Scene

Id
1944  
Name
Verdammt, wo ist sie?  
Summary
 
Position
6  
Scenetype
Live  
Created At
2014-10-24 22:52:33  
Edited At
2014-11-20 16:51:00  
Show
Vendetta 106  


 

Gottverdammt, schon wieder diese Scheiße! Seit Tagen zeigt sein Handy diesen Dreck an, wenn er angerufen wird. Den Anrufer kann er nicht sehen und dann will er nicht rangehen… Eine Alte mit wackelnden Möpsen und die Frage, ob er ficken will. Klassisch! In schlechtem Deutsch. Ein Knaller! Es ist eigentlich wie ein Schnupfen. Es ist nichts wirklich schlimmes, aber es nervt furchtbar. Natürlich könnte er einen Fachmann engagieren, aber das würde implizieren, dass noch eine Lage aus seinen Händen geglitten ist, und trotz aller Wandlungen der letzten Tage, wäre es noch zu früh sich so etwas eingestehen zu können. Wahrscheinlich nur ein Handyvirus. Er sollte einfach heimlich ein Neues kaufen und keiner merkt was. Das Alte einfach zerbrechen und entsorgen. Wenn alles immer nur so einfach wäre. Der Abend heute bietet die perfekte Metapher. Ein Match im Main Event gegen Diego A. Sanchéz. Ein guter Wettkampf, ein harter Gegner und die perfekte Gelegenheit sein Training in die Tat umzusetzen. Aber das ist nur auf dem Papier die Wahrheit. In Wirklichkeit wird es ein weiteres Vorgeplänkel gegen Stevie Van Crane. Das steht natürlich nicht einmal im Kleingedruckten, aber er weiß es. Stevie weiß es. Diego weiß es. Jeder weiß es. Er blickt sich um, während er zu seinem Ziel geht. Eri ist immer noch nicht aufgetaucht. Sie ist in letzter Zeit verdammt oft abwesend. Bis Vendetta 104 war sie ihm nicht von der Seite gewichen, außer er wollte es. Aber plötzlich, seit dem Treffen mit Fusion, dem Liebestunnel und der Begegnung mit Lucifer ist alles anders. Aber was genau ist seitdem anders… Er kennt die Antwort, aber will sie immer noch nicht wahrhaben. Sie wollte ihn küssen, er wollte nicht. Nicht weil er nicht wirklich wollte, sondern weil er weiß, dass er sie nicht festhalten kann. Alistair Brunswick hat ihm mit dieser Lehre den schlimmsten Dolchstoß überhaupt in das Herz gejagt, obwohl er eine bittere Lehre mit sich brachte. Er, Azrael Rage, kann niemand halten, der ihm wichtig ist, denn egal wie boshaft alle anderen sind, die Welt wird Azrael Rage alles Schlechte gönnen. Immer!

Er ist an seinem Ziel angekommen. Der Kabine von Diego A. Sanchéz. Kurz atmet er noch einmal durch, ballt die Faust, hebt sie zur Tür und vibrieren… wieder das Handy. Wieder ein Anruf. Sollte er doch rangehen? Vielleicht ist es Eri. Vielleicht ist sie in Not. Fast panisch von diesem Gedanken ergriffen, holt er das Handy aus der Hosentasche und drückt den „Annahme“ – Knopf.

Azrael Rage: „Eri?“

Azrael Rage: „Oh Verzeihung… Ein Kamerateam? Warum?... Ja, Ich verstehe, dass das wichtig für die PCWA ist. … Ja, ja. Aber eine Bitte. Erst nach heute Abend. Ich brauche noch etwas Zeit für Mich… In Ordnung. Danke.“

Dann legt er auf. Kurz reißt er sich wieder zusammen. Es war ein Mitarbeiter des Produktionsteams. Ihm wird für den Out of Ashes und die Vorbereitungszeit ein Kamerateam an die Seite gestellt. Da er in San Diego, seiner Heimatstadt, der Hometownhero ist, soll für die DVD er vier Wochen lang von einem Kamerateam begleitet werden. Nicht wirklich eine gute Nachricht für seinen Geschmack, aber im Augenblick ist es wohl nötig kleinere Brötchen zu backen. Vielleicht ist das ja auch gerechte Strafe. Dennoch atmet er erleichtert aus. In diesem Fall war keine Nachricht von Eri eine gute Nachricht.

Okay, er muss sich zusammenreißen. Der Gerasy auf seiner linken Schulter wird noch einmal auf seinem Thron zurechtgesetzt und die Faust wieder gehoben und an die Tür geklopft. Erst als er das zweite Mal geklopft hat, fällt ihm auf, dass er wie ein Schluck Wasser in der Kurve hängt. Schnell spannt er die Schultern, richtet sich gerade auf und macht ein vorbereitetes Gesicht... die Tür öffnet sich.

Diego: „Aha, der Täter kommt zurück zum Ort des Verbrechens.“

Okay… darauf war er dann doch nicht vorbereitet. Scheiß der Hund drauf. Ungebeten drängelt er sich an Diego vorbei und tritt ein. Kurzer prüfender Blick durch die Kabine. Sie sieht genauso aus wie seine Kabine. Spind, Tisch, zwei Sessel, Obst auf dem Tisch, Wasser unter dem Tisch in 1,5 Literflaschen und ein Fernseher auf einem kleinen Regal. Mit dem großen Unterschied, dass sämtliches, aufgezähltes Mobiliar in der gesamten Kabine verstreut ist. Sicherlich hätte er eine bessere Kabine als Diego fordern können. Mit all dem Pomp, Luxus und dem ganzen Scheiß womit all das anfingt, oder nur seinen Höhepunkt nahm? Schwierige Frage. Diego A. Sanchéz fühlt sich ignoriert. Rage hat ihm nicht geantwortet.

Sanchéz: „HEY!“

Erst jetzt blickt der Herokiller ihn an.

Sanchéz: „Du hast sie doch. Ich habe, wie du siehst, die komplette Kabine auseinander genommen. Aber nichts. Nada. Niente. Nothing. Rien. Also, Rage. Wo ist sie?“

Das Gefühl ahnungslos zu sein, ist Rage aktuell nicht fremd, aber in dieser Situation ist er es wirklich.

Azrael Rage: „Was?“

Sanchéz: „Meine Maske?“

Azrael Rage: „Maske?“

Sanchéz: „Jetzt tu nicht so ahnungslos. Hier geht die Scheiße doch schon wieder los. Du greifst mich hinterrücks vor dem Match an, indem du etwas stiehlst was mir viel bedeutet.“

Entnervt, sich mit der flachen Hand an die Stirn klatschend, internetsprachtechnisch auch Facepalm genannt, lässt sich Rage in einen Sessel fallen.

Azrael Rage: „Du bist echt scheiße, Diego.“

Jetzt ist es Diego, der fragend blickt.

Sanchéz: „Was? Ist das dein Ernst? Erst bestiehlst du mich und dann kommst du her, um mich zu beleidigen?“

Genervt, jetzt schon von dem Gespräch, verdreht der Undisputed Gerasy die Augen.

Azrael Rage: „War eine blöde Idee hierher zu kommen. Sehe Ich jetzt selber ein, aber nur um es formell zu machen, Ich habe Dir gar nichts gestohlen. Keine Ahnung was Wir Wrestler mit Masken haben und das Wir ihnen so viel Bedeutung zumaßen, aber was auch immer Du für eine Maske hast, Ich habe keine Ahnung von ihr und habe sie nicht.“

Angepisst guckend betrachtet sich Sanchéz den Gerasy.

Sanchéz: „Aber du bist hier. Der Täter kehrt immer zum Ort des Verbrechens zurück.“

Abwinkende Bewegung von Rage.

Azrael Rage: „Du bist ja ein echter Sherlock Holmes.“

Irgendwie kommt sich Diego verarscht vor. In Drohgebärden positioniert er sich.

Sanchéz: „Sag mir sofort wo sie ist, oder ich prügel dir das Weiße aus den Augen.“

Das war kein guter Satz. Auch Rage erhebt sich, legt seinen Gerasy auf den Tisch und geht in Kampfposition.

Azrael Rage: „Bei allen Göttern, Du Vollidiot, nur um es noch einmal klar auszudrücken… ICH HABE DEINE DRECKSMASKE NICHT… Du Arsch!“

Er legt noch nach.

Azrael Rage: „Und warum willst Du Dich jetzt mit Mir prügeln? Du hast Mich nachher im Ring. Da kannst Du Dein Schlimmstes tun.“

Kurz überlegt sich Diego das Ganze. Rage hat da einen verdammt guten Punkt. Sicherlich, klar, er gehört zu THE CRAFT, er möchte Rage schon seit Jahren umhauen und er hat ihn tatsächlich so oder so nachher im Ring und kann alle Aggression gegen ihn loslassen. Es gibt keinen Grund in seiner Kabine eine Schlägerei anzufangen. Aber mal angenommen, nur für eine Millisekunde, Rage ist nicht der Dieb, was will er dann hier?
Die Muskeln des Deutsch-Mexikaners entspannen sich und er sucht den anderen Sessel auf. Ein gespielt entspanntes Herniederlassen später, stellt er die Frage, die ihm auf dem Lippen liegt.

Sanchéz: „Okay, okay, du hast Recht. Ich werde dich nachher dann halt besiegen, aber dennoch will ich wissen, was zur Hölle willst du hier… DU ARSCH?“

Die Retourkutsche macht heute wieder Überstunden… sei’s drum. Der Herokiller lässt sich auch wieder in den Sessel fallen.

Azrael Rage: „Ich habe Mir unser erneutes Aufeinandertreffen nicht gewünscht, Diego, aber in Anbetracht, dass Jona… äh Miss Vark… es festgelegt hat, nehme Ich es gerne an und werde Dir einen Kampf liefern, den Du nicht gewinnen kannst und nicht wirst. Aber Ich wollte Dir vor allem zwei Dinge mitteilen. Ich werde nachher die gesamte Religion mit zum Ring bringen. Gabriel, Hannibal und… Eri.“

Sagt er, obwohl er sich dessen nicht sicher ist.
Beschwichtigend hebt er die Hand.

Azrael Rage: „Aber und damit kommen Wir schon zu Punkt Zwei… Ich will einen fairen Kampf. Die Religion ist nur da, um Mir den Rücken freizuhalten. Stevie hat Mich letzte Vendetta einmal überrascht. Ein zweites Mal wird so etwas nicht stattfinden.“

Man kann den Sarkasmus in der Gestik von Diego fast sehen, während er spricht…

Sanchéz: „Oh, na dann bin ich ja beruhigt. Was für ein netter Abend mit einer kleinen Rangelei wird das doch. Vor allem bei der Vorgeschichte die ich mit Gabriel habe. Wirklich eine grandiose Idee.“

Er bückt sich nach vorne, sucht Augenkontakt.

Sanchéz: „Für wie bescheuert hältst du mich eigentlich? Bei unserem letzten Treffen war ich es, der offen auf die zu gegangen ist. Ich habe dir meine Hilfe angeboten, habe daran geglaubt, dass du mehr sein kannst, als nur der oberste Teufel. Das Arschloch, als das du dich so lange in der PCWA gezeigt hast. Du hast mich vorgeführt, mich beleidigt, meine guten Absichten mit Füßen getreten. So wie du es immer getan hast. Egal, ob mit Messer hinter dem Rücken oder dem Entführen von Freundinnen. Ich bin nach dir am längst hier unter den Flügeln des heiligen Phönix. Und ich wünschte, ich könnte wirklich andere Worte wählen. Aber ich kann deinen Worte nicht trauen. So viele Lügen, wie deine Zunge schon in die Freiheit entlassen haben. Du bist wie Dalmi! Du lügst, betrügst und korrumpierst wo du nur kannst. Hauptsache du erreichst deine Ziele. Sorry, aber ich vertrau dir nicht so weit, wie ich spucken kann, Muchacho!“

Er redet sich in Rage… pardon mieses Wortspiel… in Wut. Rage hingegen hält sich zurück. Dabei hat ein Satz doch gesessen wie ein Schuss ins Herz… Er soll wie Dalmi sein? Ist er? Ist er nicht? So ganz genau weiß er das selber nicht und das macht ihn fertig.

Sanchéz: „Glaubst du wirklich, dass du dich so einfach ändern kannst und alle liegen dir plötzlich zu Füßen? Du bist nun so lange in der PCWA. Du solltest es besser wissen."

Er schluckt kurz, muss aufpassen, dass er nicht plötzlich Mitgefühl für Azrael Rage entwickelt. Er respektiert seine Erfolge, aber nicht seine Taten innerhalb der PCWA.!

Sanchéz: "Wie gedenkst du denn heute zu siegen? Stuhlschlag, Titelschlag, Godkiller von Lucifer. Überleg es dir genau, denn das wird der einzige Weg sein, wie Abschaum wie du mich schlagen kann.“

So spricht er die Worte, als ob er daran glaubt, und doch sind es klare Zweifel gerade an ihm selbst. Rage ist ein verdammt harter Gegner und kaum einer rechnet ihm eine Chance aus und er ist sich nicht sicher ob er dieser Aufgabe gewachsen ist. Es ist eine Ironie der Welt, dass Monster wie Rage, Eleven und der verfluchte Dalmi trotz allem so schwer zu besiegen sind. Dabei ist er der mit dem reinen Herzen und eigentlich sollte ihn das bestätigen. Allerdings ist der Undisputed Gerasy auf dem Tisch mit der Namensplakette, die Azrael Rage offenbart, ein so verdammt viel stärkeres Symbol für Erfolg, als ein gutes Gewissen.

Sanchéz: „Jetzt raus aus meiner Kabine, Cabron.“

Nicken von Rage.
Er steht auf und greift seinen Titel… noch seinen Titel. Stevie hat die von Brunswick geschaffene Achillesferse aufgegriffen und jeder reißt sein Stück Fleisch aus Azrael Rage. Selbst ein verwirrter Schwachkopf wie Sanchéz, der die Welt immer noch in Schwarz und Weiß aufteilt, hat einen kräftigen Bissen zu sich genommen. Soll er dran ersticken… Ersticken!

Azrael Rage: „Bis nachher… Du wirst Mich nicht besiegen.“

Sanchéz: „Du kannst mit den Lügen nicht aufhören, oder?“

Die letzten Worte. Danach knallt er die Tür hinter Rage zu. Durchatmen beim Gerasy. Kurz dachte er, dass seine Absichten nobel sind, als er die Kabine von dem Deutsch-Mexikaner aufsuchte. Jetzt weiß er, was sie wirklich waren. Grenzdebil, bescheuert, dämlich!
Das Handy klingelt wieder. Ohne auf diese Drecksscheiße auf sein Display zu achten, drückt er den „Annahme“ – Knopf.

Azrael Rage: „Eri?“

Sein Gesicht verfinstert sich.

Azrael Rage: „Fick Dich, Sanchéz, Ich lüge nicht und woher hast Du Meine Nummer?“

Wütend legt er auf und stopft das Handy fast gewalttätig in seine Hosentasche. Es war wieder nicht Eri… nur eine Alte die mit den Hupen wackelt, wahrscheinlich ein scheiß Virus, aber vor allem war da am anderen Ende der Leitung etwas anderes. Ein Gegner, der gerade mit ein Lächeln ein wenig Genugtuung genießt.

So geht Rage davon, sucht Eri, ohne zu ahnen, dass die wenigsten Viren nur das Handydisplay belagern. Fast immer haben sie noch eine Funktion… Aber mal ehrlich, wer würde ein derart geschmackloses Gif witzig und eventuell gleichzeitig nützlich finden?

 

Mike Garland: "Ich bin irritiert. Was sind denn das für neue Sitten? Azrael Rage besucht seinen heutigen Gegner in dessen Kabine und die Begegnung endet nicht mit einer Menge Kleinholz und rauchenden Trümmern? Fast bin ich ein wenig enttäuscht."

Vincent Craven: "Azrael ist eben unberechenbar. Und er ist sogar so fair. Díego darüber zu informieren, dass er die komplette Religion of Death mit an den Ring bringen wird. Mal sehen, ob die wirklich nur für den Fall der Fälle da sind oder im Zweifelsfall doch direkt in den Kampf eingreifen."

Mike Garland: "Gabriel und Eri werden ein Eingreifen der CRAFT verhindern. Das ist Azraels gutes Recht."

Vincent Craven: "Ich ahne schon ein großes Chaos am Ende dieser Show."

Mike Garland: "Eri Osada gegen einen einhändigen Michael Thera. Money Match in the making!"

Vincent Craven: "Díego wirft Azrael vor, dass dieser ihm etwas gestohlen hätte. Scheinbar ist ihm diese Maske sehr wichtig und nicht mehr an ihrem Platz."

Mike Garland: "Vielleicht dachte sich die Putzfrau: Ist das Mexiko-Scheiß oder kann das weg?"

Vincent Craven: "Man sollte niemals unterschätzen, was einem Mexikaner eine Maske bedeutet. Das ist fast wie eine Religion dort."

Mike Garland: "Wenn Azrael sie hätte, dann hätte er es ihm sicherlich unter die Nase gerieben. Aber so was von."

Vincent Craven: "Hm. Damit liegst du vermutlich richtig. Díego muss also jemand anderen verdächtigen, wenn er die Maske bis zu seinem Match zurück haben möchte."



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