als auf’n Gang zu kommen und sich wegzupfeifen. Ich pfeif’ mich weg und sag’, hier is’ mein Arsch. Bitte sehr, lecken.“

Nicken bei Eri, obwohl sie nicht weiß wer Siegfried ist. Dennoch hat sie die Metapher verstanden.

Eri: „Azrael ist nicht einfach, aber ich kenne ihn inzwischen. Ich glaube er möchte ein besserer Mensch sein, aber solange er den Gerasy trägt erlaubt es seine Umwelt kaum. Stevie dürfte es ähnlich gehen, denn er es nicht weit vom großen Gold entfernt. Vielleicht sind sich jetzt, in diesem Augenblick, Stevie und Azrael ja ähnlicher, als sie es je glauben würden.“

Plötzlich öffnet sich die Tür zum Gang und ein Schatten fällt auf die beiden.

Stevie Van Crane blickt mehr als verwirrt drein. Er deutet ein Kopfschütteln an. Eri Osada? Die gerade eine Flasche Scotch von Thera gereicht bekommt? Was ist das für ein Universum?

SVC: „Michael? Alles okay? Die CRAFT-Castings sind vorbei.“

Thera: „Honey, mir geht’s blendend. Das hier is’ ein infam.. innovita.. informelles Informations – was war? - Gespräch. Also alles ohne Niveau und streng vertraulich. Haste nich’ irgendwelche Telefoninterviews zu geben, für Heldenradio Null Acht Schießmichtot? Ich mach hier High Five wie Team Happy Trauer. Nur ohne Vollpfosten.“

„Vorsicht, Eri!“

Hier ist plötzlich Azrael Rage, der einen vollkommen falschen Eindruck von der Situation gewinnt. Die angepisste Körperhaltung von Stevie hatte er als Angriffshaltung gedeutet und stellt sich sofort zwischen sie und Stevie, als er „seine“ Eri sieht. Auch ein warnender Blick zu Thera.

Azrael Rage: „Wenn Du Ihr etwas tust, reiße Ich Dir auch noch die andere Hand ab.“

Blick zu Stevie.

Azrael Rage: „Und Du? Von Dir hätte Ich mehr erwartet. Kein Wunder, dass Du Brunswick verteidigst. Du bist wie er. Du willst angreifen, was Mir kostbar ist.“

Er legt den Gerasy vorsichtig auf den Boden, lässt den Blick nicht von Stevie. Der Herokiller rechnet jede Sekunde mit einem Angriff. Stattdessen ist es Eri, die aufsteht und Rage auf die Schulter fasst.

Eri: „Alles ist gut. Niemand wollte mich angreifen. Michael und ich haben nur hier gesessen und getrunken.“

Skeptischer Blick über seine Schulter vom Gerasy.

Azrael Rage: „Michael? Getrunken?“

Sofort tritt Eri einen Schritt zurück.

Eri: „Es ist wirklich alles okay. Wir haben nur geredet.“

War das Eifersucht von Rage? Eri ist sich nicht sicher, obwohl es eigentlich für jeden Blinden erkennbar ist, dass er es ist. Dennoch beruhigt er sich.

Azrael Rage: „Okay, können Wir dann jetzt gehen?“

Demonstrativ setzt sich Eri wieder neben Michael. Provokation, oder ein Versuch etwas Vernunft in die Situation zu bringen. Noch einmal greift sie die Flasche Scotch und Thera lässt sie gewähren. Sie nimmt einen Schluck und versucht sich dieses Mal das „Gesichtverziehen“ zu verkneifen.

Eri: „Michael ist sehr nett und ich glaube Stevie und du könntet Freunde sein, wenn es nicht so mies zwischen euch gestartet wäre.“

Stevie und Azrael blicken sich beide mit gespielt angewiderten Gesichtsausdruck an.
Der Herausforder blickt verurteilend auf die Flasche Scotch. Er fühlt nach dem Abstinenz-Chip in der Tasche seiner schwarzen Jeans.

Unglaube steht in sein Gesicht geschrieben. Sollte ihn die Jagd nach dem Gerasy Title seine tiefste Freundschaft kosten und ihn in Abgründe stürzen, deren Ausmaße er noch nichtmal erahnen konnte?
War das der Preis im Kampf gegen Azael Rage?

SVC: „Was um alles in der Welt machst du hier, Michael? Du hockst hier draussen, betrinkst dich mit Eri Osada, anstatt wie ein Mann in die Kabine zu kommen, damit wir reden können wie erwachsene Männer. Badest du jetzt in deinem Selbstmitleid, nur weil wir einmal unterschiedliche Ansichten haben?“

Er blickt strafend auf Thera.

Thera: „Das is' aber wiedermal sehr fein ausgedrückt von dir. Kriegst du nich' mit, wie dich die Sache hier verändert? Veränderungen geschehen nur, wenn man sie zuläßt. Du gewinnst den Rumble und betrachtest dich im Spiegel und denkst dir du wärst von Gott gesandt den World Title zu holen, aber das is'n verdammt nochma' eine Lüge. Manchmal isses eben nich' wichtig wohin man geht, um ein Ziel zu erreichen sondern woher man kommt. Du hast dich so in diesem Hype verloren, daß du selber glaubst der Titel wäre dein Anrecht. Doch so isses nich', verdamm nochma' und zugenäht. Ich bin dein Manager, der an deinen Geburtstag denkt, deine Entscheidungen trifft, dir die Zähne putzt und die Rückenhaare rasiert. Doch inzwischen bist du irgendwo auf einer Wolke, ohne was geraucht zu haben. Ich brauche einfach ma' jemand der mit mir spricht und nicht nur hört, was er will.“

Wieder ist es Rage, der jetzt angriffslustig seine Worte wählt.

Azrael Rage: „Ach, und dafür hast Du zufälligerweise die einzige Person gewählt, die Mir nah steht. Zufälle gibt es!“

SVC: „Ich stimme Azrael ungern zu, aber er hat Recht, Michael. Der Fight um den Gerasy Title ist kein Friedenskreis, in dem man hockt und sich gegenseitig auf die Schultern klopft. Dieser Fight ist schmerzhaft, er ist dreckig, er verlangt alles ab. Emotional. Körperlich. Ich wähle diese Bezeichnungen nur ungern, aber du sitzt hier mit dem FEIND zusammen. Und der Feind ist nunmal immer der Gegner, der den eigenen Zielen im Weg steht. Wir haben NICHTS mit ihm gemeinsam."

Augenbrauenheben von Rage.

Azrael Rage: „Feind?“

Eri steht auf und stapft wütend mit dem Fuss auf.

Eri: „Ihr benehmt euch wie Kinder! Dabei seid ihr so ähnlich.“

Fast zeitgleich blicken beide Eri an und antworten…

SVC: „Ich wollte nur…“

Azrael Rage: „Ich habe nur…“

SVC: „… Michael suchen..“

Azrael Rage: „… Dich gesucht.“

Giftiger Blick zwischen Stevie und Rage.

Azrael Rage: „Misch Dich hier nicht ein!“

Unverständnis beim Enemy Number One.
Ein kurzes Lachen dringt als Empörung aus seinem Mund. Die Augen des Gerasy Herausforderers funkeln Azrael Rage an.


SVC: „Einmischen? Wir stehen hier vor MEINER Kabine. Ich war zu erst hier. Stell' dich an, wenn es ums Revier markieren geht.“

Eindringlich schaut Stevie Van Crane zu seinem Freund Thera hinab.
Eine anklagende Geste mit der rechten Hand zur Purity Machine.


Stevie: „Fantastisch, Michael. Perfektes Timing. Wir zerfetzen uns hier direkt vor unseren Gegnern. Wir spielen ihnen unser gesamtes Blatt in die Karten, ALLES was uns in diesem Fight einen Vorteil schaffen kann, geben wir ab. Wir schmeissen es einfach hin. Unsere Einigkeit. Unsere Zusammengehörigkeit. Wir sind die verdammte CRAFT. Und wir umkreisen uns hier wie bockige, kleine Kinder, die sich um ein Spielzeug streiten. Ich habe gegen Levy nicht gewonnen, und auch das Match gegen Dalmi taugt nicht unbedingt als Abschluss-Statement für einen unumkehrbaren Gerasy-Triumph. Dieser Mist hier zerstört ALLES, was wir uns zusammen aufgebaut haben! NATÜRLICH habe ich die Euphorie nach dem Rumble mitgenommen! Wer würde das nicht? Soll ich an den Mikrofonen vorbeigehen, soll ich mich unter den Fragen wegducken, soll ich lügen und Chancenlosigkeit eingestehen? Ich habe verdammtes Selbstbewusstsein an den Tag gelegt, weil ich es von DIR BEKOMMEN HABE, Michael. Weil du es mir gegeben hast, weil du mir Hoffnung eingeimpft hast und mich auf einen Weg geleitet hat, der mich glauben lässt, diesen Triumph tatsächlich verwirklichen zu können. Du hast mich dazu gebracht, diesen Traum nicht nur zu träumen, sondern ihn zu glauben. Aber wenn das alles nur solange halten kann, wie es dein Ego verträgt und deine Traurigkeit darüber, nie wieder in den Ring zu steigen, dann bin ich tatsächlich allein. Wenn ich an deiner Stelle wäre, dann würde ich hinter dir stehen, bis zum BITTEREN ENDE, ganz egal ob die Maschinerie quietscht und auseinander zu fliegen droht. Das Ziel zählt. Die Mission zählt.“

Van Crane deutet fast verzweifelt und zugleich abschätzig auf Azrael Rage.

SVC: "Der hier zählt. Nicht die Flasche in deiner Hand. Nichtmal Eri Osada. Azrael Rage zählt. Unser... Gegner."

Er verkneift sich das Wort „Feind“ noch einmal zu sagen.

Azrael Rage: „Du Arsch! Ich wollte nie Dein Gegner, Feind, Enemy Number One sein. Ich wollte Dein scheiß Freund sein, aber Du nimmst Meine Geschenke, redest Mir nach dem Mund und verpisst Dich dann, um Brunswick, das größte Stück Scheiße der Welt zu unterstützen.“

Rage geht jetzt ganz nah an Stevie, fast bittet er drum, dass dieser zuschlägt.

Azrael Rage: „Ich habe Dich bereits einmal besiegt und Ich werde es wieder tun. Und ob Du es glaubst oder nicht, aber Ich wäre gerne gegen Dich angetreten… auch um Meinen Gerasy! Ich hätte nur gerne einmal einen Freund gewrestlet. Denn Feinde habe Ich beiweiten genug und da reichst Du nicht einmal für die Top Ten!“

Er blickt kurz weg, sogesehen verliert Rage das Blickduell, aber scheiß drauf. Stattdessen sieht Rage Eri an.

Azrael Rage: „Nein, Ich bin nicht ähnlich mit Stevie, denn Ich habe etwas, dass er niemals erreichen wird.“

Er beugt sich herunter, hebt seinen Titelgürtel auf und hält ihn in das Gesicht von Stevie.

Azrael Rage: „Du wirst solange Ich Champion bin höchstens Number One… Contender werden, Number One Enemy! Ich werde mit allem gegen Dich ins Feld ziehen, was Ich habe, Held, und Ich werde Dich besiegen. Denn Ich habe die… Ach scheiß drauf, Stevie. Ich bin einfach besser als Du! … Ach ja, und auch besser als Sanchéz. Sieh ihn Dir heute an. Er wird Mein Beweis werden!“

Retourkutsche für Vendetta 104 und zumindest hat Rage einen Beweis, denn bei Vendetta 101 hat er Van Crane besiegt und das wissen alle vier hier.

So greift der Gerasy Champion die Hand von Eri und zieht sie weg. Sie blickt leidig zu Thera der sich für seine Art ungewohnt stillschweigend die Sache angeguckt hat. Dieser nickt ihr freundlich zu und blickt dann zu Stevie, der angefressen Rage hinterher blickt.
Plötzlich schmeißt die Purity Machine die fast leere Scotch-Flasche an die gegenüberliegende Wand. Sie zersprengt in tausende Scherben.

Sinnbild einer Freundschaft?

Thera: „Du tust hier so, als wäre ich nach Hause gekommen und hätte die Scheiß Schrankwand zerhauen und dein Meerschweinchen im Klo ertränkt, aber das Problem hast du dir selbst in die Suppe gespuckt, mein Freund. Wir sind uns alle einig, das Azrael der König der Affen is', der gegen den Laternenmast rennt wenn er auf Whats App schreibt und bei einem dreiteiligen Puzzle auf das Bild auf dem Karton gucken muß. Er is'n Arschloch. Aber du hast aus einem Gegner einen Feind gemacht, das war vollkommen unnötig. Azrael is' nich' dein Feind. Er ist dein verdammtes Ziel. Hier is' niemand dein Feind außer dir selbst. Du bist allein, weil du allein sein willst. Und das funktioniert nich' mit mir. Das funktionierte nich' mit Levy. Nich' mit Catlyn, nich' mit Bleed. Also hör' verdammt nochmal auf die Schuld nur bei den Anderen zu suchen, denn irgendwann is' keiner mehr da, der dafür herhalten kann, mein FREUND."

Stevie sucht nach Worten. Soviele liegen ihm auf der Zunge.
Aber er kann sie nicht sortieren, nicht nach 'richtig' oder 'falsch'. Er weiss nur, dass alles was er jetzt sagen würde, nur noch mehr zerplatzen lassen würde.
So wie die Flasche Scotch, die Thera gegen die Wand geworfen hatte. Und darum dreht sich Stevie Van Crane einfach um und geht.

Zurück bleibt Thera, der mit den zitternden Fingern seiner noch vorhandenen Hand nach Zigaretten sucht.

Thera: „Der Gerasy Titel is' wie eine der Sirenen, mein Freund Stevie. Sie singt um dich, bezirzt dich, zeigt dir die nassen Titten und wirbt um dich, am Ende läuft dein Schiff auf Grund und du ersäufst, wenn sich keine Hand nach dir streckt um dich an die Oberfläche zu ziehen.“

'Keine Hand'.
Michael Thera, die Zigarette im Mundwinkel, starrt auf seine Prothese und bricht in das typische hysterische Gelächter eines Betrunkenen aus, bevor er lachend zur Seite kippt..

 

Mike Garland: "In vino veritas."

Vincent Craven: "Im Wein liegt die Wahrheit, sagt man. Nur, dass es bei Michael Thera kein Wein, sondern Scotch war. Und ein fetter Joint, wenn man das so offen sagen darf."

Mike Garland: "Aber in dem, was er sagt, steckt ein gewaltiger Funken Wahrheit. Stevie macht sich selbst das Leben schwer."

Vincent Craven: "Er hat einen ganz großen Traum. Viele hatten ihn schon abgeschrieben, viele zählten ihn nach seiner langjährigen Pause schon zum alten Eisen. Herrje, er war so am Boden, dass er sogar auf einem abgeranzten Schrottplatz angetreten ist. Aber nun ist er wieder da und er steht davor, wieder ganz an die Spitze dieses Business zu kommen. Es geht um verdammt viel und da kennt ein Stevie Van Crane keine Freunde."

Mike Garland: "Ich frage mich, ob es das wert ist."

Vincent Craven: "Als dreifacher Champion kann Azrael Rage diese Frage nur allzu gut beantworten. Als Undisputed Gerasy Champion ist man verdammt einsam. Barker hat das erlebt. Brunswick auch. Vielleicht klammert er sich deshalb so sehr an die wenigen Personen, die ihm nahe stehen."

Mike Garland: "Er hätte Thera umgebracht, wenn der Eri auch nur ein Haar gekrümmt hätte."

Vincent Craven: "Ja, das hätte er. Ja, das hätte er..."



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